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Il caimano moribondo
geschrieben von: Julian en voyage (349) am: 26.04.20, 19:00
Man darf auch mal Glück haben! Planmäßig sind die „Caimani“ der Reihe E 656 – zwischen 1975 und 1989 in insgesamt 461 Exemplaren geliefert und vermutlich DER italienische Ellok-Klassiker der letzten Jahrzehnte – auf dem Festland bereits aus dem Personenzugdienst ausgeschieden. Nur auf Sizilien, wohin beinahe traditionell die andernorts auf der Apennin-Halbinsel obsolet gewordenen Fahrzeuge „abgeschoben“ werden (E 636 und E 646 lassen grüßen…), sind die Gelenk-Lokomotiven mit ihrem unverwechselbaren Sound noch teilweise für die Traktion der IC- und ICN-Züge zuständig, wobei auch dort mit steter Inbetriebnahme eigens für diese Zwecke angepasster und umlackierter E464er ein Ende in naher Zukunft absehbar ist, vielleicht ungeahnt beschleunigt durch die Corona-Pandemie und die damit verbundenen massiven Einschränkungen im Bahnverkehr...

Allerdings werden einige wenige Exemplare auch abseits der größten Mittelmeerinsel noch für Überführungsfahrten oder als Reserveloks vorgehalten. In letzterer Eigenschaft übernahm E 656 289 am 10. Juni 2018 – für mich völlig unerwartet – ab Neapel den IC 707 (Roma Termini - Taranto) für seine finale Etappe durch die Bergwelt Kampaniens und der Basilikata.

Dank der freundlichen Hilfe eines örtlichen Bauern bei der Fotostellen-Suche konnte ich den besonderen Zug auf dem Hangviadukt bei Baragiano abpassen. Anfänglich war ich etwas enttäuscht, dass die Sonne sich bereits ein paar Minuten zuvor verkrochen hatte, aber mit etwas zeitlichem Abstand gefällt mir die eigentümliche Stimmung mit den von unten angestrahlten Wolken und dem klar hervortretenden Dreilicht-Spitzensignal mindestens genau so gut! Am effektvollsten ist natürlich ein Betrachten in möglichst dunkler Umgebung. :)

Am nächsten Morgen ging es für den „Caimano“ übrigens mit dem Gegenzug IC 700 wieder zurück nach Neapel, womit der Spuk ein schnelles Ende hatte und die planmäßigen E402B wieder das alleinige Regiment übernahmen. Die E 656 289 indes wurde im Herbst 2018 nach Sizilien weitergereicht, wo sie leider stante pede im Bahnhof von Fiumefreddo di Sicilia in Flammen aufging (-> [www.youtube.com] ), anschließend eine Zeit lang im DL Catania einer ungewissen Zukunft entgegen sah und mittlerweile zwecks Verschrottung zu Bilfinger nach Bari überführt wurde.

Datum: 10.06.2018 Ort: Baragiano [info] Land: Europa: Italien
BR: IT-E656 Fahrzeugeinsteller: Trenitalia
Kategorie: Stimmungen mit Zug
Top 3 der Woche: 6 Punkte

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Nel cuore della Sicilia
geschrieben von: Julian en voyage (349) am: 12.04.20, 10:59
Taormina, Palermo, Syrakus, die Tempel von Agrigento und Selinunte, alle jene klassischen Sehenswürdigkeiten reihen sich an Siziliens Küsten auf. Das Hinterland kann da im Touri-Programm schon mal auf der Strecke bleiben. Und Hand aufs Herz: Uns Bahnfotografen geht es doch oft, abgesehen von der Schmalspurbahn um den Ätna natürlich, nicht anders! Caimani mit tiefblauem Meer sind ja schließlich auch ein mehr als valides Argument (gewesen)...;)

Doch auch ein Blick in das Inselinnere, ins wahre Herzen des oft nach innen gewandten Siziliens lohnt sich. Eine passende Lektüre dabei ist zum Beispiel das lesenswerte, bebilderte Reisetagebuch "Mit dem Rücken zum Meer" von Andreas Rossmann. Aber schweifen wir nicht zu weit ab!

Durchzogen wird das Hügelland der Provinzen Enna und Caltanissetta von der eingleisigen Strecke Catania - Palermo, von der wiederum jene nach Canicattì und Agrigento abzweigen. An ersterem Abzweig liegt auch die Provinzhauptstadt Caltanissetta. Zwischen den Bahnhöfen Centrale und Xirbi überbrückt nördlich des Zentrums ein eleganter zwölfbögiger Viadukt das Busiti-Tal.

Als wir im Frühjahr 2014 die Gegend besuchten, war der Verkehr rund um Caltanissetta trotz weitgehender Elektrifizierung fest in Händen der ALn 668. So auch der morgendliche Regionale 8675 (Roccapalumba-Alia - Caltanissetta), der durch die saftig grünen Felder seinem Ziel entgegen brummte. Wenige Monate später wird sich das frische grün in fahles ocker verwandelt haben...

Nach dem Foto ging es für uns dann auf einen Caffè in eine kleine Bar, in einer gesichtslosen Geschäftsstraße irgendwo zwischen Autowerkstatt und Krämerladen gelegen. Der Barista dort lief zu Hochtouren auf und klärte die (vermeintlich?) unwissenden Auswärtigen über die Finessen des gepflegten Espresso-Genusses auf ("Il bicchierino d'acqua si beve prima il caffè!"). Das sind so die kleinen Geschichten, die in Erinnerung bleiben. :)

PS: Baustellenabsperrungen im Hintegrund entsättigt und eine weiße Baumaschine weggepixelt!

Datum: 07.04.2014 Ort: Caltanissetta [info] Land: Europa: Italien
BR: IT-ALn668 Fahrzeugeinsteller: Trenitalia
Kategorie: Bahn und Landschaft
Top 3 der Woche: 4 Punkte

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Rollstuhlgerecht...
geschrieben von: Julian en voyage (349) am: 09.04.20, 20:08
...soll er sein, der sonntagabendliche Regionale 12812 (Caltagirone - Catania). So steht es im Fahrplan, wie für alle (wenigen) Züge der einst bis Gela führenden und seit 2011 infolge eines Brückeneinsturzes unterbrochenen Strecke (Catania -) Lentini - Caltagirone. Doch Theorie und Praxis sind bekanntlich zwei paar Schuhe. Im mitunter etwas chaotischen Sizilien gilt das umso mehr. Nicht völlig überraschend ist also das Erscheinen eines betagten ALn 668 anstatt des planmäßigen, niederflurigen Minuetto.

Ob es jemanden stört, erscheint fraglich. Weniger, weil manch Dysfunktionalität im Bereich der Daseinsvorsorge in Süditalien mit einer Mischung aus stoischer Gelassenheit und Resignation hingenommen wird, sondern eher, weil die Bahn in weiten Teilen des sizilianischen Binnenlands ohnehin kaum eine Rolle für den ÖPNV spielt. Das lässt sich eindrücklich beobachten, wenn am Busbahnhof von Catania praktisch im Minutentakt die gut gefüllten, blauen Überlandbusse eintreffen.

Ich hingegen freute mich am 15. September 2019, dass mir bei Vizzini ein einzelner Fiat-Triebwagen vor die Linse knatterte. Denn der passte wunderbar in den noch sonnenbeschienenen Abschnitt der Strecke, den ich nach etwas Suche gefunden hatte.

Das vorangegangene Warten am Rand der schmalen Landstraße war an diesem milden Septemberabend unglaublich relaxend gewesen. Kaum Verkehr, ein leichter Wind, der durch die nach einem langen Sommer golden im Abendlicht leuchtenden Gräser strich und irgendwo in der Ferne das Glockengeläut einer Ziegenherde... :)

Datum: 15.09.2019 Ort: Vizzini [info] Land: Europa: Italien
BR: IT-ALn668 Fahrzeugeinsteller: Trenitalia
Kategorie: Bahn und Landschaft
Top 3 der Woche: 12 Punkte

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Das hohe Gut einer freien Reise
geschrieben von: Vinne (635) am: 31.03.20, 19:54
Ungeahnte Einschränkungen bringt die aktuelle Zeit mit sich, ganz Europa steht still.

Kein Urlaubsreisender kann derzeit mit der Bahn an die Destinationen seiner Träume reisen. Grenzüberschreitende Verkehre, Urlaubs- und Turnuszüge, Interrail - alles ist durch das Corona-Virus zum Erliegen gekommen.

Zeit also, die persönlichen Archive zu durchforsten und sich an die Zeiten zu erinnern, als zum Beispiel mehrfach täglich ein ETR 500 als "Frecciargento" aus Roma Termini in Bolzano eintraf und den einen oder anderen Sommerfrischler nach Südtirol brachte.

Aber keine Angst, wenn jeder für sich sein Bestes gibt, dann findet mindestens Europa bald wieder auf den Bahnsteigen des Kontinents zusammen, Reisende warten an Bahnsteig 4 auf den EuroCity nach München und der Eisenbahnfotograf kann so vermeintlich unscheinbare Szenen vielleicht unter einem ganz anderen Blickwinkel sehen.

Das hohe Gut der Reisefreiheit, es kommt bald wieder!


Datum: 03.08.2018 Ort: Bozen / Bolzano [info] Land: Europa: Italien
BR: IT-ETR500 Fahrzeugeinsteller: Trenitalia
Kategorie: Zug schräg von vorn
Top 3 der Woche: 1 Punkt
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Am Strand entlang
geschrieben von: Gunar Kaune (368) am: 28.03.20, 19:05
Neben den Strecken in den Apennin war auch die Riviera eines der Haupteinsatzgebiete der ALe 801 aus Genua. Im Jahr 2014 konnte man sie hier auch noch antreffen, allerdings war ihr Stern schon am Sinken und sie fuhren noch wenige Einsätze zwischen Ventimiglia und Savona.

Bei meiner Reise im Sommer dieses Jahres ließ ich es mir natürlich nicht nehmen, auch die Stadtansicht von Cervo mit einem der Triebwagen abzulichten. Es war ein warmer italienischer Sommertag, der Ferragosto war gerade vorbei und gefühlt halb Italien hielt sich den Stränden der ligurischen Küste auf. Als um 10 Uhr morgens der R 6225 nach Savona an mir vorbeirollte, saßen viele Urlauber aber sicher noch beim Cappuccino, am Nachmittag sah der Strand dann nicht mehr so leer aus.

Datum: 21.08.2014 Ort: Cervo [info] Land: Europa: Italien
BR: IT-ALe801/940 Fahrzeugeinsteller: Trenitalia
Kategorie: Bahn und Landschaft
Top 3 der Woche: 6 Punkte

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MIt dem ALe nach Acqui Terme
geschrieben von: Bundesheertaurus (63) am: 21.03.20, 18:36
Eine der letzten Einsätze führte die Genueser ALe Triebwagen von Genau aus in Richtung Ovada und weiter nach Acqui Terme in der Provinz Alessandria. Eher rein zufällig führte uns der Weg in diese Gegend, schlechtes Wetter in und um Imperia zwang uns damals unseren Urlaub an der Reviera vorzeitig zu beenden als ursprünglich angedacht. Auf dem Rückweg in die bayrische Landeshauptstadt wurde das Wetter kurz hinter Genua auf einmal schlagartig besser, die Schlechtwetterfront scheint wohl an den Ausläufern der Apennin Gebirges hängen geblieben zu sein und so entschieden wir uns noch einen Abstecher an die Stichstrecke von Ovada nach Acqui Terme zu machen. Als uns dann auch noch ein ALe ebenfalls eher zufällig vor die Kamera fuhr, schien der Tag dann doch noch ein schönes Ende zu finden. Nachdem wir anhand der Fahrplanunterlagen den Umlauf des Triebwagens ausfündig machen konnten, warten wir die für uns letzte Fahrt des Triebwagens in Presco Cremolino ab. Pünktlich erreichte ALe 801/940 als Treno Regionale den Bahnhof, nachdem uns der Lokführer ein paar böse Worte auf italienisch entgegen rief und der Zugbegleiter den Zug abgefertigt hatte, setzte er seine Fahrt fort und wir nahmen auch die 650 Kilometer weite Fahrt nach München mit Halt am Brenner zum Pizza essen unter die Räder.

Zuletzt bearbeitet am 23.03.20, 13:25

Datum: 30.05.2015 Ort: Prasco Cremolino [info] Land: Europa: Italien
BR: IT-ALe801/940 Fahrzeugeinsteller: Trenitalia
Kategorie: Zug schräg von vorn
Top 3 der Woche: 2 Punkte

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La bestia da soma che lotta in salita
geschrieben von: Julian en voyage (349) am: 28.02.20, 19:52
Ein kräftiges Lasttier braucht es, um die schweren, mit Stahlcoils beladenen Ganzzüge, die mehrmals am Tag vom Genueser Hafen zum ArcelorMittal-Stahlwerk in Novi Ligure verkehren, über den Giovi-Pass zu wuchten, jene natürliche Barriere, die sich allen Verkehrsströmen entgegen stellt, die vom je nach Betrachtungsweise größten (Fläche) oder zweitgrößten (Güterumschlag) Seehafen Italiens in Richtung Poebene unterwegs sind.

Man könnte es vielleicht mal mit einem Esel versuchen? Doch will man ihm das wirklich zumuten, wenn er da so friedlich grasend im Schatten eines Baumes auf der saftigen Weide steht...? ;) Wohl eher nicht, wir sind ja schließlich keine Unmenschen! Vielleicht doch lieber auf einen Kaiman zurückgreifen, denn zumindest wenn der im Bahnsektor zu Hause ist, hat er ganz nebenbei auch noch ein paar Esels- bzw. Pferdestärken mehr auf seinen vier Beinen...pardon, sechs Achsen!

Die Rede ist natürlich vom legendären italienischen "Caimano", der kultigen Bo'Bo'Bo'-E-Lok mit dem Gelenk in Lokmitte, die ab 1975 in insgesamt sechs Serien an die Ferrovie dello Stato geliefert wurde und im Zuge eines Ideenwettbewerbs den Namen des Reptils erhielt. Im Herbst 2014 griff die FS-Gütersparte, die damals noch unter dem Namen Trenitalia Cargo firmierte, gerne auf eine solche Lok der Reihe E 655 für die Bespannung der Coilzüge am Giovi zurück, inklusive einer Schwesterlok zur Schubunterstützung am anderen Zugende. Der Bestand war trotz diverser Ausmusterungen noch üppig, ganz anders als fünfeinhalb Jahre später, wo die "Caimani" in ihren mutmaßlich allerletzten Zügen liegen, was den Regelbetrieb angeht...

Besonders gefreut haben wir uns am 23. Oktober 2014 allerdings, dass ein so sauberes Exemplar an der Spitze hing! Um kurz nach zehn kämpfte sich die Maschine mit MRS 54326 (Genova Sestri Ponente - Novi San Bovo) auf der Linea succursale dei Giovi bergwärts, wobei die dabei assistierende Schublok nicht mehr ganz in den Bildausschnitt auf dem Steinbogenviadukt von Campomorone passte. 700 Meter höher grüßt indes das Santuario di Nostra Signora della Guardia vom Berg.

Datum: 23.10.2014 Ort: Campomorone [info] Land: Europa: Italien
BR: IT-E655 Fahrzeugeinsteller: Trenitalia
Kategorie: Bahn und Landschaft
Top 3 der Woche: 7 Punkte

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Winter in Südtirol
geschrieben von: Julian en voyage (349) am: 22.02.20, 22:14
Winter in Südtirol sind außer in den ganz hohen Lagen mitnichten schneesicher. Soviel war mir aus Schilderungen meiner Großeltern in Erinnerung, die immer wieder von der hoffnungsvollen Anreise mit Käfer und später dem gelben 3er-BMW in den Winterurlaub (selbstredend in Zeiten vor Webcams und Online-Wetterdiensten!) ins Pustertal erzählten, die das ein oder andere Mal jenseits des Brenners großer Ernüchterung weichen musste...

Im extrem schneearmen Winter 2019/2020 gilt das natürlich erst recht. So zögerte ich nicht lange mit einem Besuch, als der Wetterbericht nach zwei Tagen Schneefall wenigstens etwas von der weißen Pracht versprach. Gleichwohl hatte auch ich mein persönliches Brenner-Erlebnis nach Passieren der Passhöhe auf knapp 1400 Metern und dem anschließenden Abstieg der Staatsstraße nach Gossensaß. ;)

An den sonnenbeschienenen Südhängen hatte sich zur Mittagszeit am 6. Februar 2020 auch im Pflerschtal auf etwa 1100 Metern Höhe der Schnee bereits beträchtlich zurückgezogen, war aber immer noch ausreichend, um die farblich ähnliche Lärmschutzwand einigermaßen gnädig zu kaschieren - Erklärtes Ziel dieser winterlichen Foto-Aktion!

Als Regionale 2261 (Brenner - Bologna) rollte E 464 056 mit einer noch stilrein in XMPR gehaltenen MDVC-Garnitur bergab gen Eisacktal. Die wenigen durchgehenden Züge vom Brenner nach Verona und Bologna sind heute die letzte Domäne der am Anfang ihrer Karriere am Brenner omnipräsenten "Monocabina"-Loks auf diesem Streckenabschnitt, während die Züge nach Bozen und Meran alternierend mit Flirts oder den Jazz-Derivaten der autonomen Region Trentino gefahren werden.

Aus dem Hintergrund grüßen - sie ihrerseits sind tief verschneit - die Gipfel der Stubaier Alpen.

Zuletzt bearbeitet am 22.02.20, 22:18

Datum: 06.02.2020 Ort: Gossensaß / Colle Isarco [info] Land: Europa: Italien
BR: IT-E464 Fahrzeugeinsteller: Trenitalia
Kategorie: Bahn und Landschaft
Top 3 der Woche: 6 Punkte

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Am Fuße des Aspromonte
geschrieben von: Jens Naber (404) am: 02.02.20, 16:15
Da Italien bzw. insbesondere Kalabrien derzeit wohl sehr "in" ist, springe ich auch mal noch auf diesen Zug auf :-)

Zu einer zweifelhaften Bekanntheit hat es der reizlose Badeort Africo Nuovo gebracht, eigentlich landschaftlich wunderschön zwischen Aspromonte und Ionischem Meer gelegen. Doch statt pulsierendem Tourismus, der in dieser sonnenverwöhnten aber strukturschwachen Gegend sicherlich eine gute Chance hätte, regieren Trostlosigkeit, Arbeitslosigkeit und eine deutlich erhöhte Sterblichkeitsrate durch Krebs in der kleinen Ortschaft. Der Grund hierfür dürfte in den Aktiviäten der kalabrischen ’Ndrangheta zu finden sein, die hier seit den 80er-Jahren eine nicht mehr nachvollziehbare Menge an Giftmüll an Land und durch das gezielte Versenken von Schiffen auch im Meer entsorgt hat. Von diesem düsteren Hintergrund unbeeindruckt, eilt der Regionale 3663 auf seiner rund zweieinhalbstündigen Fahrt von Catanzaro Lido nach Reggio di Calabria über die "Ferrovia Jonica" - an diesem Donnerstagmorgen zum Glück aus einem Fiat-Triebwagen gebildet. Die betagten Triebwagen teilen sich hier die Umläufe mit den moderneren ATR 220 "Swing", wobei wohl keine festen Umlaufpläne bestehen dürften, zumindest war für uns kein solcher erkennbar ;)

Noch lässt sich hier der Dieselbetrieb beobachten, die Elektrifzierung ist mittlerweile aber beschlossene Sache und insbesondere im nördlichen Streckenabschnitt bereits im vollen Gange.

Datum: 18.04.2019 Ort: Africo Nuovo [info] Land: Europa: Italien
BR: IT-ALn663 Fahrzeugeinsteller: Trenitalia
Kategorie: Bahn und Landschaft
Top 3 der Woche: 0 Punkte
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Am Capo Bruzzano
geschrieben von: Voreifel-218er (24) am: 01.02.20, 18:23
Wie schon am Tag zuvor war auch am zweiten Tag meines Aufenthalts in Kalabrien frühes Aufstehen angesagt. Gegen 5.20 Uhr verließ ich die Pension in Reggio di Calabria, um zwanzig Minuten später mit dem ersten Zug des Tages in Richtung Africo Nuovo zu fahren. Zu Fuß ging es zum etwa zwei Kilometer entfernen Capo Bruzzano, wo an der bereits in der Galerie vertretenen Stelle auf den morgendlichen Intercity nach Tarent gewartet werden sollte.
Da ich aber noch fast eineinhalb Stunden zu überbrücken hatte, probierte ich einfach mal den Blick von der anderen Seite der kleinen Bucht aus, die gerade von den ersten Sonnenstrahlen beleuchtet wurde.

Das Ergebnis ist ein Bild dieses ALn663, der als Regionale 22477 gerade auf dem Weg nach Reggio war.

Zuletzt bearbeitet am 02.02.20, 14:13

Datum: 09.01.2020 Ort: Africo Nuovo [info] Land: Europa: Italien
BR: IT-ALn663 Fahrzeugeinsteller: Trenitalia
Kategorie: Bahn und Landschaft
Top 3 der Woche: 4 Punkte
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