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Le fer à cheval geschrieben von: Julian en voyage (541) am: 06.05.24, 19:21 Bild des Tages vom 04.04.25 |
Nachdem zum Tagesauftakt als völlig unerwarteter Glücksgriff der Intercités de nuit nach Briançon ins Netz gegangen war, der auf der "Col de Cabre"-Linie Livron - Veynes normalerweise kein Sonnenlicht abbekommt, [www.drehscheibe-online.de] , konnte ich mich bester Laune dem eigentlich anvisierten Motiv zuwenden.
Den Blick von einem steilen Wiesenhang über das von baulichen Verunstaltungen neuerer Zeit praktisch völlig unberührt gebliebene Örtchen Beaurières mit seiner Kirche Saint-Anne hinweg hatte ich schon anderthalb Jahre zuvor entdeckt und für grundsätzlich gut befunden. Doch wie so oft an Frankreichs dünn befahrenen Nebenbahnen steckte der Teufel im Detail: Idealerweise sollte man zur laubfreien Jahreszeit hier aufschlagen, ehe der Bewuchs am Bahndamm allzu raumgreifend wird. Andererseits muss die Sonne aber schon um zwanzig nach acht über die hohen Berge kommen, denn danach herrscht erstmal eine rund dreistündige Zuglücke, nach der das Licht so gar nicht mehr passen will... Der 26. April 2022 erwies sich auch insoweit als Treffer. Die paar Verspätungsminuten, die der aus dem Takt geratene Nachtzug dem als TER 17364 (Briançon - Romans-Bourg-de-Péage) entgegenkommenden "Aspirateur" mit auf den Weg gab, sorgten für ein weiteres Zurückweichen der Schatten, die sich somit nur noch im Vordergrund erstreckten, als der Triebwagen unter dem typischen Brummen, das ihm seinen Spitznamen (auf deutsch: Staubsauger) eingebracht hat, durch die untere Ebene des Hufeisens von Beaurières rollte. Hufeisen? Richtig, denn hier beschreibt die Bahnlinie auf ihrem Weg vom Rhônetal in die Alpen eine weite, das Tal ausfahrende Kurve, um binnen weniger Kilometer die rund 140 Meter Höhendifferenz zwischen dem Bahnhof Beaurières und dem Scheiteltunnel unter dem Col de Cabre zu überwinden. Und diese Kurve, in deren Verlauf acht kürzere Tunnel liegen, hat eben die Form eines "fer à cheval", eines Hufeisens. Ganz nebenbei ja auch ein Glückssymbol - Also war eigentlich von Anfang an klar, dass an dem Morgen nichts hatte schiefgehen können. Datum: 26.04.2022 Ort: Beaurières [info] Land: Europa: Frankreich BR: FR-X 72500 Fahrzeugeinsteller: SNCF Kategorie: Bahn und Landschaft Top 3 der Woche: 15 Punkte 1 Kommentar [»] |
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Le malheur des uns fait le bonheur des autres geschrieben von: Julian en voyage (541) am: 07.05.22, 20:51 |
Die Bahnlinie von Livron im Rhônetal entlang der Drôme durch das Diois und weiter über den Col de Cabre nach Veynes in den französischen Alpen ist schon allein wegen ihrer landschaftlichen Schönheit immer eine Reise wert. Zudem ist sie eine der letzten Domänen der Marseiller "Aspirateurs" (X 72500), die es mir mit ihrem kernigen Motorensound und dem schnörkellosen, klaren Design irgendwie angetan haben.
In den Hintergrund tritt dabei aus der fotografischen Warte gerne, dass die Strecke auch noch von einem täglichen lokbespannten Zugpaar befahren werden: Dem Intercités de nuit von Paris nach Briançon! Das liegt ganz einfach daran, dass es selbst im Hochsommer in beiden Richtungen bei tiefer Dunkelheit durch das Tal rollt. Jedenfalls, wenn alles läuft, wie es sollte. So schaute ich am 26. April 2022 in aller Herrgottsfrühe auch nur aus reinem Interesse in die SNCF-App, ob der Nachtzug denn schon im Bahnhof von Die eingetroffen war, wo ich mich gerade auf Durchreise befand. Planmäßige Ankunft dort: 5:17 Uhr. Der Blick brachte die Erkenntnis, dass er wegen "régulation du trafic" (die deutsche Entsprechung wäre die berühmt-berüchtigte "Verzögerung im Betriebsablauf") etwa 40 Minuten später aus der Hauptstadt eintreffen sollte. Da sparte ich mir den Abstecher zum Bahnhof - zunächst ohne der Sache weitere Beachtung zu schenken - und setzte meinen Weg talaufwärts fort, dem ersten gegen halb neun erwarteten Triebwagen-Foto entgegen. Als ich am Ziel Beaurières angekommen im Morgengrauen nach der optimalen Fotostelle für eben jenen X 72500 suchte und vom Nachtzug immer noch nichts zu sehen oder hören gewesen war, dämmerte mir langsam, was Sache war. Um die beiden am Morgen entgegen kommenden TER-Züge nicht zu verspäten, ließ man den ohnehin unpünktlichen Nachtzug wegen des folgenden langen Abschnitts ohne besetzte Kreuzungsbahnhöfe kurzerhand in Die stehen. Schnell durchkalkuliert - Das könnte ja echt was werden mit Sonne im Tal, sensationell! Die Lebensgeister waren trotz der frühen Stunde aber ganz schlagartig hellwach...;) Und tatsächlich kletterte die Sonne eine Viertelstunde vor der errechneten Durchfahrtszeit an genau einer Stelle kurz vor Beaurières, glücklicherweise an einer der für die "Col de Cabre"-Linie so typischen Fachwerkbrücken, über die Berge. Der leichte Restnebel, der im Tal hing, und die leere Straße im Vordergrund machten mein Glück perfekt, als die solo fahrenden BB 75300 den INT 5789 (Paris Austerlitz - Briançon) schließlich mit beinahe zwei Stunden Verspätung dem Scheiteltunnel entgegen wuchtete. Für die Fahrgäste war die Aktion natürlich weniger schön, aber des einen Leid ist oft eben des anderen Freud'... PS: Graffiti am Sitzwagen, der als Ersatz für die derzeit eine Renovierung durchlaufenden Ruhesesselwagen hinter der Lok eingereiht war, habe ich entfernt. Der ist zwar eh ziemlich bunt, aber egal. ;) Datum: 26.04.2022 Ort: Beaurières [info] Land: Europa: Frankreich BR: FR-BB 75300 Fahrzeugeinsteller: SNCF Kategorie: Bahn und Landschaft Top 3 der Woche: 9 Punkte 7 Kommentare [»] |
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