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Comtois, rends-toi! Nenni, ma foi!
geschrieben von: Julian en voyage (278) am: 11.04.19, 12:20
Comtois, rends-toi! Nenni, ma foi! - Der zwischenzeitlich offizialisierte Wahlspruch der Franche-Comté geht auf die Belagerung von Dole durch die französischen Truppen auf Geheiß des Kardinals Richelieu 1636 zurück und gibt - so die überlieferte Geschichte - den Wortwechsel zwischen Belagerern und in der Stadt eingekesselten Comtois wieder, die sich beharrlich weigerten aufzugeben und sich der französischen Krone zu unterwerfen. Nun ja, es ist eben eine jener regionalen Heldengeschichten, wie man sie überall findet... Lebendig gehalten wird die Devise in jüngerer Vergangenheit vor allem von den Fans des Zweitliga-Fußballclubs FC Sochaux.

Ebenso unbeugsam wie vier Jahrhunderte zuvor die Bewohner der Franche-Comté hielten sich die letzten "Danseuses" der Reihe BB 25500 noch bis in den Frühsommer 2017 hinein im Doubstal im Einsatz, während sie auf anderen Strecken rund um ihr Heimat-Dépôt Dijon längst verschwunden waren. Oft hatte man schon gedacht, es sei endgültig Schluss zum nächsten Fahrplanwechsel, aber wieder und wieder wurde ein neuer Umlaufplan aufgestellt, ehe im Mai 2017 das unvermeidliche Ende doch noch kam... Alles andere wäre ja auch irgendwie unpassend, denn schließlich gehört auch die Franche-Comté mitsamt der unbeugsamen Stadt Dole seit geraumer Zeit zu Frankreich! ;)

Während der letzten Einsatzmonate der „Danseuses“ aus Dijon in der Franche-Comté glich die Lokstellung allerdings einem Lotteriespiel. So war die Freude groß, als am 24. April 2017 – wie anhand des Umlaufplans vage ausgemalt – tatsächlich eine betongraue BB 25500 auf der richtigen Seite am TER 894103 (Dijon - Belfort) hing. :) Im Vordergrund schweift der Blick indes über die Dächer des kleinen Örtchens Rang und dessen regionaltypische Kirche mit ihrem clocher comtois.

Dieses Bild wird Ihnen präsentiert in Kooperation mit und nach einer Idee aus dem Hause Renninger! ;)

Datum: 24.04.2017 Ort: Rang [info] Land: Europa: Frankreich
BR: FR-BB 25500 Fahrzeugeinsteller: SNCF
Kategorie: ungewöhnliche Perspektiven

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Le retour de SNCF Fret
geschrieben von: Julian en voyage (278) am: 12.04.19, 00:07
Mehrere Jahre über lag der Güterbahnhof Vesoul völlig brach und diente nur noch der Abstellung ausrangierter Fahrzeuge, nachdem die Verkehre für PSA - einstmals großer Güterkunde der SNCF - weggebrochen waren, zuletzt die sogenannte "blaue Wand", ein Containerganzzug zwischen Vesoul und dem russischen Kaluga. Nur vereinzelte private Güterzüge rollten noch über den Ostabschnitt der "Ligne 4", ließen die préfecture des Départements Haute-Saône dabei aber stets links liegen...

Geändert hat sich dies erst in den letzten zwei Jahren wieder dank eines auf dem Gelände des ehemaligen Containerbahnhofs neu errichteten Silokomplexes, von dem aus die Kooperative Interval Export-Getreide zu den französischen Seehäfen per Bahn versendet.

Am 29. März 2019 klickte um kurz vor neun der Verschluss der Kamera für das Objekt der Begierde, die leere Zuführung der VTG-Getreidewagen zum Silo in Vesoul. An diesem Tag war BB 75407 für die als FRET 450347 (Culmont-Chalindrey - Vesoul) laufende Fuhre zuständig.

Im Vordergrund liegt das pittoreske Örtchen Rosières-sur-Mance (70), wo die Zeit wie stehen geblieben wirkt... Auch ein paar kleine landwirtschaftliche Betriebe gibt es dort noch, unter anderem die Schafzucht des Bauern, der prompt zu mir empor gestapft kam, als er mich dort oben am Hang entdeckte und mit einem kurzweiligen Gespräch die Wartezeit bis zum Zug überbrückte. Erreichbar ist der Fotostandort nur über mehrere Zäune und Privatgrund hinweg, wobei mir der "propriétaire" dafür im Nachhinein ausdrücklich seine Absolution erteilte. Nur sollte man natürlich entsprechend Rücksicht und Umsicht walten lassen, auch gegenüber den süßen Tierchen. ;)

Einen ausführlichen Bericht des Foto-Tages findet ihr bei Interesse im Auslandsforum: [www.drehscheibe-online.de]

Zuletzt bearbeitet am 12.04.19, 23:32

Datum: 29.03.2019 Ort: Rosières-sur-Mance [info] Land: Europa: Frankreich
BR: FR-BB 75400 Fahrzeugeinsteller: SNCF
Kategorie: Bahn und Landschaft

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Nicht kleckern, sondern klotzen
geschrieben von: Julian en voyage (278) am: 31.03.19, 11:51
Bahn-Infrastrukturprojekte der jüngeren Vergangenheit neigen in Italien häufig zu drastischen, manchmal geradezu übertrieben wirkenden Lösungen ganz nach dem Motto "Nicht kleckern, sondern klotzen", denn was kostet schon die Welt? Ellenlange Tunnelstrecken und aufwendige Brückenbauwerke sind sicher die markantesten Merkmale jener (Quasi-)Neubaustrecken, die man in den letzten Dekaden unter anderem an der Adriaküste, der ligurischen Riviera oder in den Julischen Alpen angelegt hat. Fraglos haben sie dazu beigetragen, diverse eingleisige Engpässe im Netz zu beseitigen und damit die Kapazität des Systems Bahn insgesamt zu stärken, auch wenn manch eine Investition im Detail fragwürdig bleibt und sich die örtlichen Staatsanwaltschaften mehr als einmal mit halbseidenen Verstrickungen im Rahmen der Bauvergabe und -ausführung befassen durften...

Auch vor der abgelegenen Basilikata macht die Bautätigkeit keinen Halt. So ist unter anderem die für den Regionalverkehr durchaus bedeutsame, aus den Jahren 1867 bis '97 stammende Strecke Foggia - Potenza inklusive des Abzweigs zum Industrie-Standort San Nicola di Melfi mit einem Budget von etwa 200.000.000 Euro bis ins Jahr 2022 zur Elektrifizierung und weiteren Ausbaumaßnahmen vorgesehen. Bereits im Vorgriff darauf hat man an vielen Stellen Bahnübergänge beseitigt, Kunstbauten saniert und durch partielle Neutrassierungen Nadelöhre entschärft. Im wahrsten Sinne des Wortes geklotzt wurde dabei oberhalb des Abzweigbahnhofs Rocchetta-Sant'Antonio, wo man ein besonderes architektonisches Kleinod in Beton ins Niemandsland gesetzt hat. Gemeinsam mit der verwaisten Vorgänger-Brücke im Vordergrund ein packendes Fotomotiv, wie ich finde, auch wenn es sicher nicht "schön" im klassischen Sinne ist!

Am Abend des 03. Juni 2018 brummte der einzeln fahrende ALn 668 3174 als Regionale 3547 (Foggia - Potenza) in flotter Fahrt bergwärts (Foggia liegt auf 65 Metern, der Scheitelpunkt der Strecke auf etwa 800 Metern über dem Meer). Während sich im Hintergrund konstant eine Wolkenbank hielt, deren Schattengrenze die ganze Zeit über, die ich an diesem Ort verbrachte, quasi stationär auf einer Linie lag, leuchteten die beiden ungleichen Brücken und das Getreide, das hier im Mezzogiorno schon Anfang Juni praktisch erntereif ist, um die Wette.

Zuletzt bearbeitet am 31.03.19, 22:29

Datum: 03.06.2018 Ort: Leonessa [info] Land: Europa: Italien
BR: IT-ALn668 Fahrzeugeinsteller: Trenitalia
Kategorie: Stimmungen mit Zug
Top 3 der Woche: 6 Punkte

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Acqua, acqua dappertutto
geschrieben von: Julian en voyage (278) am: 26.03.19, 12:11
Wasser - Wasser ist überall! Eine Aussage, die wohl zu Schulzeiten fast jeder schon einmal von seinem Bio- oder Chemielehrer energisch eingetrichtert bekam...

Es stimmt ja auch - In Bellano am Comer See, dem flächenmäßig drittgrößten Wasserreservoir Italiens, umso mehr.

Selbst den Güterverkehr auf den Schienen am Ostufer prägt das Element: Bis zu zwei werktägliche Übergaben transportieren ab Tirano Levissima-Mineralwasser, das vom Quellort Cepina zunächst mit Lastwagen bis zur nächstmöglichen Bahnverladung gebracht wird, nach Lecco Maggianico. Ab dort geht es für die nun zu längeren Ganzzügen zusammenrangierten Wagen weiter an verschiedene Zielbahnhöfe im ganzen Lande!

Am Mittag des 23. März 2018 rollte E 633 224 mit einer jener Übergaben, TRA 51911 (Tirano - Lecco Maggianico), gemächlich in den Bahnhof Bellano-Tartavalle Terme, um hier mit einem entgegenkommenden Regionale aus Mailand zu kreuzen.

Ich beobachtete das Spektakel aus luftiger Höhe, was einen Panoramablick über das alte Wasserkraftwerk (was auch sonst...? ;)), das einst die nötige Energie für die direkt am Ausgang der Pioverana-Schlucht erbaute Baumwollspinnerei lieferte, hinweg auf den See und die verschneiten Gipfel der Lepontinischen Alpen erlaubte.

Datum: 23.03.2018 Ort: Bellano [info] Land: Europa: Italien
BR: IT-E633 Fahrzeugeinsteller: Mercitalia Rail
Kategorie: Bahn und Landschaft
Top 3 der Woche: 6 Punkte

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Sehnsuchtsort Sizilien
geschrieben von: Julian en voyage (278) am: 20.03.19, 19:48
Sizilien im Allgemeinen und Taormina im Speziellen sind seit jeher ein Sehnsuchtsort all derjenigen, die nach mediterraner Lebensfreude und Sommerfrische dürsten. Im noblen Grand Hotel Timeo beispielsweise stiegen zu Taorminas Glanzzeit namhafte Schriftsteller aus ganz Europa, aber auch der Rasputin-Mörder Fürst Jussupow oder der deutsche Kaiser Wilhelm II. ab. Auch Johann Wolfgang von Goethe zeigte sich beeindruckt von der Stadt. Wer kann es ihnen angesichts der exponierten Lage oberhalb des Ionischen Meeres und der Symbiose aus Kultur und Architektur mit der umgebenden Landschaft verübeln?

Stets im Blick ist dabei auch der unbestrittene Herrscher Siziliens, der gut 3300 Meter hohe Ätna, dessen Gipfel bis weit in das Frühjahr hinein eine weiße Schneeschicht ziert. Goethe schrieb während seines Besuchs in Taormina 1787: "Dann schließt der ungeheure, dampfende Feuerberg das weite, breite Bild, aber nicht schrecklich, denn die mildernde Atmosphäre zeigt ihn entfernter und sanfter, als er ist." Und tatsächlich ist die Ambivalenz, die von Europas höchstem Vulkan ausgeht, bemerkenswert. Während er sich die längste Zeit des Jahres friedlich und höchstens einmal ein paar kleine Dampfwolken ausstoßend im Zaum hält, zeigte der Ätna zuletzt an Weihnachten 2018, welche unbändige und zerstörerische Kraft in ihm steckt...

Inmitten dieser Szenerie verläuft die sizilianische Ostküsten-Strecke Messina - Catania - Siracusa, die am Morgen des 9. April 2014 ein unerkannt gebliebener "Caimano" mit IC 722 (Siracusa - Messina [- Rom]) nordwärts befuhr. Fünf Jahre später ist es schwer geworden, ein derart sauberes Exemplar des markanten Italo-Sechsachsers vor die Linse zu bekommen und die Ablösung auch in ihrem letzten Refugium Sizilien durch E464 (!) ist bereits angekündigt. Was daraus wird, zeigt die Zukunft, denn in Süditalien mahlen die Mühlen manchmal etwas langsamer...

PS: Um das Panorama adäquat einfangen zu können, ist das Bild aus zwei Querformat-Aufnahmen zusammengesetzt. Darüber hinaus ist eine helle Mülltüte vom elektronischen Winde verweht worden...;)

Zuletzt bearbeitet am 24.03.19, 18:09

Datum: 09.04.2014 Ort: Taormina [info] Land: Europa: Italien
BR: IT-E656 Fahrzeugeinsteller: Trenitalia
Kategorie: Bahn und Landschaft
Top 3 der Woche: 11 Punkte

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Alle prime luci
geschrieben von: Julian en voyage (278) am: 17.03.19, 19:30
In Colico zweigt von der Bahnstrecke von (Mailand -) Lecco über Colico ins Veltlin bis nach Tirano die 26 Kilometer lange Nebenlinie nach Chiavenna ab, auf der nach wie vor die ET-Veteranen der Reihe ALe 582, ab 1987 an die FS geliefert, den Betrieb dominieren.

Sie sollten am 23. März 2018, als ich für einen Tag in der Gegend weilte, eines meiner Hauptziele sein, sind diese Fahrzeuge doch in ganz Italien - wie ihre Artverwandten der Reihen ALe 724 und ALe 642 - auf dem stetigen Rückzug, auch wenn es bei der Trenord, die den Regionalverkehr in der Lombardei betreibt, noch kein konkretes Datum für eine baldige Ablösung gibt...

Den Anfang machte eine von ALe 582 029 angeführte Einheit als Regionale 4943 (Chiavenna - Colico) in den allerersten Sonnenstrahlen des noch jungen Tages. Jene Kurve bei Dubino, kurz vor der Querung der Adda, zählt zu den ersten Stellen, an denen die Schatten der umgebenden Berge ein kleines Sonnenfenster auf Bahn und erste zarte Triebe an den Bäumen preisgeben.

Rechts im Bild noch andeutungsweise zu erkennen ist die gen Chiavenna und Splügenpass führende SS36.

Datum: 23.03.2018 Ort: Dubino [info] Land: Europa: Italien
BR: IT-ALe582 Fahrzeugeinsteller: Trenord
Kategorie: Stimmungen mit Zug
Top 3 der Woche: 11 Punkte

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Perdu dans le brouillard
geschrieben von: Julian en voyage (278) am: 14.03.19, 19:27
Auf dem Weg nach Hause von einer recht ergiebigem Fototour im tief verschneiten und frostig kalten Jura ließ mich ein Wetterphänomen noch einmal an- und innehalten, das sich rund um Morteau häufiger beobachten lässt, naturgemäß aber kaum konkret planbar ist. Durch die Lage der Uhren- und Wurststadt in einem weiten Talkessel am Oberlauf des Doubs herrscht in ihrer unmittelbaren Umgebung oft Nebel, selbst wenn es praktisch überall anders im Gebirge komplett klar ist... Kurz nachdem die Sonne am späten Nachmittag des 5. Februar 2019 hinter den Berghängen verschwunden war, begann das Spektakel und zügig stiegen vom hier nur am linken Bildrand zu erahnenden Fluss dichte Nebelschwaden empor, die die Sichtweite im Minutentakt wechseln ließen, wie die Serie meiner vorangegangenen Probe-Schüsse für diese Aufnahme belegt. ;)

Wenige Stunden später wird sich vermutlich eine zusammenhängende, graue und nasskalte Decke über Morteau formiert haben, doch noch rechtzeitig davor kündigte ein vertrautes Pfeifen den TER 18112 (La Chaux-de-Fonds - Besançon) an, der pünktlich um kurz nach halb sechs unter sonorem Brummen den Fotografen passierte und anschließend in Richtung Préfecture des Départements Doubs im Nebel verschwand. Seine Rücklichter leuchten dabei Ton in Ton mit denen eines auf der parallel verlaufenden D437 in gleicher Richtung fahrenden Autos, während die Beleuchtung des "Hôtel Restaurant du Pont" nur schemenhaft aus der grauen Umgebung hervortritt...

PS: Reste eines von unten ins Bild ragenden Geländers habe ich nachträglich am heimischen PC entfernt.

Datum: 05.02.2019 Ort: Morteau [info] Land: Europa: Frankreich
BR: FR-X 73500 Fahrzeugeinsteller: SNCF
Kategorie: Stimmungen mit Zug
Top 3 der Woche: 4 Punkte

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Neuer Pendelzug, altes Eisen
geschrieben von: Julian en voyage (278) am: 02.03.19, 18:05
Alles was dereinst neu war, wird irgendwann einmal alt und, sofern nicht an aktuelle Bedürfnisse angepasst, verzichtbar. Davor schützt auch nicht, das "neu" im Namen zu tragen, wie dies bei den schweizerischen "Neuen Pendelzügen" (NPZ) der Fall ist. Zwischen 1984 und 1996 wurden insgesamt rund 130 Exemplare für den Regionalverkehr beschafft, wovon die meisten zwischen 2008 und 2013 ein umfassendes Umbau- und Modernisierungsprogramm durchliefen, in dessen Rahmen durch Eingliederung neuer Niederflur-Mittelwagen die sogenannten "Domino"-Kompositionen entstanden.

Nicht mit in das Refit-Programm einbezogen wurden dabei die fünf Mehrsystem-Fahrzeuge der Reihe RBDe 562, die 1997 für den grenzüberschreitenden Verkehr von Basel nach Mulhouse angepasst wurden und nach ihrer dortigen Ablösung seit einigen Jahren in der Romandie eine neue Heimat gefunden haben. Neben vereinzelten Leistungen rund um Genf und Biel stehen aktuell vor allem noch die TGV-Zubringer von Neuchâtel ins französische Frasne auf dem Programm. Doch auch hier soll zum Ende des Jahres 2019 der "Ofen aus" sein. Als Nachfolger werden die mittlerweile bewährten FLIRT France gehandelt, wobei abzuwarten bleibt, inwieweit sich - verbunden mit einer Umstrukturierung des TGV-Angebots zwischen Lausanne und Paris zuungunsten der Jura-Querung - neben dem Fahrzeugeinsatz auch am ohnehin spärlichen Fahrplan auf dem grenzüberschreitenden Abschnitt zwischen Travers und Pontarlier etwas ändern wird...

Am 5. Februar 2019, als auf den Höhen des Jura eine geschlossene Schneedecke lag, war aber noch alles beim Alten und einer jener nicht modernisierten, am Ende ihrer Einsatzzeit stehenden NPZ legte sich als TER 18124 (Neuchâtel - Frasne) unweit des Weilers Le Creux zwischen Verrières-de-Joux und La Cluse-et-Mijoux in die Kurve.

Datum: 05.02.2019 Ort: La Cluse-et-Mijoux [info] Land: Europa: Frankreich
BR: CH-RBDe 562 Fahrzeugeinsteller: SBB
Kategorie: Zug schräg von vorn
Top 3 der Woche: 5 Punkte

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Froid de loup
geschrieben von: Julian en voyage (278) am: 24.02.19, 17:29 Top 3 der Woche vom 10.03.19
Jeder in unserem Hobby kennt sie bestimmt, solche Tage, an denen man einfach mit der Kamera raus "muss", wenn es sich auch nur irgendwie einrichten lässt... Ein solcher war für mich der 5. Februar 2019, als nach vorangegangenen, intensiven Schneefällen im französischen Jura Sonne pur bei deutlichen Minusgraden vorhergesagt war und zudem, wie mir ein Vögelchen dankenswerterweise zwitscherte, der Getreidezug von Perrigny über Vallorbe nach Italien eingelegt war, der seit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2018 eine für die Winterzeit dankbare neue Trasse am späten Vormittag erhalten hat, die naturgemäß ganz neue Motiv-Varianten eröffnet.

So empfing mich das Jura-Hochplateau nach der nächtlichen Anreise mit Temperaturen um -15°C, einer dicken Schneedecke und Raureif an den Bäumen. Optimale Foto-Bedingungen, wenn auch zum Warten auf einen Güterzug mit etwas Leiden in der Kälte verbunden! ;) Gut vorstellen konnte ich mir da, warum der französische Ausdruck "Froid de loup" (wörtlich übersetzt "Wolfskälte") für sehr beißende Minusgrade seinen Ursprung mutmaßlich in der Franche-Comté hat: Zurückgehen soll der Begriff auf eine spezielle Form von Dachziegeln, die "tuiles aux loups", die einst die Bauernhäuser der Region krönten. Durch ihre Bauform begannen sie bei kaltem Nordwind zu heulen, womit sie den Einbruch einer Kälteperiode ankündigten, die - so die Überlieferung - häufig auch mit dem Erscheinen hungriger Wölfe in den Dörfern einherging, die im Winter anderswo keine Beute mehr fanden und daher das Vieh der Bauer rissen...

Um kurz nach halb zwölf waren die Temperaturen aber bereits deutlich gestiegen und lagen - jedenfalls in der Sonne - nur noch knapp unterhalb des Gefrierpunkts, als der von BB 26223 im orange-betongrauen Ursprungslack gezogene, quasi auf die Minute pünktliche Getreidezug 47635 (Perrigny - Vallorbe [- Busca]) den winterlichen Bahnhofs-Einschnitt von Vaux-et-Chantegrue passierte. Die Schublok BB 26130 in Fantôme-Livrée geht indes in der Schneefahne unter, die der Zug hinter sich her zog. Die vom Schneeräum-Kommando am Straßenrand aufgehäuften Wälle ermöglichten mir einen gegenüber der regulären Brückenhöhe zusätzlich leicht erhöhten Fotostandort, durch den sich ein andernfalls ggf. störender Mast im Vordergrund ausblenden ließ. Im Sommer würde ich für etwaige Nachahmer der Stelle allerdings eine kleine Leiter o. ä. empfehlen. ;)

PS: Was möglicherweise wie Tonwertabrisse im Himmel wirkt, sind tatsächlich hauchdünne Cirrus-Wolken, die über den ansonsten tiefblauen Himmel zogen...

Datum: 05.02.2019 Ort: Vaux-et-Chantegrue [info] Land: Europa: Frankreich
BR: FR-BB 26000 Fahrzeugeinsteller: SNCF
Kategorie: Zug schräg von vorn
Top 3 der Woche: 12 Punkte

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Es saugt und bläst der Heinzelmann...
geschrieben von: Julian en voyage (278) am: 20.02.19, 19:36
..., wo Mutti sonst nur saugen kann.

Unvergessen ist auch noch nach Jahrzehnten der legendäre Loriot-Sketch rund um den Saugblaser der Firma Heinzelmann, der Evelyn Hamann alias Frau Hoppenstedt vom Staubsaugervertreter Herrn Schubert im Zuge eines feuchtfröhlichen Verkaufsgesprächs im typischen 70er-Jahre-Wohnzimmer mit eben jenem vermeintlich schmissigen Slogan vollmundig angepriesen wird. Während auf der Couch der korkige Wein ("Schmeckt er denn nach Kork? Mein Mann fragt immer." - "Hab ich grade probiert, können Sie sich drauf verlassen!") von Palhuber und Söhne verkostet wurde...:)

Fleißig gesaugt wird auch im Tal der Drôme in den französischen Alpen, erbringen doch auf der auch als "Ligne du col de Cabre" bekannten Strecke (Valence -) Livron - Veynes die "Aspirateurs" (= Staubsauger) der Reihe X 72500 einen Großteil des spärlichen TER-Verkehrs. So jedenfalls im Hochsommer 2015, wobei die kultigen Triebwagen mit ihrem markanten Design und dem für "Neubau"-Fahrzeuge (angesichts der Tatsache, dass die ersten Vertreter der Baureihe mittlerweile auch schon 22 Jahre alt sind und die Ausmusterung längst begonnen hat, ist das wie so oft sehr relativ...) ungewöhnlich durchdringenden Motorengeräusch im Mischbetrieb mit AGC auch vier Jahre später noch teilweise dort heimisch zu sein scheinen.

Auch Wein gibt es entlang der Drôme ebenso wie im Wohnzimmer der Hoppenstedts (hoffentlich auch nach längerer Lagerung nicht korkig ;)). Gut zu Fuß sein muss man allerdings für den gezeigten Ausblick bei Pontaix, denn in diesem Fall führt der Aufstieg dorthin von der D157 nicht nur durch die lieblichen Weinberge, sondern auch über teils steile Geröllfelder. Am schon um kurz nach acht schwül-heißen 21. Juli 2015 eine schweißtreibende Angelegenheit! Belohnt wurde ich mit dem schönen Ausblick auf das Flusstal, die umgebenden Berge und den unerkannt gebliebenen X 72500, unterwegs als TER 17350 (Briançon - Romans-Bourg-de-Péage).

PS: Einer von zwei Strommasten in unmittelbarer Nähe der linken Zugfront digital weggepixelt!

Zuletzt bearbeitet am 24.03.19, 18:10

Datum: 21.07.2015 Ort: Pontaix [info] Land: Europa: Frankreich
BR: FR-X 72500 Fahrzeugeinsteller: SNCF
Kategorie: Bahn und Landschaft
Top 3 der Woche: 11 Punkte

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