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Auf dem Pfad der Besinnung
geschrieben von: claus_pusch (247) am: 21.06.21, 22:20
Im Sommer 2020 wurde in Epfendorf der Besinnungsweg eröffnet, der das Neckarufer mit einer Anhöhe verbindet, auf der sich eine kleine Kapelle befindet. Und was gäbe es Besinnlicheres, als auf dieser Anhöhe im Gras zu sitzen und den Bahnverkehr auf der Gäubahn zu beobachten? Für längere Zugeinheiten sind die bewuchsfreien Gleisabschnitte, die man von dort oben einsehen kann, zu kurz, aber für den Solo-Talent, der als RE 17672 auf dem Weg von Rottweil nach Stuttgart ist, hat es gereicht.

Datum: 30.05.2021 Ort: Epfendorf [info] Land: Baden-Württemberg
BR: 442 (Bombardier Talent 2) Fahrzeugeinsteller: DB
Kategorie: Bahn und Landschaft
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Aus der Dunkelheit ins Licht
geschrieben von: claus_pusch (247) am: 15.06.21, 23:38
Im Tal des Flüsschens Steinach nahe der Ortschaft Schietingen liegt das Nordportal des Hochdorfer Tunnels, wo Trainagent vor einiger Zeit dieses Bild der südwärts fahrenden Nagolder Übergabe gemacht hat. An den sehr langen Sommerabenden schafft es die Sonne so weit nach Westen, dass man die nordwärts fahrenden RegioShuttles der "Kulturbahn" hier mit gutem Frontlicht aufnehmen kann. Das Tunnelportal gelangt jedoch nie ins Sonnenlicht, es ist immer durch den Bewuchs rund um den Tunnelmund abgeschattet. Das ist aber verschmerzbar, denn eine Funkantenne auf dem Portal und ein von dort in den Tunnel verlegter Kabelkanal tragen nicht gerade positiv zur Ästhetik des Bauwerks bei. Dafür ist der Blick durch die 1557 m lange Röhre, in die man die Triebwagen auf Hochdorfer Seite einfahren sieht und sie bei ihrer doch ordentlich langen Passage durchs Dunkel beobachten kann, umso beeindruckender. Hier habe ich 650 308 als RB 17950 (Tübingen-) Horb-Pforzheim beim Wiedererreichen des gleißenden Abendlichts abgepasst. Der Hochdorfer Tunnel war übrigens vor dem Bau der Neubaustrecken im 20./21. Jahrhundert der längste Eisenbahntunnel in Württemberg.

Datum: 14.06.2021 Ort: Schietingen [info] Land: Baden-Württemberg
BR: 650 (Adtranz/Stadler Regioshuttle RS1) Fahrzeugeinsteller: DB
Kategorie: Zug schräg von vorn
Top 3 der Woche: 4 Punkte
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Der Lack ist ab
geschrieben von: claus_pusch (247) am: 07.06.21, 11:32
Wenn man nicht zufällig einen der seltenen Güterzüge erwischt, hat man auf der Gäubahn zumindest alle zwei Stunden die Chance, einen lokbespannten Zug mit Tfz am Südende aufzunehmen, und zwar in Form der IC-Verbindungen Stuttgart-Zürich, die mit ÖBB-Taurus und SBB-Wagen gefahren werden. 1116 076, die hier mit IC185 Epfendorf im Neckartal durchfährt, zeigt sich lackmäßig leider nicht von der besten Seite.
Im Hintergrund ist der Turm der alten St. Remigius-Kirche zu erkennen, der heute als Solitär auf dem Epfendorfer Friedhof steht (die aktuelle Remigius-Kirche aus den 1970er Jahren liegt - nicht sichtbar - etwas weiter links). Vom Neckarufer rechts außerhalb des Bildes zur Marienkapelle auf der charakteristischen Anhöhe links führt seit 2020 der Epfendorfer Besinnungsweg; wer genau hinsieht, erahnt oberhalb der Lok die hängende Aussichtsterrasse, die eine Station dieses Wegs bildet. Eigenartig fand ich die Lage des zartrosa-farbenen Bahnwärterhauses jenseits der Landesstraße L424. Ein Blick auf das Orthofoto 1968 des Leo-BW-Portals brachte dann den Hinweis, dass von diesem Wärterhaus aus einst ein Bahnübergang überwacht wurde, als die Straße zum Neckar und ins Schlichemtal, die man rechts erkennt, noch hier von der Landesstraße abging. Der Erdhügel am Gleis ist sicher ein Rest des früheren Straßenverlaufs.

Bildmanipulation: Eine Peitschenleuchte an der Landesstraße, die die Lok überragte, wurde weggestempelt.

Datum: 24.04.2021 Ort: Epfendorf [info] Land: Baden-Württemberg
BR: AT-1116 Fahrzeugeinsteller: ÖBB
Kategorie: Zug schräg von vorn
Top 3 der Woche: 3 Punkte
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Ein Biotop für Bahnfreunde
geschrieben von: claus_pusch (247) am: 04.06.21, 23:43
Zwischen Gammertingen und Hettingen zieht sich die Strecke der Hohenzollerischen Landesbahn in weiten Kurven durch das Laucherttal. Der SWEG-LINT ist als RB von Tübingen über Albstadt nach Sigmaringen gelangt und fährt nun als Zug 86338 Sigmaringen-Gammertingen-Hechingen wieder nordwärts. In den am linken Bildrand angeschnittenen Becken werden Albforellen gezüchtet, aber auch in der Lauchert (die hinter dem Bahndamm verläuft) und in dem von der Lauchert gespeisten Weiher im Vordergrund, an dem man sich als Bahnfotograf gerne und lang aufhält, dürfte sich das eine oder andere Exemplar des begehrten Süßwasserfischs finden.

Datum: 31.05.2021 Ort: Hettingen [info] Land: Baden-Württemberg
BR: 622 (Alstom LINT 54) Fahrzeugeinsteller: SWEG
Kategorie: Bahn und Landschaft
Top 3 der Woche: 7 Punkte

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Testbild
geschrieben von: claus_pusch (247) am: 03.06.21, 20:54
Seit Anfang Mai 2021 fährt auf der Gäubahn in der sonntäglichen Taktlücke des IC 183 der sogenannte Bodensee-Radexpress II als RE 17299 von Stuttgart nach Radolfzell. Nachdem ich drei Wochen zuvor diesen Zug zusammen mit zwei ortsansässigen Hobbykollegen am alten Rottweiler Ablaufberg südlich des Au-Tunnels abgepasst hatte, wollte ich am letzten Mai-Sonntag testen, ob er sich auch nördlich des Au-Tunnels ablichten lässt. Dort verläuft ein schöner Spazierweg neben dem Neckar entlang der Bahn, glücklicherweise ohne mannshohen Zaun und Hundert Warnschilder... Allerdings sah es dann so aus, als wolle der Wettergott die Belastbarkeit meiner Nerven austesten, auch wenn man das dem Bild nicht ansieht. Denn 10 Minuten vor der geschätzten Vorbeifahrt des Zuges (dieser RE fährt in Rottweil ohne Halt durch!) setzte Konvektion ein und aus dem Nichts bildeten sich Kumuluswolken, die der Sonne hinter mir immer wieder bedrohlich nahe kamen. Zum Glück lief alles glatt, als 111 012 mit ihrer radfahrenden Kundschaft die Stelle passierte (allerdings fiel die Aufnahme des wenige Minuten später eintreffenden 'Hamsterbacken'-RE dann in der Tat einem Wolkenschaden zum Opfer).
Im Hintergrund sieht man den 2016 fertiggestellten, 246 Meter hohen Thyssenkrupp-Testturm für Aufzugstechnik, der oberhalb des Neckartals im Industriegebiet Berner Feld liegt und von dem kürzlich verstorbenen deutsch-amerikanischen Architekten Helmut Jahn und seinem Stuttgarter Kollegen Werner Sobek entworfen wurde.

Datum: 30.05.2021 Ort: Rottweil [info] Land: Baden-Württemberg
BR: 111 Fahrzeugeinsteller: DB
Kategorie: Zug schräg von vorn
Top 3 der Woche: 5 Punkte

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Farbtupfer im Frühlingsgrün
geschrieben von: claus_pusch (247) am: 02.06.21, 20:01
Anfang Juni dominiert in den Rebflächen des Kaiserstuhls das noch frische Grün des Frühlings. Für ein paar Farbtupfer sorgt um diese Zeit der Klatschmohn, der sich vor allem an den Kanten und Böschungen der Rebterrassen angesiedelt hat. Und auf den Gleisen der Kaiserstuhlbahn tragen die beiden RegioShuttle in HzL-Lackierung, die hier seit einiger Zeit im Einsatz stehen, zu etwas farblicher Abwechslung bei. Zusammen mit einem dritten Triebwagen in bwegt-Lackierung wurden sie als S5-Zug 88439 Riegel-Malterdingen - Breisach morgens am selben Bahnübergang nahe Oberrotweil aufgenommen, den Moritz-182 vor Kurzem hier mit einem NE81 von der anderen Seite im Abendlicht gezeigt hat. Der Blick zu den Vogesen ist nicht glasklar, aber man kann die Orte entlang der Elässischen Weinstraße zwischen Colmar und Rouffach noch schemenhaft erkennen.

Datum: 01.06.2021 Ort: Oberrotweil [info] Land: Baden-Württemberg
BR: 650 (Adtranz/Stadler Regioshuttle RS1) Fahrzeugeinsteller: SWEG
Kategorie: Zug schräg von vorn
Top 3 der Woche: 18 Punkte

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Walk on the Wild Side
geschrieben von: claus_pusch (247) am: 27.05.21, 18:02
Der zerklüftete Rappenfelsen im Laucherttal an der HzL-Stammstrecke zwischen Jungnau und Sigmaringen, der auf diesem Bild als Hintergrundelement fungierte, lädt geradezu ein, selbst als Fotostandort genutzt zu werden. Und die beiden Regionalbahn-Züge, die vormittags zwischen 8 und 9 Uhr Gammertingen gen Süden verlassen, bieten sich lichtmäßig dafür an.
Während man für ein Foto von der Bahn vor dem Rappenfelsen bequem zu einem Wanderparkplatz fahren und dann den Aussichtspunkt nach wenigen Hundert Metern Fußweg auf einem breiten Wanderweg erreichen kann, ist für ein Bild der Bahn vom Rappenfelsen ein etwas längerer Marsch auf der anderen Talseite fällig. Wirklich in die Wildnis führt dieser natürlich nicht, denn irgendwelche mehr oder weniger oft begangenen Forstwege finden sich ja überall...
Der LINT passiert den stillen Talabschnitt als RB 86311 Gammertingen-Sigmaringen-Tübingen. Hinter dem Fluss erhebt sich der Höhenzug des Witbergs; am rechten Bildrand ist außerdem die Fürstenhöhe (794 m) mit ihrem Sendemast zu erkennen.

Datum: 30.03.2021 Ort: Hanfertal [info] Land: Baden-Württemberg
BR: 622 (Alstom LINT 54) Fahrzeugeinsteller: SWEG
Kategorie: Bahn und Landschaft
Top 3 der Woche: 4 Punkte

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Auf willkommenen Abwegen
geschrieben von: claus_pusch (247) am: 25.05.21, 10:04
Nach der Umstellung der Zollernalb-Regionalbahnen auf LINT im Dezember 2020 überführte die SWEG zwei HzL-RegioShuttles zum Verkehrsbetrieb Endingen. Nachdem ich bei mehreren Abstechern an den Kaiserstuhl diese Triebwagen nur neben der Wagenhalle im Depot abgestellt beobachten konnte, war ich umso zufriedener, als ich sie am Pfingstsonntag dann auch mal im Streckeneinsatz antraf. Hier legt sich die Garnitur aus VT 46 und VT 47 als S5-Zug 26625 Riegel-Malterdingen - Breisach bei Königschaffhausen in die Kurve. Man beachte neben der freundlichen Crew im Führerstand die pragmatische Lösung, was die Anpassung der Fahrtzielanzeige an das für die Triebwagen noch ungewohnte Terrain betrifft.

Datum: 23.05.2021 Ort: Königschaffhausen [info] Land: Baden-Württemberg
BR: 650 (Adtranz/Stadler Regioshuttle RS1) Fahrzeugeinsteller: SWEG
Kategorie: Zug schräg von vorn
Top 3 der Woche: 3 Punkte
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Mitten im Elztal
geschrieben von: claus_pusch (247) am: 22.05.21, 23:13
...liegt die Große Kreisstadt Waldkirch zu Füßen des Kandel. Im 19. und frühen 20. Jahrhundert war die Stadt ein europaweit bekanntes Zentrum des Dreh- und Jahrmarktorgel-Baus. Heute findet sich die Industrie in den großen Gewerbegebieten am Stadtrand, während die früheren Fabrikzonen wie hier rund um den Bahnhof zu Wohngebieten umfunktioniert wurden. Seit einigen Jahren gibt es nach einer Hangrutschung am Galgenb(r)uckweg eine baumfreie Zone, von der aus man in den Monaten mit langen Tagen in einem etwa 1-stündigen Zeitfenster ab 17.30 Uhr die Züge der Elztalbahn vor dem Stadtpanorama ablichten kann, wie hier den S2-Zug 88399 Waldkirch-Freiburg, gebildet aus drei (mehr oder minder sauberen) RegioShuttles in BSB-Lackierung. Mangels Talent-3-Verfügbarkeit setzt die SWEG nach wie vor diese Veteranen für den Pendelverkehr ein, während zwischen Waldkirch und Elzach immer noch (und wohl noch bis November 2021) Schienenersatzverkehr herrscht (teilweise mit Bussen, für die die Bezeichnung "Veteran" auch passen würde), da sich die Fertigstellung des Kreuzungsbahnhofs Gutach ständig verzögert. Wenigstens wird bis Waldkirch - im Vorgriff auf die zukünftigen S-Bahn-Annehmlichkeiten - jetzt schon an allen Tagen im 30-Minuten-Takt gefahren.
Um das Motiv des Waldkircher Stadtblicks mit nicht allzu randständiger Zugeinheit umzusetzen, muss man - für eine ehemalige Orgel-Metropole passend - beim Weitwinkel-Einsatz alle Register ziehen. Damit die Weitwinkel-Verzerrung nicht zu stark wird, habe ich dieses Bild aus zwei Aufnahmen zusammengesetzt.

Datum: 22.05.2021 Ort: Waldkirch [info] Land: Baden-Württemberg
BR: 650 (Adtranz/Stadler Regioshuttle RS1) Fahrzeugeinsteller: SWEG
Kategorie: Bahn und Landschaft
Top 3 der Woche: 3 Punkte

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Ganz oben, ganz am Schluss
geschrieben von: claus_pusch (247) am: 17.05.21, 22:30
In der Ortschaft Aach (heute ein Stadtteil von Dornstetten) vereinigen sich der Ettenbach, der Stockerbach und der Kübelbach zur Glatt, die danach in Richtung Neckar fließt. Alle drei Bäche werden von der Oberen Gäubahn Eutingen-Freudenstadt auf großen Viadukten überquert. Durch die relativ hohe Lage auf etwa 650 m und die vergleichsweise offene Gäulandschaft eignen sich die Viadukte gut dafür, als Motive früh oder ganz spät an einem Fototag angesteuert zu werden. Im letzten Licht eines November-Nachmittags überquert hier ein Talent 2 als RE 17664 Freudenstadt Hbf-Stuttgart den größten der drei Viadukte über den Kübelbach (der seit gefühlt ewiger Zeit saniert wird und an dem man daher immer irgendwo ein Gerüst hinnehmen muss), betrachtet vom Aussichtspunkt am Aacher Rondell.

Datum: 14.11.2020 Ort: Dornstetten-Aach [info] Land: Baden-Württemberg
BR: 442 (Bombardier Talent 2) Fahrzeugeinsteller: DB
Kategorie: Bahn und Infrastruktur
Top 3 der Woche: 17 Punkte

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Sagt Ihnen der Name Johann Wilhelm Schwedler was?
geschrieben von: claus_pusch (247) am: 15.05.21, 20:29
Ich hätte diese im Fernsehkrimi-Stil formulierte Frage bis vor Kurzem mit "Nein" beantwortet. Erst beim Nachrecherchieren zu diesem Foto, das 650 009 als RB 17933 Pforzheim-Nagold Stadtmitte in Unterreichenbach zeigt, bin ich auf diesen Namen gestoßen.
Der 1823 in Berlin geborene und 1894 dort verstorbene Bauingenieur Schwedler stand als Eisenbahn-Baubeamter im Dienste Preußens. Er befasste sich unter Anderem mit der konstruktionell-statischen Optimierung von Fachwerkträgerbrücken und entwickelte in diesem Zusammenhang den sog. Schwedlerträger mit gebogenem Obergurt, der in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts vielfach Anwendung fand, so auch bei der 1874 eröffneten Nagoldtalbahn. Die Unterreichenbacher Brücke, die von der Maschinenfabrik Esslingen produziert wurde, ist mit 64 m Länge eines der größten Bauwerke dieses Konstruktionstyps in Baden-Württemberg und offenbar das einzige mit noch unverändert erhaltenen Schwedlerträgern. Die wie die ganze Nagoldtalbahn für Doppelspur ausgelegte Brücke ist zwar als technisches Kulturdenkmal gelistet (das passt auch ganz gut zum heutigen Marketing-Namen der Nagoldtalstrecke, "Kulturbahn"), aber nicht denkmalgeschützt, und man wird sehen, ob und wie lange sie in dieser Form erhalten bleibt.
Wer mehr über das Bauwerk und seine Bedeutung erfahren möchte, findet hier einen Beitrag aus der Zeitschrift "Denkmalpflege in Baden-Württemberg", der auch die 2019 abgebaute Argenbrücke zwischen Langenargen und Kressbronn am Bodensee behandelt.

Datum: 23.04.2021 Ort: Unterreichenbach [info] Land: Baden-Württemberg
BR: 650 (Adtranz/Stadler Regioshuttle RS1) Fahrzeugeinsteller: DB
Kategorie: Bahn und Infrastruktur
Top 3 der Woche: 9 Punkte

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Im Oberen Neckargäu
geschrieben von: claus_pusch (247) am: 12.05.21, 20:43
Das Wiki allen Wissens beschreibt den württembergischen Landschaftstyp des Gäus als "eine aus den Gesteinen des Muschelkalks und Lettenkeupers bestehende Hochfläche von 250 bis 500 Metern Meereshöhe, in die sich die Flüsse Neckar, Ammer, Würm, Glems, Enz, Metter und Zaber teils tief eingeschnitten haben". An einem Aussichtspunkt oberhalb von Epfendorf kann man das gut nachvollziehen: man befindet sich auf der westlichen, an den Schwarzwald anschließenden Hochfläche und richtet den Blick auf das Neckartal, und auf der anderen Talseite setzt sich - durch die Hangbewaldung etwas verdeckt - die Hochfläche in Richtung Schwäbische Alb fort. Und zur Abrundung des Ganzen fährt unten auf der Gäubahn der Regional-IC 2389 Stuttgart-Singen vorbei.
Welches Glück ich an jenem Samstag hatte, zwei von drei IC2-Einheiten mit Lok am Südende anzutreffen, wurde mir zwei Wochen später bei einem neuerlichen Besuch bewusst, als bei allen IC2-Garnituren die Lok wieder wie üblich in Richtung Stuttgart hing...

Datum: 24.04.2021 Ort: Epfendorf [info] Land: Baden-Württemberg
BR: 147 Fahrzeugeinsteller: DB
Kategorie: Bahn und Landschaft
Top 3 der Woche: 0 Punkte

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In Lauffen am Neckar
geschrieben von: claus_pusch (247) am: 10.05.21, 22:30
Bei diesem Titel erwarten sicher alle ein (weiteres) Bild von der Frankenbahn mit elektrischer Traktion. Und dann kommt da so ein hundsgemeiner HzL-RegioShuttle daher, und kein Weinberg weit und breit?
Ja, denn etwa 220 Kilometer flussaufwärts gibt es noch einen am Neckar gelegenen Ort namens Lauffen, den Ringzug-VT 249 als HzL 69709 (Bräunlingen-)Villingen-Rottweil gleich passieren wird. Damit es nicht zu Verwechslungen kommt, wird dieser Ort aber als 'Lauffen ob Rottweil' bezeichnet. Sein ehemaliger Hp hieß laut Kursbuch bahnamtlich 'Lauffen b Rottweil'. Er wurde Ende der 1970er Jahre aufgelassen, als man auf der Gäubahn und der Strecke Rottweil-Villingen das eilzugmäßige Fahren einführte. Im Zuge des Ringzug-Konzepts wurden an dieser Strecke zwar mehrere Haltepunkt wieder- bzw. neueröffnet, Lauffen ging aber seltsamerweise leer aus.
Im Hintergrund erkennt man Deißlingen, zu dem Lauffen 1974 eingemeindet wurde. Diese Fotostelle zwischen den beiden Teilorten dürfte sich mittelfristig deutlich verändern, denn es ist ausgemachte Sache, dass der Gipsbruch der Firma Knauf, die in Lauffen ein Gipsplattenwerk betreibt, allmählich in Richtung Deißlingen ausgedehnt wird und dass die Flächen südlich der Bahnstrecke dann abgebaut und später wieder aufgefüllt werden - wann es soweit sein wird, weiß ich allerdings nicht.
Was ich auch nicht weiß: warum ausgerechnet diese Strecke im Grenzbereich von Schwäbisch und Alemannisch die Marketing-Bezeichnung "Alemannenbahn" erhalten hat...

Zuletzt bearbeitet am 12.05.21, 19:31

Datum: 09.05.2021 Ort: Lauffen ob Rottweil [info] Land: Baden-Württemberg
BR: 650 (Adtranz/Stadler Regioshuttle RS1) Fahrzeugeinsteller: SWEG
Kategorie: Zug schräg von vorn
Top 3 der Woche: 4 Punkte

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Zum Ersten, zum Zweiten und...
geschrieben von: claus_pusch (247) am: 07.05.21, 20:51
Nachdem Ernstmühl innerhalb kurzer Zeit zwei Mal zu Galerie-Ehren gekommen ist (siehe hier), möchte ich das Tripel vollmachen und schlage eine weitere Ansicht des kleinen Orts im Nagoldtal vor. RB 17938 ist auf Höhe der Dorfmitte auf ihrem Weg von Nagold Stadtmitte nach Pforzheim Hbf zu sehen. Ernstmühl verfügte einst über einen Haltepunkt, dessen Lage im Bereich der Kapelle auch noch zu erahnen ist; seit 1982 wird hier allerdings nur noch durch- bzw. vorbeigefahren.

Datum: 23.04.2021 Ort: Ernstmühl [info] Land: Baden-Württemberg
BR: 650 (Adtranz/Stadler Regioshuttle RS1) Fahrzeugeinsteller: DB
Kategorie: Bahn und Landschaft
Top 3 der Woche: 4 Punkte

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Ein Loblied auf die kurze LüP
geschrieben von: claus_pusch (247) am: 03.05.21, 21:04
Für das Erlebnis 'Eisenbahn' ohne Zweifel prägend sind lange Wagenschlangen, die über die Gleise gleiten, und der Sound zahlloser vorbeirollender Achsen, aber manchmal hat es auch Vorteile, wenn es nur kurze Züge gibt, wie zum Beispiel bei diesem Motiv, das schon mit einer zweiteiligen RegioShuttle-Garnitur nicht mehr so gut umsetzbar gewesen wäre. Wir befinden uns in Ernstmühl, einem kleinen Ort im Nagoldtal, der zu Hirsau gehört und mit Hirsau 1975 zu Calw eingemeindet wurde. 650 301 passiert die Ortschaft als RB 17919 auf dem Weg von Pforzheim nach Horb.

Datum: 23.04.2021 Ort: Ernstmühl [info] Land: Baden-Württemberg
BR: 650 (Adtranz/Stadler Regioshuttle RS1) Fahrzeugeinsteller: DB
Kategorie: Zug schräg von vorn
Top 3 der Woche: 6 Punkte

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Ein minimalistischer Abzweigbahnhof
geschrieben von: claus_pusch (247) am: 02.05.21, 18:47
1886 richtete die Württembergische Staatsbahn in Kilometer 82 ihrer Zollernalbbahn die Haltestelle Inzigkofen ein, die bereits 1890 an Bedeutung gewann, zweigte ab diesem Zeitpunkt hier doch die strategische Donautalbahn nach Tuttlingen ab. Über die betriebs- und signaltechnische Ausstattung dieses Abzweigbahnhofs, der über zwei Stellwerke verfügte, gab es vor vielen Jahren hier im HiFo einen aufschlussreichen Beitrag. Personenzüge hielten in Inzigkofen zuletzt Ende der 1970er Jahre. Als in den 90ern die Zollernalbbahn für den Neigezugverkehr ertüchtigt wurde, verschwanden die Reste der Bahnsteiganlagen, und seither beschränkt sich die Ausstattung der Betriebsstelle auf eine ferngesteuerte Weiche. Über diese wird auch gleich der hier gezeigte SWEG-LINT als RB 86241 Dußlingen-Sigmaringen rollen.
Für den Ort Inzigkofen, der etwa 1 km entfernt und deutlich höher als das Donautal liegt, war der Bahnhof kein bequemer Verkehrsanschluss. Heute wäre er aber als Halt für den Naturpark-Express durchaus interessant, denn gleich rechts von der Straßenbrücke finden sich die Fürstlich Hohenzollerische Domäne Nickhof und der herausragend schöne Landschaftspark der Fürstin Amalie Zephyrine aus dem frühen 19. Jahrhundert. Dazu müsste allerdings erst wieder irgendwo am Bahnübergang ein Bahnsteig errichtet werden... An dieser Stelle ragt eine charakteristische, etwa 100 m hohe Felsnadel auf, auf der sich im Hochmittelalter für kurze Zeit eine Burg Utkoven befunden hat, von der allerdings heute noch weniger übrig ist als von der alten Inzigkofener Bahnhofs-Herrlichkeit.

Zuletzt bearbeitet am 02.05.21, 18:50

Datum: 04.04.2021 Ort: Inzigkofen [info] Land: Baden-Württemberg
BR: 622 (Alstom LINT 54) Fahrzeugeinsteller: SWEG
Kategorie: Bahn und Landschaft
Top 3 der Woche: 5 Punkte

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Wo die Bahn den Neckar (fast) für sich allein hat
geschrieben von: claus_pusch (247) am: 30.04.21, 20:45
Zwischen Rottweil und Talhausen findet sich ein Abschnitt des Neckartals, wo es keine flussparallele Straße gibt. Dieses Talstück ist den Wanderern, Radfahrern, dem landwirtschaftlichen Verkehr und den Zügen der Gäubahn vorbehalten. Kurz vor dem Betriebsbahnhof Talhausen kürzt die Bahnstrecke eine Neckarschleife mittels des 104 m langen Hohenstein-Tunnels ab, benannt nach einer Burg(ruine) auf dem Berg links (das besser sichtbare, aber aus dieser Perspektive nicht ins Bild gelangende Schloss Hohenstein, auf demselben Bergrücken weiter östlich gelegen, gab es zum Zeitpunkt der Erbauung der Bahn noch nicht).
Nachdem bei meinen Besuchen an der Gäubahn im letzten Jahr bei den IC2-Einheiten die Lok immer am Nordende hing, hatte ich dieses Mal Glück, denn bei zwei der drei eingesetzten Garnituren stand die Lok Richtung Singen. So auch bei IC2383 Stuttgart-Singen, der von 147 564 neckaraufwärts gezogen wird.
Dieser Talabschnitt ist lieblich und von seinen Landschaftsformen her sehr interessant, finden sich doch mehrere Trockentäler und Umlaufberge ehemaliger Flussschlingen. Ein solches Trockental mündet von rechts ein - hätte sich der Neckar nicht irgendwann einen anderen Weg gesucht, würde der Zug hier jetzt über eine Brücke fahren. Einsam und still ist es an der Fotostelle übrigens nicht, denn wenige 100 Meter südwärts überspannt die Neckarburgbrücke der A81 das Tal, und auf der herrscht - anders als auf der Gäubahn - eigentlich pausenloser Verkehr.

Datum: 24.04.2021 Ort: Neckarburg [info] Land: Baden-Württemberg
BR: 147 Fahrzeugeinsteller: DB
Kategorie: Zug schräg von vorn
Top 3 der Woche: 8 Punkte

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Mut zur Lücke
geschrieben von: claus_pusch (247) am: 26.04.21, 23:36
Am selben sonnigen Freitag, als diese Aufnahme an der Nagoldtalbahn entstand, war ich am nördlichen Streckenabschnitt unterwegs, auf dem nur Personenverkehr stattfindet. Fotostellen, an denen man von den Talflanken ungestört auf das Gleis blicken kann, sind hier leider Mangelware (was sicher auch zum Teil erklärt, warum die Nagoldtalbahn in der Galerie kaum vertreten ist); eine solche Stelle befindet sich beim Dorf Dennjächt. Da die meisten Züge mit Solo-RegioShuttles gefahren werden, konnte ich es darauf ankommen lassen, RB 17927 Pforzheim-Horb in der Bewuchslücke an der Nagoldbrücke abzulichten, wo der Bahnkörper für einen kurzen Abschnitt auf einer Stützmauer verläuft. Dennjächt besaß übrigens nie einen Haltepunkt; die nächstgelegene Bahnstation findet sich etwas flussabwärts in Unterreichenbach, das im Hintergrund zu erkennen ist.

Bildmanipulation: Eine Pfeiftafel, die just in dieser Lücke angebracht worden war und sich folglich vor den Triebwagen drängte, wurde elektronisch abmontiert.

Datum: 23.04.2021 Ort: Dennjächt [info] Land: Baden-Württemberg
BR: 650 (Adtranz/Stadler Regioshuttle RS1) Fahrzeugeinsteller: DB
Kategorie: Bahn und Landschaft
Top 3 der Woche: 3 Punkte

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Ein fürstlicher Bahnhof
geschrieben von: claus_pusch (247) am: 19.04.21, 23:06
Im Sigmaringer Schloss residierte über mehrere Jahrhunderte eine Linie der schwäbischen Hohenzollern. Das Schloss, auf einem ca. 30 Meter hohen Felsen über der Donau errichtet, bildete für viele Fotografen früherer Generationen (die "Altmeister") einen willkommenen Hintergrund, um Richtung Tuttlingen oder Tübingen fahrende Züge von unterhalb des Sigmaringer Ortsteils Gorheim aufzunehmen. Leider ist dieses Motiv von Westen heute kaum mehr befriedigend umzusetzen, seit in den 1970er Jahren eine breite, ins obere Donautal führende Straße unmittelbar vor die Bahntrasse gesetzt wurde. Als Alternative bleibt aber der Schlossblick von Osten, vom Sigmaringer Bahnhof her. Aus dieser Richtung ist das Schloss zwar weniger beeindruckend, dafür bekommt man das Empfangsgebäude mit ins Bild, das die Württembergische Staatsbahn in den 1870er Jahren - einer Residenzstadt angemessen - als repräsentativen Bau hatte errichten lassen.
Vor dieser Kulisse wurde am Morgen des 4.4. der SWEG-LINT 622 453 als RB 26359 abgelichtet, der den Bahnhof aus Gleis 6 verlässt, dessen Bahnsteig erst im Rahmen der direkten Einführung der HzL-Strecke von Hanfertal in den DB-Bahnhof in den 1990er Jahren errichtet worden war (der frühere Landesbahnhof befand sich auf einer durch das Gebüsch verdeckten Fläche, auf der heute Supermärkte ihre Kundschaft empfangen). Die Zugfahrten von und nach Mengen werden überwiegend über die Gleise 1 und 2 abgewickelt; dieser Zug war aber kurz vorher von Gammertingen zugeführt worden und tritt jetzt seine erste Fahrt des Tages auf DB-Gleisen an.
Die DB hat vor einigen Jahren einen Käufer für das Empfangsgebäude gesucht; ob aus dem Verkauf der denkmalgeschützten Immobilie etwas geworden ist, entzieht sich meiner Kenntnis. Das Schloss ist heute vor allem eine Touristenattraktion und der Sitz der Unternehmensgruppe "Fürst von Hohenzollern".

Datum: 04.04.2021 Ort: Sigmaringen [info] Land: Baden-Württemberg
BR: 622 (Alstom LINT 54) Fahrzeugeinsteller: SWEG
Kategorie: Bahn und Infrastruktur
Top 3 der Woche: 7 Punkte

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Feuchtgebiete
geschrieben von: claus_pusch (247) am: 17.04.21, 10:27
Keine Sorge, das Foto ist völlig unanzüglich - abgesehen vom abgebildeten Zug: Schneeschmelze auf noch teilweise gefrorenem Boden hat die Ziegelwiesen südlich von Jungnau in eine Seenlandschaft verwandelt, als ein SWEG-LINT als RB 86329 Hechingen-Sigmaringen diese Stelle im Laucherttal passiert.

Datum: 01.03.2021 Ort: Jungnau [info] Land: Baden-Württemberg
BR: 622 (Alstom LINT 54) Fahrzeugeinsteller: SWEG
Kategorie: Zug schräg von vorn
Top 3 der Woche: 2 Punkte
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Morgens kurz auf die Burg
geschrieben von: claus_pusch (247) am: 15.04.21, 23:58
Am Rand der Oberrheinebene zwischen Lahr und Freiburg, genauer gesagt: oberhalb des Dorfs Hecklingen, liegt die Burg Lichteneck. Sie ist zwar schon seit dem 17. Jahrhundert eine Ruine, dank der Bemühungen des (privaten) Eigentümers sind die baulichen Reste aber gut gesichert und die ganze Anlage schön freigelegt, so dass der Burgblick aus der Ebene einiges hermacht. Im letzten Winter war mir bei einem Spaziergang aufgefallen, dass auch die Perspektive von der Burg herab gar nicht so übel ist, da man einen Teil der langgestreckten Riegeler Kurve der Rheintalbahn in den Blick bekommt, der einigermaßen bewuchsfrei ist. Also hatte ich mir vorgenommen, dieses Motiv umzusetzen, sobald im Frühjahr die Rahmenbedingungen stimmen würden: morgens genug Seitenlicht auf die Züge (auf Frontlicht braucht man hier nicht zu hoffen) und klare Sicht.
Am ziemlichen kühlen 14.4. schienen diese Voraussetzungen gegeben, und so plante ich in meine Fahrt zur Dienststelle den Umweg über Hecklingen ein und wanderte auf die burgbekrönte Anhöhe. Auf Züge muss man hier zum Glück nie lange warten; auf dem Bild passiert eine Mireo-Doppeleinheit als RB 17109 Offenburg-Freiburg das knapp nördlich des Bahnhofs Riegel-Malterdingen verlaufende Streckenstück. Der Ort Riegel mit der ehemaligen Brauerei zu Füßen des Michaelsbergs ist hinter der Autobahn zu erkennen, die um diese Uhrzeit (naja: eigentlich immer) gut von LKWs frequentiert ist. Dahinter schließlich erstrecken sich die Höhen des Kaiserstuhls.
Das Bild ist aus Teilen von zwei Aufnahmen zusammengefügt.

Datum: 2021 Ort: Hecklingen [info] Land: Baden-Württemberg
BR: 463 (Siemens Mireo) Fahrzeugeinsteller: DB
Kategorie: Bahn und Landschaft
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Das Seehäsle in Wahlwies
geschrieben von: claus_pusch (247) am: 12.04.21, 23:45
Bisher nicht in der Galerie vertreten ist, soweit ich sehe, das Nahverkehrsangebot, das die HzL (bzw. SWEG) unter der Bezeichnung "Seehäsle" im Auftrag des Landeskreises Konstanz erbringt. Das liegt sicher auch daran, dass die 10 km kurze Strecke zwischen Stahringen und Stockach, ein Teilstück der im 19. Jahrhundert von der Badischen Staatsbahn mit hochfliegenden Ambitionen errichteten Verbindung Radolfzell - Mengen, nicht gerade vor grandiosen Fotostellen strotzt. Ein charakteristisches Motiv bildet die Ortsansicht von Wahlwies mit der markanten, Ende des 19. Jahrhunderts erbauten Pfarrkirche "St. Germanus und Vedastus" (letzterer ein Heiliger, von dem ich zuvor nie gehört hatte). Vor dieser Kulisse ist HzL-VT 252, einer der erst 2009 speziell für diesen Verkehr in Dienst gestellten RegioShuttle, als RB 74426 auf der Fahrt von Stockach nach Radolfzell. Da Sonntag ist, verkehrt das "Seehäsle" nur stündlich; unter der Woche pendelt es einen Großteil des Tages im Halbstundentakt zwischen dem Bahnknoten am Bodensee und der ehemaligen Kreisstadt, die überregional vor allem durch ihr Narrengericht bekannt sein dürfte.

Datum: 21.02.2021 Ort: Wahlwies [info] Land: Baden-Württemberg
BR: 650 (Adtranz/Stadler Regioshuttle RS1) Fahrzeugeinsteller: SWEG
Kategorie: Zug schräg von vorn
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Das kühle Licht eines Winternachmittags
geschrieben von: claus_pusch (247) am: 11.04.21, 22:07
...beleuchtet kurz vor Sonnenuntergang die Rebhänge zwischen Oberrotweil und Burkheim, durch die sich die westliche Kaiserstuhlbahn auf kurvenreicher Trasse schlängelt. Die Schneebedeckung ist im Vergleich zu dem, was hier einen Monat zuvor lag, zwar bescheiden, aber dank niedriger Temperaturen bleibt das, was an Schnee da ist, liegen. Die beiden für dieses Motiv fast in Tarn-Lackierung gehaltenen RegioShuttle erreichen als S5-Zug 88458 in wenigen Augenblicken den Bf. Burkheim-Bischoffingen.

Datum: 11.02.2021 Ort: Burkheim [info] Land: Baden-Württemberg
BR: 650 (Adtranz/Stadler Regioshuttle RS1) Fahrzeugeinsteller: SWEG
Kategorie: Bahn und Landschaft
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Die kleinste Stadt in Baden-Württemberg
geschrieben von: claus_pusch (247) am: 09.04.21, 17:45
Nach den auf Wikipedia genannten Zahlen ist das hohenzollerische Hettingen aktuell die kleinste Stadt im Südwesten (im Sinne von: Kommune mit Stadtrecht); von den knapp 1800 Einwohnern, die die Statistik ausweist, leben etwa 800 in der 'historischen' Stadt im Laucherttal. Die Stadtgründung erfolgte im Mittelalter auf Initiative der Grafen von Veringen. Heute bietet Hettingen aber eher wenig mittelalterliches Flair; hingegen finden sich für einen Ort dieser Größe auffallend viele Industriebetriebe. Für die Hohenzollerische Landesbahn werfen diese Betriebe aber schon lange keine Fracht mehr ab, so dass Hettingen nur noch für den Personenverkehr eine Rolle spielt. Der auf dem Bild sichtbare LINT hat vor Kurzem als Zug 86317 von Hechingen den Bf der Kleinstadt bedient und rollt nun talwärts in Richtung Sigmaringen.
Das Bild wurde aus zwei Aufnahmen zusammengefügt.

Datum: 24.03.2021 Ort: Hettingen [info] Land: Baden-Württemberg
BR: 622 (Alstom LINT 54) Fahrzeugeinsteller: SWEG
Kategorie: Bahn und Landschaft
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Wo die Schmeie in die Donau mündet
geschrieben von: claus_pusch (247) am: 06.04.21, 17:59
...findet sich eine charakteristische Gruppe von vier Felsen, von denen der zweite von links die (kaum mehr erkennbaren) Reste der Burg Gebrochen Gutenstein trägt, während der sog. Aussichtsfelsen links ein beliebtes Kletterziel ist. Dennis Kraus hat diesen Felsen kürzlich hier vom Donauufer aus gezeigt. Von der gegenüberliegenden Talseite kann man die gesamte Felsenpartie in den Blick bekommen, samt der Züge, die zu ihren Füßen vorbeirollen. Was aus der Ferne wie eine zweigleisige Hauptstrecke aussieht, sind in Wirklichkeit die nebeneinander verlaufenden Streckengleise der Zollernalb- und der Donautalbahn, die sich erst einen Kilometer weiter östlich im ehem. Bf Inzigkofen vereinigen. Der aus einem 612 gebildete IRE 86357 Dußlingen-Aulendorf befährt also durchaus das richtige Gleis. (Der ungewohnte Ausgangsbahnhof ergab sich daraus, dass am Osterwochenende 2021 der Tübinger Hbf wegen Bauarbeiten nicht angefahren werden konnte.)
An dieser Stelle muss ich ein Wort des Dankes an den unbekannten Wohltäter richten, der - vermutlich mit einer Teleskop-Baumschere - den dicken Ast im Vordergrund gekappt und damit diese Perspektive erst möglich gemacht hat. Ich stand nämlich schon weit vorne an der Felskante und wäre an das Geäst über dem Abgrund keinesfalls herangekommen.

Datum: 04.04.2021 Ort: Inzigkofen [info] Land: Baden-Württemberg
BR: 612 Fahrzeugeinsteller: DB
Kategorie: Bahn und Landschaft
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Madonna im Rosenhag
geschrieben von: claus_pusch (247) am: 02.04.21, 21:47
Im Herbst 2019 hatte der Verein "Kunst Natur Kaiserstuhl" die gute Idee, auf dem Gallberg zwischen Riegel und Endingen eine Skulptur des bayerischen Künstlers und Wahl-Kaiserstühlers Hubert Lang aufzustellen, die Bezug nimmt auf das bekannte Altarbild "Madonna im Rosenhag" von Martin Schongauer, das im benachbarten Colmar zu sehen ist. So entstand in exponierter Lage ein Ort, der - je nach individueller Einstellung - zu spirituellem oder profanem Innehalten und Verweilen einlädt. Vom Standort der Madonna reicht der Blick über die Neubau- und Gewerbegebiete von Endingen, die sich immer weiter in die Rheinebene hinein ausbreiten, zum Nachbarort Wyhl und zu den Vogesen. Und natürlich auch zur Kaiserstuhlbahn, die auf diesem Teilstück aktuell von 6 Personenzügen pro Stunde befahren wird: den halbstündlich verkehrenden S11-Zügen nach Gottenheim-Freiburg und den stündlichen S5-Zügen, die Riegel-Malterdingen mit Breisach verbinden, im Moment aber baustellenbedingt nur bis Endingen gelangen. S5-Zug 26609, gebildet aus den üblichen zwei SWEG-RegioShuttles, wird seinen Endbahnhof in wenigen Minuten erreicht haben.

Wer übrigens mehr über den erwähnten Künstler und den Verein erfahren möchte, wird hier fündig. Und: Die Kamera-Uhr war versehentlich noch auf Winterzeit eingestellt.

Datum: 02.04.2021 Ort: Riegel [info] Land: Baden-Württemberg
BR: 650 (Adtranz/Stadler Regioshuttle RS1) Fahrzeugeinsteller: SWEG
Kategorie: Bahn und Landschaft
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DR-Veteranin im Pfälzerwald
geschrieben von: claus_pusch (247) am: 01.04.21, 17:48
Im Frühjahr 2021 herrscht an der Pfälzischen Ludwigsbahn zwischen Neustadt und Kaiserslautern rege Bautätigkeit. An verschiedenen Stellen werden eifrig Lärmschutzwände errichtet (oh je, oh je...), und über das Osterwochenende ist der Heiligenbergtunnel bei Hochspeyer gesperrt, was den durchgehenden Verkehr so gut wie zum Erliegen bringt. Da passte es ganz gut, dass einer der ersten Züge, den ich an der (bereits von Jens Naber hier gezeigten) Fotostelle am formschönen Steg an der Neustädter Karolinenstraße ablichten konnte, ein Gleisbauzug der STRABAG war. Gezogen wurde er von der in frischem Lack erstrahlenden 203 012. Nach den Angaben auf v100-online.de handelt es sich dabei um die 1974 gebaute DR-110 654, die erst seit 2020 bei STRABAG Rail im Einsatz ist. Für mich war es das zweite Mal, dass ich diese Baureihe im Pfälzerwald vor das Objektiv bekam (das erste Mal war vor 20 Jahren, als die BASF ihren Kalkzug Stromberg-Ludwigshafen mit Loks dieser DR-Baureihe durch die Pfalz zog).

Datum: 29.03.2021 Ort: Neustadt an der Weinstraße [info] Land: Rheinland-Pfalz
BR: 202,204 (alle V100-Ost-Baureihen) Fahrzeugeinsteller: STRABAG Rail
Kategorie: Zug schräg von vorn
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Durchs Westpfälzer Hügelland
geschrieben von: claus_pusch (247) am: 28.03.21, 22:03
Zwischen Ramstein und Glan-Münchweiler folgt die Strecke Landstuhl-Kusel dem weiten Tal des Mohrbachs, das in einer Übergangszone zwischen der Kaiserslauterer Senke und dem Nordpfälzer Bergland liegt. Dementsprechend ist die Landschaft von sanften Hügeln gekennzeichnet, die hier und da den Blick auf die Bahnstrecke freigeben, wie z.B. von einer Anhöhe bei Schrollbach, einem Ortsteil von Niedermohr. Talent 643 008 "Schopp" wird als RB 12877 auf dem Weg nach Kaiserslautern in wenigen Augenblicken den Hp des Dorfs Obermohr, das im Hintergrund zu erkennen ist, bedienen.

Datum: 06.03.2021 Ort: Schrollbach [info] Land: Rheinland-Pfalz
BR: 643,644 (Bombardier Talent) Fahrzeugeinsteller: DB
Kategorie: Bahn und Landschaft
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Glatter Durchschuss
geschrieben von: claus_pusch (247) am: 26.03.21, 18:40
Den Bergsporn, auf dem im Mittelalter Burg und Ort Veringenstadt angelegt wurden, durchfährt die HzL-Stammstrecke mittels eines 91 m langen Tunnels. Dank der anschließenden Rechtskurve ist es gefahrlos möglich, sich vor dem südlichen Tunnelausgang zu postieren und durch die Röhre hindurchzufotografieren. LINT 622 314 hat als RB 86327 von Hechingen in Veringenstadt einen kurzen Halt eingelegt und beschleunigt jetzt wieder in Richtung Sigmaringen. Hinter dem Triebwagen ist die im 18. Jahrhundert erbaute Wallfahrtskirche Maria Deutstetten erkennbar, und auch der unvermeidbare weiße Lieferwagen hat sich mal wieder ins Bild gemogelt.

Frage an die Galeristen: Hat der runde gelbe Aufkleber mit der Aufschrift NEU, der die SWEG-LINTs auf den Frontscheiben ziert, irgendeine spezielle Funktion (außer auszusagen, dass das Fahrzeug ziemlich neu ist, was eine recht irrelevante Information wäre...)?

Zuletzt bearbeitet am 27.03.21, 23:30

Datum: 24.03.2021 Ort: Veringenstadt [info] Land: Baden-Württemberg
BR: 622 (Alstom LINT 54) Fahrzeugeinsteller: SWEG
Kategorie: ungewöhnliche Perspektiven
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Glan und Bahn
geschrieben von: claus_pusch (247) am: 23.03.21, 23:18
Die Strecke von Landstuhl nach Kusel folgt zwischen Glan-Münchweiler und Altenglan - angesichts dieser Ortsnamen nicht überraschend - dem Fluss Glan. Dieser Streckenabschnitt war ab 1904 Teil der strategischen Verbindung von Bad Münster am Stein nach Homburg und deshalb lange Zeit zweigleisig. Heute liegt nur noch ein Gleis, auf dem der Talent 643 523 "Matzenbach" als Zug 12869 zwischen dem Dorf, dessen Namen er trägt, und Rehweiler unterwegs ist. Wie man erkennt, konnte der neu errichtete Durchlass, den der Triebwagen gerade überfährt, in diesem Frühjahr seine Nützlichkeit bereits unter Beweis stellen. Im Hintergrund zeigt sich der mit einem Sende- und einem Aussichtsturm bekrönte 562 m hohe Potzberg, während der Uferbewuchs im Vordergrund mit eigenwilligen Beschnittformen aufwartet, die zurückliegenden Stürmen zuzuschreiben sein werden.

Datum: 06.03.2021 Ort: Rehweiler [info] Land: Rheinland-Pfalz
BR: 643,644 (Bombardier Talent) Fahrzeugeinsteller: DB
Kategorie: Bahn und Landschaft
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Ein IIa-Bahnhof
geschrieben von: claus_pusch (247) am: 19.03.21, 23:04
Während eines langen Jahrzehnts zwischen 1892 und etwa 1905 errichtete die Württembergische Staatsbahn an ihren Nebenstrecken kostengünstige Empfangsgebäude nach einem festgelegten Typenplan. Dieser sog. Württembergische Einheitsbahnhof zählt für mich zum schönsten, was man an Eisenbahnarchitektur im Südwesten finden kann. Erfreulicherweise sind die meisten dieser Gebäude noch erhalten; so auch an der oberen Teckbahn Kirchheim-Oberlenningen, die 1899 eröffnet wurde und an der alle Stationen (außer dem Hp Brucken) Einheitsbahnhöfe spendiert bekamen. Besonders schmuck und authentisch präsentiert sich das Gebäude in Dettingen, das der Gemeinde gehört, welche es über die Jahre immer wieder renoviert und herausgeputzt hat. Manchem wird es bekannt vorkommen, denn dieser Bahnhof, der dem Typ IIa (dreistöckig, 8,5 x 7 m + Anbauten und Nebengebäude) entspricht, ist seit vielen Jahren bei Kibri als Modell im Programm. Der aus drei RegioShuttles gebildete Zug RB 37963 legt auf seinem Weg hinauf ins Lenningertal einen kurzen Halt ein.

Datum: 02.03.2021 Ort: Dettingen unter Teck [info] Land: Baden-Württemberg
BR: 650 (Adtranz/Stadler Regioshuttle RS1) Fahrzeugeinsteller: DB
Kategorie: Zug schräg von vorn
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Ort mit Aussicht
geschrieben von: claus_pusch (247) am: 17.03.21, 08:50
"Mord mit Aussicht" gibt es in der Eifel ja staffelweise, aber ein Ort mit Aussicht ist zumindest im Abschnitt Gerolstein-Ehrang der Eifelstrecke ein rares Gut. Umso dankbarer nahm ich daher den Hinweis von Openstreetmaps auf einen Aussichtspunkt bei Mohrweiler wahr, von dem aus man freie Sicht auf das Kylltal und den Ort Sankt Thomas hat. Ein Vareo-LINT81 hat als RB 10041 Hürth-Kalscheuren - Trier die vor einigen Jahren neu errichtete Kyllbrücke überquert und steuert seinen nächsten Halt in Kyllburg an. Natürlich wäre dieser Aussichtspunkt für Eisenbahnfreunde noch interessanter, wenn man die Züge weniger spitzwinklig weiter vorne in der S-Kurve ablichten könnte; aber dass der Bahndamm dort vom Bewuchs befreit wird, dürfte wohl ein frommer Wunsch bleiben.
Seinen frommen Namen (der auf den englischen Bischof Thomas von Canterbury verweist) verdankt das Dorf dem im 12. Jahrhundert gegründeten und aus dieser Perspektive gut sichtbaren ehem. Zisterzienserinnenkloster, dessen sehr viel jüngere Klostergebäude heute vom Bistum Trier als Exerzitienhaus genutzt werden; übrigens mit perfektem Bahnanschluss, denn der Bf. Sankt Thomas befindet sich quasi an der Klosterpforte und wird jede Stunde bedient - für einen Ort mit knapp 260 Einwohnern kein schlechtes ÖPNV-Angebot.

Datum: 07.03.2021 Ort: Mohrweiler [info] Land: Rheinland-Pfalz
BR: 620 (Alstom LINT 81) Fahrzeugeinsteller: DB
Kategorie: Bahn und Landschaft
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Thermische Traktion in Überlingen Therme
geschrieben von: claus_pusch (247) am: 15.03.21, 22:40
Mit der Aufnahme des elektrischen Betriebs auf der württembergischen Südbahn wird der "badische" Abschnitt der Bodenseegürtelbahn bald die einzige Strecke in unmittelbarer Nähe zum Bodensee sein, auf der man - zumindest noch für einige Zeit - ausschließlich Dieseltraktion ohne Fahrdraht erleben kann, und auch die Möglichkeiten, Züge mit mechanischen Signalen abzulichten, sind rar geworden. Zwischen Friedrichshafen und Radolfzell besteht so eine Möglichkeit noch in Markdorf, Salem (ex Mimmenhausen-Neufrach) und in Überlingen Therme (aka "Westbahnhof"). Ein Foto der östlichen Ausfahrt dieses Bahnhofs ist in der Galerie bereits vorhanden; ich möchte hier ein Bild der westlichen Bahnhofsausfahrt nachliefern.
Für dieses Motiv sind nur die IRE-Verbindungen Basel-Ulm eine sichere Bank, werden diese doch in aller Regel über das nördliche Gleis 3 geleitet, während die Regionalbahnen eigentlich immer auf Gleis 1 einfahren, das infolge der Baumaßnahmen für die Landesgartenschau sehr nah an die verlegte untere Bahnhofstraße gerückt ist (die Schatten der Leitplanken sind im Bild nicht zu übersehen). 612 551 und ein zweites (saubereres) Fahrzeug desselben Typs durchfahren als IRE 3043 mit mäßigem Tempo den früheren Hauptbahnhof der Bodenseestadt.
Wer besäße nicht gerne ein Haus auf dem Molassehügel hinter dem Bahnhof, mit unverbaubarem Blick auf den See und die Züge? Mit diesem Hügel hat es indessen seine ganz eigene Bewandnis, denn er ist durchlöchert mit den etwa 4 km langen unterirdischen Gängen und Hallen des Goldbacher Stollens, der 1944/45 unter Einsatz von Häftlingen des KZ-Außenlagers Aufkirch in den Hügel getrieben wurde, um Rüstungsproduktion aus Friedrichshafen hierher zu verlegen. Der Haupteingang zu diesem Stollensystem befand sich rechts neben dem hellen Gebäude hinter dem Zug (dem "Wirtshaus zum Felsen"); ein Foto im EK-Buch "Die Eisenbahn am Bodensee", S. 225, zeigt die Situation 1946 nach der teilweisen Sprengung durch die französische Armee. Eine Vorstellung von der Ausdehnung des Stollensystems liefert - bei passendem Zoom-Faktor - der Openstreetmaps-Eintrag. Heute findet sich hinter der Kurve, gegenüber des Stellwerks, eine pietätvolle Gedenk- und Informationsstätte zu diesem dunklen Kapitel Überlinger Geschichte.

Datum: 21.02.2021 Ort: Überlingen [info] Land: Baden-Württemberg
BR: 612 Fahrzeugeinsteller: DB
Kategorie: Zug schräg von vorn
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Festungsblick im letzten Licht
geschrieben von: claus_pusch (247) am: 13.03.21, 19:30
Der Hohenneuffen ist eine heute nur noch teilweise erhaltene mittelalterliche Höhenburg, die im 16. Jahrhundert von den württembergischen Herzögen zur Festung ausgebaut worden war. Durch ihre Lage auf 745 m Höhe direkt am Albtrauf ist sie weithin sichtbar, aber aufgrund ihrer Massigkeit weit weniger beeindruckend als die "Märchenschlösser" am Albtrauf (Lichtenstein und Hohenzollern), die im 19. Jahrhundert entstanden. Rund 300 Meter tiefer liegt der Bf Neuffen, Endpunkt der Tälesbahn der Württembergischen Eisenbahn-Gesellschaft, von dem zwei Minuten zuvor das RegioShuttle-Duo aus VT445 "Alice" und VT446 "Agnes" abgefahren ist und nun im letzten Licht des Spätnachmittags als Zug 88541 Kurs auf Nürtingen nimmt.
Bei dem neuzeitlichen Komplex oberhalb der Obstwiesen, dessen Architektur meines Erachtens durchaus Parallelen zur mittelalterlichen Festung aufweist, handelt es sich um die Werksanlagen des Maschinenbauunternehmens Bielomatik. Zeitweilig der größte Arbeitgeber am Ort, ist die Belegschaft nach zwei Insolvenzen inzwischen so geschrumpft, dass sie vermutlich in den beiden RegioShuttles Platz finden würde.

Datum: 02.03.2021 Ort: Linsenhofen [info] Land: Baden-Württemberg
BR: 650 (Adtranz/Stadler Regioshuttle RS1) Fahrzeugeinsteller: WEG
Kategorie: Bahn und Landschaft
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Ein stilles Stück Laucherttal
geschrieben von: claus_pusch (247) am: 11.03.21, 22:43
Ab Gammertingen folgt die HzL-Stammstrecke dem Flüsschen Lauchert, dessen Tal sich südlich von Veringenstadt weitet und dann etwa 2 km nördlich des Bahnhofs Hanfertal wieder enger wird. In diesem Bereich ist das Laucherttal auch besonders still, weil die Bundesstraße hier über die Höhen geführt wird. Der Nägelesfelsen am Witberg bietet einen guten Ausblick auf den Talgrund, den windungsreichen Fluss und einen LINT, der als Zug 86322 auf dem Weg von Sigmaringen nach Gammertingen ist.

Zuletzt bearbeitet am 11.03.21, 22:45

Datum: 01.03.2021 Ort: Hanfertal [info] Land: Baden-Württemberg
BR: 622 (Alstom LINT 54) Fahrzeugeinsteller: SWEG
Kategorie: Bahn und Landschaft
Top 3 der Woche: 6 Punkte

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Der dornige Weg zu einem Klassiker
geschrieben von: claus_pusch (247) am: 09.03.21, 22:37
Im Sommer 1991 hatte ich Gelegenheit zum Zugfotografieren auf dem Abschnitt Gerolstein-Ehrang der Eifelstrecke, die zu jenem Zeitpunkt noch fest in der Hand von Großdieselloks war. Der Blick auf das Dorf Mürlenbach mit seiner Bertradaburg, den ich erstmals in Udo Kandlers EJ-Sonderheft zur Eifelbahn von 1990 gesehen hatte, klappte damals aber nicht: ich kam zu spät dort an und das Doppelturmtor der Burg war unattraktiv eingerüstet. Oliver hat diesen Klassiker - 1993 nach Abschluss der Burg-Renovierung aufgenommen - bereits hier zur Galerie beigesteuert.
Nun, 30 Jahre später, schien mir die Zeit gekommen, um wieder nach Mürlenbach zu fahren und zu schauen, wie es heute um dieses Motiv steht. Der weite Blick von oben vom Hang, so wie ihn Kandler, Georg Wagner (in "Die DB der achtziger Jahre") und Oliver einfangen konnten, geht leider nicht mehr gut, denn die "Foto-Wiese" wird nicht mehr bewirtschaftet und ist ziemlich zugewachsen. Also begann ich auszuloten, ob es weiter unten eine Stelle gibt, von wo aus man einen Vareo-LINT (dieser Fahrzeugtyp hat aktuell hier das Monopol) in ganzer Länge ins Bild bekommt. Allerdings wuchern in diesem Bereich mannshohe dornige Büsche. Um doch noch zu einem befriedigenden Foto zu kommen, blieb nur die Devise: "Augen zu und durch"... Kurz darauf durchfuhr dann RB 10027 den Mürlenbacher Bahnhof ohne Halt; wenn ich die Angaben im DB-Navigator richtig in Erinnerung habe, war die Fahrtstrecke der Eifelbahn-Züge an diesem Tag auf den Abschnitt Hürth-Kalscheuren - Trier beschränkt (und möglicherweise war es der Tatsache, dass Köln Hbf nicht bedient wurde, geschuldet, dass an diesem Fototag alle Züge auf der Strecke auf die Minute pünktlich waren).

Datum: 07.03.2021 Ort: Mürlenbach [info] Land: Rheinland-Pfalz
BR: 620 (Alstom LINT 81) Fahrzeugeinsteller: DB
Kategorie: Zug schräg von vorn
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Das Land zwischen den Seen
geschrieben von: claus_pusch (247) am: 23.02.21, 23:54
Zwischen dem Überlinger See und dem Untersee - also den westlichen Teilen des Bodensees - erstreckt sich die hügelige Landzunge des Bodanrücks, an die sich im Westen der Hegau anschließt. Genau im Übergangsbereich zwischen Bodanrück und Hegau fahren die Züge der Bodenseegürtelbahn zwischen Stahringen und dem Brandbühltunnel durch das ruhige Tal des Mühlbachs, wo sich einige unspektakuläre, aber durchaus nette Fotostellen finden. Hier nimmt LINT 622 965 als RB 17776 von Friedrichshafen Stadt Kurs auf seinen Endbahnhof Radolfzell. Die Strecke war von Stahringen bis Radolfzell zweigleisig ausgebaut, allerdings wurde der Brandbühltunnel bei seiner Sanierung vor etlichen Jahren auf eingleisigen Betrieb reduziert, so dass der hier gezeigte Streckenabschnitt bei Stahringen eigentlich nur noch eine Zweispurinsel ist. Diesen Abschnitt der Bodenseegürtelbahn zuzurechnen ist übrigens streng genommen falsch; er wurde 1867 als Teil der Strecke Radolfzell-Meßkirch-Mengen (auch Ablachtalbahn genannt) eröffnet, die als zweigleisig geplante Hauptbahn Ulm mit dem Bodensee und der Schweiz verbinden sollte. Richtung Überlingen und Friedrichshafen rollten die Züge erst etwa 30 Jahre später.

Datum: 21.02.2021 Ort: Stahringen [info] Land: Baden-Württemberg
BR: 622 (Alstom LINT 54) Fahrzeugeinsteller: SWEG
Kategorie: Zug schräg von vorn
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Gähnende Leere im Sipplinger Hafen
geschrieben von: claus_pusch (247) am: 20.02.21, 23:40
Während der Sommersaison herrscht an den Stegen im Osthafen von Sipplingen in der Regel großes Gedränge und eine Vielzahl von Bootsmasten verstellen den Blick auf die Bodenseegürtelbahn, die hier auf einer Ufermauer direkt zwischen See und Dorf verläuft. Am Valentins-Sonntag lagen aber fast keine Boote vor Anker, auch Spaziergänger trauten sich noch nicht auf die Stege (der Ostwind war einfach zu kalt...), und da IRE 3042 Ulm-Basel (mal wieder) einteilig angekündigt war, ließ ich es auf eine seitliche Aufnahme mit dem Ort, seiner alles dominierenden Kirche St. Martin und dem Sipplinger Berg im Hintergrund ankommen. Der Solo-612 passte dann auch ziemlich gut in die Lücke, nur ein Busch am Bahndamm musste sich ein bisschen als "Spielverderber" profilieren.

Bildmanipulation: Eine Leuchte am Steg vor dem Triebwagen wurde elektronisch abmontiert.

Datum: 14.02.2021 Ort: Sipplingen [info] Land: Baden-Württemberg
BR: 612 Fahrzeugeinsteller: DB
Kategorie: Bahn und Landschaft
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Zwischen Jugend- und Heimatstil
geschrieben von: claus_pusch (247) am: 19.02.21, 01:01
Die Empfangsgebäude entlang der Zollernalbbahn zeichnen sich durch große architektonische Vielfalt aus. Das liegt sicher daran, dass für die einzelnen Bauabschnitte verschiedene Oberbauräte zuständig waren und diese bei manchen Stationen durch die Verwendung spezifischer Formen und Zierelemente einen Zusammenhang zum bedienten Ort herstellen wollten. Aus dem Rahmen fällt (neben dem burgartig verspielten "Fürstenbahnhof" der seit Langem aufgelassenen Station Zollern und dem Nachkriegsgebäude von Albstadt-Ebingen) das EG von Balingen. Es entstand erst 1911, nachdem sich die Balinger für mehrere Jahrzehnte mit einem provisorischen Holzbau hatten begnügen müssen, im Zusammenhang mit der Eröffnung der Zweigstrecke nach Schömberg (- Rottweil). Entworfen wurde das repräsentative Gebäude, das den um diese Zeit auch in Württemberg populär werdenden Heimatstil mit dezenten Jugendstil-Elementen anreichert, von einem Stuttgarter Architekten namens Fuchs, über den ich nicht mehr in Erfahrung bringen konnte; beratend stand ihm aber der damals schon einigermaßen berühmte fränkische Architekt Theodor Fischer zur Seite, dem Plochingen sein grandioses Bahnhofsgebäude zu verdanken hat. Ein ursprünglich auf dem Querbau aufgesetztes Türmchen hat die Zeit leider nicht überdauert.
Die HzL-VT 216 und 221 legen als Zug 86249 Tübingen - Albstadt-Ebingen einen Halt vor dem fotogenen historischen Bauwerk ein. Inzwischen sind sie auf der Strecke selbst "historisch".

Datum: 07.04.2020 Ort: Balingen [info] Land: Baden-Württemberg
BR: 650 (Adtranz/Stadler Regioshuttle RS1) Fahrzeugeinsteller: SWEG
Kategorie: Zug schräg von vorn
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Der Birnau-Blick zum Bodensee
geschrieben von: claus_pusch (247) am: 16.02.21, 17:30
Der Ausblick, den man vom Vorplatz der Wallfahrtskirche Birnau auf den Bodensee geboten bekommt, ist zu allen Tageszeiten lohnend. In den Morgenstunden gibt es aber darüberhinaus die Möglichkeit, von dieser Stelle die Züge der Bodenseegürtelbahn mit Streiflicht aufzunehmen. Am noch sehr kalten Morgen des Valentinstages 2021 hatte es die Wintersonne gegen 8 Uhr gerade über den Horizont geschafft und bestrahlte sanft die Flanke eines SWEG-LINT, der als RAB-Zug 17758 Friedrichshafen Stadt-Radolfzell gerade den ehemaligen Hp. Birnau-Maurach passierte.
Am linken Bildrand ist der zu Oberuhldingen gehörende Weiler Seefelden zu erkennen; weiter hinten liegt - durch die Bewaldung verdeckt, aber dank seines Hafens und der Nachbauten der prähistorischen Pfahlbauten gut zu lokalisieren - Unteruhldingen. Zwischen Ober- und Unteruhldingen bestand zwischen 1901 und 1950 eine Bahnlinie, deren Verlängerung nach Meersburg lange diskutiert, aber nie realisiert wurde und die mit 2,5 km Streckenlänge die kürzeste Stichbahn der Badischen Staatseisenbahn gewesen sein müsste (noch kürzer als die wesentlich ältere Strecke von Lahr-Dinglingen nach Lahr-Stadt, die allerdings erst später von der Staatsbahn übernommen wurde).
Ich war verwundert, dass dieser bekannte Blick von der Birnau auf die Bahn noch nicht in der Galerie vertreten war - jedenfalls konnte ich über RailView und Suche mit den passenden Aufnahmeorten nichts dergleichen finden. Als ich am 14.2. dort oben stand, hatte ich das Gefühl, dass der Ausblick irgendwie anders war als bei früheren Besuchen. Und in der Tat zeigte ein Vergleich mit älteren Bildern, dass der "Acker" im Vordergrund vor wenigen Jahren noch rebbestanden war. Vermutlich ist auf dieser Parzelle der Weinlage "Birnauer Kirchhalde" eine Neubestockung geplant.

Datum: 14.02.2021 Ort: Oberuhldingen [info] Land: Baden-Württemberg
BR: 622 (Alstom LINT 54) Fahrzeugeinsteller: SWEG
Kategorie: Stimmungen mit Zug
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Schwungvoll bergab
geschrieben von: claus_pusch (247) am: 06.02.21, 17:41
Angeregt von Nicolai Werners genialem Winterbild, habe ich im Herbst 2018 den Hündlekopf bei Oberstaufen-Knechtenhofen angesteuert, um zu schauen, was während des Aufstiegs und von oben fotografisch sonst noch geht. Neben der Kabinenbahn, die man in unterschiedlichster Weise mit Zügen im Hintergrund ablichten kann, findet sich im unteren Teil des Hangs, nahe der Talstation, eine Sommerrodelbahn, die sich an diesem sonnigen Oktober-Samstag großen Zuspruchs erfreute. Während in der Edelstahlwanne ständig (mehr oder weniger) rasante Rodler zu Tal flitzten, ist in der Ferne ein 612 (als stark verspäteter RE3289 Lindau-Augsburg) nach dem Überwinden des Oberstaufeners Sattels ebenfalls schwungvoll bergab in Richtung Immenstadt unterwegs.

Bildmanipulation: Der junge Schlittenpilot im Vordergrund war ohne das Zutun von PhotoShop zur richtigen Zeit am passenden Ort. Ich habe die Bildbearbeitung aber eingesetzt, um sein Gesicht zu verfremden.

Datum: 13.10.2018 Ort: Oberstaufen [info] Land: Bayern
BR: 612 Fahrzeugeinsteller: DB
Kategorie: Bahn und Landschaft
Top 3 der Woche: 6 Punkte

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Eine runde Sache
geschrieben von: claus_pusch (247) am: 02.02.21, 23:22 Top 3 der Woche vom 14.02.21
Beinahe unbegrenzte Fotomöglichkeiten bieten sich in der beschaulichen Sommerfrische Saint-Irénée, wo der Chemins de Fer Charlevoix (CFC) auf einem längeren Abschnitt zwischen der Uferstraße (Chemins des Bains) und dem Strand verläuft. Außerdem lassen sich an diesem schönen Ort am Nordufer des Sankt-Lorenz-Stroms, der hier übrigens dem Einfluss der Gezeiten unterliegt, die doch recht langen Zugpausen angenehm verbringen. Nachdem ich die beiden vormittäglichen Fahrten des "Train de Charlevoix" bei Ebbe von der Strandseite her umgesetzt hatte, wollte ich den Nachmittagszug von La Malbaie (Pointe-au-Pic) nach Baie-Saint-Paul mit dem Fluss im Hintergrund aufnehmen, zumal dieser dank Flut wirklich bis an den Bahndamm heranreichte. Allerdings stellten sich für diese Aufnahme zwei Spannungsmomente ein: zum Einen die Wattewolken, die sich auf dem Bild ganz nett machen, aber leider auch in flotter Folge an den Hügeln hinter mir entlangzogen und die Strandpartie immer mal wieder beschatteten; und zum Anderen das Risiko, dass ein - um diese Jahreszeit im Charlevoix nicht seltener - Tourist mit seinem Auto (oder gar Wohnmobil!) auf dem Seitenstreifen am Gleis anhalten würde, um das Flusspanorama zu bewundern. Also waren die vielen Minuten, in denen ich den Tw 1031/1034 (ex DB 628 103) langsam entlang der Küste auf Saint-Irénée zufahren sehen konnte, nicht ganz stressfrei. Letztlich war im entscheidenden Moment aber alles gut und so wurde das Bild doch eine runde Sache.
Bei der runden Sache in der linken Bildhälfte handelt es sich um das ehemalige Pförtnerhaus der angrenzenden Domaine Forget. Dies war ursprünglich die Sommerresidenz des millionenschweren Montréaler Unternehmers Rodolphe Forget (1861-1919), der zu den Initiatoren der Privatbahngesellschaft zählte, die 1919 - wenige Wochen nach Forgets Ableben - die Strecke von Baie-Saint-Paul nach La Malbaie (Clermont) eröffnete. Heute fungiert die Domaine Forget als Musikakademie und Veranstaltungszentrum und verfügt seit Kurzem über einen sehenswerten Skulpturengarten (leider ließ sich keines der Kunstwerke befriedigend mit dem Zug im Hintergrund ins Bild bekommen).

Zuletzt bearbeitet am 02.02.21, 23:28

Datum: 12.09.2019 Ort: Saint-Irénée, Québec, Kanada Land: Übersee: Nordamerika
BR: 628 Fahrzeugeinsteller: Réseau Charlevoix
Kategorie: Zug schräg von vorn
Top 3 der Woche: 19 Punkte

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Nebel im Rücken, Geißbock im Visier
geschrieben von: claus_pusch (247) am: 29.01.21, 22:42
Die Schönwetterphase Ende November 2020 wollte ich nutzen, um nochmals HzL-RegioShuttles auf ihrer Stammstrecke abzulichten. Am Morgen des 27.11. war es rund um Gammertingen klar, allerdings schob sich vom Donautal her noch Nebel ins Laucherttal. Die Nebelgrenze lag zwischen Hermentingen und Veringenstadt, und da die Zeit zu knapp war, um wieder gen Norden in eine völlig nebelfreie Zone zu fahren, ließ ich es notgedrungen darauf ankommen, ob im Moment der Durchfahrt von Zug 86313 Hechingen-Sigmaringen Sonne aufs Gleis fallen würde oder nicht. Die Sonne war zur Stelle, vor allem aber bog zu meiner Überraschung statt eines beige-roten HzL-RegioShuttles der blaue VT63 der Bodensee-Oberschwaben-Bahn um die Ecke.

Datum: 27.11.2020 Ort: Veringenstadt [info] Land: Baden-Württemberg
BR: 650 (Adtranz/Stadler Regioshuttle RS1) Fahrzeugeinsteller: BOB
Kategorie: Zug schräg von vorn
Top 3 der Woche: 4 Punkte

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Immer wieder sonntags
geschrieben von: claus_pusch (247) am: 26.01.21, 23:49
Unter der Woche ist der Kaiserstühler Ast der Breisgau-Ost-West-S-Bahn fest in den Händen von Coradia-Continental-Fahrzeugen. Aber am Sonntag, wenn im Höllental erhöhter Coradia-Bedarf besteht, kommen zwischen Freiburg, Breisach und Endingen Fahrzeuge zum Zuge, die wochentags auf der Rheintalbahn unterwegs sind. Ganz zu Beginn waren das mit 146ern bespannte Wendezüge; im Sommer 2020 konnte man vor allem Desiros antreffen. Und aktuell werden die meisten Züge mit Mireo-Garnituren gefahren. Eine solche Einheit ist als S11-Zug 9757 Endingen-Freiburg Hbf zwischen Eichstetten und Bötzingen zugange.

Datum: 10.01.2021 Ort: Bötzingen [info] Land: Baden-Württemberg
BR: 463 (Siemens Mireo) Fahrzeugeinsteller: DB
Kategorie: Zug schräg von vorn
Top 3 der Woche: 5 Punkte
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Hier kommt Alex (nicht mehr vorbei)
geschrieben von: claus_pusch (247) am: 24.01.21, 10:06
Der Abschied von den 218-geführten EuroCity-Zügen zwischen München, Lindau und Zürich hat das Ende der zweiten lokbespannten Zuggattung auf der Allgäustrecke, dem alex der Länderbahn, in die zweite Reihe treten lassen. Auch bei mir war es so, dass die bis Ende 2019 zahlreichen Ausflüge ins Allgäu in erster Linie auf das Ablichten der ECs ausgerichtet waren; aber die alex-Züge waren dabei immer mehr als nur "Beifang". Die elegant lackierten Zuggarnituren mit ihrer bulligen EuroRunner-Bespannung waren immer ein Blickfang in der Allgäu-Landschaft, zumal wenn man sie mit 6 Wagen vor die Linse bekam, was in den letzten Jahren des alex-Betriebs auch zwischen Immenstadt und Lindau viel häufiger der Fall war, als den Fahrgästen (und Eisenbahnfotografen) an der Oberstdorfer Zweigstrecke lieb sein konnte. Auch bei ALX84142, der an einem der ganz langen Sommerabende den Haltepunkt Heimenkirch erreichte, durfte 223 065 wieder eine lange Garnitur bis an den Bodensee bringen.
Als das titelgebende Lied der Toten Hosen erschien, war die Bedienung von Heimenkirch im Personenverkehr übrigens seit 3 Jahren aufgegeben worden. Angesichts der perfekten Lage der Strecke zum Ort - zentraler kann die Bahn eine Ortschaft fast nicht bedienen! - ist es mir immer noch rätselhaft, wie man hier 25 Jahre lang ohne Halt vorbeifahren konnte.

Zuletzt bearbeitet am 24.01.21, 22:55

Datum: 29.06.2019 Ort: Heimenkirch [info] Land: Bayern
BR: 223,253 (alle Eurorunner-Baureihen) Fahrzeugeinsteller: DLB
Kategorie: Zug schräg von vorn
Top 3 der Woche: 1 Punkt
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Ein bunter Vogel im piemontesischen Hinterland
geschrieben von: claus_pusch (247) am: 22.01.21, 10:33
Nachdem Julian kürzlich ein Streckenfoto von der Ferrovia Canavesana gezeigt hat, möchte ich hier ebenfalls ein Bild von dieser norditalienischen Regionalbahn vorschlagen. Es entstand im September 2013 bei meinem ersten und bislang einzigen Besuch an dieser Strecke, den ich nutzen wollte, um die wenigen Zugfahrten auf dem nicht-elektrifizierten Abschnitt zwischen Rivarolo und Pont Canavese zu dokumentieren, die an diesem Tag alle vom Solo-ALn 668 907 bewältigt wurden. Nachdem mir der Zug 703, den Julian aufgenommen hat, durch die Lappen gegangen war, weil ich mich mangels Streckenkenntnis auf den Zufahrtsstraßen verfranst hatte, postierte ich mich für die Rückfahrt (Zug 702 Pont-Rivarolo) am schönen, fast museal wirkenden Bahnhof von Cuorgnè, der vormittags eine sichere Nummer ist. Fast auf die Minute pünktlich tauchte der Triebwagen in der ziemlich farbenfrohen Lackierung des GTT (Gruppo Torinese Trasporti) dann auch auf. Obwohl Cuorgnè ein Ort mit fast 10.000 Einwohnern ist, hält sich das Fahrgastaufkommen sichtlich in Grenzen. Angaben in der Fachliteratur deuten darauf hin, dass das Empfangsgebäude in seiner Grundstruktur bereits aus dem Jahr 1883 datiert, als man zwischen Rivarolo und Cuorgnè eine Dampfstraßenbahn eröffnet hatte; die Eisenbahnverbindung Rivarolo-Pont mit ihrem heutigen Verlauf entstand erst 1906.

Bildmanipulation: Um das EG zumindest bis zum Giebelfirst zeigen zu können, habe ich einen Ausschnitt einer zweiten Aufnahme angefügt.

Datum: 24.09.2013 Ort: Cuorgnè [info] Land: Europa: Italien
BR: IT-ALn668 Fahrzeugeinsteller: Gruppo Torinese Trasporti (GTT)
Kategorie: Bahn und Infrastruktur
Top 3 der Woche: 12 Punkte

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Viel Weiß, wo sowas selten ist
geschrieben von: claus_pusch (247) am: 18.01.21, 00:00
Am Vormittag des 15.1.2021 wurde der Südwesten - wie schon am Vortag - reichlich mit Schneefall bedacht, dem dann am Nachmittag einige Sonnenstunden bei gleichbleibend niedrigen Temperaturen folgten. So ergab sich die Gelegenheit, einmal richtige Winterstimmung entlang von Strecken einzufangen, wo das schon seit Jahren nicht mehr möglich gewesen war. Während im benachbarten Schwarzwald die weiße Pracht gleich mal zu Betriebsstörungen und zur Einstellung des Zugverkehrs auf allen relevanten Strecken führte und auch der Kaiserstühler Ast der West-Ost-S-Bahn nur auf Teilstrecken und mit reduziertem Fahrplan in Betrieb gehalten werden konnte, drehten die RegioShuttles der SWEG zwischen Riegel-Malterdingen und Breisach brav ihre Runden im Stundentakt. Ein solches Gespann, unterwegs als S5-Zug 88455 nach Breisach, wurde kurz vor Endingen aus den Weinbergen heraus abgelichtet.

Datum: 15.01.2021 Ort: Endingen [info] Land: Baden-Württemberg
BR: 650 (Adtranz/Stadler Regioshuttle RS1) Fahrzeugeinsteller: SWEG
Kategorie: Bahn und Landschaft
Top 3 der Woche: 13 Punkte

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Hahn und Henne
geschrieben von: claus_pusch (247) am: 16.01.21, 21:51
Das weitaus bekannteste Produkt der Keramikmanufaktur aus Zell am Harmersbach ist das gelb-grüne Service mit dem Hahn-und-Henne-Motiv. Da ist es nicht überraschend, dass die Zeller Touristiker diese Bezeichnung als Namen für einen Premium-Wanderweg gewählt haben, der über die Höhenzüge nördlich von Unterharmersbach führt. Wenn man nach dem ersten steilen Aufstieg zum Eckwald-Pavillon ein bisschen vom Hahn-und-Henne-Weg abweicht, gelangt man zu einem Aussichtspunkt (mit einladender Sitzbank), von wo aus man das Dorf und die Hänge an der gegenüberliegenden Talseite überblickt, die zum 946 m hohen Brandenkopf hinaufführen. Und von der Harmersbachtalbahn ist auch ein kurzes Streckenstück einsehbar. Dort rollt am klaren (aber heißen!) Abend des 20.8.2020 der von seinen Stammstrecken im Breisgau vertriebene BSB-RegioShuttle VT 019 als Zug 72232 Oberharmersbach-Riersbach - Biberach talwärts und passiert dabei die Hühnerhäuser, die Hahn und Hennen von "Corinnas Hoflädele" bewohnen.

Datum: 20.08.2020 Ort: Unterharmersbach [info] Land: Baden-Württemberg
BR: 650 (Adtranz/Stadler Regioshuttle RS1) Fahrzeugeinsteller: SWEG
Kategorie: Bahn und Landschaft
Top 3 der Woche: 10 Punkte

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Lizenz zum Fahren
geschrieben von: claus_pusch (247) am: 01.01.21, 17:30
Die Ausbeute eines Fotoausflugs an die Murgtalbahn besteht größtenteils aus Aufnahmen von blass oder leuchtend gelb lackierten GT8-100D/2S-M-Stadtbahnwagen. Gelegentlich (zum Glück gar nicht so selten) mischen sich aber Fahrzeuge in anderen Lackierungen in die Umläufe und sorgen dadurch für etwas Abwechslung, so auch bei S8-Zug 85589 Freudenstadt Hbf-Karlsruhe Tullastraße, den am 14.11.2020 der grüne Tw 915 mit der "Lizenz-zum-Fahren"-Werbebeschriftung und der Bistro-Tw 848 fuhren. Abgelichtet wurde die Zugeinheit bei Schwarzenberg, dessen Pfarrkirche gerade noch über den Hügel ragt.

Bildmanipulation: Um einen ungestörten Blick zumindest auf das führende Fahrzeug zu erlangen, wurde eine Straßenleuchte elektronisch demontiert.

Datum: 14.11.2020 Ort: Schwarzenberg [info] Land: Baden-Württemberg
BR: 4XDE (sonstige deutsche Elektrotriebwagen) Fahrzeugeinsteller: AVG
Kategorie: Bahn und Landschaft
Top 3 der Woche: 2 Punkte

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Ein Motiv für zwischendurch
geschrieben von: claus_pusch (247) am: 30.12.20, 19:28
Was macht man, wenn man zwischen zwei dienstlichen Terminen etwas Zeit hat und das Wetter gut ist? Man fährt zu einem Fotopunkt in der Nähe, den man schon kennt, und versucht sich in neuen Perspektiven. So entschloss ich mich am sonnigen Nachmittag des 24.11., erneut eine Weide an der Galgenhalde oberhalb des Münstertaler Ortsteils Hof aufzusuchen. Seit meiner letzten "Besteigung" im Sommer 2019 hat sich auf der Münstertalbahn ein Generationswechsel vollzogen: die beiden Talent-2-Solitäre in SWEG-spezifischer Lackierung waren abgezogen worden, stattdessen verkehren nun die Talent-3-Nachfolger in den (in Südbaden inzwischen allgegenwärtigen) bwegt-Farben. Ein solches Fahrzeug wird in Kürze als S3-Zug 77459 Bad Krozingen-Münstertal den Hp Hof bedienen.

Bildmanipulation: Eine Straßenlampe vor dem Triebwagen wurde elektronisch "abgesägt".

Allen Galerie-Aktiven ein Dank für die vielen schönen Aufnahmen (und deren kritische Auswahl) im zurückliegenden Jahr, verbunden mit den besten Wünschen für ein gutes, gesundes und fotografisch ergiebig(er)es Jahr 2021!

Zuletzt bearbeitet am 31.12.20, 15:12

Datum: 24.11.2020 Ort: Münstertal [info] Land: Baden-Württemberg
BR: 442 (Bombardier Talent 2) Fahrzeugeinsteller: SWEG
Kategorie: Bahn und Landschaft
Top 3 der Woche: 2 Punkte

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