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Ich hab mein Herz in Heidelberg(er Platz) verloren
geschrieben von: Itzenplitz (26) am: 09.01.18, 18:34
Ich lass das Bild mal für sich selbst sprechen.

(Infos zum Bahnhof hier: Kathedrale im Untergrund )

Datum: 04.01.2018 Ort: U-Bf. Heidelberger Platz [info] Land: Berlin
BR: Untergrund- und Hochbahnen Fahrzeugeinsteller: BVG
Kategorie: Zug schräg von vorn
Top 3 der Woche: 9 Punkte

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Demnächst historisch
geschrieben von: Itzenplitz (26) am: 26.11.17, 18:31
Bis zum Jahre 1977 endete hier die ehemalige GN-Linie (Gesundbrunnen-Neuköllner Linie), die heutige U8: im Bahnhof Gesundbrunnen. Bis zum genannten Jahre stellte das ein ziemliches Problem dar, denn nach der Station folgte nur noch der Bahnhof Voltastraße, bevor die Züge eine neun-minütige Reise durch die Geisterbahnhöfe des Ostsektors antraten und damit die Bedeutung des nördlichen Abschnittes der Linie seit den Tagen des Mauerbaus erheblich sank. Man dachte sogar darüber nach, diese Linie ganz einzustellen und den Streckenabschnitt im Ostsektor dem Osten zu überlassen.

Der unterirdische Bahnhof Gesundbrunnen wurde 1930 eröffnet. Seitdem besteht auch eine Umsteigemöglichkeit zur Ring- und Nord-Süd-S-Bahn sowie zur Fernbahn. Architektonisch ist auch hier wieder die eindeutige Handschrift des Meisterarchitekten Alfred Grenander abzulesen, dem es gelang, mit einem nüchternen aber dennoch erhabenen Baustil einen Glanzpunkt innerhalb seiner vielen Schaffenszeugnisse in der Stadt zu setzen. Hier findet man wuchtige und archaische Akzente in Form von massiven und stählernen Bahnhofsstützen und glatten Wänden, die im gesamten Bereich mit Ullersdorfer grün-türkisfarbenen Fliesen verziert wurden, die ihrerseits ein besonderes und sehr intensives Farberlebnis für den Betrachter schaffen. Auch nach der Sanierung war die BVG bemüht, sich am Original zu halten. Der U-Bahnhof Alexanderplatz des Großprofils weist farblich die gleiche Keramik auf.

Der auf dem Photo zu sehende Zug ist ein Wagen vom Typ F79, der noch nicht modernisiert wurde, oder "ertüchtigt", wie man es bei der BVG zu sagen pflegt. Von 2009 bis 2017 war genau dieser Doppeltriebwagen auf der U55 im Einsatz gewesen, also jener Drei-Station-Stummel-U-Bahn, auf der jetzt die Oldies vom Typ Dora unterwegs sind. Wenn in den nächsten zwei Jahren die IK-Züge zur Auslieferung kommen - das sind Kleinprofilzüge mit sogenannten "Blumenbrettern" an der Seite, um die Differenz zum Großprofil auszugleichen -, dann werden die Wagen vom Typ F74 den Weg des alten Eisens gehen. Mit anderen Worten: ein demnächst historisches Photo.

Zuletzt bearbeitet am 26.11.17, 19:14

Datum: 25.11.2017 Ort: U-Bf. Gesundbrunnen [info] Land: Berlin
BR: Untergrund- und Hochbahnen Fahrzeugeinsteller: BVG
Kategorie: Zug schräg von vorn
Top 3 der Woche: 4 Punkte

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Glas und Stahl
geschrieben von: Itzenplitz (26) am: 20.11.17, 21:06
Der Endpunkt der Linie 1 der Berliner U-Bahn, die Haltestelle Warschauer Straße (bis 1995 Warschauer Brücke), ist einer der ältesten Hochbahnhöfe Berlins. Erbaut in den Jahren 1900 bis 1902 erfolgte die Eröffnung im Zuge der Inbetriebnahme der ersten Hoch- und Untergrundbahn Berlins. Die Bahnhofshalle, ein Typenentwurf des Konstruktionsbüro von Siemens & Halske, ist, neben den Bahnhofshallen Görlitzer Bahnhof und Prinzenstraße, ein letztes Zeugnis jener Epoche. Bemerkenswert ist die nüchtern-moderne und auch dynamische Stahlkonstruktion aus einer Architekturepoche, die doch eher, ganz dem Geschmack der Zeit, vom wuchtigen Historismus geprägt war.

Das Bild entstand eher spontan, da am Sonntag für einen kurzen Augenblick das Blau des Himmels und die Sonne zum Vorschein kamen, ein herbstliches Licht auf den Bau fallen ließen und eine eigentümliche Stimmung zauberten, die, wie ich finde, besonders in Schwarz-Weiß zur Geltung kommt.

Bei der Wahl der Kategorie war ich mir nicht sicher, welche hier zu wählen ist. Da kein Eisenbahnfahrzeug zu sehen ist, habe ich die "ungewöhnliche Perspektive" gewählt.

Manipulation: Ein Baukran wurde digital "zur Seite geschoben".

Datum: 19.11.2017 Ort: U-Bf. Warschauer Straße [info] Land: Berlin
BR: Sonstige (keine Fahrzeuge) Fahrzeugeinsteller: BVG
Kategorie: ungewöhnliche Perspektiven
Top 3 der Woche: 8 Punkte

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BVG - Weil wir dich lieben
geschrieben von: Itzenplitz (26) am: 11.11.17, 12:58
Mit gerade einmal drei Stationen gehört die U55 der Berliner Hoch- und Untergrundbahn zur derzeit kürzesten U-Bahnlinie der Stadt. Zwischen Hauptbahnhof (siehe Photo) und Brandenburger Tor pendeln im Zehn-Minuten-Takt Zwei-Wagen-Züge hin und her, was für die Fahrer der Züge anscheinend ziemlich belastend sein muss, denn es kommt häufig vor, dass man als Photograf den Zorn derselben zu spüren bekommt. Als ich an jenem Tage meine Kamera auspackte, kam einer dieser "netten" Herrn wie von der Tarantel gestochen auf mich zugerannt und wollte mich mit dem Hinweis auf sein Persönlichkeitsrecht vom Bahnhof verjagen. "BVG - weil wir dich lieben", so lautet der Werbespruch des senatseigenen Betriebes. So möge sich ein jeder selbst das Seine denken. Es sei noch angemerkt, dass auf keinen meiner Photos irgendein Fahrer zu erkennen ist, was ich der mir auf den Hals gehetzten Verkehrsaufsicht auch beweisen konnte und die mich dann auch gewähren ließ.

Det is Berlin, Freunde.Wir sind eben die Erfinder der Freundlichkeit.

Zum Bild: Auf diesem ist der Doppeltriebwagen 2000/2001 vom Typ D57 (auch "Dora" genannt) zu sehen, quasi ein Museumstriebwagen, der, zusammen mit zwei weiteren Einheiten des gleichen Typs, aufgrund des akuten Fahrzeugmangels wieder flott gemacht wurde und nun auf der Linie 55 zum Einsatz kommt. Diese Einheit gehört zu den ersten beiden Wagen, die 1957, noch in Stahlbauweise, gebaut wurden und quasi als Prototypen gelten dürfen. Man verpasste ihnen auch wieder die im Original vorhandenen Zierleisten, was diese Wagen in der Tat zu etwas ganz außergewöhnlichen macht und allemal ein Photoausflug wert ist. Wo findet man schon in Deutschland einen Museumstriebwagen im täglichen Fahrgasteinsatz? Naja, fast täglich, denn leider "brillieren" die Dora-Züge durch ihre Störanfälligkeit, so dass der Verkehr vor ein paar Wochen auf der U55 ganz eingestellt werden musste, denn aufgrund ihres derzeitigen Inseldaseins besteht keine Schienenverbindung zum restlichen U-Bahnnetz.

Die drei Bahnhöfe der Linie zeichnen sich durch ihre Gigantomanie aus, denn vor allem die Stationen "Bundestag" und "Hauptbahnhof" bestehen aus riesigen Bahnhofshallen, die einen absurden Kontrast zu den winzigen Zwei-Wagen-Zügen und den wenigen Touristen bilden, die hier ein- und aussteigen. Auch hinkünftig, wenn die U55 mit der U5 nach Hönow verbunden sein wird, ist aufgrund des Parallelverkehrs mit der S-Bahn nicht mit einem großen Ansturm auf diesen Linienabschnitt zu rechnen. Aber dank des großzügigen Länderfinanzausgleiches können wir uns in Berlin so einen Luxus locker leisten. Ein großes Dankeschön an Bayern! :-)

Datum: 10.11.2017 Ort: U-Bf. Hauptbahnhof [info] Land: Berlin
BR: Untergrund- und Hochbahnen Fahrzeugeinsteller: BVG
Kategorie: ungewöhnliche Perspektiven
Top 3 der Woche: 6 Punkte

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Ein Blick durch den Zaun
geschrieben von: Itzenplitz (26) am: 25.10.17, 17:53
Der südliche Bahnsteig III der Haltestelle Wittenbergplatz der Berliner Hoch-und Untergrundbahn ist von seinem Nachbargleise durch einen kunstvollen schmiedeeisernen Zaun getrennt, der jedoch einen Blick auf den Nachbarbahnsteig II und somit eine interessante Perspektive erlaubt, die ich versucht habe, mit diesem Photo einzufangen.

Vom mittleren Bahnsteig II fahren die Züge der Linie 3 Richtung Nollendorfplatz ab, während man von der gegenüberliegenden Bahnsteigkante in die Züge Richtung Pankow umsteigen kann.

Der hier abgebildete Zug ist innerhalb der zahlreichen Kleinprofilbaureihen etwas besonderes. Es handelt sich dabei um die Baureihe A3L82, von der es lediglich acht Doppeltriebwagen gibt. In den Jahren 1982 und 1983 baute die Waggon-Union in Berlin-Reinickendorf diese acht Doppeltriebwagen, die technisch auf der damals modernen F-Serie des Großprofils basieren. Diese Wagen erhielten, wie ihre "großen" Schwestern, eine Tyristorsteuerung, was es bisher bei Kleinprofilzügen nicht gab. Aufgrund ihrer kleinen Stückzahl gelten sie deshalb auch als Prototypen für die zehn Jahre später gebauten Züge vom äußerlich ähnlichen Typ A3L92, die jedoch die verschleißfreien Drehstrommotoren erhielten.

Das Problem mit dem A3L82 ist, dass diese Wagen mit keiner anderen Baureihe gekuppelt werden können. So "mutierte" der A3L82 zur Splitterbaureihe, deren Einsatzzeit sich deshalb auch ihrem Ende zuneigt, sobald die neuen IK18-Züge im nächsten Jahr ausgeliefert werden. Es wird sich also ab dem nächsten Jahr vieles ändern bei der Berliner U-Bahn. Panta rhei.

Datum: 20.10.2017 Ort: U-Bf. Wittenbergplatz [info] Land: Berlin
BR: Untergrund- und Hochbahnen Fahrzeugeinsteller: BVG
Kategorie: ungewöhnliche Perspektiven
Top 3 der Woche: 6 Punkte

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Wann geht´s weiter?
geschrieben von: Itzenplitz (26) am: 21.10.17, 23:08
Der U-Bahnhof Wittenbergplatz ist mit seinen drei Bahnsteigen und fünf Gleisen der größte Umsteigebahnhof des Kleinprofilnetzes - immerhin treffen hier drei der vier Kleinprofillinien aufeinander. Auf den Richtungsbahnsteigen ist ein bequemes Umsteigen in alle drei Richtungen der entsprechenden Linien möglich, denn die Züge warten jeweils auf den anderen, so dass in der Regel immer zwei Wagenzüge am Bahnsteig abfahrbereit stehen. Da bleibt dann offensichtlich auch ein wenig Zeit für ein kleines Schwätzchen unter Kollegen. Das wiederum gab dem Photografen die Gelegenheit, diese Szene in Ruhe festzuhalten und hier dem geneigten Publikum zu zeigen. Und die Herrschaften schienen eine Menge zu besprechen, denn man ließ sich Zeit.

Am äußeren Gleis des nach Westen führenden Bahnsteiges wartet ein Zug der Linie 3, bestehend aus Wagen des Typs A3L71, um seinem Ziele Krumme Lanke entgegenzustreben, während an der gegenüberliegenden Bahnsteigkante ein Wagenzug der Baureihe A3L92 seine Fahrt nach Theodor-Heuss-Platz in Kürze fortsetzen wird.

Ein besonderes Augenmerk sei hier auf den Zug des Typs A3L71 gelegt, denn eine solche Szene wird hinkünftig immer seltener werden, denn die Einsatzzeit dieser formschönen Baureihe neigt sich unausweichlich ihrem Ende entgegen. Schon im kommenden Jahr werden neue IK18-Züge, denen man den "phantasievollen" Namen "Icke" gab, diese Wagen ablösen und eine stilprägende Epoche für immer beenden. Wer also diese Züge noch im täglichen Einsatz erleben möchte, sollte sich sputen, bevor es zu spät ist.

Datum: 20.10.2017 Ort: U-Bf. Wittenbergplatz [info] Land: Berlin
BR: Untergrund- und Hochbahnen Fahrzeugeinsteller: BVG
Kategorie: Menschen bei der Bahn
Top 3 der Woche: 10 Punkte

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Eine "S-Bahn" auf U-Bahngleisen
geschrieben von: Itzenplitz (26) am: 18.10.17, 20:37
Im Jahre 1958 entwickelte die ostdeutsche Schienenfahrzeugindustrie einen neuen Großprofiltriebwagen für die U-Bahnlinie E in Ostberlin, die Baureihe EI. Doch es blieb bei einem Vier-Wagenzug. Um die im Zuge des Mauerbaus rar gewordenen Kleinprofilzüge vom Typ AI, die mit "Blumenbrettern" ausgestattet auf der Linie E zum Einsatz kamen, freizumachen, wurden im damaligen RAW-Schöneweide aus alten S-Bahnzügen U-Bahnwagen gebaut - die Baureihe EIII. In insgesamt fünf Serien wurden bis 1990 86 Trieb- und Beiwagen umgebaut.

Am 14. Oktober kam vorerst zum letzten Mal der historische Vierwagenzug vom Typ EIII/5 zwischen Biesdorf-Süd und Hönow anlässlich der Internationalen Gartenausstellung zum Einsatz. Auf dem Photo ist dieser Zug gerade zwischen Elsterwerdaer Platz und Biesdorf unterwegs.

Datum: 14.10.2017 Ort: Biesdorf [info] Land: Berlin
BR: Untergrund- und Hochbahnen Fahrzeugeinsteller: BVG
Kategorie: Zug schräg von vorn
Top 3 der Woche: 3 Punkte
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Hades
geschrieben von: Itzenplitz (26) am: 14.10.17, 19:28
Die Stadt Berlin wird gemeinhin auch gern als "Spreeathen" bezeichnet. Die Architektur der Stadt, die von solchen Meistern wie Knobelsdorf (Staatsoper Unter den Linden), Langhans (Brandenburger Tor) und natürlich Schinkel (Schauspielhaus am Gendarmenmarkt) geprägt wurde, ist durchzogen vom Klassizismus, also einer baulichen Rückbesinnung auf die griechische Antike.

Die Stilelemente dieser erhabenen Architektur finden sich ebenfalls im Berliner Untergrund wieder, so auch in der Haltestelle Breitenbachplatz der Berliner Hoch- und Untergrundbahn (Linie 3). Dominierend wirken hier die dorischen Säulen aus Granit, auf der die kassettierte Decke der Bahnhofshalle ruht, die ihrerseits mit feinen Mosaiken, bestehend aus geometrischen Mustern, geschmückt ist.

Ein Blick durch die Säulen von der östlichen zur westlichen Bahnsteigkante mutet wie ein Eingang zu einem antiken Tempel an, ja mit ein wenig Phantasie könnte man auch meinen, den Eingang zum Hades gefunden zu haben, der Unterwelt der alten Griechen, wo Plutos über die unterirdischen Reichtümer herrscht. Und an Reichtümer mangelt es auf dieser Linie der Berliner U-Bahn ganz gewiss nicht.

Zweiteinstellung: Beim ersten mal hab´ ich Trottel das Bild mit 100 kByte abgespeichert.


Datum: 10.10.2017 Ort: U-Bf. Breitenbachplatz [info] Land: Berlin
BR: Untergrund- und Hochbahnen Fahrzeugeinsteller: BVG
Kategorie: ungewöhnliche Perspektiven
Top 3 der Woche: 8 Punkte

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"Wanzenbahnhof"
geschrieben von: Itzenplitz (26) am: 10.09.17, 01:16
Ein weiterer architektonischer Glanzpunkt der einstmals Wilmersdorf-Dahlemer Schnellbahn genannten Linie 3 der Berliner Hoch- und Untergrundbahn ist die Haltestelle Rüdesheimer Platz - benannt nach der Weinstadt am Rhein. Und das Thema Weinanbau spiegelt sich in der Gestaltung des Bahnhofes wieder.

Die Detailfülle ist beeindruckend. Die Wände sind geschmückt mit Keramikfeldern, auf denen Weintrauben-, Faun- und Satyrdarstellungen zu sehen sind. Während ein Faun einen altitalienischen Gott der Natur und des Waldes und gleichsam Beschützer von Bauern und Hirten darstellt, handelt es sich bei Satyr um einen antiken griechischen Dämon im Gefolge des Dionysos - des Gottes des Weines und des Rausches. An den Pilastern sind kleine Insekten und Kriechtiere abgebildet, die in Weinstöcken für gewöhnlich vorkommen und zum Gedeihen derselben ihren Beitrag leisten. Jedes Detail ist Teil eines großen Themas, das eng verbunden ist mit dem Namen der Station. Humanistische Bildung im Nahverkehr!

Aufgrund der tierischen Darstellungen aus der Welt der Insekten und Kriechtiere sprach die unsensible und immer schon respektlose Berliner Schnauze bei dieser Station auch vom "Wanzenbahnhof".

Eröffnet wurde die Station am 12. Oktober 1913. Als Architekt zeichnete, wie schon bei der Station Heidelberger Platz, Wilhelm Leitgebel Verantwortlich.

Am Bahnsteig der spätabendlich menschenleeren Station hält soeben ein Zug der Baureihe A3L71, um in Kürze seine Fahrt nach Nollendorfplatz fortzusetzen. Leider ist die untere linke Front des Zuges durch eine Narrenschmiererei verdreckt worden.


Zuletzt bearbeitet am 13.09.17, 20:16

Datum: 08.09.2017 Ort: Rüdesheimer Platz [info] Land: Berlin
BR: Untergrund- und Hochbahnen Fahrzeugeinsteller: BVG
Kategorie: ungewöhnliche Perspektiven
Top 3 der Woche: 2 Punkte

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"Ceci n’est pas un chateau" ...
geschrieben von: Itzenplitz (26) am: 01.09.17, 21:15 Top 3 der Woche vom 17.09.17
... "dies ist kein Schloss", dies ist ein U-Bahnhof!

Über die Entstehungsgeschichte der Haltestelle Heidelberger Platz der Berliner Untergrundbahn wurde an anderer Stelle von mir schon einiges geschrieben, so dass darauf nicht mehr im Besonderen eingegangen werden muss. [www.drehscheibe-online.de]

Dieser beeindruckende Bahnhof bietet eine Fülle von architektonischen Blickfängen, die sich keinesfalls auf die Bahnsteighalle selbst beschränken. Wenn man den südlichen Zugang zu den Zügen betreten will, durchschreitet der geneigte Fahrgast, wie auf dem Photo zu sehen, zunächst eine halbrunde Vorhalle, die von einer gläsernen Halbkuppel bekrönt wird und tagsüber das Sonnenlicht hineinstrahlen lässt. Des nächtens, bzw. während der Dunkelheit, wird selbige von schnöden Leuchtstoffröhren illuminiert. Unter dieser Lichtkuppel befindet sich ein wunderschönes Mosaik mit Goldgrund und Festons (franz. für Girlande), an dessen südlichen Ende (auf dem Photo leider nicht zu sehen) das Lilienwappen der Gemeinde Wilmersdorf abgebildet ist.

Den eigentlichen Zugang zum Bahnsteig bilden zwei steinerne, auf einem massiven Granitpfeiler ruhende Parabelbogen. Über diesem Granitpfeiler befindet sich eine Sandsteinkartusche, auf der die Darstellungen einer Eule, die symbolisch für die Weisheit steht, und einer Burg zu sehen sind. Dazwischen wurde in römischen Ziffern das Entstehungsdatum der Linie angebracht.

Es mutet keinesfalls wunderlich an, dass die Moskauer U-Bahnarchitekten sich hier in Wilmersdorf in den 1930er Jahren die Inspiration für ihre "Untergrundpaläste" holten. Doch während die russischen Metrostationen reizüberflutende Protzbauten mit überbordender kommunistischer Symbolik sind, stellen die Untergrundbahnhöfe der Wilmersdorf-Dahlemer Schnellbahn, insbesondere die Station Heidelberger Platz, Bauten dar, die in ihrer Symbolik und Ausgestaltung den aufmerksamen Beobachter zum Entdecken und - im Wissen um diese Symbolik - zu einer zeithistorische Reise einladen.

Auf dem Photo ist der südliche Zugang zur Bahnsteighalle der Haltestelle Heidelberger Platz der Berliner U-Bahnlinie 3 zu sehen. Am Bahnsteig entlässt soeben ein Wagenzug der Baureihe A3E seine Fahrgäste bzw. nimmt neue auf, um seine Fahrt nach Nollendorfplatz fortzusetzen.

Manipulation: Bildbeschnitt korrigiert.

Zuletzt bearbeitet am 04.09.17, 00:16

Datum: 30.08.2017 Ort: Heidelberger Platz [info] Land: Berlin
BR: Untergrund- und Hochbahnen Fahrzeugeinsteller: BVG
Kategorie: ungewöhnliche Perspektiven
Top 3 der Woche: 36 Punkte

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