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Senftöpfe über der Saale
geschrieben von: Leon (871) am: 20.01.22, 16:34
Bernburg...eigentlich ein Wallfahrtsort für Ludmilla-Freunde. Bereits zahlreiche Fototouren haben in den vergangenen Jahren in dieses Diesellokparadies geführt.

In den Jahren nach der Wende wurde Bernburg eigentlich nur am Rande wahrgenommen. Die Strecken- Farb- und Baureihenvielfalt war viel zu groß, als dass man den Fokus nur auf diesen einen Ort legte. Telegrafenmasten, Formsignale, lokbespannte Personenzüge...all das gab es noch in Hülle und Fülle, und es ging eher um besondere Motive als um besondere Bespannungen.
Der 30.06.95 war so ein Tag, an dem man kreuz und quer durch Sachsen-Anhalt gurkte und ein Motiv nach dem anderen abhakte. Irgendwann am Nachmittag ging es auch nach Bernburg. Der erste Zug, der kam, war dieser geschobene Wendezug mit seiner V 100. Eigentlich ein no-go...Auf Wendezüge waren wir damals überhaupt nicht scharf; es musste schon ein lokbespannter Zug in der richtigen Richtung sein. Wenig später kam die Regionalbahn nach Calbe: ebenfalls eine V 100 mit einem lumpigen Wagen. Typisch für die Zeit Mitte der 90er Jahre.
Nun, der Ein-Wagen-Zug wurde gerahmt, der Wendezug landete in der "Doppelten"-Kiste, weil jahrelang ein Rähmchen teurer war als der "Wert" eines Steuerwagens.

So, nun sind inzwischen über 25 Jahre vergangen. Das Dia lag immer noch in der Kiste, und ich mache keinen Hehl draus, dass ich es zwischendurch sogar fast wegwerfen wollte...;-) Was sehen wir heute? Eine Senftopf-Garnitur mit Steuerwagen! Geliefert ab Anfang der 70er Jahre von Görlitz mit einem Volumen von 672 Wagen. Anfangs in grün, aber ab 1979 wurde für diese Wagen das rehbraune Farbschema eingeführt, später eine besondere Version für die Sputniks auf dem Berliner Außenring. Nach der Wende zunächst teilmodernisiert und bis Mitte der 90er Jahre u.a. auf dem Rennsteig im Einsatz. Später vollmodernisiert, mit neuen Türen, Inneneinrichtungen und zusätzlichen Fenstern. Bis in dieses Jahrtausend im Einsatz, erkennbar an den "geraden" Dachschrägen bzw. Fenstern im Obergeschoss.

Daran sieht man, dass gewisse Themen kommen und gehen. Bilder, die man früher fast in die Tonne getreten hat, erhalten Jahrzehnte später eine völlig andere Bedeutung. Was lernen wir daraus? Werfe nie ein Dia weg, bis du dir nicht völlig sicher bist, dass du es später nicht bereust...;-)

In diesem Sinne: Scan vom Fuji Velvia 6x6-Dia

Zuletzt bearbeitet am 21.01.22, 08:39

Datum: 30.06.1995 Ort: Bernburg [info] Land: Sachsen-Anhalt
BR: Steuerwagen (außer von Triebwagen) Fahrzeugeinsteller: DB
Kategorie: Bahn und Infrastruktur

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Die falsche Lok im richtigen Dienst
geschrieben von: Leon (871) am: 19.01.22, 17:23
Hartmut hat vor kurzem diese Aufnahme [www.drehscheibe-online.de] einer Bundes-213 in Schleusingen gezeigt. Dieses Bild nehme ich mal volley und biete mein einziges vorzeigbares Bild dieser Baureihe aus dem Thüringer Wald zur Auswahl an.
Wir durften seit der Wende und in den Nachwendejahren auf dem Rennsteig noch in den Genuss der "Dicken" kommen, anfangs sogar noch mit den recht seltenen zweiteiligen Doppelstockwagen, die unseres Erachtens nur in dieser Region im Einsatz waren und nach 1993 sehr schnell verschwunden sind. Später waren noch Senftöpfe zu sehen, sowie teilmodernisierte Doppelstock-Einzelwagen im mintgrünen Farbschema. Eine 213 mit Sanitärwagen, wie sie für einen kurzen Zeitraum ab 1996 am Rennsteig zu sehen war, galt demzufolge als größte anzunehmende Zumutung! Wir haben uns beharrlich geweigert, hierfür Dias zu opfern, aber für ein, zwei Gelegenheitsbilder hat es im Herbst 1996 gereicht.
Der 13.10.96 gehörte eigentlich der Dicken auf Suhl-Schleusingen sowie weiteren Zügen im DR-Look mit "richtigen" Farben. Und eine 213 kannte ich noch von einer Fototour zum Hubertusviadukt, schön in altrot mit Silberlingen. Die gehörte hier irgendwie nicht her, obwohl ihre Bestimmung die Steilstrecke war. Also gelang nur unter Unterdrückung einer akuten Magenkolik das Bild der 213 340, wie sie ihre Fuhre namens "RB 14091" bei Veßra durch die Gegend zieht.
Heute, über 25 Jahre später, hat man seinen Frieden mit der Sanitärfarbe geschlossen. Eine im Nachhinein recht kurze Episode, die es nun mal einfach gab. Und heute ärgert man sich, dass man nicht doch ein paar mehr Bilder für diese Züge am Rennsteig übrig hatte. Allein die Vorstellung, dass in der Welt der Plastiktriebwagen am Rennsteig heute ein derartiger Zug mit einer 213 pendeln würde, hätte die Planung einer Tagestour nach sich gezogen. Und eine 118 mit grünen Dostos einen längeren Urlaub...;-)

Scan vom Fuji Velvia 6x6-Dia

Datum: 13.10.1996 Ort: Veßra [info] Land: Thüringen
BR: 211,212,214 (alle V100-West-Baureihen) Fahrzeugeinsteller: DB
Kategorie: Zug schräg von vorn

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Nach Sonnenuntergang am BAR
geschrieben von: Leon (871) am: 17.01.22, 19:24
Nach gefühlt ...zig Wochen der Tristesse kam heute nachmittag im Berliner Umland endlich mal wieder die Sonne raus. Und was macht man? Man geht in den Keller, holt einen Pinsel und entstaubt erst einmal die Knipse..;-) Nun wollte ich kurz vor dem Sonnenuntergang nicht noch Zeit durch längeres Herumgegurke verlieren, und somit ging es kurzerhand an den BAR - einer Strecke, die mich im vergangenen Jahr nur noch selten gesehen hat. Bei Saarmund gab es eine Stelle, welche sich durch eine größere Lücke im Bewuchs für Gegenlichtaufnahmen eignet. Also kurzerhand hinjestellt und abjewartet, irjendwat wird schon kommen, wa? . Denkste...!
Zwischen zwei Hamstern kamen aus der Gegenrichtung gefühlt acht Züge, aber ins Bild sollte außer zwei Lz-Fahrten einfach nichts kommen. Der Himmel wurde immer violetter und dunkler, und nach einer Stunde Wartezeit in der Kälte hatte ich die Nase voll, zumal das Licht nun völlig weg war. Fazit: zwei Hamster, ein paar Lz-Fuhren, viel bunten Kram gesehen.
Im Nachhinein hat mir der zweite Hamster mit seinem Lichtspiel gar nicht so schlecht gefallen. Da bin ich mal neugierig, was die Kollegen von so einem Bild halten...;-)

Datum: 17.01.2022 Ort: Saarmund [info] Land: Brandenburg
BR: 442 (Bombardier Talent 2) Fahrzeugeinsteller: DB
Kategorie: Stimmungen mit Zug

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Winter in Milbitz
geschrieben von: Leon (871) am: 16.01.22, 10:18
Nur wenige Wochenenden sind mir so nachhaltig in Erinnerung geblieben wie jenes Ende Januar 1993. Wolkenloser Himmel und tiefster Winter versprachen eine reichhaltige Fotoausbeute an Dieselzügen der späten Epoche IV im Thüringer Wald. Kommen wir noch einmal zur Strecke von Arnstadt nach Saalfeld, welche von uns nicht umsonst ein weiteres Mal im Herbst 1994 besucht wurde (vgl. Railviev).
Eines meiner persönlichen Lieblingsmotive ist die Umrundung der kleinen Ortschaft Milbitz, zwischen Paulinzella und Rudelsburg gelegen. Von einem Hang hat man einen grandiosen Ausblick auf die Strecke und das dahinter liegende Ortsbild. Während hier die Herbstversion mit einem blitzsauberen U-Boot mitsamt ebenso ansprechender Bghw-Garnitur ins Netz ging [www.drehscheibe-online.de] , entstand am Mittag des 31.01.93 ein paar Büsche weiter die Aufnahme eines weiteren U-Bootes mit seiner Garnitur aus Halberstädtern sowie einem ABme, ebenfalls auf dem Weg nach Saalfeld.
Scan vom Fuji Velvia 6x6-Dia


Datum: 31.01.1993 Ort: Milbitz [info] Land: Thüringen
BR: 219,229 (alle U-Boote) Fahrzeugeinsteller: Deutsche Reichsbahn
Kategorie: Stimmungen mit Zug

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Nur der Mann im Mond schaut zu
geschrieben von: Leon (871) am: 15.01.22, 11:05
...muss er auch, denn alle anderen machen Bilder..;-) Wie so häufig endete eine Fototour zu den Altbau-Elloks im Raum Leipzig zur Nachwendezeit an der Muldebrücke in Wurzen. Das Eisenschwein von Dresden war schon lange durch und wäre an dieser Stelle nicht umsetzbar gewesen, aber dennoch haben wir den Tag an den Muldeauen ausklingen lassen und auf alles draufgehauen, was über die Brücke polterte. Diesmal ist es kein Holzroller, welcher begeistert, sondern eher die Lady mit ihrer Garnitur aus rehbraunen Doppelstock-Einzelwagen, welche auf der Linie B des Leipziger Stadtschnellbahnverkehrs zwischen Wurzen und Leipzig Hbf. im Einsatz war. Hier wurde die Keksstadt Wurzen etwa stündlich mit Leipzig verbunden, verdichtet um einen weiteren Takt ab Borsdorf mit Zügen von Trebsen.
Natürlich kam an dem Tag auch ein Holzroller, aber statt einer Garnitur von Flachwagen habe ich dann doch dem Doppelstockzug den Vortritt gelassen.

Scan vom Fuji Kleinbilddia

Datum: 18.03.1990 Ort: Wurzen [info] Land: Sachsen
BR: 143 Fahrzeugeinsteller: Deutsche Reichsbahn
Kategorie: Bahn und Infrastruktur

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Abfahrt in Albrechtshof
geschrieben von: Leon (871) am: 14.01.22, 20:49
Kommen wir noch einmal zurück zum Bahnhof Albrechtshof, dem Endpunkt der damaligen KBS 134 von Nauen. Dieser Bahnhof wurde in der Galerie mit diesem Bild [www.drehscheibe-online.de] erstmals vorgestellt.
Wir sehen erneut einen Doppelstock-Gliederzug, welcher soeben mit seiner 242 161 als P 11322 den Bahnhof Albrechtshof in Richtung Falkensee verlässt, um nach Nauen zu gelangen. Damals fuhren die Wendezüge ab Albrechtshof entweder bis Nauen, oder sie stellten mit einem Laufweg über Falkenhagen nach Birkenwerder einen Anschluss zum Außenring her.

Grundsätzlich wurde –wie auch in dieser Aufnahme- in Albrechtshof der nördliche Bahnsteig genutzt. Nur wenn dieser belegt war oder aber eine nicht wendezugfähige Garnitur eingesetzt wurde, diente das südliche Gleis zur Lokumfahrung.
Wendezuggarnituren mit Doppelstockwagen wurden auf dieser Strecke nur bis zum Anfang der 90er Jahre eingesetzt. Der Verkehrsrückgang auf der Schiene sorgte später dafür, dass eine Ferkeltaxe für das Reisendenaufkommen völlig ausreichte. Im Zuge des Ausbaues der Berlin-Hamburger Bahn verschwand Mitte der 90er Jahre der Fahrdraht, und vorübergehend übernahm die Dieseltraktion die Verkehre zwischen Nauen, Falkenhagen und Falkensee.

Warum in Albrechtshof bei völlig gerader Strecke aus der ehemaligen Berliner Richtung ein derart hohes Formsignal installiert wurde, wird mir ein Rätsel bleiben.

Scan vom Fuji Kleinbilddia

Datum: 03.10.1990 Ort: Albrechtshof [info] Land: Brandenburg
BR: 109,142,171 (alle Holzroller) Fahrzeugeinsteller: Deutsche Reichsbahn
Kategorie: Bahn und Infrastruktur
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Die Enttäuschung
geschrieben von: Leon (871) am: 13.01.22, 19:34
Mann, was waren wir damals stinkig! Auf der Jagd nach Altbau-Elloks wollten wir unbedingt das bereits damals recht bekannte Motiv in Leipzig-Möckern mit dem mittäglichen Personenzug von Leipzig nach Großkorbetha (oder Weißenfels?) umsetzen. Planmäßig eine Aufgabe für eine 244. Was kommt um die Ecke? Ein Holzroller..! Pffft :-(
Ja, damit musste man leben, dass in dem nur wenige Tage umfassenden Umlaufplan der 244 immer wieder mal modernes Zeug eingesetzt wurde. Wenigstens war an dem Tag eine weitere 244-Leistung ab dem Bayerischen Bahnhof zu Leipzig stabil. Ferner gingen einige Eisenschweine ins Netz.

Und heute? Heute ist man froh über eine Reichsbahn-211 mit Bghw-Garnitur vor ansprechender Kulisse!;-)

Dieses Motiv ist bereits mit diesem Bild [www.drehscheibe-online.de] in der Galerie enthalten – wobei auf den enorm hohen Unterhaltungswert des sich diesem Bild anschließenden Threads hingewiesen werden soll…;-)

Scan vom Fuji Kleinbilddia

Datum: 04.02.1989 Ort: Leipzig Möckern [info] Land: Sachsen
BR: 109,142,171 (alle Holzroller) Fahrzeugeinsteller: Deutsche Reichsbahn
Kategorie: Bahn und Infrastruktur
Top 3 der Woche: 13 Punkte

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Planmäßiger Vorspann
geschrieben von: Leon (871) am: 12.01.22, 17:18
Beackern wir einen Moment das Thema Holzroller. Diese damals eher unscheinbare "DR-Allerweltswaffe" war eigentlich auf nahezu allen elektrifizierten Strecken der Reichsbahn anzutreffen und erfreute sich gegen Ende ihrer Einsatzzeit -und auch darüber hinaus- einer ungeahnten Beliebtheit. Leider sind diese urigen Maschinen mit ihren vielfältigen Lackierungsvarianten und Bauformen (Art der Lüfter, dicker Balken, dünner Balken, graues Dach, Latz oder sogar noch in grün usw.) viel zu schnell von den Gleisen verschwunden. Diverse Maschinen haben jedoch erfreulicher Weise überlebt und sind -teils mit wieder historischer Lackierung- immer wieder auf den Schienen zu sehen. Erinnert sei beispielsweise an die im "Grundierungs-Lack" und mit Scandlines-Werbung versehenen Loks vor dem Malmö-Express oder den Kanarienvogel der PEG. Wenigstens können heutzutage mehrere Varianten beim Thüringer Eisenbahnverein in Weimar besichtigt werden.
Und es ist immer wieder der Beifang, der heutzutage aufblicken lässt. Am 24.03.90 führte eine Fototour zur Weißeritztalbahn. In den Zugpausen habe ich mir -eher aus Langeweile- mal den Hauptstreckenbetrieb angeschaut, der durch den Ort Freital verlief. Zahlreiche Güterzüge waren mir in Erinnerung, oft bespannt mit zwei Elloks. Hintergrund ist auf der Strecke von Dresden nach Chemnitz die Rampe hinter Tharandt rauf zum Tunnel Edle Krone. Kurz hinter dem Tunnel liegt mit einer Neigung von 1:37 das steilste Stück der Strecke, und die Trasse steigt von Freital binnen 15 Kilometern um 250 Meter hinter dem Bahnhof Klingenberg-Colmnitz. Viele Kunstbauten mussten errichtet werden; hingewiesen sei auf die Viadukte in Colmnitz, Niederbobritzsch, Muldenhütten, Frankenstein oder im weiteren Verlauf das Hetzdorfer Viadukt.
Eine Zugpause führte mich zu einer Brücke der Strecke über die Wilde Weißeritz, südlich von Tharandt gelegen. Vier Dias sind in vielleicht 30 Minuten entstanden: ein Personenzug mit 242, mit grauem Dach und Doppelstock-Gliederzug. Ein Güterzug mit 2 x 250. Einer mit Holzroller vor 250, was damals planmäßig so war. In die Gegenrichtung eine 243 mit einem Vorkriegs-Packwagen hinter der Lok. Was hätte man den ganzen Tag auf der E-Piste an Fotos machen können! Die Weißeritztalbahn haben wir mindestens 5-6 Mal besucht; die fährt noch heute...
Also freuen wir uns über einen Holzroller als planmäßigem Vorspann vor einer 250, wie sie durch das enge Tal der Wilden Weißeritz mit ihrem Güterzug den Berg hoch zum Tunnel Edle Krone hinaufkoffern!

Scan vom Fuji Kleinbilddia

Datum: 24.03.1990 Ort: Tharandt [info] Land: Sachsen
BR: 109,142,171 (alle Holzroller) Fahrzeugeinsteller: Deutsche Reichsbahn
Kategorie: Bahn und Landschaft
Top 3 der Woche: 9 Punkte

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Ein Doppelstock-Gliederzug von 1970
geschrieben von: Leon (871) am: 11.01.22, 11:04
Bleiben wir noch einen Moment beim Wendezugverkehr auf der ehemaligen KBS 134 nach Albrechtshof. Dieser Verkehr wurde mit diesem Bild [www.drehscheibe-online.de] vorgestellt, und wir sehen erneut eine Doppelstock-Gliederzuggarnitur, die von einem Holzroller soeben aus dem Bahnhof Falkensee nach Albrechtshof geschoben wird. Diese fünfteiligen Gliederzüge aus dem Jahr 1970 sind Weiterentwicklungen des erstmals im Jahr 1957 gebauten Typs, welche sowohl mit als auch ohne Wendezugeinrichtung für die Ballungsräume zwischen Leipzig und Halle, für die Stadtschnellbahnen in Dresden und Magdeburg sowie für den Sputnik-Verkehr auf dem Berliner Außenring beschafft wurden. Insgesamt wurden 31 Gliederzüge dieses Typs geliefert; ihr Einsatz endete Mitte der 90er Jahre. Im Vergleich zu den Wagen von 1957 lag der Fensterbereich im Oberstock vollständig in der Dachschräge.

Der Bahnhof von Falkensee ist heute nicht mehr wiederzuerkennen. Das hübsche Stellwerk ist genauso dem Ausbau der Strecke von Berlin nach Hamburg zum Opfer gefallen wie alle weiteren im Bild sichtbaren Bahnanlagen.
Zum BIld: man kann es zerren, wie man will: das linke Gleis bleibt nur angerissen...:-(

Scan vom Fuji Kleinbilddia

Datum: 03.10.1990 Ort: Falkensee [info] Land: Brandenburg
BR: Steuerwagen (außer von Triebwagen) Fahrzeugeinsteller: Deutsche Reichsbahn
Kategorie: Bahn und Infrastruktur
Top 3 der Woche: 16 Punkte

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Endstation Albrechtshof
geschrieben von: Leon (871) am: 10.01.22, 14:05
Endstation Albrechtshof - diesen Ort dürften außerhalb des Berlin-Brandenburger Dunstkreises nur die wenigsten unter uns kennen. Hierhinter verbirgt sich ein Ortsteil von Falkensee, welcher heute zu Berlin gehört. Urspünglich verlief durch Albrechtshof die Berlin-Hamburger Bahn. Später wurde ein Vorortverkehr nach Nauen eingerichtet. Nach dem Krieg wurde von der Gemeinde Falkensee die Anbindung an das Berliner S-Bahn-Netz gewünscht. Diesem Wunsch wurde entsprochen, und im Sommer 1951 konnte der elektrische S-Bahn-Betrieb über Berlin-Spandau West hinaus über Albrechtshof nach Falkensee aufgenomen werden werden - jedoch nur auf dem nördlichen Gleis; das südliche fiel den Reparationsleistungen zum Opfer. Diese Situation bestand bis zum Mauerbau im August 1961: der Verkehr zwischen Spandau West und Albrechtshof wurde unterbrochen, und für eine kurze Zeit bestand ein Inselbetrieb zwischen Albrechtshof und Falkensee. Nach wenigen Monaten wurde dieser Inselbetrieb eingestellt, und die Vorortzüge von Nauen endeten in Albrechtshof. Anfang der 80er Jahre wurde die Strecke bis Albrechtshof eneut elektrifiziert, aber von "oben". Zum Einsatz kamen Wendezüge, welche jedoch in erster Linie zum Bahnhof Falkenhagen geleitet wurden, um dort den Anschluss an den Verkehr auf dem Berliner Außenring herzustellen (Stichwort: "Sputnik-Züge"). Einige Züge wurden bis Birkenwerder geführt, und es gab durchgehende Züge von Albrechtshof mit einer nördlichen Stadtumrundung bis Berlin-Lichtenberg. Dementsprechend "bunt" war das Zugangebot.
Die Züge Richtung Falkenhagen wurden meist aus Doppelstockeinheiten gebildet, wobei bis in die Nachwendejahre hinein sogar noch fünfteilige Doppelstock-Gliederzüge eingesetzt wurden, bespannt mit Holzrollern der Baureihen 211 und 242.
Einen derartigen Zug sehen wir hier am 1. Tag der Deutschen Einheit. Es war ein wunderschöner Herbsttag, welcher seinem Namen alle Ehre machte, denn meine Aufzeichnungen verraten, dass ich mich an diesem Tag ausschließlich um die Schienenverbindungen zwischen Berlin und dem westlichen Umland gekümmert habe - und mir auch erstmals diesen urigen Wendezugbetrieb mit seinen Holzrollern zu Gemüte gefürt habe. Dass es bei den grünen Doppelstockzügen mehrere Varianten gab, war mir bis dahin völlig unbekannt - und heute stolpert man über so mache Zuggarnitur, die einem damals gar nicht so bewusst gewesen ist.
Grüne Doppelstock-Gliederzüge kannte ich nach der Wende nur auf dem S-Bahn-Vorläuferverkehr von Berlin-Wannsee nach Potsdam oder Nauen nach Berlin-Charlottenburg. Nach wenigen Jahren waren diese Wagen Geschichte.
Am 03.10.1990 sehen wir hier im Bahnhof Albrechtshof die 242 159 mit ihrer herrlichen Garnitur zur Abfahrt bereit stehen. Formsignale sichern die Ausfahrt, und kurz hinter dem Bahnhof geht es auf eingleisiger Strecke Richtung Westen.
P.S. die hohen Bahnsteige mit einer Oberkante von 96 cm lassen sich auf den ehemaligen S-Bahnverkehr nach Falkensee zurückführen.

Datum: 03.10.1990 Ort: Albrechtshof [info] Land: Berlin
BR: 109,142,171 (alle Holzroller) Fahrzeugeinsteller: Deutsche Reichsbahn
Kategorie: Bahn und Infrastruktur
Top 3 der Woche: 12 Punkte

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Kummersdorf Gut
geschrieben von: Leon (871) am: 09.01.22, 12:36
Mit dieser Aufnahme aus Kummersdorf Gut möchte ich die Vorstellung der Kaiserlich Preußischen Militär- Eisenbahn abschließen. Es zeigt die 112 599, welche wir bereits an diesem Tag in Rehagen-Klausdorf [www.drehscheibe-online.de] gesehen haben. In Kummersdorf befand sich der ehemalige Artillerie-Schießplatz, welcher später sowohl im Dritten Reich als auch in der Zeit danach für die sowjetischen Truppen eine Rolle als Militärstandort spielte. Der Zug passiert am 19.01.91 das abgesperrte Militärgelände, und obwohl im Hintergrund eine weitere V 100 mit einigen Güterwagen beschäftigt ist, ist der Bahnhof Kummersdorf Gut durchgeschaltet.
Und heute seufzt man über die Fehler, die man damals gemacht hat: um die weitere V 100 mit ihrem Güterzug hat man sich damals nicht weiter gekümmert. Hier hieß es nur: Russenkaserne - anschleichen, Bild machen, und weg! Ob die Russen sich 1991 für einen einsamen Eisenbahnfotografen überhaupt interessiert hätten...?

Scan vom Fuji Kleinbilddia

Datum: 19.01.1991 Ort: Kummersdorf Gut [info] Land: Brandenburg
BR: 202,204 (alle V100-Ost-Baureihen) Fahrzeugeinsteller: Deutsche Reichsbahn
Kategorie: Bahn und Infrastruktur
Top 3 der Woche: 6 Punkte

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Der Fünf-Minuten-Zug
geschrieben von: Leon (871) am: 07.01.22, 06:57
Willkommen auf der wohl kürzesten Strecke Deutschlands mit eigener KBS-Nummer! Die Rede ist von der ehemaligen KBS 118 von Blankenfelde nach Mahlow. Die Strecke war nur 1 x lang hinfallen lang und verband zwei Bahnhöfe: nämlich Mahlow und Blankenfelde, ohne Zwischenhalt.
Doch was steckte hinter dieser Bonsai-Verbindung? Nun, Mahlow war vor dem Mauerbau S-Bahnstation der S-Bahn nach Rangsdorf, im Süden von Berlin. Durch den Bau der Bauer wurde die Verbindung 1961 unterbrochen. Zunächst wurden Züge von Wünsdorf kommend über Rangsdorf nach Norden bis Mahlow verlängert, jedoch später hinter Blankenfelde auf den südlichen Berliner Außenring Richtung Schönefeld geführt. Zur Anbindung von Mahlow wurde auf der Trasse der ehemaligen S-Bahn eine Dieselstrecke nach Mahlow eingerichtet, nur wenige Kilometer lang. Anfangs verkehrten auf dieser Strecke V 15 mit Triebwagen-Beiwagen, später Ferkeltaxen. Die Fahrtzeit betrug fünf Minuten.
Ein derartiges Exemplar sehen wir hier, wie es am 19.01.1991 den Bahnübergang der Trebbiner Straße in Mahlow passiert.

Die Stelle heute: nach der Wende wurde Anfang den 90er der S-Bahn-Verkehr von Blankenfelde Richtung Hauptstadt wieder aufgenommen. Die Ferkeltaxe fuhr letztmalig am 16.09.91. Heute verkehrt hier die S 2 im 20-Minuten-Takt. Der Bahnübergang ist noch vorhanden, aber die Szene vom Januar 1991 ist nicht mehr wiederzuerkennen.

Scan vom Fuji Kleinbilddia

Datum: 19.01.1991 Ort: Mahlow [info] Land: Brandenburg
BR: 772 (alle Schienenbusse Bauart Reichsbahn) Fahrzeugeinsteller: Deutsche Reichsbahn
Kategorie: Bahn und Infrastruktur
Top 3 der Woche: 11 Punkte

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Sperenberg
geschrieben von: Leon (871) am: 04.01.22, 22:32
Ein weiteres wahrhaftes Monstrum an Bahnhofsgebäude entlang der KPME steht in Sperenberg. Dieser Bahnhof diente zur Mitte der neunziger Jahre als Kreuzungsbahnhof. Wir sehen, wie die 202 417 am 01.08.1995 soeben ihre Garnitur aus zwei Halberstädtern und einem Modernisierungs-Packwagen im Bahnhof von Sperenberg Richtung Jüterbog in Bewegung setzt, während im Hintergrund der Gegenzug Richtung Zossen entschwindet. Schwer zu erkennen, aber der Bahnhof war mit russischen EZMG-Signalen ausgestattet.
In der Nähe von Sperenberg lag ein zuletzt von den sojetischen Streitkräften genutzter Militärflughafen, welcher bis zu deren Abzug im Jahr 1994 eine zentrale Rolle spielte. Zwischendurch war das Gelände als Standort für den BER im Gespräch. Die Argumente verliefen querbeet über die geringe Lärmbelästigung auf Grund der Lage in einem Waldgebiet bis zu der zu großen Entfernung von der Hauptstadt oder einer Konkurrenz zum Flughafen Leipzig. Letztendlich konnte sich der Standort in Sperenberg nicht durchsetzen.

Die letzte 202 verließ den Bahnhof im Jahr 1996. Anschließend wurde bis April 1998 noch ein bescheidener Restbetrieb mit einer Ferkeltaxe aufrecht erhalten. Nach jahrelangem Verfall wurde das denkmalgeschützte Bahnhofsgebäude zwischenzeitlich von zwei Niederländern erworben und als Kunst- und Kulturbahnhof genutzt.

Scan vom Fuji Velvia 6x6-Dia

Datum: 01.08.1995 Ort: Sperenberg [info] Land: Brandenburg
BR: 202,204 (alle V100-Ost-Baureihen) Fahrzeugeinsteller: DB
Kategorie: Bahn und Infrastruktur
Top 3 der Woche: 8 Punkte

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Schönefeld (Kr. Luckenwalde)
geschrieben von: Leon (871) am: 03.01.22, 17:07
Bleiben wir noch für ein paar Bilder auf der Königlich Preußischen Militär-Eisenbahn. Wie bereits berichtet, wurde diese Strecke für die Anbindung eines Artillerie-Schießplatzes bei Kummersdorf Gut errichtet und später bis nach Jüterbog verlängert. Auf dem letzteren Stück findet sich der Bahnhof Schönefeld - nicht zu verwechseln mit dem Schönefeld bei Berlin (mit Provinz-Landeplatz, auch BER genannt...) oder dem fotografischen Hotspot Leipzig-Schönefeld. Ein kleinerer Ort gleichen Namens, der aber den Zusatz "Kreis Luckenwalde" trägt. Und in diesem Schönefeld (Kr. Luckenwalde) ist am Abend des 01.08.95 die 202 255 mit ihrer Fuhre aus zwei Halberstädtern und einem Modernisierungs-Gepäckwagen zum Stehen gekommen. Gleich geht´s weiter ins nahe Jüterbog.

Es gibt Motive, die man in seinem Leben nur an einem einzigen Tag gemacht hat. Am besagten Tag führte eine nachmittägliche Fototour zu den beiden Nebenstrecken nach Jüterbog, und für zwei Züge lag der Bahnhof Schönefeld gut im Licht; man kommt direkt daran vorbei, wenn man von Kummersdorf Richtung Jüterbog die Strecke abklappert. Seitdem war ich nur ein einziges Mal dort, vor zwei Jahren. Das Gebäude steht noch, sieht fast noch so aus wie vor bald 30 Jahren. Auch die Gleise sind noch vorhanden und werden für eine Draisinenbahn von Zossen bis ins nahe Jänickendorf genutzt.

Scan vom Fuji Velvia 6x6-Dia - mit entfernter Leitung quer durchs Bild.

Datum: 01.08.1995 Ort: Schönefeld (Kr. Luckenwalde) [info] Land: Brandenburg
BR: 202,204 (alle V100-Ost-Baureihen) Fahrzeugeinsteller: DB
Kategorie: Bahn und Infrastruktur
Top 3 der Woche: 7 Punkte

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Kleiner Zug vor großem Bahnhof
geschrieben von: Leon (871) am: 02.01.22, 12:18
Vom Bahnhof Rehagen-Klausdorf -gelegen an der ehemaligen Königlich Preußischen Militär-Eisenbahn- wurde jüngst dieses Bild in die Galerie aufgenommen: [www.drehscheibe-online.de]. Wie berichtet, gestaltete sich das Fotografieren nach der Wende immer mit einem mulmigen Gefühl, weil sich in unmittelbarer Nähe des Standortes ein Militärgelände befand, welches von den sowjetischen Streitkräften genutzt wurde. Das Gelände wurde südlich des Bahnhofes mit einer Brücke verbunden, welche ausschließlich durch die Sowjets genutzt wurde. Nach dem offiziellen Abzug der Russen wurde dann mit mehr Schiss als Vaterlandsliebe erstmals diese Brücke betreten – um festzustellen, ob wirklich jaa alle weg sind..:-0 – und mit der Erkenntnis, dass der Blick von dort mindestens ebenso gut aussieht wie von unten…;-) Somit entstanden in diesem Bahnhof auch Mitte der 90er Jahre einige Aufnahmen mit der unverwüstlichen V 100 von einem erhöhten Standpunkt.
Bis zum 02.06.96 wurden lokbespannte Wagenzüge zwischen Zossen und Jüterbog eingesetzt. Danach bestand nur noch ein Restbetrieb bis Sperenberg, und für den Fahrgastverkehr reichte eine einteilige Ferkeltaxe völlig aus. Dieser Betrieb sollte aber auch nur bis zum 18.04.98 andauern. Wenige Tage vor der Betriebseinstellung entstand diese Aufnahme des 772 353 als RB 16239 auf der KBS 206.31 nach Sperenberg.
Die Russen waren längst weg, und auf dem ehemaligen Militärgelände ist nach umfangreicher Entsorgung und Rekonstruktion mittlerweile das Wohngebiet "Busenberg" (sic..!) entstanden, mit sehenswertem Wasserturm.

Der Bahnhof von Rehagen-Klausdorf ist heute immer noch eine Reise wert. Auf dem Bahnhofsgelände ist ein Schlafwagenhotel eingerichtet worden. Zwei ehemalige russische Schlafwagen sind von ihrem ursprünglichen Standort beim "Alten Lager" bei Jüterbog per Tieflader nach Rehagen-Klausorf verbracht worden und laden Interessierte zur Übernachtung ein!

Datum: 29.03.1998 Ort: Rehagen-Klausdorf [info] Land: Brandenburg
BR: 772 (alle Schienenbusse Bauart Reichsbahn) Fahrzeugeinsteller: DB
Kategorie: Bahn und Infrastruktur
Top 3 der Woche: 5 Punkte

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Winter in Quittelsdorf
geschrieben von: Leon (871) am: 01.01.22, 17:00
Von dem schneereichen Wochenende Ende Januar 1993 sind ja bereits einige Aufnahmen in die Galerie gewandert. Den ersten Bildvorschlag des Jahres 2022 möchte ich daher diesem Wochenende vor fast 29 Jahren widmen und knüpfe an dieses Bild aus Quittelsdorf an: [www.drehscheibe-online.de]. Wir befinden uns am 31.01.93 auf der im Hintergrund sichtbaren Brücke und beobachten die 232 134, wie sie mit ihrem P 7418 von Saalfeld nach Arnstadt unter uns vorüberzieht.
Während am Vortag die Babelsberger Dicken auf dem Rennsteig, dem Friedberg und auf der Strecke nach Großbreitenbach Thema waren, haben wir den Folgetag auf der Strecke von Rudolstadt nach Arnstadt verbracht. Gewöhnliche Personenzüge mit Ludmillen und U-Booten war der Lohn - Züge mit Garnituren, die man heute leider vergeblich sucht. Aber wir haben ja die Galerie, der man all diese Zeitzeugnisse in loser Folge anvertrauen kann..;-)
Also, werte User, werte Kollegen: auf ein hoffentlich ereignisreiches Jahr 2022! Der Einsteller freut sich über zahlreiche aktuelle und historische Bildvorschläge...;-) Und von diesem Wochenende im Januar ´93..wie sagt man..? Coming soon!;-)

Scan vom Fuji RDP 100 6x6-Dia

Datum: 31.01.1993 Ort: Quittelsdorf [info] Land: Thüringen
BR: 232,233,234,241 (alle Ludmilla-Baureihen) Fahrzeugeinsteller: Deutsche Reichsbahn
Kategorie: Stimmungen mit Zug
Top 3 der Woche: 9 Punkte

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Auf der Königlich Preußischen Militär-Eisenbahn
geschrieben von: Leon (871) am: 31.12.21, 13:22
Eine Strecke, die bislang ebenfalls noch nicht ihren Weg in die Galerie gefunden hat, ist die Bahnlinie von Zossen nach Jüterbog, im Kreis Teltow-Fläming gelegen. Sie ist Teil der ehemaligen Königlich Preußischen Militär-Eisenbahn von (Berlin-)Schöneberg nach Kummersdorf, welche 1874 eröffnet wurde. Zur Anbindung an einen Artillerie-Schießplatz bei Kummersdorf wurde parallel zur Dresdener Bahn eine eingleisige Strecke errichtet, welche vom preußischen Heer betrieben wurde und in Zossen von der Dresdener Bahn abzweigte. 1897 erfolgte die Verlängerung von Kummersdorf bis Jüterbog. Nach dem Versailler Vertrag kam die Strecke unter die Obhut der Deutschen Reichsbahn und diente zivilen Zwecken; das Gleis neben der Dresdener Bahn wurde alsbald abgebaut.
In den 90er Jahren wurde der Personenverkehr zwischen Zossen und Jüterbog aus Reisezügen mit unterschiedlichem Wagenmaterial gebildet, meist bespannt mit V 100. Gelegentlich kamen auch Babelsbergerinnen vom Bw Jüterbog auf dieser Strecke zum Einsatz.

Der Personenverkehr endete zwischen Sperenberg und Jüterbog am 02.06.96; bis zum 18.04.98 wurde noch ein Restbetrieb mit einer Ferkeltaxe zwischen Zossen und Sperenberg angeboten.
Heute wird ein Teilstück der Strecke ab Zossen als Draisinenbahn betrieben. Die gesamte Strecke einschließlich aller Bahnhofs- und Nebengebäude steht unter Denkmalschutz; an die Zeit der Militäreisenbahn erinnert eine Ausstellung im Bahnhof Sperenberg.

Bemerkenswert und mit Sicherheit auf die historische Vergangenheit zurückzuführen ist die Imposanz der Bahnhofsgebäude. Der Bahnhof von Rehagen-Klausdorf erinnert eher an eine Burg.
Im Bereich des Bahnhofes wurde ab 1920 ein Bataillon Eisenbahnpioniere stationiert. Dieses Gelände wurde ab 1945 von den sowjetischen Streitkräften abgeriegelt und genutzt.
Südlich des Bahnhofs Rehagen-Klausorf befindet sich eine Brücke, welche bis in die Nachwendejahre die Bereiche dieses Geländes westlich und östlich der Bahntrasse miteinander verband. Man hatte schon einen ziemlichen Klops in der Hose, als man unmittelbar unter der Brücke in Sichtweite der Streitkräfte des „Großen Bruders“ seine Leiter im Gleisbereich des Bahnhofs postierte, um die V 100 mit ihrem Personenzug von Zossen abzulichten. Aber nix passierte; kein Schuss fiel. Die Russen waren eher mit sich selbst beschäftigt. Und so wurde -auf einer wackeligen Holzleiter stehend- am Mittag des 19.01.1991 die 112 599 mit ihrem P 15711 von Zossen nach Jüterbog bei der Einfahrt in den Bahnhof Rehagen-Klausdorf mit seinem imposanten Bahnhofsgebäude abgepasst.

Silvester-Scan vom Fuji-100 Kleinbilddia. Kommt alle gut ´rüber! ;-)

Datum: 19.01.1991 Ort: Rehagen-Klausdorf [info] Land: Brandenburg
BR: 202,204 (alle V100-Ost-Baureihen) Fahrzeugeinsteller: Deutsche Reichsbahn
Kategorie: Bahn und Infrastruktur
Top 3 der Woche: 8 Punkte
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Die Steilstrecke
geschrieben von: Leon (871) am: 29.12.21, 17:32
Eine weitere Strecke, die in der Galerie bislang fehlt, ist die Steilstrecke von Suhl über den Friedberg nach Schleusingen. Eröffnet als Zahnradbahn im Jahr 1911, erfolgte die Umstellung auf Adhäsionsbetrieb im Jahr 1928 mit dem Einsatz der T 16.1. Ab 1974 übernahm dann die dicke Babelsbergerin den Verkehr. Diese war in der Lage, über die immerhin steilste Adhäsionsbahn Europas mit 7,06 % Gefälle eine Last von 155 Tonnen anzufahren, gegenüber 120 Tonnen bei der Baureihe 94. Der Einsatz der Dicken endete 1995, anschließend übernahm bis zum 31.05.1997 die Baureihe 213 den Verkehr mit einem Wendezug-Steuerwagen.
Markantes Motiv auf dieser Strecke war das Viadukt oberhalb von Hirschbach. Am sonnigen und schneereichen 30.01.1993 überquert die 228 746 mit dem N 14987 das Viadukt. Schleusingen ist bald erreicht.

Seit der Betriebseinstellung gibt es immer wieder Bestrebungen um den Erhalt der Strecke, welche heute immerhin als Baugleis nutzbar ist. Verschiedene Interessengruppen, u.a. die Rennsteigbahn, bemühen sich um die Reaktivierung und touristische Nutzung der Strecke. Vielleicht wird man irgendwann wieder das Schnaufen der T 16.1 über dem Friedberg hören können.

Scan vom Fuji RDP 100 6x6-Dia

Zuletzt bearbeitet am 31.12.21, 12:19

Datum: 30.01.1993 Ort: Hirschbach [info] Land: Thüringen
BR: 228 (V180) Fahrzeugeinsteller: Deutsche Reichsbahn
Kategorie: Stimmungen mit Zug
Top 3 der Woche: 24 Punkte

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Der Mommelsteinblitz
geschrieben von: Leon (871) am: 28.12.21, 16:25
Kommen wir zu einer Strecke, die in der DSO-Galerie bislang noch nicht stattfindet: dem Mommelsteinblitz. Hierhinter verbirgt sich eine Nebenbahn von Schmalkalden nach Kleinschmalkalden, welche früher bis Brotterode verlief. In Prinzip waren es zwei Bahnstrecken: die im Jahr 1893 eröffnete Strecke von Schmalkalden über Floh-Seligenthal nach Kleinschmalkalden, an welche sich mit einer Spitzkehre im Jahr 1898 die Kreisbahn Kleinschmalkalden-Brotterode angeschlossen hat. Während der Verkehr nach Brotterode bereits Mitte der 60er Jahre eingestellt wurde, wurde die Strecke bis Kleinschmalkalden noch bis zum 30.10.96 im Personenverkehr betrieben.
Nach der Einstellung des Personenverkehrs wurden die Gleise 2001/02 demontiert. Auf der Trasse verläuft heute der Mommelstein-Radweg, welcher auch Teile der ehemaligen Strecke von Kleinschmalkalden bis Brotterode umfasst und zu dem namengebenden Mommelsteinfelsen führt, einem Aussichtsfelsen in 703 Metern Höhe.

Ende Januar 1993 war in Thüringen Bilderbuchwetter: mehrere wolkenlose Tage mit Schnee bescherten eine reichhaltige Fotoausbeute. Wir sehen hier am Nachmittag des 30.01.1993 die 202 169 mit ihrer Garnitur aus einem Bghw sowie einem zweiachsigen Packwagen, wie sie als N 14896 zur Abfahrt in Kleinschmalkalden bereit steht.

Der Ort Kleinschmalkalden hieß von 1946 bis 1990 Pappenheim, zur Erinnerung an einen in der NS-Zeit ermordeten jüdischen SPD-Politiker. Bei jeglicher Wertschätzung der Erinnerung sei ungeachtet der historischen Vergangenheit an Fotos des Bahnhofsgebäudes erinnert, bei welchem Freunde des gepflegten Wortwitzes ihren Trabant unter das damalige Bahnhofsschild gestellt haben…;-)

Scan vom Fuji RDP 100 6x6-Dia

Datum: 30.01.1993 Ort: Kleinschmalkalden [info] Land: Thüringen
BR: 202,204 (alle V100-Ost-Baureihen) Fahrzeugeinsteller: Deutsche Reichsbahn
Kategorie: Bahn und Infrastruktur
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Döbern, Deuben, Dranse, Dolgen...
geschrieben von: Leon (871) am: 27.12.21, 16:38
Döbern, Deuben, Dranse, Dolgen…keine wirklichen Weltkulturerbe, die sich hinter diesen Orten verbergen, aber alle haben sie eines gemeinsam: irgendwann hielt in ihren Bahnhöfen mal ein Zug mit einer V 100..;-)
Kommen wir nach Dolgen, einem Dorf an der Strecke von Neustrelitz nach Feldberg. Bereits dieses interessante Bild [www.drehscheibe-online.de] zeigt die letzten Atemzüge des Personenverkehrs in Form eines Talent der Ostmecklenburgischen Eisenbahn, welche diesen ab Mai 1998 übernommen hat und noch zwei Jahre bis zur Abbestellung des SPNV durch das Land Mecklenburg-Vorpommern zum 27.05.2000 durchführen durfte. Seitdem liegt die Strecke brach, von wenigen Sonderfahrten mal abgesehen.
Dolgen im Mai 1994: ein emailliertes Bahnhofsschild war noch vorhanden, die Gleise wie eh und je in Kiesbettung, Laternen an Holzmasten, Telegrafenleitungen, die Pfeiftafel Pf 2 vor dem ungesicherten Bahnübergang. Eine V 100 rumpelt mit ihrer Wagengarnitur in den Bahnhof, zur Weiterfahrt nach Neustrelitz; sogar noch eine 201, sprich: eine ex-DR 110, noch mit der ursprünglichen Motorleistung. Szenen, die schon viel zu lange her sind…

Scan vom Fuji Velvia 6x6-Dia


Datum: 24.09.1994 Ort: Dolgen [info] Land: Mecklenburg-Vorpommern
BR: 202,204 (alle V100-Ost-Baureihen) Fahrzeugeinsteller: DB
Kategorie: Bahn und Infrastruktur
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Goldbroiler mit Sonnenbrand
geschrieben von: Leon (871) am: 23.12.21, 08:26
Vor kurzem hat Frank ein orientrotes Dreibein in der Galerie gezeigt. Hier kommt das Pendant aus der anderen Ecke der Republik! ;-) Bereits 1998 war der Stern der Goldbroiler schon arg am Sinken, und nur wenige Exemplare der einst über 1000 Loks sind in den orientroten Farbtopf gefallen. Hier wartet am 14.05.98 die 345 046 im Bahnhof von Heiligengrabe auf eine Zugkreuzung mit einer mintfarbenen Ferkeltaxe - eine Szene, die mit diesem Bild sehr schön dargstellt ist: [www.drehscheibe-online.de] Was war das früher für ein ansehnlicher Bahnhof: gepflegte Bahnanlagen, Formsignale, Telegrafenmasten, Spannwerke. Und selbst der Fahrdienstleiter hat die Wahl seines PKWs dem orientroten Farbschema des Unternehmens Zukunft angepasst...;-)

Heiligengrabe heute: ein verlassenes, halb zugekrautetes und graffitiertes Gebäude, an welchem auf einem einzigen Gleis ein 648 als RE 6 vorbeikommt.

Scan vom Fuji Velvia 6x6-Dia

Datum: 14.05.1998 Ort: Heiligengrabe [info] Land: Brandenburg
BR: 344-347 (alle V60-ost) Fahrzeugeinsteller: DB
Kategorie: Bahn und Infrastruktur
Top 3 der Woche: 4 Punkte

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Wer findet Nemsdorf-Göhrendorf ?
geschrieben von: Leon (871) am: 22.12.21, 15:09
Nemsdorf-Göhrendorf...wieder so ein Ort, den die wenigsten von uns kennen dürften. Eine Gemeinde östlich von Querfurt, an der Bahnstrecke von Querfurt nach Merseburg gelegen. Von dieser Strecke sind ja bereits einige wenige Bilder in der Galerie enthalten, wobei teilweise der ländliche Charakter der Querfurter Platte deutlich wird, im Gegenzug aber auch die frühere wirtschaftliche Bedeutung des Geiseltals herausgestellt wird. Sehr schön wird dies im Text zu dieser Aufnahme [www.drehscheibe-online.de] beschrieben, und es finden sich bislang leider keine historischen Aufnahmen in der Galerie, die diese Bedeutung unterstreichen.
Kommen wir zum Personenverkehr: nach einem Intermezzo der Burgenlandbahn von 1999 bis 2019 ist derzeit wieder DB Regio am Drücker und setzt auf der inzwischen modernisierten Strecke seinen Wal ein. Am 01.07.1995 hatte man jedoch noch die Wahl zwischen Boms und Halberstädtern, welche von der unverwüstlichen V 100 über die Querfurter Platte gezogen wurden.
Wir stehen im Bahnhof von Nemsdorf-Göhrendorf, der bereits 1995 schon bessere Zeiten gesehen hat. Die verkrauteten Gleisanlagen sind seit der Modernisierung verschwunden; heute liegt hier nur noch ein Gleis, und an dem im Hintergrund erkennbaren Bahnübergang wurde ein neuer Haltepunkt angelegt. Das Bahnhofsgebäude steht heute noch, befindet sich in Privatbesitz und wurde modernisiert.

Scan vom Fuji Velvia 6x6-Dia

Datum: 01.07.1995 Ort: Nemsdorf-Göhrendorf [info] Land: Sachsen-Anhalt
BR: 202,204 (alle V100-Ost-Baureihen) Fahrzeugeinsteller: DB
Kategorie: Bahn und Infrastruktur
Top 3 der Woche: 4 Punkte

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Wo liegt Döbern ?
geschrieben von: Leon (871) am: 21.12.21, 17:34
Wer mit dem PKW von Cottbus die Ortschaft Döbern erreicht, dem fällt zunächst die Glaspyramide des Verkaufspavillons eines Glaswerkes auf. Skurrile Skulpturen ergänzen diese Anlage, in welcher das Glaswerk seine Produkte präsentiert. Man hat gar nicht bemerkt, dass man kurz vorher eine ehemalige Bahntrasse überquert hat. Die Trasse stammt von der bereits 1998 stillgelegten Strecke von Forst nach Weißwasser, welche einst in erster Linie zur Anbindung verschiedener Industriebetriebe –insbesondere Glaswerke- angelegt wurde und am 27.09.1996 ihren Schienenpersonenverkehr verlor.
Am 17.09.1989 führte uns eine Fototour zur Schmalspurbahn nach Zittau. Als wir den Bahnübergang dieser Strecke mit Stellwerk und Industriekulisse überquert haben, wurde ein Fotohalt zur Pflicht. Ein Blick ins Kursbuch ergab, dass sehr zeitnah ein Zug aus Forst auftauchen sollte. Nach kurzer Wartezeit erschien dann eine 112 mit einer Doppelstockgarnitur in rehbraunen Farben, und die Szene war im Kasten. Weiter ging es Richtung Zittau.
Heute, nach über 30 Jahren, sind immer noch Dampflokomotiven Richtung Oybin und Jonsdorf unterwegs. Das Stellwerk in Döbern steht noch. Es ist als Ruine inmitten einer Baumgruppe auf der völlig zugewucherten Trasse kaum noch zu erkennen. Und auch die Galerie hat bislang von dieser eher unbekannten Strecke zwischen dem äußersten Südosten von Brandenburg und Sachsen bislang noch keine Notiz genommen.

Scan vom Fuji Kleinbilddia

Datum: 17.09.1989 Ort: Döbern [info] Land: Brandenburg
BR: 202,204 (alle V100-Ost-Baureihen) Fahrzeugeinsteller: Deutsche Reichsbahn
Kategorie: Bahn und Infrastruktur
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Gut getarnt durchs Oberland
geschrieben von: Leon (871) am: 19.12.21, 20:24
Ja, der Stern der Ost-V100 war bereits am sinken. Nur noch gut zwei Jahre sollten vergehen, bevor die letzten Lokomotiven der Baureihen 201 und 202 "auf den Rand" gehen sollten. Seit der Einteilung in die Geschäftsbereiche der DB wurden die Baureihen 201 und 202 dem Bereich Regio zugewiesen. Etwas länger hielt sich die leistungsstärkere Version der Baureihe 204 im Bereich Cargo, welche bis zum Jahr 2005 vor Güterzügen in just dieser Gegend unterwegs sein sollte. Wir sind in Heinersdorf, zwischen Wurzbach und Unterlemnitz gelegen, im Thüringer Oberland - und erwischen auf der Hochfläche die einzigen Sonnenstrahlen des Tages.
Vor gar nicht langer Zeit wurde diese Fotostelle mit einer Aufnahme einer Gravita [www.drehscheibe-online.de] im Güterzugdienst im Oberland in die Galerie aufgenommen. Vom fast genau gleichen Standpunkt entstand am 26.01.1998 die Aufnahme der in den witterungsabhängigen Tarnfarben gehaltenen RB 15148 von Lobenstein nach Saalfeld, für welche die Traktion zweier Lokomotiven der Baureihe 202 nötig war. Eine Lok war im orientalischen Farbschema unterwegs, die andere erstrahlte im aktuellen Verkehrsrot. Man ersparte sich mit dieser Bespannung das Umsetzen im Kopfbahnhof Wurzbach.
Nur wenige Jahre später wurde hier der Wal heimisch, bevor die Regioschüttel der Erfurter Bahn das Zepter übernahmen.

Scan vom Fuji Velvia 6x6-Dia

Zuletzt bearbeitet am 21.12.21, 13:06

Datum: 26.01.1998 Ort: Heinersdorf [info] Land: Thüringen
BR: 202,204 (alle V100-Ost-Baureihen) Fahrzeugeinsteller: DB
Kategorie: Stimmungen mit Zug
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Wer kennt Obhausen ?
geschrieben von: Leon (871) am: 17.12.21, 19:34
Ein altes Bahnhofsgebäude mit Laderampe. Telegrafenleitungen. Ein Kreuzungsgleis, welches schon lange kein Zug mehr benutzt hat. Ein „Beförderungsfall“ wartet auf die Ankunft des N 15557 von Röblingen am See nach Querfurt. Eine 112 rumpelt in den Bahnhof von Obhausen, am Haken einen dreiachsigen Reko-Packwagen sowie zwei Bghw. Der Zug wird den Reisenden ins das nahe gelegene Querfurt bringen, von welchem Umsteigemöglichkeiten nach Vitzenburg oder aber nach Merseburg bestehen. Alltag kurz nach der Wende im Mai 1991.
Die Bahnstrecke Röbligen am See-Querfurt heute: befahren wird nur noch der Abschnitt von Röblingen nach Schraplau, wo ein Kalkwerk im Güterverkehr bedient wird. Der Rest bis Querfurt liegt brach, seit der Personenverkehr –zuletzt von der Burgenlandbahn betrieben- im Dezember 2003 eingestellt wurde. Die Trasse ist noch vorhanden, sie verlief in kurvenförmiger Lage entlang der Weida.
Querfurt wird heute nur noch von Merseburg aus angefahren; der Abschnitt bis zur Unstrutbahn nach Vitzenburg verlor bereits Ende 1998 seinen Personenverkehr.

Scan vom Fuji-Kleinbilddia



Datum: 08.05.1991 Ort: Obhausen [info] Land: Sachsen-Anhalt
BR: 202,204 (alle V100-Ost-Baureihen) Fahrzeugeinsteller: Deutsche Reichsbahn
Kategorie: Bahn und Infrastruktur
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Über das Heiligenborntalviadukt
geschrieben von: Leon (871) am: 18.12.21, 14:55
Kürzlich wurde ja das Diedenmühlenviadukt vor Waldheim in die Galerie aufgenommen. Wie berichtet, finden sich auf der Strecke von Riesa nach Chemnitz innerhalb weniger Kilometer mehrere große Steinbogenviadukte, welche jedoch in den Sommermonaten vegetationsbedingt nur schwer umsetzbar sind. Hierzu zählt das bislang noch nicht in der Galerie enthaltene Heiligenborntalviadukt südlich von Waldheim. Wie das Diedenmühlenviadukt überspannt auch dieses Viadukt mit einer Höhe von 41 Metern ein Seitental der Zschopau. Das Viadukt wurde 1852 erbaut und steht unter Denkmalschutz. Es wurde erst kürzlich in den Jahren 2019/20 umfassend saniert. Die Brückenkrone hat eine neue Fahrbahnwanne erhalten; Gleise, die Oberleitung und die Sicherungstechnik wurden erneuert.
Leider wird heute über diese Strecke kein Fernverkehr mehr geführt. Am 18.10.94 war hier jedoch noch eine orientrote 112.1 mit dem IR 2275 Richtung Chemnitz unterwegs.

Scan vom Fuji Velvia 6x6-Dia

Datum: 18.10.1994 Ort: Waldheim [info] Land: Sachsen
BR: 112 (Ost-Baureihe) Fahrzeugeinsteller: DB
Kategorie: Bahn und Infrastruktur
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Produktfarben in Sebnitz
geschrieben von: Leon (871) am: 16.12.21, 17:20
Vom Bahnhof Sebnitz ist bereits diese Aufnahme [www.drehscheibe-online.de] eines „Zäpfchens“ in der Galerie enthalten, wie es soeben den Bahnhof erreicht und das Ensemble aus Wasserkran, Formsignal und Stellwerk passiert. Nur wenige Jahre zuvor waren auf dieser malerischen Strecke durch die sächsische Schweiz noch V 100 unterwegs, wie mehrere sehr ansprechende Bilder in der Galerie belegen. Komplett in den orientalischen Produktfarben zeigte sich vor bald 22 Jahren am 27.02.00 die RB 17825, welche soeben den Bahnhof von Sebnitz erreicht und an fast genau der gleichen Stelle wie auf dem obigen Bild aufgenommen wurde. Wir sehen eine der wenigen orientalischen ex-DR V 100, wie sie mit ihrer Sanitärfuhre den sehenswerten Wasserkran an der Bahnhofseinfahrt von Sebnitz passiert. Der Bahnhof präsentierte sich damals in etwa so, wie man es gern mit „guter, alter Eisenbahn“ umschreibt: Mehrere Ausweichgleise, überdachte Bahnsteige, Formsignale, Stellwerke, und als Erinnerung an die Dampfzeit der Wasserkran.

Scan vom Fuji Velvia 6x6-Dia


Datum: 27.02.2000 Ort: Sebnitz [info] Land: Sachsen
BR: 202,204 (alle V100-Ost-Baureihen) Fahrzeugeinsteller: DB
Kategorie: Bahn und Infrastruktur
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Über das Diedenhainer Viadukt
geschrieben von: Leon (871) am: 15.12.21, 13:00
Von der Bahnstrecke von Riesa nach Chemnitz sind ja bereits einige interessante Aufnahmen in der Galerie enthalten. Insbesondere die beiden Viadukte in Limmritz und Steina sind mit teils sehr ansprechenden Aufnahmen vertreten. In den Bildtexten wurde bereits der Begriff der "Bankrottmeile" erwähnt; hier wurde ja seinerzeit durch die horrenden Baukosten für mehrere große Viadukte auf kürzester Strecke die Chemnitz-Riesaer Eisenbahn-Gesellschaft in den finanziellen Ruin getrieben.
Noch nicht in der Galerie enthalten sind die beiden Viadukte vor und hinter Waldheim. Während das südlich von Waldheim liegende Heiligenborntalviadukt bereits 1996 schon ziemlich zugewachsen war, konnte man das nördlich von Waldheim liegende Diedenhainer Viadukt insbesondere nachmittags gut umsetzen. Das Viadukt überspannt eine neue Ortsumgehung von Waldheim sowie ein weiteres enges Seitental, durch welches ein Bach in die hinter dem Viadukt liegende Zschopau fließt.
1996 gab es noch einen zweistündigen Interregio-Takt der Linie von Chemnitz über Berlin nach Rostock. Heute findet auf dieser Strecke kein Fernverkehr mehr statt, und auch der Güterverkehr ist mehr als überschaubar. Am 27.07.96 rauscht jedoch noch eine 112.0 mit ihrem IR 2277 in fast 50 Metern Höhe über das Tal.

Scan vom Fuji Velvia 6x6-Dia


Datum: 27.07.1996 Ort: Waldheim [info] Land: Sachsen
BR: 112 (Ost-Baureihe) Fahrzeugeinsteller: DB
Kategorie: Bahn und Infrastruktur
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Nebenbahnidylle bei Grockstedt
geschrieben von: Leon (871) am: 13.12.21, 12:18
Der 10.08.1998 war ein Fototag, welcher -natürlich- in erster Linie der guten alten Baureihe 103 gewidmet werden sollte. Wie die Glaskugel verraten hat, waren an diesem Tag zwei rot-beige 103 vor den Intercities zwischen Frankfurt und Leipzig unterwegs, denen in der Umgebung der Dornburger Schlösser aufgelauert wurde. Da dieser Tag ein Montag war, habe ich zwischen den IC-Zügen weniger auf Güterverkehr gewartet, sondern mir eher zum Ziel die Nebenstrecke durchs Unstruttal gesetzt, auf welcher noch diese urigen MAN-Triebwagen der Karsdorfer Eisenbahn eingesetzt wurden. Nun, über deren Farbkonzept lässt sich vortrefflich streiten, aber es gab ja noch eine weitere Nebenstrecke, der ich vorher noch nie eine Beachtung geschenkt habe: die KBS 587 von Vitzenburg über Querfurt nach Röblingen. Diese Strecke verband seinerzeit die Hauptstrecke von Halle nach Sangerhausen mit der Strecke durch das Unstruttal und verlor nur wenige Monate nach meinem Besuch zum 31.12.98 ihren Reisezugverkehr. Auf der Strecke bestand ein Mischbetrieb aus Reisezügen mit der V 100 sowie einigen Zugläufen, die ebenfalls aus einem MAN-Triebwagen im Auftrag der DB gebildet wurden. Die Strecke verläuft ohne nennenswerte Höhepunkte aus dem Unstruttal heraus auf ein Hochplateau bei Vitzenburg. Recht ansprechend fand ich jedoch dieses kleine Viadukt vor Grockstedt, welches als Motiv for die 202 454 mit ihrer RB 96712 Richtung Querfurt dienen sollte. Die Lok lief mir im selben Jahr bereits am 10.05.98 über den Weg: [www.drehscheibe-online.de]. Zur Garnitur: zum Überstreichen von Graffiti reicht manchmal ein dicker Edding. Hier tut´s ein weißer, dicker Streifen auf dem Sanitärwagen.
Nach dieser Aufnahme wurde der Tag mit weiteren MAN-Triebwagen im Unstruttal fortgesetzt. Die beiden 103er waren zu diesem Zeitpunkt schon wieder auf ihrem Rückweg gen Frankfurt/ Main.

Scan vom Fuji Velvia 6x6-Dia

Datum: 10.08.1998 Ort: Grockstedt [info] Land: Sachsen-Anhalt
BR: 202,204 (alle V100-Ost-Baureihen) Fahrzeugeinsteller: DB
Kategorie: Bahn und Infrastruktur
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Mein Name ist Hase
geschrieben von: Leon (871) am: 11.12.21, 16:07
Willkommen auf der Schellenbergbrücke in Osnabrück! Diese verbindet den Fledder mit dem Schinkel und war in meinem „früheren“ Leben häufiger Anlaufpunkt für Fotoaktionen. Zum einen hatte man einen guten Blick auf den Osnabrücker Rangierbahnhof, aber viel interessanter war der Blick von der Brücke auf die Strecke von Osnabrück Richtung Bad Oeynhausen/ Minden. Hier konnten in beide Richtungen Fotos gemacht werden, wobei der Blick Richtung Westen der attraktivere war, weil hinter der Strecke ein größeres Werk eines metallverarbeitenden Betriebes mit eigener Werkbahn lag, welche leider längst stillgelegt ist.
Neben der Strecke fließt die Hase, ein Nebenfluss der Ems, welcher im Teutoburger Wald seine Quelle hat und quer durch Osnabrück verläuft. Der Name geht nicht auf Meister Lampe zurück, sondern auf ein germanisches Wort für „grau“.
Hauptgrund für diverse Fotoaktionen auf der Schellenbergbrücke war vor 20 Jahren der Einsatz der „ewigen“ 103 vor den Interregios zwischen Berlin und Amsterdam bzw. Münster, welche damals fest in der Hand dieser Baureihe waren. Pro Richtung tauchte hier täglich alle zwei Stunden eine 103 auf, und wenn man dann noch den IC-Verkehr auf der Rollbahn dazuaddierte, kam man vor lauter E 03 in dieser Region ziemlich ins Schwitzen. Demzufolge liegen heute im Archiv aus dieser Ecke fast mehr 103-Bilder als von allen anderen Baureihen zusammen, die meist nur beim Warten auf dieselben als Beifang eingesammelt wurden.
Und heute? Latz-103 interessieren keine Sau mehr. Aber die Beifänge in Form von grünen 150 mit dem Erz nach Bremen oder bordeauxfarbene 143 vor Güterzügen –das sind die Bilder, die heutzutage (schon wieder dieses Wort…) nachhaltig sind!
Und somit begnügen wir uns auf der Schellenbergbrücke mit einem Streiflichtbild der belatzten 103 vor ihrem IR 2346, welcher am Vormittag des 23.11.2002 in wenigen Augenblicken den Osnabrücker Hauptbahnhof erreicht. Träge dümpelt die Hase nebenher…

Scan vom Fuji Velvia 6x6-Dia

Datum: 23.11.2002 Ort: Osnabrück [info] Land: Niedersachsen
BR: 103 Fahrzeugeinsteller: DB
Kategorie: Stimmungen mit Zug
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Der Wasserturm von Pörsten
geschrieben von: Leon (871) am: 10.12.21, 18:11
Vom Bahnhof Pörsten, gelegen an der Strecke von Großkorbetha nach Zeitz und einst Abzweigbahnhof zur Strecke nach Leipzig-Leutzsch, ist bereits dieses interessante Bild [www.drehscheibe-online.de] in die Galerie aufgenommen worden. Es zeigt in etwa den aktuellen Zustand, mit nur einem lumpigen Gleis für den Güterverkehr Richtung Deuben. Spulen wir die Zeit zurück in den Mai 1998: die Bedeutung des Bahnhofes lässt sich mit dieser Aufnahme erahnen: mehrere Ausweichgleise waren vorhanden, gesichert durch russische EZMG-„Tütensignale“. Personenverkehr war sowohl auf der Strecke von Zeitz nach Großkorbetha vorhanden; hier verkehrte eine V 100 mit drei Reisezugwagen. Für den Verkehr auf der KBS 549 nach Leipzig genügte hingegen eine V 100 mit nur einem Bme. Wir beobachten am Nachmittag des 10.05.1998 eine der wenigen orientalischen ex-DR V 100, wie sie ihre Schachtel vorbei am Wasserturm von Pörsten Richtung Leipzig befördert und gleich dieses sehenswerte, 150 m lange Viadukt [www.drehscheibe-online.de] über den Mühlgraben im Rippachtal passieren wird.
Die Strecke nach Leipzig verlor nur wenige Tage später, am 24.5.98, ihren Personenverkehr und wurde ein Jahr später stillgelegt. Heute ist die Strecke weitgehend abgebaut; die Trasse wird streckenweise als Radweg genutzt. Das Viadukt ist aber noch vorhanden.
Auf der Strecke von Großkorbetha Richtung Deuben konnte sich der Personenverkehr noch ein weiteres Jahr bis zum 30.05.99 halten. Die Bedeutung der Strecke für den Güterverkehr ist jedoch heute noch gegeben.

Scan vom Fuji Velvia 6x6-Dia


Datum: 10.05.1998 Ort: Pörsten [info] Land: Sachsen-Anhalt
BR: 202,204 (alle V100-Ost-Baureihen) Fahrzeugeinsteller: DB
Kategorie: Bahn und Infrastruktur
Top 3 der Woche: 4 Punkte

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Die Abschiedsfahrt der Eisenschweine
geschrieben von: Leon (871) am: 09.12.21, 18:44
In letzter Zeit sind ja einige interessante Aufnahmen der Baureihe E 94 in die Galerie aufgenommen worden. An dieses Thema möchte ich kurz anknüpfen mit einer Aufnahme der Abschiedsfahrt dieser Baureihe beim Bw Leipzig-Engelsdorf.
Am 15.12.1990 schickte Engelsdorf sein letztes, bis August 1990 noch planmäßig eingesetztes Eisenschwein zusammen mit der Traditionslok auf eine Rundreise von Leipzig über Altenburg, Chemnitz und Dresden und wieder retour nach Leipzig. Trotz übelstem Winterwetter haben wir versucht, den Zug zu begleiten. Erste Aufnahmen entstanden morgens in der imposanten Halle des Leipziger Hauptbahnhofes. Dann ging es über verschneite Straßen zur Muldebrücke nach Glauchau sowie anschließend zum Hetzdorfer Viadukt, wohlgemerkt bei Wetter „sechzigstel/2,8“. Dementsprechend „dokumentarisch“ waren die beiden…nennen wir sie: Tageslichtaufnahmen. Umso mehr haben wir uns am Nachmittag den Standaufnahmen in der Halle vom Dresdener Hbf. gewidmet, bevor die Tour in der Halle des Leipziger Hauptbahnhofes ein Ende finden sollte – und mit ihr das Ende der Eisenschweine bei der Deutschen Reichsbahn.
Hier sehen wir den Abschiedszug, wie er in der Halle des Dresdener Hauptbahnhofes auf seine Weiterfahrt gen Leipzig wartet. An der Spitze hängt die Traditionslok E 94 056, dahinter die 254 106.

Gegen den Lichtstrahl, der durchaus an Szenen aus „Star Wars“ erinnert, war mit der Stativbelichtung im Kleinbilddia kein Ankommen. Ich hoffe aber, dass die Hallenbeleuchtung nicht zu sehr überstrahlt. Selbst der damals farbunempfindliche Agfa vermochte in der Halle von Dresden die eiskalte Neonbeleuchtung nicht zu kompensieren; ein Fuji hätte hier farbliche „Unterwasseraufnahmen“ produziert.

Beide Eisenschweine sind bis heute noch erhalten: die E 94 056 steht als rollfähiges Exponat auf dem Museumsgleis des Leipziger Hauptbahnhofes – an dem Ort, wo die Geschichte der Baureihe E 94 offiziell zu Ende ging. 254 106 hat einen Platz im Schuppen des Thüringer Eisenbahnvereins in Weimar gefunden.

Scan vom Agfa-100 Kleinbilddia

Datum: 15.12.1990 Ort: Dresden [info] Land: Sachsen
BR: 194 (histor. Krokodile Bauart E93, E94) Fahrzeugeinsteller: Deutsche Reichsbahn
Kategorie: Bahn und Infrastruktur
Top 3 der Woche: 16 Punkte

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Die Blonde und das Gift
geschrieben von: Leon (871) am: 08.12.21, 08:10
Nomen ist Omen...je nach Auge des Betrachters! ;-)

Gesehen im Leipziger Hauptbahnhof am Abend des 18.07.2001.

In welche Kategorie gehört das Bild? Zug schräg von vorn wäre mir zu trivial. Stilleben? Der Bahnhof war leer wie nach´ner Bombendrohung. Ich habe mich für "Menschen bei der Bahn" entschieden. Das "blonde Gift" (oder anders herum...) strahlt so viel Anmut aus, dass es fast menschlicher ist als irgend ein Reisender.
Oder anders herum? Der Pflegezustand der anderen "Blonden" verrät viel über die Meinung der Eisenbahner vor Ort zur Ablösung der U-Boote. Ihr hättet erst mal die Latz-218 in Leipzig sehen sollen; die waren fast schwarz....

Scan vom Fuji Velvia 6x6-Dia

Datum: 18.07.2001 Ort: Leipzig [info] Land: Sachsen
BR: 218 Fahrzeugeinsteller: DB
Kategorie: Menschen bei der Bahn
Top 3 der Woche: 4 Punkte

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Zwischen Bode- und Pergamonmuseum
geschrieben von: Leon (871) am: 07.12.21, 10:50
Na, dann will ich den Ball von Frank mal aufnehmen - und lade zu einem Blick auf die andere Seite der Republik ein..;-) Auch hier waren die Lokomotiven der Baureihe 103 vor über 20 Jahren das heiß begehrte Objekt der Begierde - aber das Motiv zählte eigentlich nur mit einer rot/beigen Lok, also der "echten" 103. Alles andere nahm man mit, aber die Bilder waren ..wie sagt man heute: nicht nachhaltig (ich hasse dieses Modewort..;-) ). Selbst der Beifang in Form von 112.0/114/143 zählt, wie wir jüngst in der Galerie gesehen haben, heute noch eher zu den wirklich wichtigen Aufnahmen als eine schnöde Latz-103, mit der man heute niemand mehr hinter dem Ofen hervorholt. Aber Ende der 90er Jahre waren die 103er in Berlin Mode, und wir haben einen regelrechten Hype um diese Baureihe veranstaltet.

Zum Bild: Ende der 90er Jahre brauchte man in Berlin weder ein Hochstativ noch eine Drohne. Es gab doch verschiedene Gebäude, die mit etwas Geschick als erhöhter Fotostandpunkt genutzt werden konnten. Kein Dachstuhl an der Stadtbahn, der nicht von uns für diese Zwecke inspiziert wurde..! ;-) Und somit sehen wir hier am 18.10.1998 die -leider belatzte- 103 196, wie sie mit ihrem IR 2644 in wenigen Augenblicken den Bahnhof Berlin-Friedrichstraße erreicht und soeben die Museumsinsel mit dem Bode- und dem Pergamonmuseum passiert hat.

Wie man in das passende Gebäude kommt? Keine Ahnung...aber damals stand ein Baugerüst davor...:-)

Scan vom Fuji Velvia 6x6-Dia

Datum: 18.10.1998 Ort: Berlin Museumsinsel [info] Land: Berlin
BR: 103 Fahrzeugeinsteller: DB
Kategorie: Bahn und Infrastruktur
Top 3 der Woche: 11 Punkte

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Der akustische Orkan nach der Gewitterfront
geschrieben von: Leon (871) am: 06.12.21, 15:04
In der Nähe von Sümeg, 06.05.1996. Der späte Nachmittag wird unterbrochen von einer Gewitterfront oberhalb des Plattensees. Zeitgleich stand die M 61 013 mit einem ellenlangen Güterzug in Tapolca, und es hieß, dass der Zug demnächst Richtung Celldömölk losfährt. Den Zug habe wir eher nur aus Zufall in Tapolca gesehen, und Güterzugleistungen hinter Nohabs waren uns in Ungarn bislang fremd. Also ab an die Strecke, schauen, was geht...! Ein bissel mussten wir mit dem Wetter zirkeln und wollte nicht zu weit vorausfahren. Der Zug hielt dann für eine Kreuzung in Sümegi Bazaltbánya an, und hinter dem Bahnhof bot sich das Einfahrsignal als Motiv an. Wir konnten erkennen, dass die Wolkenfront hinter uns aufhörte und der Sonne wieder Platz machen sollte. Nur noch einige Minuten bis zu einem Gegenzug, aber die benötigten die Wolken auch. Der Gegenzug kam, die Sonne auch. Ein Regenbogen ist entstanden, und wir hofften dass die Nohab sich mit ihrem Zug in Bewegung setzen würde. Wiederum verstrichen die Minuten, und der Regenbogen wurde immer schwächer. Endlich ging im Bahnhof vor uns der Ton an, und wer die Nohans kennt, weiß, was jetzt kommt: mit einer infernalischen Akustik setzte sich die M 61 mit ihrer Güterwagenschlange in Bewegung, und quasi in Zeitlupe kroch der Zug ins Bild. Leider war der Regenbogen schon fast verschwunden; man sieht ihn nur noch ganz schwach über der Lok. Aber die Nohab gab alles, wir bekamen fürchterlich was auf die Ohren, und der Zug setzte seine Reise gen Celldömölk fort.
Kein Reisezug hat auch nur annähernd ein derartiges Spektakel in Ungarn hingelegt. Schade, dass noch niemand das Tondia erfunden hat...;-)

Scan vom Fuji Velvia 6x6-Dia



Datum: 06.05.1996 Ort: Sümegi Bazaltbánya [info] Land: Europa: Ungarn
BR: HU-M61 Fahrzeugeinsteller: MAV
Kategorie: Zug schräg von vorn
Top 3 der Woche: 3 Punkte

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Die Bundesschlange
geschrieben von: Leon (871) am: 05.12.21, 18:45
Die Bundesschlange - was muss man sich darunter vorstellen? In Bild sieht man sie nicht, denn man steht drin: das Bild ist aus dem Flurfenster eines Ende der 90er Jahre errichteten Wohnkomplexes entstanden, welcher wie eine 320 Meter lange Schlange geformt ist und Platz für 437 Wohnungen bietet. Gedacht waren diese "Beamtenschließfächer" für den Umzug der Mitarbeitenden der Bonner Ministerien in die Bundeshauptstadt. Heute werden viele Wohnungen als Zweitwohnungen genutzt; es herrscht eine große Fluktuation in dem Komplex. Ein Blick auf Google Earth verrät die Herkunft des Namens.
Wie kommt man in den Komplex? Ganz einfach: bimmeln oder Herein- und Herauskommende artig fragen. Und somit stehe ich am Morgen des 19.09.2000 am Flurfenster in gebannter Erwartung irgendeiner heutzutage stinklangweiligen 103 mit ihrem IR aus Hannover. Natürlich wurde damals auf alles draufgehalten, was hier im Block noch so vorbeikam. Damals wurde außer der 103 und einer 180 vor dem BWE nichts weiter gerahmt. Heute blickt man durch die ungerahmten Bestände und staunt, was man damals alles eingefangen hat: hier sehen wir als besondere Besonderheit eine ex-112.0, welche seit April 2000 zur 114 umgenummert wurde und neben dem Latz auch einen roten Rahmen erhalten hat. Diese Lackierungsvariante war relativ selten, und Bilder von orientroten Loks mit rotem Rahmen kann ich selbst bei der Addition der Baureihen 112.0, 114 und 143 an einer Hand abzählen. Daher möchte ich diesen etwas gequälten Blick -Kopf seitlich gesenkt, Bild im Lichtschacht seitenverkehrt..- aus dem Flur der 4. Etage der Bundesschlange der Galerie vorschlagen. Dass die Kurve links im Bild nicht hundertprozentig drauf ist - es geht um die Lok, nicht um den Schattenbereich..;-) Wer genau hinsieht, erkennt im Hintergrund noch den S-Bahnhof Bellevue, an welchem sich die Spreebrücke anschließt, welche kürzlich hiermit [www.drehscheibe-online.de] in die Galerie aufgenommen wurde.

Scan vom Fuji Velvia 6x6-Dia

Datum: 19.09.2000 Ort: Berlin Moabiter Werder [info] Land: Berlin
BR: 114 (Ost-Baureihe) Fahrzeugeinsteller: DB
Kategorie: Bahn und Infrastruktur
Top 3 der Woche: 4 Punkte

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Die Krönung über der Spree
geschrieben von: Leon (871) am: 04.12.21, 18:15
Bleiben wir noch einen Moment bei den orientalischen Wochen. Damals alltäglich - und heute staunt man, wie viele verschiedene Varianten man damals von den eigentlich langweiligen 112.0/112.1/114/143 im Berliner Raum als Beifang eingefangen hat. Der Fokus lag zur Millennium-Zeit auf den Intercities und Interregios, die mit der Baureihe 103 in die Hauptstadt befördert wurden. Natürlich sollten auch die Knödelpressen vor den Berlin-Warschau-IC´s nicht vernachlässigt werden. Schließlich gab es diverse Nachtzüge, welche mit den Baureihen 110 oder sogar 155 bespannt wurden. Es war somit eine total bunte und abwechslungsreiche Zeit. Da gerieten die zahllosen Regionalzüge schnell zum Beifang, der sich aber heute, über 20 Jahre später, zu manch interessanter Begegnung entpuppt. Nicht nur die Lokomotiven wiesen vom Bordeaux über den Orient bis zum Verkehrsrot alle denkbaren Varianten auf, auch die Wagengarnituren waren mitunter skurril. Und so sehen wir hier am glasklaren Vormittag des 16.10.1999 die Latz-112 009, wie sie mit ihrem RE 38073 von Brandenburg nach Cottbus soeben bei Bellevue die Spree überquert. Ein reichsbahnfarbiger Bom vor einer Dosto-Garnitur - alles war möööööglich..;-)
Im Vordergrund zwang die "Spreekrone" zu besonderer Konzentration auf den Auslösezeitpunkt.

Scan vom Fuji Velvia 6x6-Dia

Datum: 16.10.1999 Ort: Berlin Paulstraße [info] Land: Berlin
BR: 112 (Ost-Baureihe) Fahrzeugeinsteller: DB
Kategorie: Bahn und Infrastruktur
Top 3 der Woche: 11 Punkte

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Sergej im Schnellzugdienst abseits des Balaton
geschrieben von: Leon (871) am: 03.12.21, 12:18
Bleiben wir noch einen Moment bei den Einsätzen der "Sergej" vor den Schnellzügen zwischen Budapest und Celldömölk. Nach dem Erlebnis mit zwei Wummen hintereinander bei Városlöd [www.drehscheibe-online.de] zog es mich zwei Tage später wieder an diese Strecke. Diesmal sollte eine Brücke bei Veszprém für ein Foto gut sein - und erneut erschien die piekfeine M 62 193 mitsamt ihrem D 372. Der Rest des Tages wurde dann wieder den Rundnasen am Balaton gewidmet.

Scan vom Fuji Velvia 6x6-Dia

Datum: 10.06.1997 Ort: Veszprém [info] Land: Europa: Ungarn
BR: HU-M62 Fahrzeugeinsteller: MAV
Kategorie: Zug schräg von vorn
Top 3 der Woche: 2 Punkte

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Es wummert oberhalb des Balaton
geschrieben von: Leon (871) am: 02.12.21, 17:28
Die derzeitigen Ungarn-Tage in der Galerie fördern ja erstaunlich interessante Bilder zutage und motivieren, den Scanner auch für Dias jenseits der Nohabs anzuwerfen…;-)
Unser Sommerurlaub anno ´97 am Balaton hatte zwar in erster Linie die Rundnasen im Blick, aber es hieß, dass unweit des Balatons auf der etwas nördlicheren Strecke von Celldömölk über Boba Richtung Veszprém und Budapest Schnellzüge mit Wummen verkehren sollten – und dies nicht mehr allzu lange, da diese Strecke elektrifiziert werden sollte. Also ging es auf Motivpirsch an eine Unbekannte, und fündig wurde ich an einem ganz simplen Motiv von einer Straßenbrücke bei Városlöd. Hier ließen sich morgens die Schnellzüge Richtung Budapest fast in voller Länge mit einer kleinen Ortskulisse umsetzen. Also ging es am Morgen des 08.06.1997 zeitig an diese Strecke, und als hors d´oeuvre erschien zunächst eine Wumme mit zwei Gaskesselwagen. Dieses Züglein war zwar nett anzuschauen, füllte aber das Motiv nicht aus. Wenig später erschien dann die blitzsaubere M 62 193 mit dem Schnellzug 909 nach Budapest und sorgte für ein mehr als zufriedenes Gesicht.
Ich habe seitdem keine noch saubere M 62 in Ungarn gesehen –aber dieses Exemplar ist auf Augenhöhe: [www.drehscheibe-online.de]
Heute hängt über dieser Strecke die Strippe.

Scan vom Fuji Velvia 6x6-Dia

Datum: 08.06.1997 Ort: Városlöd [info] Land: Europa: Ungarn
BR: HU-M62 Fahrzeugeinsteller: MAV
Kategorie: Bahn und Landschaft
Top 3 der Woche: 5 Punkte

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Die M 61 010 vor der Umlackierung
geschrieben von: Leon (871) am: 01.12.21, 12:20
Immer wieder beeindruckend waren die ungarischen Lokomotiven der Baureihe M 61, welche zuletzt bis zur Jahrtausendwende zuverlässig ihren Dienst vor Personenzügen auf der Balatonnorduferstrecke verrichtet haben. Wir haben ja vor kurzem in der Galerie die M 61 010 gesehen, welcher sozusagen von privater Hand das Outfit früherer Jahre verpasst wurde, wenn auch der Rot-Ton einen Tick zu dunkel ausgefallen ist: [www.drehscheibe-online.de]. Hier sehen wir die selbe Lok ein gutes Jahr zuvor, im damals aktuellen Lack, welcher jedoch bei dieser Lok bereits leichte Gebrauchsspuren zeigte..;-). Von einer Fußgängerbrücke bei Szepezdfürdö blicken wir am 07.05.1996 auf den P 9712 von Budapest nach Tapolca, dessen Bespannung an diesem Tag die etwas ausgeblichene M 61 010 übernommen hat. Erneut sind von dieser Brücke die für die Norduferstrecke typischen Hügelketten im Hintergrund erkennbar. Damals wurden die Züge noch durchgehend von Tapolca bis nach Budapest mit den formschönen Rundnasen bespannt. Bereits ein Jahr später wurde bei diesen Zügen in Szekesfehérvár für die restlichen Kilometer bis Budapest ein Lokwechsel auf die elektrische Traktion vorgenommen.

Scan vom Fuji Velvia 6x6-Dia

Datum: 07.05.1996 Ort: Szepezdfürdö [info] Land: Europa: Ungarn
BR: HU-M61 Fahrzeugeinsteller: MAV
Kategorie: Bahn und Landschaft
Top 3 der Woche: 4 Punkte

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Damals in Pirschheide
geschrieben von: Leon (871) am: 30.11.21, 13:19
Gleiches Thema - andere Traktionsart..;-) Kommen wir mal von den landschaftlichen Höhepunkten des Alsenz- oder Nahetals oder der Eifel in die Niederungen des Berliner Außenrings...;-) Hier waren ja vor kanpp 25 Jahren so gut wie alle erdenklichen Lackierungsvarianten anzutreffen, und auch die Baureihenauswahl war noch eine ganz andere als heute. Es gab noch Energiecontainer und Holzroller. Letztere sorgten mit ihren Kirchturmsgüterzügen ab Seddin immer wieder für Abwechslung, denn es gab Varianten in bordeauxrot mit dicker oder dünner Bauchbinde, ganz selten noch mit grauem Dach - und es gab eine kleine Handvoll Latz-Loks. Zu ihnen gehörte die Seddiner 142 124. Der Umlaufplan der Seddiner Holzroller beinhaltete tagsüber mehrere Nahgüterzüge zum Rbf. Wustermark. Vor einem derartigen Zug sehen wir hier diese Lok, wie sie durch den Bahnhof Potsdam-Pirschheide rauscht.
Ich bin mir nicht mehr sicher, ob der Bahnhof zum damaligen Zeitpunkt noch Verkehrshalt für Personenzüge war. Zumindest sind die mittleren vier Gleise noch blank. Wie der Bahnhof heute ausshieht, ist in mehreren Versionen in der Galerie enthalten. Als Beispiel mag dieses Bild dienen: [www.drehscheibe-online.de].

Zum BIld: jaa, die Lampe. Ich stehe mit der 80er Festbrennweite der Rollei am Bahnsteigende. Die Frage war, welche Laterne man durchtrennt. Geht man dichter ran, ist zu viel vom Zug im Schatten. That´s life...
Es ist auch heute noch möglich, genau von dieser Stelle Aufnahmen zu machen. Evtl. mal ein Fall für spätere Einstellungen.

Scan vom Fuji Velvia 6x6-Dia

Datum: 13.09.1997 Ort: Potsdam Pirschheide [info] Land: Brandenburg
BR: 109,142,171 (alle Holzroller) Fahrzeugeinsteller: DB
Kategorie: Bahn und Infrastruktur
Top 3 der Woche: 3 Punkte

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Blick auf den Plattensee
geschrieben von: Leon (871) am: 29.11.21, 14:20
Es gibt nur wenige Stellen an der Balatonnorduferstrecke, an der sich die Bahn gemeinsam mit dem Platensee abbilden lässt. Eine dieser Möglichkeiten bietet sich bei Alsöörs. Und was liegt aktuell näher, nach der Vorstellungen der beiden Museums-Nohabs M 61 010 und 020 auch die älteste bzw. zuerst in den Retro-Look umlackierte M 61 004 zu zeigen; diesen hatte sie 1993 anlässlich des 125jährigen Jubiläums der MAV erhalten. Dass die Lok bei einem tragischen Zugunglück am 04.06.99 ihr Leben aushauchte, dürfte hinlänglich bekannt sein; nur wenige Monate danach erschien bereits die M 61 020 im gleichen Outfit.
Hier sehen wir die M 61 004, wie sie am frühen Morgen des 15.06.1997 mit ihrem P 9717 bei Alsöörs entlang des Plattensees am Betrachter vorbeiprasselt. Erste Segler sind bereits unterwegs, und das tiefe, klare Licht lässt den See in einem Blauton erscheinen, den dieser am Tag nicht trägt. Bei hoher Sonne und meist etwas dunstiger Witterung erscheint der See eher in einem dreckig-hellblauen Farbton, was seinen Ursprung im eher sandig- sumpfigen Untergrund zu haben scheint.

Scan vom Fuji Velvia 6x6-Dia

Datum: 15.06.1997 Ort: Alsöörs [info] Land: Europa: Ungarn
BR: HU-M61 Fahrzeugeinsteller: MAV
Kategorie: Bahn und Landschaft
Top 3 der Woche: 1 Punkt

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Am alten Bahnhof von Heimenkirch
geschrieben von: Leon (871) am: 26.11.21, 12:42
Bleiben wir noch einen Moment bei den Latz-218. Deutlich in der Überzahl war diese Lackierungsvariante im September 1996 im Allgäu, wo ein längerer Familienurlaub immer wieder Gelegenheiten zu Kurzausflügen an die Allgäubahn gegeben hat. Der Betrieb war zwar interessant, aber dennoch auf Dauer (die jüngere Generation wird jetzt schnappatmen..;-) ) irgendwie langweilig, denn es fuhren fast nur 218 vor Sanitärzügen, in die sich hin und wieder noch ein echter Silberling gemischt hat. Abwechslung versprachen die wenigen IC-Züge in Bezug auf ihr Wagenmaterial sowie ein nachmittäglicher Containerzug mit 212 vor 215 von Lindau, der aber lichtmäßig äußerst ungünstig unterwegs war. Also nahm man mit dem 218-Einerlei Vorlieb.
Heute bin ich froh, dort noch das eine oder andere Motiv abgehakt zu haben, aber die Gegend hat mich seitdem nie wieder gesehen. Dieser ganze Hype um die Allgäubahn ging irgendwie an mir vorbei, wobei ich keinesfalls in Abrede stelle, das von dort nicht zahllose tolle Fotos entstanden sind, die ihren Platz in der Galerie wohlverdient haben. Auch danach hat mich das Thema "218" bis heute nie so richtig abgeholt, weder in Niedersachsen noch an der Marschbahn. Vielleicht war die Baureihe früher zu sehr die Allzweckwaffe, denn man sah sie ja eigentlich überall. Vielleicht auch, weil man sie anfangs in altrot erlebt hat. Vielleicht auch, weil sie in der Hauptstadt außer vor ihrem kurzfristigen IC-Einsatz nach Hamburg einfach nicht präsent war. Wie dem auch sei: hier sehen wir eine sehr saubere Latz-Variante vor dem RE 4514, wie sie den damals noch brach liegenden Bahnhof von Heimenkirch durcheilt. Inzwischen wurde dort ein moderner Haltepunkt eingerichtet, dem die Bahnhofsgebäude auf Dauer nicht stand halten konnten.

Scan vom Fuji Velvia 6x6-Dia

Zuletzt bearbeitet am 29.11.21, 13:56

Datum: 26.09.1996 Ort: Heimenkirch [info] Land: Bayern
BR: 218 Fahrzeugeinsteller: DB
Kategorie: Bahn und Infrastruktur
Top 3 der Woche: 7 Punkte

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Noch eine Unvollendete
geschrieben von: Leon (871) am: 28.11.21, 15:47
Bleiben wir noch einen Moment bei den herrlichen Nohab-Rundnasen in Ungarn. Nachdem vor kurzem die M 61 020 in der Galerie präsentiert wurde, möchte ich als nächstes die M 61 010 vorstellen. Das Depot Tapolca hatte bereits mit der M 61 004 eine Rundnase in ihr historisches Outfit zurückversetzt, und parallel dazu wurde im Sommer 1997 die M 61 010 ebenfalls in einen etwas zu dunkelroten Farbtopf geworfen. Wir sehen sie hier am 04.06.1997, frisch lackiert mit Puffertellerwarnanstrich und umrandetem Räumer, wie sie bei Balatonaracs, kurz vor Balatonfüred, ihren S 9714 eine kleine Steigung hinaufzieht und dabei die typische Landschaft des Balatonnordufers passiert. Leichte Hügelketten mit verstreut liegenden Dörfern prägen das Bild, und die Strecke verläuft in meist kurviger Fahrt oberhalb des Plattensees.
So ganz fertig war die Lackierung noch nicht; es fehlt das Nohab-Emblem in dem Kreis auf der Front. Die Lok gehört heute der Nohab-Foundation.

Scan vom Fuji Velvia 6x6-Dia, stark beschnitten...;-)

Datum: 04.06.1997 Ort: Balatonaracs [info] Land: Europa: Ungarn
BR: HU-M61 Fahrzeugeinsteller: MAV
Kategorie: Bahn und Landschaft
Top 3 der Woche: 3 Punkte

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"Incognito" aufgehoben
geschrieben von: Leon (871) am: 27.11.21, 16:58
In die Galerie wurde just dieses Bild [www.drehscheibe-online.de] von der "neuen" Museumslok des Deot Tapolca aufgenommen. Es zeigt die M 61 020 noch ohne Betriebsnummer. Einen Monat später traf ich die Maschine im Rahmen eines Familienurlaubes am Balaton an und war ebenfalls überrascht, dass sie in diesem Outfit unterwegs war, zumal nach dem tragischen Unfall der M 61 004 zwischenzeitlich die M 61 010 mit einem historischen, aber etwas dunkleren Lack am Balaton unterwegs war. Aus Fachkreisen war jedoch zu hören, dass der Rotton der M 61 020 den ursprünglichen Farbton wohl am genauesten getroffen hat. Nun, im September 1999 waren mit der M 61 010 und der 020 genauso viel "historische" Rundnasen am Balaton unterwegs wie orangene; mir sind während des Urlaubs nur noch die M 61 001 und 006 über den Weg gelaufen. In den Jahren bis 1997 hat man am Balaton bis zu acht verschiedene M 61 erwischt. Und so sehen wir hier die M 61 020, wie sie am schwülwarmen 08.09.99 mit dem S 9705 den Bahnhof von Balatonfüzfö erreicht hat.
Wer heute noch Rundnasen am Balaton erleben will, dem sei das regelmäßig stattfindende Retro-Wochende am Balaton Anfang August empfohlen, zu welchem diese Maschinen planmäßige Personenzüge bespannen. Die Galerie kann davon ein sehr melodisches Lied singen...;-)

Scan vom Fuji Velvia 6x6-Dia

Zuletzt bearbeitet am 28.11.21, 15:33

Datum: 08.09.1999 Ort: Balatonfüzfö [info] Land: Europa: Ungarn
BR: HU-M61 Fahrzeugeinsteller: MAV
Kategorie: Bahn und Infrastruktur
Top 3 der Woche: 1 Punkt

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Weiter Blick über den Südharz
geschrieben von: Leon (871) am: 25.11.21, 19:47
Oktober 1995...Noch liefen lokbespannte Züge im Wechsel mit 628 zwischen Northeim und Nordhausen, bespannt mit Braunschweiger 216. Viele dieser Maschinen hatten sich 1995 bereits "umorientiert", aber der Lack war meistens noch relativ jung und noch nicht so ausgeblichen. Dafür musste man zusehends mit sanitärfarbenen Wagen Vorlieb nehmen, nur ein, zwei Jahre vorher hat man hier Züge mit bundesdeutscher Bespannung vor ehemals volkseigenen Wagen erlebt, meist noch in grün oder grün-gelb. Nun, die Halberstädter wurden schnell modernisiert und bildeten danach farblich einheitliche Züge, meist mit drei Wagen. In dieser Form sehen wir hier am klaren Vormittag des 10.10.1995 eine 216, wie sie ihren RE 3665 oberhalb von Barbis gen Nordhausen zieht - scheinbar mühelos, denn der Zug befindet sich bereits auf der Osterhagener Rampe. Dampflokfreunden dürfte diese Rampe noch ein Begriff sein, als bis 1976 Lehrter 50 und Ottbergener 44 ihre Fracht gen "Eisernen Vorhang" zogen. Der Autor hat´s nur als Stippi erlebt, wenn Vatern am Lenkrad bald ausrastete, weil der Güterzug im Schritttempo erst am Bü in Barbis und anschließend an der Osterhagener Schranke vorbeikroch, während man selbst wie gebannt auf die Vorbeifahrt starrte und zum Schluss noch auf die übliche Schublok wartete..;-)

Die Zeiten sind leider lange vorbei. Auch mit Dieselbespannung machten die Züge eine gute Figur, wie wir hier nur einen Kilometer weiter sehen: [www.drehscheibe-online.de]. Und heute? 2 x por Woche kommt ein Dolomitzug aus Scharzfeld mit einer Dieseltraxx oder zwei G 1206 vorbei, fast lautlos...

Scan vom Fuji Velvia 6x6-Dia

Datum: 10.10.1995 Ort: Barbis [info] Land: Niedersachsen
BR: 216 Fahrzeugeinsteller: DB
Kategorie: Bahn und Landschaft
Top 3 der Woche: 5 Punkte

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Morgens in Lissendorf
geschrieben von: Leon (871) am: 24.11.21, 08:47
Naa, mal sehen, ob das Thema "Lätzchen" zieht..;-) Von unserem Eifel-Urlaub anno 1993 sind ja bereits zwei Aufnahmen aus Mürlenbach und Kyllburg in der Galerie enthalten. Ein weiteres Motiv auf der Eifelbahn fand sich von einer Brücke auf den Bahnhof von Lissendorf mit seinem Stellwerk. Von dem Motiv ist bereits diese sehr ansprechende Aufnahme [www.drehscheibe-online.de] in der Galerie vorhanden, welche sogar noch zwei Jahre älter ist. Aber auch hier sieht man, wie das Ozeanblau/beige so langsam vom Orientrot verdrängt wird - auch wenn 1993 etwa die Hälfte der Züge auf der Eifelbahn noch mit o/b-215 bespannt wurden.
Wir stehen erneut auf der Brücke in Lissendorf und beobachten am Morgen des 29.06.93 die 215 136, wie sie sich soeben mit ihem N 6515 in Bewegung setzt.

Wie die Stelle heute aussieht, kann ich nur mutmaßen. Lt. Earth steht das Stellwerk noch, und neben ihm scheinen zwei Formsignale als Erinnerung an die mechanische Sicherungstechnik zu stehen. Vielleicht sehen wir hier ja mal ein aktuelles Foto...;-)

Scan vom Fuji Velvia 6x6-Dia

Zuletzt bearbeitet am 25.11.21, 19:58

Datum: 29.06.1993 Ort: Lissendorf [info] Land: Rheinland-Pfalz
BR: 215,225 Fahrzeugeinsteller: Deutsche Bundesbahn
Kategorie: Bahn und Infrastruktur
Top 3 der Woche: 14 Punkte

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Damals in Kyllburg
geschrieben von: Leon (871) am: 23.11.21, 13:25
"Damals" ist gut...;-) Wir sehen keine 215 in altrot, sondern "nur" eine Latz-Version. Diese Lackierung kam so ab Ende der 80er Jahre auf, hielt sich ein paar Jahre und ist heute schon fast wieder von den Gleisen verschwunden. Ich nehme mit dieser Aufnahme vom Sommer 1993 mal Anlass, an dieses Lackierungsschema zu erinnern, welches heute schon als "retro" gilt, zumindest im Zusammenhang mit dem Einsatz der RP-218.
Auch einige Privat-Russen hat es zwischenzeitlich in dieses Schema verschlagen, und man muss heute gestehen, dass es einigen Maschinen gar nicht so schlecht stand, wie beispielsweise der Bügelfalten-110. Bei Lokomotiven der Baureihen 212 oder 290 nahm man das Schema nur als Balken wahr; viel gemeiner wirkte später dagegen der verkehrsrote Balken an einer V 100.
Kommen wir zum Sommer 1993. Ein dreiwöchiger Sommerurlaub wurde zunächst in Bayern und anschließend im Moseltal sowie auf der Eifelstrecke verbracht. Auf letztgenannter Strecke war die Zeit der altroten 215 auch schon so gut wie vorbei, aber aus heutiger Sicht machte eine Latz-215 auch eine gute Figur, insbesondere wenn dann noch ozeanblau-beige Bm und ABm am Haken hingen. Aus dieser Garnitur bestand der E 3622, welchen die 215 129 soeben aus dem Tunnel in den Bahnhof Kyllburg gebracht hat.
Es gibt eine weitere, recht spitze Aufnahme in der Galerie, mit sehenswerter Traktion. Bei den Daten zu Google Earth bin ich auf ein Lebensmittelgeschäft mit Parkplatz gestoßen, welches es anno 1993 auf meinem Standpunkt noch nicht gab. Wir sehen sogar mein damaliges Fuzzmobil, welches ich dezent ins Bild gestellt habe, um ein anderes weißes Fahrzeug zu verdecken. Heute guckt man sich das Bild an und sagt: ooh, guck mal, ein oller Dreier..;-)

Naa, wer hat noch ein paar Latz-Loks für die Galerie in der Hinterhand...? :-)

Scan vom Fuji Velvia-6x6-Dia

Datum: 29.06.1993 Ort: Kyllburg [info] Land: Rheinland-Pfalz
BR: 215,225 Fahrzeugeinsteller: Deutsche Bundesbahn
Kategorie: Bahn und Infrastruktur
Top 3 der Woche: 10 Punkte

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Tiefe Novembersonne über Brandenburg
geschrieben von: Leon (871) am: 22.11.21, 19:14
Lange nix mehr vom Quenz-Verkehr gesehen...;-) Heute ging es am Vormittag mal wieder nach Brandenburg/ Havel, das gute Wetter ausnutzen. Kaum da, haben sich die ersten Quellwolken gebildet und schon fast zum Aufgeben gezwungen. Aber immer wieder taten sich Lücken auf, und da vor eineinhalb Stunden ein Russe ins Werk gefahren ist, musste der ja irgendwann wieder herauskommen. Nun, das Motiv an dem Bü hinter der Havelbrücke ist bereits zum Abwinken im Kasten, und ich werde bereits desöfteren darauf angesprochen, wie oft ich denn noch...;-)
In der Galerie ist bereits diese Aufnahme vom Güterbereich in Brandenburg-Altstadt enthalten: [www.drehscheibe-online.de] Man stand dort auf einer ehemaligen Baracke, welche in der Zwischenzeit dem Erdboden gleichgemacht wurde. Schade um den erhöhten Standpunkt. Aber dennoch lassen sich dort immer noch ganz brauchbare Aufnahmen machen. Gegen Mittag erschien dann eine der beiden ex RTS V 200.1 von BL24, die den "Wismar-Schrott" abholen sollte. Da die Lok im Bahnhof Altstadt anhielt, wusste man, dass der Russe mit seinem Mittagszug auf der eingleisigen Strecke vom Quenz unterwegs sein sollte, und die Wolkendecke zeigte tatsächlich einige größere Lücken. Nach einigen Minuten kreuzte der Zug dann auf und überraschte mit einer sehr ansprechenden Garnitur. Nach der Passage eines ODEG-646 ging es dann nach einer gefühlten Ewigkeit und bangen Blicken zum Himmel in der tiefen Novembersonne weiter Richtung Brandenburg Hbf.
Danach wurde die Zeit ein wenig mit der Staßenbahnfotografie verbracht; die Brandenburger Verkehrsbetriebe setzen noch eine größere Anzahl Tatra-Sänften ein. Aber rechtzeitig zur RTS-221 mit ihrem Schrottzug war man wieder an der Strecke...;-)

Datum: 22.11.2021 Ort: Brandenburg Altstadt [info] Land: Brandenburg
BR: 232,233,234,241 (alle Ludmilla-Baureihen) Fahrzeugeinsteller: DB
Kategorie: Bahn und Infrastruktur
Top 3 der Woche: 4 Punkte

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Die Gruppen-Sechs
geschrieben von: Leon (871) am: 20.11.21, 17:31
ja, Ihr lest richtig: Gruppen-Sechs..;-) Honi soit qui mal y pense..! Wie oft haben wir die Lok natürlich mit dem deutlich anrüchigeren "Vergnügen" bezeichnet. Und erneut kurbeln wir die Zeit 30 Jahre zurück. Die Wende ist gerade her, und von Berlin aus sind in alle Himmelsrichtungen Dampfsonderzüge unterwegs gewesen. Man richtete den legendären "Gurkenzug" ein, einen dampfbespannten Eilzug von Nauen über die Stadtbahn nach Lübbenau. Rheinsberg wurde häufig angefahren, und am 15.09.91 mussten wir uns fast klonen, um all die Dampfsonderzüge abzupassen, die unterwegs sein sollten. Eine 44er fuhr von Berlin nach Lübbenau, die neue 65.10 der Berliner Eisenbahnfreunde war unterwegs, und vormittags rollte ein Dampfsonderzug auf der fast völlig unbekannten Strecke von Berlin über Mittenwalde nach Töpchin. Hier, auf den Gleisen der ehemaligen Königs Wusterhausen-Mittenwalde-Töpchiner Kleinbahn, war der Personenverkehr bereits seit 1973/74 verschwunden, aber der Güterverkehr lief noch bis zum 01.06.1997.

Zurück zu unserer Dampflok. Die 52 "4x6", wie sie auch gern genannt wurde, gehörte dem Bw Berlin-Schöneweide und hat bereits 1983 den Status der Traditionslok erhalten. Seitdem war sie vor zahlreichen Sonderzügen zu sehen, und anlässlich einer Hauptuntersuchung hat man ihr im RAW Meiningen einen Steif..äh..-rahmentender verpasst (Mein Gott, Gruppense.. reicht wohl nicht..;-) ). Dieser Tender diente bis dato als Wasserwagen in Köthen, und somit erhielt die Lok ein Outfit als echte Kriegslokomotive. Zusätzlich erhielt sie Frostschutzanbauten und passende Windleitbleche. In diesem Zustand sehen wir sie hier, wie sie mit ihrem Sonderzug auf halber Strecke zwischen Mittenwalde und Töpchin im Bahnhof Motzen angekommen ist. Man erkennt leider den Tender nur bei genauerem Hinsehen; ein weiteres Bild dieser Fuhre wird Gegenstand einer späteren Einstellung.
Und heute? Nach der Wende wurde es schnell ruhig um die Lok. Seit dem Ablauf der Kesselfrist im Juni 1994 hat die Lok als rollfähiges Exponat ihr Domizil weiterhin im Bw Schöneweide und wird von den Dampflokfreunden Berlin betreut.
Die Strecke von Mittenwalde nach "KW" oder Töpchin ist aber immer noch befahrbar. Wer sich den Spaß gönnt, mietet sich im Bahnhof Mittenwalde Ost eine Fahrraddraisine. Und los gehts! Vorbei am Bahnhof von Motzen zum Gruppense..(nee, pfui..!) an der Badestelle am gleichnamigen See...;-)

Scan vom Fuji-100 Kleinbilddia

Datum: 15.09.1991 Ort: Motzen [info] Land: Brandenburg
BR: 040-059 (Güterzug-Dampflokomotiven) Fahrzeugeinsteller: Deutsche Reichsbahn
Kategorie: Zug schräg von vorn
Top 3 der Woche: 6 Punkte

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