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Renaissance auf Zeit
geschrieben von: Julian en voyage (296) am: 09.08.19, 19:15
Die Cevennenbahn und ihr Starzug, der (nunmehr informelle) "Cévenol" mit BB 67400 - Zwei Dinge, die nachhaltig zu meiner Frankreich-Begeisterung in bahnfotografischer Hinsicht beigetragen haben! Unzählige Stunden habe ich diesem Zug in den Jahren ab 2011 gewidmet, sogar die Heimfahrt aus dem Urlaub in der Provence zurück nach Deutschland einmal über Nîmes, Clermont-Ferrand und Paris (ein doch recht beachtlicher Umweg!) gelegt, um hinter der schwer arbeitenden Brissonneau-et-Lotz-Maschine im gemütlichen Corail-Wagen bei Schritttempo durch die malerischen Landschaften des Massif Central zu schaukeln...

Doch wie überall hatte diese Herrlichkeit irgendwann ein Ende und der "Cévenol" wurde auf schnöde Triebwagen umgestellt. Ein letztes Aufbäumen, quasi eine Renaissance auf Zeit, gab es allerdings noch einmal während der Sommersaison in den Jahren 2016 und 2017. Sogar den Wagen hatte man ein Refit verpasst und sie eigens mit "Cévenol"-Schriftzügen neben den Türen versehen.

Am Sonntag, den 17. Juli 2016, stand also unter anderem das lokbespannte Zugpaar auf der „Ligne des Cévennes“ im Fokus. Während wir uns vormittags mit einem roten Baleine-Doppel in TER-Diensten begnügten, kraxelten wir nach einer ausgiebigen Picknickpause zur Überbrückung der „Hochlicht“-Zeit auf den Felsen und Weiden oberhalb der Allierschlucht umher, um die besten Ausblicke auf den „Cévenol“ zu erhaschen. Unterhalb von Rauret führte BB 67574 im Multiservice-Lack den INT 15952 (Nîmes – Clermont-Ferrand) nordwärts durch die Schlucht. Ende August übernahmen dann die Triebwagen wieder uneingeschränkt das Regiment auf der spektakulären Strecke bis zur nächsten, einer letzten Sommersaison…

Datum: 17.07.2016 Ort: Rauret [info] Land: Europa: Frankreich
BR: FR-BB 67400 Fahrzeugeinsteller: SNCF
Kategorie: Bahn und Landschaft
Top 3 der Woche: 12 Punkte

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Ein Blick über die Friedhofsmauer...
geschrieben von: Julian en voyage (296) am: 06.08.19, 19:53
...von Colombier eröffnet nicht nur einen repräsentativen Einblick in die Bestattungskultur unserer westlichen Nachbarn, sondern auch auf die hier in Dammlage verlaufende "Ligne 4", einstige Schlagader des Fernverkehrs nach Ostfrankreich und in die Schweiz, seit Eröffnung der LGV Est und Rhin-Rhône und der praktisch vollständigen Abwanderung des Güterverkehrs, spätestens aber seit dem Einsatzende der CC 72000/72100 in den Augen vieler Fans eher ein Schatten ihrer selbst.

Ein- bis zweimal die Woche zeigt sich allerdings in passender Fahrplanlage am Abend ein "richtiger" Zug, um das Ensemble zu vervollständigen: Der im Nachtsprung verkehrende leere VFLI-Sandzug von Bantzenheim nach Oulchy-Breny, der stets mit einer bulligen EURO 4000 bespannt ist, entweder in der VFLI-eigenen roten Livrée oder als Europorte-Mietlok in blau/silber. Am 09. Juli 2019 war letzeres der Fall, als €4038 mit dem westwärts in die Nacht fahrenden 60748 (Bantzenheim - Oulchy-Breny) auf den Chip wanderte und nach einem sehr Triebwagen-lastigen Tag für einen mehr als versöhnlichen Abschluss sorgte.

Doch warum eigentlich dieser weite Weg für etwas Sand? Kunde ist der Glashersteller Euroglas S.A. in Hombourg (Haut-Rhin), der über ein Anschlussgleis mit dem Bahnhof Bantzenheim verbunden ist. Täglich verlassen 580 Tonnen im sogenannten Floatglas-Verfahren hergestelltes Glas den Durchlaufofen. Damit die Versorgung mit Grundstoffen für das Glas nicht versiegt, ist das Werk unter anderem auf die kontinuierliche Versorgung mit hochwertigem Quarzsand angewiesen, der zwar nicht übermäßig selten ist, aber eben auch nicht zwangsläufig vor der eigenen Haustüre vorkommt. Fündig geworden ist man unweit von Breny im Département Aisne, wo - wie es der Zufall so will - auch nach der Einstellung des Personenverkehrs zwischen Fismes und La Ferté-Milon die Möglichkeit der Bahnverladung besteht. Dank kürzlich genehmigter Mittel zur Instandhaltung wohl sogar noch ein paar Jährchen.

PS: Merci à Olivier et Vincent pour les infos horaires! :)

Datum: 09.07.2019 Ort: Colombier [info] Land: Europa: Frankreich
BR: FR-EURO 4000 Fahrzeugeinsteller: Europorte
Kategorie: ungewöhnliche Perspektiven
Top 3 der Woche: 14 Punkte

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La Belle ou la Bête?
geschrieben von: Julian en voyage (296) am: 07.08.19, 10:39
CC 72179 - 109 Tonnen schwer, 2250 kW stark und mit der "gebrochenen Nase" (= nez cassé) französisches Industriedesign der Siebzigerjahre par excellence.

Doch der Zahn der Zeit hat, sie dürfte zum Aufnahmezeitpunkt bereits gut sieben Millionen Kilometer "auf dem Tacho" gehabt haben, ersichtlich an ihr genagt. Anders als viele ihrer Schwesterloks wurde sie bereits des charakteristischen SNCF-Emblems an der Front beraubt, als sie noch mit altem Motor und in blau als CC 72079 durch die Lande fuhr. Eine Aktion, die an der Front deutliche Spuren hinterlassen hat... Und auch die "En voyage"-Livrée ist ja - vorsichtig ausgedrückt - nicht auf ungeteilte Begeisterung gestoßen. Ist sie nun trotz aller Veränderungen noch die Schöne oder doch eher das Biest? Das muss wohl jeder für sich selbst entscheiden...

Ich war jedenfalls sehr zufrieden, als die Lok im milden Nachmittagslicht des 29. September 2015 mit Intercités 1741 (Paris Est - Belfort) über die Lanterne-Brücke bei Amoncourt dröhnte - blaue Seite voraus!

Ein Spektakel, das bis heute nachwirkt. Und auch als der Zug weg war, surrten die zahlreichen Drähte der Telegrafenleitung noch über mir. :)

Schon knapp vier Jahre später scheint mir das wie ein Bericht aus einer anderen Welt. Jedenfalls einer anderen SNCF-Epoche, deren letzte Relikte sich irgendwie noch ins neue Jahrtausend gerettet hatten.

Zuletzt bearbeitet am 07.08.19, 12:56

Datum: 29.09.2015 Ort: Amoncourt [info] Land: Europa: Frankreich
BR: FR-CC 72100 Fahrzeugeinsteller: SNCF
Kategorie: Zug schräg von vorn
Top 3 der Woche: 9 Punkte

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Aube haut-saônoise
geschrieben von: Julian en voyage (296) am: 05.08.19, 19:03
Ballon de Servance, Ballon d'Alsace, Planche des Belles Filles - Klangvolle Namen (nicht nur für Freunde der Tour de France) tragen sie, die allesamt über 1000 Meter hohen Gipfel der südlichen Vogesen, die sich im Osten gegen den dämmrigen Morgenhimmel abheben, wenn man morgens durch das Département Haute-Saône fährt.

Oft gesehen und genossen, leider lang nicht immer zufriedenstellend fotografiert. Ein Grund, wieder zu kommen, auch nach dem Ende der CC 72100. Einer von vielen!

Am 9. Juli 2019 stand ich also mal wieder um kurz vor sechs bereit für den ersten Zug des Tages. TER 839550 heißt er mittlerweile und fährt mit einem Coradia Liner von Mulhouse nach Paris Est. Mit der Übernahme des Personenfernverkehrs auf der L4 durch die Région Grand-Est hat man die zuletzt bestehende Verkürzung der Züge auf Belfort als Start-/Zielbahnhof zu einem guten Teil wieder rückgängig gemacht.

6h07 zeigte die Kamera-Uhr schließlich, als der Zug beinahe überpünktlich, aber gerade rechtzeitig für die ersten, noch zaghaften Sonnenstrahlen des Tages, auf die lange Gerade bei Amblans-et-Velotte einbog und wenig später unter mir vorüber surrte. Lange nicht so spektakulär wie "damals" die bulligen Sechsachser, aber immer noch schön.

Datum: 09.07.2019 Ort: Amblans-et-Velotte [info] Land: Europa: Frankreich
BR: FR-B 85000 Fahrzeugeinsteller: SNCF
Kategorie: Stimmungen mit Zug
Top 3 der Woche: 14 Punkte

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Ein Korse im Vivarais
geschrieben von: Julian en voyage (296) am: 04.08.19, 23:22
Dass Korsen auch auf dem französischen Festland nach der Macht greifen, hat ja geschichtlich betrachtet eine gewisse Tradition. Seit 2016 kann auch die Schmalspurbahn von Tournon nach Lamastre, eines der verbliebenen Relikte des einstmals umfangreichen Vivarais-Netzes der Compagnie de chemins de fer départementaux (CFD), ein Lied davon singen.

X 5001 wurde 1981 von CFD-Montmirail als Überarbeitung der zuvor bereits in einer Serie von fünf Exemplaren nach Korsika gelieferten X 2000 gebaut und war gemeinsam mit seinem Compagnon X 5002 für drei Jahrzehnte eine wichtige Stütze des Bahnverkehrs zwischen Bastia, Ajaccio und Calvi. Durch die Ablieferung der 12 Doppeltriebwagen der Reihe AMG 800 schließlich bei den Chemins de fer de la Corse ins Abseits gedrängt, verbrachte er seine letzten Jahre unter der mediterranen Sonne auf dem Abstellgleis... Anfang 2016 wurde er, wie auch X 5002, auf den "Kontinent" verschifft und fand bei der Chemin de fer du Vivarais (CFV) im Massif Central eine neue Heimat.

Seit Mitte 2017 steht er dort wieder im Einsatz, um die Nutzer der unter dem Namen "Vélorail Ardèche" angebotenen Draisinenfahrten zum Start- oder zurück zum Ausgangspunkt des jeweiligen Parcours zu bringen. Der "Parcours des Etroits" führt die Draisinen-Fahrer von Boucieu-le-Roi aus in sanftem Gefälle bis zum Haltepunkt Troye. Zurück geht es dann nicht mehr mit Muskelkraft, sondern u. a. mit besagtem "Korsen", der die Draisinen ins Schlepp nimmt. Die Zuführung der Triebwagen talwärts nach Troye findet dabei stets vor der ersten Draisinenfahrt statt, sodass sich die Gelegenheit für Fotos ohne lästigen Anhang bietet...;)

Diese morgendliche Leerfahrt fällt glücklicherweise in das enge Zeitfenster, in dem - wenigstens im Hochsommer - das gezeigte Motiv in den Schluchten des Doux unterhalb von Saint-Barthélemy-le-Plain bereits von den Schatten der umgebenden Berge (links unten lassen sie sich noch erahnen) preisgegeben wurde, gleichzeitig aber noch ausreichend Seitenlicht auf die Flanke des Zuges fällt. So erwarteten Urs, Lauritz und ich das Gespann aus X 5001 und einem im direkten Vergleich zierlich wirkenden Billard-Triebwagen am Morgen des 5. Augusts 2017 von einem kleinen Felsen aus.

Datum: 05.08.2017 Ort: Saint-Barthélemy-le-Plain [info] Land: Europa: Frankreich
BR: FR-X 5000 Fahrzeugeinsteller: Chemin de fer du Vivarais (CFV)
Kategorie: Bahn und Landschaft
Top 3 der Woche: 11 Punkte

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Dopo l'incrocio
geschrieben von: Julian en voyage (296) am: 21.07.19, 19:01
Im fernab des namensgebenden Ortes gelegenen Bahnhof Forenza hatten sie kurz zuvor gekreuzt, der bergwärts gen Potenza fahrende Pesa-Triebwagen (-> [www.drehscheibe-online.de] ) und das hier zu sehende, talwärts rollende Fiat-Doppel als Regionale 3504 (Potenza - Foggia).

Auch in Gegenrichtung macht der am Hang gelegene Steinbogenviadukt, der ohne Zweifel zu den markantesten Kunstbauten der Strecke Foggia - Potenza zählt und als solcher auch Eingang in Hansjürg Rohrers, für jeden Italien-Liebhaber geradezu ikonografischen Bildband "Sui binari d'Italia" gefunden hat, eine gute Figur, sodass ich mich barfüßig - die zugehörige Erklärung liefert das oben verlinkte Foto - um ein paar Meter entlang der Straße verschob...;)

Wie die Fahrleitung, die hier im Zuge des Streckenausbaus in den nächsten Jahren errichtet werden soll, das Motiv wohl verändern wird...? Besser, man hält es jetzt noch einmal fest, denn ganz so ungetrübt wird sich der Ausblick ins Tal dann sicher nicht mehr präsentieren!

PS: Den über die Hügelkuppe am linken Bildrand hinausragenden Teil eines einzelnen Windrads habe ich per Photoshop entfernt.

Datum: 04.06.2018 Ort: Forenza Scalo [info] Land: Europa: Italien
BR: IT-ALn668 Fahrzeugeinsteller: Trenitalia
Kategorie: Bahn und Landschaft
Top 3 der Woche: 6 Punkte
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Pesa per Potenza
geschrieben von: Julian en voyage (296) am: 18.07.19, 11:01
Den Regionalverkehr (also den einzigen Verkehr...) auf der Strecke von Foggia nach Potenza, die durch die offene Hügel- und Berglandschaft des Vulture zur Regional- und Provinzhauptstadt empor führt, teilen sich die betagten Fiat-Triebwagen der Reihe ALn 668 mit den erst im Laufe der letzten Jahre beschafften ATRIBO-Fahrzeugen des polnischen Herstellers Pesa, die von Trenitalia unter der Marke "Swing" (Teil der an Musikstile angelehnten Zugnamen im Regionalverkehr) vermarktet werden.

Ein solcher ATR 220, wie sie im Nummernschema ganz schnöde heißen, überquert am Morgen des 04. Juni 2018 unter beachtlicher, akustisch an einen Staubsauger erinnernder Lärmentwicklung als Regionale 3503 (Foggia - Potenza) den Steinbogenviadukt nördlich von Forenza Scalo, wo er mit einem talwärts fahrenden ALn 668er-Doppel kreuzen wird. Der zugehörige Ort Forenza liegt dabei rund zwanzig (!) Straßenkilometer (und eine zu überquerende Passhöhe) vom Bahnhof entfernt. Was die Erbauer der Eisenbahn also zu diesem Stationsnamen bewogen haben mag, bleibt ein Rätsel...

Im Hintergrund erhebt sich wiederum der die Gegend beherrschende 1326 Meter hohe Monte Vulture. An den Flanken des erloschenen Vulkans haben sich noch Teile der einstmals für Lukanien typischen Wälder behaupten können, während die Landschaft der Umgebung im übrigen vor allem von Ackerbau geprägt ist.

Kurz vor Entstehung des Fotos lösten sich auf dem Weg ans Motiv übrigens meine altgedienten Wanderschuhe in Wohlgefallen auf, sodass ich mich mit praktisch abklappbarer Sohle dem Blümchen-Bouquet am Straßenrand widmen musste. Zum Glück hatte ich auch noch andere halbwegs brauchbare Schuhe mit im Urlaub, denn die anschließende Suche nach adäquatem, für das Foto-Terrain geeigneten Ersatz gestaltete sich trotz Abklappern diverser Geschäfte nicht ganz einfach... Irgendwie scheint man in Süditalien nicht zu wandern oder die zugehörige Ausstattung jedenfalls nicht vor Ort zu kaufen. ;) Letztlich wurde ich Tage später in einem Geschäft für Arbeitsbekleidung (!) an einer Ausfallstraße von Battipaglia fündig!

Datum: 04.06.2018 Ort: Forenza Scalo [info] Land: Europa: Italien
BR: IT-ATR220 Fahrzeugeinsteller: Trenitalia
Kategorie: Bahn und Landschaft
Top 3 der Woche: 6 Punkte

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Rares Gut
geschrieben von: Julian en voyage (296) am: 17.07.19, 20:24
Rar gesät sind sie (auch) in Italien mittlerweile, die Einsätze von Diesellokomotiven im Personenverkehr. Die Ursache ist neben den omnipräsenten Triebwagen auch die seit jeher recht hohe Elektrifizierungsrate des Netzes von RFI, die im Jahr 2012 bei 71% lag (gegenüber beispielsweise jeweils etwas über 50% in Deutschland und Frankreich). Tendenz ganz klar steigend, denn für die nächsten Jahre sind umfangreiche weitere Elektrifizierungen geplant und teilweise bereits im Bau. Exemplarisch sei hierfür die Ferrovia Jonica in Kalabrien genannt. Auch die Strecke von Empoli nach Siena im Herzen der Toskana soll bis spätestens 2023 mit Fahrdraht überspannt sein. Noch allerdings ist sie eine Domäne klassischer Dieselfahrzeuge!

So faszinierend die praktisch im Stundentakt vorbei dieselnden, lokbespannten Züge Florenz - Siena vice versa mit D 445 auch sind und so schön die durchfahrene toskanische Hügellandschaft ist, so rar sind leider die bewuchsfreien Abschnitte an der Dieselpiste. Daher lag es nahe, auch den letzten dort im Licht fahrenden Zug noch auf dem kleinen Viadukt nördlich von Staggia Senese abzupassen. Zumal die auch um halb acht abends noch drückend-schwülheiße Luft allzu großen Ambitionen hinsichtlich eines weiteren Stellenwechsels entgegenwirkte...;)

Gegenüber dem bereits von Yannick gezeigten Hochformat aus dem Olivenhain hinaus (-> [www.drehscheibe-online.de] ), wählte ich für den Regionale 11788 (Siena - Firenze S.M.N.) eine etwas seitlichere Perspektive, die einen Blick über das Örtchen Lecchi mit seiner Kirche hinweg bis nach Castellina in Chianti, das rechts im Hintergrund auf dem Hügelkamm thront, erlaubt.

PS: Einen weißen SUV links unten auf der strada regionale hielt ich - zumal halb durch einen Baum verdeckt - für störend genug, ihn digital vollständig zu entfernen.

Datum: 20.06.2019 Ort: Staggia Senese [info] Land: Europa: Italien
BR: IT-D445 Fahrzeugeinsteller: Trenitalia
Kategorie: Bahn und Landschaft
Top 3 der Woche: 15 Punkte

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In mezzo al nulla
geschrieben von: Julian en voyage (296) am: 12.07.19, 00:06
Vor allem in den Achtziger- und Neunzigerjahren versuchte man in Italien mit der gezielten Ansiedlung gigantischer, oft (teil-)staatlicher Industrie-Anlagen in strukturschwachen, traditionell von Landwirtschaft geprägten Gebieten die Arbeitslosigkeit im „Mezzogiorno“ zu bekämpfen.

Skurril muten diese Versuche heute leider häufig an, wenn man die verwaisten Anlagen längst wieder geschlossener Betriebe, wie etwa des Chemiewerks nördlich von Crotone, betrachtet. Auch die Stahlindustrie in Taranto/Tarent ist nur noch ein Schatten ihrer selbst. Empfindliche Narben in die Umwelt gerissen haben sie dennoch…

Verhältnismäßig als Erfolgsgeschichte gesehen werden kann dagegen wohl das heutige FCA-Fahrzeugwerk Melfi, das zwischen 1991 und 1993 auf einer Fläche von 270 Hektar im Niemandsland des letzten Nordzipfels der Basilikata errichtet wurde. Seit 2014 zeichnet es für die Produktion des Jeep Renegade und des Fiat 500X verantwortlich.

Ein nicht unerheblicher Teil der Neuwagen verlässt die Basilikata dabei mit der Eisenbahn, wofür die Strecke zum Werk – Teil der einstigen Verbindung von Rocchetta über Spinazzola nach Gioia del Colle – gemeinsam mit der Linie Foggia – Potenza in den kommenden Jahren sogar elektrifiziert werden soll.

Bislang sind die Züge bis Foggia aber fest in Händen der Dieseltraktion, wobei Mercitalia hier schwerpunktmäßig noch auf die mittlerweile über vierzig Jahre alten Maschinen der Reihe D 345 zurückgreift.

Am Abend des 5. Juni 2018 müht sich D 345 1096 gemeinsam mit einer Schwesterlok im Altlack gehörig ab, den Auto-Ganzzug MRS 58408 (San Nicola di Melfi - San Ferdinando) aus der Senke zwischen Rocchetta S. Antonio und Candela zu wuchten. Aus dem Hintergrund grüßt der 1326 Meter hohe Monte Vulture, ein erloschener Vulkan, an dessen Hängen DOC-Weine reifen.

PS: Eine Eisenstange, die - aus dem sichtbaren Geländer am Gleis empor ragend - der Lokfront gefährlich nahe kam, habe ich per Photoshop entfernt.

Datum: 05.06.2018 Ort: Candela [info] Land: Europa: Italien
BR: IT-D345 Fahrzeugeinsteller: Mercitalia Rail
Kategorie: Zug schräg von vorn
Top 3 der Woche: 14 Punkte

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Il Cavalier d'Arpino
geschrieben von: Julian en voyage (296) am: 11.07.19, 00:03
Der Cavalier d'Arpino (deutsch: Ritter von Arpino), mit bürgerlichem Namen Giuseppe Cesari, ist neben Cicero (ja, DEM Cicero) und den römischen Feldherren und Staatsmännern Gaius Marius und (ungesichert) Agrippa einer der bekanntesten Söhne von Arpino. Eine durchaus beachtliche Bilanz an "Prominenten" für ein Städtchen mit nur gut 7000 Einwohnern.

Der Barockmaler, der - ganz im Zeichen seiner Zeit - vor allem Fresken und Gemälde mit sakralem Bezug schuf, die heute in ganz Italien und darüber hinaus bewundert werden können, machte den Namen Arpino über die nähere Umgebung hinaus bekannt. Er ist auch Namenspate des (durchaus empfehlenswerten) Hotels, von dem aus ich mich am Morgen des 1. Juni 2018 durch die schmalen Gassen des Stadtviertels Castello auf den Weg zur ersten Fotostelle des Tages machte.

Der Landschaftsblick, der sich dem Betrachter dort eröffnet, hat zwar - abgesehen vielleicht von der gewählten Darstellung im Hochformat ;) - wenig mit der Barockmalerei des Cavaliers zu tun, dafür aber im zarten Morgenlicht mit dem leichten Dunst im Hintergrund und der mehrfachen Tiefenstaffelung umso mehr mit dem Genre der Landschaftsmalerie späterer Jahrhunderte.

Die Bahn nimmt sich dabei vornehm zurück, ist aber dennoch vertreten: Zwei ALn 668 der letzten 3300er-Bauserie mit „Bergübersetzung“ und auf 120 km/h gedrosselter Höchstgeschwindigkeit knattern als Regionale 7471 (Avezzano - Cassino) über die mittlerweile leider in weiten Teilen zugewachsene Fachwerkträgerbrücke, um wenig später im Bahnhof der Stadt einen kurzen Zwischenhalt einzulegen.

Datum: 01.06.2018 Ort: Arpino [info] Land: Europa: Italien
BR: IT-ALn668 Fahrzeugeinsteller: Trenitalia
Kategorie: Bahn und Landschaft
Top 3 der Woche: 11 Punkte

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