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Die Gruppen-Sechs
geschrieben von: Leon (827) am: 20.11.21, 17:31
ja, Ihr lest richtig: Gruppen-Sechs..;-) Honi soit qui mal y pense..! Wie oft haben wir die Lok natürlich mit dem deutlich anrüchigeren "Vergnügen" bezeichnet. Und erneut kurbeln wir die Zeit 30 Jahre zurück. Die Wende ist gerade her, und von Berlin aus sind in alle Himmelsrichtungen Dampfsonderzüge unterwegs gewesen. Man richtete den legendären "Gurkenzug" ein, einen dampfbespannten Eilzug von Nauen über die Stadtbahn nach Lübbenau. Rheinsberg wurde häufig angefahren, und am 15.09.91 mussten wir uns fast klonen, um all die Dampfsonderzüge abzupassen, die unterwegs sein sollten. Eine 44er fuhr von Berlin nach Lübbenau, die neue 65.10 der Berliner Eisenbahnfreunde war unterwegs, und vormittags rollte ein Dampfsonderzug auf der fast völlig unbekannten Strecke von Berlin über Mittenwalde nach Töpchin. Hier, auf den Gleisen der ehemaligen Königs Wusterhausen-Mittenwalde-Töpchiner Kleinbahn, war der Personenverkehr bereits seit 1973/74 verschwunden, aber der Güterverkehr lief noch bis zum 01.06.1997.

Zurück zu unserer Dampflok. Die 52 "4x6", wie sie auch gern genannt wurde, gehörte dem Bw Berlin-Schöneweide und hat bereits 1983 den Status der Traditionslok erhalten. Seitdem war sie vor zahlreichen Sonderzügen zu sehen, und anlässlich einer Hauptuntersuchung hat man ihr im RAW Meiningen einen Steif..äh..-rahmentender verpasst (Mein Gott, Gruppense.. reicht wohl nicht..;-) ). Dieser Tender diente bis dato als Wasserwagen in Köthen, und somit erhielt die Lok ein Outfit als echte Kriegslokomotive. Zusätzlich erhielt sie Frostschutzanbauten und passende Windleitbleche. In diesem Zustand sehen wir sie hier, wie sie mit ihrem Sonderzug auf halber Strecke zwischen Mittenwalde und Töpchin im Bahnhof Motzen angekommen ist. Man erkennt leider den Tender nur bei genauerem Hinsehen; ein weiteres Bild dieser Fuhre wird Gegenstand einer späteren Einstellung.
Und heute? Nach der Wende wurde es schnell ruhig um die Lok. Seit dem Ablauf der Kesselfrist im Juni 1994 hat die Lok als rollfähiges Exponat ihr Domizil weiterhin im Bw Schöneweide und wird von den Dampflokfreunden Berlin betreut.
Die Strecke von Mittenwalde nach "KW" oder Töpchin ist aber immer noch befahrbar. Wer sich den Spaß gönnt, mietet sich im Bahnhof Mittenwalde Ost eine Fahrraddraisine. Und los gehts! Vorbei am Bahnhof von Motzen zum Gruppense..(nee, pfui..!) an der Badestelle am gleichnamigen See...;-)

Scan vom Fuji-100 Kleinbilddia

Datum: 15.09.1991 Ort: Motzen [info] Land: Brandenburg
BR: 040-059 (Güterzug-Dampflokomotiven) Fahrzeugeinsteller: Deutsche Reichsbahn
Kategorie: Zug schräg von vorn
Top 3 der Woche: 6 Punkte

6 Kommentare [»]
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Leute, macht die Fenster zu...!;-)
geschrieben von: Leon (827) am: 21.11.21, 10:46
Kommen wir noch einmal zurück nach Oschatz-Mügeln. Von der Strecke ist ja bereits eine Vielzahl von aktuellen und historischen Aufnahmen in der Galerie vorhanden, und ich möchte mit dieser Einstellung an den wohl interessantesten Güterzug auf dieser Strecke erinnern: die tägliche Doppelbespannung mit zwei IVk. Die letzte Leistung des Tages von Oschatz brach in der Regel am Nachmittag auf, und die dort eingesetzte Rangierlok wurde dann immer der weiteren IVk mit it ihrem Güterzug beigegeben. Und somit schraddelten dann beide Loks mit ihrer Güterwagenfuhre bimmelnd durch den Ort.
Diese Bespannung war häufig Fluch wie Segen. Je nachdem, wie der Wind stand, wurde die zweite Lok sowie der Zug häufig zugequalmt, und im Archiv lagern einige Vorbeifahrten, die trotz der eigentlich fotogenen Bespannung einfach nix taugen. Da freut man sich ob der Bespannung und muss dann fairerweise zugeben, dass bei der einen oder anderen Aufnahme nur eine Lok die bessere Wahl gewesen wäre. Am Nachmittag des 31.03.90 hat es jedoch geklappt: kurz nach der Wende war der planmäßige Normalspurdampf bereits Geschichte, aber es gab ja noch die Altbau-Elloks! Also wurde der Vormittag mit Eisenschweinen im Raum Leipzig verbracht, und nachmittags war man rechtzeitig für den "Doppelbespannten" in Oschatz. Wir sehen hier, wie die 99 1582 vor ihrer Schwestermaschine oberhalb der Döllnitz den Ort zuqualmt. Leute, holt die Wäsche rein und macht die Fenster zu...!;-)

Scan vom Fuji-100 Kleinbilddia

Datum: 31.03.1990 Ort: Oschatz [info] Land: Sachsen
BR: 099 (Schmalspur kleiner 1000mm Spurweite) Fahrzeugeinsteller: Deutsche Reichsbahn
Kategorie: Bahn und Infrastruktur
Top 3 der Woche: 11 Punkte

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Entlang der Zwönitz
geschrieben von: Leon (827) am: 18.11.21, 18:46
Unsere Fototouren zu den Dampfzügen in Sachsen begannen häufig mit dem morgendlichen Nahgüterzug 65345 von Karl-Marx-Stadt nach Aue. Dieser Zug war regelmäßig mit einer Karl-Marx-Städter 50.35 bespannt und zeichnete sich durch seine hohe Zuverlässigkeit sowie durch häufige Rangierhalte aus. Die Strecke verlief hinter Karl-Marx-Stadt sehr kurvenreich entlang der Zwönitz, und meist wurden ausgedehnte Rangieraufenthalte in Einsiedel, Meinersdorf, Thalheim und Zwönitz eingelegt, was zu einer recht reichhaltigen Fotoausbeute führte. Oft blieben wir dem Zug nur bis Thalheim treu, weil anschließend der vormittägliche Nahgüterzug von Sankt Egidien nach Oelsnitz lockte. Die Rückfahrt dieses Zuges ab Aue blieb oft unbeobachtet, da die Lok wegen der zu kurzen Drehscheibe im Bw Aue nur Tender voran nach Karl-Marx-Stadt lief – bis auf die Ausnahme von Zwönitz, wo die Lok zur Bedienung diverser Anschlüsse den Zug umlaufen musste und somit wieder gut im Nachmittagslicht stand.
Der 24.04.1987 begann mit diesem Zug zunächst direkt am Zwönitzufer bei Einsiedel, und nach einem kurzen Rangieraufenthalt haben wir die Karl-Marx-Städter 50 3694 hinter Dittersdorf an einer kleinen Brücke über die Zwönitz erwartet. Wir sehen, wie die Lok ihre Fuhre majestätisch an uns vorbeiwuchtet. Nächster „Fotohalt“ war hinter Thalheim.

Scan vom Fuji-100 Kleinbilddia

Datum: 24.04.1987 Ort: Dittersdorf [info] Land: Sachsen
BR: 040-059 (Güterzug-Dampflokomotiven) Fahrzeugeinsteller: Deutsche Reichsbahn
Kategorie: Zug schräg von vorn
Top 3 der Woche: 18 Punkte

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Herbstliches Walthersdorf
geschrieben von: Leon (827) am: 16.11.21, 08:04
Walthersdorf – kennt keine Wutz. Gelegen an der Strecke Schlettau-Crottendorf - jetzt klingelts bei jedem, der bei der Reichsbahn den Dampfloks hinterherjagte..;-) Ob 86 1001, 1501 oder 1056…diverse Touren ins Erzgebirge hatten u.a. wenigstens einen Zug auf der Strecke Schlettau-Crottendorf im Programm; war es doch die letzte Strecke der Reichsbahn, wo die Baureihe 86 im planmäßigen Personenzugdienst unterwegs war, und dies bis 1988. Nach der Wende wurde es recht ruhig um die Strecke. Sie verlor Ende 1996 ihren Personenverkehr und wurde zum 01.06.99 stillgelegt. Heute verläuft ein Radweg auf der Trasse.
Am 11.10.90 entstand jedoch noch dieser klassische Beifang in einer Dampfzugpause auf der Fichtelbergbahn. Wir sehen die 110 875, wie sie ihre Bghw-Garnitur nebst "Blechbüchse" als P 19643 entlang der Gärten und Häuser von Waltersdorf gen Crottendorf zieht.

Scan vom Fuji-100 Kleinbilddia

Datum: 11.10.1990 Ort: Walthersdorf [info] Land: Sachsen
BR: 202,204 (alle V100-Ost-Baureihen) Fahrzeugeinsteller: Deutsche Reichsbahn
Kategorie: Zug schräg von vorn
Top 3 der Woche: 5 Punkte
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Ein Rollwagenzug nach Kemmlitz
geschrieben von: Leon (827) am: 15.11.21, 18:35
Durch die Galerie schwappt ja derzeit eine kleine "IVK-Welle", da mag ich noch ein historischen Bild von Oschatz-Mügeln nachlegen. Ende der 80er Jahre führten uns einige Touren zu dieser Bahn mit ihrem umfangreichen Güterverkehr, und vom 19.03.89 wurde bereits der nachmittägliche Güterzug von Mügeln nach Kemmlitz an dem bekannten Blick mit dem Schloss in Mügeln in die Galerie aufgenommen. Wir sind nach diesem Bild dem Zug hinterher und haben ihn in Nebitzschen wieder eingeholt. Damals war der heute wieder befahrene Abschnitt Richtung Glossen noch stillgelegt, und die Strecke nach Kemmlitz zog hinter Nebitzschen eine enge Kurve. Wir haben uns oberhalb dieser Kurve postiert und erleben, wie die gut gepflegte 99 1584 mit ihrer Fuhre Richtung Kemmlitz an uns vorbeischraddelt.
Nach dieser Aufnahme ging es schleunigst wieder nach Oschatz, dem nachmittäglichen Güterzug entgegen, welcher fast immer mit zwei Maschinen bespannt war. Aber auch hier gilt: coming soon..;-)

Scan vom Fuji-100 Kleinbilddia

Datum: 19.03.1989 Ort: Nebitzschen [info] Land: Sachsen
BR: 099 (Schmalspur kleiner 1000mm Spurweite) Fahrzeugeinsteller: Deutsche Reichsbahn
Kategorie: Bahn und Landschaft
Top 3 der Woche: 6 Punkte

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Container für Annaberg
geschrieben von: Leon (827) am: 14.11.21, 20:35
Von unserer Herbst-Fototour zur ÜK-50 3145 wurde ja bereits dieses Bild [www.drehscheibe-online.de] dankenswerter Weise in die Galerie aufgenommen, und ich hatte ja im Bildtext darauf hingewiesen, dass unser Fototag noch nicht vorbei sein würde. Wir sind nach der Aufnahme vorsichtig von dem Baum wieder hinabgeklettert, und als nächstes stand eine Fotosession im Bw Aue an, wo sowohl die Altbau als auch die weitere an diesem Tag eingesetzte 50 von Karl-Marx-Stadt, die 50 3616, wieder mit Vorräten versorgt wurden. Die 3616 war morgens mit dem üblichen Nahgüterzug in Karl-Marx-Stadt über Zwönitz nach Aue aufgebrochen, und diverse Rangieraufenthalte sorgen hier für eine recht lange Fahrzeit. Da die Rückleistung der 3616 ab Aue Tender voran erfolgen sollte, wurde diesem Zug keine weitere Beachtung geschenkt - schon gar nicht, wenn etwa zeitgleich die Altbau als Tfzf. nach Schwarzenberg rollen sollte und von dort den fast schon legendären Containerzug nach Annaberg bespannen sollte, welcher bereits mit einigen Bildern in der Galerie vertreten ist. Was lag also näher, als nach einem gemütlichen Lz-Foto hinter Aue nach Markersbach zu fahren? Dort bestand die Möglichkeit, den Zug sowohl im Bahnhof als auch im Anschluss auf dem berühmten Viadukt zu fotografieren. Und so versammelten sich zahlreiche Fotofans aus Ost und West in Markersbach, um sich dieses Schauspiel nicht entgehen zu lassen. Nach einiger Wartezeit erschien dann die 50, am Haken den 61971 nach Annaberg. Der Zug stampfte durch den Bahnhof, und man hatte minutenlang die Gelegenheit, sich sorgfältig seinen Fotopunkt für den Viaduktblick zu suchen, während die 50 mit ihrer Containerfuhre die Steigung zum Viadukt in Angriff nahm und hier eine fast 180 Grad starke Kehre durchfahren musste. Schließlich polterte der Zug über den Viadukt, und man erkennt, dass bei der Reichsbahn nahezu jede Wagengattung herangezogen wurde, die auch nur im entferntesten für den Transport von Containern geeignet war. Wir lauschten dem Zug noch lange hinterher, bevor es dann wieder Richtung Heimat ging.
Das Markersbacher Viadukt -inzwischen längst restauriert- ist auch heute noch Ziel zahlreicher Dampflokfreunde, da hier recht häufig Sonderzüge des VSE verkehren, welche meist mit der vereinseigenen 50 3616 bespannt werden - eine Lok, die bereits oben schon erwähnt wurde, und von der wir noch eine Aufnahme vom Beginn dieses Tages sehen werden...Coming soon..;-)

Datum: 31.10.1987 Ort: Markersbach [info] Land: Sachsen
BR: 040-059 (Güterzug-Dampflokomotiven) Fahrzeugeinsteller: Deutsche Reichsbahn
Kategorie: Bahn und Landschaft
Top 3 der Woche: 17 Punkte

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Beifang in Hartenstein
geschrieben von: Leon (827) am: 13.11.21, 16:13
Bleiben wir noch einen Moment auf der Strecke von Zwickau nach Aue. Allein zwei dampfbespannte Durchgangsgüterzüge von Zwickau, einer mit 50.35 des Bw Zwickau, der andere mit 50.35 der Est. Aue des Bw Karl-Marx-Stadt, haben uns Ende der 80er Jahre recht häufig zur Mittagszeit an diese Strecke gelockt. Man konnte zeitlich hervorragend vorher den Nahgüterzug von Sankt Egidien nach Oelsnitz einbauen und den Tag mit dem Nahgüter von Karl-Marx-Stadt nach Aue durchs Zwönitztal beginnen. Alternativ standen die beiden Sandzüge durchs Muldetal mit Glauchauer 50.35 an, m.a.W. irgendwo fuhr zeitlich passend immer ein Güterzug mit Dampflok umher.
Bei diesen Aktionen fiel naturgemäß der eine oder andere Beifang ab. So auch hier am 09.05.1987 in Hartenstein. Die Gefahr der Zwickauer Leistung nach Aue bestand darin, dass dieser Zug gerne mal Tender voran gen Aue unterwegs war. Und so kam uns auch an diesem Tag bei der Hinleistung nach Aue in Wiesenburg ein Tender entgegen...:-( Shit happens, aber es gab zwischendurch noch genügend andere Leistungen, so dass der Ärger schnell verflogen war. Im Gegenteil: da die Rückleistung ab Aue nunmehr richtig herum erfolgen würde, bestand die Herausforderung darin, eine geeignete Stelle mit Frontlicht zu finden. Eine Möglichkeit bestand in Hartenstein. Gar nicht soo spektakulär, aber hier gab es an der Ost-Einfahrt ein Signal und eine alte Fußgängerbrücke. Wir haben uns für den Dampfzug auf die Lauer gelegt, der sich an diesem Tag ziemlich Zeit gelassen hat, denn vorher kamen noch zwei Personenzüge von Schwarzenberg bzw. Johanngeorgenstadt vorbei. Einer mit V 100, der andere mit "Babelsbergerin". Nun, Loks der Baureihe 118 gab es damals wie Sand am Meer. Heute, über 30 Jahre später, schaut man in die Dia-Bestände und sagt sich: hey, eine saubere 118 mit durchgehendem Zierstreifen auf Zwickau-Aue - nicht minder wertvoll wie eine gewöhnliche 50.35...;-)
Und somit sehen wir hier die 118 711, wie sie den P 9632 von Schwarzenberg nach Zwickau befördert. Alltag im Erzgebirge anno 1987.
Dem Zug wird im Block die erwartete 50 3689 mit dem Ng 66326 von Aue folgen. Anschließend ging es weiter, rüber zum nachmittäglichen Nahgüter von St. Egidien nach Oelsnitz. Der Tag endete dann auf Cranzahl-Oberwiesenthal mit einem Rollwagenzug auf Schmalspurgleisen. Coming soon...;-)

Auch ohne Dampf: was würde man heute geben für reinen Planverkehr mit Babelberger Dicken vor Personenzügen im Erzgebirge...? ;-)

Scan vom Fuji-100 Kleinbilddia

Datum: 09.05.1987 Ort: Hartenstein [info] Land: Sachsen
BR: 228 (V180) Fahrzeugeinsteller: Deutsche Reichsbahn
Kategorie: Bahn und Infrastruktur
Top 3 der Woche: 6 Punkte

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Die Übergangskriegslok
geschrieben von: Leon (827) am: 12.11.21, 16:48
Wie bereits in der Einstellung der Signalbrücke in Wiesenburg angedeutet, galt unser Fototag am 31.10.1987 in erster Linie dem Dampfbetrieb zwischen Chemnitz, Zwickau und Aue. Der Tag begann mit dem morgendlichen Nahgüterzug von Chemnitz Richtung Aue über Zwönitz und führte dann zu einem Abstecher zur Strecke von St. Egidien nach Oelsnitz, von der von der berühmten Brücke in Lichtenstein von dem vormittäglichen Nahgüterzug bereits dieses Bild [www.drehscheibe-online.de] in die Galerie aufgenommen wurde. Mittags haben wir uns dann in Wiesenburg versammelt, wo im Block nach dem bereits gezeigten Personenzug eine meiner persönlichen Lieblingsloks der Reichsbahn, die ÜK-50 3145 mit dem Dg 54309 von Zwickau nach Aue unterwegs sein sollte.
Nach dem Motiv an der Signalbrücke ging es weiter zum Tunnel hinter Schlema, immer in der Hoffnung, dass der Zug in Fährbrücke auf den Rand geht. Hinter Schlema ging die Strecke Richtung Aue durch einen Tunnel, um unmittelbar danach auf einer Kastenbrücke die Zwickauer Mulde zu überqueren. Von diesem Motiv ist bereits diese Aufnahme [www.drehscheibe-online.de] in der Galerie enthalten. Kritischer war hingegen das Bild von der südöstlichen Seite: hier ging es einen Bahndamm hinunter, an welchem jedoch ein ziemlicher Baum stand, der mit etwas Geschick als erhöhter Fotostandpunkt genutzt werden sollte. Und somit sind an dem Tag drei Fotografen wie die armen Irren zunächst von Wiesenburg nach Schlema gekoffert, sind den Bahndamm emporgekrochen und anschließend auf einen sehr stabilen Ast entlanggehangelt; ein weiterer Ast galt als Armlehne. Die Lücke war groß genug, um von dort die Brücke ohne störende Äste ins Bild zu bekommen, wenn auch etwas eng. Die 50er Festbrennweite ließ leider nicht den Hang oberhalb des Tunnels komplett im Bild erscheinen. Es muss ein Bild für die Götter gewesen sein, wie wir da auf halber Höhe in dem Baum hingen und auf den Dampfzug gewartet haben, der jeden Moment aus dem Tunnel herauskommen sollte.
Lange haben wir in dieser etwas verkrampften Position nicht gewartet. Mit der 50 3145 betritt die letzte damals bei der Reichsbahn planmäßig eingesetzte Übergangskriegslok der Baureihe 50 das Bild. Ausgeliefert im Jahr 1942, erkennt man an der Lok noch die etwas vereinfachte Bauart. Das zweite Führerstandsfenster wurde mit Sicherheit erst später eingebaut, und die Scheiben-Laufachse wurde mittlerweile auch durch Speichenräder ersetzt. Die Lok wirkte gepflegt und nicht zu blank und sah mit ihren weißen Pufferringen und dem Metallring um den Schornstein schon irgendwo majestätisch aus…
Bereits am 18.11.1987 wurde die Lok abgestellt und kurz danach z-gestellt. Ihre Ausmusterung erfolgte zum 24.06.1988 in Karl-Marx-Stadt, mit anschließender Verschrottung.

Unser 31.10.87 war noch lange nicht zu Ende. Es folgten zahllose Aufnahmen im Bw Aue, bevor es mit der Lok zum Containerzug nach Annaberg weiterging….Coming soon! ;-)

Datum: 31.10.1987 Ort: Schlema [info] Land: Sachsen
BR: 040-059 (Güterzug-Dampflokomotiven) Fahrzeugeinsteller: Deutsche Reichsbahn
Kategorie: Bahn und Landschaft
Top 3 der Woche: 12 Punkte

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Die Signalbrücke von Wiesenburg
geschrieben von: Leon (827) am: 11.11.21, 18:28
Ein weiteres Motiv, welches bereits mit mehreren Varianten in der Galerie vertreten ist, ist die Signalbrücke von Wiesenburg auf der Strecke Zwickau-Schwarzenberg. Diese Signalbrücke war beliebtes Motiv bis zur zweiten Hälfte der 80er Jahre für die Durchgangsgüterzüge von Zwickau nach Aue, welche mit Lokomotiven der Baureihe 50.35 bespannt wurden. Mehrmals waren wir für diese Leistungen vor Ort, und meistens wurden ellenlange Wagenschlangen befördert. Highlight war der Einsatz der Altbau-50 3145 in dieser Region im Oktober 1987. Am 31.10.1987 standen zahlreiche Fotografen an der Ausfahrt von Wiesenburg – aber nur wenige haben vorher auf die 112 791 mit ihrem P 3603 von Zwickau nach Johanngeorgenstadt draufgehalten.
Also sehen wir, wie die 112 ihren Zug auf dem Bahnhof unter der Signalbrücke hindurch beschleunigt. Einige Zeit später klimperten die Schranken wieder hinunter, und die „Altbau“ wird mit einem stattlichen Güterzug folgen. Danach ging das übliche Gehetze wieder los, denn die kurvenreiche Strecke entlang der Zwickauer Mulde erlaubte den Güterzügen kein hohes Tempo. Umso mehr wurde jedoch Gummi und Blech strapaziert, damit man den Zug vor Aue ein zweites Mal erwischt. Quod erat demonstrandum hinter Schlema am Tunnel und der Muldebrücke. Coming soon..;-)

Scan vom Fuji-100 Kleinbilddia

Datum: 31.10.1987 Ort: Wiesenburg [info] Land: Sachsen
BR: 202,204 (alle V100-Ost-Baureihen) Fahrzeugeinsteller: Deutsche Reichsbahn
Kategorie: Bahn und Infrastruktur
Top 3 der Woche: 13 Punkte

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Fracht nach Benneckenstein
geschrieben von: Leon (827) am: 10.11.21, 10:57
Wir haben uns ja in der Galerie bereits mit dem Güterverkehr auf der Selketalbahn beschäftigt, ferner mit dem Rollbockverkehr nach Hasserode. Sehr bekannt war damals der Kohleverkehr von Nordhausen nach Silberhütte. Erinnert sei an legendäre Aufnahmen, wie meist zwei 99.72 unter voller Entfaltung ihre Fracht hinauf nach Stiege durchs Birkenmoor beförderten. Weitab jeglicher störender Geräuschkulisse konnte man hier die Bergfahrt der beiden arbeitenden Maschinen bereits lange vor der Vorbeifahrt akustisch genießen.
Viel unbekannter war hingegen eine weitere Güterzugleistung im Harz, welche ebenso regelmäßig von Wernigerode nach Benneckenstein unterwegs war. Hier war in den frühen Morgenstunden eine Fuhre Emils auf Rollwagen unterwegs, meist mit nur einer 99.72 bespannt, wobei hin und wieder auch Doppeltraktionen vorkamen.
Fast auf den Tag genau vor 32 Jahren, am 19.11.89 -kurz nach der Wende- haben wir diesem Zug bei tiefer Novembersonne kurz vor Sorge aufgelauert. Wir sehen hier, wie die 99 7237 mit dem 67071 den Bahnübergang der Straße Richtung Braunlage/ Hohegeiß passiert - die zum Zeitpunkt der Aufnahme noch gar nicht geöffnet war.
Die Aufnahme ist mit einer 85er Festbrennweite entstanden. Keine Sorge, wir stehen profilfrei..;-)

Scan vom Fuji-100 Kleinbilddia

Datum: 19.11.1989 Ort: Sorge [info] Land: Sachsen-Anhalt
BR: 099 (Schmalspur ab 1000mm Spurweite) Fahrzeugeinsteller: Deutsche Reichsbahn
Kategorie: Zug schräg von vorn
Top 3 der Woche: 4 Punkte

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Die "Dicke" in Cranzahl
geschrieben von: Leon (827) am: 09.11.21, 19:08
Vom Viadukt in Cranzahl sind ja bereits einige sehr sehenswerte Aufnahmen in der Galerie enthalten – aber auf fast allen sehen wir die nachmittägliche Ansicht. Dass auch zum späten Vormittag Bilder von dem Viadukt möglich waren, zeigt diese Aufnahme, welche erneut als klassischer Beifang entstanden ist. Im Oktober 1990 führte mich eine Fototour zur Fichtelbergbahn, und wenn man schon mal vor Ort war, lag nichts näher, als in den Dampfzugpausen den normalen Planverkehr auf der Strecke von Annaberg nach Bärenstein abzulichten.
Nicht schlecht gestaunt habe ich, als dann zur Mittagszeit ein Personenzug aufkreuzte, der aus einer etwas hochwertigeren Garnitur bestand und mit einer „Babelsberger Dicken“ bespannt war.
Erst später habe ich mich mit dem Zug näher beschäftigt, und heute ist diese eine Aufnahme –historisch betrachtet- viel wertvoller als die zahlreichen Dampflokbilder, welche auf dieser sowie auf weiteren Touren zur Fichtelbergbahn entstanden sind. Wir sehen die „Starleistung“ der Baureihe 118 des Bw Leipzig Süd: den E 771 von Leipzig über Chemnitz und Annaberg nach Cranzahl, zurück als E 774. Leider hatte am 11.10.90 nur die 118 352 im Sparlack vor dem Zug Dienst, aber bereits im Jahr 1991 war diese sehenswerte Leistung aus dem Fahrplan verschwunden, und es fuhren nur noch „gewöhnliche“ Personenzüge mit V 100 über die Brücke.

Scan vom Fuji-100 Kleinbilddia

Zuletzt bearbeitet am 10.11.21, 15:46

Datum: 11.10.1990 Ort: Cranzahl [info] Land: Sachsen
BR: 228 (V180) Fahrzeugeinsteller: Deutsche Reichsbahn
Kategorie: Bahn und Landschaft
Top 3 der Woche: 14 Punkte

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Idyllischer Reichsbahn-Alltag
geschrieben von: Leon (827) am: 08.11.21, 14:07
Zur Abwechslung gibt´s mal wieder ein bissel historischen Diesel...;-) Diese Aufnahme ist erneut als klassischer Beifang entstanden. Zum Ende der 80er Jahre führten uns zahlreiche Fototouren zu den Dampflokhochburgen der Reichsbahn. So auch hin und wieder zu den Leistungen durchs Muldetal, zu den Durchgangsgüterzügen von Zwickau nach Aue oder zu den meist enorm gut ausgelasteten Nahgüterzügen von St.Egidien nach Oelsnitz. Auf dieser idyllischen Nebenstrecke gab es täglich zwei Nahgüterzugpaare, die mit Loks der Baureihe 50.35 bespannt wurden. Meist endeten die Züge in Oelsnitz, aber hin und wieder waren auch Wagen bis Lugau zu befördern. Am 09.05.1987 war dies der Fall, und wir haben uns kurz hinter Oelsnitz auf die Lauer gelegt. Beim Warten entstand somit die Aufnahme eines damals ganz gewöhnlichen Personenzuges, bestehend aus zwei Bghw und einer V 100. Wir sehen hier somit die 112 880 vor dem P 19673 von St.Egidien nach Stollberg.
Eine Reko-50 wird diesem Zug folgen - aber die Wagenschlange, verbunden mit einer entsprechenden Dampfwolke, wird das Einfahrsignal im Hintergrund nicht mehr erkennen lassen. Also genießen wir die idyllische Vorbeifahrt eines ganz normalen Personenzuges der Reichsbahn.

Scan vom Fuji-100 Kleinbilddia

Datum: 09.05.1987 Ort: Oelsnitz/ Erzgebirge [info] Land: Sachsen
BR: 202,204 (alle V100-Ost-Baureihen) Fahrzeugeinsteller: Deutsche Reichsbahn
Kategorie: Zug schräg von vorn
Top 3 der Woche: 12 Punkte

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Damals in Stiege
geschrieben von: Leon (827) am: 07.11.21, 12:48
Die 99 5904 haben wir ja doch noch nicht gesehen..;-) Abgesehen von den Verlusten im ersten Weltkrieg wurden 1949 die im Harz befindlichen Mallet-Lokomotiven der NWE und GHE nach der Übernahme durch die DR mit den Nummern 99 5901 bis 5906 versehen. Während die 99 5905 bereits 1975 verschrottet wurde, waren die anderen fünf Loks im Harz weiterhin munter im Einsatz. Bereits 1989 erwischte es dann die 99 5904. Auf Grund ihres schlechten Allgemeinzustandes wurde sie im November 1989 als Ersatzteilspender in Görlitz für die Aufarbeitung der 99 5902 herangezogen; die Reste von ihr wurden 1990 verschrottet. Wir sahen sie letztmals im Oktober 1988.
Bereits bei unserer ersten Tour zur Selketalbahn am 05.10.1986, welche in erster Linie dem Einsatz der 99 6102 galt, waren neben dieser Lok auch die 99 5902 und 5904 im Selketal unterwegs. Ich möchte daher der Galerie diese, motivlich etwas weniger spektakuläre Aufnahme vorschlagen. Die Aufmerksamkeit gilt hier in erster Linie der Wagengarnitur. 99 5904 erreicht hier mit ihrer Fuhre aus noch nicht modernisierten Personenwagen sowie dem üblichen Packwagen sogleich den Bahnhof von Stiege.

Dieses Dia ist wieder eines von denen, dem man jahrzehntelang keine weitere Beachtung geschenkt hat. Damals war eine Mallet vor Personenzügen Alltag, und die Wagengarnituren hat man sich damals mit Anfang 20 nie so richtig angeschaut. Heute hingegen betrachtet man die Dias viel gründlicher und stolpert dann über solche Garnituren...;-) Und immer wieder der übliche Satz: "...hätte man damals viel öfters hinfahren müssen!"

Scan vom Fuji-100 Kleinbilddia

Datum: 05.10.1986 Ort: Stiege [info] Land: Sachsen-Anhalt
BR: 099 (Schmalspur ab 1000mm Spurweite) Fahrzeugeinsteller: Deutsche Reichsbahn
Kategorie: Bahn und Landschaft
Top 3 der Woche: 5 Punkte

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Wartburgblick mit Mallet
geschrieben von: Leon (827) am: 06.11.21, 22:54
Kommen wir zur 99 5901. Nachdem in der Galerie bereits die Mallet-Lokomotiven 99 5904 und 99 5906 vorgestellt wurden, loht auch ein Blick auf die 99 5901. Diese Lok war mit einem Baujahr von 1897 die erste Mallet, die von der Lokomotivfabrik Jung für die NWE gefertigt wurde. Zu DDR-Zeiten war sie zusammen mit der 99 5903 als betriebsfähige Lok für den Traditionszug vorgesehen und lief jahrelang im grünen Gewand unter ihrer ursprünglichen Betriebsnummer NWE 11. Seit 1998 hat sie eine schwarze Lackierung erhalten, ferner riesige Laternen, welche eher an eine polnische Lok erinnern, jedoch historisch bestimmt zutreffend sind.
Bis zur Wende war die Lok, wenn nicht gerad Dienste vor dem Traditionszug anstanden, häufig in ihrem grünen Gewand auf der Selketalbahn im Einsatz.

Am 11.02.89 war jedoch der Traditionszug von Wernigerode zur Eisfelder Talmühle zu bespannen, und wir sehen hier die Lok am Einfahrsignal von Eisfelder Talmühle. Rechts im Bild ist ein PKW eines Eisenacher Autoherstellers mit gleichnamiger Burg im Bild zu sehen.

Wenn die Kollision mit dem Schild nicht zu sehr ins Gewicht fällt (hoffentlich versaut mir keiner den Gag mit "dem" Wartburg..) , möchte ich hiermit die Serie um diese Aufnahme fortsetzen. Warum eine Auslösung vorher nicht vorhanden ist, kann aus heutiger Sicht nur mit einer hastigen Autoverfolgung erklärt werden...;-) Das Formsignal steht längst nicht mehr, ebensowenig die Telegrafenmasten.

Die Lok war bis 2018 betriebsfähig und soll einen Riss an einer Hallschen Kurbel haben. Als rollfähiges Exponat ist die Lok aber weiterhin bei der HSB erhalten.

Scan vom Fuji-100 Kleinbilddia

Zuletzt bearbeitet am 06.11.21, 22:57

Datum: 11.02.1989 Ort: Eisfelder Talmühle [info] Land: Thüringen
BR: 099 (Schmalspur ab 1000mm Spurweite) Fahrzeugeinsteller: Deutsche Reichsbahn
Kategorie: Bahn und Infrastruktur
Top 3 der Woche: 19 Punkte

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Rollbockverkehr in Hasserode
geschrieben von: Leon (827) am: 05.11.21, 19:45
Über den Einsatz der beiden ursprünglich für die Heerestechnische Versuchsanstalt gelieferten Dampflokomotiven wurde an dieser Stelle [www.drehscheibe-online.de] bereits eingegangen. Neben der 99 6102 war bis zum Beginn der 90er Jahre auch die 99 6101 als Rollbocklok in Wernigerode im Einsatz. Hier wurden einige Anschließer in Hasserode mit Güterwagen beliefert, welche im Gegensatz zum sonstigen Güterverkehr auf der Harzquerbahn nicht mit Rollwagen, sondern auf Rollböcken befördert wurden.
Die 99 6101 kam nach dem Abschluss der Versuchsfahrten im Harz, für die hinter dem Bahnhof Drei Annen Hohne ein ca. 500 m langes Testgleis parallel zur Brockenbahn verlegt wurde, dessen Trasse man heute noch erkennen kann, im Jahr 1917 als Nr. 6 zur NWE. 99 6102 folgte nach einem Zwischenspiel auf der Nassauischen Kleinbahn einige Jahre später. Da 99 6101 als Heißdampflok ausgeführt wurde, erhielt sie wegen der etwas größeren Zylinder und des Überhitzers als Masseausgleich etwas kleinere Wasserkästen. Beide Loks waren mit einer Achsfahrmasse von 11 t recht schwer, hatten aber bei einem Radsatzstand von nur 2500 mm im Vergleich zur Gesamtlänge der Lok von 7734 mm nur eine Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h. Dies reichte der ursprünglichen Verwendung als Heeresfeldbahnlok völlig aus. Im Harz waren beide Loks sowohl in Nordhausen als auch in Wernigerode überwiegend im Rollbockverkehr eingesetzt.

99 6101 war bis zum 09.03.92 vor den Güterzügen im Raum Wernigerode aktiv. Sie wurde im Anschluss der Interessengemeinschaft Harzer Schmalspurbahnen zur Pflege übergeben und im Jahr 1994 wieder aufgearbeitet. Nach mehreren Hauptuntersuchungen war die Lok lange vor Sonderzügen im Einsatz, bis sie im Jahr 2015 z-gestellt wurde. Seitdem hat sie ihr Domizil in der Wagenhalle in Wernigerode.

Am 27.03.1989 war sie jedoch noch im Rollbockverkehr unterwegs. Wir sehen sie hier kurz nach der Abfahrt in Hasserode. Auch wenn die Lok auf dem Bild nicht komplett in der Sonne ist, so sind jedoch die Rollböcke gut zu erkennen, auf denen die Güterwagen verladen wurden. Das Züglein pafft demnächst durch die Kirchstraße zurück zum Bahnhof Wernigerode.

Scan vom Fuji-100 Kleinbilddia


Datum: 27.03.1989 Ort: Wernigerode Hasserode [info] Land: Sachsen-Anhalt
BR: 099 (Schmalspur ab 1000mm Spurweite) Fahrzeugeinsteller: Deutsche Reichsbahn
Kategorie: Bahn und Infrastruktur
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Einfahrt Harzgerode
geschrieben von: Leon (827) am: 04.11.21, 17:49
Kommen wir noch einmal zurück zur 99 5906 – der etwas anderen Harz-Mallet. Auf die Bauartunterschiede zu den Lokomotiven 99 5901 - 04 wurde ja bereits im Text zu diesem Bild [www.drehscheibe-online.de] hingewiesen. Geliefert von der Maschinenbau-Gesellschaft Karlsruhe, entstammt die 99 5906 einer Serie von sieben Mallet-Lokomotiven, aus welcher eine weitere Lok unter der Nummer 105 bei der Schweizer Museumsbahn Blonay-Chamby betriebsfähig erhalten wird. Diese Lok lief vorher unter gleicher Nummer auf der Kleinbahn Zell - Todnau. Klingelt´s? Von der Strecke Zell - Todnau stammt ursprünglich auch der zwischenzeitlich auf Langeoog eingesetzte Fuchs-Triebwagen 187 012, welcher im Jahr 1996 in den Harz kam – und über den man leider in den letzten Jahren überhaupt nichts mehr hört, außer, dass er mit einem umfangreichen Schaden bei den Fahrzeugwerken Miraustraße stehen soll.
Zurück zu unseren Mallets: die Lok 105 war im Sommer 2012 anlässlich des Jubiläums „125 Jahre Schmalspurbahnen im Harz“ zu Gast, und 99 5906 steht nach einer Hauptuntersuchung in Meiningen seit Dezember 2017 wieder für Einsätze auf der Selketalbahn sowie für Sonderfahrten zur Verfügung.
Unser Fototag am 27.03.1989 begann mit dem „GmP-Kirchturmsumlauf“, der die Lok am Morgen mit dem Zug 69709 nach Harzgerode führte, wo sie kurz vor dem Endbahnhof erwartet wurde.

Scan vom Fuji-100 Kleinbilddia

Datum: 27.03.1989 Ort: Harzgerode [info] Land: Sachsen-Anhalt
BR: 099 (Schmalspur ab 1000mm Spurweite) Fahrzeugeinsteller: Deutsche Reichsbahn
Kategorie: Zug schräg von vorn
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"Fiffi" on Tour
geschrieben von: Leon (827) am: 03.11.21, 16:33
Vor kurzem wurde mit der Aufnahme der 99 6102 in Drahtzug ein recht seltener Fahrzeugeinsatz auf der Selketalbahn in die Galerie aufgenommen. Mit diesem Bild bei Sternhaus-Haferfeld möchte ich eine weitere Aufnahme dieser besonderen Traktion vorschlagen: wir stehen am Nachmittag des 05.10.1986 auf der bekannten Wiese unweit des Bahnüberganges am Haltepunkt und erwarten die 99 6102, nachdem die erste Aufnahme dieses Zuges bereits aus Gernrode im Kasten war.
Nach einer Weile kündigt sich der Zug an, und nach kurzem Halt geht es weiter Richtung Mägdesprung. Auf dem Sprung waren wir auch; dieser Zug sollte von uns bis Hasselfelde begleitet werden…;-)
Die Lok erhielt den Beinamen "Fiffi", nicht zu verwechseln mit "Pfiffi", der 99 6101...:-) Aber ich glaube, dieser Beiname war 1986 noch gar nicht vergeben.

Die Fotostelle damals: ein Andreaskreuz reichte, um den Autoverkehr auf die Kreuzung mit der Selketalbahn hinzuweisen. Telegrafenmasten säumen die Strecke, und im Hintergrund sehen wir einen Trabbi, der den ungesicherten Bü überquert.
Die Stelle heute: die Telegrafenmasten sind längst verschwunden. Das Andreaskreuz wurde durch eine moderne Schrankenanlage mit Ausleger und Blinklicht ersetzt. Der Fotopunkt ist aber heute noch umsetzbar, auch wenn meist „nur“ die ewige 99 6001 vorbeikommt.

Scan vom Fuji-100 Kleinbilddia


Datum: 05.10.1986 Ort: Sternhaus-Haferfeld [info] Land: Sachsen-Anhalt
BR: 099 (Schmalspur ab 1000mm Spurweite) Fahrzeugeinsteller: Deutsche Reichsbahn
Kategorie: Bahn und Landschaft
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Seltener Einsatz im Harz
geschrieben von: Leon (827) am: 02.11.21, 19:02
Bleiben wir noch einen Moment im Selketal und kommen zu zwei Lokomotiven, die in der Galerie bislang nur fragmenthaft vertreten sind: den ex-Heeresfeldbahnlokomotiven 99 6101 und 6102.
Die beiden von Henschel an die Heerestechnische Prüfanstalt gelieferten Lokomotiven kamen 1917 und 1921 zur NWE. Auch wenn sich beide Loks optisch sehr ähneln, handelt es sich bei ihnen um unterschiedliche Lokomotiven: 99 6101 wurde als Heißdampflok, 99 6102 als Nassdampflok geliefert. Auffälligster Unterschied sind die etwas längeren Wasserkästen an der 99 6102.
Bis zur Wende wurde die 99 6101 häufig von Wernigerode aus im Rollbockverkehr nach Hasserode eingesetzt. 99 6102 lief uns bei unseren Fototouren nur ein einziges Mal über den Weg, doch sollte dies gezielt erfolgen: da die Personenzuggarnituren im Harz sukzessive auf Druckluftbremse umgestellt wurden, wurde bei der Lok im August 1986 ebenfalls ein Umbau von Saugluft- auf Druckluftbremse vorgenommen. Im Anschluss erfolgten Einsätze vor Personenzügen im Selketal. Dieses seltene Ereignis wollten wir uns nicht entgehen lassen, und somit führte uns eine Fototour am 05.10.1986 in den Harz. 99 6102 war für den P 14465 vorgesehen, welcher von Gernrode bis Hasselfelde führte und von uns fotografisch akribisch begleitet wurde.
Hier kommt uns die Lok mit ihrer Garnitur bei Drahtzug vor den herbstlich gefärbten Höhen des Harzes entgegen. Das Motiv heute: die Straße wurde saniert, hat einen Fußgängerweg erhalten. Moderne Laternen haben die alten Holz-Freileitungen ersetzt.
Der Einsatz der 99 6102 im Selketal währte nicht lange. Man hat festgestellt, dass die Lok mit ihren 11 Tonnen Achsfahrmasse für die Strecke zu schwer war; zugelassen waren hier nur 10 Tonnen. Somit durfte ein Einsatz nur mit Sondergenehmigung und mit maximal 10 Km/h erfolgen. Bereits Anfang November wurde die Lok wieder nach Wernigerode überführt. Die Lok kam nach der Wende in die Obhut des Vereins „Freundeskreis Selketalbahn e.V.“ und erhielt eine Kesselaufarbeitung mit anschließender Wiederinbetriebnahme im August 1997. Anschließend war sie mit Unterbrechungen bis zum endgültigen Ablauf der Kesselfrist im April 2008 im Einsatz. Eine notwendige Hauptuntersuchung erschien jedoch im Verhältnis zur Nutzung der Lok als zu teuer, und so wurde nur eine rollfähige Aufarbeitung beschlossen. Die Lok hat seit November 2019 ihr Domizil im Schuppen von Gernrode.

Scan vom Fuji-100 Kleinbilddia


Datum: 05.10.1986 Ort: Drahtzug [info] Land: Sachsen-Anhalt
BR: 099 (Schmalspur ab 1000mm Spurweite) Fahrzeugeinsteller: Deutsche Reichsbahn
Kategorie: Bahn und Landschaft
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Ein PmG verlässt Alexisbad
geschrieben von: Leon (827) am: 01.11.21, 19:46
Am 27.03.89 führte uns eine Fototour in den Harz. Ziel war es, den ganz normalen Planverkehr auf der Harzquer- und Selketalbahn abzulichten. Und so haben wir uns am Nachmittag dieses Tages zunächst in Sternhaus-Haferfeld für den PmG 69717 auf die Lauer gelegt, welcher häufig -wie die Zugnummer schon verrät- einige Güterwagen mit sich führt. 99 5906 gab sich die Ehre, an diesem Tag eine echt schnuckelige Garnitur hinter sich durch das Selketal zu ziehen, und die Verfolgung dieser Fuhre war ihr gewiss. Von dem Zug ist ja vor kurzem bereits eine Aufnahme an dem Bahnübergang kurz vor Harzgerode in die Galerie aufgenommen worden, und was dieser Zug am Halen hatte, ist mir erst jetzt, nach über 30 Jahren, so richtig bewusst geworden. Damals: ja, eine Mallet fuhr eigentlich immer, früher sogar mehrere, und irgendetwas hing immer am Haken. Aber man hat sich damals nie so richtig die Mühe gemacht, sich mal die Garnitur anzuschauen. Heute buddelt man diese Dias wieder aus und staunt, was einem damals so über den Weg lief. Eine derartige Garnitur sieht man heute höchstens noch als Fotozug, aber meist -und man möge dies den Veranstaltern und Eigentümern der Garnituren nicht verübeln- sehen derartige Züge heute blitzblank aus. Die Patina, die der abgebildete Zug trägt, geht den heutigen Fotozügen bei aller Wertschätzung einfach verloren.
Und somit sehen wir einen ganz normalen PmG, wie er am Nachmittag des 27.03.1989 gen Harzgerode qualmt. Die Zeiten der berühmten Doppelausfahrt waren in Alexisbad aber auch schon damals vorbei.

Scan vom Fuji 100-Kleinbilddia

Datum: 27.03.1989 Ort: Alexisbad [info] Land: Sachsen-Anhalt
BR: 099 (Schmalspur ab 1000mm Spurweite) Fahrzeugeinsteller: Deutsche Reichsbahn
Kategorie: Zug schräg von vorn
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Ein Schotterzug im Bahnhof Collmen-Böhlitz
geschrieben von: Der Rollbahner (207) am: 30.10.21, 10:00
Nachdem der schienengebundene Personenverkehr auf der Nebenbahn zwischen Wurzen und Eilenburg bereits im Jahre 1978 eingestellt worden war, gab es Anfang der 1990er Jahre noch regen Anschlussverkehr von und zu den in Streckennähe gelegenen Steinbrüchen.

Im Bahnhof von Collmen-Böhlitz steht an einem schwülheißen Sommertag des Jahres 1992 ein Schotterzug mit 232 673-4 abfahrbereit am seinerzeit noch besetzten hölzernen Bahnhofsgebäude, in dem sich der Lokführer vor der Rückfahrt nach Eilenburg noch einen kleinen Kaffeeplausch gönnt.

Östlich vom Zug ist ein Steinbruch der Quarzporphyrwerke Böhlitz zu erkennen.

Scan vom Fuji KB-Dia

Zweiter Versuch mit digitaler Elimination eines vorne hinter der Lok aufragenden Lampenmastes, sowie weniger Magenta und Rottönen.

Datum: 17.07.1992 Ort: Collmen-Böhlitz [info] Land: Sachsen
BR: 232,233,234,241 (alle Ludmilla-Baureihen) Fahrzeugeinsteller: Deutsche Reichsbahn
Kategorie: Zug schräg von vorn
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Fracht für Harzgerode
geschrieben von: Leon (827) am: 31.10.21, 17:11
Kommen wir nach Oschatz-Mügeln zu einer weiteren Schmalspurbahn, welche vor der Wende –wenn auch im geringen Maß- noch Güterverkehr betrieben hat: zur Selketalbahn. Hier gab es bis zum Beginn der 90er Jahre in den Nachmittagsstunden einen Zug von Gernrode nach Harzgerode, welcher im Kursbuch mit einer Güterzugnummer dargestellt wurde und häufig als „PmG“ verkehrte. Oft wurden dem Zug ein bis zwei Güterwagen beigegeben, aber diese Zugzusammenstellung mag ich der Galerie nicht vorenthalten: eine Mallet, ein vierachsiger sowie ein zweiachsiger offener Güterwagen, beide beladen, und für die Reisenden ein einzelner Personenwagen. Wir sehen hier diesen Zug mit seiner Nummer 69717, gezogen von der 99 5906, an einer klassischen Fotostelle der Selketalbahn kurz vor Harzgerode, welche heute in dieser Form nicht mehr umsetzbar ist. Man beachte auch den um die Ecke biegenden Ikarus…;-)
Dieses Motiv ist bereits zu einer völlig anderen Jahreszeit ebenso als historisches Zeitdokument in der Galerie enthalten: [www.drehscheibe-online.de] Man kann hier gut die Unterschiede zwischen der 99 5906 und den anderen Harz-Mallets erkennen. Die seinerzeit noch im Harz eingesetzten 99 5901 - 5904, gebaut von Jung, hatten in ihrem hinteren Triebwerk einen Außenrahmen. Die 99 5906, welche 1918 von der Maschiennfabrik Karlsruhe gebaut wurde und 1920 in den Harz kam, ist etwas länger als die Jung-Loks, hat dafür aber ein etwas niedrigeres Führerhaus. Beide Triebwerke der 99 5906 sind in einem innenrahmen gelagert. Ich lade daher zum Vergleich ein..!;-)

Scan vom Fuji 100-Kleinbilddia


Datum: 27.03.1989 Ort: Harzgerode [info] Land: Sachsen-Anhalt
BR: 099 (Schmalspur ab 1000mm Spurweite) Fahrzeugeinsteller: Deutsche Reichsbahn
Kategorie: Bahn und Landschaft
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Den Gernroder Berg...
geschrieben von: Hans-Jürgen Warg (1006) am: 31.10.21, 09:09
...befahren heute nur noch Züge der Harzer Schmalspurbahnen. Die Strecke, einst Teil der
Bahnlinie Frose–Quedlinburg, wurde 2004 stillgelegt. Den Abschnitt Quedlinburg - Gernrode
hingegen hat man 2006 auf 1000 mm umgespurt und somit das Netz der HSB um 8,5 km er-
weitert. Im Mai 1992 war alles noch beim alten als 65 1049 mit dem N 8409 von Quedlinburg
nach Aschersleben im Rahmen einer Plandampfveranstaltung den Berg befuhr.
(Scan vom 6x6 Dia)

Zuletzt bearbeitet am 31.10.21, 09:10

Datum: 22.05.1992 Ort: Gernrode [info] Land: Sachsen-Anhalt
BR: 060-098 (Tenderlokomotiven) Fahrzeugeinsteller: Deutsche Reichsbahn
Kategorie: Bahn und Landschaft
Top 3 der Woche: 7 Punkte

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Auch damals bimmelte es in Oschatz
geschrieben von: Leon (827) am: 26.10.21, 18:37
Das jüngst in die Galerie aufgenommene Bild aus Oschatz war natürlich nur das Warm-up für diese Aufnahme vom 19.03.1989. Gleiche Stelle, nur eine Lok-Nummer weiter. Und dennoch liegen über 32 Jahre, eine Wende und diverse Wahlen zwischen beiden Aufnahmen. Der Verkehr auf der parallelen Straße war genauso ruhig. Eine Buschreihe links des Gleises war nicht erkennbar; der Blick auf das Einfahr-Formsignal völlig frei. Bimmelnd kommt uns die 99 1585 mit ihrer mittäglichen Fuhre nach Mügeln entgegen. Das Haus zur Rechten hat einen neuen Anstrich bekommen, und die Zahl der Antennen ist auf ein Minimum reduziert, dafür die allgegenwärtige Salatschüssel auf dem Dach. Auch die Litfaßsäule sucht man heute leider vergeblich.
Aber dem Wirken der Döllnitzbahn und des "Wilden Roberts" ist es zu verdanken, dass die Strecke sowie der Betrieb erhalten geblieben ist - auch wenn das Dreischienengleis -so, wie es aussieht- heutzutage schon lange kein normalspuriges Fahrzeug mehr gesehen hat...;-) 1989 waren alle drei Gleise noch blank.

Scan vom Fuji 100-Kleinbilddia

Zuletzt bearbeitet am 27.10.21, 07:41

Datum: 19.03.1989 Ort: Oschatz [info] Land: Sachsen
BR: 099 (Schmalspur kleiner 1000mm Spurweite) Fahrzeugeinsteller: Deutsche Reichsbahn
Kategorie: Bahn und Infrastruktur
Top 3 der Woche: 11 Punkte

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Ein Haltepunkt im Kornfeld
geschrieben von: Der Rollbahner (207) am: 22.10.21, 20:00
Gradlinig nordwärts führt die Bahnlinie von Eilenburg-Ost nach Bad Düben. Kurz vor der Kurstadt streift die Bahn den östlichen Rand des Dorfes Pristäblich, wo zum Zeitpunkt der Aufnahme und ziemlich abseits von jeglicher Wohnbebauung, ein unbesetzter und auch sonst verlassen wirkender Haltepunkt vergeblich auf Fahrgäste wartete. Das einst liebevoll aus Backsteinen errichtete und seinerzeit äußerlich noch immer recht ansehnliche Wartehäuschen beherbergte im ansonsten leeren Innenraum einige Schwalbennester, nebst den Hinterlassenschaften der jüngsten Aufzucht.

Einzig der überraschend neu wirkende Bahnsteig und das blank gefahrene Gleis ließen vor der gegen 20:30 Uhr stattfindenden Ankunft von N 5248 nach Lutherstadt Wittenberg auf eine aktive Bahnstrecke schließen.

Als Zuglok glänzte 204 328-9 in der Abendsonne.

Scan vom Fuji KB-Dia

Manipulation: Mit dem tiefen Sonnenstand geriet auch mein langer Schatten aufs Bild. Da das Kornfeld im Vordergrund für die Wirkung der Aufnahme dazugehört, blieb mir statt einer Bildbeschneidung nur eine digitale Büßerstunde und das Wegstempeln des fotografischen Sündenfalls.

Zweiter Versuch ohne Violettstich.

Datum: 19.07.1992 Ort: Pristäblich (Gemeinde Laußig) [info] Land: Sachsen
BR: 202,204 (alle V100-Ost-Baureihen) Fahrzeugeinsteller: Deutsche Reichsbahn
Kategorie: Zug schräg von vorn
Top 3 der Woche: 5 Punkte

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Volles Rohr nach Kemmlitz
geschrieben von: Leon (827) am: 23.10.21, 14:44
Bleiben wir noch einen Moment auf der Döllnitzbahn - ein Begriff, den die Bahn früher bei uns nie geführt hat. Es hieß eigenltich immer nur: wir sind auf "Oschatz-Mügeln".
Bemerkenswert war eigentlich immer, welche umfangreichen Beförderungsleistungen die Bahn früher erbracht hat. Meist waren täglich drei Güterzugpaare zwischen Oschatz und Kemmlitz unterwegs, und häufig hat man an den Tagen vier Loks der Baureihe IV K unter Dampf angetroffen.
Fotografenfreundlich gut im Licht war immer die nachmittägliche Leistung von Mügeln nach Kemmlitz. Hier sehen wir diesen Zug, wie er am 18.03.90 dieses markante Gebäude in Kemmlitz passiert. Die 99 1582 gibt alles, um ihre Fuhre in den nahen Bahnhof von Kemmlitz zu wuchten.
Das Gebäude existiert heute noch. Es ist renoviert, auf dem Dach befinden sich Solarplatten, und es beherbergt heutzutage ein Café. Das Motiv als solches -ganz simpel an einem Bahnübergang- ist aber mittlerweile deutlich zugewachsen.

Scan vom Fuji-100 Kleinbilddia

Datum: 18.03.1990 Ort: Kemmlitz [info] Land: Sachsen
BR: 099 (Schmalspur kleiner 1000mm Spurweite) Fahrzeugeinsteller: Deutsche Reichsbahn
Kategorie: Zug schräg von vorn
Top 3 der Woche: 5 Punkte

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Damals in Mügeln
geschrieben von: Leon (827) am: 20.10.21, 13:52
Vor wenigen Wochen sollte uns eine Fototour ins herbstliche Elstertal führen. Ziel war es, den normalen Diesel-Planverkehr zwischen Gera und Greiz einzufangen. Leider breiteten sich zum Morgen südlich von Leipzig ausgedehnte Nebelfelder aus, die zum frühen Vormittag in eine fast geschlossene Wolkendecke übergingen. Wir haben dann unser Programm völlig umdisponiert, und es hieß, dass an diesem Wochenende auf dem "Wilden Robert" Musumszugeinsätze mit einer IV K stattfinden sollten. Nun gut, bevor man den Tag im Trüben verbringt, haben wir uns entschlossen, nach Mügeln zu fahren - einer Schmalspurbahn, die ich letztmalig im Jahr 1991 besucht habe, sprich vor 30 Jahren. Nun muss ich dazu sagen, dass das Thema "Dampf" für mich eigentlich gedanklich fast völlig abgeschlossen ist. Ich ließ mich auf den Vorschlag meiner Mitreisenden ein und dachte mir: machste mal eine Revival-Tour nach Mügeln, um zu sehen, was sich in 30 Jahren so alles verändert hat. Das Elstertal war für heute gedanklich abgehakt, und als erstes fiel mir die Ortsumgehung von Mügeln auf; mit einer Zufahrt zum Bahnhof, die ich völlig anders in Erinnerung hatte. Wir sind dann den Rest des Tages dem "Wilden Robert" treu geblieben, und der Tag lebte eigentlich nur von dem gefühlten Vorher-nachher-Vergleich. Der dort eingesetzte Zug mit seiner 99 584 sowie einigen Personenwagen, die teilweise eine DR-Beschriftung besaßen, sah schon recht ansprechend aus, auch wenn ich "Oschatz-Mügeln" nur mit Güterverkehr erlebt habe. Ich ließ dann den Tag mit seinem Museumsbetrieb, der wirklich urigen Lok und all dem Drumherum einfach auf mich wirken, einfach die Atmosphäre einfangen. Bei fast jedem Fotopunkt stellte ich mir die Frage: wie sah das auf deinen Dias zu Reichsbahnzeiten aus? Nun, als persönlicher Fan der Einst- und jetzt-Vergleiche in Verbindung mit der Gnade der frühen Geburt (...;-) ) habe ich zu Hause nach der Tour die Kleinbilddias herausgekramt - die ich bestimmt seit gefühlt 30 Jahren nicht in der Hand hatte, so weit ist das Thema weg.
Wir hatten auf der Rückfahrt eine recht kontroverse Diskussion nach dem "Wert" der heute entstandenen Aufnahmen. Natürlich sind diverse sehr ansprechende Aufnahmen entstanden. Aber der eigentliche Clou liegt zumindest für mich persönlich im Erleben einer Zeitreise und im Vergleich der vielfältigen Änderungen, sei es das Erscheinungsbild der Ortschaften, der Anstriche der Häuser, der Flut an Straßenschildern, der "Westwagen"...man kann gar nicht alles aufzählen.
Besonders beeindruckt hat mich, wie sehr der Klassiker der Strecke mit dem Schloss von Mügeln heutzutage zugewachsen ist - und wie wenig sich im Bw-Bereich von Mügeln mit seinen putzigen Stellwerken verändert hat. Ich darf daher zu einer Reise in den März 1989 einladen, einige Monate vor der Wende. Auch damals wurde der gesamte Tag auf Oschatz-Mügeln verbracht. Drollige kleine Loks mit ihrem Meyer-Triebwerk ziehen ihre Wagen zu diversen Anschließern, insbesondere zum Kaolin-Werk in Kemmlitz. Und bereits damals war die oben erwähnte 99 1584 im Einsatz, wie sie ihre Fuhre am Nachmittag des 19.03.89 am Schloss von Mügeln gen Kemmlitz zieht, vorbei an zwei Fotografen auf klapprigen Holzleitern...:-)

Die gleiche Nummer etliche Jahre später - aber auch schon von 2012: [www.drehscheibe-online.de]
Die Stelle heute: coming soon...;-)

Datum: 19.03.1989 Ort: Mügeln [info] Land: Sachsen
BR: 099 (Schmalspur kleiner 1000mm Spurweite) Fahrzeugeinsteller: Deutsche Reichsbahn
Kategorie: Bahn und Landschaft
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Die alte Schule in Remschütz...
geschrieben von: Hans-Jürgen Warg (1006) am: 01.08.21, 13:14
...einem Ortsteil von Saalfeld mit dem kleinen Glockentürmchen auf dem Dach war und ist ein
beliebtes Motiv auf der Saalebahn. Meistens wurde die Schule für Züge nordwärts genutzt, aber
auch in entgegengesetzter Richtung ließ sich die Schule motivmäßig umsetzen. So geschehen im
August 1993 als im Rahmen einer Plandampfveranstaltung um Saalfeld 01 2137 mit dem N 7315,
Naumburg - Saalfeld, Remschütz soeben verlassen hat.

Datum: 14.08.1993 Ort: Remschütz [info] Land: Thüringen
BR: 001-019 (Schnellzug-Dampflokomotiven) Fahrzeugeinsteller: Deutsche Reichsbahn
Kategorie: Bahn und Landschaft
Top 3 der Woche: 5 Punkte

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Mit Volldampf...
geschrieben von: Hans-Jürgen Warg (1006) am: 29.07.21, 14:46
...ist hier bei Mechterstädt 01 2137 mit dem D 2653 von Eisenach nach Erfurt unterwegs.
Die Dampfbespannung im Mai 1993 erfolgte im Rahmen der Veranstaltung "Frühlings-
Plandampf in Thüringen".
(Scan vom 6 x 6 Dia)

Zuletzt bearbeitet am 29.07.21, 14:49

Datum: 09.05.1993 Ort: Mechterstädt [info] Land: Thüringen
BR: 001-019 (Schnellzug-Dampflokomotiven) Fahrzeugeinsteller: Deutsche Reichsbahn
Kategorie: Zug schräg von vorn
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Das Aquädukt bei Leina...
geschrieben von: Hans-Jürgen Warg (1006) am: 26.07.21, 12:33
...in der Nähe von Sundhausen an der Bahnstrecke Erfurt - Eisenach wurde 1847 erbaut. Über dieses Aquädukt
führt der Leinakanal, ein mittelalterliches künstliches Fließgewässer, das die Stadt Gotha seit dem Mittelalter
und bis heute noch mit Wasser aus dem Thüringer Wald versorgt. 1995 wurde die darunter liegende Bahnstrecke
verlegt und für die Kreuzung des Leinakanals ein sogenanntes Dükerbauwerk errichtet. Bei einem Plandampf
anlässlich des Jubläums "1250 Jahre Erfurt" im Juni 1992 konnte 01 531 mit dem D 2753 von Bebra nach Erfurt
an dem ungewöhnlichen Bauwerk dokumentiert werden.
(Scan vom 6 x 6 Dia; Zweiteinstellung)


Datum: 27.06.1992 Ort: Sundhausen [info] Land: Thüringen
BR: 001-019 (Schnellzug-Dampflokomotiven) Fahrzeugeinsteller: Deutsche Reichsbahn
Kategorie: Bahn und Landschaft
Top 3 der Woche: 3 Punkte
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„Die preußische P 8“...
geschrieben von: Hans-Jürgen Warg (1006) am: 18.07.21, 08:40
...bei ihrer Entwicklung zunächst als Schnellzuglok geplant und in fast 3500 Exemplaren
an die KPEV und die DRG geliefert war eine sehr erfolgreiche Konstruktion. Bei der Deut-
schen Reichsbahn in der DDR standen sie bis 1972 im Einsatz. 38 1182 wurde wurde am
30.Juni 1969 abgestellt und dem Verkehrsmuseum Dresden übergeben. Im Mai 1981 erhielt
sie im RAW Meiningen eine Haupuntersuchung und wurde dem Bw Gera als Traditionslok
zugeteilt. Als solche stand sie bis 1999 im Einsatz, so auch im Mai 1992 bei einer Plandampf-
veranstaltung um Saalfeld. Hier im Bild passiert sie mit dem N 8015 von Gera nach Saalfeld
eine alte Feldwegbrücke bei Krölpa-Ranis.
(Scan vom 6 x 6 Dia)

Zuletzt bearbeitet am 18.07.21, 08:51

Datum: 08.05.1992 Ort: Krölpa-Ranis [info] Land: Thüringen
BR: 020-039 (Personenzug-Dampflokomotiven) Fahrzeugeinsteller: Deutsche Reichsbahn
Kategorie: Bahn und Infrastruktur
Top 3 der Woche: 5 Punkte

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Kamenz
geschrieben von: HSU (103) am: 13.07.21, 08:29
Zur Abwechslung ein Bild aus früheren Tagen.
Im Oktober 1984 gab es in der Umgebung von Kamenz zahlreiche Bauarbeiten und damit verbundene Streckensperrungen.
DIe Lokumlaufpläne mußten entsprechend angepaßt werden, was wiederum zur Bespannung von einigen Personenzügen mit "Dampf" führte.
Am Vormittag des 10.10.1984 setzt 52 8122 an einen solchen Personenzug, während mir im gleichen Augenblick die Kollegin aus der Stückgut-Abteilung mit der EDS-Post durchs Bild "rennt". Was damals zu deutlichem Knurren führte, ist heute ein interessantes Detail. EDS- Eisenbahn-Dienstsache war noch bis 1994 ein bahninternes Postsystem - einfach EDS-Umschlag nehmen, Dienststelle und Empfänger draufschreiben - und es kam an.
Alles vorbei - EDS und Lok sind Geschichte.

Datum: 10.10.1984 Ort: Kamenz [info] Land: Sachsen
BR: 040-059 (Güterzug-Dampflokomotiven) Fahrzeugeinsteller: Deutsche Reichsbahn
Kategorie: Bahn und Infrastruktur
Top 3 der Woche: 10 Punkte

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Der Bahnhof Gerstungen...
geschrieben von: Hans-Jürgen Warg (1006) am: 04.07.21, 09:28
...hatte im Sommer 1992 seine Funktion als Grenzkontrollbahnhof längst verloren. Im August diesen
Jahres wartete ich hier auf einen mit der 03 1010 bespannten Schnellzug, der im Rahmen einer Plan-
dampfveranstaltung unterwegs war. Als "Probeschuss" kam dann dieser Güterzug mit 232 426 und
232 530, unterwegs in Richtung Osten, äußerst gelegen.
(Scan vom 6 x 6 Dia)

Zuletzt bearbeitet am 04.07.21, 09:30

Datum: 29.08.1992 Ort: Gerstungen [info] Land: Thüringen
BR: 232,233,234,241 (alle Ludmilla-Baureihen) Fahrzeugeinsteller: Deutsche Reichsbahn
Kategorie: Bahn und Landschaft
Top 3 der Woche: 10 Punkte

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LOWA E5
geschrieben von: Johannes Poets (500) am: 02.06.21, 09:00
Ein "must have" Anfang der 1980er Jahre war der mit Oebisfelder 41er bespannte P 6454 Magdeburg – Oebisfelde, dessen Wagengarnitur aus LOWA E5 Mitteleinstiegswagen bestand. Insgesamt 200 dieser Wagen entstanden ab 1954 bei der LOWA Bautzen (Vereinigung Volkseigener Betriebe, VVB, Lokomotiv- und Wagenbau) für den Berufs- und Bezirksverkehr. Sie waren eine der ersten neuen Wagenkonstruktionen in der DDR.

Kurz bevor diese Aufnahme entstand, hat die 41 1148-0 mit dem interessanten Zug den Mittellandkanal überquert [www.drehscheibe-online.de] und rollt nun gemächlich die Brückenrampe hinab in Richtung des Haltepunktes Vahldorf.

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Scan vom Kleinbild-Dia (Ektachrome 200)

Zuletzt bearbeitet am 02.06.21, 14:15

Datum: 02.06.1981 Ort: Vahldorf [info] Land: Sachsen-Anhalt
BR: 040-059 (Güterzug-Dampflokomotiven) Fahrzeugeinsteller: Deutsche Reichsbahn
Kategorie: Zug schräg von vorn
Top 3 der Woche: 14 Punkte

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Eher Zufall
geschrieben von: Johannes Poets (500) am: 01.06.21, 16:00 Top 3 der Woche vom 13.06.21
Die Lokomotiven der Baureihe 106 wurden zu DDR-Zeiten fotografisch stark vernachlässigt. Das mag weniger an ihrer leuchtend orangen Farbgebung gelegen haben als vielmehr daran, daß die Vierkuppler ihren Dienst meist an eher unattraktiven Einsatzorten verrichteten. Und an die Fahrzeiten für Streckenaufnahmen kamen wir als Bürger der BRD nicht ran.

So ist auch diese Aufnahme eher dem Zufall zu verdanken. Vorschriftsmäßig beobachtet die freundliche Reichsbahnerin vom Posten 17 bei Bülstringen den vorbeifahrenden Ng 62707 Oebisfelde – Haldensleben und wird vom Lokführer auf der 106 994-7 vom Bw Haldensleben freundlich gegrüßt.

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Scan vom Kleinbild-Dia (Ektachrome 64)

Datum: 02.06.1981 Ort: Bülstringen [info] Land: Sachsen-Anhalt
BR: 344-347 (alle V60-ost) Fahrzeugeinsteller: Deutsche Reichsbahn
Kategorie: Menschen bei der Bahn
Top 3 der Woche: 25 Punkte

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Die Dachluke
geschrieben von: Leon (827) am: 27.05.21, 09:20
Werte User; mit dem „Franzosenzug“ im Berlin zur Wendezeit sind wir noch nicht durch…;-) Wie bereits berichtet, ist damals so mancher Dienstag, Donnerstag und Samstag diesem Zug gewidmet worden, der durch seine sehenswerte Wagengarnitur bestach und von Tegel bis Kohlhasenbrück, später Potsdam an so manchem Motiv vorbeifuhr. Hauptspielwiese für uns waren jedoch der Wedding sowie die zahlreichen Stellen in Moabit.
Und wenn ich in einem früheren Bildtext erwähnt habe, dass vor uns kein Hausdach im Wedding sicher war, möchte ich mit diesem Bild diese Aussage untermauern: es gab damals noch zahlreiche Altbauten, deren Hausflure einfach offen waren und keine Gegensprechanlage besaßen. Es gab völlig verstaubte Dachböden, deren Türen nicht verschlossen waren – so sie denn überhaupt ein Schloss besaßen. Und es gab die passenden Dachluken, aus denen man einen Blick auf die Bahntrasse hatte! ;-) Und somit entstand am 15.08.91 das Bild auf den damals noch brach liegenden S-Bahnhof Wedding, welchen soeben der „Franzosenzug“ passiert, bespannt mit der 110 122. Dahinter liegen die typischen Berliner Mietskasernen, und man erkennt gegenüber die Art der Dachgestaltung mit den Luken, in welcher sich der Fotograf gerade befindet.
Unten sehen wir noch einen typischen Berliner Doppeldecker-Bus der Bauart DE (DE = Doppeldecker im Einmannbetrieb ohne Schaffner. Ältere Bauarten der Bauart D2U waren mit Fahrer und Schaffner unterwegs). Und die Berliner Lebensmittelkette „Reichelt“ ist längst von einem größeren Konzern geschluckt worden.
Heute sind derartige Bilder so gut wie unmöglich. Altbauten ohne Gegensprechanlagen sind selbst im Wedding nicht mehr zu finden, und offene Dachböden dürften ebenfalls der Vergangenheit angehören. Wie herrlich unbeschwert und gleichzeitig spannend das Fotografieren zu jener Zeit war..! ;-)

Scan vom Fuji Kleinbilddia

Datum: 15.08.1991 Ort: Berlin Wedding [info] Land: Berlin
BR: 202,204 (alle V100-Ost-Baureihen) Fahrzeugeinsteller: Deutsche Reichsbahn
Kategorie: Bahn und Infrastruktur
Top 3 der Woche: 9 Punkte

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Entlang maroder Gleise über den Hohenzollernkanal
geschrieben von: Leon (827) am: 20.05.21, 22:12
Ein weiteres Motiv, mit welchem ich aber nicht schon wieder unseren legendären „Franzosenzug“ zeigen möchte, bot sich vorübergehend in Berlin Moabit im Bereich der ehemaligen Brücke über den Hohenzollernkanal am Friedrich-Krause-Ufer. Hier lagen im Berlin zur Wendezeit noch drei Gleise: die beiden vorderen gehörten zur damals noch brach liegenden Ringbahn, und auf dem hinteren Gleis wurde der Verkehr von Tegel und Schönholz Richtung Moabit abgewickelt.
Im Sommer 1988 wurde parallel zur Bahntrasse ein Verwaltungsgebäude errichtet, welches uns zum Ende der Bauphase als Aussichtspunkt diente…;-) An Nachmittagen hatte man von hier einen guten Blick auf die Brücke sowie die Strecke von Tegel. Und es gab neben dem Franzosenzug werktags einen weiteren, dem Franzosenzug nachfolgenden Güterzug, mit dem der in Tegel für Rangierarbeiten vorgehaltene Goldbroiler der Baureihe 106 wieder Richtung Grunewald zurückkehrte. Und es gab Zugaben in Form des Leer-Kohlenzuges vom Kraftwerk Lübars, welcher ebenfalls hin und wieder mit wechselnden Bespannungen über diese Strecke verkehrte. Am 26.07.1988 folgten dem Franzosenzug demzufolge zwei Züge, von denen zuerst die 106 266 mit einer Reihe Fal-Wagen herankullerte. Diesem Zug sollte eine weitere 106 mit der abendlichen Tegel-Übergabe folgen.
Im Hintergrund sehen wir neben der typischen Mietskasernenkulisse die bereits aus anderen Bildern erwähnten silbernen Bauten des Schering-Konzerns.

Die Szene heute: über hochmoderne Betonbrücken rauscht die S- Bahn auf dem "Ring" im Minutentakt vorbei, parallel dazu die elektrifizierte und zweigleisige Strecke von Moabit Richtung Gesundbrunnen, welche vornehmlich dem Güterverkehr dient. Das Ganze wird überragt vom Overfly, der Brücke mit der Strecke von Gesundbrunnen Richtung Hauptbahnhof.

Scan vom Fuji Kleinbilddia

Datum: 26.07.1988 Ort: Berlin Moabit [info] Land: Berlin
BR: 344-347 (alle V60-ost) Fahrzeugeinsteller: Deutsche Reichsbahn
Kategorie: Bahn und Infrastruktur
Top 3 der Woche: 13 Punkte

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Grünes Berlin
geschrieben von: Leon (827) am: 19.05.21, 14:51
Et jrünt so jrün..klingt berlinerisch, isset aba nich. "Jrün" saacht hier keen Mensch. Aber Berlin ist tatsächlich grüner (nicht nur politisch..;-) ), als die meisten glauben. Tiergarten, Grunewald, Müggelberge, Volkspark Rehberge...überall gibt es erholsame Waldgebiete, teils mitten in der Stadt.
Den Eindruck einer grünen Stadt hat man auch im Hochsommer von diesem Fotostandpunkt: wir blicken auf die eingleisige Verbindungsstrecke zwischen Berlin-Charlottenburg und Berlin-Spandau. Früher nur dem "Interzonenverkehr" von und nach Hamburg mit drei bis vier Zugpaaren pro Tag vorbehalten, hat sich nach der Wende der Zugbetrieb auf diesem Abschnitt deutlich ausgeweitet. Seit Herbst 1990 wurde ein Regionalverkehr zwischen Charlottenburg und Nauen eingerichtet, welcher zunächst mit LVT, ab Sommer 1991 dann mit Wendezügen und Wustermarker 118 bestritten wurde. Hier kamen dann neben recht bekannten Loks endlich auch einmal völlig neue Fahrzeuge der Baureihen 118.1 und 5 vor. Wir sahen u.a. die ehemaligen Regierungszugloks 118 548, 550 und 552, und gänzlich unbekannt war die 118.1. Mit der 118 133 kam im Sommer 1991 eine äußerlich sehr gepflegte Lok dieser Bauart aus Cottbus nach Berlin und wurde vom Bw Ostbahnhof bald nach Wustermark weitergereicht, wo sie zum 01.10.1993 z.gestellt wurde.
Am 02.07.91 sehen wir sie, wie sie ihren Doppelstock-Gliederzug gen Nauen zieht. Im Hintergrund erkennt man u.a. die Spitze des Wasserturms Charlottenburg II.

So, und bevor jetzt alle die Brücke suchen, auf der der Fotograf steht: wir stehen -natürlich völlig semi-legal- auf dem gesicherten Laufsteg der Brücke des Verbindungsgleises vom Güterbahnhof Ruhleben zum Kraftwerk Reuter, welches hinter uns hinter einer Spundwand verläuft. Zur Wendezeit haben wir hier so manche Stunden verbracht, weil man von dem Steg nicht nur das Gleis von Charlottenburg sah, sondern auch die beiden Gleise von Moabit und von Grunewald über "Chag", welche ab Fürstenbrunn parallel verliefen -und über welche nachmittags so mancher Güterzug gen Westen rollte.

Scan vom Fuji Kleinbilddia

Datum: 02.07.1991 Ort: Berlin Ruhleben [info] Land: Berlin
BR: 228 (V180) Fahrzeugeinsteller: Deutsche Reichsbahn
Kategorie: Zug schräg von vorn
Top 3 der Woche: 7 Punkte

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Morbider Charme im Eichkamp
geschrieben von: Leon (827) am: 18.05.21, 10:10
Bleiben wir noch eine Weile bei den formschönen "Babelsbergerinnen" und erinnern wir an die Zeit nach der Wende, als die ersten Regionalverbindungen von Berlin nach Brandenburg eingerichtet wurden. Wie berichtet, wurde nach einem Beginn mit Ferkeltaxen ab Sommer 1991 der Pendel zwischen Nauen und Berlin-Charlottenburg auf Wendezüge mit Wustermarker 118 umgestellt. Hing die Lok zunächst in westliche Richtung, so wurde im Laufe des Frühjahrs 1992 die Richtung gewechselt, und es konnten somit neue Motive mit den Wendezügen umgesetzt werden. Hierzu gehörte der Bahnhof Eichkamp, heute "Messe Süd". Dieser lag damals noch im Dornröschenschlaf, und der Fernverkehr teilte sich mit dem Regionalverkehr die eingleisige Verbindung zwischen Spandau und Charlottenburg. Heute liegen hier zwei dicht belegte elektrifizierte Gleise, und nebenan hält die S-Bahn nach Spandau.
Am 20.05.1992 rauscht hingegen die 228 788 mit einer vierteiligen Doppelstockgarnitur mit Schrägdach unter der typischen Gewächshausarchitektur hindurch. Die Lok kam erst im Mai 1991 aus Jüterbog nach Wustermark und verließ dann diesen Standort im Juli 1993 Richtung Nordhausen. Nach ihrer z-Stellung im Juli 1998 wechselte sie als "205" zur MEG und ist seit 2008 als Leihgabe beim Thüringer Eisenbahnverein in Weimar mit ihrer alten Nummer 118 788 zu bewundern.

Scan vom Fuji RDP 100 6x6-Dia

Datum: 20.05.1992 Ort: Berlin Eichkamp [info] Land: Berlin
BR: 228 (V180) Fahrzeugeinsteller: Deutsche Reichsbahn
Kategorie: Bahn und Infrastruktur
Top 3 der Woche: 16 Punkte

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Auf in die Hauptstadt, der Sonne entgegen!
geschrieben von: Leon (827) am: 16.05.21, 13:29
Kommen wir wieder zu den "Dicken" in die Hauptstadt zurück..;-) Kurz nach der Wende wurde zur Bewältigung der Verkehrsströme aus dem Umland ein Vorortverkehr mit Wendezügen aufgenommen. Zunächst auf der Strecke von Berlin-Wannsee nach Potsdam, später auch auf der Strecke von Berlin-Charlottenburg über Spandau nach Nauen. Eingesetzt wurden sowohl vierteilige Doppelstockeinheiten -wahlweise mit gerader oder gewölbter Dach-Stirnfront- als auch fünfteilige Gliederzüge. Der Einsatz von Berlin-Charlottenburg nach Nauen begann zunächst mit Ferkeltaxen, bevor ab Sommer 1991 die mit der Baureihe 118 bespannten Wendezüge zum Einsatz kamen. Siehe auch hier: [www.drehscheibe-online.de] Und endlich kamen neue, für uns völlig unbekannte 118 in die Stadt, insbesondere 118.1 und 118.5 in der vierachsigen Version. Später wurde dieser Vorortverkehr nach Berlin-Jungfernheide und danach zum Westkreuz geführt, wobei die grünen Doppelstockzüge entfielen und modernisierte Halberstädter mit je einer Lok an den Zugenden verkehrten. Der Einsatz der "Dicken" entfiel auch zugunsten der Baureihe 201 oder 202.
Am Morgen des 15.05.1992 stehen wir morgens auf einer Fußgängerbrücke in Berlin-Staaken und blicken einem Gliederzug hinterher, den die 228 168 Richtung City schiebt. Im Hintergrund geht über der Stadt die Sonne auf, und wir erkennen links den Kühlturm des Kraftwerkes Reuter West, den Turm vom Spandauer Rathaus, weitere Schornsteine. Wer genau hinsieht, erkennt zwischen den Schornsteinen den Fernsehturm.
Und es wurde gebaut in dieser Zeit...;-)

Scan vom Fuji Kleinbilddia

Datum: 15.05.1992 Ort: Berlin Staaken [info] Land: Berlin
BR: 228 (V180) Fahrzeugeinsteller: Deutsche Reichsbahn
Kategorie: Stimmungen mit Zug
Top 3 der Woche: 12 Punkte

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Damals in Dessow (Mark)
geschrieben von: Leon (827) am: 12.05.21, 11:18
Kennt jemand Dessow? Ein kleiner Ort mit Haltepunkt an der Strecke von Neustadt/ Dosse nach Neuruppin. Ursprünglich von der Ruppiner Keisbahn, nach dem Zusammenschluss mit der Kremmen-Neuruppin-Wittstocker Eisenbahn zur Ruppiner Eisenbahn vereinigt und betrieben, hat bis zum Jahr 1997 Ferkeltaxen im Personenverkehr erlebt. Von 1998 bis 2006 war die Prignitzer Eisenbahn mit ihren blauen Schienenbussen auf dieser Strecke unterwegs, bis dann am 09.12.2006 der Personenverkehr eingestellt wurde.
Die Strecke lag anschließend einige Jahre brach, bis dann im Jahr 2012 ein Güterverkehr zum Gewerbegebiet Temnitzpark westlich von Neuruppin aufgenommen werden konnte. Inzwischen ist auf dieser Strecke bei Bedarf 3 x pro Woche ein morgendliches Güterzugpaar ab Berlin-Ruhleben zur Holzverarbeitungsfirma Bullinger unterwegs.

Angeregt durch dieses Bild [www.drehscheibe-online.de] von Hartmut habe ich mal das Archiv durchforstet und schlage der Galerie ebenfalls eine rote Ferkeltaxe aus dem April 1993 vor, aufgenommen in Dessow. Das Bahnhofsgebäude wurde bereits seinerzeit nicht mehr genutzt, ist aber links im Hintergrund noch erkennbar. Die Taxe hat soeben den Haltepunkt von Dessow verlassen und strebt in der warmen Nachmittagssonne des 09.04.93 an einem Gehöft vorbei gen Neustadt/ Dosse.

Das Bild schreit förmlich nach einem Vergleich mit der heutigen Zeit, denn es hat sich bis auf ein paar Tropfen Farbe und einiger neuzeitlicher Windkraftanlagen im Hintergrund nichts geändert. Das Problem ist aber, dass planmäßig außer der morgendlichen Bullinger-Übergabe um die Uhrzeit kein passender Zug aufkreuzt. So bleibt die Galerie vor einem möglicherweise interessanten Vergleich zwischen 28 Jahren bewahrt. Andererseits...aber das ist jetzt ein Insider für die Kollegen..;-)

Scan vom Fuji RDP 100 6x6-Dia

Datum: 09.04.1993 Ort: Dessow (Mark) [info] Land: Brandenburg
BR: 772 (alle Schienenbusse Bauart Reichsbahn) Fahrzeugeinsteller: Deutsche Reichsbahn
Kategorie: Zug schräg von vorn
Top 3 der Woche: 2 Punkte

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Die geteilte Stadt
geschrieben von: Leon (827) am: 07.05.21, 12:02
In welche Kategorie soll man dieses Bild einstellen? "Bahn und Landschaft" wäre verklärend. "Zug schräg von vorne" würde der Sache nicht gerecht. Nennen wir es so unpolitisch wie möglich "Bahn und Infrastruktur"...
Wir stehen auf der Bösebrücke in Berlin, auch Bornholmer Brücke genannt. Der Grenzübergang Bornholmer Straße ist fußläufig zu erreichen. Wir befinden uns noch auf der Westseite der Brücke, werden aber ob unserer Kamera von den nahen "Organen" bereits mehr als kritisch beäugt. Es gab mehrere Orte in Berlin, an denen man die Eisenbahn so hautnah mit den Grenzanlagen einfangen konnte, aber an keinem Ort hatte man die Mauer so formatfüllend im Bild wie an dieser Stelle...
Wir stehen im Berliner Wedding und blicken nach Norden. Rechts sind Teile von Berlin Pankow zu erkennen. Wir schreiben den 25.07.1989. Nur noch wenige Monate liegen vor dem Ereignis, für welches sich seinerzeit der Begriff "Wahnsinn" eingeprägt hat. Heute liegt hier das elektrifizierte Nordkreuz, und Züge fahren wie selbstverständlich von Pankow und Karow kommend Richtung Gesundbrunnen, und im Rücken des Betrachters rollen Züge über den nördlichen Innenring. Über die Bornholmer Brücke verläuft die Tram bis zum Virchow-Klinikum.

Und damals? Damals bespannte mit der 118 705 endlich mal eine Vertreterin dieser Baureihe mit durchgehendem Zierstreifen den Franzosenzug. Im August 1987 hochmotorisiert und von 118 305 in 118 705 umgenummert und seinerzeit immer im Berliner Raum beheimatet, bespannt sie hier den Zug der französischen Alliierten entlang dieses Monstrums, welches für uns vorher jahrzehntelang unser Leben geprägt hat, welches die Stadt geteilt hat, Schicksale zerstört hat, Leben genommen hat.
Wenige Monate später wird ein positiver Wahnsinn dieser Art von Wahnsinn ein Ende bereiten...

Scan vom Fuji Kleinbilddia

Datum: 25.07.1989 Ort: Berlin Wedding [info] Land: Berlin
BR: 228 (V180) Fahrzeugeinsteller: Deutsche Reichsbahn
Kategorie: Bahn und Infrastruktur
Top 3 der Woche: 17 Punkte

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Die unerwartete Ablösung
geschrieben von: Leon (827) am: 06.05.21, 12:05
Im Februar 1990 und März 1991 führten mich jeweils eintägige Fototouren an die Ostseeküste. Ziel war der Molli. Wir hatten damals den Spleen, kurz nach der Wende sämtliche Schmalspurbahnen der Reichsbahn abzuklappern - und wiederum ist es der Beifang, der wie so oft in letzter Zeit nachhaltig wirkt. Der Molli ist fotografisch eine "Vormittagsstrecke", und somit wurde der Nachmittag dem "normalen" Planverkehr auf der Strecke von Rostock nach Wismar gewidmet. 1990 waren da noch Wismarer "Dicke" vor den Personenzügen unterwegs, und ich nehme mal dieses Bild volley [www.drehscheibe-online.de]. Es zeigt die Wismarer 118 679 im Bahnhof Sandhagen, aufgenommen am 08.04.91. Bei meiner Tour im Jahr 1990 habe ich den Bahnhof Sandhagen ebenfalls mit einer 118 umgesetzt, und diverse Bilder dieser formschönen Loks sollten im Laufe des Nachmittags folgen.
Bei der Tour am 26.03.91 habe ich erneut den Bahnhof Sandhagen aufgesucht - nur wenige Tage vor der oben verlinkten Aufnahme. Was kommt entgegen? Ein Schweriner U-Boot! Hintergrund: der Stern der Wismarer 118 war rapide am Sinken, und Wismarer Personale besetzten Rostocker 119 in ihren alten Umläufen. Ich war damals derart sauer, dass ich, ohne mir vielleicht weitere Züge auf dieser Strecke anzuschauen, die Gegend verließ und auf dem Heimweg Richtung Berlin lieber noch ein paar rote Ferkeltaxen in der Prignitz einsammelte. U-Boote statt "Dicker" - das ging GAR nicht...! :-(
Und heute? Heute hat man aus dem Jahr 1990 ein paar 118 und aus dem Jahr 1991 eine absolut saubere 119 vor grünen Bghw. Wen interessiert da der Molli...? ;-)

Scan vom Fuji Kleinbilddia

Datum: 26.03.1991 Ort: Sandhagen [info] Land: Mecklenburg-Vorpommern
BR: 219,229 (alle U-Boote) Fahrzeugeinsteller: Deutsche Reichsbahn
Kategorie: Bahn und Infrastruktur
Top 3 der Woche: 13 Punkte

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Wer ist dicker...? :-)
geschrieben von: Leon (827) am: 05.05.21, 13:44
Der Franzosenzug lässt uns noch nicht los..! ;-) Einen Zug, der uns im Berlin der Vorwendezeit jahrelang beschäftigt hat, mit nur ein bis zwei Bildern in der Galerie zu würdigen, würde der Sache nicht gerecht werden..!
Erneut stehen wir Spalier, diesmal am Nachmittag des 09.07.1988. Als Motiv dient die beeindruckende Kulisse des Gaswerkes Berlin Charlottenburg II. Bis zur Umstellung auf Erdgas existierten in Berlin 33 Gaswerke, von denen heute keines mehr existiert. Das Stadtbild wurde damals von fast 120 Gasbehältern unterschiedlichster Ausführung geprägt, von denen heute nur noch wenige vorhanden sind. Der bekannteste von ihnen ist neben den ehemaligen riesigen Behältern am Bahnhof Prenzlauer Allee der Gasometer in Schöneberg, welcher heute noch weithin sichtbar ist und als technisches Denkmal erhalten bleibt.
Unser Zug passiert soeben die beiden riesigen Kugel-Hochdruckbehälter, welche in den Jahren 1974 und 1977 errichtet wurden. Sie hatten eine Höhe von 50 m, einen Durchmesser von 40 m und galten mit ihrem Fassungsvermögen von 317.000 Kubikmetern als damals größte Kugel-Hochdruckbehälter der Welt. Einer von ihnen unterzog sich zum Aufnahmezeitpunkt einer Revision.
Nach Stilllegung des Gaswerkes blieben die Behälter noch bis zum April 2007 erhalten. Als einziges Baudenkmal des ehemaligen Charlottenburger Gaswerkes ist der rechts im Bild sichtbare denkmalgeschützte Reservoirturm vorhanden.
Auch der im Hintergrund sichtbare Niederdruck-Gasbehälter, welcher bereits hier [www.drehscheibe-online.de] Pate stand, ist leider im jahr 1995 abgerissen worden. Die Lok mit ihrer Nummer 118 705 wird uns jedoch in wenigen Tagen erneut beschäftigen...;-)
Kommen wir zu "unserer" 118 207 zurück. Am 09.07.88 gab es mal keine Verfolgungsfahrt, dafür jedoch noch die Hoffnung auf einige weitere Vorbeifahrten. Wir wollten das Sonnenglück bei einem derartigen Himmel einfach noch weiter ausreizen. Ob es geklappt hat, kann ich erst beantworten, wenn die Büchse der Pandora mit der Baureihe 106 geöffnet wird...

Scan vom Fuji Kleinbilddia

Datum: 09.07.1988 Ort: Berlin Moabit [info] Land: Berlin
BR: 228 (V180) Fahrzeugeinsteller: Deutsche Reichsbahn
Kategorie: Bahn und Infrastruktur
Top 3 der Woche: 11 Punkte

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Der Franzosenzug in Gesundbrunnen
geschrieben von: Leon (827) am: 04.05.21, 19:02
Bleiben wir doch noch ein bischen bei dem legendären Franzosenzug in Berlin! Vor kurzem wurde ein Bild von diesem Zug von der Putlitzbrücke in Moabit in die Galerie aufgenommen [www.drehscheibe-online.de] , zu welchem ich berichtet habe, welche hanebüchenden Aktionen wir seinerzeit angestellt haben, um diesen Zug nicht nur ein Mal pro Tour zu erwischen...;-) Am 04.09.1986 -ein Donnerstag mit üblichem Berufsverkehr- verkehrte vor diesem Zug mit der 118 253 eine Lok außerhalb unserer "Freunde" 118 207 und 312. Seitlicher Zierstreifen, gut im Lack - Grund genug, den Zug durch Berlin zu scheuchen! ;-) Ein erstes Bild gelang auf einer Brücke kurz hinter dem damaligen Bahnhof Gesundbrunnen. Wir blicken auf die Brücke der Badstraße und sehen noch das alte Empfangsgebäude des Bahnhofes, dahinter die "Millionenbrücke", welche hier [www.drehscheibe-online.de] bereits Thema war. Hinter der Millionenbrücke erkennt man einen recht markanten Kirchturm. Dieser stand seinerzeit noch im "Osten" der Stadt und gehört zur St. Augustinus-Kirche in der Dänenstraße im Prenzelberg. Damals nur über den nahen Grenzübergang Bornholmer Straße erreichbar, heute eine S-Bahn-Station auf der Ringbahn weiter!
Nun, nach der Aufnahme auf den Bahnhof Gesundbrunnen mit seinen brach liegenden S-Bahn-Gleisen ging es weiter zur Beusselbrücke. Günstige Ampelphasen und eine gewisse Chuzpe hinter dem Steuer ermöglichten dann diese Aufnahme: [www.drehscheibe-online.de] . Die Beusselstraße liegt ganz in der Nähe der Stadtautobahn, und das Notizbuch von 1986 vermerkt zu dem Zug zwei weitere Shots in Grunewald und bei Hühner-Hugo im Düppeler Forst...:-) Ja, mit Anfang 20 war man noch schneller auf den Beinen und dazu versehen mit einer Mischung aus unbedarft und verrückt! Und es gab noch keinen Führerschein auf Probe...:-)

118 253 verließ leider unsere Jagdgründe zum 08.01.87 und wurde von Wustermark an das Bw Görlitz abgegeben.

Scan vom Fuji Kleinbilddia, verschärfte Version...;-)

Datum: 04.09.1986 Ort: Berlin Gesundbrunnen [info] Land: Berlin
BR: 228 (V180) Fahrzeugeinsteller: Deutsche Reichsbahn
Kategorie: Bahn und Infrastruktur
Top 3 der Woche: 11 Punkte

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Schadstoffausstoß
geschrieben von: Johannes Poets (500) am: 04.05.21, 09:00
Die Blankenheimer Rampe – viel ist über sie und die Güterzüge, die sie erklommen, berichtet worden, auch hier in der Galerie. Beeindruckend immer wieder die sicht- und hörbare Kraftanstrengung der Dampflokomotiven. Heute ist natürlich ein derartiger Schadstoffausstoß aus Klimaschutzgründen nicht mehr opportun, zur Zeit der ölgefeuerten schweren Dampflokomotiven war er normal.

Die 44 0389-5 vom Bw Sangerhausen erreicht mit dem Kupfererzpendel Niederröblingen – Helbra gleich das Einfahrsignal von Riestedt.

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Scan vom Kleinbild-Die (Ektachrome 200)
Konvertierung in Schwarz/Weiss

Datum: 03.05.1980 Ort: Riestedt [info] Land: Sachsen-Anhalt
BR: 040-059 (Güterzug-Dampflokomotiven) Fahrzeugeinsteller: Deutsche Reichsbahn
Kategorie: Zug schräg von vorn
Top 3 der Woche: 11 Punkte

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Geheime Fracht in Wannsee
geschrieben von: Leon (827) am: 01.05.21, 15:16
Im Berlin (West) vor der Wende verkehrten hin und wieder Militärzüge zur Versorgung der Alliierten. Sowohl nach Tegel zu den Franzosen wie auch nach Lichterfelde West zu den Amis waren Güterzüge unterwegs, welche jedoch meist in den Tagesrandlagen verkehrten und die Eigenschaft besaßen, sehr scheu zu sein. Entweder erwischte man so einen Zug durch Zufall, oder man kannte einen, der einen kannte, der dann wusste, wann so ein Zug unterwegs war. Am 18.06.89 war so ein Tag, und "unsere" 118 312 hatte die Aufgabe, vom Militärbahnhof der amerikanischen Streitkräfte in Lichterfelde West einen Güterzug abzuholen. Diesen Zügen wurden immer ein bis zwei Begleitwagen ("Caboose") beigegeben, wie sie hier im Zugverband zu erkennen sind. Ansonsten standen diese Wagen oft im Bahnhof Lichterfelde West abgestellt und waren vom gegenüberliegenden S-Bahnhof gut zu fotografieren. Das Fotografieren dieser Züge war nicht wirklich verboten, wurde jedoch nicht gern gesehen, und hin und wieder kam es zu Diskussionen mit der Polizei, wenn man sich mit einer Kamera bewaffnet auf der Brücke des Dahlemer Weges in Lichterfelde befand. Nun, zu der damaligen Zeit (Ronald Reagan war Präsi..."Mr. Gorbatschow, tear down this wall...") war bei den Amis die Angst vor Terroranschlägen recht hoch, und als Fotograf wurde man mindestens kritisch beäugt.
Auf dem ellenlangen Fernbahnsteig des Bahnhofs Wannsee hatte man eine gute Gelegenheit, den Zug in seiner vollen Länge zu erwischen. Man erkennt einen der typischen Begleitwagen, und die 118 312 rollt langsam in den Bahnhof ein. Der dunkle Qualm links gehört zu einer anfahrenden Ludmilla vor einem "Interzonenzug" Richtung Zoologischer Garten.

Der Bahnhof heute: den langen Fernbahnsteig gibt es noch immer, aber kaum ein Zug ist so lang, als dass er die volle Länge des Bahnsteiges in Anspruch nehmen würde. Die Formsignale sind längst verschwunden, es hängt Fahrdraht. Wer genau hinsieht, erkennt auf dem Bild zwischen den Signalen noch das Dach und den Giebel des Stellwerkes "Wot" (Wannsee Ostturm). Dieses Stellwerk steht seit Jahren ungenutzt leer und soll demnächst abgerissen werden.

Scan vom Fuji Kleinbilddia

Datum: 18.06.1989 Ort: Berlin Wannsee [info] Land: Berlin
BR: 228 (V180) Fahrzeugeinsteller: Deutsche Reichsbahn
Kategorie: Bahn und Infrastruktur
Top 3 der Woche: 13 Punkte

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Altbau-50er
geschrieben von: Johannes Poets (500) am: 30.04.21, 11:00
Vor einigen Wochen zeigte uns Jan-Henrik ein schönes Bild der auf Bundesbahn getrimmten Reichsbahnlok 50 7240-4 [www.drehscheibe-online.de]. Diese Maschine war die letzte Altbau-50er vom Bw Karl-Marx-Stadt und erinnerte mich als Bürger der BRD wegen ihres Oberflächenvorwärmers tatsächlich stark an die 50er der Deutschen Bundesbahn. Hier ist sie mit dem Ng 64325 Karl-Marx-Stadt – Pockau-Lengefeld unterwegs und kommt kurz vor Reifland-Wünschendorf an einem für den folgenden Tag mit einer DDR-Fahne geschmückten Betrieb vorbei.

Zur Erinnerung: Neben dem 7. Oktober, dem Gründungstag der DDR, war der 1. Mai – zumindest für die politische Führung – der wohl wichtigste und aufwendigste Feiertag in der DDR. Am "Internationalen Kampf- und Feiertag der Werktätigen für Frieden und Sozialismus" fanden im ganzen Land die Maidemonstrationen statt. Dazu zählten Militärmärsche, Sport- und Musikvorführungen, Volksumzüge sowie die sogenannten "Maireden" diverser SED-Funktionäre. Die Teilnahme war für jeden Bürger inoffizielle Pflicht, ein Nichterscheinen war verdächtig und konnte schlimmstenfalls Ansehen und Karriere schädigen.

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Scan vom Mittelformat-Dia (Ektachrome 64)

Zuletzt bearbeitet am 30.04.21, 11:30

Datum: 30.04.1984 Ort: Reifland-Wünschendorf [info] Land: Sachsen
BR: 040-059 (Güterzug-Dampflokomotiven) Fahrzeugeinsteller: Deutsche Reichsbahn
Kategorie: Zug schräg von vorn
Top 3 der Woche: 11 Punkte

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DDR-Fahnen
geschrieben von: Johannes Poets (500) am: 29.04.21, 11:00
Ende April 1984 führte eine außergewöhnliche Sonderfahrt den "historischen Rheingold" in die DDR. Die Fahrt dauerte vom 27. April bis 1. Mai 1984. Sie begann in Köln und führte über Würzburg, Bamberg, Hof, Plauen und Leipzig nach Ost-Berlin, zurück ging es über Halle (Saale) und Erfurt nach Eisenach. Auf dem Gebiet der DDR sollten zwei Elektrolokomotiven und acht Dampflokomotiven (01 137, 03 1010, 18 201, 38 1182, 50 849, 58 3047, 62 015 und 86 1501) zum Einsatz kommen, siehe auch [www.drehscheibe-online.de].

Am dritten Tag dieser Sonderfahrt bespannten die beim Bw Dresden beheimateten Traditionslokomotiven 62 015 und 01 2137 den D 26500 Leipzig – Berlin Ostbahnhof. Die Aufnahme entstand im Bahnhof Rehfeld an der Strecke Leipzig – Cottbus. Freundlich grüßt der Reichsbahner aus dem Fenster des mit DDR-Fahnen geschmückten Bahnhofsgebäudes - der 1. Mai ist nicht mehr weit.

Ein Blick auf RailView zeigt, daß das Bahnhofsgebäude auch heute noch steht. Selbst der Bohlenüberweg, hier direkt vor der Lok, ist noch vorhanden.

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Scan vom Mittelformat-Dia (Ektachrome 64)

Datum: 29.04.1984 Ort: Rehfeld [info] Land: Brandenburg
BR: 060-098 (Tenderlokomotiven) Fahrzeugeinsteller: Deutsche Reichsbahn
Kategorie: Bahn und Infrastruktur
Top 3 der Woche: 7 Punkte

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Berlins meistfotografierter Militärzug
geschrieben von: Leon (827) am: 29.04.21, 10:07
Bleiben wir doch noch ein bischen im Westteil von Berlin vor der Wende. Vor kurzem wurde dieser Blick von der Putlitzbrücke in Moabit [www.drehscheibe-online.de] vorgestellt. Wir stehen erneut auf der Putlitzbrücke, diesmal im Herbst 1988. Bereits bei dem Bild zum Stellwerk "Chag" bin ich auf die Einsätze der Baureihe 118 der ESt. Grunewald des Bw Wustermark eingegangen und hatte von den beiden schon mit uns befreundeten "Landplagen" 118 207 und 312 berichtet. Nun, wir sehen hier mit der 118 207 den weiteren Langweiler dieser Baureihe, der uns in Berlin im Prinzip überall hin verfolgte und sogar bis ins Havelland treu blieb..[www.drehscheibe-online.de]. Und wir sehen einen der damals berühmtesten Züge, die seinerzeit jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag durch die Stadt fuhren: den "Franzosenzug", einen Reisezug für die französischen Alliierten, welcher von Berlin-Tegel nach Strasbourg verkehrte, mit Lokwechsel von Dicker auf Russen in Potsdam Stadt und weiterem Laufweg über die Magistrale. Dieser Zug hat uns im Prinzip ständig beschäftigt; kein Hausdach im Wedding mit Blick auf die Strecke, das vor uns sicher war; keine riskanten Auto-Aktionen, die es seinerzeit ermöglichten, den Zug insbesondere samstags mehrmals in der Stadt zu erwischen. Ein Motiv im Wedding, dann die Brücke der Kantstraße und danach irgendwo in Wannsee, über die Avus gekoffert, waren eigentlich Standard. Heutzutage völlig undenkbar, aber damals galten neben einer recht langsamen Geschwindigkeit des Zuges auch andere Gesetze, und man war noch ein wenig verrückter...;-)
Nun, am 04.10.1988 fiel der Blick auf diesen Zug, an der Spitze die "ewige" 118 207. Links erkennen wir das Gleis gen "HuL", unser Zug aus Tegel erhält zwei Flügel in den Güterbahnhof Moabit, und das befahrene rechte Gleis daneben ermöglicht mit einer Spitzkehre den Weg zum Westhafen.
Im Hintergrund sehen wir erneut die beiden Silbertürme von Schering, dem damals größten Pillendreher der Stadt.

Scan vom Fuji Kleinbilddia

Datum: 04.10.1988 Ort: Berlin Moabit [info] Land: Berlin
BR: 228 (V180) Fahrzeugeinsteller: Deutsche Reichsbahn
Kategorie: Bahn und Infrastruktur
Top 3 der Woche: 4 Punkte

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Damals bei "Chag", unter der Ringbahn hindurch
geschrieben von: Leon (827) am: 28.04.21, 11:55
Bereits mit diesem Bild [www.drehscheibe-online.de] habe ich das Stellwerk "Chag" in Berlin-Charlottenburg vorgestellt. Dieser beliebte Fotopunkt war insbesondere vor der Wende häufige Anlaufstelle für Güterzüge insbesondere aus der Richtung Moabit oder Tegel. Während auf der Aufnahme mit der 130 ein Zug gezeigt wurde, welcher von Ruhleben in Richtung Innenring fährt, kommt dieser Zug bereits auf den Gleisen des Innenrings in Richtung Grunewald oder weiter Richtung Neukölln.
Wir sehen die "ewige" 118 312 - eine der beiden Loks der Baureihe 118 der ESt. Grunewald des Bw Wustermark, die seinerzeit nahezu täglich im Einsatz war. Zusammen mit der 118 207 sorgte sie zwar für die Omnipräsenz der "Babelsberger Dicken", aber irgendwann kam auch eine gewisse Langeweile auf, weil einem immer die beiden gleichen Dicken vor die Linse fuhren. Interessanter wurde dies erst, als das Bw Wustermark Ende der 80er Jahre neue, für uns bislang unbekannte Dicke nach Berlin (West) geschickt hat - und wenigstens waren mit 118 578, 619 und 705 auch einige Exemplare mit durchgehendem Zierstreifen dabei!
Wir sehen hier den bereits aus Berlin-Gesundbrunnen bekannten Tegel-Zug, wie er das Stellwerk "Chag" passiert und soeben unter den damals noch ungenutzten Gleisen der Ring-S-Bahn hindurchfährt. Grunewald ist gleich erreicht!

Scan vom Fuji-Kleinbilddia

Datum: 11.07.1989 Ort: Berlin Charlottenburg [info] Land: Berlin
BR: 228 (V180) Fahrzeugeinsteller: Deutsche Reichsbahn
Kategorie: Bahn und Infrastruktur
Top 3 der Woche: 12 Punkte

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