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Unter der Kreuzburg und über der Ahr
geschrieben von: JH-Eifel (22) am: 16.07.21, 17:06
Unter der Kreuzburg überquert 796 690 der VEB mit weiteren Bei- und Motorwagen (996 299, 996 309, 796 802 ) auf seinen jährlichen Wochenend-Herbsttouren die nördliche Brücke kurz vor Erreichen des Bahnhofes Kreuzberg (Ahr). Der Fotograf Blick dabei nach Westen auf die Kreuzburg, als der Zug um 12:11 Uhr, am Samstag den 20.10.2018 die Ahr überquert.

Zu diesem Zeitpunkt ist die Ahr unter der Brücke kaum zu erkennen und fließt ruhig unter der KBS 477 hindurch. Damals konnte der Fotograf nicht ahnen welche Gewalt der Fluss, an gleicher Stelle, im Jahre 2021 aufbringen würde. Der unter der Brücke (neben der Ahr) gelegene Campingplatz wird wohl nicht unverschont geblieben sein. Ich war froh, das bei Durchfahrt des Zuges keines der zahlreichen Campingmobile den Weg unter der Brücke nutzte. Die in diesem Jahr reißenden Wassermassen waren zum Zeitpunkt des Fotos noch nicht vorstellbar und werden sich sicherlich nicht an die maximale (auf dem Schild an der Brücke angegebene ) Durchfahrtshöhe von 3,5 m gehalten haben. Deswegen möchte ich hier gerade heute dieses Bild zeigen, um auf bessere Zeiten an dieser idyllischen Strecke zu erinnern, als die Ahr Ihr Flussbett nicht verlies und die Schienenbusse der VEB im Herbst eine willkommene Abwechslung zu den verkehrten Lint-Triebwagen der DB-Regio darstellten. Zum Zeitpunkt des Fotos drohte jedoch bereits der Umbau der Ahrtalbahn mit ESTW. Die Strecke neben dem hiergezeigten Landschaftsbild noch zahlreiche Telegrafenmasten und Formsignale, welche durch das ESTW in naher Zukunft eigentlich dieses Jahr bereits fallen sollten. Jedoch auch im Jahr 2021 war auf der Strecke noch alles beim Alten und ich hoffte eine solche Schienenbuseinheit an der Ahr einmal wieder im Herbst aufnehmen zu können. Die Fahrten mit dem Schienenbus wurden an Samstag von der VEB (ausgenommen 2020) in den Monaten September und Oktober regelmäßig angeboten und von vielen Wein-Wanderern begeistert angenommen. Der Zug verkehrte dabei offiziell bis Altenahr, fuhr aber immer weiter bis Kreuzberg, um dort bis zur abendlichen Rückfahrt abgestellt zu werden. Die Hochwasserzerstörungen von 2021 werden jedoch dafür gesorgt haben, dass die Befahrbarkeit der Strecke noch etwas dauern wird. Wahrscheinlich wird dann aber nach der Sanierung die ein oder andere alte Brücke nicht mehr so wie vorher aussehen und die Formsignale gleich mit beseitigt werden. Hoffen wir jedoch, dass zumindest die Anwohner Ihre Ahrtalbahn bald wieder nutzen können.

Im Hintergrund des Zuges befindet sich auf einem Felskegel hoch über der Ahr die Burg Kreuzberg auf einem dreieckigen Felsplatz. Das Befestigungswerk ist abgesehen von der Kapelle jedoch nicht für die Öffentlichkeit zugänglich. Der als Crucenberg 893 erstmals erwähnte Ort Kreuzberg erhielt gegen 1100 auf dem Berg ein von Erzbischof Konrad Are-Hochstaden ein Verwaltungsgebäude welches später zur Kreuzburg ausgebaut wurde. Im Jahr 1659 ging die Burg an Johan Arnold Quadt von Wickrath. Nach wechselnden Besitzern und der Zerstörung 1686 im Pfälzischen Erbfolgekrieg durch französische Truppen wurde der Wohnbau 1760 durch Graf Carl Martin Ferdinand von Satzenhofen neu errichtet. Nach weiteren Wechseln erhielt im Jahr 1780 Graf Caspar Anton von der Heyden (Belderbusch) das Anwesen. Durch Ihn wurde der Bergfried mit einem Dach versehen und die Kapelle erneuert. Eine Kapelle gab es auf der Brug seit 1485. Ab 1820 diente die Burg als Jagdschloss der von Boeselager. Die Kellerräume der Burg wurden im zweiten Weltkrieg als Luftschutzräume genutzt und die Burg blieb im Krieg unzerstört. In den 50er Jahren wurde ein Verbindungstrakt zwischen Wohnbau und Bergfried errichtet. Heute gehört die Burg dem Malteserritter Albrecht Freiherr von Boeselager und trotze als Höhenburg auch der neuen Katastrophe des Hochwassers.

Neben der geschichtlichen markanten Kulisse und dem aktuellen Bezug stellt das Bild auch für mich persönlich eine Besonderheit dar. So war es (abgesehen von Testbildern) das erste Bahnmotiv welches ich mittels digitaler Technik angefertigt hatte, nach dem ich bis kurz davor nur analoge Bilder produzierte.

-Bildmanipulation: Ein rot/weißes Absperrband am rechten Bildrand auf der Wiese wurde digital entfernt.-


Zuletzt bearbeitet am 16.07.21, 23:39

Datum: 20.10.2018 Ort: Kreuzberg (Ahr) [info] Land: Rheinland-Pfalz
BR: 798 (alle Schienenbusse Bauart Bundesbahn) Fahrzeugeinsteller: VEB
Kategorie: Bahn und Landschaft
Top 3 der Woche: 11 Punkte

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Reichsbahn-Illusion im Pfefferminzland
geschrieben von: JH-Eifel (22) am: 09.06.21, 12:00
Am 19.09.2020, um 16:44 Uhr, zog 132 334 – 4 durch Guthmannshausen einen Stadtexpresswagenzug zwischen den beiden Bahnübergängen Siedlungsstraße und Nermsdorferstraße von Naumburg an der Saale Richtung Straußfurt weiter nach Erfurt. Es handelt sich um dem als Sonderzug verkehrenden Pfefferminz-Express. Der Fotograf steht dabei auf einem Feldweg in Guthmannshausen und blickt nach Osten. Die Hinfahrt des Zuges versackte noch in schlunzigen Wolken. Bei der Rückfahrt am Nachmittag gab es mehrere sonnige Bilder welche bereits in der Galerie vertreten sind: Seena [www.drehscheibe-online.de]; Buttstätt [www.drehscheibe-online.de]; Kölleda [www.drehscheibe-online.de]; Weißensee [www.drehscheibe-online.de]. Im Nachhinein kann also der Zugweg fotografisch hier nachverfolgt werden.

Der Zug durchquerte den Ort Guthmannshausen, welcher zum Landkreis Sömmerda im Thüringer Becken gehört. Südlich der Sinne (Höhenzug) verbindet dort die Pfefferminzbahn Straußfurt mit dem Eisenbahnknoten Großherringen. Die Region ist vorwiegend landwirtschaftlich geprägt. Schon lange gab es hier den Gewürz- und Arzneianbau. Somit erhielt die durchlaufende Bahnstrecke den umgangssprachlichen Namen Pfefferminzbahn. Sie ist eine Nebenbahn in Thüringen und Sachsen-Anhalt, welche (abgesehen von Sonderzügen) leider nur noch in Teilabschnitten befahren wird. Die Bahnstrecke, an der Guthmannshausen liegt, wurde am 14. August 1874 Saal-Unstrut-Eisenbahn-Gesellschaft (SUE) eröffnet und ist als eine eingleisige 53 Kilometer lange Normalspurstrecke. Im Jahr 1880 gab es täglich drei Zugpaare mit einer Reisezeit von knapp drei Stunden. In den Neunziger Jahren war die Strecke beliebtes Reiseziel von Eisenbahnfreunden, um mit den eingesetzten ex. DR-V100 noch etwas Reichsbahn-Nebenbahnflair zu erleben: [www.drehscheibe-online.de] . Heute ist die Strecke leider nur noch teilweise im ÖPNV betreiben. Bis 2006 wurde ein Teil der östlichen Pfefferminzbahn modernisiert und für eine Maximalgeschwindigkeit von 80 km/h ausgebaut. Eckartsberga und Oldesleben-Ellersleben erhielten Rückfallweichen. Der Personenverkehr auf dem westlichen Abschnitt wurde 2007 eingestellt. Auch der östliche Abschnitt hat keinen Personenverkehr mehr. Es gibt jedoch verstärkte Bemühungen zu einer Wiedereinrichtung eines Gesamtverkehres. Außer den jährlich verkehrenden Gesellschaftssonderzügen kam es auch zu Berufsverstärkerfahrten, den sogenannten Lückenfüllern: [www.drehscheibe-online.de] .

Neben den Kräutern ist die Region ein geschichtsträchtiger Ort. Bevor der Zug die Fotostelle querte, durchfuhr er vorher bereits den Ort Auerstätt an dem 1806 die entscheidende Schlacht von Jena und Auerstätt stattgefunden hatte. Am 13.10.1806 dort erlitten dort die preußischen Truppen große Verluste gegen die französischen Besatzungstruppen unter Napoleon Bonaparte. Der im Bild durchfahrene Ort Guthmannshausen wurde das erstmals urkundlich im achten Jahrhundert als Wodaneshusun erwähnt. Der Name geht auf den germanischen Gott Wotan zurück. Ab 1256 wird eine Besitzung von Albert von Gutenhusen nachgewiesen. Ab 1572 gehört der Ort zum Herzogtum Sachsen-Weimar. Guthmannshausen hatte in der weiteren Geschichte große Entbehrungen zu erleben: Vom Dreißigjährigen Krieg und der Pest strak gebeult, vernichtete 1793 ein großer Brand einen Teil der Häuser. Ab 1887 hatte der Ort Verbindung zum 1000 m Schmalspurnetz Weimar–Rastenberg/Großrudestedt bzw. Buttstedt. Über die sogenannte Laura aus Lossa. Guthmannshausen wurde zwar im Zweiten Weltkrieg von amerikanischen Truppen besetzt, aber später der sowjetischen Zone zugeteilt.

Die gezeigte eingesetzte Ludmilla gehört dort Erfurter Bahnservice Gesellschaft mbH (EBS). Sie wurde 1976 bei der Deutschen Reichsbahn als 132 334 – 4 in Dienst gestellt. Bei der Deutschen Bahn lief als 232 und wurde am 26.11.2008 Z-gestellt. Am 29.06.2015 gelangte die Maschine zur EBS (NVR-Nummer: 92 80 1232 334-3 D-EBS). Dort wurde sie ab dem 07.01.2016 wieder als 132 334-2 bezeichnet. Die EBS wurde 2006 gegründet und hat seit 2007 die Zulassung als EVU. Sie setzt viele historische Lokomotiven im Sonder- und Güterzugverkehr ein.

Ausblick: Durch die Bundesgartenschau 2021 in der Region kommt es ggf. wieder zu mehr Verkehr und Bekanntheit dieser Strecke. In Buttstädt wird der hofartig umschlossene alte Friedhof im italienischen Still (Camposanto) mit in die BUGA eingebunden. Am 04. August 2021 soll auf der Pfefferminzexpress wieder einmal ein Sonderzug (Gera - Erfurt und zurück) mit einer Dampflok verkehren.


Zuletzt bearbeitet am 09.06.21, 12:13

Datum: 19.09.2020 Ort: Guthmannshausen [info] Land: Thüringen
BR: 232,233,234,241 (alle Ludmilla-Baureihen) Fahrzeugeinsteller: EBS
Kategorie: Zug schräg von vorn
Top 3 der Woche: 4 Punkte
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König der Züge und der König von Preußen
geschrieben von: JH-Eifel (22) am: 07.06.21, 21:03
„Nicht jeder Tag kann glüh'n im Sonnenlichte;
Ein Wölkchen und ein Schauer kommt zur Zeit.“,
so heißt es in der dritten Strophe, aus dem 1830, weit weg vom Rhein, in Halberstadt von Bernhard Thiersch entstandenen Preußenlied. Das Lied entstand in der Zeit der Romantik weit weg vom Rhein und galt als eine Art Nationalhymne für Preußen. Die Romantik jedoch verhalf dem Rhein zu seiner heutigen Berühmtheit und Mythos als besonderen Strom. „Nichts aber vermag den Eindruck so zu verschönern und zu verstärken als die Spuren menschlicher Kühnheit an den Ruinen der Natur, kühne Burgen auf wilden Felsen“ beschrieb Friedrich Schlegel seine Eindrücke auf einer Rheinfahrt im Jahre 1806. Insbesondere aber englische Touristen verhalfen später jedoch dem deutschen Rheinmythos zu seiner Bekanntheit. Die Rheinprovinz selbst kam erst 1815 (Wiener Kongress) zu Preußen.

Als mir das gezeigte Bild heute in die Finger kam war es ein trüber Tag („nicht jeder Tag kann glühen im Sonnenlichte“). Vor genau zwei Jahren am 07.06.2019 war es jedoch ein fast wolkenloser Tag, als die 101 040 von DB-Fernverkehr um 08:32 Uhr mit dem „König der Züge“ das königlich preußische Schloss Stolzenfels passierte. Der Fotograf blickt dabei in Richtung Westen, von Lahnstein über den Rhein, zum Koblenzer Stadtteil Stolzenfels. Nur ein kleines Wölkchen („ein Wölkchen kommt zur Zeit“), zog am Horizont vorbei (linker Bildhintergrund). „Ich bin ein Preuße, will ein Preuße sein!“ heißt es im oben angesprochenen Lied weiterhin, dies tritt sicher auf den Orientexpress nicht zu, welcher eher internationale Wurzeln besitzt; dennoch scheute er den Weg im Jahre 2019 durch die ehemals preußische Rheinprovinz nicht. Auf Schloss Stolzenfels wehte auch 2019 die Preußenfahne.

Der Orientexpress reiht sich in eine Vielzahl berühmter Züge ein, welche den Rhein bereits besuchten. So war der ursprüngliche Rheingoldzug auch vom Orientexpress inspiriert. Frank H. zeigte an gleicher Stelle (mit anderem Blickwinkel) bereits den späteren Rheingold in seiner Bundesbahn-Variante: [www.drehscheibe-online.de], insofern darf hier der König der Züge in Form des Orientexpresses auch nicht fehlen.

Der siebte Juni, an welchem der Zug den Weg nach Deutschland fand ist jedoch im Bezug auf das im Hintergrund befindliche Schloss auch fast schon symbolisch. Der 07.06.1840 war der Todestag des preußischen Königs Friedrich Wilhelm III (*1770). Danach übernahm Friedrich Wilhelm der IV. (*1795-+1861), welcher die maßgebliche Rolle bei der Ausgestaltung des Schlosses Stolzenfels spielte. In der Zeit seiner Regierung gab es neben weitreichenden politischen Umbrüchen auch die industrielle Revolution. Diese technische Revolution bewirkte auch die spätere Eröffnung der Bahnstrecke im Mittelrheintal am 15.12.1859. Ab Bingen überschritten die Züge die damals noch bestehende Zollgrenze zwischen Preußen und Hessen. 1959 wurde die heutige KBS471 dann elektrifiziert, um in ein weiteres neues technisches Zeitalter einzutreten.

Das im Bild zu sehendem Schloss wurde ursprünglich in Form einer im Hang gelegenen Zollburg (1242 bis 1259) erbaut. Dort wurde bis 1412 der Rheinzoll erhoben. Gebaut wurde die Burg im 13. Jahrhundert vom Trierer Erzbischof Arnold von Isenburg. 1689 wurde die ursprüngliche Burg durch französische Truppen im pfälzischen Erbfolgekrieg zerstört und 1823 von Koblenz dem preußischen König Friedrich Wilhelm geschenkt. Friedrich Wilhelm IV beauftragte die Architekten Karl Friedrich Schinkel (*1781-+1841) und Friedrich August Stüler (*1800-+1865) ab 1836 mit Wiederaufbau. Die Beaufsichtigung der örtlichen Bauarbeiten Ehrenbreitsteiner Festungsbaumeistern. Das Schloss wurde später zum Inbegriff der Rheinromantik und 1842 eingeweiht. Schloss Stolzenfels liegt gegenüber der Lahnmündung. Der markante Bergfried wurde zweimal aufgestockt. Der Name des heutigen Schlosses geht auf den Ritter Walter Burggraf von Stulzenvels zurück. Die Bausubstanz der Ruine wurde auf Ansinnens Friedrich Wilhelm IV erhalten und mit einem neugotischen Schloss erweitert. Das heutige Ensemble fällt insbesondere durch seine hellen Ockerfarbtöne dem Betrachter besonders ins Auge. Als Teil des UNCOSO-Weltkulturerbes Mitterheintal besuchen ca. 250 000 Touristen die Schlossanlage im Jahr. Mit der Gestaltung der umfangreichen Gartenanlagen des Schlosses wurde der berühmte Peter Joseph Lenné (*1789-+1866) beauftragt. Der Auftraggeber Friedrich Wilhelm IV träumte von einer Wiederherstellung des 1806 untergegangenen heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation (allerdings unter Führung der Hohenzollern). Sein Wunsch wurde später in abgewandelter Form durch die Reichsgründung 1871 möglich. Jedoch erst in der Regentschaft seines Bruders Wilhelms I (*1797-+1888, späterer Kaiser Wilhelm I ). Wilhelm I folgte seinem Bruder Friedrich Wilhelm IV, da dieser 1858 aus gesundheitlichen Gründen als Monarch abtreten musste. Friedrich Wilhelm IV besuchte 1815 in Form eine Rheinreise das Mittelrheintal und war maßgeblich an der heutigen Gestaltung der Burg beteiligt. Zuletzt ließ er bis 1833 die rechts im Bild zu erkennende Pfarrkirche St. Menas, unterhalb des Schlosses, errichten. Sie ist nach dem heiligen Menas (ägyptischer Soldat) benannt und mit diesem Namen eine Besonderheit nördlich der Alpen. Die Kirche steht auf den Mauern einer bereits um 1100 errichteten Kapelle. Die später aufgebaute Kirche besteht aus einem neuromanischen Saalbau mit unverputztem Bruchsteinwerk. Das geschützte Kulturdenkmal St.Menas ist Teil der Pfarrgemeinschaft Koblenz-Innenstadt.

Der Hauprotagonist ist neben dem Schloss und dem Rhein der ebenfalls berühmte Orientexpress. DB-Fernverkehr 101 040 durfte Ihn an diesem Tag Richtung Koblenz das Mittelrheintal hinaufziehen. Auch zu den Blütezeiten des Orientexpress wurden vor dem Zug keine eigenen Lokomotiven, sondern angemietete Maschinen der verschiedenen Staatsbahnen eingesetzt. Seit 1883 befindet sich der Luxuszug mit exquisiten Schlaf-, Speise- und Salonwagen auf der Fahrt durch Europa. Inspiriert wurde der belgische Ingenieur Georges Nagelmackers und die damalige Betreibergesellschaft Compagnie Internationale des Wagons-Lits (CIWL gegr. 1872) von den amerikanischen Pullman-Wagen. Speisewagen waren damals in Europa noch unbekannt. Der Orientexpress führt heute noch gleich drei dieser Speisewagen. Der Orientexpress war der erste von der CIWL eingeführte Luxuszug. Zu den Fahrgästen des berühmten Orientexpresses zählten Filmstars und gekrönte Häupter. König Ferdinand I (*1861-+1948) von Bulgarien und dessen Sohn Boris III (*1894-+1943) führten sogar des Öfteren den Zug, auf Ihrem Staatsgebiet, selbst als begeisterte Lokführer. Eine Berechtigung dazu besaß allerdings nur Boris III, sodass es durch den Fahrstill von Ferdinand I bei den Fahrgästen des Öfteren Beschwerden über die unangepasste Fahrweise von Ferdinand I kam. Die CWIL wurde später durch den Accor Konzern übernommen. 1971 gingen die modernen Wagen der CIWL an die verschiedenen Bahngesellschaften und wurden im Trans Euro Night (TEN, 1971 – 1995) eingesetzt. Die originalen Wagen des Orientexpresses waren nach dem Zweiten Weltkrieg verstreut in Europa. Zur Zeit der Luxuszüge vor dem Ersten Weltkrieg hatte die Gesellschaft noch 1740 Wagen im Einsatz und vor dem zweiten Weltkrieg noch 840 Stück in den verschiedenen Zügen. Der berühmte Orientexpress wurde am 4.10.1883 eingeweiht. Ab 1889 konnte man Konstantinopel (Istambul) per Zug aus Europa bequem erreichen. Ab 1919 vermied man das Gebiet der ehemaligen Kriegsgegner Deutschland und Österreich. Der sogenannte Simplon Orient Express verkehrte bis Bukarest mit Kurswagen nach Istanbul und sparte die bisherigen Stationen Wien und München aus. Der Orientexpress fuhr lange Zeit noch auf europäischen Gleisen als normaler Fernschnellzug, allerdings nicht mit den historischen Wagen. Ebenfalls gab es bis 2009 einen Zubringerzug zum TGV, welcher zwischen Wien und Straßburg auch mit dem Namen Orient-Express verkehrte.

Der im Bild zu sehendem Zug verkehrt Seit 1982 verkehrt der Orientexpress als Luxus-Urlaubszug mit alten originalen Wagen wieder. Auch wenn eine 101 vor diesen alten Wagen schon etwas anachronistisch wirkt. Sie macht sie jedoch gut als farblicher Kontrast zu den royal blauen Luxus-Waggons. Diese Wagen wurden ab 1977 in aller Welt zusammengesucht und als Venice Simplon-Orient-Express zusammengefügt. Die Wagen sind mit edlem Teakholz furniert und edlen Metallen und Kristall ausgestattet. Eine Reise von zwei Tagen Dauer kostet zwischen 2000 und 4000 €. Die Originalroute wird für ca. 9000 € angeboten. Der heutige Zug steht in Diensten der Belmond, welche seit 2019 Teil des LVMH Moët Hennessy – Louis Vuitton SE Luxusgüterbranchenführer ist. Im Zug werden, während der Fahrt, exzellente Menüs vom französische Chefkoch Christian Bodiguel serviert. Den Gästen steht ein persönlicher Kabinensteward zur Verfügung.

Da der Zug am 07.06.2019 im Sommer am Rhein entlangfuhr, konnte er nicht wie in Agatha Christie zu ihrem Krimi „Mord im Orient-Express“ in einer Schneewehe stecken bleiben. Ein Mord ist den Fahrgästen sicher auch erspart geblieben. So blieb es bei dem ungetrübten Erlebnis des Zuges bei Reisenden und Bahnfotografen. So blad ein uneingeschränkter touristischer Verkehr in Europa wieder möglich ist hoffen wir auch diesen interessanten, aber seltenen Gast einmal wieder am Rhein begrüßen zu dürfen.

Zuletzt bearbeitet am 07.06.21, 21:56

Datum: 07.06.2019 Ort: Stolzenfels - Koblenz [info] Land: Rheinland-Pfalz
BR: 101 Fahrzeugeinsteller: DB
Kategorie: Bahn und Landschaft
Top 3 der Woche: 8 Punkte

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Der frühe Kanarienvogel
geschrieben von: JH-Eifel (22) am: 01.06.21, 16:45
Der frühe Kanarienvogel sammelt die Schüler ein. Wie ein Tierfilmer muss man dem Kanarienvogel, für gute Aufnahmen, am frühen Morgen auflauern. Der 629-Einzelgänger VT 72 der Hessischen Landesbahn (HLB) sorgt auch 2021, mit der im Westerwald noch teilweise vorhandenen Bahninfrastruktur, für-Nebenbahnidylle. An diesem letzten Mai-Morgen fuhr der VT72 planmäßig, um 07:13 Uhr in den Bahnhof Langenhan ein. Obwohl ein wolkenloser Tag angekündigt war, hielten sich letzten Wolkenreste hartnäckig aber stimmungsbereichernd über den Höhen des Westerwaldes. Die Wolken waren aber brav und positionierten sich im Bildhintergrund, ohne die Sonne bei der Ausleuchtung des Motives zu behindern. Dieser Zug auf der Linie RB90, ist die fotogeneste Leistung des 629 072 und verkehrt planmäßig als HLB61563 im Schülerverkehr. Im restlichen Verkehr finden sich hier 640/648 und GTW der HLB (Vgl. dazu mein Bild vom 24.06.2020: [www.drehscheibe-online.de] ). Passend zum Frühzug gibt es dann noch eine Rückleistung am Mittag, welche aber schlechter im Licht verkehrt. Glücklicherweise ist der 629 gut motorisiert. Seine 628-Schwestern, welche 1989 bei der Bundesbahn die Schienenbusse und Akkutriebwagen im Westerwald ablösten, hatten mit der einfachen Motorisierung teilweise Ihre Probleme im hügligen Westerwald. 2004 folgten den 628 die ersten Lint der Vectus nach. Die Vectus-Betreibergesellschaft wurde 2014 von der HLB übernommen. Bis heute hält sich der VT72 als Einzelgänger auf dieser interessanten Strecke. Seine letzte Hauptuntersuchung hat er am 19.02.2021 gerade erst erhalten, sodass dieses interessante Fahrzeug theoretisch noch eine Zeit eingesetzt werden könnte. Auf Grund seiner Größe eignet er sich bei der HLB besonders gut für den, hier gezeigten, sogenannten „Schülerumlauf“. Während der Ferien verkehrt der VT72 allerdings nicht.
Der Schülerzug durchfährt den mit alter Technik und flachen Bahnsteigen ausgestatteten Bahnhof Langenhahn an der KBS 461.

Langenhahn liegt im Oberwesterwald und wurde im Jahre 1334 erstmals als Landenhain urkundlich erwähnt. Der Ortsname Langenhahn soll von dem Namen Lando, welcher als Name für Personen genutzt wird, herrühren. Die derzeit vorhandene Gemeinde Langenhahn setzt sich seit 1969 aus mehreren aufgelösten Gemeinden zusammen und liegt auf 400 bis 500 Höhenmetern. Die Oberwesterwaldbahn an der der Bahnhof liegt wurde in diesem Streckenabschnitt ( Hachenburg – Hadamar) am 01.10.1886 eröffnet. Neben dem immer noch vorhandenen Personenverkehr fand hier früher auch ein umfangreicher Güterverkehr für den Basaltabbau statt. Zudem wurden in Langenhahn öfter Militärzüge verladen. Heute verirren sich keine planmäßigen Güterzüge mehr hierhin. Das Entstehen der Strecke war ursprünglich durch den Wunsch einer Verbindung zwischen Köln und Frankfurt am Main geprägt. Der Bau der Strecke wurde jedoch erst später wieder durch die Nassauische Regierung in Form einer Streckenplanung (Wiesbaden – Limburg -Siegburg- Köln) aufgegriffen. Als Bahnstrecke von West nach Ost wurde sie als weltweit wichtige Strecke zwischen den Märkten in Asien und England präsentiert. Erst 1869 erhält die Hessische Landesbahn aus Nassau die Konzession zum Bau der Strecke. Interessanterweise verkehrt nach Jahren des Reichs- bzw. Bundesbahn heute hier wieder die Hessische Landesbahn.



Zuletzt bearbeitet am 01.06.21, 22:58

Datum: 31.05.2021 Ort: Langenhahn [info] Land: Rheinland-Pfalz
BR: 628 Fahrzeugeinsteller: HLB
Kategorie: Stimmungen mit Zug
Top 3 der Woche: 19 Punkte

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Eschhofen EW
geschrieben von: JH-Eifel (22) am: 24.05.21, 23:57
Ein wahres Kleinod ist, das an der Westseite des Bahnhofes Eschhofen gelegene ehemalige mechanische Wärterstellwerk. Das Gebäude präsentiert sich in einem hervorragend gepflegten Zustand, obwohl es nicht mehr in Betrieb ist. Auf dem Fahrradwegeschild ist zu erkennen, dass es noch 400 m bis zum zugehörigen Bahnhof sind. Das Stellwerk liegt bei Bahnkilometer 49,4 (gemessen an der Lahntalbahn KBS 625) und direkt am Bahnübergang Mühlener Straße. Im Hintergrund der Regionalbahnhof Eschhofen. Der Bahnhof ist ein Trennungsbahnhof zwischen der nicht elektrifizierten Lahntalbahn (KBS 625) nach Wetzlar und der elektrifizierten Main-Lahn-Bahn nach Frankfurt. Der Bahnhof dient lediglich als Regionalbahnhof. Er wurde am 10. Januar 1863 an der Lahntalstrecke eingeweiht. 1875 wurde dann von dort aus die Main-Lahn Bahn bis Niederselters eröffnet. 1993 ging der Bahnhof von der Deutschen Bahn an die Stadt über. Eschhofen gehört seit dem 1. Juli 1974 zur Kreisstadt Limburg an der Lahn (Gebietsreform Hessen). Eschhofen selbst wurde 1279 erstmals erwähnt und besteht wohl seit dem Jahre 500. Das heutige Eschhofen wird aus Ortsteilen des gleichnamigen Ortes und dem Ort Mühlen gebildet. Der Name Mühlen taucht auch in Form des Straßennamens am Bahnübergang auf. Für die Entstehung der Ansiedlung spielte die fränkische Heerstraße und eine im Ortsgebiet liegende Furt eine bedeutende Rolle. Die Burgstraße im Ort verweist heute noch auf eine damals entstandene Wehranlage, welche ausschlaggebend für die spätere Ansiedlung war. Am Ende des Zweiten Weltkrieges standen große Teile Eschhofens für mehrere Wochen unter Wasser, da Teile der gesprengten Autobahnbrücke die Lahn aufstauten. Heute präsentiert sich Eschhofen als Ortsteil von Limburg und ist von pulsierenden Verkehrsadern aller Art umgeben. Die Brücke der ICE Neubaustrecke (KBS 472) ist von Eschhofen deutlich zu erkennen (hier auf dem Bild nicht zu sehen). Unten im Tal am Stellwerk passieren regelmäßig alle Regionalzüge der Lahntalbahn mit Triebwagen der Hessischen Landesbahn und DB von Koblenz bzw. Limburg nach Wetzlar den Bahnhof und die 143 bespannten Wendezüge der Main Lahn Bahn nach Frankfurt. Dabei zeigt sich in der Hier fotografierten Richtung jedoch nicht die Lokomotive, sondern der Steuerwagen. Eine regelmäßige Abwechslung bietet der täglich gegen Nachmittag eintreffende Güterzug aus Richtung Frankfurt nach Limburg an der Lahn, welcher die Güterwagen zur Tonabfuhr zuführt. Mit dem Gegenzug wird der Ton aus dem Westerwald nach Domodossola (Italien) gefahren. Der Zug wird mit zwei Lokomotiven der Baureihe 185 oder 193 bespannt. Auch Eschhofen hat Bezüge zu diesem Ton. Bereits 2500 v. Christ sind hier Funde aus Bandkeramik gefunden worden. Der hier fotografierte Zug ist mit den beiden DB-Cargo Lokomotiven 185 100 und 134 bespannt und hatte in wenigen Minuten sein Ziel Limburg an der Lahn erreicht. An diesem Tag ( 29.03.2021) durchfuhr er um 15:12 Uhr Eschhofen, als der Fotograf mit Blick nach Osten auf den Zug wartete. Zu diesen Zügen ist zu ergänzen, dass sie währen der Betriebsferien in Italien gerne einmal ausfallen können, da der Ton nach Italien zur Verarbeitung abtransportiert wird. Sollte es zu Sperrungen auf der Main Lahn Bahn kommen werden diese Züge über die Lahntalstrecke umgeleitet und dann meistens mit Class-Lokomotiven befördert. Das Stellwerk in Eschhofen wird aber in beiden fällen von den Zügen passiert.

Zuletzt bearbeitet am 25.05.21, 20:47

Datum: 29.03.2021 Ort: Eschhofen [info] Land: Hessen
BR: 185 (Bombardier TRAXX F140 AC1/2) Fahrzeugeinsteller: DB
Kategorie: Zug schräg von vorn
Top 3 der Woche: 0 Punkte

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Ludendorff und Luxemburg
geschrieben von: JH-Eifel (22) am: 21.05.21, 00:40
Zu der Serie von Stimmungsbildern mit dunkler Wolkenfront: [www.drehscheibe-online.de] , [www.drehscheibe-online.de] möchte ich meinen Beitrag leisten:

Am Mittwoch, den 19.05.2021 durchfährt die CFL 4020 mit einem Güterzug Richtung Bonn die östlichen Brückentürme der ehemaligen Ludendorff-Brücke bei Bahnkilometer 110,4, bevor der Zug den Haltepunkt Erpel passiert. Dunkle Wolken im Hintergrund scheinen die tragische Geschichte des im Hintergrund befindlichen Bauwerkes zu symbolisieren, als einige der wenigen Sonnenstrahlen auf den Zug treffen.

Die Türme im Hintergrund gehören zu der als „Brücke von Remagen“ bekannt gewordenen ehemaligen Eisenbahnbrücke, welche eine tragische Rolle in der Endphase des Zweiten Weltkrieges spielte. Die Brücke wurde nach dem im Ersten Weltkrieg zur Spitze der Obersten Heeresleitung (OHL) gehörenden General der Infanterie Erich Friedrich Wilhelm Ludendorff (*1865 - +1937) benannt. Das Bauwerk wurde von S.M. Kaiser Wilhelm II (*1859- + 1941) auf diesen Namen getauft. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde Ludendorff, welcher im Krieg seine Macht bereits stark ausbaute, durch den Hitler-Ludendorff-Putsch und sein politisches Wirken weiterhin zu einer einflussreichen Person. Insofern ist der Name ggf. Vorbote für das späteren Schicksaal des Bauwerkes im Zweiten Weltkrieg.

Geplant wurde die Brücke seit 1916 aus strategischen Erwägungen noch im Ersten Weltkrieg, um Nachschubwege der rechten Rheinstrecke zur Ahr- und Eifelstrecke zu festigen. Schienen wurden jedoch im Jahre 1919 verlegt, da es Bauverzögerungen gab. Es war das letzte Großprojekt der preußischen Staatseisenbahn. Das Bauwerk war 325 lang und bei 14,80 m über dem Normalwasserstand des Rheines angelegt. In der Mitte des Flusses befand sich ein Brückenpfeiler. Die Brücke selbst war aus Stahl (4800 Tonnen) ausgeführt. Es befanden sich an beiden Seiten Fußgängerstege. Die Brücke ähnelte der Hindenburgbrücke (Rüdesheim – Kempten) und Kronprinzenbrücke in Neuwied-Engers. Die Ludendorff-Brücke überquerte in einem System von Blockstellen nach einem Tunnel über die rechte Rheinstrecke und endete auf der anderen Seite mit Anbindung an die Linke Rheinstrecke und die Ahrtalbahn nach Bad Bodendorf. Sie war auch für Straßenfahrzeuge gangbar. Die auf Bild zu sehenden Türme wurden so massiv ausgeführt, da es sich um eine Brücke mit hoher militärischer Bedeutung handelte. Es war zur damaligen Zeit üblich solche Brücke an den Kopfenden durch Wachtürme zu verstärken. Die Brückenkopftürme an den Wiederlagern hatten Truppenunterkünfte und Schießscharten. Vom Dach der Türme kam man das gesamte Tal überblicken.

Bekannt wurde das dieses Bauwerk durch den Kriegsfilm: ,,Die Brücke von Remagen“ aus dem Jahre 1969. Der Stoff für diesen Film waren die Ergebnisse, welche sich zur Endphase des Zweiten Weltkrieges im Rheinland abspielten und zum Einsturz der Brücke führten. Die Brücke war bereits vorher schon für die mögliche kriegsbedingte Sprengungen von Wehrmachtspionieren vorbereitet worden. Nach der Landung der Alliierten Truppen in der Normandie stand die Sprengung der Brücke von deutscher Seite, zur Verhinderung eines weiteren Vordringens alliierter Kräfte, unmittelbar bevor. Ursprünglich sollte die Brücke relativ früh gesprengt werden, jedoch wurde sich später für eine Schnellsprengung auf rechtsrheinischer Seite entscheiden, um möglichst viele deutsche Truppen noch auf andere Rheinseite zu bringen. Am 7. März 1945 erreichte eine Vorhut der 9. US-Panzerdivision die intakte Brücke und konnte diese einnehmen. Große Teile der amerikanischen Truppen überqueren die Brücke und auf der linken Rheinseite wurde von ihnen ein militärischer Brückenkopf errichtet. Ab dem achten März versuchte die deutsche Seite in einem Gegenangriff die Brücke zurückzuerobern bzw. zu zerstören. Das Bauwerk wurde von Mörsern und aus der Luft bombardiert. Dabei kamen auch Arado Ar 234 Strahlflugzeuge und V2 Raketen zum Einsatz. Am 12.03.1945 stürzte die beschädigte Brücke aus Überlastung ein und riss mehrere US-Soldaten mit in den Tod. Die Verkehrsverbindung wurde zeitweilig mit Pontonbrücken wieder hergestellt. Die Ludendorff-Brücke wurde allerdings nicht wieder aufgebaut. Hitler lies nach dem militärischen Desaster, mit dem berühmten Standgericht West, die verantwortlichen Wehrmachtsoffiziere hinrichten.

Die Deutsche Bundesbahn baute die Brücke nicht wieder auf, aber hielt bis 1962 die Zuführungsgleise noch frei. Nach der Elektrifizierung beider Rheinstrecken wurden alle Wiederaufbaupläne auch aus Kostengründen verworfen. In Unkel steht bis heute noch ein ehemaliges Blockstellenhaus an der Abzweigstelle. Dieses lässt sich ebenfalls fotografisch umsetzen. Der noch im Rhein befindliche Pfeiler wurde 1976 entfernt. In den Türmen auf der Remagener Seite befindet sich heute das Friedensmuseum, welches die Geschichte der Brücke im Zweiten Weltkrieg thematisiert. Alle Türme stehen unter Denkmalschutz. Auf der Erpler Seite sind diese nicht zugänglich und seit dem Krieg noch im Ursprungszustand. Teile der Zufahrtsrampen lassen sich auch noch bis heute finden. Zwischen den Kriegen wurde Brücke jedoch mehr von Fußgängern als Zügen genutzt. Mittlerweile sind die Brückentürme touristische Anziehungspunkte der Region.

Die links neben Zug (in den gleichen Farben der Lok) wehende Fahne zeigt das Wappen der Gemeinde Erpel. Es sind drei goldene Kronen in einem roten Schildhauptfeld und darunter ein schwarzes Kreuz auf silbernem Grund und rechts (kaum zu erkennen) zwei goldene gekreuzte Schlüssel auf blauem Grund zu sehen. Die Kronen weisen, wie im Wappen von Köln, auf die Reliquien der heiligen drei Könige hin. Laut einer Legende waren diese 1164 auf dem Weg nach Köln in der Kirche in Erpel eingelagert. Die Schlüssel sind das Erpeler Schöffensiegel (Herrschaft des Kölner Domkapitels von 1167 bis 1803) und das Kreuz weist auf die Zugehörigkeit zu Kurköln hin. Als „Freie Herrlichkeit“ war Erpel lange keiner weltlichen Macht unterstellt. Heute gehört die Gemeinde Erpel gehört zum Landkreis Neuwied.

Mir dienten die Türme und die Fahne als Kulisse für eine deutsch- luxemburgische Einheit in Form des abgelichteten Güterzuges. Die Bombardier-Lokomotive (91 82 000 4020-5 L-CFL) wurde am 18.03.2005 an die Luxemburgische Staatsbahn ausgeliefert und hatte an diesem Tag den Auftrag einen Güterzug entlang des Rheines nach Norden zu befördern. Es dürfte sich hierbei um den DGS 47679 Luxembourg secteur Triage - Köln Eifeltor II handeln.


Zuletzt bearbeitet am 21.05.21, 10:44

Datum: 19.05.2021 Ort: Erpel (Rhein) [info] Land: Rheinland-Pfalz
BR: LU-4000 Fahrzeugeinsteller: CFL
Kategorie: Stimmungen mit Zug
Top 3 der Woche: 11 Punkte

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Letzter Telegraphensommer im Westerwald
geschrieben von: JH-Eifel (22) am: 19.05.21, 23:59
Eine typische Westerwald-Eisenbahnidylle bietet sich an einem lauen Frühsommerabend. Mit dem Blick nach Süden gerichtet steht der Fotograf bei km 38.6 unweit des Haltepunkt Enspel. Das 1261 erst einmal als Encenmulen erwähnte und später dem Herzogtum Nassau zugeschlagene Enspel findet sich in der Nähe von Westerburg. Enspel liegt auf einer Anhöhe des Westhanges des Stöffel (Basaltgebierge). In dieser Region wird dementsprechend seit 1900 bereits Basalt abgebaut. Basalt ist besonders für den Straßen- und Gleisbau gut geeignet. Im Hintergrund ist dies gut anhand der hervorragenden Gebäude der Basaltindustrie zu erkennen. Heute zählt die Basalt AG zu führenden Baustoffproduzenten in Deutschland. Am 2. Juni 1888 wurde die Basalt Union Steinbruch Basalt Actien Gesselschaft Bergisch westerwlder Harteinwerke unter der Direktive des Kölner Steinbruchbesitzers Wilhelm Zervas gegründet. Die Actien Gesellschaft besaß auch die Mehrheitsanteile an der Bröltalbahn (Hennef – Waldbröhl) in Beuel. Der hier abgelichtete Triebwagen bewegt sich jedoch auf dem am 01.10.1886 zwischen Hachenburg - Westerburg und Hadamar eröffneten Abschnitt der Oberwesterwaldbahn AU (Sieg) - Limburg an der Lahn (KBS461). Auf dem Bild sind noch die vielmals für Nebenbahnen typischen Telegraphenmasten zu erkennen, welchen zu dieser Zeit nur noch an wenigen Stellen der Strecke vorhanden waren. Lange waren sie im Bereich Enspel noch zu finden. Im Herbst 2020 werden sie dort bereits verschwunden sein. Am 24.06.2020 war die Bahnidylle noch in Ordnung, als der VT209 (Baureihe 640) der Hessischen Landesbahn (HLB) auf der RB90 als HLB61576 seinem Ziel Altenkrichen entgegensteuerte. Auch wenn es sich hier nicht um einen in eine solche Nebenbahnszene passenden Schienenbus oder V100 handelt, spiegelt der Triebwagen den modernen Charm eines neumodischen Schienenbusses wieder. Die gelbe Farbe leuchtet ansprechend in den letzten Sonnenstrahlen des Tages. Als der Zug am Fotografen vorbeirumpelt war es bereits 21:00 Uhr. Gut, dass ich mich nach einer Foto-Tour an Lahn, Dill und im Westerwald am Abend habe noch hinreisen lassen das letzte Licht dieses sonnigen Tages noch auszunutzen. Wenig später waren diese Aufnahmen nicht mehr möglich. Die Stelle ist auch heute noch im Sommer umsetzbar, allerdings ohne Telegraphenmasten. Der Fahrzeugeinsatz auf dieser Strecke ist eine Mischung aus 640, 648 und GTW der HLB. Im Schülerverkehr ist auch der 629 der HLB zu finden.


Zuletzt bearbeitet am 20.05.21, 00:04

Datum: 24.06.2020 Ort: Enspel [info] Land: Rheinland-Pfalz
BR: 640 (LHB/Alstom LINT 27) Fahrzeugeinsteller: HLB
Kategorie: Bahn und Landschaft
Top 3 der Woche: 7 Punkte

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Verlassenes Stellwerk und eine E40
geschrieben von: JH-Eifel (22) am: 18.05.21, 18:08
Bereits im Jahre 2020 hatte ich bei Niederhövels schon einmal einem Güterzug in dieser Galerie präsentiert. Jedoch reizte es mich immer einmal die Stelle in der blattlosen Zeit umzusetzen, da dann das Motiv des verlassenen Stellwerks dann besser zur Geltung kommt. Bei der heute präsentierten Aufnahme erlaubte der etwas niedrigere Wasserstand auch einen etwas leicht veränderten Standort. Die Beschreibung des Motives bei Bahnkilometer 74,8 spare ich mir ausnahmsweise. Erläuterungen zum Ort und zur Geschichte der Strecke finden sich unter meinem Bild vom 25.04.2020: [www.drehscheibe-online.de]

Alternativ gehe ich näher auf die Umstände der Bildentstehung ein:
E40 128 des DB-Museums war am Karfreitag, den 02.04.2021 als Tfzf von Koblenz-Lützel auf dem Weg nach Crailsheim zur Abholung des Kanzlerwagens. Ich erhielt den Tipp von einem Freund, war jedoch noch bis kurz vor Abfahrt des Zuges auf Grund des Wetters unentschlossen, ob ich die Ablichtung der Lok wirklich in Angriff nehmen sollte. Das Wetter sollte laut Vorhersage wechselhaft bzw. nur in bestimmten Regionen gut werden. Mein Bekannter hatte sich für den nächsten Tag eine andere Stelle an der Siegstrecke ausgesucht und ich haderte ebenfalls noch bis kurz vor Abfahrt des Zuges, ob es sich überhaupt lohnt zu fahren. Nachdem ich den Wolkenfilm im Internet genauer studiert hatte, war zu erkennen, dass es erst ab Wissen zuverlässige Aussicht auf Sonne gab. Kurzentschlossen fuhr ich erst einmal zum Bahnhof Weißenthurm am Rhein, um zu prüfen, ob der Zug pünktlich abgefahren war. Um 10:50 Uhr beobachtete ich dort die Durchfahrt der Lok bei dickem Wolkenhimmel. Ohne Stress ging es dann zu der von mir bereits bekannten Fotostelle bei Hövels. Ich hatte auf Grund der langen Fahrzeit der E40 128 genug Zeit dort hinzugelangen, bis mir eine 215 082 mit einem Kran im Anmarsch gemeldet wurde. Dieses Gespann wollte ich dann an der Sieg auch noch erwischen. Das schaffte ich dann sogar, wenn auch leider ohne Sonne. Mein Bekannter hatte sich zwischenzeitlich auch bereits nach meinem Standort und dem Wetter bei mir erkundigt, da es bei seiner auserkorenen Stelle wohl keine Möglichkeit auf Sonne gab. Wenige Minuten nach mir traf er dann auch an der Fotostelle ein und wir warteten gemeinsam gespannt darauf, ob sich die Wolken rechtzeitig verziehen würden. Es klarte schnell auf. Da zu dieser Zeit noch einige Umleiter unterwegs waren, konnten wir uns die Zeit bis zum Eintreffen der DB-Museumslok mit Regionalverkehr und Güterzügen vertreiben. Als Appetithappen diente uns eine orange RTS 247 903 Tfzf wenige Minuten vor der E40. Trotz der Tatsache, dass der Himmel sich im Bereich der Fotostelle so weit wie möglich aufgelockert hatte zogen immer wieder kleine Wolken durch. Bei der Aufnahme der E40 128 wurde es dann in letzter Minute sehr spannend. Die Schatten auf der Brücke bewegten sich erst kurze Augenblicke vor Durchfahrt des Zuges wieder von der Brücke weg. Wir hörten die Lok bereits hinter den Bäumen, als sich die letzten Schatten im Auslösebereich vom Gleis verzogen. Die Osterwochenenden scheinen wohl in letzter Zeit beliebte Tage für außergewöhnliche Lokzugfahrten zu sein, denn genau ein Jahr vorher, am Karsamstag (11.04.2020) fotografierte ich eine V200 Tfzf in der Voreifel: [www.drehscheibe-online.de]

Gerade in der jetzigen Zeit sind solche Fahrten auf Grund der fehlenden Gesellschaftssonderzüge eine Bereicherung.


Zuletzt bearbeitet am 20.05.21, 00:22

Datum: 02.04.2021 Ort: Hövels [info] Land: Rheinland-Pfalz
BR: 139,140 Fahrzeugeinsteller: DB
Kategorie: Bahn und Landschaft
Top 3 der Woche: 14 Punkte

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Doppeltes Lottchen zurück in der Rheinprovinz
geschrieben von: JH-Eifel (22) am: 16.05.21, 23:53
Schauen wir uns einmal die bekannte und geschichtsträchtige Koblenzer Stadtkulisse an. Der Fußgängerweg der Europabrücke (B9) bietet bekannterweise eine gute Sicht auf die linke Rheinstrecke und die Mosel-Rhein-Mündung. Unbekannt ist dieses Motiv nicht, aber trotz seiner mannigfaltigen Umsetzbarkeit wird es zunehmend durch den Bau moderner Häuser beeinträchtigt. Außerdem muss sich der Eisenbahnfotograf entscheiden, auf welcher der beiden Brücken sein Bild entstehen soll. Es stehen gleich zwei Brücken mit Stadtkulisse zur Verfügung. Demnach sollte der Standort gut gewählt werden, wobei sich hier Züge aus beiden Richtungen in verschiedenen Perspektiven ablichten lassen. Dazu finden sich in der Galerie bereits folgende immer völlig unterschiedliche Bilder:
[www.drehscheibe-online.de]; [www.drehscheibe-online.de]; [www.drehscheibe-online.de]; [www.drehscheibe-online.de]; [www.drehscheibe-online.de]; [www.drehscheibe-online.de]

Von der Straßenbrücke fällt der Blick nach Osten über die Mosel bis hin zur Rheinmündung. Über der Mündung (im linken Bildhintergrund) thront unverkennbar die Festung Ehrenbreitstein, auf der rechten Rheinseite über dem namensgebenden Stadtteil Ehrenbreitstein bis hin zu dem im Bild rechts davon auf dem Berg gelegenen Stadtteil Asterstein mit dem gleichnamigen Fort Asterstein. Unter der weitaus bekannteren Festung Ehrenbreitstein (links oben im Bild) findet sich das Reiterstandbild S,M. Kaiser Wilhelm I. Hier im Bild links neben dem Oberleitungsmasten unter der Festung zu sehen. Das Standbild steht auf der Landzunge, welche in die Mündung beide Flüsse ragt, diese Landzunge wird: Deutsches Eck genannt. Am rechten Bildrand ist die Florinskirche aus der Koblenzer Altstadt zu erkennen. Im Vordergrund rollen langsam die beiden Objekte der Begierde (aus der Bundesbahnzeit) über ein Steinbogenviadukt über die Mosel.

Die erwähnte Festung Ehrenbreitstein (linker Bildhintergrund) ist das Hauptwerk mehrerer Festungsanlagen in der ehemaligen Hauptstadt der preußischen Rheinprovinz. Koblenz war seit 1822 bis zur Umgliederung nach dem Krieg die Hauptstadt der aus den Provinzen Jülich-Kleve-Berg und Großherzogtum Niederrhein zusammengesetzten preußischen Rheinprovinz. Die Festung Ehrenbreitstein liegt auf einem bis zu 118 m hohem Felsen und sollte das Mittelrheintal und die wichtigen Koblenzer Verkehrswege überwachen. Die unterschiedlichen Verkehrsträger sind auf diesem Bild vereint zu erkennen. Die imposante Festung selbst besteht als kurtrierische Einrichtung seit dem 16 Jahrhundert und in Ihrer heutigen preußischen Gestalt seit 1817 bzw 1822. Die preußischen Festungsbauten wurden vom Ingenieur-Offizier Carl Schnitzler neu errichtet und bis 1918 militärisch genutzt. Bis in die neuere Zeit hatte Koblenz jedoch immer noch starke Truppenstationierungen. Das auf dem Deutschen Eck stehende Denkmal S.M. Kaiser Wilhelms I (* 1797 bis + 1888) wurde auf einer Landzunge errichtet, welche in die Mosel- Rheinmündung hineinragt. Diese Landzunge wurde ursprünglich nach dem dort ansässigen Deutschen Ritterorden benannt und später Sinnbild des deutschen Einigungsstreben. Im Jahre 1897 wurde zum hundertsten Geburtstag S.M. Kaiser Wilhelm I und zur Erinnerung an die Reichsgründung 1871 das Reiterstandbild in Auftrag gegeben und aufgestellt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde es erst 1993 auf private Bezahlung wiedererrichtet. Die am rechten Bildrand zu sehende Florinskirche ist eine evangelische Kirche. Sie wurde 1820 als erste evangelische Kirche in Koblenz geweiht. Die heute erkennbaren Spitzdächer wurden 1899 aufgesetzt. Ursprünglich stand an diesem Ort die Marienkirche, welche 1100 durch einen Neubau ersetzt wurde.

Eingerahmt von diesen geschichtsträchtigen Orten und den Weg der Mosel querend befanden sich zwei nicht weniger geschichtsträchtige Fahrzeuge am Freitag, den 14.05.2021 um 18:38 Uhr. Die beiden Lokomotiv-Legenden 103 113 und 103 235 des DB-Museum Koblenz hatten ihr Ziel im DB-Museum Koblenz so gut wie erreicht.
Das „doppelte Lottchen“ hatte bereits eine weiten Weg aus Dessau hinter sich. Von Dessau ging es morgens los und der Laufweg führte die Damen über Halle an der Saale, Erfurt, Gerstungen, Fulda, Hanau, Frankfurt am Main, Mainz und das Mittelrheintal hinauf bis nach Koblenz. Auf Grund der Tatsache, dass sie den Hauptbahnhof Koblenz noch bis nach Koblenz-Lützel in das DB-Museum fahren mussten, konnte man sie auf der bekannten Brücke mit Koblenzer Historienkulisse ablichten. Gut zu erkennen ist die unterschiedliche Lackierung beider Maschinen und der unterschiedliche Lackzustand. Wenige Meter hinter der Brücke nach dem Passieren des Bahnhofes Koblenz Lützel waren die Schwestermaschinen bereits in Ihrer Heimat angekommen. Anfangs mit Minuszeit unterwegs wurde es dann jedoch später, als vermutet, als die beiden Lokomotiven die Brücke überquerten. War der Himmel vorher noch locker bewölkt, zog es sich immer mehr zu und dunkle Wolken brauten sich bereits über der Festungsstadt Koblenz zusammen. In den letzten noch verfügbaren Sonnenstrahlen rollten dann die Maschinen über die Moselbrücke. Das „doppelte Lottchen“ passte wie berechnet genau zischen die beiden Oberleitungsmasten. Eine kurze Triebfahrzeugfahrt bot im Gegensatz; zu den sonst hier gern fotografierten ICs, auf Grund Ihrer kurzen Zuglänge; die Möglichkeit die weniger schönen Bauwerke und Kräne rechts und links der Brücke aus der Bildkomposition herauszuhalten.

Zuletzt bearbeitet am 17.05.21, 00:13

Datum: 14.05.2021 Ort: Koblenz [info] Land: Rheinland-Pfalz
BR: 103 Fahrzeugeinsteller: DB
Kategorie: Stimmungen mit Zug
Top 3 der Woche: 2 Punkte

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Ein Klassiker an der Sieg
geschrieben von: JH-Eifel (22) am: 02.05.21, 22:19
Wenn die Klassiker der Bundesbahnzeit in Deutschland auf Tour sind, werden sie allerorts von Fotofreunden erwartet:

Am Dienstag, den 27.04.2021 war TRI 112 268 mit DLr63049 von Düsseldorf Abstellbahnhof, bei bestem Sonnen-Wetter mit einer n-Wagenüberführung auf dem Weg nach Stuttgart Hauptbahnhof. Auf Grund der Sperrungen (Rechte Rheinstrecke) nehmen viele Sonderleistungen derzeit auch den Weg über die Siegstrecke (KBS 460).

Planmäßig sollte die rot-beige Dame um 13:47 Uhr den Bahnhof Au (Sieg) erreichen. Jedoch passierte sie bereits um 13:08 Uhr die Siegbrücke in Rosbach (Sieg) mit ca. vierzig Minuten minus. Glücklicherweise wurde die verfrühte Fahrtzeit von Bekannten noch gerade so rechtzeitig mitgeteilt. Ich musste auf Grund der früheren Zeit und des daraus noch nicht ausreichenden Sonnenstandes für das geplante Motiv kurzfristig meine Planungen ändern, aber konnte ein alternatives (hier gezeigtes) Motiv ansteuern: Die Brücke in der Ortslage Rosbach befindet sich aus Fahrtrichtung des Zuges kurz hinter dem Haltepunkt Rosbach, in der Nähe eines Sportplatzes. Diese Siegbrücken gibt es mehrfach an der KBS 460 und stellen die größte Anzahl der Fotomotive an dieser Bahnstrecke. Insofern ein typisches Siegstrecken-Bild, zumal hier auch früher einmal 110er im Planeinsatz waren. Ich erreichte den Fotostandpunkt fünf Minuten vor errechneter Durchfahrt des Zuges. Das reichte noch, um mich an der Fotostelle, mittels einer vorher vorbeiziehenden S-Bahn (als ,,Test-Zug"), für den TRI-Zug einzurichten. Im späteren Verlauf wurde der DLr63049 dann noch von mehreren Fotografen, an unterschiedlichen Standorten in Deutschland abgepasst. Ich widmete mich nach meinem 112-Foto den Rest des Tages anderen Zügen und Motiven an der Siegstrecke.

Der vom Zug passierte kleine Ort Rosbach liegt an der Grenze von Nordrhein-Westfalen zu Rheinland-Pfalz und wurde 1191 als de Rosbach und um 1300 als Rospe bereits erwähnt. Im Zweiten Weltkrieg erhielt der Ort starke Bombentreffer. Ab 1969 bildet Rosbach mit Dattenfeld und Herchen die neue Gemeinde Windeck.

Die von TRI eingesetzte 112 268 wurde am 10.01.1963 in kobaltblau/ beige abgenommen und 1968 von E10 1268 in 112 268 umgezeichnet. Neben Ihrer Lackierung in TEE-Farbe hatte sie zwischenzeitlich auch die üblichen verkehrsroten und orientroten Anstriche. Sie war im Laufe Ihres Lebens in Heidelberg, Frankfurt, Dortmund, Hamburg-Eidelstedt, Opladen, München und Berlin beheimatet. Nach vorherigen z-Stellungen wurde die 112 268 am 27.11.2012 im Werk München wegen abgefahrener Radsätze abgestellt. Später wurde die Lokomotive an eine Privatperson verkauft.112 268 wurde am 15.10.2019 wieder in einem rot-beigen Farbkleid im Werk Dessau revidiert. Die Lok fährt nun in Diensten der TRI Train Rental GmbH. Es ist schön, dass diese schön anzusehenden Lokomotiven den Bahn-Alltag auflockern und beweisen, dass sie sogar im täglichen Dienst bei Ersatz und Sonderzügen noch volle Leistung bringen können.

Zuletzt bearbeitet am 10.05.21, 16:36

Datum: 27.04.2021 Ort: Rosbach (Sieg) [info] Land: Nordrhein-Westfalen
BR: 110,112,113,114 (West-Baureihen) Fahrzeugeinsteller: TRI
Kategorie: Bahn und Landschaft
Top 3 der Woche: 6 Punkte

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218 im Frühjahr auf einem Denkmal
geschrieben von: JH-Eifel (22) am: 29.04.21, 23:44
Es wird Frühling im Westerwald. Trotz der doch noch recht kühlen Temperaturen gibt sich die Sonne öfter wieder die Ehre und die Bäume fangen auch in den Mittelgebirgen an zu blühen. Im Süden des Westerwaldes, am Rande des Naturraumes der Eppenroder Hochfläche ist die Landschaft geprägt von bewaldeten Höhenzügen und Tälern. Vom Betrachter aus gesehen mit Blick Richtung Osten liegt die Ortschaft Niedererbach. Markant aus dem Ort ragt die, 1906 aus Bruchstein erbaute, katholische Pfarrkirche St. Katharina hervor. Ein weiteres bekanntes Bauwerk des Ortes, ist die seit 1992 unter Denkmalschutz stehende Eisenbahnbrücke. Sie besitzt sechs Bögen und wurde westlich des Ortes im Jahre 1884 aus heimischem Basalt, Trachyt und Backstein gefertigt. Auf dem Viadukt überquert die KBS 629 den Fischbach. Die Bahnstrecke Staffel -Siershahn-Altenkirchen diente der späten eisenbahntechnischen Erschließung Unterwesterwaldes. Das Motiv ist schon lange beliebt bei Eisenbahnfreunden und wurde früher durch die Tonzüge mit V160 und V100 regelmäßig befahren. Hier ein Bsp. in der Galerie aus früher Zeit: [www.drehscheibe-online.de] . Auch heute lassen sich dort noch regelmäßig Tonzüge fotografieren, wie Bilder in der Galerie belegen [www.drehscheibe-online.de] . Jedoch verkehren diese Tonzüge heutzutage fast immer mit Lokomotiven der Baureihe 247 der Euro Cargo Rail. Ältere Bundesbahnmaschinen verirren sich hier nur noch ausnahmsweise hin:

Am 23.04.2021 um 18:37 Uhr gab es die Gelegenheit eine V160 wieder auf dem Viadukt abzulichten. Auf Grund von Schotterarbeiten auf der Holzbachtalbahn (Abschnitt: Dierdorf - Oberähren) begab sich die 218 450 der Lappwaldbahn Cargo nach getaner Arbeit wieder Richtung Weferlingen. Vorher musste Sie jedoch erst einmal Ihren Weg nach Limburg finden. Zwei Tage zuvor war Sie in entgegengesetzter Richtung, bis Puderbach gefahren, um auf der Holzbachtalbahn Schotterarbeiten auszuführen. Der Verkehr im Holzbachtal soll vsl. ab dem 17.05.2021 wieder rollen (Hier Planverkehr vor den Bauarbeiten: [www.drehscheibe-online.de] .

Die eingesetzte Lok 218 450 der Lappwaldbahn Cargo GmbH (LWC) erblickte als Henschel 32044 im Jahr 1977 das Licht der Bahnwelt und wurde bei der DB am 23.04.2015 in Braunschweig z-gestellt. Heute ist sie in Diensten der Lappwaldbahn anzutreffen. Die LWC ist ein EVU aus Weferlingen (Sachsen-Anhalt). Die Muttergesellschaft wurde 1997 als Lappwaldbahn gegründet und 2006 in verschiedene Bereiche untergliedert.

Bereits die Hinfahrt der Lok konnte von mir zwei Tage vorher bei mäßigem Wetter abgelichtet werden. Einen Tag später entstanden dann einige brauchbare Sonnenbilder beim Schotter-Einsatz. An diesem Tag nun sollte das Wetter mitspielen und der Zug den Rückweg antreten, sodass es die Möglichkeit gab mehrere Bilder anzufertigen. Neben einigen Bildern auf der Holzbachtalbahn konnte ich den Zug, wie hier gezeigt auf dem bekannten Viadukt ablichten. Im Lahntal hatte die 218 mich dann jedoch wieder abgehängt. Dort wurde sie aber schon sehnsüchtig von anderen Fotografen erwartet: [www.drehscheibe-online.de] .

- Hinweis zur Bildmanipulation: Im Hintergrund befindliche (Spitzen der) Windräder wurden entfernt. Diese würden aber (da weit entfernt) auch so kaum auffallen -


Zuletzt bearbeitet am 30.04.21, 12:31

Datum: 23.04.2021 Ort: Niedererbach [info] Land: Rheinland-Pfalz
BR: 218 Fahrzeugeinsteller: LWC
Kategorie: Bahn und Landschaft
Top 3 der Woche: 8 Punkte

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Blondine im letzten Licht
geschrieben von: JH-Eifel (22) am: 10.04.21, 01:22
Je später der Abend desto erlesener die Gäste! Unweit des Rhein - Nahe Eck in Bingen am Rhein queren die Züge auf der linken Rheinstrecke über eine kleine Brücke den Nahezufluss. Im Hintergrund blickt der Fotograf von der an die Bahnbrücke angegliederten Fußgängerbrücke nach Süden auf Bingen mit seinen interessanten historischen Gebäuden. Rechts neben der Lok ist Burg Klopp und die Basilika St. Martin zu erkennen. Beide Gebäude wurden durch die verschiedenen Kriege teilweise zerstört und wieder aufgebaut. Burg Klopp wurde erstmals 1240 erwähnt und ihr Bergfried ist 37,5 m hoch. Im Pfälzischen und Spanischen Erbfolgekrieg wurde die Burg teilweise zerstört. Sie erhielt während der Rheinromantik ein neugotisches Hauptgebäude. Seit 1897 ist ein Teil der Stadtverwaltung darin beheimatet. Heute gibt es dort auch ein Restaurant. Das am Bildrand zusehende Gotteshaus wurde erstmals 1006 erwähnt und ist bei Stadtbrand 1403 bis auf die Krypta niedergerannt. Papst Pius IX erhob das Kirchengebäude am 01.04.1930 zur Basilica minor. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde sie wieder aufgebaut. Basilika und Burg eigenen sich hervorragend als Kulisse für die zurückkehrende hier aufgenommene alte blonde Dame.

Am Donnerstag den 20.08.2020 kehrt die 103 245, des DB-Museums Koblenz, aus der Instandsetzung im Werk Dessau nach Koblenz zurück. Um 19:47 Uhr überfährt sie den Nahezufluss zum Rhein mit etwa einer Stunde Verspätung, kurz bevor das Licht sich von den Gleisen verabschiedete.

An dem wettermäßig wechselhaften Tag entschied ich mich am Abend die Rückfahrt der 103 nach Koblenz aufzunehmen, da es sich gegen Abend weniger Wolken geben sollte. Auf Grund der späten Fahrplanlage am Rhein hoffte ich am ehesten in Bingen noch passendes Licht zu haben. Ende August ist schon deutlich zu merken das die Sonne eben nicht mehr so lange wie im Frühsommer hält. In Bingen erwartete ich die Lok gegen 18:45 Uhr. Das würde für das klassische Motiv mit dem Reiterstellwerk auch schon knapp werden. Als ich in Bingen ankam versuchte ich mich auch erst gar nicht am bekannten Stellwerk, welchen bereits im Schatten lag. Rheinaufwärts fand ich jedoch eine brauchbare Stelle. Nach dem ich dort einige Züge aufgenommen hatte, verabschiedete sich dort auch das Licht. Die 103 war jedoch immer noch nicht in der Nähe. Alle Fotostellen weiter Richtung Koblenz kamen nun auch nicht mehr in Frage, da die Lok dort noch später sein würde und fast alle Stellen dann im Schatten liegen würden. Weit entgegenfahren würde auch kaum noch funktionieren, da ich den Sichtungsmeldungen entnehmen konnte, dass die Lokomotive nun doch bald in Bingen eintreffen würde. Im Grunde war die Hoffnung auf ein Sonnenbild nun bereits begraben. Ich fuhr etwas genervt mit dem Wagen dann Richtung Heimat, aber dachte mir die Maschine kurz noch am Bahnhof anzuschauen. Da erblickte ich, dass in der Bahnhofsnähe noch Sonnenstrahlen die Gleise berührten. Ich überlegte mir, dass die Nahequerung auch noch Sonne haben könnte, ohne zu wissen, ob diese wirklich motivlich umzusetzen war. Die mir unbekannte Stelle musste nun schnellstmöglich erreicht werden. Nachdem ich bequem auf einem Parkplatz (Koblenzer Straße) parken konnte bewegte ich mich über den Fußgänger-Steg auf die andere Seite der Gleise. Vom Steg erkannte ich, wenn die Blondine rasch käme, dass es zumindest mit der Sonne noch reichen könnte. Ich musste nun nur noch rechtzeitig am Fotopunkt ankommen. Der Weg vom Fußgängersteg zum Fotostandpunkt musste noch zurückgelegt werden. Unter stressfreien Bedingungen war dies kein weiter Weg, mir kam aber in Anbetracht der nahenden Lok jede Minute wie eine Stunde vor. Nachdem ich den mir endloslang wirkenden Spielplatz passiert hatte ( ohne jede Chance auf einen Notschuss) war ich froh endlich an der Brücke über die Nahe angekommen zu sein. Es gab einen freien Blick auf die Strecke mit historischen Gebäuden im Hintergrund. Jedoch führt hinter der Bahn eine Straße her, welche mit einem Auto im falschen Moment ein Risiko barg. Des Weiteren musste der Fotoausschnitt so gewählt werden, dass die ärgsten Bausünden verdeckt werden konnten. Es war alles etwas beengte an der Fotostelle, aber es ging ja auch nur um einen Lokzug. Ich hatte dann sogar deutlich mehr Zeit zum ausloten der Stelle, als ich vorher dachte. Jedoch bangte ich mit jeder Minute Verspätung darum, dass die 103 dann ggf ganz im Schatten verschwinden würde. Ich konnte einen Flex und den IC2013 mit 101 143 als ,,Test Zug“ ablichten und somit dann meinen Standpunkt optimieren. Bei diesen ,,Testzügen“ war ich im Vergleich zur 103 nicht wirklich zufrieden, da bei diesen Zügen auf Grund der Wagenlänge das Motiv doch sehr weitwinklig umgesetzt werden musste, wenn man den Zug nicht abschneiden wollte. Die 103 passte da besser rein. Der Standpunkt des Fotografen ist ganz bequem auf der Fußgängerbrücke. Kurz bevor dann die Schatten auf der Brücke die Gleise komplett verschlungen würden, rollte die 103 245 im letzten Abendlicht frisch aus dem Werk Dessau Ihrer Heimat Koblenz entgegen. Also doch noch ein Sonnenbild mit Motiv. Ich war glücklich und fuhr unabhängig von der Lok auch wieder in Richtung Koblenz.



Zuletzt bearbeitet am 10.04.21, 18:37

Datum: 20.08.2020 Ort: Bingen am Rhein [info] Land: Rheinland-Pfalz
BR: 103 Fahrzeugeinsteller: DB
Kategorie: Zug schräg von vorn
Top 3 der Woche: 4 Punkte

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,,Diesel-U-Bahn" in der 180 Grad Kurve
geschrieben von: JH-Eifel (22) am: 08.02.21, 22:10
Taunusbahn, KBS 637: Am Donnerstag, den 04.02.2021 bedient eine Doppeleinheit VT2E (Baureihe 609) der Hessischen Landesbahn (HLB), als HLB24319 die RB15 (Brandoberndorf- Bad Homburg). Aufgenommen in der 180 Grad Schleife von Hundstadt (ca. Bahnkilometer 25,6) von einer Anhöhe nahe der B456. Der Fotografenblick ist nach Westen gerichtet.

Der Zug, welcher hinter dem Hügel Grävenwiesbach verlassen hat, fährt durch eine Schleife und Bahnhof Hundstadt (dieser soll zukünftig einen zweiten Bahnsteig erhalten). Der Zug umfährt die Ortschaft und biegt in eine 180 Grad Kehre ein, um sich den Berg hinauf nach Wilhelmsdorf zu mühen. Bei der von mir auserkorenen Fotostelle blickt der Betrachter über die Felder hinweg auf die Ortschaft Hundstadt (341 m. über NN.), welche bei einer Größe von ca. 900 Einwohnern dem Namen Stadt kaum gerecht wird. Der Ort wurde 1410 als Hoestadt erstmals urkundlich erwähnt und 1971 zu Grävenwiesbach eingemeindet. Wie im Bild zu erkennen besteht der Ort heute aus einer Mischung alter Fachwerkgebäude und neueren Häusern. Hundstadt ist bekannt für seine noch vorhandenen eisernen Brunnen. Die Ortschaft liegt, im Hintertaunus, einem Teil des rheinischen Schiefergebirges. Dieses Gebirge ist durch die variszische Gebirgsbildung in der jüngeren Hälfte des Erdaltertums (Paläozoikums) entstanden. Das Gebiet ist, im Vergleich zur nahen Metropol Region Frankfurt am Main, dünner besiedelt. Neben den bewaldeten Flächen gibt es auch ertragreiche Böden in der offenen Beckenlandschaft. Diese ist strak landwirtschaftlich geprägt, was im Vordergrund meines Bildes gut zu erkennen ist. Gleichzeitig ist diese Region Naherholungsgebiet für den Großraum Frankfurt am Main.

Das Jahr 2021 war bis zu diesem Tag recht bewölkt. Die Wetterprognose lies mich am 04.02.2021 in den Taunus fahren, um einmal wieder Sonnen-Bilder zu fertigen. Zudem steht hier in nächster Zeit ein Umbruch bevor. Früher konnte ich mich wenig mit den als „Diesel-U-Bahn“ verspotteten Triebwagen anfreunden. heute gefallen sie mir. Ich war froh nur zwei Doppeleinheiten 648 in den Umläufen zu sehen. Der Takt ist unter der Woche auf der KBS 637 relativ dicht. Derzeit trägt der VT2E noch die Hauptlast im Verkehr. Durch die vielen Einstiege ist der VT2E gut geeignet für den Berufsverkehr Richtung Main-Metropole. Die an Privatbahnen ausgelieferte Splittergattung ist aber auch nicht mehr die jüngste und soll spätestens zum Fahrplanwechsel 2022/23 durch Wasserstoffzüge ersetzt werden. Ein VT2E (609 008) wird bereits jetzt der Zerlegung zugeführt.

Neben den Änderungen im Fahrzeugeinsatz wird die Infrastruktur zukünftig deutlichen Veränderungen unterworfen. Es steht der Ausbau und die Elektrifizierung an. Später soll hier die S5 verkehren. Dies erfolgt in zwei Ausbaustufen. vorab sollen Wasserstofftriebwagen den Verkehr übernehmen. Spätestens dann werden die VT2E verschwunden sein. Bereits jetzt beginnen unabhängig davon die Arbeiten zur Erneuerung der Leit- und Sicherungstechnik an der gesamten Strecke. Die Arbeiten werden vor allem an Wochenenden durchgeführt, sodass es teilweise Samstag und Sonntag zu SEV kommt.


Zuletzt bearbeitet am 10.02.21, 20:12

Datum: 04.02.2021 Ort: Hundstadt [info] Land: Hessen
BR: 609 (LHB VTA und VT2E) Fahrzeugeinsteller: HLB
Kategorie: Bahn und Landschaft
Top 3 der Woche: 5 Punkte

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Westerwälder Mauseloch
geschrieben von: JH-Eifel (22) am: 15.01.21, 17:41 Top 3 der Woche vom 24.01.21
Blick aus dem „Mauseloch“: Tunnel sind generell weithin beliebte Bahnmotive. Ursprünglich wollte ich die bereits einmal von mir fotografierte Tunnelausfahrt noch einmal mit Sonnenschein wiederholen. Die Schatten am Tunnelportal befriedigten mich jedoch nur mäßig. Deswegen entschied ich mich spontan diesen sehr kurzen Tunnel etwas künstlerischer umzusetzen. Auf Grund der Kurve direkt hinter dem Tunnel und der sehr kurzen Tunnelröhre war es mit einem straken Teleobjektiv gefahrlos möglich den Zug bei der Einfahrt in den Tunnel so abzulichten, dass es danach aussieht als würde ich mitten aus dem Tunnel heraus fotografieren. Die „grüne Hölle“ des Westerwaldes kommt hier zudem gut zur Geltung.

DB-Cargo 294 866 fährt am Samstag, den 16. Mai 2020, um 10:42 Uhr auf der Holzbachtalbahn (bei Bahnkilometer 48,7) in den 38 Meter langen Seifener Tunnel bei Döttesfeld ein. Der Zug befindet sich zwischen Döttesfeld und Niederähren. Es handelt sich um den sogenannten „Schützzug“, welcher seinem Ziel dem Schütz-Werk in Selters (Westerwald) entgegenfuhr. Die 294 passierte später in der Gegenrichtung den Tunnel wieder, um ihren Weg in Richtung Siegstrecke fortzusetzen. Dies hatte ich an einem anderen Tag dokumentiert: [www.drehscheibe-online.de]

In diesem Jahr widmete ich mich des Öfteren diesem Güterzug, da die Strecke ab Spätsommer wegen Sanierungsarbeiten zeitweilig erstmal gesperrt wurde. Letztlich ist es jedoch der Lappwaldbahn Service GmbH (LWS) zu verdanken, dass die Güterzüge über die Holzbachtalbahn rollen können. 2020 wurden dann weitere umfassende Sanierungsarbeiten der Strecke angestoßen. Es wird sich in Zukunft zeigen, ob es zu einer Ausweitung des Güterverkehres auf dieser Strecke kommt. Laut einer Pressemeldung soll die Anzahl der Güterzüge nach der Sanierung auf bis zu sechs Güterzüge pro Woche erhöht werden:
[www.swr.de]



Zuletzt bearbeitet am 16.01.21, 01:54

Datum: 16.05.2020 Ort: Seifen (Westerwald) [info] Land: Rheinland-Pfalz
BR: 294 (alle V90-Baureihen) Fahrzeugeinsteller: DB
Kategorie: ungewöhnliche Perspektiven
Top 3 der Woche: 36 Punkte

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Frühsommer am Schmiedskopftunnel
geschrieben von: JH-Eifel (22) am: 13.01.21, 23:54
Ein klassisches Eisenbahnbild am Schmiedskopftunnel. Bei einem innovativen Bild von Yannik S. [www.drehscheibe-online.de] wurde erwähnt, dass die Nachmittagsstelle weitestgehend bekannt sei. Deswegen habe ich mal meinen Scanner bemüht und in meine Dia-Kiste gegriffen, um dieses bekannte Motiv auch mit einem klassischen Zug zu präsentieren:

Die orientrote 225 059 zieht ihren Güterzug (KC62529) bei km 27,4 auf der Lahntalbahn (Kursbuchstrecke 625) durch den 223 m langen Schmiedskopftunnel. Der im Schwerpunkt aus Kesselwagen gebildete Zug verlässt dabei gerade das Nordportal des Tunnels von Gräfeneck kommend in Richtung Weilburg. Rechts neben dem Zug ist ein klassisches „Spiegelei“ (Formvorsignal von Gräveneck ) und am Bildrand zumindest ein wenig von der Lahn zu erkennen. Die Natur zeigt sich am Dienstag, den 08. Juni 2004 in frühsommerlichem Gewand.

Lange war der überregionale Güterverkehr an der Lahn sehr eingeschlafen. Zwischen 2003 und 2008 war jedoch der dienstägliche Kesselwagenzug mit V160-Bespannung eine schöne Wiederbelebung der bedeutenderen Güterverkehre. Dieser Ganzzug fuhr von Neuwied (bzw. teilweise Bad Hönningen) nach Bernburg an der Saale. Besonders beliebt waren bei den Fotografen die ozean-blau-beige und orientrote Bespannung. Die orientrote 225 059, welche in diesem Bild zu sehen ist, wurde 1970 als 215 059- 7 ausgeliefert und bereits am 10.03.2003 ausgemustert. Lange machte sie sich vornehmlich im Regionalzugdienst nützlich. Sie wurde später von DB-Cargo als 225 059 – 5 am 01.04.2003 wiederbelebt und konnte somit in diesem Bild als Zugmaschine angetroffen werden. Totgesagte leben eben länger.

An der Lahn gibt es einige interessante Tunnel. Der hier gezeigte Schiedskopftunnel bei Weilburg-Kirschhofen besitzt aus Sandstein gefertigte Tunnelportale. Beide Portale wurden von Heinrich Velde im 19 Jahrhundert entworfen und sind neogotisch gestaltet. Gebaut wurde der Tunnel 1860 bis 1862 von erfahrenen italienischen Arbeitern.

- Scan vom Kleinbild-Dia: Velvia 50 -


Zuletzt bearbeitet am 15.01.21, 16:31

Datum: 08.06.2004 Ort: Gräveneck [info] Land: Hessen
BR: 215,225 Fahrzeugeinsteller: DB
Kategorie: Zug schräg von vorn
Top 3 der Woche: 13 Punkte

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Dieselklänge im Tal der Sieg am alten Stellwerk
geschrieben von: JH-Eifel (22) am: 10.01.21, 21:02
294 817 von DB Cargo trägt am 25. April 2020 immer noch die Aufschrift Railion DB - Logistics, als Sie mit Ihrem Güterzug vom Schützwerk in Selters (Westerwald) Richtung Siegen fährt. Da die Güterzüge abgesehen von Umleitungsverkehren (vgl. mein Bild: Der Henkelzug bei Merten (Sieg): [www.drehscheibe-online.de] ) auf der KBS 460 rar sind, ist der regelmäßige Schützzug eine willkommene Abwechslung.

Bei Bahnkilometer 74,8 passiert der Zug um 12:31 Uhr, nachdem er eine der zahlreichen Flussbrücken überquert hat, das alte Stellwerk von Niederhövels. Der Blick des Fotografen ist Richtung Nordwesten gerichtet, als er am Ufer der Sieg den Schützzug ablichtete. Wenige Meter weiter durchfährt der Zug dann den Bahnhof Niederhövels. Das verlassene Stellwerk am rechten Bildrand ist ein wenig durch das frische Grün der Natur verdeckt. Dieses Bahngebäude ist jedoch schon lange nicht mehr in Betrieb und seine besten Zeiten sind genauso vorüber, wie auch die die Aufschrift auf der Lokomotive mittlerweile einer vergangenen Epoche angehört.

Unter der Brücke ist ein Schild angebracht, welches dem Passanten die wichtigsten Informationen zur Bahnstrecke gibt: Die Strecke wurde als Verbindung Köln - Gießen 1850 von der Cöln Mindener Eisenbahn (CME) geplant und sollte Erzvorkommen an der Sieg, an das Ruhrgebiet anbinden. Seit dem 12.01.1862 die Bahnstrecke zweigleissing ausgebaut. Ab 1870 befuhren auch Schnellzüge diese Trasse. 1945 wurden noch zahlreiche Siegbrücken zerstört, jedoch später wiederaufgebaut. Ab 1980 war die komplette Siegstrecke elektrifiziert.

Im Hintergrund unter der Bahnbrücke ist der Fußgängersteg zu erkennen über den der Fotograf den Weg an das Ufer der Sieg fand. Danach musste nur der Dunstbachseifen überschritten werden, um einen Standpunkt mit einem freien Blick auf die Szenerie zu erhalten.




Datum: 25.04.2020 Ort: Hövels [info] Land: Rheinland-Pfalz
BR: 294 (alle V90-Baureihen) Fahrzeugeinsteller: DB
Kategorie: Bahn und Landschaft
Top 3 der Woche: 12 Punkte

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Dort Saaleck, hier die Rudelsburg…
geschrieben von: JH-Eifel (22) am: 09.01.21, 18:56
„Dort Saaleck, hier die Rudelsburg,
und unten tief im Tale
da rauschet zwischen Felsen durch
die alte liebe Saale;
und Berge hier und Berge dort
zur Rechten und zur Linken –
die Rudelsburg, das ist ein Ort
zum Schwärmen und zum Trinken“

So heißt es in einem alten Studentenlied aus dem 19 Jahrhundert von Hermann Ludwig Allmers. Alles was diese erste Liederstrophe beschreibt ist im Bild vereint. Der Fotograf hat am 13. September 2020 auf der besungenen Rudelsburg Stellung bezogen. Deswegen ist diese Burg im Bild nicht zu sehen. Der Blick ist nach Westen bzw. Nordwesten gerichtet. Am linken Bildrand thront Burg Saaleck. Im Tal ist die alte liebe Saale zu erkennen, wie sie zwischen Felsen durchrauscht. Am rechten Bildrand zeigen sich die typischen Muschelkalkfelsen. Zwischen den Häusern des Ortes Saaleck ist die St. Laurentius Kirche zu erkennen. Zum Trinken war wegen anderer anstehender Motive erst später Gelegenheit. So musste doch der bekannte Saale-Unstrut Wein verkostet werden.

Über die Saalebrücke zieht um 12:08 Uhr DB-Regio 146 007 ihrem RE92882. Der Zug verkehrt auf der Linie RE18 von Jena Paradies nach Naumburg Saale. Leider wird, abgesehen von Güterzügen, der Hauptverkehr mit silbernen Triebwagen von Abellio abgewickelt. Diese hätten sich etwas weniger für das Motiv geeignet. Zum Glück stand die 146 an diesem Tag am richtigen Zugende. Eine teilweise hier auch verkehrende Garnitur mit 143 wäre mir zwar etwas lieber gewesen, jedoch begegnete mir diese Garnitur Tage später mit der Lok in anderer Zugrichtung und eignete sich damit besser für andere Motive. Insofern war der abgelichtete Zug gerade passend für das Motiv. Es scheint also bei den derzeit hier noch verkehrenden Wendezügen eine Überraschung zu bleiben, ob eine 143 oder eine 146 den Zug zieht und in welche Richtung gerade die Lok steht. So zumindest meine Erfahrung im Jahr 2020.

Der Standort auf der Rudelsburg ist ein geschichtsträchtiger Ort und ein beliebtes Ausflugsziel an der Straße der Romantik. Die 85 m über dem Saaleufer gelegene Burg wurde zur Sicherung der Handelswege von den Bischöfen von Naumburg angelegt und erstmals 1171 erwähnt. Ihre Bekanntheit erlangte Sie in der Romantik und seit 1848 als Tagungsort der Kösener Corps-Studenten. Die am linken Bildrand zu sehende Burg Saaleck wird meist im Zusammenhang mit der Rudelsburg genannt. Burg Saaleck (172 m über NN) ist durch die beiden runden Bergfriede gut zu erkennen. Auf dem Bild wird jedoch der zweite Bergfried bei diesem Blickwinkel durch den vorderen Turm verdeckt. Der Westturm war bewohnbar und der Ostturm diente als Wehrturm. Die Burg entstand im 12 Jahrhundert vermutlich durch die Markgrafen von Meißen. Unten Im Tal durchquert der Zug dann die Ortschaft Saaleck und Stendorf. Die St. Laurentius Kirche und die Saalebrücken fallen dabei dem Betrachter besonders ins Auge.

Der vom Vorplatz der Rudelsburg mögliche Blick war hier in der Galerie noch nicht vertreten. Wie der Standort des Fotografen aussieht kann man auf einem anderen hier in der Galerie bereits vorhandenen Bild erahnen. Diese zeigt die Rudelsburg als Motiv: [www.drehscheibe-online.de] . Ein Blick auf dem beide Burgen vereint sind ist auch bereits mehrfach in der Galerie vertreten: [www.drehscheibe-online.de] , [www.drehscheibe-online.de] .

Das Gebiet der Thüringer Stammstrecke im Grenzgebiet Sachsen-Anhalt und Thüringen bietet jedoch eine landschaftlich reizvolle Gegend mit einigen interessanten Motiven. Insofern ist es angebracht, dass der Fotograf hier auch ins Schwärmen kam, als er den Blick in das romantische Saaletal schweifen ließ, welcher sich von der Rudelsburg bot. So möchte ich meine Ausführungen mit den passenden Worten und einem Auszug aus der dritten Strophe des oben erwähnten Liedes beenden:

„O Vaterland, wie bist du schön
mit deinen Saatenfeldern,
mit deinen Tälern, deinen Höhn
und all den stolzen Wäldern!.“


Zuletzt bearbeitet am 10.01.21, 21:08

Datum: 13.09.2020 Ort: Rudelsburg, Saaleck [info] Land: Sachsen-Anhalt
BR: 146 Fahrzeugeinsteller: DB
Kategorie: Bahn und Landschaft
Top 3 der Woche: 2 Punkte

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Moderne Nebenbahnidylle: ,,Müllwagen“ holt Holz
geschrieben von: JH-Eifel (22) am: 12.12.20, 00:13
Das gezeigte Foto entstand am 02.Juni 2020 an einem Bahnübergang bei etwa Bahnkilometer 25, wo die Bahnlinie im Wittgensteiner Land zwischen Lützel und Erndtebrück entlang der Bundesstraße 62 verläuft. In diesem Jahr konnten zur frühen Morgenstunde des Öfteren Holztransporten der Kreisbahn Siegen Wittgenstein beobachtet werden. An einem Dienstag machte ich mich trotz der Ungewissheit, ob der Zug an diesem Tag auch wirklich fährt, am frühen Morgen auf, um nach 1,5 bis 2 h Fahrt das Zielgebiet zu erreichen. Ich hatte die Hoffnung für mein frühes Aufstehen belohnt zu werden. Um 08:15 Uhr hörte ich dann im Wald das erlösende Dieselgeräusch der Vossloh-Maschine. Nachdem der HLB Triebwagen in der Gegenrichtung gerade durch war konnte es sich nur um den Güterzug handeln. Die gerne als „Müllwagen“ verspottete KSW G2000 (273 018 -2) brachte drei leere Holzwagen nach Erndtebrück. Etwa eine Stunde später beförderte die Lokomotive beladene Holzwagen zurück ins Sieg-Tal. Auch wenn es sich bei meinem Bild nur um die besser im Licht befindliche Leerwagenzuführung handelt, war ich froh, dass der Zug nicht wie auch öfter geschehen als Tfzf nach Erndtebrück fuhr. Die jeweils als Sonderleistung eingelegten Züge, welche zu dieser Zeit zwar regelmäßig, aber nicht immer verkehrten, waren eine willkommene Abwechslung im Sommer 2020. Die Landschaft ist in diesem Abschnitt des Rothaarkammes und entlang der Eder recht ansprechend und erinnert mich an mehreren Stellen an typische Nebenbahnmotive aus alter Bundesbahnzeit. Die bekannte Kurve bei Lützel und einige andere Motive wurden in dieser Galerie ja bereits von anderen Fotografen gezeigt. Froh war ich, dass zum Zeitpunkt der Zugdurchfahrt keine hässlichen Automobile mein Bild „bereichern“ wollten. Abgelichtet wurde der Güterzug von mir mit einer modern wirkenden und für viele Fotografen recht gewöhnungsbedürftigen Lokomotivgattung. Auch ich war in früheren Zeiten nicht der größte Befürworter dieser in orange gerne als „Müllwagen“ bezeichneten Lokomotive. Sie macht sich im Morgenlicht jedoch an dieser Stelle gut und stellt eine Besonderheit im Vergleich zu den anderen symmetrischen Diesellokomotiven dar. Ich konnte den Zug dann noch an einer anderen Stelle erlegen, sowie auch seine Rückfahrt fotografieren. Da im Sommer gerade das Morgen- und Abendlicht ideal ist gefällt mir dieser frühe Tagesschuss am besten. Die Schatten waren gerade rechtzeitig vom Gleis gewandert.

Datum: 02.06.2020 Ort: Erndtebrück [info] Land: Nordrhein-Westfalen
BR: 271,277 (alle Vossloh-Mittelführerstandsloks) Fahrzeugeinsteller: KSW
Kategorie: Zug schräg von vorn
Top 3 der Woche: 4 Punkte

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Eine alte Dame unterquert die ,,Unvollendete"
geschrieben von: JH-Eifel (22) am: 26.11.20, 20:15
Am Karsamstag, den 11.04.2020 um 13:36 Uhr passiert 221 122 der Efw, als Tfzf 93273 Bahnkilometer 13,8 und die Feldwegbrücke bei Bliesheim auf der Kursbuchstrecke 474 Richtung Euskirchen. Nachdem die V200 über den rechten Rhein aus Mainz nach Köln gelangte, um dort noch eine ihrer Efw-Schwestern der Baureihe V160 abzusetzen, ging es dann weiter in die Voreifel. Dort wurde 221 122 für Schotterzüge bei Bauarbeiten im Raum Rheinbach benötigt. Nach ein wenig Warten in der Frühjahrssonne und der bei solchen Bauzügen oft üblichen Verspätungen gelang eine Ablichtung dieser für ungefähr eine Stunde früher annoncierten Leistung. Ist es auch nur ein Lok-Zug, so stellt diese Leistung einen würdigen Ersatz für die an Karfreitagen oft verkehrenden Gesellschaftssonderzüge dar und gibt durch den fehlenden Zug den Blick ungehindert frei auf die unterquerte ehemalige Bahnbrücke, auf welche ich später eingehen möchte. Insofern war ich froh, dass es fast so wirkte, als wenn die Bahn in dieser durch Corona geprägten Zeit ein attraktives Bauzugprogramm als Ersatz für die fehlenden Sonderzüge aufgelegt hatte.

Die Lokomotive mit Kraus-Maffei Fabriknummer 19242 wurde 1964 bei der Bundesbahn in Dienst gestellt und ist in Ihrem Leben bereits weit herumgekommen. So ist sie nach Beheimatungen in z.B. Villingen, Oldenburg, Gelsenkirchen, oder Oberhausen nach Ihrer Ausmusterung am 26.09.1987 bei der Deutschen Bundesbahn zuletzt Griechenland (1989-2002) und bei der Prignitzer Eisenbahn GmbH (2002-2003) eingesetzt worden. So schön diese alte Dame in ihrem historischen Kleid anzusehen mag sein und sicherlich in diesen Wochen des Öfteren auf der Wunschliste der ein oder anderen Fotografen stand, umso interessanter ist das Motiv, welches Sie durcheilte. Fehlte mir jedoch bissweilen immer noch ein passender schöner Zug um dieses historische Relikt mitten im Wald nahe des Bliesheimer Autobahnkreuzes (A61 und A553) bei Erftstadt / Liblar umzusetzen.

Die im Hintergrund als Feldwegbrücke genutztes Bauwerk hat eine besondere historische Bedeutung und ist dem Kenner sicherlich gleich ins Auge gefallen. Es handelt sich um die Brücke der unvollendeten strategischen Ruhr-Mosel-Entlastungslinie. Die Strecke sollte von Holzheim über Liblar und Rheinbach zur Ahrtalbahn nach Rech führen. An dieser Strecke sind einige Bauwerke auch heute noch zu erkennen. In nächster Umgebung, im Ahrtal lassen sich ebenfalls deutliche Relikte erkennen. Einige wurden teilweise einer Umnutzung unterzogen. Einer der Tunnel an der Ahr wurde z.B. zum Eingang des ehemaligen Regierungsbunkers. Die Bauarbeiten und Planung der strategischen Bahnstrecke begannen noch kurz vor dem Ersten Weltkrieg. Die Fertigstellung wurde durch den Beginn des Krieges 1914 unterbrochen. Eine Weiterführung der Baumaßnahmen wurde nach dem Krieg durch die französischen Besatzungstruppen gestoppt. Diente doch die geplante Strecke vornehmlich dem Zwecke eines Aufmarsches gegen Frankreich. Über diese Strecke sollten die Züge zügig das Elsass, Saarland und Lothringen erreichen können ohne Ballungsgebiete zu passieren. Die geplante Strecke sollte zweigleisig ausgeführt werden und bedurfte gerade beim Abstieg in das Ahrtal aufwendiger Bauwerke, um den deutliche Höhenunterscheid überwinden zu können. Die strategischen Planungen standen unter dem Einfluss des damaligen preußischen Generalstabschef Alfred von Schliefen, welcher einen großen Teil solcher Bahnlinien planen ließ. Der noch 1911 zum Generalfeldmarschall beförderte Schlieffen selbst wurde 1906 zur Disposition gestellt. Er starb 1913 und erlebte weder die Fertigstellung der Bahnstrecke noch den Ausbruch des Ersten Weltkrieges, welcher im militärischen Verlauf maßgeblich von seiner strategischen Planung beeinflusst wurde. Die Wichtigkeit der Eisenbahn hatte er vor allem aus den Lehren der Reichseinigungskriege und den Ideen des Generalfeldmarschall Helmut Graf von Moltke erkannt. Der Eisenbahntransport war für die Zuführung von Material und Truppen an die Front von enormer Bedeutung; was auch durch die seit 1871 aufgestellten Eisenbahn-Bataillonen und Regimenter, sowie deren Ausbau manifestiert wurde. Regional war es auch nicht verwunderlich, dass im Vorfeld der wichtigen Festung Cöln besonderen Wert auf den strategischen und taktischen Eisenbahntransport gelegt wurde, zumal das Umland in den Verteidigungsplanungen der Festung Cöln mit eingebogen wurde. Die Bedeutung der Eisenbahn im Bereich der nahen Festung Cöln wurde auch durch den Einsatz eines eigenen für die Festung Cöln zuständigen Verkehrsoffizier vom Platz deutlich. Von der hier erwähnten strategischen Bahn sind heute nur die Abschnitte beim Güteranschluss des Kraftwerkes Nießeraußem und die RB38 bei Horrem noch in Betrieb.


Bildmanipulation: Das Graffiti am unteren rechten Brückenpfeiler wurde geringfügig gemildert und unkenntlich gemacht.



Zuletzt bearbeitet am 26.11.20, 20:23

Datum: 11.04.2020 Ort: Bliesheim [info] Land: Nordrhein-Westfalen
BR: 220,221 (alle V200-west) Fahrzeugeinsteller: Efw
Kategorie: Zug schräg von vorn
Top 3 der Woche: 5 Punkte

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Der Henkelzug bei Merten (Sieg)
geschrieben von: JH-Eifel (22) am: 24.11.20, 20:56
Im Frühjahr und Sommer 2020 kamen mehrere Faktoren zusammen, die mich des Öfteren wieder an die Siegstecke getrieben haben. In diesem Zeitraum gab es für einige Monate Güterzug-Umleiter. Dieser Umstand ermöglichte mir eisenbahnfotografische Ablichtungen an Fotostellen, welche ich in früheren Zeiten mit der 120 oder 111 nicht umgesetzt hatte.

Die ca. hundert Kilometer lange elektrifizierte zweigleisige KBS 460 zweigt bei Troisdorf von der rechten Rheinstrecke Richtung Siegen ab. Über die rechte Rheinstecke verkehrt normaler Weise auch der ,,Henkelzug“ dieser ,,Star-Zug“ war während der Sieg-Umleiter besonders im Fokus der Fotografen und wird mit verschiedenen alten Bundesbahndamen von der BayernBahn GmbH gefahren. Da die Lokomotiven immer wieder wechseln können ist es oft eine Überraschung, welche der verschiedenen farbigen Bayernbahn-Elloks zum Einsatz kommt. Zumal nicht jede Farbe in jeder Umgebung gleich gut auf dem Foto wirkt, war ich mit meiner abgelichteten Zugkomposition sehr zufrieden. Diese blaue Schönheit hebt sich hier im Gegensatz zu Ihren grünen Schwestern gut genug von den ortstypischen bewaldeten, in den Fluss abfallenden Steilhängen ab.

Am Mittwoch, den 20.05.2020 um 09:23 Uhr passte ich bei Bahnkilometer 39,4 die Bayernbahn 110 262 (welche bei der DB zuletzt als 139 262 unterwegs war) mit ihrem Zug bei der Fahrt über eine Siegbrücke ab. Das Foto entstand bei der Ausfahrt aus dem Ostportal des 235 m langen Tunnel bei der Mertener Hardt nahe dem Campingplatz Happach (53783 Eitorf) am Ufer der Sieg. Der Güterzug überquert gerade eine der zahlreichen Siegschleifen und das dortige Landschaftsschutzgebiet nahe des Silikatfelsen. Der DGS 59971 wird auf seinem Weg Richtung Siegen den Fluss noch mehrmals queren. Auf seinem weiteren Weg nach Gunzenhausen wurde der aus Langenfeld (Rheinland) kommende Güterzug sicher noch mehrfach von anderen Fotografen abgelichtet.

Ein wenig Glück gehört auch hier dazu, um neben der benötigen Sonne und die richtige Lok zu einer fotogerechten Uhrzeit zu erwischen. Ich probierte bereits am 15.05.2020 einmal mein Glück. Auf Grund deutlicher Verspätung entschied ich mich beim ersten Versuch dann spontan für eine Aufnahme auf dem Rudersdorfer Viadukt, wo ich den „Henkel“ dann mit einer verkehrsroten 151 ablichtete. Wenige Tage später konnte ich die ursprünglich auserkorene Fotostelle mit dem hier gezeigten Ergebnis umsetzen.

Meiner Meinung nach ist die Siegstrecke nicht überall einfach fotografisch zugänglich und die meisten Motive bestehen aus Brücken oder Brücken – Tunnelkombinationen. Mit etwas Gespür lassen sich an dieser deutlich weniger als der benachbarten Rheinstrecke, fotografierten Strecke bei den richtigen Zügen auch imposante Bilder erzielen. Das gezeigte Motiv zeigt den typischen Charakter der Kursbuchstrecke 460.


Zuletzt bearbeitet am 24.11.20, 21:36

Datum: 20.05.2020 Ort: Merten (Sieg) [info] Land: Nordrhein-Westfalen
BR: 110,112,113,114 (West-Baureihen) Fahrzeugeinsteller: BYB
Kategorie: Zug schräg von vorn
Top 3 der Woche: 8 Punkte

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261 058 mit Kalk nach Limburg
geschrieben von: JH-Eifel (22) am: 11.11.20, 01:05
Mein erstes (und bisher einziges) Bild dieser Galerie ist noch ein Scan vom Dia gewesen ( [www.drehscheibe-online.de] ). 2018 schaffte ich dann den Sprung zur Digitalfotografie, welche mir auch das zukünftige Einstellen von Bildern erleichtert. Als erstes Digitalbild möchte ich die moderne Bahn mit einer noch jungen Leistung im Güterverkehr an der Lahn zeigen.

Bis zum 02.05.2020 wurden die Steedener/ Kerkerbacher-Kalkzugleistungen (neben den weiterhin verkehrenden BASF-Zügen) von der BEG gefahren. Die letzte BEG Leistung am 02.05.2020 wurde mit 218 396 nach Neuwied gebracht. Nachdem nun die DB Cargo die Leistungen übernommen hatte, änderten sich neben der Triebfahrzeugen auch die Fahrzeiten der Züge. Teile der Leistungen finden in der Nacht statt. Eine fotogene Leistung bei Tageslicht lässt sich jedoch im Sommer am Dienstagabend umsetzen. Nachdem ich am Morgen des Tages gegen sechs Uhr morgens dem HLB 629 huldigte, konnte ich den (durch einen Büroarbeitstag unterbrochenen Fotoerfolg) mit der zum Feierabend verkehrenden neuen Kalkzugleistung abschließen. Zumal das Licht an solchen Hochsommertagen ohnehin morgens und abends am besten ist.

Am Dienstag den 23.06.2020, um 18:14 Uhr hatte die DB Cargo Gravita 261 058 die Ehre den Kalkzug aus Kerkerbach nach Limburg zu bringen. Da ich bereits zwei Fotostellen auf der anderen Seite des Eschhofener Tunnels umgesetzt hatte, überlegte ich, wie ich die Ausfahrt auf der südwestlichen Tunnelseite umsetzen könnte. Ich entscheid mich für eine Stelle kurz vor dem elektrifizierten Abschnitt. Eine Aufnahme mit Güterzug und Tunnel bedurfte jedoch etwas Kreativität, da der Tunnel zu dieser Uhrzeit entweder von der Böschung verschattet wird oder der Zug den Tunnel komplett verdecken würde. So entscheid ich mich dafür den Zug so auf zu nehmen, dass die Tunnelausfahrt im Hintergrund noch sichtbar ist und er Zug in der sommerlichen Landschaft von einem rustikal anmutenden, abgestorbenen Baum und einigen Lupine eingebettet wird. Ein Signal komplettiert das Konvolut. Mein Standpunkt befand sich klassisch neben dem Bahndamm und durch den Einsatz von einem starken Teleobjektiv konnte der Zug relativ dominant in die Nähe der Betrachtung gebracht werden.


Zuletzt bearbeitet am 24.11.20, 16:18

Datum: 23.06.2020 Ort: Eschhofen [info] Land: Hessen
BR: 261 (Voith Gravita 10BB) Fahrzeugeinsteller: DB
Kategorie: Zug schräg von vorn
Top 3 der Woche: 1 Punkt

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Rheingold auf der Oleftalbahn
geschrieben von: JH-Eifel (22) am: 18.05.17, 22:33
Im Mai 2016 veranstaltete der BDEF eine Verbandstagung in Köln. Im Rahmen dieser Tagung wurde eine Sonderfahrt mit dem FEK-Rheingold aus Köln durchgeführt. Die Fahrt ging in die Eifel, zu der als ,,Flitsch" bekannten Oleftalbahn.

Am 7. Mai 2016 durfte ein besonders hochwertiger Zug die Ruhe in der Region stören. Auch wenn die Zugkombination farblich harmonisch wirkt, war die Bespannung des Zuges für einen solchen Sonderzug reichlich ungewöhnlich. Anstatt einer zuerst geplanten V100 kam der Zug mit einer V60 in der Eifel an. Der Zuglauf war: Köln - Düren - Zülpich - Euskirchen - Kall - Hellenthal - Kall - Köln. Ein bisschen wirkte die Zusammenstellung eher wie eine Rangierfahrt, jedoch verrät der Aufnahmeort bei Blumenthal, dass es sich um eine Sonderfahrt handelt. Die 260 109 hatte große Mühe den Zug nach Hellenthal und und zurück zu bringen. Bei recht warmen Wetter mühte sich die kleine Lok regelrecht ab, um den Zug zu Ihrem Ziel zu befördern. Der Rheingold passierte mit erheblicher Verspätung den Aufnahmeort am Ortsrand von Blumenthal. Kurz vor 17 Uhr zieht die kleine Lok den Zug vorbei am Fotografen (Jörg Heinen) nach Hellenthal. Im Hintergrund sieht man die letzten Häuser von Oberhausen. Das Pferd auf der Wiese zeigt sich jedoch reichlich unbeeindruckt von diesem ungewöhnlichen Zug.

- Scan vom Kleinbild-Dia: Velvia 50 -

Zuletzt bearbeitet am 18.05.17, 23:34

Datum: 07.05.2016 Ort: Blumenthal [info] Land: Nordrhein-Westfalen
BR: 360-365 (alle V60-West) Fahrzeugeinsteller: EVG
Kategorie: Zug schräg von vorn
Top 3 der Woche: 5 Punkte

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