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Blick vom Schloss Rochlitz
geschrieben von: Leon (753) am: 29.07.21, 17:49
Zur Zeit ist in der Galerie ja irgendwie der mintfarbene 628 en vogue. Ein Fahrzeug, welches heutzutage begeistert, aber auch mindestens zur Diskussion anregt, was die etwas ältere Generation unter uns anbelangt – waren diese Fahrzeuge in den 80ern doch der Grund für die Abstellung der guten alten V 100 oder des 798. Oft ging damals ein Stöhnen durch die Hobbykollegen, wenn anstelle eines erhofften altroten Gefährts eine sanitärfarbene „Pappkiste“ die Bühne betrat. Dennoch wurde meistens wenigstens der sogenannte „Anwesenheitsschuss“ gemacht. Anlass genug, mal in die Mottenkiste zu greifen und den damaligen „Beifang“ nach galerietauglichen Bildern zu durchforsten...
Nach der Wende hat sich der Einsatz dieser Baureihe auch die neuen Länder ausgedehnt. Man sah sie auf Hauptstrecken in der Mecklenburgischen Schweiz, auf Nebenstrecken in Sachsen-Anhalt, wie z.B. auf Bitterfeld-Zerbst oder Quedlinburg-Frose, aber auch in Sachsen. Kommen wir somit zu einem Motiv, welches seltsamerweise in der Galerie noch fehlt: dem Blick vom Turm des Schlosses von Rochlitz auf den gleichnamigen Ort und die Zwickauer Mulde. Ein alter Klassiker, der in keiner Sammlung von Bildern der dampfgeführten Sandzüge im Muldetal fehlen durfte. Nach der Wende führte mich im Herbst 1994 eine Fototour erneut nach Rochlitz. Die Sandzüge waren längst verschwunden, aber es fuhren noch lokbespannte Reisezüge mit V100, und diese waren „zersetzt“ mit eben jenen Pappkisten...
Zum Fotostandpunkt folgendes Szenario: man konnte einen der beiden Türme des Schlosses besichtigen. Eine knarzende Holztreppe führte im Inneren des Turmes nach oben zu einem Fenster. Nur stand man nicht einfach an einem Fenster, sondern im Mittelalter haben die Zimmerer und Handwerker noch dicke Mauern errichtet, mit dem Ergebnis, dass man in einer Art waagerechter Scharte liegt, die ca. 70-80 cm breit ist. Man öffnet also ein Fenster und beugt sich, halb liegend, heraus. Unter einem liegt das Ortsbild. Dann hängt man sich die Knipse sicherheitshalber um den Hals, muss sich aber weit hinausbeugen, denn man schaut ja bei der Rollei durch einen Lichtschacht von oben in das Teil hinein! Es muss göttlich ausgesehen haben, wie man da mehr im Fensterrahmen lag als stand, tief unter einem der Burggraben bzw. das Ufer der Mulde..;-) Ob es da seinerzeit Opfer gegeben hat, ist nicht überliefert. Es waren unter mir weder verweste Leichenteile noch zerschellte Kamerareste zu erspähen...
Und somit entstand aus luftiger Höhe der Blick auf einen 628, wie er soeben die Zwickauer Mulde überquert.

Scan vom Fuji Velvia 6x6-Dia

Datum: 18.10.1994 Ort: Rochlitz [info] Land: Sachsen
BR: 628 Fahrzeugeinsteller: DB
Kategorie: Bahn und Landschaft

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Oldtimer auf der LFI
geschrieben von: Leon (753) am: 25.07.21, 20:10
Kommen wir zu einer Bahn, die dafür bekannt ist, auf ihren Strecken früher wahrhaft exotische Fahrzeuge eingesetzt zu haben: die Rede ist von der La Ferroviaria Italiana-kurz: LFI-, welche vom Ausgangspunkt Arezzo -in der östlichen Toskana gelegen- zwei Strecken nach Sinalunga und Stia betreibt. Während heute der Betrieb mit modernen Triebwagen abgewickelt wird, waren bei unserem Besuch anno Mai 1998 noch hochinteressante Altbau-Triebwagen unterwegs. Unser primäres Interesse galt damals den bei dieser Bahn eingesetzten ex-FS-Elektrolokomotiven der Baureihe E 626, von denen an diesem Tag die E 626 223 im Güterzugdienst eingesetzt wurde und mit diesem Bild [www.drehscheibe-online.de] ihren Einzug in die Galerie fand.
Nicht minder interessant, jedoch von uns leider etwas vernachlässigt war der Personenverkehr, welcher auf der Strecke nach Stia aus einem älteren Triebwagenzug sowie einem Wendezug bestand, den eine mir bis dato völlig unbekannte Lokomotive beförderte. Genau genommen handelt es sich bei dem vierachsigen Gefährt um einen Gepäcktriebwagen aus den 20er Jahren, den die LFI von der längst stillgelegten Eisenbahn von Bibiano nach Agordo übernommen hat, welche unter dem Namen Socièta Anonima Industriale Ferroviaria, kurz SAIF, firmierte. Von dieser Bahn gelangten vier Gepäcktriebwagen zur LFI, von denen zunächst die Fahrzeuge mit der Nummer EDz 11 und 14 eingesetzt wurden. Der Aufbau der beiden Triebwagen EDz 12 und 13 erfolgte erst zum Beginn der 80er Jahre.
Wir sehen hier den Gepäcktriebwagen EDz13, wie er mit seiner Wendezuggarnitur bei Bibbiena am Betrachter vorbeifährt. Das Bild ist eigenltich ein "Beifang", denn wir waren in entgegengesetzter Richtung hinter dem Güterzug mit seiner E 626 hinterher, als uns diese Fuhre entgegen kam und unbedingt verewigt werden musste.
Diese Gepäcktriebwagen haben sich bei der LFI sehr lange gehalten und wurden später modernisiert und mit einem völlig kunterbunten Farbschema versehen, wie einige Bilder au den Jahren 2011/12 zeigen. Ob sie dort noch vorhanden sind, entzieht sich leider meiner Kenntnis.
Auch das Motiv hat sich inzwischen völlig verändert. Dort, wo der Zug in die Kurve geht, wurde inzwischen die Strecke überbaut und ein Kreisverkehr zu einer Umgehungsstraße des Ortes angelegt.

Scan vom Fuji Velvia 6x6-Dia

Zuletzt bearbeitet am 25.07.21, 20:26

Datum: 07.05.1998 Ort: Bibbiena [info] Land: Europa: Italien
BR: IT-EDz Fahrzeugeinsteller: La Ferroviaria Italiana
Kategorie: Bahn und Landschaft

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Blick auf das Capo Milazzo
geschrieben von: Leon (753) am: 24.07.21, 22:59
Bleiben wir noch einen Moment auf Sizilien. Etwas weiter östlich von Gioiosa Marea liegt der Ort San Giorgio, von welchem bereits dieses Bild [www.drehscheibe-online.de] in die Galerie aufgenommen wurde. Ein paar hunder Meter weiter hat man diesen Blick auf den Ort San Giorgio. Wir sehen rechts im Hintergrund die Ausläufer des Capo di Milazzo, von welchem man in fast alle Richtungen einen herrlichen Blick genießen kann, nicht nur auf die Inselgruppe der Liparen. Wir erkennen die heilige Stätte des Santuaria Sant´Antonio di Capo Milazzo, und von dort gelangt man mithilfe eines halbstündigen Fußmarsches inmitten von alten, knorrigen Olivenbäumen über ein Hochplateau und erreicht einen Aussichtspunkt nach dem anderen.
Ganz im Hintergrund ist dank der klaren Sicht die Küste des Festlandes oberhalb von Reggio Calabria zu sehen. Im Vordergrund rauscht, leicht versteckt, ein Regionalzug mit seiner E 464 vorbei. Die Lok schiebt ihre Garnitur in den nahen Haltepunkt von San Giorgio.

Datum: 26.07.2018 Ort: San Giorgio [info] Land: Europa: Italien
BR: IT-E464 Fahrzeugeinsteller: Trenitalia
Kategorie: Bahn und Landschaft
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Ein Wimmelbild aus Sizilien
geschrieben von: Leon (753) am: 23.07.21, 20:20
Einen Blick mag ich der Galerie von unserem Sommerurlaub anno 2018 nicht vorenthalten: den von der Frühstücksterrasse unseres Quartiers oberhalb von Gioiosa Marea auf den gleichnamigen Ort mit Bahnhof und der Strecke am Nordufer Siziliens. Wir hatten ein einsames, nur über abenteuerliche Straßen erreichbares Quartier mit toller sizilianischer Küche und einem atenberaubenden Ausblick. An klaren Tagen waren per Tele nachmittags derartige Aufnahmen auf die Bahnstrecke möglich, und so war es kein Wunder, dass ich da oben selbst beim Gang zum Pool meistens die Knipse irgendwo dabei hatte. Zum Frühstück gab es schon mal fast die Genickstarre, und man wählte den Platz am Tisch natürlich mit Blick auf die Trasse. Der Rest der Familie sowie die wenigen weiteren Gäste incl. des Hotelpersonals amüsierten sich bald über mein Treiben - denn es könnte ja tatsächlich irgendwann mal der ultimative Zug aus dem Tunnel kommen..;-)
Eigentlich benötigt man für so einen Blick einen langen, auffallend bunten Zug. Aber Güterzüge waren hier Mangelware; nur an einem einzigen Morgen kam ein Güterzug mit E 652 vorbei, der allerdings lichtmäßig eher suboptimal ausfiel. Selbst die IC´s und Nachtzüge bestanden nur aus vier Wagen, also werfen wir den Blick auf einen typisch italinenischen Regionalzug mit E 464, wie er soeben in den Bahnhof von Gioiosa Marea einläuft. Rechts neben dem Bahnhof erkennt man schwach einige gelbe Werksloks deutscher Herkunft, u.a. eine DHG 500 o.ä.
Der Zug wird nach seinem Halt in einer langgezogenen Kurve seinen Weg in westliche Richtung fortsetzen, wobei hier die Strecke recht zugewachsen war und nur kurze Lücken auf maximal zwei Loklängen zuließ.
Viel Spaß beim Wimmeln...:-)

Datum: 20.07.2018 Ort: Gioiosa Marea [info] Land: Europa: Italien
BR: IT-E464 Fahrzeugeinsteller: Trenitalia
Kategorie: Bahn und Landschaft

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Entlang der Nordküste Siziliens
geschrieben von: Leon (753) am: 22.07.21, 22:36
Kommen wir noch einmal zum Sizilien-Urlaub vor drei Jahren zurück. Wir hatten uns an der Nordküste oberhalb von Gioiosa Marea einquartiert, und eigenltich hatte man zwischen dem Familienprogramm immer wieder Zeitfenster für das Hobby eingebaut, insbesondere in den Nachmittagsstunden, wenn ein ICN sowie ein IC in relativ dichter Folge gen Palermo unterwegs waren, bespannt mit den damals schon in die Jahre gekommenen Caimani. Ob diese Baureihe auch heute noch vor den Reisezügen auf Sizilien anzutreffen ist, entzieht sich meiner Kenntnis; bereits vor drei Jahren war eine Ablösung schon im Gespräch.

Unweit von Gioiosa fanden sich diverse Fotomöglichkeiten mit der nahen Küste im Hintergrund. Einige Aufnahmen von diesem Abschnitt sind ja bereits in die Galerie gewandert. Hier stehen wir oberhalb der Strecke und beobachten die E 656 033, wie sie mit ihrer Nachtzuggarnitur ein altes Bahnwärterhaus passiert. Der Ort Gioiosa liegt im Hintergrund. Für diesen Zug benötigte man regelmäßig eine gewisse Ausdauer, denn Pünktlichkeit war nie sein Ding. Aber das Warten in der Nachmittagshitze wurde belohnt, als der Zug dann endlich aus dem weit im Hintergrund liegenden Tunnel unterhalb des Felsens an der Küste auftauchte. Meist war auf der eingleisigen Strecke noch eine Zugkreuzung abzuwarten, aber dann ging es rasch weiter Richtung Palermo.

Datum: 21.07.2018 Ort: Gioiosa Marea [info] Land: Europa: Italien
BR: IT-E656 Fahrzeugeinsteller: Trenitalia
Kategorie: Bahn und Landschaft
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Zigarre gefällig...?
geschrieben von: Leon (753) am: 21.07.21, 18:11
August 1996. Ein Fotourlaub in Südtirol, um die letzten Einsätze der "Zigarren" der italienischen Baureihe Ale840 einzufangen. Einquartiert haben wir uns oben auf dem Ritten, und somit ist auch ein wenig "Beifang" auf der Rittnerbahn entstanden. Während aber die alten Triebwagen auf dem Ritten immer noch einsatzbereit sind, gehören die "Zigarren" längst der Vergangenheit an.
Haupteinsatzgebiet war die damals noch nicht lange elektrifizierte Strecke durch das Pustertal, und Pflicht war eigentlich das Motiv mit der Franzensfeste und der Brücke, welches bereits in der Galerie enthalten ist: [www.drehscheibe-online.de] Einige weitere Einsätze der "Zigarren" lagen auf der Strecke durchs Eisacktal bis Bozen, und nur wenige Regionalzüge wurden durch das Etschtal bis Meran mit diesen Triebwagen erbracht. Hierzu zählte eine nachmittägliche Leistung, welche man bei Siebeneich von einer Brücke über die Etsch in beide Richtungen aufnehmen konnte. Wenn man bedenkt, dass außer einigen Zigarren der Rest des Regionalverkehrs nach Meran mit Wendezügen und E 424 erbracht wurde, die man damals nur am Rande wahr nahm...da die Lok Richtung Meran hing, hebe ich mir das Motiv mit Blick Richtung Bozen für eine spätere Einstellung auf. Lichtmäßig fand ich auch den Nachschuss mit der plastischen Garnitur aus zwei Ale840 und dem Mittelwagen Le640 und den Wolken, die sich wie Watte um die Berghänge wickelten, im Nachhinein viel interessanter.
Warum ich damals bei der Aufnahme auf die Burgruine Maultasch verzichtet habe, kann ich mir nur durch den etwas höheren Busch erklären. Eine etwas dichtere Aufnahme an einem anderen Tag zeigt den gleichen Zug mit Burg, aber Busch im Zug.
Der Vergleich mit heute: [www.drehscheibe-online.de] Der Bewuchs verhindert jede Aufnahme vom anderen Ufer. Die flache Brücke ist einer erheblich höheren Konstruktion gewichen. Den Radweg gab es damals schon, aber vermutlich eher als Feldweg. Viel Spaß beim Hin- und Herswitchen..;-)

Scan vom eiskalt-blauen Fuji Velvia 50 -6x6-Dia, der hier schon in etwas wärmere Farben getaucht wurde

Zuletzt bearbeitet am 21.07.21, 18:12

Datum: 13.08.1996 Ort: Siebeneich / Settequerce [info] Land: Europa: Italien
BR: IT-Ale840 Fahrzeugeinsteller: FS
Kategorie: Stimmungen mit Zug
Top 3 der Woche: 17 Punkte

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Ein privater Konkurrent im Etschtal
geschrieben von: Leon (753) am: 20.07.21, 19:12
Neben den beiden jüngst in der Galerie gezeigten Triebwagenbaureihen ETR 500 und ETR 600 begeistert die Strecke durch den Trentino und das Etschtal mit einer dritten Triebwagenbaureihe, welche für das private italienische Eisenbahnunternehmen "Italo - Nuovo Trasporto Viaggiatori" unterwegs ist. Wir sehen hier einen ETR 675, wie er auf seinem Weg nach Bozen soeben die Felswand von Salorno passiert hat und am Betrachter vorbei Richtung Bozen rauscht. 45 min. später wird ihm ein ETR 500 mit gleichem Ziel folgen. Drei elegante Schnelltriebwagenbaureihen lassen fast vergessen, dass außer den mit der Baureihe 464 bespannten Wendezügen so gut wie keine weiteren lokbespannten Reisezüge im Etschtal unterwegs sind. Beim Anblick der Züge wird einem bewusst, welches optische Optimierungspotenzial in der deutschen ICE-Flotte steckt...;-)

Das Bild entstand ziemlich zur Mittagszeit. Ich hoffe aber, dass das klare Wetter in Verbindung mit dem doch recht bekannten Motiv sowie dem digitalen "finish" dafür sorgt, dass der Hochlichtcharakter in den Hintergrund rückt - zumal diese Baureihe erst mit einem weiteren BIld in der Galerie vertreten ist...:-)

Datum: 11.07.2021 Ort: Salorno [info] Land: Europa: Italien
BR: IT-ETR675 Fahrzeugeinsteller: Italo-NTV
Kategorie: Bahn und Landschaft
Top 3 der Woche: 4 Punkte

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Ein roter Pfeil im Etschtal
geschrieben von: Leon (753) am: 19.07.21, 14:57
Neben den vor kurzem in der Galerie gezeigten Schnelltriebwagen der Baureihe ETR 600 sind im Etschtal die "frecciarossa" der Baureihe ETR 500 unterwegs. Wir sehen hier einen derartigen "roten Pfeil", wie er im gemächlichen Tempo von Bozen Richtung Trentino unterwegs ist. Es handelt sich um ein Fahrzeug der zweiten Bauserie, bei dem eine völlig anders gestaltete Front der Triebköpfe als bei der ersten Bauserie auffällt, welche in der Galerie bislang leider fehlt. Mit ihren elf Mittelwagen sind diese Züge endlos lang und geben in der Gegend eine gute Figur ab.
Als Motiv wurde die Wein- und Obstplantage zwischen Kurtinig und Salorno gewählt - eine Stelle für die ganz faulen Säcke unter uns: man parkt sein Auto unweit der Straße, steht am Straßenrand derselben und kann in beide Richtungen Fotos machen...wahlweise mit Frontlicht, wie auf dem vor kurzem gezeigten Bild mit dem Deutz-Diesel zu sehen war, oder mit plastischem Streiflicht. Der Zug wird in wenigen Augenblicken die massive Felswand von Salorno passieren.

Zuletzt bearbeitet am 20.07.21, 19:45

Datum: 12.07.2021 Ort: Kurtinig / Cortina sulla Strada del Vino [info] Land: Europa: Italien
BR: IT-ETR500 Fahrzeugeinsteller: Trenitalia
Kategorie: Bahn und Landschaft
Top 3 der Woche: 3 Punkte

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Ein Entenschnabel auf der Brennerbahn
geschrieben von: Leon (753) am: 18.07.21, 19:54
Man möge mir den etwas despektierlichen Ausdruck für diesen italienischen Schnelltriebwagen verzeihen..;-) in Wirklichkeit nennen sich diese Züge "Frecciargento", auf deutsch Silberpfeile. Als Baureihe ETR 600 unterwegs, teilen sie sich den Schnellverkehr zwischen Bozen und Rom mit den kongenial formschönen "Frecciarossa" der Baureihe ETR 500, welche als "rote Pfeile" unterwegs sind. Das Ganze wird noch garniert durch eine weitere Schnelltriebwagenbaureihe, der Reihe ETR 675 des privaten Eisenbahnunternehmens Italo, so dass täglich drei verschiedene und optisch sehr ansprechende Schnelltriebwagen auf der Brennerbahn anzutreffen sind.
Wir sehen hier einen Silberpfeil der Reihe ETR 600, wie er noch im gemächlichen Tempo im Etschtal bei Branzoll unterwges ist. Seine Reise nach Rom hat der Triebzug in Bozen vor einigen Minuten erst begonnen.

Zuletzt bearbeitet am 19.07.21, 15:14

Datum: 09.07.2021 Ort: Branzoll / Bronzolo [info] Land: Europa: Italien
BR: IT-ETR600 Fahrzeugeinsteller: Trenitalia
Kategorie: Bahn und Landschaft
Top 3 der Woche: 6 Punkte

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Bunte Züge im Etschtal
geschrieben von: Leon (753) am: 16.07.21, 20:23
Als ich das letzte Mal im Etschtal auf Fotopirsch ging, fuhren zwischen Bozen und Meran noch wahlweise Wendezüge mit grauen E 424 oder "Zigarren" der Reihe ALe 840. Heute, über 20 Jahre später, ist der Verkehr im Etschtal geprägt durch den Einsatz von bunten Triebwagen der Reihen ETR 170 (Flirt) und 524. Die erstgenannte -leider sehr lichtfressende- Baureihe läuft hier i.d.R. von Meran über Bozen zum Bahnhof Brenner und zurück.
Die Strecke zwischen Bozen und Meran verläuft meist direkt an der Etsch, und Fotomotive sind durch einen dichten Bewuchs der Strecke rar gesät. Vor 20 Jahren gab es bei Siebeneich eine Fotomöglichkeit vom Ufer der Etsch, und diese Stelle wollte ich ausprobieren. Über die parallele Schnellstraße konnte man erblicken, dass sich die Lage dort in den letzten 20 Jahren sehr gewandelt hat: eine Brücke eines Feldweges überspannt die Bahn, und parallel zur Bahntrasse wurde ein Fahrradweg angelegt. Wir stehen am Mittag des 09.07.21 auf dieser Brücke und blicken ins Etschtal Richtung Meran. Von einem Felssporn grüßt die Burgruine Maultasch, und die Ortskulisse mit Kirche gehört zur Ortschaft Terlan. Der ETR 170 hat vor gut 20 Minuten Meran verlassen und wird in wenigen Augenblicken in Siebeneich halten.
Das Bild schreit geradezu nach einem historischen Vergleich mit "Zigarre"..;-) coming soon!

Datum: 09.07.2021 Ort: Siebeneich / Settequerce [info] Land: Europa: Italien
BR: IT-ETR170 Fahrzeugeinsteller: SAD
Kategorie: Bahn und Landschaft
Top 3 der Woche: 2 Punkte

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Eine alte Bekannte
geschrieben von: Leon (753) am: 15.07.21, 20:36
Der diesjährige Familien-Sommerurlaub führte uns nach Südtirol, genauer gesagt: nach Meran. Neben dem üblichen Sightseeing gab es immer wieder Freiräume für Fotoexkursionen. Und so ging es wenigstens stundenweise mehrmals zur Brennerstrecke. Pflichtmotiv waren die Felswände bei Salorno, die bereits aus diversen Blickwinkeln schon häufig in der Galerie gelandet sind.
In diesem Bild [www.drehscheibe-online.de] wird gemutmaßt, dass der Bewuchs unterhalb der Strecke ein Foto sehr beeinträchtigen könnte. Nun, der Blick vom Straßenrand geht über die Apfel- und Weinplantagen hinweg auf die Strecke. Neben zahllosen Regionalbahnen, gebildet aus diversen bunten Triebwagen-Baureihen sowie den üblichen Wendezügen mit E 464 (welche sich hier jedoch auf der anderen Seite des Zuges befinden) sowie dem bereits gezeigten ÖBB-Intercity mit 1216 sowie einem Güterzug mit beschmierter E 494 hat mir dieser Bauzug besonders imponiert: Italien war schon häufig ein dankbarer Abnehmer deutscher Diesellok-Technik, und wir sehen hier die ehemalige Lok 1 der Georgsmarienhütten-Eisenbahn, welche mir bereits 1986 in Hasbergen über den Weg gelaufen ist. Auf der Bildfläche erscheint eine Deutz DG 1000 BBM aus dem Jahr 1965 (!), welche bis 1998 auf der GME im Einsatz war und nach mehreren Intermezzos bei der KEG sowie der Neusser Eisenbahn nach einer Hauptuntersuchung im Februar 2020 nunmehr für das Unternehmen Ing. De Aloe Construzioni in Brescia unterwegs ist und mir hier -vom Baujahr her fast auf Augenhöhe..;-) - vor der imposanten Felswand von Salorno mit einem Bauzug in nördliche Richtung vor die Linse fuhr. Eine beschmierte E 494 war da schon fast vergessen...:-)

Datum: 12.07.2021 Ort: Kurtinig / Cortina sulla Strada del Vino [info] Land: Europa: Italien
BR: IT-DG 1000 BBM Fahrzeugeinsteller: Ing. De Aloe Construzioni
Kategorie: Bahn und Landschaft
Top 3 der Woche: 4 Punkte

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Harakiri in Metzelthin
geschrieben von: Leon (753) am: 02.07.21, 08:41
Eine Landstraße zwischen Neuruppin und Neustadt/ Dosse. Der Durchgangsverkehr wird umgeleitet; nur Anlieger dürfen passieren. Ein Bü mit WSSB-Schrankenanlage. Auf der Bahnstrecke von Neustadt/ Dosse nach Neuruppin ist der Reiseverkehr schon lange eingestellt, aber bis zu drei Mal pro Woche ist der "Bullinger" zum gleichnamigen Holzwerk unterwegs. Der Zug rollt bis an den Bü heran, stoppt kurz. Bäume verdecken für entgegenkommende Fahrzeuge die Sicht auf den Zug. Mit Schritttempo geht es dann über den Bü. Niemand betätigt die WSSB-Anlage, niemand sichert per Fahne den Bü. Der "mobile Schrankenwärter", der hier schon desöfteren Thema war, wartet derweil einige Kilometer an der etwas mehr befahrenen Umleitungsstraße, um dort den Bü zu sichern.
Szene einer Nebenbahn in Brandenburg, auf der noch Güterverkehr existiert...;-)

Datum: 28.06.2021 Ort: Metzelthin [info] Land: Brandenburg
BR: 298 Fahrzeugeinsteller: DB
Kategorie: Bahn und Infrastruktur
Top 3 der Woche: 8 Punkte

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Walsleben heute
geschrieben von: Leon (753) am: 01.07.21, 22:26
In der Galerie befindet sich diese sehr ansprechende Aufnahme [www.drehscheibe-online.de] vom Bahnhof Walsleben, gelegen an der Strecke von Neuruppin nach Wittstock. Seinerzeit befand sich der Haltepunkt noch auf Höhe des Bahnhofsgebäudes von 1898, heute wurde im Zuge des Ausbaus des Prignitzexpress ein neuer Haltepunkt einige hundert Meter weiter südlich errichtet. Das alte Bahnhofsgebäude befindet sich inzwischen in Privatbesitz und wird seitdem hervorragend gepflegt, auch wenn es zwischenzeitlich seine Holzverschalung im oberen Stockwerk verloren hat, jedoch nunmehr mit einer interessanten Fachwerkarchitektur aufwarten kann. Drehen wir entgegen meiner sonstigen Gepflogenheiten heute die Zeit nicht zurück, sondern vor und vergleichen die oben genannte Aufnahme von der Jahrtausendwende mit der aktuellen Variante. Der Prignitz-Express kommt in Form eines 648 angekullert, welcher in wenigen Augenblicken im neuen Haltepunkt von Walsleben einige Fahrgäste auf seinem Weg nach Neuruppin aufnehmen wird.
Der Bahnhof hat nach der Wende Berühmtheit erlangt, denn er diente als Drehort für den Film "Der Trinker" mit dem großartigen Harald Juhnke. Wer ihn kennt, wird sich an folgenden Witz erinnern: Aufmacher in der Zeitung mit den großen Buchstaben: "Juhnke trinkt nicht mehr..!" (Aber auch nicht weniger..!)..;-) Gott hab´ ihn selig!

Datum: 28.06.2021 Ort: Walsleben [info] Land: Brandenburg
BR: 648 (LHB/Alstom LINT 41) Fahrzeugeinsteller: DB
Kategorie: Bahn und Infrastruktur
Top 3 der Woche: 12 Punkte

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Ein Gehöft im Ammerland
geschrieben von: Leon (753) am: 29.06.21, 20:28
Bleiben wir noch einen Moment auf der Kleinbahn Bad Zwischenahn - Edewechterdamm. Die kurze Stichstrecke Richtung Deyekamp im Süden von Edewecht bot zwei Gelegenheiten, die Übergabe mit typischen niedersächsischen Gehöften abzulichten. Kurz nach diesem Motiv [www.drehscheibe-online.de] bot sich nur wenige 100 Meter weiter erneut diese Fotomöglichkeit, bei der die "Edwecht II" mit ihrer kurzen Fuhre aus Gbs-Wagen ein typisches Gebäude dieser Gegend passiert. Sie wird die beiden Wagen in einem nahen Anschluss gegen andere Wagen austauschen und diese an die restliche Garnitur herandrücken, welche derweil unweit der Vehnebrücke abgestellt wurde. Dann geht es zum Endpunkt der Strecke Richtung Edewechterdamm.

Scan vom Fuji Kleinbilddia

Datum: 06.08.1986 Ort: Edewecht [info] Land: Niedersachsen
BR: Werkloks Fahrzeugeinsteller: Kleinbahn Zwischenahn - Edewecht ZE
Kategorie: Zug schräg von vorn
Top 3 der Woche: 7 Punkte

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Morgens in Gottberg
geschrieben von: Leon (753) am: 28.06.21, 14:18
Bereits mit diesem Bild [www.drehscheibe-online.de] wurde auf die Verkehre zum Holzwerk Bullinger hingewiesen, insbesondere auf das mit einigen Ambitionen verbundene Unterfangen, sowohl die Hin- als auch die Rückfahrt mit Wagenlast zu erwischen.
Für heute war sowohl Fracht für die Hinleistung angezeigt als auch Wagenmaterial für die Rückfahrt. Also wurde der Wecker auf vier Uhr gestellt, denn man wusste nie so genau, wann sich der Zug von Berlin-Ruhleben in Neustadt/ Dosse auf die Dieselstrecke Richtung Werder / Neuruppin begeben würde. Da auf der Strecke -von Ausnahmen abgesehen- bis auf die Übergabe zu Bullinger kein Zug verkehrt, können die Fahrzeiten hier sehr variabel ausfallen. Üblich sind Abfahrten in Neustadt/ Dosse zwischen 06.00 Uhr und 06.30 Uhr, m.a.W. ein Zug für die langen Tage. Auf der Anreise wurde kurz ein Blick in das Holzwerk in Werder geworfen: einige Rungenwagen standen zur Abholung bereit, aber der Zug war noch nicht da. Also ging es ihm entgegen, und immer wurde an den Bahnübergängen Ausschau gehalten, ob bereits der "mobile Schrankenwärter" schon bereit stand, den wir aus diesem Bild [www.drehscheibe-online.de] schon kennen! Aber bislang war noch kein Personal zu sehen, also weiter! Gegen 06.00 Uhr wurde kurz vor Bückwitz Position bezogen, und nach einiger Wartezeit trötete es dann erleichternd in der Ferne, und die sehr ausgeblichene 298 325 betrat mit diversen Ha- Wagen die Bühne. An der Straße Richtung Neuruppin ging dann an den Bahnübergängen wieder das bekannte Katz- und Maus-Spiel zwischen Zug und Schrankenwärter los, und hier, kurz vor Werder, passiert der Zug den ehemaligen Bahnhof Gottberg, an dem schon lange kein Personenzug mehr hält. Das Holzwerk ist gleich erreicht, und nach einem ca. einstündigen Rangiermanöver ging es mit den leeren Rungenwagen wieder gen Neustadt/ Dosse.
Auf dem oben gezeigten Bild ist in Neustadt/ Dosse noch das Bahnhofsgebäude der Städtebahn zu sehen. Bereits im Bildtext wurde erwähnt, dass dieses Gebäude leider nicht mehr steht. Eine heutige Stippvisite ergab die Bestätigung. Da braucht keiner mehr für ein Bild hinfahren; es sieht nur noch grauenhaft aus. Da, wo einst das Gebäude stand, wurde zwischenzeitlich ein Parkplatz vergrößert...

Datum: 28.06.2021 Ort: Gottberg [info] Land: Brandenburg
BR: 298 Fahrzeugeinsteller: DB
Kategorie: Zug schräg von vorn
Top 3 der Woche: 8 Punkte

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In JUNGen Jahren über die Vehne
geschrieben von: Leon (753) am: 27.06.21, 11:01
Vork kurzem wurde ja mit diesem Bild [www.drehscheibe-online.de] an den Güterverkehr auf der Kleinbahn Bad Zwischenahn-Edewechterdamm erinnert. Bis 1991 war hier werktags eine Jung-Lok unterwegs. Wer den Streckenverlauf erkunden möchte, dem sei heute ein Fahrradweg empfohlen, welcher nach der Betriebseinstellung auf der Trasse errichtet wurde.
Am 06.08.1986 war jedoch noch die "Edewecht II" unterwegs. Wir sehen sie hier, wie sie soeben die Vehne überquert, einem Fließgewässer im niedersächsischen Landkreis Ammerland. Die Lok befördert einige Güterwagen von Bad Zwischenahn nach Edewechterdamm und wird gleich zwei Wagen abkuppeln, um sie zu einem nahen Anschluss im Süden von Edewecht zu befördern. Dieser Anschluss war über eine Stichstrecke zu erreichen, die von der Trasse Richtung Edewechterdamm abzweigt und heute noch in ihrem Verlauf erkennbar ist.

Scan vom Fuji Kleinbilddia

Datum: 06.08.1986 Ort: Edewecht [info] Land: Niedersachsen
BR: Werkloks Fahrzeugeinsteller: Kleinbahn Zwischenahn - Edewecht ZE
Kategorie: Bahn und Landschaft
Top 3 der Woche: 8 Punkte

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So JUNG kommen wir nie weider zusammen
geschrieben von: Leon (753) am: 26.06.21, 13:39
Bleiben wir noch eine Weile bei den Lokomotiven aus dem Hause Jung. Eine Bahn, die bislang nur mit diesem einen Bild [www.drehscheibe-online.de] in der Galerie vertreten ist, ist die Kleinbahn Bad Zwischenahn-Edewechterdamm, welche bis 1991 im Güterverkehr betrieben wurde und zu diesem Zweck eine Jung R 30 C mit dem Namen "Edewecht II" aus dem Jahr 1959 eingesetzt hat. Bis zur Einstellung des Betriebes im Jahr 1991 war die Lok auf dieser Bahn eingesetzt und wurde anschließend an die Ahaus-Alstätter Eisenbahn abgegeben. Von dort gelang sie über die Hochwaldbahn an einen Eisenbahndienstleister in Hermeskeil und soll im Sommer 2013 verschrottet worden sein.
Die angebildete Aufnahme hat mich zunächst in tiefes Nachdenken vesetzt. Im Rahmen eines Familienurlaubes im Sommer 1986 habe ich die Bahn besucht, jedoch die Aufnahmen schlampiger Weise nie beschriftet. Ein Blick auf Google Earth zeigt heute noch den Streckenverlauf zwischen Bad Zwischenahn und Edewechterdamm, auf dessen Trasse heute ein Radweg verläuft. Es war mir unmöglich, einige Motive zuzuordnen, da der Streckenverlauf früher fast ohne engere Gleisbögen auskam. Das Notizbuch aus dem Jahr 1986 half dann weiter: dort war verzeichnet, dass von dem eigentlichen Streckenverlauf kurz hinter Edewecht ein Anschluss in Deyekamp bedient wurde. Dieser Trassenverlauf ist heute noch über Earth auszumachen, und das typisch niedersächsische Bauernhaus ist heute noch vorhanden.
Am 06.08.1986 ist die "Edewecht II" mit zwei Gbs auf dem Weg zum Anschluss nach Deyekamp, welcher sich jedoch heute nicht mehr rekonstruieren lässt, da sich auf dem Gelände in Edewecht Süd eine größere Industrieansiedlung breit gemacht hat. 35 Jahre hinterlassen ihre Spuren..;-)

Scan vom Fuji Kleinbilddia

Datum: 06.08.1986 Ort: Edewecht [info] Land: Niedersachsen
BR: Werkloks Fahrzeugeinsteller: Kleinbahn Zwischenahn - Edewecht ZE
Kategorie: Zug schräg von vorn
Top 3 der Woche: 6 Punkte
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Anschlussbedienung in Berlin-Neukölln
geschrieben von: Leon (753) am: 25.06.21, 18:55
Kommen wir zu einer weiteren Privatbahn in Berlin, welche auf ihrer Stammstrecke in Berlin-Neukölln heutzutagen nur noch einen einzigen Kunden bedient: die Industriebahn-Gesellschaft Berlin, vormals Industrie- und Hafenbahn Neukölln. Diese Bahn hat ihren Übergabebahnhof im Güterbahnhof Neukölln-Treptow, welcher sich trotz des Namens "Treptow" vor dem Mauerfall auf westlicher Seite befand. Früher wurden über ein recht verzweigtes Gleisnetz mit mehreren Spitzkehren diverse Anschließer bedient, u.a. sogar das Hotel Estrel sowie der Neuköllner Hafen. Zu diesem Zweck unterhielt die Bahn mehrere interessante Dieselloks, u.a. aus dem Hause Jung. Sie besaß nacheinander zwei Jung RK 20 B, zwischendurch eine Henschel DHG 700 C sowie lange Jahre eine RC 43 C, ebenfalls von Jung. Von dieser Loktype wurden nur fünf Lokomotiven gebaut, von denen eine im Jahr 1970 fabrikneu als DL 5 an die Industriebahn Neukölln geliefert wurde. Wir sehen hier diese Lok, wie sie soeben in der Lahnstraße in Neukölln einen eingezäunten Bereich verlässt, in welchem jahrelang Fahrzeuge für das Deutsche Technikmuseum hinterstellt waren. U.a. stand auf diesem Gelände jahrelang die 01 173 unter freiem Himmel abgestellt, welche ursprünglich für das Technikmuseum vorgesehen war, aber heute als Leihgabe von den Ulmer Eisnebahnfreunden betreut wird. Ferner sehen wir im Bild eine österreichische Dampf-Schneeschleuder, welche sich inzwischen im Museumsbestand des DTM befindet. Die DL 5 verlässt hier das Gelände und benötigt mehrere "Sägefahrten", bevor sie ihr -damaliges- Depot in der Dieselstraße erreichen wird, welches heute jedoch längst nicht mehr besteht, sondern Opfer des Ausbaus der Berliner Stadtautobahn wurde. Seitdem nutzt die IGB das Depot der Neukölln-Mittenwalder Eisenbahn.
Das abgebildete Gleis wird heute nicht mehr bedient. Es endet kurz vor der Straßeneinmündung als Stumpfgleis, auf welchem heutzutage die Wageneinheiten für den berühmten "Kaffeezug" kehren, auf ihrem Weg zur Kaffeerösterei in der Nobelstraße, dem einzigen Anschießer der Bahn, welcher stabil 4 - 5 Mal pro Woche Rohkaffee in 20`-Containern erhält.
Unsere DL 5 war bis Dezember 1994 bei der IGB im Einsatz, von wo sie an die benachbarte NME abgegeben wurde, welche sie bis Juli 2020 als NME 00612 eingesetzt hat. Heute ist die Lok im Bestand der Misburger Hafengesellschaft mbH in Hannover-Misburg.
Wenn nicht gerade ein moderneres Fahrzeug angemietet wurde, befördert den Kaffeezug heutzutage die DL 8 der IGB, eine 60 Jahre alte (!) ML 700 C von Krauss-Maffei aus dem Jahr 1961.

Scan vom Fuji Kleinbilddia

Datum: 20.06.1989 Ort: Berlin Neukölln [info] Land: Berlin
BR: Werkloks Fahrzeugeinsteller: Industriebahn-Gesellschaft Berlin
Kategorie: Zug schräg von vorn
Top 3 der Woche: 5 Punkte
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Morgens am Westhafen
geschrieben von: Leon (753) am: 23.06.21, 20:44
Seit einiger Zeit ist im Berliner Westhafen im Bezirk Moabit eine neue Cargo-Leistung zu beobachten. Bei Bedarf fallen Schrott-Transporte zum Stahl-und Walzwerk Quenz an, welche in Ea-Wagen befördert werden, bespannt mit einer Lok der Baureihe 298. Leere Wagen werden hierzu aus Berlin-Ruhleben zum Güterbahnhof Moabit gebracht und anschließend von der 298 in den Hafenbereich gedrückt, wo sie von einer Behala-Lok übernommen werden. Die 298 fährt anschließend Lz zurück nach Ruhleben oder nimmt die vollen Wagen mit, wobei sie sie aus dem Westhafengelände zunächst in östliche Richtung hinausschiebt, um dann in einer Spitzkehre auf der Höhe des ehemaligen Hamburger und Lehrter Güterbahnhofs die Fahrtrichtung gen Ruhleben zu wechseln. Interessant ist also nur die Bereitstellung der leeren Wagen. Problem: der Zug darf nicht zu früh kommen, denn dann ist der Gleisbereich noch abgeschattet. Kommt er zu spät, wirft ein Schornstein eines Vattenfall-Kraftwerkes seinen Schatten für 15 Minuten in die Gleisanlagen, und danach ist das Licht in der Achse. Halbwegs gut geklappt hat es am 14.06.21. Wir sehen die 298, wie sie ihre leere Ea-Wagenfuhre in das Übergabegleis zur Behala schiebt. Im Hintergrund erhebt sich das Verwaltungsgebäude des Westhafens, und ein Containerzug, bespannt mit einem EGP-Smartron an der anderen Seite, steht bereit, damit ihn eine Behala-G 1700 hinausschiebt, damit er -auf dem Bild ganz hinten links auf Höhe des Stellwerkes- in den stromführenden Abschnitt gelangt.
Neu im Bild ist der Lokschuppen der Behala in einer nicht sehr fotogenen Blech-Architektur. Ein Vergleich mit früheren Zeiten wird folgen...;-)

Datum: 14.06.2021 Ort: Berlin Westhafen [info] Land: Berlin
BR: 298 Fahrzeugeinsteller: DB
Kategorie: Bahn und Infrastruktur
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Die Leerkohle in der Stubenrauchstraße
geschrieben von: Leon (753) am: 22.06.21, 18:46
Bleiben wir noch einen Moment auf der Neukölln-Mittenwalder Eisenbahn. Bereits mit dieser Aufnahme [www.drehscheibe-online.de] haben wir eine typische Betreibssituation der NME gesehen, wenn der Leer-Kohlenzug nach der Entladung vom Heizkraftwerk Rudow wieder zum Übergabebahnhof Berlin-Neukölln fährt. Vor den Kohlezügen kamen in den 80er Jahren so gut wie alle Loks zum Einsatz, die im Bestand der NME gewesen sind. Selbst die urigen Jung-Stangenloks der Reihe R 40 C/ R 42 C waren vor diesen Zügen zu sehen.
Ende 1986 und Anfang 1987 kamen bei der NME mit den Betriebsnummern ML 00606 und 00607 zwei neue Henschel-Loks der Bauart M 700C zum Einsatz, welche vorher beim Thyssen Edelstahlwerk Witten / Ruhr tätig waren. Wir sehen hier die ML 00607, wie sie am 05.03.1988 mit ihrem Leer-Kohlenzug in Richtung Übergabebahnhof Neukölln unterwegs ist und in langsamem Tempo durch die Stubenrauchstraße in Berlin-Rudow rollt. Ihre Schwestermaschine mit der Nummer ML 00606 ist heute noch bei der NME im Einsatz und mit viel Glück ebenfalls in der Stubenrauchstraße mit einem Kesselzug zum dortigen Tanklager anzutreffen.

Scan vom Fuji Klienbilddia, komplett neu gescannt, aufgehellt, geschärft, unten etwas beschnitten, Rotstich beseitigt. Tja, die Wolke...ein Opfer der seinerzeit üblichen Festbrennweite. Und eines von vielen BIldern, welches ab 1992 zum Formatwechsel geführt hat.

Datum: 05.03.1988 Ort: Berlin Rudow [info] Land: Berlin
BR: Werkloks Fahrzeugeinsteller: Neukölln-Mittenwalder Eisenbahn
Kategorie: Zug schräg von vorn
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Zwischen Mietskasernen und Gaslaternen hindurch
geschrieben von: Leon (753) am: 15.06.21, 16:06
Mietskasernen, alte Gaslaternen - und zwischendurch ein Gleis, auf dem uns eine weitere Jung-Lok der Osthavelländischen Eisenbahn entgegen kommt. Vor kurzem wurde ein Bild in die Galerie aufgenommen, welches eine Jung R 60 D zeigt. Hier sehen wir mit der Lok 5 die weitere zum Zeitpunkt Mitte der 80er Jahre von der OHE noch eingesetzte Lok dieser Reihe, in ansprechender roter Lackierung und Jung-Emblem. Sie ist soeben von der Streitstraße in Berlin-Hakenfelde in die Rauchstraße abgebogen, um hier einige Anschließer zu bedienen. Werkbahn-Idylle in Berlin (West) Mitte der Achtziger..;-)

Die Stelle heute: die Schneise der Trasse der Bahn ist heute noch zu erkennen, jedoch haben inzwischen mannshohe Bäume die Trasse in Beschlag genommen. Und auch die alten Gaslaternen sind hier leider längst verschwunden.

Scan vom Fuji Kleinbilddia

Datum: 17.07.1985 Ort: Berlin Hakenfelde [info] Land: Berlin
BR: Werkloks Fahrzeugeinsteller: Osthavelländische Eisenbahn
Kategorie: Zug schräg von vorn
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Auf der Industriebahn Hakenfelde
geschrieben von: Leon (753) am: 14.06.21, 22:50
Neben der kürzlich in der Galerie erwähnten Neukölln-Mittenwalder Eisenbahn gibt es im Bezirk Berlin-Spandau eine weitere Privatbahn, welche in den 80er Jahren noch einen recht umfangreichen Güterverkehr abwickelte. Die Rede ist von der Osthavelländischen Eisenbahn, heute hvle, mit Sitz im Bahnhof Berlin Johannesstift. Auch hier mag ich mir den historischen Abriss verkneifen und verweise auf das HiFo oder die einschlägige Literatur. Neben der NME bestach in den 80er Jahren auch die OHE durch einen seltenen und fotogenen Fuhrpark an Diesellokomotiven verschiedenener Hersteller. Hervorzuheben waren diverse Lokomotiven aus dem Hause Jung, und hier insbesondere die Reihe R 60 D, von denen eine Lok heute noch bei der OHE erhalten geblieben sein soll; von einer weiteren Lok ist heute nur noch der Torso als Ersatzteilspender in Berlin-Johannesstift vorhanden. Von der R 60 D wurden in den 60er Jahren von Jung insgesamt nur fünf Lokomotiven gebaut, von denen drei zur OHE kamen. Sie waren vierachsig ausgeführt und hatten einen dieselhydraulischen Stangenantrieb mit Blindwelle.
Hinter dem Bahnhof Berlin Johannesstift sieht es heute so aus: [www.drehscheibe-online.de]. In den 80er Jahren lagen hier jedoch noch Gleise, und die Bahn hatte verschiedene Anschließer zu bedienen, u.a. das Kraftwerk Oberhavel mit Kohle, ein Tanklager mit Kesselzügen sowie mehrere Kunden entlang der Industriebahn Hakenfelde. Auf dieser ist am 22.03.1985 die Lok 6 unterwegs, eine der beiden damals bei der Bahn noch im Einsatz befindlichen Jung R 60 D. Wir sehen sie hier, wie sie entlang der Streitstraße in Berlin-Hakenfelde zu ihrem nächsten Anschließer rollt, nachdem bereits einige Wagen auf einem Anschlussgleis in der nahen Rauchstraße übergeben wurden.
Die Gegend heute: man muss genau hinschauen, um zu erkennen, dass hier jemals Gleise lagen. Die Straße rechts im Bild mit ihren "Oldtimern" verspürte vor der Wende kaum Kraftfahrzeugverkehr. Heute geht es hier Richtung Nieder Neuendorf oder zur Wasserstadt Spandau. Auch "Autobushaltestellen" sehen in Berlin heute völlig anders aus...;-)

Scan vom Fuji Kleinbilddia

Zuletzt bearbeitet am 16.06.21, 08:29

Datum: 22.03.1985 Ort: Berlin Hakenfelde [info] Land: Berlin
BR: Werkloks Fahrzeugeinsteller: Osthavelländische Eisenbahn
Kategorie: Zug schräg von vorn
Top 3 der Woche: 8 Punkte

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Der mobile Schrankenwärter
geschrieben von: Leon (753) am: 11.06.21, 17:29
Bereits mit diesem Bild [www.drehscheibe-online.de] habe ich auf den "Bullinger" hingewiesen - einem sehr unregelmäßig verkehrenden Holzzug zu einem holzverarbeitenden Betrieb westlich von Neuruppin. Planmäßig wird der Zug von einer Seddiner 298 befördert, aber häufig fährt nur eine Tour, je nach Wagenbedarf. Am 15.06.20 habe ich die frühe Anreise auf mich genommen und wurde auf der Hinfahrt auf der Dieselstrecke von Neustadt/ Dosse zum Holzwerk leider nur mit einer Lz belohnt. Dennoch möchte ich das nachstehende Bild vorschlagen, weil es eine recht ungewöhnliche Betriebssituation zeigt: die Lok bzw. der Zug wird auf seiner Fahrt über die Nebenstrecke von einem Mitarbeiter der DB begleitet, dessen Aufgabe darin besteht, mit dem PKW vorauszufahren und mehrere handbediente Bahnübergänge zu sichern. Wir sehen hier eine solche Aktion morgens um 06.30 Uhr bei Wildberg. Der Schrankenwärter kommt kurz vor der Vorbeifahrt der Lok mit seinem Auto angefahren, bedient die Schranke, wartet, bis die Fuhre vorbei ist, hebt die Schranke und überholt per PKW den Zug bis zum nächsten Bü. Ist der Zug schneller als der PKW, wird gewartet. Nebenbahnromantik in Brandenburg! ;-)

Datum: 15.06.2020 Ort: Wildberg [info] Land: Brandenburg
BR: 298 Fahrzeugeinsteller: DB
Kategorie: Menschen bei der Bahn
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Kohle für Rudow
geschrieben von: Leon (753) am: 13.06.21, 15:32
Sie fehlt bislang völlig in der Galerie - die Neukölln-Mittenwalder Eisenbahn in Berlin. Dabei hat diese Privatbahn bis heute noch einige Transportaufgaben im Südosten der Stadt zu erfüllen, wenn auch leider bei weitem nicht mehr in dem Umfang wie früher. Dabei hat und hatte die Bahn einen hochinteressanten Triebfahrzeugpark vorzuweisen, auf den ich in der nächsten Zeit eingehen möchte.
Eine geschichtliche Abhandlung der Bahn überlasse ich den Experten im HiFo oder verweise auf einschlägige Literatur. Aber Mitte der 80er Jahre des letzten Jahrhunderts (..wie sich das anhört..;-) ) gab es eine Phase, in der man neben der Vielfalt an Reichsbahnloks in Berlin (West) auch die Privatbahnen entdeckt hat - und von denen gab es einige in der Stadt: neben der NME die Industriebahn Neukölln, die Osthavelländische Eisenbahn in Spandau, die Behala mit ihren Bahnen im Westhafen und in Spandau, die Rhenus WTAG mit ihren MaK-Loks für die Kesselzüge zum Tanklager auf der Insel Eiswerder, die Post mit ihren Bundesbahn-V60, die elektrische Siemensbahn mit ihren kuriosen Lokomotiven und viele andere mehr. Ein Thema, welches in der Galerie reich zu beackern ist - aber nach und nach.

Bleiben wir bei der NME. Eine der wichtigsten Transportaufgaben der Bahn war der Kohleverkehr zum Heizkraftwerk Rudow. Dieses war von 1963 bis 2004 in Betrieb und diente der Wärmeversorgung der Gropiusstadt. Der Abriss des Kraftwerkes zog sich bis zum Jahr 2008 hin, und heute ist auf dem Gelände des Kraftwerkes am Teltowkanal eine Wohnsiedlung entstanden.
Die Kohlezüge zum Kraftwerk verkehrten seinerzeit sechs Mal wöchentlich, d.h. man hatte sogar ein Fotoprogramm für den Samstag. Wir stehen hier in Berlin-Rudow an der Stubenrauchstraße Ecke Kanalstraße. Vor der Wende endete die Stubenrauchstraße ein paar hundert Meter weiter kurz vor dem Teltowkanal. Eine Buslinie hatte hier ihre Endstelle, und wir sehen einen pausierenden SD-Bus.
Zwischen einem Tanklager liegt das Gleis zum ehemaligen Kraftwerk, und um die Ecke kommt mit der Lok ML 00605 eine ML 700 C von Krauss-Maffei, welche 1965 fabrikneu an die NME geliefert wurde und auch heute noch im Einsatzbestand ist, wenn auch technisch modernisiert und in oranger Farbgebung. Am 04.06.1988 kam sie jedoch noch in ihrer grünen Ursprungslackierung daher, am Haken den Leer-Kohlenzug, welchen sie zurück zum Übergabebahnhof Berlin-Neukölln bringen wird, wo ihn eine Reichsbahnlok übernehmen wird.

Die Stubenrauchstraße heute: im Hintergrund besteht eine Auffahrt zur Stadtautobahn A 113, und eine derart leere Straße ist hier heutzutage völlig undenkbar. Die Kohlezüge sind Geschichte, ebenso Übergaben zu diversen Firmen in der Kanalstraße, zu denen im Rücken des Betrachters ein weiteres Gleis abknickte, aber Verkehr zu dem im Hintergrund sichtbaren Tanklager der TBG Beteiligungsgesellschaft gibt es fallweise heutzutage immer noch - und vielleicht kommt auch die ML 00605 mit einem Kesselzug vorbei...;-)

Scan vom Fuji Velvia Kleinbilddia

Datum: 04.06.1988 Ort: Berlin Rudow [info] Land: Berlin
BR: Werkloks Fahrzeugeinsteller: Neukölln-Mittenwalder Eisenbahn
Kategorie: Bahn und Infrastruktur
Top 3 der Woche: 12 Punkte

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Eine Ferkeltaxe erreicht Herzberg
geschrieben von: Leon (753) am: 12.06.21, 12:48
Wir sind mit Herzberg (Mark) und seinen Signalen noch nicht durch..;-) In letzter Zeit sind aus diesem kleinen Bahnhof im Norden der Hauptstadt ja bereits einige Bilder in die Galerie aufgenommen worden, und mit dieser Aufnahme möchte ich an den Einsazu der Ferkeltaxen erinnern, welche bis zur Mitte der 90er Jahre noch zwischen Neuruppin, Herzberg und Löwenberg bzw. Rheinsberg unterwegs waren.
Die drei Einfahrten in den Bahnhof Herzberg sind jeweils mit einem Formsignal geischert, und wir sehen hier das Gespann aus dem 772 129/ 972 729, wie es als N 6982 aus Neuruppin soeben den Bahnhofsbereich von Herzberg erreicht.
Die Strecke von Neuruppin bis Herzberg weist heute keinen Personenverkehr mehr auf. Gelegentlich sind jedoch Güterzüge mit Düngemitteln bis Alt Ruppin unterwegs.

Scan vom Fuji Velvia 6x6-Dia

Datum: 25.03.1995 Ort: Herzberg (Mark) [info] Land: Brandenburg
BR: 772 (alle Schienenbusse Bauart Reichsbahn) Fahrzeugeinsteller: DB
Kategorie: Zug schräg von vorn
Top 3 der Woche: 9 Punkte

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Frühling im Ruppiner Land
geschrieben von: Leon (753) am: 10.06.21, 22:10
Keine Erhebung weit und breit. Völlig flach liegt das Land da, zwischen dem nordwestlichen Berliner Stadtrand und Neuruppin. Wir sind im Ruppiner Land. Kleine, beschauliche Dörfer prägen die Gegend, kurze Wälder wechseln mit ausgedehnten Wiesen und Weiden. Der Frühling hat Einzug gehalten, und bei Kremmen präsentiert sich eine Wiese in ihrer vollen Blütenpracht. Die Gegend ist häufig durchzogen von Bewässerungsgräben, und hier geht einer dieser Gräben direkt auf die Trasse der Strecke von Velten und Hennigsdorf über Kremmen nach Neuruppin zu, auf der der RE 6 im Stundentakt seinem Namen "Prignitz-Express" alle Ehre macht. Triebwagen-Doppelgespanne der Baureihe 648 fegen seit der Modernisierung der Strecke durchs Land, verbinden die Hauptstadt mit dem Havelland, dem Ruppiner Land und der Prignitz. Bemerkenswerte Reisezeiten stellen eine sinnvolle Alternative zum Auto dar, und wo früher Ferkeltaxen langsam über die Gleise rumpelten, hat nunmehr die moderne Bahn Einzug erhalten - natürlich auf Kosten der Nostalgie, wenn man an die Zeit vor der Modernisierung denkt.
Am Vormittag des 09.05.21 stehen wir oberhalb des Bewässerungsgrabens und beobachten die Vorbeifahrt des RE 6, welcher soeben in Kremmen gestartet ist. Nächster Halt ist in Beetz-Sommerfeld.

Datum: 09.05.2021 Ort: Kremmen [info] Land: Brandenburg
BR: 648 (LHB/Alstom LINT 41) Fahrzeugeinsteller: DB
Kategorie: Bahn und Landschaft
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Ein Abend in der Mark Brandenburg
geschrieben von: Leon (753) am: 09.06.21, 20:30
Märkische Heide, märkischer Sand...ich nehme mal die ersten Worte der Brandenburg-Hymne auf, die ich vor kurzem als Kommentar zu diesem Bild aufgeschnappt habe. Wir stehen irgendwo zwischen Brandenburg-Altstadt und Rathenow in der Nähe eines einsamen Feldweg-Bahnüberganges, fernab jeglichen Großstadtlärms. Keine Erhebung bis zum Horizont; die die Sonne beeinträchtigen könnte. Fast absolute Stille. Weit weg ist hin und wieder ein Auto auf der Landstraße nach Fohrde zu hören, ansonsten herrscht Ruhe.
Die Uhr zeigt 20.24 Uhr. Planabfahrt eines Umleiter-Güterzuges in Brandenburg Altstadt. Die Minuten streichen dahin. Man beobachtet seinen eigenen Schatten, der immer weiter Richtung Bildausschnitt wandert. Es wird 20.38 Uhr. Entfernt ist der typische Sound einer herannahenden Ludmilla zu hören, und in der langen Geraden hinter der Kurve erscheint das typische große Licht des mittleren Scheinwerfers. Ein weiterer Bahnübergang mitten im Wald wird mit Typhon passiert.
Der Zug zieht vorüber, und man lauscht ihm hinterher. Mehrmals wird an den unbeschrankten Bahnübergängen noch das Typhon zu hören sein, dann kehrt wieder diese Stille ein. Einige Augenblicke noch, ein Glint auf den entgegen kommenden ODEG-GTW, den die Ludmilla in Pritzerbe kreuzt, danach wird die Sonne hinter dem Horizont verschwunden sein. Ein Abend in der Mark Brandenburg...

Zuletzt bearbeitet am 09.06.21, 20:32

Datum: 31.05.2021 Ort: Fohrde [info] Land: Brandenburg
BR: 232,233,234,241 (alle Ludmilla-Baureihen) Fahrzeugeinsteller: DB
Kategorie: Zug schräg von vorn
Top 3 der Woche: 6 Punkte

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Drei auf einen Streich
geschrieben von: Leon (753) am: 08.06.21, 20:20
In der Galerie wurde jüngst auf die Umleitung der Quenz-Güterzüge zwischen Brandenburg Altstadt und Rathenow hingewiesen. Als "Lokalpatriot" ist so eine Aktion natürlich Pflicht, und somit wurde fast der gesamte 31.05.21 in dieser Region verbracht. Und die Stadt Brandenburg hatte ein Einsehen mit den Fotografen..;-) Vor kurzem wurde die auf diesem Bild [www.drehscheibe-online.de] im Hintergrund sichtbare marode Betonbrücke der B1 gesprengt, und die Aufräumarbeiten haben zu einer 14tägigen Komplettsperrung der Strecke zwischen Brandenburg und Pritzerbe geführt. Im unmittelbaren Anschluss an die Sperrung führte eine weitere Baustelle dann zu der viertägigen Umleiter-Aktion, und damit die Fotografen nach der Beseitigung der Brückenreste weiterhin ihren Logenplatz haben, wurde eine aufwändige Fußgängerbrücke errichtet, die sogleich auch von der einheimischen Bevölkerung genutzt wurde...:-)
Nun, am Abend des 31.05.21 kam es dann zu einem Treffen von drei EWR-Ludmillen -sogar "altbelüftet". Der im Hintergrund sichtbare Güterzug wird gegen 20.30 Uhr gen Rathenow aufbrechen, und die beiden anderen Loks werden nach getaner Arbeit zum Einbruch der Dunkelheit als Lokzug den Ort verlassen.
Die links im Bild sichtbare Ruine ist das ehemalige Bahnhofsgebäude von Altstadt. Die über das Areal verteilten Kesselwagen dienen als Arbeitsvorräte für das ortsansässige Fahrzeugwerk.

Datum: 31.05.2021 Ort: Brandenburg Altstadt [info] Land: Brandenburg
BR: 232,233,234,241 (alle Ludmilla-Baureihen) Fahrzeugeinsteller: DB
Kategorie: Bahn und Infrastruktur
Top 3 der Woche: 4 Punkte

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Auf der Pirsch bei Abbenrode
geschrieben von: Leon (753) am: 07.06.21, 08:58
Mehrmals täglich pendeln Güterzüge der VPS zwischen Salzgitter und dem Stahlwerk Ilsenburg. Diese Züge haben schon häufig ihren Weg in die Galerie gefunden, wobei das Hauptaugenmerk auf dem Einsatz der hvle-Tiger liegt, welche mit dem täglich verkehrenden Mittagszug sehr zuverlässig die Weiten des Harzvorlandes erzittern lassen.
Das Ganze wird dann noch garniert mit dem in letzter Zeit sehr häufig in der Galerie vertretenen Pendel nach Blankenburg, welcher durch seine fast schon historischen Kalkkübelwagen besticht. Bleiben wir aber diesmal bei dem Pendel nach Ilsenburg, welcher häufig nur aus Flachwagen für den Brammenverkehr besteht. Diesem Zug lauerten wir am 04.06.21 zunächst in Goslar-Baßgeige auf. Kreuzungsaufenthalte sowie eine Streckenführung über Oker und Vienenburg, die einem schwindelig werden lässt, ermöglichten ein weiteres Bild bei Abbenrode, kurz vor Ilsenburg. Der Zug durchfährt hier einen kleinen Einschnitt und musste zunächst einen weiteren Güterzug der VPS in der Gegenrichtung abwarten, der mit einer G 1206 bespannt war. Nach gefühlt einer Ewigkeit sowie diversen Abellios erklang dann in der Ferne das typische Wummern, welches den Tiger auf seiner Pirsch immer begleitet.

Datum: 04.06.2021 Ort: Abbenrode [info] Land: Sachsen-Anhalt
BR: 250 (Bombardier DE-AC33C Blue Tiger) Fahrzeugeinsteller: hvle
Kategorie: Zug schräg von vorn
Top 3 der Woche: 3 Punkte

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Durch die Pritzerber Laake
geschrieben von: Leon (753) am: 06.06.21, 21:49
Vom 31.05. bis 03.06.21 fanden baubedingt wieder Umleitungen der Stahlverkehre zum Brandenburger Stahlwerk auf dem Quenz über die Städtebahn via Rathenow statt. Grund genug, wie bereits im letzten Sommer geschehen, diesen Zügen einen Besuch abzustatten. Auf der Strecke von Rathenow nach Brandenburg Altstadt findet normalerweise kein durchgehender Güterverkehr statt; eine einzige Kreuzungsmöglichkeit in Pritzerbe sowie ein Stundentakt zwischen Rathenow und Brandenburg bieten dem Güterverkehr keine Trasse. Aber der Blick in den Baustellenfahrplan verrät, wann bei einem 15minütigen Halt eines ODEG-646 in Pritzerbe mit einem Güterzug zu rechnen war. Meist wurde sich in diesen Tagen minutiös an den Baustellenplan gehalten, so dass man die Uhr danach stellen konnte, wann in den entsprechenden Trassen ein Güterzug auftauchen wird. Und somit sehen wir hier am 31.05.21 den EWR-Russen 232 128, wie er seinen Zug zum Stahlwerk Quenz kurz vor Pritzerbe durch die typische Wald- und Wiesenlandschaft des Landschaftsschutzgebietes Pritzerber Laake Richtung Brandenburg Altstadt zieht.

Datum: 31.05.2021 Ort: Pritzerbe [info] Land: Brandenburg
BR: 232,233,234,241 (alle Ludmilla-Baureihen) Fahrzeugeinsteller: DB
Kategorie: Zug schräg von vorn
Top 3 der Woche: 6 Punkte

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Hai-Alarm in Rheinsberg!
geschrieben von: Leon (753) am: 30.05.21, 21:36
Neben Herzberg ist auch der Endpunkt der RB 54, der Bahnhof Rheinsberg, noch mit Formsignalen ausgestattet, wenn auch nur an den Einfahrten. Während sich aus Richtung Stechlinsee nur extrem selten ein Zug nach Rheinsberg verirrt, so greifen die Pesa-Haie der Niederbarnimer Eisenbahn dort täglich nehrmals an. Alle zwei bis drei Stunden verirrt sich einer dieser Raubfische in das Ruppiner Wald- und Seengebiet. Meist dauern diese Attacken in Rheinsberg nur wenige Minuten. Der Fotograf konnte sich am ESig gerade noch in Sicherheit bringen, als der Hai auf Beutefang seinen Weg im nahen Bahnhof Rheinsberg in Richtung Spree soeben begonnen hat. Nächste Fütterung: Bahnhof Lindow, 15 Minuten entfernt...;-)

Datum: 30.05.2021 Ort: Rheinsberg [info] Land: Brandenburg
BR: 632 (PESA LINK 2tlg) Fahrzeugeinsteller: NEB
Kategorie: Bahn und Infrastruktur
Top 3 der Woche: 2 Punkte
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Damals in Herzberg (Mark)
geschrieben von: Leon (753) am: 29.05.21, 17:20
Dieser kleine Bahnhof Herzberg (Mark), im nördlichen Havelland gelegen, verdient es, in der Galerie hochgejazzt zu werden...!;-) Wir nehmen mal als Steilvorlage dieses Bild von 2017 [www.drehscheibe-online.de] und schrauben die Zeit zurück ins Jahr 1994.
2017: ein Bahnhof entfernt von jedem Großstadtlärm, in seiner Gleisführung etwas modernisiert - und auch heute bereits historisch, was die eingesetzten Triebfahrzeuge anbelangt. Statt RS 1 schnappt inzwischen der Pesa-Hai zu.

23 Jahre vor dieser Aufnahme: Gleise in Sand- oder Kiesbettung, mit Ausweichgleisen. Ein Hampelmann zeigt die Richtung der Züge an. Abgesetzte weiße Streifen schmücken die niedrigen Bahnsteigkanten. Der Bahnhofsvorsteher wartet den einfahrenden Zug aus Neuruppin ab, um das im Hintergrund noch sichtbare Einfahrsignal wieder in die Halt-Position zu ziehen. Ein weiterer Stellkasten für das Einfahrsignal aus Richtung Löwenberg steht einige Meter weiter links. Fahrgäste -heute respektlos Beförderungsfälle genannt- warten auf die Einfahrt. An der Ausfahrt stehen Lf5-Tafeln und deuten auf den bis auf ein Andreaskreuz ungesicherten Bü hin. Pfeiftafeln, Laternen in ihrer typischen Silberfischchen-Form, ein ehemaliger Güterschuppen mit Rampe.
Der Zug selbst: eine V100 mit Räumer kommt mit zwei Bghw als "E" 3153 mit seinem Laufweg von Neuruppin nach Berlin-Lichtenberg langsam in den Bahnhof gerollt, eingehüllt in den Dampf der Heizung. Kleinbahnatmosphäre in den Neunzigern, unweit der Großstadt.

Scan vom Fuji Velvia 6x6-Dia

Datum: 06.04.1994 Ort: Herzberg (Mark) [info] Land: Brandenburg
BR: 202,204 (alle V100-Ost-Baureihen) Fahrzeugeinsteller: DB
Kategorie: Bahn und Infrastruktur
Top 3 der Woche: 13 Punkte

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Das Spannwerk
geschrieben von: Leon (753) am: 28.05.21, 18:18
Spannwerke - stumme Zeugen mechanischer Sicherungstechnik. So, wie inzwischen leider viele Formsignale modernerer Technik weichen, verschwinden mit ihnen oftmals auch die Stellwerke oder werden bestenfalls in vernagelter Form ihrem Verfall preisgegeben. Auch die für die nötige Spannung der Drähte nötigen Spannwerke verschwinden nahezu unbemerkt.
In letzter Zeit ist ja der Bahnhof von Herzberg (Mark) etwas in den Fokus gerückt, ist er doch einer der ganz wenigen Punkte in Brandenburg, die noch mit mechanischer Sicherungstechnik ausgestattet sind. Ein Besuch im Mai lenkte dann die Aufmerksamkeit auf zwei Spannwerke in der Nähe des Bahnhofsgebäudes, und zum ersten Mal hat man sich in einer ruhigen Minute mit der Mechanik dieser Werke beschäftigt. Schon häufig säumten diese Werke den Streckenverlauf zwischen Stellwerk und Signal, und man nahm sie beim Fotografieren höchstens am Rande wahr. Aber bei näherer Betrachtung dieser Rollen, über die die Drähte geführt werden, kann auch die Assoziation mit einer Seilbahn hergestellt werden. Dennoch gehören diese Gerätschaften zur guten alten Eisenbahn einfach dazu.
Und so entstand am 15.05.21 das Bild in den irgendwie offenen und völlig vermoosten Rollenschacht eines der beiden Spannwerke, die die ordnungsgemäße Betätigung der beiden westlichen Einfahrsignale von Herzberg garantieren.

Datum: 15.05.2021 Ort: Herzberg (Mark) [info] Land: Brandenburg
BR: Sonstige (keine Fahrzeuge) Fahrzeugeinsteller: ohne
Kategorie: Stillleben
Top 3 der Woche: 2 Punkte

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Die Dachluke
geschrieben von: Leon (753) am: 27.05.21, 09:20
Werte User; mit dem „Franzosenzug“ im Berlin zur Wendezeit sind wir noch nicht durch…;-) Wie bereits berichtet, ist damals so mancher Dienstag, Donnerstag und Samstag diesem Zug gewidmet worden, der durch seine sehenswerte Wagengarnitur bestach und von Tegel bis Kohlhasenbrück, später Potsdam an so manchem Motiv vorbeifuhr. Hauptspielwiese für uns waren jedoch der Wedding sowie die zahlreichen Stellen in Moabit.
Und wenn ich in einem früheren Bildtext erwähnt habe, dass vor uns kein Hausdach im Wedding sicher war, möchte ich mit diesem Bild diese Aussage untermauern: es gab damals noch zahlreiche Altbauten, deren Hausflure einfach offen waren und keine Gegensprechanlage besaßen. Es gab völlig verstaubte Dachböden, deren Türen nicht verschlossen waren – so sie denn überhaupt ein Schloss besaßen. Und es gab die passenden Dachluken, aus denen man einen Blick auf die Bahntrasse hatte! ;-) Und somit entstand am 15.08.91 das Bild auf den damals noch brach liegenden S-Bahnhof Wedding, welchen soeben der „Franzosenzug“ passiert, bespannt mit der 110 122. Dahinter liegen die typischen Berliner Mietskasernen, und man erkennt gegenüber die Art der Dachgestaltung mit den Luken, in welcher sich der Fotograf gerade befindet.
Unten sehen wir noch einen typischen Berliner Doppeldecker-Bus der Bauart DE (DE = Doppeldecker im Einmannbetrieb ohne Schaffner. Ältere Bauarten der Bauart D2U waren mit Fahrer und Schaffner unterwegs). Und die Berliner Lebensmittelkette „Reichelt“ ist längst von einem größeren Konzern geschluckt worden.
Heute sind derartige Bilder so gut wie unmöglich. Altbauten ohne Gegensprechanlagen sind selbst im Wedding nicht mehr zu finden, und offene Dachböden dürften ebenfalls der Vergangenheit angehören. Wie herrlich unbeschwert und gleichzeitig spannend das Fotografieren zu jener Zeit war..! ;-)

Scan vom Fuji Kleinbilddia

Datum: 15.08.1991 Ort: Berlin Wedding [info] Land: Berlin
BR: 202,204 (alle V100-Ost-Baureihen) Fahrzeugeinsteller: Deutsche Reichsbahn
Kategorie: Bahn und Infrastruktur
Top 3 der Woche: 9 Punkte

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Herzberg (Mark) und seine Signale
geschrieben von: Leon (753) am: 26.05.21, 22:59
Vor ein paar Tagen wurde in der Galerie ja auf den Bahnhof von Herzberg (Mark) mit seinen drei Formsignalen hingewiesen. Während man auf dieser Aufnahme [www.drehscheibe-online.de] im Hintergrund die Signale der Einfahrten aus Richtung Neuruppin und Rheinsberg sieht, möchte ich mit dieser Aufnahme die Einfahrt aus Richtung Löwenberg vorstellen. Das ESig steht hier ein gutes Stück zu Fuß von dem im Hintergrund sichtbaren Bahnhofsgebäude entfernt. Der Bahnhof selbst ist zweigleisig ausgeführt, und beide Gleise vereinigen sich erst kurz vor dem Signal zur Strecke Richtung Löwenberg,wobei das südliche und eher ungenutzte Gleis immer noch in Sand- oder Kiesbettung ausgeführt ist. Das Signal als solches macht einen sehr neuen Eindruck und hat erst vor einiger Zeit ein älteres Exemplar ersetzt, welches derzeit gegenüber dem Bahnhofsgebäude im Gras liegt.
Der Raps war in voller Blüte, als am 24.05.21 ein Pesa-Hai der Niederbarnimer Eisenbahn mit dem ersten Zug des Tages von Rheinsberg Richtung Löwenberg diese Szenerie passiert.
Die Freileitung zur Linken entbehrt zwar jeder Ästhetik, ist aber nun mal einfach da. Andererseits weiß man nie, wie lange sich die mechanische Sicherungstechnik in diesem Ort noch hält.

Datum: 24.05.2021 Ort: Herzberg (Mark) [info] Land: Brandenburg
BR: 632 (PESA LINK 2tlg) Fahrzeugeinsteller: NEB
Kategorie: Zug schräg von vorn
Top 3 der Woche: 10 Punkte

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Kremmen heute
geschrieben von: Leon (753) am: 24.05.21, 13:47
Vor einiger Zeit wurde in die Galerie ein Bild aus dem Bahnhof Kremmen aufgenommen. Es zeigt diesen Güterzug, bespannt mit einer "dicken Babelsbergerin": [www.drehscheibe-online.de]
Die gleiche Szene heute: die Zeiten, an denen hier Ferkeltaxen kreuzten oder Güterzüge ihre Wagen zu verschiedenen Anschließern bereitstellten, sind lange vorbei. Das Bahnhofsgebäude ist noch erhalten, wird jedoch privat genutzt. Die Schrift "Kremmen" ist kaum noch auszumachen. Es existiert nur noch ein Seitenbahnsteig, alle anderen Bahnsteige sowie die Nebengleise sind verschwunden, teils von der Natur zurückerobert. Am Ende des Seitenbahnsteiges wurde ein weiteres Stumpfgleis errichtet; es hat man gerade Platz für einen 646 oder 648, welcher hier als RB 55 zwischen Kremmen und Hennigsdorf pendelt. Ansonsten hält hier stündlich der RE 6 mit einer Doppeleinheit der Baureihe 648 auf seinem Weg von Wittenberge nach Berlin-Jungfernheide über Neuruppin.
Der alte Wasserturm steht noch, ferner zwei Stellwerke. Beim südlichen Stellwerk hat sich eine Draisinenbahn eingenistet und bietet Fahrten auf der längst stillgelegten Verbindung von Kremmen Richtung Oranienburg an. Die Nebenbahnidylle ist Geschichte. Die Zukunft gehört dem "Prignitz-Express". Uns bleiben die Erinnerungen und die Fotos.
Viel Spaß beim Vergleichen! ;-)

Datum: 27.04.2021 Ort: Kremmen [info] Land: Brandenburg
BR: 648 (LHB/Alstom LINT 41) Fahrzeugeinsteller: DB
Kategorie: Bahn und Infrastruktur
Top 3 der Woche: 4 Punkte

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Eine "ungewollte" Begegnung
geschrieben von: Leon (753) am: 23.05.21, 19:07
In letzter Zeit rückt ja die Baureihe 219 wieder etwas in den Fokus, und bei der Durchsicht durch den Archivbestand bin ich auf ein Bild gestoßen, welches über 25 Jahre unbeachtet vor sich hinwelkte. Der 15.10.94 war ein wolkenloser Herbsttag, von welchem schon mehrere Bilder in die Galerie gewandert sind. Wir wollten damals den normalen Planverkehr im Thüringer Wald einfangen und uns nicht nur auf die Strecke über den Rennsteig mit ihren 228ern konzentrieren, sondern auch ein paar Motive auf der damals zu Unrecht weniger beachteten Strecke von Saalfeld über Rottenbach nach Arnstadt einsammeln. Dabei fiel auch ein kurzer Abstecher Richtung Schwarzatal an. Vor dem Bahnhof von Bechstedt-Trippstein hatte man einen schönen Blick auf die Landschaft und den Ort Rottenbach. Aber ich weiß noch, wie schnell wir damals das orientrote U-Boot abgehakt hatten...;-) Uns war nach "Reichsbahn-Lack", und was tauchte auf? Eine Lok mit Lätzchen in "Neurot". Diese Lackierung war damals bei uns völlig verpönt, so dass dem Bild jahrelang keine Beachtung wiederfuhr. Erst jetzt, wenn man sich mit der Thematik näher beschäftigt, stolpert man plötzlich über ein Bild mit einer der beiden bei der Regentalbahn in Viechtach ausgebesserten Loks. Und bei der Durchsicht des Bestandes stellt man fest, dass man zwar zahllose U-Boote im rot-cremefarbenen Lack hat, aber so gut wie kaum welche mit Latz, und selbst davon gab es mehrere Anstrichvarianten; wahlweise mit rotem oder grauem Lüfterband.
Und somit sehen wir, wie am Mittag des 15.10.94 die 219 087 in ihrer auffälligen Lackierung ihren N 7317 Richtung Katzhütte zieht. Es sollte an dem Tag der einzige farbliche "Totalschaden" bleiben...;-)

Scan vom Fuji Velvia 6x6-Dia

Datum: 15.10.1994 Ort: Bechstedt-Trippstein [info] Land: Thüringen
BR: 219,229 (alle U-Boote) Fahrzeugeinsteller: DB
Kategorie: Bahn und Landschaft
Top 3 der Woche: 11 Punkte

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Die passende Lok für die Lücke
geschrieben von: Leon (753) am: 21.05.21, 23:03
Die kleine Brücke über den Teltowkanal in Berlin-Kohlhasenbrück war bereits schon desöfteren in der Galerie zu sehen, und insbesondere der morgendliche Blick von der parallelen Straße Richtung Düppeler Forst lässt bei Windstille sehr ansprechende Spiegelungen zu. Nachmittags ist die Brücke ebenfalls umsetzbar, jedoch ist dieses Unterfangen wesentlich ambitionierter. Zum einen muss nachmittags ein lokbespannter Zug in Richtung Potsdam kommen, womit der RE 1 mit seinen Tauri oder 112 wegen der Lokstellung in Richtung Stadt schon mal ausscheidet. Dann darf die Lok wegen der sehr kleinen Lücke nicht zu lang sein; ein Russe oder eine 152 wären fatal. Einziger Zug, der hier die Bedingungen erfüllt, ist der nachmittägliche „Kaffeezug“, welcher bereits schon mehrmals in der Galerie Thema war. Dieser hat zwar für die Lücke die passend kurze 298 als Zuglok, darf aber wegen des Sonnenstandes sowie einiger schattenwerfender Bäume weder zu früh noch zu spät kommen. Selten ist er vor 16.40 Uhr hier, aber hin und wieder erst nach 18 Uhr.
Darüber hinaus ist das Motiv recht ungemütlich: man steht genau unter der Brücke der parallelen S-Bahn, welche alle paar Minuten mit einem ohrenbetäubenden Gedröhne über einen drüberrauscht, und man hat in diesen Momenten so gut wie keine akustische Vorwarnung, ob parallel evtl. ein Zug kommt. Darüber hinaus ist insbesondere bei gutem Wetter –und nur dann steht man hier- ein recht umfangreicher Schiffsverkehr der Freizeit- und Berufskapitäne zu beobachten, d.h. es ist zwar an keine Spiegelung zu denken, wohl aber an eine Kombination aus Boot und Zug.
Am Nachmittag des 19.05.21 hat jedenfalls alles geklappt: die Wolken haben mitgespielt, und gegen 17.20 Uhr war ein kurzes Rauschen zu vernehmen, und der Kaffeezug dröhnte mit seiner 298 321 über den Teltowkanal gen Seddin.


Datum: 19.05.2021 Ort: Berlin Kohlhasenbrück [info] Land: Berlin
BR: 298 Fahrzeugeinsteller: DB
Kategorie: Bahn und Landschaft
Top 3 der Woche: 6 Punkte
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Entlang maroder Gleise über den Hohenzollernkanal
geschrieben von: Leon (753) am: 20.05.21, 22:12
Ein weiteres Motiv, mit welchem ich aber nicht schon wieder unseren legendären „Franzosenzug“ zeigen möchte, bot sich vorübergehend in Berlin Moabit im Bereich der ehemaligen Brücke über den Hohenzollernkanal am Friedrich-Krause-Ufer. Hier lagen im Berlin zur Wendezeit noch drei Gleise: die beiden vorderen gehörten zur damals noch brach liegenden Ringbahn, und auf dem hinteren Gleis wurde der Verkehr von Tegel und Schönholz Richtung Moabit abgewickelt.
Im Sommer 1988 wurde parallel zur Bahntrasse ein Verwaltungsgebäude errichtet, welches uns zum Ende der Bauphase als Aussichtspunkt diente…;-) An Nachmittagen hatte man von hier einen guten Blick auf die Brücke sowie die Strecke von Tegel. Und es gab neben dem Franzosenzug werktags einen weiteren, dem Franzosenzug nachfolgenden Güterzug, mit dem der in Tegel für Rangierarbeiten vorgehaltene Goldbroiler der Baureihe 106 wieder Richtung Grunewald zurückkehrte. Und es gab Zugaben in Form des Leer-Kohlenzuges vom Kraftwerk Lübars, welcher ebenfalls hin und wieder mit wechselnden Bespannungen über diese Strecke verkehrte. Am 26.07.1988 folgten dem Franzosenzug demzufolge zwei Züge, von denen zuerst die 106 266 mit einer Reihe Fal-Wagen herankullerte. Diesem Zug sollte eine weitere 106 mit der abendlichen Tegel-Übergabe folgen.
Im Hintergrund sehen wir neben der typischen Mietskasernenkulisse die bereits aus anderen Bildern erwähnten silbernen Bauten des Schering-Konzerns.

Die Szene heute: über hochmoderne Betonbrücken rauscht die S- Bahn auf dem "Ring" im Minutentakt vorbei, parallel dazu die elektrifizierte und zweigleisige Strecke von Moabit Richtung Gesundbrunnen, welche vornehmlich dem Güterverkehr dient. Das Ganze wird überragt vom Overfly, der Brücke mit der Strecke von Gesundbrunnen Richtung Hauptbahnhof.

Scan vom Fuji Kleinbilddia

Datum: 26.07.1988 Ort: Berlin Moabit [info] Land: Berlin
BR: 344-347 (alle V60-ost) Fahrzeugeinsteller: Deutsche Reichsbahn
Kategorie: Bahn und Infrastruktur
Top 3 der Woche: 13 Punkte

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Grünes Berlin
geschrieben von: Leon (753) am: 19.05.21, 14:51
Et jrünt so jrün..klingt berlinerisch, isset aba nich. "Jrün" saacht hier keen Mensch. Aber Berlin ist tatsächlich grüner (nicht nur politisch..;-) ), als die meisten glauben. Tiergarten, Grunewald, Müggelberge, Volkspark Rehberge...überall gibt es erholsame Waldgebiete, teils mitten in der Stadt.
Den Eindruck einer grünen Stadt hat man auch im Hochsommer von diesem Fotostandpunkt: wir blicken auf die eingleisige Verbindungsstrecke zwischen Berlin-Charlottenburg und Berlin-Spandau. Früher nur dem "Interzonenverkehr" von und nach Hamburg mit drei bis vier Zugpaaren pro Tag vorbehalten, hat sich nach der Wende der Zugbetrieb auf diesem Abschnitt deutlich ausgeweitet. Seit Herbst 1990 wurde ein Regionalverkehr zwischen Charlottenburg und Nauen eingerichtet, welcher zunächst mit LVT, ab Sommer 1991 dann mit Wendezügen und Wustermarker 118 bestritten wurde. Hier kamen dann neben recht bekannten Loks endlich auch einmal völlig neue Fahrzeuge der Baureihen 118.1 und 5 vor. Wir sahen u.a. die ehemaligen Regierungszugloks 118 548, 550 und 552, und gänzlich unbekannt war die 118.1. Mit der 118 133 kam im Sommer 1991 eine äußerlich sehr gepflegte Lok dieser Bauart aus Cottbus nach Berlin und wurde vom Bw Ostbahnhof bald nach Wustermark weitergereicht, wo sie zum 01.10.1993 z.gestellt wurde.
Am 02.07.91 sehen wir sie, wie sie ihren Doppelstock-Gliederzug gen Nauen zieht. Im Hintergrund erkennt man u.a. die Spitze des Wasserturms Charlottenburg II.

So, und bevor jetzt alle die Brücke suchen, auf der der Fotograf steht: wir stehen -natürlich völlig semi-legal- auf dem gesicherten Laufsteg der Brücke des Verbindungsgleises vom Güterbahnhof Ruhleben zum Kraftwerk Reuter, welches hinter uns hinter einer Spundwand verläuft. Zur Wendezeit haben wir hier so manche Stunden verbracht, weil man von dem Steg nicht nur das Gleis von Charlottenburg sah, sondern auch die beiden Gleise von Moabit und von Grunewald über "Chag", welche ab Fürstenbrunn parallel verliefen -und über welche nachmittags so mancher Güterzug gen Westen rollte.

Scan vom Fuji Kleinbilddia

Datum: 02.07.1991 Ort: Berlin Ruhleben [info] Land: Berlin
BR: 228 (V180) Fahrzeugeinsteller: Deutsche Reichsbahn
Kategorie: Zug schräg von vorn
Top 3 der Woche: 7 Punkte

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Morbider Charme im Eichkamp
geschrieben von: Leon (753) am: 18.05.21, 10:10
Bleiben wir noch eine Weile bei den formschönen "Babelsbergerinnen" und erinnern wir an die Zeit nach der Wende, als die ersten Regionalverbindungen von Berlin nach Brandenburg eingerichtet wurden. Wie berichtet, wurde nach einem Beginn mit Ferkeltaxen ab Sommer 1991 der Pendel zwischen Nauen und Berlin-Charlottenburg auf Wendezüge mit Wustermarker 118 umgestellt. Hing die Lok zunächst in westliche Richtung, so wurde im Laufe des Frühjahrs 1992 die Richtung gewechselt, und es konnten somit neue Motive mit den Wendezügen umgesetzt werden. Hierzu gehörte der Bahnhof Eichkamp, heute "Messe Süd". Dieser lag damals noch im Dornröschenschlaf, und der Fernverkehr teilte sich mit dem Regionalverkehr die eingleisige Verbindung zwischen Spandau und Charlottenburg. Heute liegen hier zwei dicht belegte elektrifizierte Gleise, und nebenan hält die S-Bahn nach Spandau.
Am 20.05.1992 rauscht hingegen die 228 788 mit einer vierteiligen Doppelstockgarnitur mit Schrägdach unter der typischen Gewächshausarchitektur hindurch. Die Lok kam erst im Mai 1991 aus Jüterbog nach Wustermark und verließ dann diesen Standort im Juli 1993 Richtung Nordhausen. Nach ihrer z-Stellung im Juli 1998 wechselte sie als "205" zur MEG und ist seit 2008 als Leihgabe beim Thüringer Eisenbahnverein in Weimar mit ihrer alten Nummer 118 788 zu bewundern.

Scan vom Fuji RDP 100 6x6-Dia

Datum: 20.05.1992 Ort: Berlin Eichkamp [info] Land: Berlin
BR: 228 (V180) Fahrzeugeinsteller: Deutsche Reichsbahn
Kategorie: Bahn und Infrastruktur
Top 3 der Woche: 16 Punkte

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Ein Triebwagen-Veteran in der Prignitz
geschrieben von: Leon (753) am: 17.05.21, 19:03
Die Hanseatische Eisenbahn hat in ihrem Fahrzeugbestand zwei NE81-Triebwagen, die überwiegend im Gebiet der Mecklenburgischen Seenplatte eingesetzt werden. Einer von ihnen hat seine Herkunft bei der SWEG, der andere kommt von der KVG und ist über einen Umweg über die Mandaubahn in die Prignitz gekommen. Beide Triebwagen liefen hier zunächst bei der EGP, bevor sie von HANS übernommen wurden. Am Nachmittag des 10.05.21 waren beide Triebwagen von Pritzwalk aus unterwegs: einer auf der Strecke nach Meyenburg, der andere in südliche Richtung nach Neustadt/ Dosse. Wir sehen hier den VT 43 ( ex KVG 80), wie er durch typische Prignitzer Landschaft rollt und in wenigen Augenblicken den Bahnhof von Wutike erreicht.
In der Galerie findet sich dieses weitere Foto [www.drehscheibe-online.de] eines NE81, als er noch in den Farben der EGP unterwges war. Der Bahnhof besaß damals noch Flügelsignale sowie ein Ausweichgleis. Inzwischen ist er auf ein Gleis zurückgebaut, und Formsignale sucht man hier inzwischen leider vergeblich.
Dennoch sehen wir in dem Triebwagen aus der ersten Bauserie trotz recht moderner Bauform ein immerhin 40 Jahre altes Fahrzeug, welches zusammen mit dem weiteren Triebwagen (mit der Nummer VT 120) durchaus als Exot in dieser Gegend betrachtet werden kann und zu den hier sonst eingesetzten "Schuhkartons" der Gattung LVT/S eine willkommene Abwechslung darstellt.

Datum: 10.05.2021 Ort: Wutike [info] Land: Brandenburg
BR: 626 (NE 81) Fahrzeugeinsteller: Hanseatische Eisenbahn
Kategorie: Bahn und Landschaft
Top 3 der Woche: 3 Punkte
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Auf in die Hauptstadt, der Sonne entgegen!
geschrieben von: Leon (753) am: 16.05.21, 13:29
Kommen wir wieder zu den "Dicken" in die Hauptstadt zurück..;-) Kurz nach der Wende wurde zur Bewältigung der Verkehrsströme aus dem Umland ein Vorortverkehr mit Wendezügen aufgenommen. Zunächst auf der Strecke von Berlin-Wannsee nach Potsdam, später auch auf der Strecke von Berlin-Charlottenburg über Spandau nach Nauen. Eingesetzt wurden sowohl vierteilige Doppelstockeinheiten -wahlweise mit gerader oder gewölbter Dach-Stirnfront- als auch fünfteilige Gliederzüge. Der Einsatz von Berlin-Charlottenburg nach Nauen begann zunächst mit Ferkeltaxen, bevor ab Sommer 1991 die mit der Baureihe 118 bespannten Wendezüge zum Einsatz kamen. Siehe auch hier: [www.drehscheibe-online.de] Und endlich kamen neue, für uns völlig unbekannte 118 in die Stadt, insbesondere 118.1 und 118.5 in der vierachsigen Version. Später wurde dieser Vorortverkehr nach Berlin-Jungfernheide und danach zum Westkreuz geführt, wobei die grünen Doppelstockzüge entfielen und modernisierte Halberstädter mit je einer Lok an den Zugenden verkehrten. Der Einsatz der "Dicken" entfiel auch zugunsten der Baureihe 201 oder 202.
Am Morgen des 15.05.1992 stehen wir morgens auf einer Fußgängerbrücke in Berlin-Staaken und blicken einem Gliederzug hinterher, den die 228 168 Richtung City schiebt. Im Hintergrund geht über der Stadt die Sonne auf, und wir erkennen links den Kühlturm des Kraftwerkes Reuter West, den Turm vom Spandauer Rathaus, weitere Schornsteine. Wer genau hinsieht, erkennt zwischen den Schornsteinen den Fernsehturm.
Und es wurde gebaut in dieser Zeit...;-)

Scan vom Fuji Kleinbilddia

Datum: 15.05.1992 Ort: Berlin Staaken [info] Land: Berlin
BR: 228 (V180) Fahrzeugeinsteller: Deutsche Reichsbahn
Kategorie: Stimmungen mit Zug
Top 3 der Woche: 12 Punkte

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Heute in Dessow (Mark)
geschrieben von: Leon (753) am: 13.05.21, 15:34
Habt Ihr Euch Dessow gemerkt? Ein Kaff zwischen Neuruppin und Neustadt/ Dosse, gelegen an der Ruppiner Eisenbahn. Bis 1997 waren hier noch Ferkeltaxen unterwegs, und ich nehme mal dieses jüngst in die Galerie aufgenommene Bild volley [www.drehscheibe-online.de] und lade zum Detailvergleich ein. Erstaunlich, wie wenig sich doch seit 28 Jahren geändert hat! Wie sagt man: wenn morgen die Welt untergeht, fahrt nach Brandenburg. Da passiert alles 10 Jahre später..;-)
Das Gehöft hat kaum eine Runderneuerung erhalten; ein paar Bäume hinter dem Zug haben sich verändert; das Bahnhofsgebäude ist immer noch vorhanden, aber völlig von Bäumen umgeben. Den Feldweg, auf dem der Fotograf steht, gibts immer noch. Ein vorwitziger Rotor einer Windkraftanlage wurde digital entfernt; es darf ja nicht zu modern aussehen.

Das einzige, was modern ist, ist die Lok, also kommen wir zum Zug: eigentlich führte die Fototour in die Prignitz, und von der Autobahnbrücke der A 24 über die Strecke bei Neuruppin stand morgens der Zug mehr oder weniger auf freier Strecke in der Entladung.
Über gewöhnlich gut informierte Kreise war dann zu hören, dass dieser Zug Baustoffe für den Autobahnausbau liefert, welche tagsüber sozusagen "auf freier Strecke" kurz vor dem Holzwerk Bullinger an einer provisorischen Rampe entladen werden und der Zug dann am Nachmittag gen Neustadt/ Dosse weiterfährt. Nun ist "am Nachmittag" ein dehnbarer Begriff, aber mein Programm endete in Kyritz, und man kann ja den Rückweg so legen, dass man entlang der Strecke mal gaffen fährt. Und siehe da: kurz vor Neuruppin trötete es mächtig, und der Zug kam mir entgegen! Also kehrt marsch, zurück nach Dessow, einer Fotostelle, die mir aus früheren Ferkeltaxen-Zeiten noch geläufig war. Hier hatte ich das altes Gehöft in Erinnerung. Dort wurde rasch Position bezogen, und köstlich war der Kommentar eines Anwohners, der mich da mit Leiter und Knipse entlanglatschen sah: "Um die Uhrzeit kommt hier schon seit Jahren kein Zug mehr...!". Ich so: "Na, wartense mal ab, wat gleich kommt..!" Der Zug kam trötend vorbei, und seine Augen wurden immer größer..!:-)
Eine Eurodual auf einer Nebenstrecke, die in Neustadt/ Dosse in eine elektrifizierte Hauptstrecke übergeht - eigentlich genau die Spielwiese für diese Baureihe. Diese orange-silbernen Monster sind ja wahre Lichtfresser, aber bei einer Aufnahme fast spitz von vorne konnte das Licht, welches hier fast pike auf den Zug fällt, für eine bessere Seitenausleuchtung nicht herhalten. Und machmal kann man sich die Uhrzeit leider nicht aussuchen...;-) Aber die Galerie lebt ja auch von diesen Einst- und Jetzt-Vergleichen...:-)

Zuletzt bearbeitet am 13.05.21, 15:43

Datum: 10.05.2021 Ort: Dessow (Mark) [info] Land: Brandenburg
BR: 159 (Stadler Eurodual) Fahrzeugeinsteller: hvle
Kategorie: Zug schräg von vorn
Top 3 der Woche: 5 Punkte
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Haptische Technik im Ruppiner Land
geschrieben von: Leon (753) am: 15.05.21, 13:54
Ja, es gibt sie noch - diese Kleinode in Brandenburg, welche an frühere Zeiten der Nebenbahnwelt erinnern. Nachdem im letzten Jahr Templin und Beeskow ihre Formsignale verloren haben, muss man inzwischen die Stecknadel im Heuhaufen suchen, um noch Orte zu finden, in denen noch die "haptische" Sicherungstechnik vollzogen wird.
Einer dieser Orte ist Herzberg (Mark), an der Strecke von Löwenberg nach Neuruppin gelegen, mit Abzweig nach Rheinsberg. Hier sind die drei Bahnhofseinfahrten noch immer mit Formsignalen ausgestattet. Das Bahnhofsgebäuse selbst ist ein recht zweckmäßiger Bau, aber noch sind die Bahnsteige unmodernisiert, und Gleise liegen teilweise noch in Kiesbettung. Auf dieser Aufnahme [www.drehscheibe-online.de] sehen wir das Empfangsgebäude, aufgenommen an einem frühen Vormittag mit einem RS 1 der Niederbarnimer Eisenbahn. Diese Fahrzeuge verkehren auf der RB 54 von Löwenberg nach Rheinsberg nicht mehr; dominantes Fahrzeug ist mittlerweile der Pesa-Hai der NEB, aber es kommen auch hin und wieder Talente zum Einsatz. Auf der verlinkten Aufnahme sind im Hintergrund zwei Spannwerke zu sehen. Diese Spannwerke sind Thema dieser Aufnahme, wobei die Idee "geklaut" ist..;-) Wir hatten vor kurzem eine sehr ähnliche Aufnahme in der Galerie, und als ich am 09.05.21 bei einem Fotoausflug ins Havelland versucht habe, das ESig umzusetzen, fiel mir diese Aufnahme wieder ein..!
Wir sehen einen Pesa-Hai, wie er soeben aus Rheinsberg in den Bahnhof einfährt. Rechts hinter dem Hai ist das ESig aus Richtung Rheinsberg zu sehen, ganz links das ESig aus Richtung Neuruppin. Das Gleis im Vordergrund in seiner Sand- und Kiesbettung wird leider nicht mehr befahren, aber es rollen hin und wieder immer noch Güterzüge mit Düngemitteln von Löwenberg nach Alt-Ruppin, die aber das hintere Gleis benutzen und dann Richtung Neuruppin abzweigen.

Datum: 09.05.2021 Ort: Herzberg (Mark) [info] Land: Brandenburg
BR: 632 (PESA LINK 2tlg) Fahrzeugeinsteller: NEB
Kategorie: Bahn und Infrastruktur
Top 3 der Woche: 6 Punkte

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Damals in Dessow (Mark)
geschrieben von: Leon (753) am: 12.05.21, 11:18
Kennt jemand Dessow? Ein kleiner Ort mit Haltepunkt an der Strecke von Neustadt/ Dosse nach Neuruppin. Ursprünglich von der Ruppiner Keisbahn, nach dem Zusammenschluss mit der Kremmen-Neuruppin-Wittstocker Eisenbahn zur Ruppiner Eisenbahn vereinigt und betrieben, hat bis zum Jahr 1997 Ferkeltaxen im Personenverkehr erlebt. Von 1998 bis 2006 war die Prignitzer Eisenbahn mit ihren blauen Schienenbussen auf dieser Strecke unterwegs, bis dann am 09.12.2006 der Personenverkehr eingestellt wurde.
Die Strecke lag anschließend einige Jahre brach, bis dann im Jahr 2012 ein Güterverkehr zum Gewerbegebiet Temnitzpark westlich von Neuruppin aufgenommen werden konnte. Inzwischen ist auf dieser Strecke bei Bedarf 3 x pro Woche ein morgendliches Güterzugpaar ab Berlin-Ruhleben zur Holzverarbeitungsfirma Bullinger unterwegs.

Angeregt durch dieses Bild [www.drehscheibe-online.de] von Hartmut habe ich mal das Archiv durchforstet und schlage der Galerie ebenfalls eine rote Ferkeltaxe aus dem April 1993 vor, aufgenommen in Dessow. Das Bahnhofsgebäude wurde bereits seinerzeit nicht mehr genutzt, ist aber links im Hintergrund noch erkennbar. Die Taxe hat soeben den Haltepunkt von Dessow verlassen und strebt in der warmen Nachmittagssonne des 09.04.93 an einem Gehöft vorbei gen Neustadt/ Dosse.

Das Bild schreit förmlich nach einem Vergleich mit der heutigen Zeit, denn es hat sich bis auf ein paar Tropfen Farbe und einiger neuzeitlicher Windkraftanlagen im Hintergrund nichts geändert. Das Problem ist aber, dass planmäßig außer der morgendlichen Bullinger-Übergabe um die Uhrzeit kein passender Zug aufkreuzt. So bleibt die Galerie vor einem möglicherweise interessanten Vergleich zwischen 28 Jahren bewahrt. Andererseits...aber das ist jetzt ein Insider für die Kollegen..;-)

Scan vom Fuji RDP 100 6x6-Dia

Datum: 09.04.1993 Ort: Dessow (Mark) [info] Land: Brandenburg
BR: 772 (alle Schienenbusse Bauart Reichsbahn) Fahrzeugeinsteller: Deutsche Reichsbahn
Kategorie: Zug schräg von vorn
Top 3 der Woche: 2 Punkte

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Firlefanz heute
geschrieben von: Leon (753) am: 11.05.21, 20:52
Von dem kleinen Ort Vehlefanz -gelegen an der Strecke von Velten über Kremmen nach Neuruppin- sind ja bereits einige Bilder in der Galerie enthalten, und ich knüpfe mal an diese Aufnahme [www.drehscheibe-online.de] vom Oktober 1992 an. Damals ein Bahnhof, wie er im Buche steht: besetzt, mit Kreuzungsmöglichkeit, Formsignalen, Kurbelschranke und Spannwerken, ferner Laternen mit Holzmasten und Silberfischchen-Outfit. Mehrmals am Tag fanden hier Zugkreuzungen mit Ferkeltaxen statt.
Vehlefanz heute: das Bahnhofsgebäude ist in privater Hand, und der Besitzer hat sich einen Güterwagen in den Garten gestellt. Die Strecke ist längst modernisiert, mit Hochbahnsteig und P + R-Parkplatz. Während der RE 6 seinem Namen als "Prignitz-Express" alle Ehre macht und auf seinem Weg nach Wittstock und Wittenberge von Velten bis Kremmen durchfegt, werden die Halte zwischen diesen Orten von der RB 55 bedient, welche in Kremmen auf einem Stumpfgleis endet. War zunächst der RE 6 in der Hand der GTW, wurden diese zwischenzeitlich von der Baureihe 648 abgelöst. Mittlerweile sind die GTW aber in Form der RB 55 wieder auf ein kurzes Teilstück der Strecke zurückgekehrt.
Wir sehen hier, wie am Morgen des 10.05.21 ein GTW den Haltepunkt von Vehlefanz verlässt und Richtung Hennigsdorf brummt. Das zarte Mai-Grün strahlt mit der Farbe des Güterwagens um die Wette.

Datum: 10.05.2021 Ort: Vehlefanz [info] Land: Brandenburg
BR: 646 (alle Stadler GTW-Bauarten) Fahrzeugeinsteller: DB
Kategorie: Bahn und Infrastruktur
Top 3 der Woche: 5 Punkte

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Hinter den Gärten von Rathsdorf im Oderbruch
geschrieben von: Leon (753) am: 08.05.21, 19:14
Einer der berühmtesten Güterzüge Brandenburgs war der "Ostbahn-Knicker". Wie häufig wurde früher sonntags abends der Wetterbericht verfolgt, um zu sehen, ob montags die Anreise an die Ostbahn lohnt. Dieser Zug verkehrte sehr regelmäßig montags früh von Seddin nach Kostrzyn und mittags bzw. am frühen Nachmittag wieder zurück. Weitere Fahrtage waren der Donnerstag für die Hintour -hier jedoch erst gegen mittag- und der Mittwoch für die Rückfahrt.
Seit diesem Jahr wird der Knicker wegen der Sanierung der Oderbrücke vor Kostrzyn über Frankfurt/ Oder geleitet und verkehrt ab Seddin mit der elektrischen Traktion. Ob der Zug nach Beendigung der Sanierungsmaßnahmen auf die Ostbahn zurückkehrt, ist offen. Erste Informationen besagen, dass der Zug dauerhaft über Frankfurt verkehren soll, aber warten wir es ab.
Im Oktober 2019 wurde der Zug baustellenbedingt für einen kurzen Zeitraum durch das Oderbruch über die Strecke von Eberswalde über Bad Freienwalde und Wriezen geleitet, aber auch auf dieser Strecke haben inzwischen Modernisierungsarbeiten stattgefunden; die Telegrafenmasten sind gefallen.
Vom Nachmittag des 14.10.19 ist bereits dieser Blick von den Höhen des Oderbruchs bei Niederfinow [www.drehscheibe-online.de] in die Galerie aufgenommen worden. Die eingleisige Strecke zwischen Werbig und Eberswalde verlangte von dem Zug mehrere Kreuzungsaufenthalte mit den hier verkehrenden Triebwagen der NEB, und bei Rathsdorf wurde zunächst dieser Regioshuttle [www.drehscheibe-online.de] abgewartet, welcher in Wriezen mit dem Knicker kreuzen wird. Kurz danach sehen wir diesen sehenswerten Zug, wie er mit seiner 232 567 sozusagen hinter den Gärten die Ortschaft passiert. Ein weiterer Aufenthalt in Bad Freienwalde verhalf dann zu dem bereits oben erwähnten Bild bei Hiederfinow.
Links im Bild ist die riesige Antenne eines Hobbyfunkers zu sehen. Ob er damit Radio Eriwan abhört, sei dahingestellt...;-)

Zuletzt bearbeitet am 08.05.21, 19:16

Datum: 14.10.2019 Ort: Rathsdorf [info] Land: Brandenburg
BR: 232,233,234,241 (alle Ludmilla-Baureihen) Fahrzeugeinsteller: DB
Kategorie: Zug schräg von vorn
Top 3 der Woche: 2 Punkte

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Die geteilte Stadt
geschrieben von: Leon (753) am: 07.05.21, 12:02
In welche Kategorie soll man dieses Bild einstellen? "Bahn und Landschaft" wäre verklärend. "Zug schräg von vorne" würde der Sache nicht gerecht. Nennen wir es so unpolitisch wie möglich "Bahn und Infrastruktur"...
Wir stehen auf der Bösebrücke in Berlin, auch Bornholmer Brücke genannt. Der Grenzübergang Bornholmer Straße ist fußläufig zu erreichen. Wir befinden uns noch auf der Westseite der Brücke, werden aber ob unserer Kamera von den nahen "Organen" bereits mehr als kritisch beäugt. Es gab mehrere Orte in Berlin, an denen man die Eisenbahn so hautnah mit den Grenzanlagen einfangen konnte, aber an keinem Ort hatte man die Mauer so formatfüllend im Bild wie an dieser Stelle...
Wir stehen im Berliner Wedding und blicken nach Norden. Rechts sind Teile von Berlin Pankow zu erkennen. Wir schreiben den 25.07.1989. Nur noch wenige Monate liegen vor dem Ereignis, für welches sich seinerzeit der Begriff "Wahnsinn" eingeprägt hat. Heute liegt hier das elektrifizierte Nordkreuz, und Züge fahren wie selbstverständlich von Pankow und Karow kommend Richtung Gesundbrunnen, und im Rücken des Betrachters rollen Züge über den nördlichen Innenring. Über die Bornholmer Brücke verläuft die Tram bis zum Virchow-Klinikum.

Und damals? Damals bespannte mit der 118 705 endlich mal eine Vertreterin dieser Baureihe mit durchgehendem Zierstreifen den Franzosenzug. Im August 1987 hochmotorisiert und von 118 305 in 118 705 umgenummert und seinerzeit immer im Berliner Raum beheimatet, bespannt sie hier den Zug der französischen Alliierten entlang dieses Monstrums, welches für uns vorher jahrzehntelang unser Leben geprägt hat, welches die Stadt geteilt hat, Schicksale zerstört hat, Leben genommen hat.
Wenige Monate später wird ein positiver Wahnsinn dieser Art von Wahnsinn ein Ende bereiten...

Scan vom Fuji Kleinbilddia

Datum: 25.07.1989 Ort: Berlin Wedding [info] Land: Berlin
BR: 228 (V180) Fahrzeugeinsteller: Deutsche Reichsbahn
Kategorie: Bahn und Infrastruktur
Top 3 der Woche: 17 Punkte

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Die unerwartete Ablösung
geschrieben von: Leon (753) am: 06.05.21, 12:05
Im Februar 1990 und März 1991 führten mich jeweils eintägige Fototouren an die Ostseeküste. Ziel war der Molli. Wir hatten damals den Spleen, kurz nach der Wende sämtliche Schmalspurbahnen der Reichsbahn abzuklappern - und wiederum ist es der Beifang, der wie so oft in letzter Zeit nachhaltig wirkt. Der Molli ist fotografisch eine "Vormittagsstrecke", und somit wurde der Nachmittag dem "normalen" Planverkehr auf der Strecke von Rostock nach Wismar gewidmet. 1990 waren da noch Wismarer "Dicke" vor den Personenzügen unterwegs, und ich nehme mal dieses Bild volley [www.drehscheibe-online.de]. Es zeigt die Wismarer 118 679 im Bahnhof Sandhagen, aufgenommen am 08.04.91. Bei meiner Tour im Jahr 1990 habe ich den Bahnhof Sandhagen ebenfalls mit einer 118 umgesetzt, und diverse Bilder dieser formschönen Loks sollten im Laufe des Nachmittags folgen.
Bei der Tour am 26.03.91 habe ich erneut den Bahnhof Sandhagen aufgesucht - nur wenige Tage vor der oben verlinkten Aufnahme. Was kommt entgegen? Ein Schweriner U-Boot! Hintergrund: der Stern der Wismarer 118 war rapide am Sinken, und Wismarer Personale besetzten Rostocker 119 in ihren alten Umläufen. Ich war damals derart sauer, dass ich, ohne mir vielleicht weitere Züge auf dieser Strecke anzuschauen, die Gegend verließ und auf dem Heimweg Richtung Berlin lieber noch ein paar rote Ferkeltaxen in der Prignitz einsammelte. U-Boote statt "Dicker" - das ging GAR nicht...! :-(
Und heute? Heute hat man aus dem Jahr 1990 ein paar 118 und aus dem Jahr 1991 eine absolut saubere 119 vor grünen Bghw. Wen interessiert da der Molli...? ;-)

Scan vom Fuji Kleinbilddia

Datum: 26.03.1991 Ort: Sandhagen [info] Land: Mecklenburg-Vorpommern
BR: 219,229 (alle U-Boote) Fahrzeugeinsteller: Deutsche Reichsbahn
Kategorie: Bahn und Infrastruktur
Top 3 der Woche: 13 Punkte

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