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Frühling in den Cevennen
geschrieben von: Gunar Kaune (427) am: 16.05.21, 09:07
Lang braucht der Frühling, bis er es in die Hochlagen der Cevennen schafft. Während Mitte Mai an der nahen Mittelmeerküste schon wieder Badewetter ist, sprießt an den Hängen von Mont Lozére und Montagne du Goulet noch der Löwenzahn und die Bäume tragen ihr erstes zartes Grün. Auf über 1000 m Höhe verläuft hier die Bahnstrecke von Monastier nach La Bastide-Saint-Laurent-les-Bains und mit ihren zahlreichen Schneegalerien erinnert sie eher an Norwegen als an Südfrankreich. Bereits kurz vor dem Scheitelpunkt auf 1215 m ist der TER von Nîmes nach Mende, als er das Dörfchen Mirandol durchfährt. In der S-Kurve zwischen den beiden Galerien liegt der Viadukt von Mirandol, das größte und bekannteste Bauwerk der Strecke.

Datum: 17.05.2006 Ort: Mirandol [info] Land: Europa: Frankreich
BR: FR-X 73500 Fahrzeugeinsteller: SNCF
Kategorie: Bahn und Landschaft

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Einstiger Linienstern
geschrieben von: Jens Naber (426) am: 13.05.21, 17:10
Die großzügigen Gleisanlagen von Sarreguemines lassen die frühere Bedeutung dieses Knotenbahnhofes noch erahnen, viel übrig geblieben ist vom einstigen „Linienstern“ heute leider nicht mehr: Für die Strecke nach Bitche (bzw. ehemals weiter bis nach Niederbronn) kam bereits im Jahr 2011 nach einem Hangrutsch das Aus, die Linie nach Sarre-Union folgte sieben Jahre später im Dezember 2018. Übrig geblieben sind, neben der Saarbahn nach Deutschland, somit nur noch die Züge nach Strasbourg und Béning-lès-Saint-Avold. Am 16. September 2014 machte sich noch ein AGC auf den Weg als TER 834727 nach Sarre-Union und passiert in der Bahnhofsausfahrt den dortigen Schneepflug. Im Hintergrund lauert rechts und links der Gleise bereits die gummibereifte Konkurrenz, auf die man in dieser Region derzeit leider lieber zu setzen scheint, statt in so manche Bahnstrecke zu investieren...

Datum: 16.09.2014 Ort: Sarreguemines [info] Land: Europa: Frankreich
BR: FR-X 76500 Fahrzeugeinsteller: SNCF
Kategorie: Bahn und Infrastruktur
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Après une nuit pluvieuse
geschrieben von: Julian en voyage (391) am: 08.05.21, 19:54
Im Jahr 2016 war der Regionalverkehr im Doubstal noch zu weiten Teilen in den Händen klassischer SNCF-Baureihen aus den Siebziger- und Achtzigerjahren. BB 25500 mit RRR-Garnituren, Z2 und BB 22200 mit Corail-Wendezügen teilten sich das TER-Angebot mit nur wenigen AGC und Baleines... Tempi passati!

Die Aussicht auf ein abwechslungsreiches Tagesprogramm ließ uns mitunter auch mal bei nicht ganz so sicherer Wetterprognose losfahren, denn die Chance, dass wenigstens ein bisschen was bei Sonne klappt, war entsprechend hoch. Und wunderschön ist es entlang des von Felsen umgrenzten Flusses am Nordrand des Jura sowieso - auch ganz ohne Eisenbahnfotos!

So lag eine verregnete Nacht hinter der Franche-Comté, als am Morgen des 12. April 2016 die Sonne zaghaft hinter den Wolken hervor blinzelte. In der langsam wärmer werdenden Frühlingsluft verflüchtigte sich das auf den jungen Blättern der frisch ergrünten Bäume gesammelte Wasser rasch und ließ eine eigentümliche, dunstgeschwängerte Atmosphäre entstehen. Dazu funkelten die Drähte und Leitungen des Fahrdrahts und der Hangsicherung wie Spinnweben in der Morgensonne, als der passend kurze Z 9631 als TER 894008 (Belfort - Besançon) bei Laissey an mir vorbei surrte. :)

Datum: 12.04.2016 Ort: Laissey [info] Land: Europa: Frankreich
BR: FR-Z 9600 Fahrzeugeinsteller: SNCF
Kategorie: Stimmungen mit Zug
Top 3 der Woche: 11 Punkte

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[FR] Sonderling im Sonderdienst
geschrieben von: Jochen Schüler (59) am: 07.05.21, 22:17
Am 28.01.2002 liefen die Bauarbeiten für die LGV Est européenne an. Das brachte so einiges an Sonderverkehr auf sonst eher verschlafene SNCF Strecken. Zum Beispiel das Schotterwerk in Raon-l'Étape an der Strecke Lunéville – St. Dié war dabei sehr stark eingebunden. Rund um die Uhr gingen Züge mit BB 63500, BB 66400 und sogar mit CC 72000 dorthin.

Wir haben uns das im März 2002 angesehen, gab es doch auf dieser Strecke noch Formsignale zu bewundern. Am 29.03.2002 standen wir dann am östlichen Einfahrsignal von Azerailles und warteten auf den leeren Schotterzug 77085 von Blainville-Damelevières nach Raon-l'Étape.

Mit CC 72068 fuhr dann ein Sonderling im Livrée Corail+ an uns vorbei. So kam dann auch eine Aufnahme in dieser Lackvariante in meine Sammlung und da ich festgestellt habe, dass diese Farbgebung noch in der Galerie fehlt, wollte ich diesem unhaltbaren Zustand sofort entgegenwirken.

Scan vom Fuji Sensia 100


Datum: 29.03.2002 Ort: Azerailles [info] Land: Europa: Frankreich
BR: FR-CC 72000 Fahrzeugeinsteller: SNCF
Kategorie: Zug schräg von vorn
Top 3 der Woche: 7 Punkte

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Tropischer Morgen an der Marne
geschrieben von: Train Jaune (52) am: 28.04.21, 19:29
Der Dunst hinter der Klappbrücke ist das einzige Indiz dafür, wie wir uns am Morgen des 08.08.2003 gefühlt haben, nämlich eher wie in einem französischen Überseegebiet als auf der geographischen Breite von Paris. Wir standen also in feucht-heißer Luft am Ufer des Canal entre Champagne et Bourgogne (Marne-Saône-Kanal) und, Jochens vorzüglicher Reiseplanung sei Dank, brauchten nicht lange zu warten, bis ein sonores Brummen und Rumpeln den mit zwei BB 66400 bespannten Zug (Sand?) ankündigte. Gerne hätten wir die Füße noch ein wenig ins Wasser gehalten, aber das Programm gebot uns, weiterzufahren. Die dicke Luft machte Hoffnung auf ein Gewitter und am Nachmittag prasselten tatsächlich plötzlich dicke Tropfen auf uns nieder, nur damit nach drei Minuten wieder die Sonne herauskam und die Luft noch dicker machte. Was für ein Sommer damals!

Viele Grüße
Thomas

P.S.: Als 50. Bild hätte ich eigentlich ganz gerne eines vom Train Jaune gezeigt, aber da gibt es leider nichts wirklich zeigenswertes mehr in meinem Archiv und so habe ich einfach ein Bild vom Ende der "Tour de France" genommen, an deren Anfang ich den Train Jaune zum ersten mal gesehen habe.



Datum: 08.08.2003 Ort: Autigny-le-Grand [info] Land: Europa: Frankreich
BR: FR-BB 66400 Fahrzeugeinsteller: SNCF
Kategorie: Zug schräg von vorn
Top 3 der Woche: 9 Punkte

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Dieselbrummen unterm singenden Draht
geschrieben von: Julian en voyage (391) am: 11.04.21, 16:29
Über den in den letzten Jahren wieder erstarkten Getreide-Verkehr auf der französischen "Ligne 4" habe ich an dieser Stelle bereits berichtet. Der um 2016/17 auf dem Gelände des ehemaligen Containerbahnhofs von Vesoul neu errichtete Silokomplex der Kooperative Interval versendet primär Export-Getreide per Bahn und generiert damit einen (verglichen mit anderen Silos) recht üppigen Verkehr, den sich verschiedene EVU teilen. SNCF Fret nimmt dabei den Weg westwärts über Culmont-Chalindrey. Die Zuführung der Leerwagen passte ich am 29. März 2019 oberhalb von Rosières-sur-Mance ab: [www.drehscheibe-online.de]

Kurz nach dem verlinkten Bild rollte noch ein Coradia Liner-Doppel in Gegenrichtung, ehe bis zum Nachmittag eine etwa siebenstündige Zugpause begann... Ganz normaler Wahnsinn an der "Ligne 4", seitdem die Strecke nach Eröffnung der LGV Rhin-Rhône von einer wichtigen Magistrale Paris - Ostfrankreich/Schweiz gewissermaßen zum Schleichweg degradiert wurde! Die Zeit nutzte ich für ein ausgiebiges Picknick am Ufer der Saône, ein bisschen Stellenkunde und einen Kontrollbesuch am Silo in Vesoul, wo sich etwa eine Stunde vor geplanter Abfahrt die 75407 wieder an die Schlange Getreidewagen setzte.

Entsprechend war ich auch bereits darauf eingestellt, dass die Rückfahrt etwas vor Plan unterwegs sein würde. Mit etwa -50 passierte FRET 481050 (Vesoul - Culmont-Chalindrey) schließlich um 15h23 den frisch ausgeholzten Einschnitt von Port-sur-Saône (70), gesäumt von einer erst zaghaft aufblühenden Frühjahrsvegetation. Nicht fehlen dürfen natürlich die charakteristischen Doppelmasten, die den einstmals zu jeder bedeutenderen Bahnstrecke gehörenden "singenden Draht" stützen, wie er zwischen Chalindrey und Bas-Évette noch lange durchgehalten hat, mittlerweile aber auch dort auf vielen Abschnitten verschwunden ist...

Die BB 75400 ist für eingefleischte Großdiesel-Fans sicher nur ein müder Abklatsch der bis 2017 im Fernverkehr auf der "L4" eingesetzten CC 72000/72100, aber ich freue ich mich in der zunehmenden Triebwagen-Monotonie doch immer wieder über einen Güterzug mit dieser Reihe, wobei ein voll beladener Getreide-Ganzzug zu den schwereren Anhängseln zählen dürfte. So war der 2400kW-Motor von MTU in der Steigung von Vesoul hinauf zum kleinen Zwischenscheitelpunkt im Wald zwischen Grattery und Port-sur-Saône hörbar gefordert, wobei dieser bereits knapp überwunden war, als ich den Auslöser drückte. Hier geht es schon wieder leicht hinab in die Niederung der Saône.

Zuletzt bearbeitet am 12.04.21, 15:59

Datum: 29.03.2019 Ort: Port-sur-Saône [info] Land: Europa: Frankreich
BR: FR-BB 75400 Fahrzeugeinsteller: SNCF
Kategorie: Bahn und Infrastruktur
Top 3 der Woche: 7 Punkte

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Échec et mat !
geschrieben von: Julian en voyage (391) am: 10.04.21, 12:44
Schon länger blickte das interessierte Publikum aus Nutzern, Lokalpolitik und Bahnfans sorgenvoll auf die TER-Verbindung von Nancy über die alte Ligne 14 südwärts gen Vittel, Contrexéville und Merrey. Sorgenvoll, denn "alt" meint in diesem Fall primär nicht die 14 aus der überkommenen Nomenklatur der Compagnie des chemins de fer de l'Est, sondern ganz handfest den stellenweise geradezu erbärmlichen Zustand des Oberbaus.

In der zweiten Jahreshälfte 2016 konkretisierten sich zunehmend die Gerüchte, dass der Strecke südlich von Pont-Saint-Vincent im Dezember 2016 wegen akuter Oberbaumängel und ungenügender Fahrgastzahlen die Einstellung im Gesamtverkehr droht… Als ich es am 30. November des Jahres tatsächlich geschafft hatte, Sonnenschein und einen freien Tag (die lagen bei mir zu dieser Zeit etwas dämlich über die Woche verteilt: Mittwoch und Sonntag) zu vereinen und ich mich bei anfangs eisigen Temperaturen an der Strecke wiederfand, war die Entscheidung bereits gefallen und die Strecke schachmatt gesetzt. Die Stellung im Spiel, in der der König im Schach steht und es keinen regelgerechten Zug mehr gibt, dieses aufzuheben. Die Lage ist aussichtslos und die Partie de facto verloren! Genau so fühlten sich die letzten Wochen des Betriebs an, auch wenn das mäßig attraktive Angebot noch bis zum Fahrplanwechsel tapfer aufrechterhalten wurde...

Unweit von Rozerotte rumpelte X 76575 als TER 836256 (Contrexéville – Nancy) über die marode Doppelspur durch die spätherbstliche Landschaft. Gut zwei Wochen später fuhr dann der letzte Zug über diesen Abschnitt.

Und heute? Verblieben ist nur noch der Vorortverkehr von Nancy bis Pont-Saint-Vincent (im Güterverkehr geht's noch ein paar Kilometerchen weiter bis Xeuilley) und südlich von Vittel die Abfuhr des bekannten Mineralwassers in Ganzzügen gen Merrey und von dort aus in alle Ecken des Landes. Eine Reaktivierung ist für den Zeitraum um 2025/26 zwar im Zuge einer Ausschreibung vorgesehen, aber auch wenn das klappt, werfen zehn bahnlose Jahre hier kein gutes Licht auf die französische Verkehrspolitik.

Datum: 30.11.2016 Ort: Rozerotte [info] Land: Europa: Frankreich
BR: FR-X 76500 Fahrzeugeinsteller: SNCF
Kategorie: Stimmungen mit Zug
Top 3 der Woche: 4 Punkte

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Merveilles de la Vermeille
geschrieben von: Julian en voyage (391) am: 07.04.21, 17:55
Von Argelès im Norden bis Cerbère im Süden ist es nur eine verhältnismäßig kurze Küstenstrecke, doch fährt Mutter Natur hier auf den letzten Metern französischen Bodens vor der Grenze zu Spanien/Katalonien noch einmal alles nur Erdenkliche auf, um den Besucher in ihren Bann zu ziehen. Blau-. Grün-, Ocker- und Rottöne, wie sie sie auf der Palette eines Malers kaum intensiver leuchten könnten! Als wäre dieses Farbenspiel zwischen Mittelmeer und Pyrenäenfels nicht paradiesisch genug, verwöhnen auch 320 Sonnentage im Jahr den Landstrich, der Künstler wie Henri Matisse vor über 100 Jahren genau so begeisterte, wie heute allsommerlich Tausende von Touristen. Hoffen wir, dass man sich in nicht allzu ferner Zukunft wieder halbwegs unbeschwert aufmachen kann zu einem Trip an die Côte Vermeille!

Einstweilen begnügen wir uns mit einer Rückblende in den März 2014, als im TER-Verkehr zwischen Avignon, Perpignan und Cerbère noch zwei Zugpaare mit BB 7200 und farbenfrohen Corail-Wagen im Design der (damaligen) Région Languedoc-Roussillon unterwegs waren. Einer jener Züge war TER 876426 (Cerbère - Avignon), der den Spurwechselbahnhof in fotogener Zeitlage nordwärts verließ und damit stets ein gern gesehenes Foto-Objekt war. Am 5. März 2014 umkurvt er vor weitem Mittelmeer-Panorma kurz nach Fahrtbeginn die Anse de Terrimbo, eine felsige Bucht mit kleinem Badestrand unterhalb der Bahnstrecke.

Datum: 05.03.2014 Ort: Cerbère [info] Land: Europa: Frankreich
BR: FR-BB 7200 Fahrzeugeinsteller: SNCF
Kategorie: Bahn und Landschaft
Top 3 der Woche: 13 Punkte

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Spätherbst im Doubstal
geschrieben von: Jens Naber (426) am: 21.03.21, 21:07
Einer der Motivklassiker im Doubstal dürfte der Blick vom Flussufer auf die parallel verlaufende Bahnstrecke Besançon - Belfort bei Branne sein. Außerhalb der Hochlichtmonate lässt sich hier um die Mittagszeit wunderbar entspannt auf ostwärts fahrende Züge warten. In der passenden Zeitlage schaut auch planmäßig der FRET 489059 von Sibelin nach Mulhouse Nord vorbei, auf den wir es am spätherbstlichen 31. Oktober 2017 abgesehen hatten. Ziemlich genau im anivisierten Zeitfenster ist BB 27051 auf der Strecke unterwegs und passiert zwei zufriedene Fotografen, die mit diesem Zug einen Haken hinter den "Doubstal-Klassiker" setzen konnten.

Datum: 31.10.2017 Ort: Branne [info] Land: Europa: Frankreich
BR: FR-BB 27000 Fahrzeugeinsteller: SNCF
Kategorie: Zug schräg von vorn
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Santiago oder Nantes?
geschrieben von: Julian en voyage (391) am: 16.03.21, 13:33
Egal ob man von Toulouse kommend das Ende des dem heiligen Jakob gewidmeten Pilgerwegs im galicischen Santiago de Compostela oder die alte Hauptstadt der bretonischen Herzöge an der Loire-Mündung erreichen will, führt der Weg zwangsläufig erst einmal nach Westen. Bei Boudou im Département Tarn-et-Garonne verlaufen beide Reiserouten am Canal latéral à la Garonne, dem Garonne-Seitenkanal, entlang. Links die Bahnstrecke Toulouse - Montauban - Agen - Bordeaux (von wo es weiter in Richtung Nantes geht), rechts der von zahlreichen Pilgern und Sinnsuchenden aus aller Herren Länder per Fahrrad oder zu Fuß gut frequentierte Jakobsweg, genauer gesagt die aus Le Puy-en-Velay kommende Via Podiensis.

Im frühen Streiflicht des 6. September 2015 führte BB 7255 mit INT 3842 (Toulouse - Nantes) den ersten westwärts fahrenden Fernzug des Tages dem Lokwechsel in Bordeaux entgegen. Dort wird ihn eine BB 67400er-Traktion übernehmen, um ihn über La Rochelle nach Nantes zu bringen. Eine Direktverbindung mit aufwendigem Betriebsablauf, die schon 2015 nicht mehr selbstverständlich war und mittlerweile bereits seit einigen Jahren der Vergangenheit angehört...

In den kommenden Monaten wird sich voraussichtlich ein weiteres Kapitel der Bahngeschichte im Midi schließen - Die Vorherrschaft der elektrischen "Nez cassés" vor den Corail-Schnellzügen auf der Transversale Sud. In der Normandie durch die Ablieferung neuer Omneo-Triebwagen arbeitslos gewordene Sybics sollen ab Juni 2021 zumindest einen größeren Teil der Leistungen von den BB 7200/22200 übernehmen, die dort in den letzten Jahrzehnten das Bild des Fernverkehrs prägten.

PS: Einen Schatten auf der Lokflanke und die zugehörige Spiegelung habe ich nachträglich am heimischen PC entfernt.

Datum: 06.09.2015 Ort: Boudou [info] Land: Europa: Frankreich
BR: FR-BB 7200 Fahrzeugeinsteller: SNCF
Kategorie: Stimmungen mit Zug
Top 3 der Woche: 19 Punkte

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Le Malentendu
geschrieben von: Julian en voyage (391) am: 12.03.21, 17:19
Den charmanten Museumsbahnbetrieb des Velay-Express auf einem Teil des einstmals ausgedehnten CFD-Schmalspurnetzes im Massif Central habe ich an dieser Stelle vor einigen Monaten ja schon vorgestellt: [www.drehscheibe-online.de] Kehren wir noch einmal zurück in den Spätsommer auf den Höhen des Vivarais!

Folgt man am Ortsausgang von Tence am Rond-point, also dem Kreisverkehr, nicht der direkten Straße nach Le Chambon-sur-Lignon, sondern dem Hinweis auf die "Itinéraire Touristique", gelangt man nach wenigen Kilometern nahe des Weilers La Celle an einen markierten Aussichtspunkt am Straßenrand. Eingerichtet wurde er aller Wahrscheinlichkeit nach, um den - durchaus hübschen - Blick auf das im Tal dahin plätschernde Flüsschen Lignon und die sich im Westen aufragenden Vulkangipfel zu ermöglichen. Doch irgendwie hatten wir das an diesem 13. September 2020 offenbar alle ein bisschen missverstanden... Denn sowohl ich als auch ein spontan anhaltendes französisches Duo aus Vater und Sohn drehten uns samt Kameras just in die entgegengesetzte Richtung um, wo es nur Wald, Landstraße und eine steinerne Stützmauer zu sehen gibt. Verhältnismäßig langweilig! Doch, nanu, was trötete und brummte denn da aus dem dunklen Tann? Wenig später rollte dann der mustergültig aufgearbeitete Billard Nr. 313 (weitere Infos zu ihm gibt's unter dem verlinkten Bild) als Velay-Express gen Le Chambon und Saint-Agrève vorbei und war möglicherweise eine Rechtfertigung für die Wahl der falschen Seite des Aussichtspunkts. ;)

Das mit den Missverständnissen scheint in der Gegend übrigens Tradition zu haben, denn im nahen Le Chambon-sur-Lignon, dem nächsten Halt des Zuges, schrieb der dort eine Tuberkuloseerkrankung auskurierende Albert Camus 1943 nicht nur Teile seines Romans "Die Pest", sondern vor allem auch das zum Cycle de l'absurde zählende Theaterstück "Le Malentendu" (auf deutsch: "Das Missverständnis"), das dem ein oder anderen Gymnasiasten aus Baden-Württemberg, der in der Oberstufe Französisch als Leistungskurs belegt hat, vielleicht noch in Erinnerung sein wird...

Zuletzt bearbeitet am 14.03.21, 01:09

Datum: 13.09.2020 Ort: Le Chambon-sur-Lignon [info] Land: Europa: Frankreich
BR: FR-Billard A80D Fahrzeugeinsteller: Velay-Express
Kategorie: Bahn und Landschaft
Top 3 der Woche: 11 Punkte

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Sonne im Führerstand
geschrieben von: Jens Naber (426) am: 10.03.21, 20:29
Neben den schnellen Corail-Zügen (bzw. mittlerweile größtenteils Omneo-Triebwagen...) Richtung Caen, Cherbourg und Trouville verstärken in der Hauptverkehrszeit auch noch zusätzliche Regionalzüge, bestehend aus V2N-Garnituren, das Angebot für Pendler aus der Normandie in Richtung Hauptstadt. Am frühen Morgen des 07. August 2020 hat BB 15035 mit dem TER 51024 aus Serquigny eine dieser Leistungen am Haken, als sie auf ihrer Fahrt nach Paris-St-Lazare bei Neauphlette in Kürze den nächsten Halt in Bréval erreichen wird. Die tiefstehende Sonne erlaubt an diesem Sommermorgen sogar einen Blick in den Führerstand, denn die markante "nez cassé"-Front lässt den Lokführer außerhalb der Tagesrandlagen nahezu immer im Schatten verschwinden. Sicherlich einer der Gründe, weshalb die Ingenieure von Alsthom in Zusammenarbeit mit dem damaligen SNCF-Designer Paul Arzens in den 60er-Jahren dieses optisch gelungene Design auf die Schienen stellten, das sich bei zahlreichen Baureihen durchgesetzt hat und auch heute noch in einigen Ländern vertreten ist.

Zuletzt bearbeitet am 10.03.21, 20:55

Datum: 07.08.2020 Ort: Neauphlette [info] Land: Europa: Frankreich
BR: FR-BB 15000 Fahrzeugeinsteller: SNCF
Kategorie: Zug schräg von vorn
Top 3 der Woche: 8 Punkte

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[FR] Luzy sur Marne, mal anders
geschrieben von: Jochen Schüler (59) am: 01.03.21, 21:17
Nicht weniger als 8 Bilder zeigt RailView im Bereich von Luzy sur Marne. Erstaunlicherweise zeigen davon nur zwei die Situation an der Hubbrücke, die mich seit meinem ersten Besuch dort immer wieder fasziniert hat. Und nur in dem von Volker ist die Brücke auch noch vorhanden [www.drehscheibe-online.de] .

Die Variante mit der Hubbrücke und der Fußgängerbrücke nördlich davon ist sowas wie ein Klassiker, jedoch auch schon in der Galerie [www.drehscheibe-online.de] . Allerdings ist die Brücke dabei schon weg.

Und fast alle Bilder zeigen Corail-Züge. Dabei fuhren und fahren zwischen Chaumont und Culmont - Chalindrey auch jede Menge Güterzüge. Das war auch der Hintergrund, warum Thomas (Train Jaune) und ich uns am letzten Morgen unserer genialen Ostbahnwoche ab 7:30 auf der Fußgängerbrücke postierten und auf Güterzüge lauerten. Aus Richtung Paris wäre mit einem leichten Tele das nette Außenkurve mit Kanal Motiv möglich gewesen. Aus Chalindrey war die Brücke voll im Bild. Jedoch musste man hoch genug stehen, um das Gleis frei zu bekommen.

Ob ich meine Leiter auf die Brücke geschleppt habe oder mich sogar auf das Geländer gestellt habe, ist mir nicht mehr in Erinnerung. Jedoch habe ich gut in Erinnerung, dass mir nicht ganz wohl so über dem Wasser war und ich nicht wirklich sicher stand, wenn ich abwechselnd in Richtung Chaumont oder Langres nach dem Dieselsound lauschte.

Aber natürlich kamen bis die Sonne rum war nicht die erhofften Ganzzüge sondern „nur“ ein Locotracteur um 7:45 und eine Baumaschine kurz danach. Aber aus heutiger Sicht bin ich schon sehr zufrieden, überhaupt eine „Übergabe“ Chalindrey – Chaumont mit Y 8510 erwischt zu haben.

Scan vom Fuji Sensia 100

Datum: 21.07.2000 Ort: Luzy-sur-Marne [info] Land: Europa: Frankreich
BR: FR-Y 8400 Fahrzeugeinsteller: SNCF
Kategorie: Bahn und Infrastruktur
Top 3 der Woche: 12 Punkte

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Prestigezug am Hochofen
geschrieben von: kalkzugmenden (9) am: 27.02.21, 12:43
Beim Warten auf ein Bügeleisen (BB 12000) fuhr mir dieser interessante Zug vor die Linse. Es handelt sich um EC 97 "Iris" (Chur - Brüssel), eine hochwertige Zugverbindung der Schweiz mit Belgien. Jahrzehntelang gab es bereits eine Zugverbindung der beiden Regionen mit dem Namen "Edelweiss", die Symbolblume der Alpen. Weniger bekannt ist, dass die gelbe Iris das Symbol der Region Brüssel und sogar auf dessen Fahne zu finden ist. So erklärt sich der Name des Zuges, der dann ausgleichend zur bereits vohandenen Verbindung vergeben wurde.
Ursprünglich 1974 als Dirktverbindung Zürich - Brüssel mit TEE "Iris" aufgenommen, kam 2016 die Einstellung.
Am Abend des 10.08.1999 zieht BB 15045 mit dem Zug am denkmalgeschützten Hochofen 4 des ehemaligen Usinor-Hüttenwerks in Uckange vorbei.

Scan vom Fuji-Velvia KB-Dia

Datum: 10.08.1999 Ort: Uckange [info] Land: Europa: Frankreich
BR: FR-BB 15000 Fahrzeugeinsteller: SNCF
Kategorie: Bahn und Infrastruktur
Top 3 der Woche: 6 Punkte

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[FR] Im Land der gezogenen TGV
geschrieben von: Jochen Schüler (59) am: 03.02.21, 17:27
Nach meinem Erstkontakt 2001 [www.drehscheibe-online.de] war klar, dass ich mir das noch einmal ansehen musste. Blaue CC 72000, Doppeltelegrafenmasten und die ursprüngliche Infrastruktur in der Vendée hatten mich begeistert.

Der nächste Versuch 2002 war weniger erfolgreich. Als wir in La Roche sur Yon ankamen, stand eine Garnitur im Bahnhof und bewegte sich nicht. Die Lok war kaputt, es dauerte Stunden, bis eine Ersatzlok da war und die ganze Chose nach Nantes zog. Mangels Streckenkunde fanden wir kein Motiv für die Kombination CC 72000 + TGV + CC 72000. Schade drum. Und am nächsten Tag fuhr ein X 72000 den Ersatzverkehr. Wir flohen umgehend.

Also 2003 der nächste Versuch. Da passte alles und zwei Garnituren waren unterwegs. Hier sehen wir CC 72 061 mit TGV 8960 Les Sables d'Olonne - Paris Montparnasse am 08.06.2003 um 1728 im Bahnhof Le Pallet.

2004 reichte es dann nicht für einen Besuch und dann war schon Schluss mit der Herrlichkeit.

Scan vom Fuji Sensia 100

Edit nach Einfügen der Positionsdaten: Mann, da hat sich was verändert...

Zuletzt bearbeitet am 03.02.21, 17:29

Datum: 08.06.2003 Ort: Le Pallet [info] Land: Europa: Frankreich
BR: FR-CC 72000 Fahrzeugeinsteller: SNCF
Kategorie: Bahn und Infrastruktur
Top 3 der Woche: 12 Punkte

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[FR] Ein Picasso zwischen Louve und Arc deTriomphe
geschrieben von: Jochen Schüler (59) am: 30.01.21, 18:39
Ich hoffe, ihr verzeiht mir in diesen unschönen Zeiten diesen kleinen Scherz. Obwohl, es ja nicht gelogen ist. Doch wie kommt der klassische SNCF Nebenbahn-Triebwagen X 4039 von Autorails de Bourgogne-Franche-Comté (ABFC) auf die Champs Elysées. Was war passiert?

So einiges läuft in unserem Nachbarland anders mit der Eisenbahn. Ich hatte mal wieder einen Fotourlaub geplant und am Mittwoch im Jura nur Standaufnahmen gemacht. Die Eisenbahner Frankreichs haben nicht erst in den letzten Jahren gelernt, wie man effektiv streikt. Wie schon mehrfach erlebt war von Dienstag bis Donnerstag der Verkehr extrem rudimentär. In meinen Zielgebieten Jura und Auvergne lief nur noch etwas in Richtung Paris. Nahverkehr und transversale Linien waren Totalausfall.

In den Bahnhöfen wurde aber intensiv für das Bahnereignis des Jahres - „Le Train capitale“ - geworben. Die SNCF wollte sich bei der Bevölkerung positiv ins Bewusstsein bringen und hatte auf der Champs Elysées eine Leistungsschau aufgebaut. Wenn sowieso nichts ging, konnte ich mir das ja mal ansehen. Mit der Bahn fuhr ich morgens von St. Germain des Fossées nach Paris und abends wieder zurück. Dazwischen genoss ich das schöne Wetter und versuchte nicht daran zu denken, was ohne Streik so machbar gewesen wäre. Mein erstes bewegtes Bild machte ich dann tatsächlich erst am nächsten Tag, dem Freitagnachmittag, in der Vendée. Dort wie anderswo lief der Verkehr langsam wieder an, damit die Streikenden auch rechtzeitig ins Wochenende kommen.

Scan vom Fuji Sensia 100

Datum: 05.06.2003 Ort: Paris [info] Land: Europa: Frankreich
BR: FR-X 3800 Fahrzeugeinsteller: Autorails de Bourgogne Franche-Comté (ABFC)
Kategorie: ungewöhnliche Perspektiven
Top 3 der Woche: 9 Punkte

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Tote Infrastruktur
geschrieben von: Train Jaune (52) am: 17.01.21, 17:55
Hallo zusammen,

Jochens und meine Tour de France ging nach dem Tag rund um Saint-Denis-lès-Martel mit der von Brive nach Ussel und damals noch weiter Richtung Clermont-Ferrand führenden Strecke weiter.
Nach dem obligatorischen Foto in Cornil (das ich trotz Historienbonus mit X2800 nicht zeige - Julians Version ist nicht zu toppen!) ging es weiter nach Égletons, wo wir den Ventadour auf seinem weiteren Weg Richtung Osten mit dem hübschen Ensemble aus überflüssig gewordenem Wasserturm und Güterschuppen in Szene setzten. Keine Ahnung, ob es den Zug zumindest bis Ussel noch gibt, die Gebäude sind auf Google Maps jedenfalls nicht mehr zu sehen, vom Güterschuppen blieb nur die Bodenplatte. Gut, daß wir damals da waren...

Viele Grüße
Thomas



Datum: 04.08.2003 Ort: Égletons [info] Land: Europa: Frankreich
BR: FR-BB 67400 Fahrzeugeinsteller: SNCF
Kategorie: Bahn und Infrastruktur
Top 3 der Woche: 5 Punkte

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[FR] Ein ungewöhnlicher Sonntag im Lot
geschrieben von: Jochen Schüler (59) am: 14.01.21, 19:06
Eigentlich hätten wir bei unserer Übernachtung am 01.08.2003 in Rocamadour mit einem gemütlichen Frühstück und einem entspannten Sonntag rechnen können. Der erste Zug wäre der TER 71207 Brive – Toulouse um 9:54. Doch im heißen Sommer 2003 gab es Sonderzüge mit Getreide von Nordfrankreich ins Aveyron. Dadurch mussten die Eisenbahner der Einsatzstelle Capdenac und wir schon früh ran.

Wir fuhren nach St Denis lès Martel, da wir nicht so ganz der Aussage des Chef de Gare von Capdenac vom Vortag bzw. meinen Französischkenntnissen trauten. Nach dem auch heute noch beliebten Train de Nuit und vor dem ersten TER gab es normalerweise am Sonntagmorgen eine Zugpause von viereinhalb Stunden. Und da sollte in der normalen Betriebsruhe ein Sondergüterzug eingelegt werden?

Doch allen Unkenrufen zum Trotz wurde uns der Zug bestätigt und noch drei weitere Fahrzeiten genannt. Der erste Zug von Capdenac sollte schon nach 8 Uhr kommen. Das war beim Verlauf der Strecke schwierig umzusetzen, so dass wir gleich in St Denis lès Martel blieben.

In Frankreich finden sich in den Bahnhofsausfahrten häufig Tafeln, die den nächsten größeren Bahnhof einer abzweigenden Strecke anzeigen. Solche zwei Tafeln ließen sich von der Straßenbrücke zusammen mit der Kirche von St Denis lès Martel ablichten. Die rechte Strecke führte mal bis Souilliac. Dort fährt heute eine Museumsbahn bis kurz vor diese Abzweigung, doch leider nicht mehr in den Bahnhof selbst. Die Strecke muss spektakulär sein [trainduhautquercy.info] . Geradeaus geht es nach Capdenac, daher kam unser Zug. Und nach links zweigt die Strecke nach Aurillac ab. Auch dort stand eine Tafel, doch sie war nicht mit Licht umzusetzen und wurde daher nicht mit ins Bild genommen.

Und tatsächlich, um 8:15 dröhnten gleich drei BB 66000 mit leeren Getreidewagen unter uns hinein in den Bahnhof. Ob sie am Einfahrsignal gestellt wurden und daher so stark rußten, habe ich nicht mehr in Erinnerung. Es waren auf jeden Fall BB 66 084, 016 und 083 mit 539768 Capdenac – Brive.
Ein super Start in einen memorablen Tag. Die drei Loks kamen mit einem Vollzug zurück und mussten dann ein weiteres Mal Lz nach Brive, um dort den dritten Zug des Tages abzuholen. Zehn Stunden nach dieser Aufnahme fuhr der letzte Vollzug durch St Denis lès Martel und wir bezogen ein Hotel in Vayrac.

Scan vom Fuji Sensia 100 Dia


Datum: 03.08.2003 Ort: Saint-Denis-lès-Martel [info] Land: Europa: Frankreich
BR: FR-BB 66000 Fahrzeugeinsteller: SNCF
Kategorie: Zug schräg von vorn
Top 3 der Woche: 3 Punkte

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Staubiges in der Picardie
geschrieben von: Voreifel-218er (28) am: 10.01.21, 21:48
€4053 der VFLI donnert mit dem staubenden Kalkzug 60566 (merci Julian!) von Caffiers nach Mitry-Claye durch die Feuchtwiesen bei Rue in Richtung Süden.

Datum: 19.04.2019 Ort: Rue [info] Land: Europa: Frankreich
BR: FR-EURO 4000 Fahrzeugeinsteller: Voies Ferrées Locales et Industrielles (VFLI)
Kategorie: Zug schräg von vorn
Top 3 der Woche: 10 Punkte

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[FR] Fret bei Valady, die zweite
geschrieben von: Jochen Schüler (59) am: 10.01.21, 16:02
Traine Jaune lässt hier ja unsere Frankreichtour 2003 wieder aufleben. Nach dem schicken Schotterzug auf dem Viaduc de Tournemire [www.drehscheibe-online.de] gönnten wir uns nach einigen Basisübernachtungen ein schickes Hotel in Capdenac Gare. So konnte ich morgens im Bahnhof mich nach dem Güterzugprogramm des Tages erkundigen.

Der Chef de Service sagte mir, dass es aufgrund der Dürre in Aveyron in diesen Sommer Getreidezüge von Nordfrankreich nach Luc-Primaube gibt und ein solcher Zug anstand. Das passte uns prima, denn er fuhr vormittags nach Osten. Wir verfolgten den Zug bis ins Anschlussgleis nach Luc-Primaube. Die Rückfahrt hatten wir schon auf dem Viadukt und im Bahnhof von Rodez fotografiert, als wir uns vor Valady an der D840 postierten und den Einschnitt mit S-Kurve ins Visier nahmen. Das Motiv hatten wir gefunden, da in der 1:100.000 IGN Karte eine anspruchsvolle Streckenführung zwischen Nuces und Saint Cristophe erkennbar war und wir uns den Bereich am Vortag schon mal angesehen hatten. Von 483 m in Nuces (290,864) ging es auf knapp 12 km Streckenlänge mit durchschnittlich 11%o über viele Kurven und durch zwei Tunnels herunter auf 356 m bei Saint Christophe (278,975). Statt Luftlinie 3,8km!

Wir sehen hier also am Freitag den 01.08.2003 um 13:05 den leeren 424660 Luc-Primaube – Capdenac mit BB 66 083 und 016 vom Depot Toulouse, deren Pflegezustand optimierungswürdig war.

Warum der Zug in Capdenac zwischenabgestellt wurde, konnten wir nicht nachvollziehen. Wir waren nicht böse darum, denn das bescherte uns einen stressigen Sonntag, an dem drei Getreideganzzüge zwischen Capdenac und Brive unterwegs waren. Sensationell für die SNCF im Massif Central im Jahre 2003.

Scan vom Fuji Sensia 100 Dia


Datum: 01.08.2003 Ort: Valady [info] Land: Europa: Frankreich
BR: FR-BB 66000 Fahrzeugeinsteller: SNCF
Kategorie: Bahn und Landschaft
Top 3 der Woche: 10 Punkte

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Sonntäglicher Leerzug
geschrieben von: Jens Naber (426) am: 06.01.21, 22:12
Seit September 2018 spielt sich in den Vogesen südlich von Strasbourg immer wieder sonntags die gleiche Szene ab: Gegen 16:45 Uhr erreicht ein aus Strasbourg kommender TER seinen Endbahnhof Rothau. Die Garnitur bleibt dort aber nicht stehen oder verkehrt zurück nach Strasbourg, sondern sie fährt, nach dem Ausstieg aller Fahrgäste, auf der gleichen Strecke als Leerzug weiter gen Süden. Mit dieser Leistung werden Lok und Wagen nach Saint-Dié des Vosges überführt, um von dort am nächsten Morgen einen Pendlerzug zurück nach Strasbourg zu fahren. Am 23. Juni 2019 hat BB 67591 den höchsten Punkt der Strecke überwunden und rollt mit dem W 831870 bei Lubine dem Ziel entgegen. Warum man den Zug leer fahren lässt und nicht stattdessen die über vierstündige Zuglücke auf diesem Abschnitt schließt, muss man dagegen nicht so ganz verstehen...

Zuletzt bearbeitet am 06.01.21, 22:13

Datum: 23.06.2019 Ort: Lubine [info] Land: Europa: Frankreich
BR: FR-BB 67400 Fahrzeugeinsteller: SNCF
Kategorie: Bahn und Landschaft
Top 3 der Woche: 4 Punkte

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Vorausgedacht
geschrieben von: Train Jaune (52) am: 06.01.21, 12:07
Hallo zusammen, Bonne Anneé an die Frankreichfraktion und ein frohes neues Jahr an alle anderen!

Wie bei meinem vorangegangen Bild angekündigt, ging unsere Tour im Département Aveyron weiter.

Der Titel "Vorausgedacht" paßt in mehrerlei Hinsicht auf dieses Bild:

Erstens hatte Jochen den Viaduc de Tournemire bei Valady an der Strecke von Capdenac nach Rodez schon seit längerem auf seiner liste de choses à faire, so daß wir an diesem heißen Julinachmittag keine Zeit mit Motivkunde verbringen mußten. Zweitens hatten wir uns während einer Zugpause um die Mittagszeit in weiser Voraussicht mit Proviant eingedeckt und drittens hatten die Erbauer des Viadukts wohl einen späteren zweigleisigen Ausbau der Strecke im Kopf gehabt. Letzteres ist, wenn man nach den verfügbaren Quellen im Internet geht, Spekulation. Fakt ist hingegen, daß wir gemütlich im Weinberg sitzend Zeit für ein ausgiebiges Picknick hatten, bis der Zug angerumpelt kam. Daß ich trotz der langen Vorlaufzeit die Kamera zu tief gehalten habe, lag an meiner Bequemlichkeit, nicht mit Stativ zu arbeiten. Honte à moi du tout...
Vielleicht kann Jochen mehr zu der Zugleistung sagen, bespannt war sie jedenfalls mit zwei BB 66000, vermutlich vom Depot Toulouse, denn von dort kamen die identifizierbaren Maschinen, die wir in der Umgebung von Rodez damals fotografiert haben.

Möge Euch das Bild an diesem kalten Januartag ein wenig das Herz wärmen!

Bearbeitung: Am oberen Bildrand wurde der Streifen Himmel erweitert.
Scan vom Kleinbilddia Fuji Provia 200

Viele Grüße
Thomas

Datum: 31.07.2003 Ort: Valady [info] Land: Europa: Frankreich
BR: FR-BB 66000 Fahrzeugeinsteller: SNCF
Kategorie: Bahn und Landschaft
Top 3 der Woche: 12 Punkte

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kleine Erfrischung gefällig?
geschrieben von: Train Jaune (52) am: 29.12.20, 15:14
Der heiße Sommer von 2003 war für Eisenbahnfotografen eine Herausforderung, denn oft bietet der optimale Standpunkt für ein Foto nicht den erhofften Schatten, in dem man gemütlich das Kommen des Zuges abwarten kann.
So auch hier, in Albiès an der Pyrenäenquerung Toulouse-Barcelona über Latour de Carol. Wir waren bei der im Bild zu sehenden Brücke auf den Bahndamm geklettert, darauf achtend, daß wir den am Bahndamm gelegenen privaten Garten nicht oder nur am äußersten Rand betreten, und standen nun am Rand eines Einschnitts knapp oberhalb der Bahn in der prallen Mittagssonne. Der nächste Schatten wäre unter der Brücke gewesen. Bei der geringen Vorwarnzeit des Zuges wäre der Fotostandpunkt unmöglich rechtzeitig von dort zu erreichen gewesen. Und so standen und schwitzten wir, noch dazu mit einem latent schlechten Gewissen, weil wir bei genauer Betrachtung doch auf privatem Grund standen. Plötzlich ging unterhalb von uns eine Tür auf, ein Mann trat in seinen Garten, Jochen fing an, ihm auf improvisiertem Französisch zu erklären, was wir dort tun und schon bekamen wir eine Einladung auf eine Erfrischung. Wunderbares Frankreich!

Nun warteten wir noch die paar Minuten, bis der Zug durch war und dann hatten wir glücklicherweise etwas Mittagspause, bis zum nächsten planmäßigen Zug sollte es noch etwas dauern und unser nächstes Ziel Cabannes war nicht weit. Den angebotenen Pastis lehnten wir höflich ab, denn wir wollten uns an diesem Tag noch bis Albi durchkämpfen, aber für Sirop de Monin mit eiskaltem Wasser waren wir dankbar und der Gastgeber bekam eine willkommene Abwechslung mit der Erklärung, was zwei Deutsche mit Kameras am Bahndamm in der prallen Mittagssonne anfangen...

Wir sehen BB 7293 mit einem Holzzug nach Latour de Carol. Diese Leistung hatten wir am Tag zuvor schon jenseits des Passes kurz vor Latour de Carol abgelichtet, es schien die einzige Güterleistung dieser Strecke zu sein. Kaum vorstellbar, was da früher losgewesen sein muß angesichts der ausgedehnten Bahnanlagen in Latour de Carol und im benachbarten spanischen Puigcerda.

Tatsächlich erreichten wir an dem Tag auch Albi, von wo aus wir uns dann etwas intensiver den Départements Tarn und Aveyron widmeten - aber davon soll ein andermal erzählt werden...

Viele Grüße
Thomas

Datum: 30.07.2003 Ort: Albiès [info] Land: Europa: Frankreich
BR: FR-BB 7200 Fahrzeugeinsteller: SNCF
Kategorie: Zug schräg von vorn
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Le Pechiney
geschrieben von: Julian en voyage (391) am: 28.12.20, 18:02 Top 3 der Woche vom 10.01.21
Die Provence und die Aluminiumproduktion, das gehört praktisch untrennbar zusammen, seitdem Mitte des 19. Jahrhunderts bei Les Baux-de-Provence in den Hügeln der Alpilles ein rötlich schimmerndes Mineral gefunden wurde. Der erste Fundort verlieh ihm seinen Namen: Bauxit - Heute der wichtigste Grundstoff zur Herstellung von metallischem Aluminium.

Erste Produktionsstätte und Wiege des späteren Alu-Großkonzerns Pechiney war Salindres bei Alès im Département Gard. Doch mit der Entdeckung reicher Bauxitvorkommen 200 Kilometer weiter östlich im Département Var rund um Brignoles stellte sich unweigerlich die Frage nach einer zweiten Aluminiumhütte, die 1892 in Gardanne errichtet wurde, an die Bauxitlagerstätten des Var über die Bahnstrecke Carnoules - Gardanne gut angebunden. Zunehmende Erschöpfung und Preisdruck durch Importware führten schließlich in den 1980er-Jahren das Ende der Bauxitförderung in Südfrankreich herbei. Doch das Aluminiumwerk von Pechiney blieb, zugleich wichtiger Arbeitgeber und großes Umweltproblem. Das benötigte Bauxit kommt seitdem aus Übersee, zunächst vor allem aus Australien, heute ausschließlich aus Guinea.

Eine logistische Mammutaufgabe stellt dabei der Transfer vom Hafen in Fos-sur-Mer, wo die gigantischen Massengutfrachter das rote Gestein anlanden, zur Fertigungsstätte dar. Die Eisenbahn ist dafür alternativlos, wenn auch mit einigen Komplikationen verbunden. Zweimal müssen die schweren Züge auf ihrer nur gut 80 Kilometer langen Route Kopf machen, einmal in Miramas, das zweite Mal in Rognac, ehe es über die eingleisige und planmäßig nur noch von diesen Bauxit-Transporten befahrene Güterzugstrecke Rognac - Aix-en-Provence dem Ziel entgegen geht, lange Steigungen mit immerhin 15 Promille inklusive. Etwa zwei Züge täglich stillen den nicht nachlassen wollenden Rohstoffhunger des Aluminiumwerks. Deren Grenzlast ist beeindruckend: 45 Wagen und 3883 Tonnen, davon 2943 Tonnen Transportgut. Eine oder mehrere Schubloks sind auch noch erforderlich, seitdem 2009 die DB-Tochter Euro Cargo Rail (ECR) der Staatsbahn die lukrativen Ganzzüge abgejagt hat und auf die robusten, sechsachsigen Class 66 setzt.

Doch die Tage des Bauxit-Giganten auf Schienen, der in der Fanszene auch auf den Namen "Pechiney" hört, scheinen gezählt zu sein... Das mittlerweile zum Alteo-Konzern gehörende Werk in Gardanne steht seit 2019 unter "redressement judiciaire", vergleichbar dem Insolvenzverfahren im deutschen Recht. Mit Stand Dezember 2020 ist mit der guineischen UMS nur noch ein Kandidat für die Übernahme übrig geblieben - Und der möchte den ersten Produktionsschritt der Bauxit-Verarbeitung nach dem sog. Bayer-Verfahren nicht mehr vor Ort durchführen, sondern importiertes Aluminiumpulver weiter verarbeiten. Maßgeblich zu dieser Entscheidung beigetragen haben dürfte der zunehmende öffentliche Druck, das bis dato ungelöste Problem der Lagerung und Entsorgung des giftigen Rotschlamms, der "boue rouge" als Abfallprodukt der Aluminiumverhüttung endlich anzugehen. Mit der avisierten Änderung des Produktionsablaufs entstünde die toxische Last, die bislang entweder in offenen Deponien gelagert oder über eine Pipeline (mittlerweile laut Unternehmensangaben "gereinigt") vor Cassis ins Mittelmeer verklappt wurde, gar nicht erst - Jedenfalls nicht in Frankreich... [www.francebleu.fr] , [www.francebleu.fr]

Im Frühjahr 2014 war von einem möglichen Ende noch nichts zu ahnen und wir nahmen den Bauxit-Zug von ECR eher als Nebenprogramm zum damals an Samstagen verkehrenden SNCF-Aluminiumzug [www.drehscheibe-online.de] mit. Der nach dem Vorbild des antiken Pont du Gard entstandene Aqueduc de Roquefavour bildete wiederum den Hintergrund für die 66228 im weinroten EWS-Design, die am 8. März 2014 den Vollzug 61933 (Fos-Mole-Central - Gardanne) nachschob. Von unserem Aussichtshügel bot sich zudem ein schöner Blick über das Tal des Flüsschens Arc, das unter der Märzsonne zaghaft aus dem Winterschlaf erwachte, bis hin zur Montagne Sainte-Victoire oberhalb von Aix-en-Provence, die sich links hinten aus dem Dunst schält.

Ein weiterführender Artikel von Gilles Lefranc und Hartmut Finke über die interessante Geschichte der Aluminiumproduktion in der Provence und insbesondere der damit verbundenen Bahnverkehre findet sich übrigens im EK 5/2018, S. 68 - 73.

Zuletzt bearbeitet am 29.12.20, 16:38

Datum: 08.03.2014 Ort: Roquefavour [info] Land: Europa: Frankreich
BR: 266 (alle EMD Series 66) Fahrzeugeinsteller: Euro Cargo Rail (ECR)
Kategorie: Bahn und Landschaft
Top 3 der Woche: 28 Punkte

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Une construction pour l’éternité
geschrieben von: Pälzer Bu (3) am: 19.12.20, 22:36
Zugegeben, schlechter konnte die Stimmung an diesem Tag wohl nicht sein. Nach einer 200 Kilometer langen Fahrradetappe durch die Nacht, verpasste ich die erste Fahrt des Coilzugs nach St-Chély nur um wenige Minuten. Im weiteren Verlauf machte auch noch einer der beiden 67400 schlapp und so dauerte es bis zum späten Nachmittag, bis sich die Loks wieder zur Rückfahrt nach Neussargues aufmachten.

4 Stunden lang wartete ich an der anvisierten Stelle bei Andelat. Total übermüdet und bei fast 40 Grad riss dann auch irgendwann mein Geduldsfaden und so stärkte ich mich im Supermrkt von Saint-Flour, bevor ich dann am Viaduc de Garabit mein letztes Glück des Tages versuchte. Seit jeher zieht das Viadukt wie kaum eine andere Brücke, die Touristen an. Und auch hier ist der Name des Erbauers Programm. Um das Tal der Truyère zu überspannen, ragt seit 1884 mit einer Länge von 565 Metern und in 122 Meter Höhe das Bauwerk über dem Tal.
Zu meiner Überraschung liegt bei meiner Ankunft ein beißender Gestank in der Luft. Als ich mich den Berg hinab kämpfe, erkenne ich auch den Grund. An der verkohlten Elektroleitung hantieren zwei Elektriker. Diese erzählen mir, dass es vor drei Tagen einen riesigen Waldbrand gab und deshalb nun alles in Asche liegt. Mir ist recht, denn so habe ich einen ungestörten Blick auf den Viadukt, über den die Ligne de Causses verläuft. Einst eine wichtige Nord-Süd-Verbindung, prägt sie heute ein typisches Nebenbahnleid. Akut stillegungsbedroht, fuhr 2020 von Februar bis zu meinem Besuch kein einziger Personenzug. Lediglich das Stahlwerk von ArcelorMittal in St-Chély, mit wöchentlich drei Güterzügen hält die Strecke und somit auch das Viadukt am Laufen.

Am späten Abend 27. Juli ist es so die 67460, die mit dem Leerzug nach Clermont-Ferrand dem Viaduc de Garabit einen kurzen Moment lang „Leben“ einhaucht. Somit war mit einem Foto der ganze Tag gerettet

Wer etwas Lektüre in dieser Zeit braucht, den Reisebericht der etwas anderen Art zu diesem Bild findet man hier [https://www.drehscheibe-online.de/foren/read.php?030,9443329]


Zuletzt bearbeitet am 20.12.20, 21:09

Datum: 27.07.2020 Ort: Anglards-de-Saint-Flour [info] Land: Europa: Frankreich
BR: FR-BB 67400 Fahrzeugeinsteller: SNCF
Kategorie: Bahn und Landschaft
Top 3 der Woche: 7 Punkte

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Le belvédère des trois églises
geschrieben von: Julian en voyage (391) am: 18.12.20, 20:08 Top 3 der Woche vom 27.12.20
Ein findiges Stadtmarketing hätte die Hügelkuppe am Rand der normannischen Kleinstadt Coutances womöglich längst als Aussichtspunkt auf die markante Silhouette erschlossen, wenn sie sich nicht mitten auf der Weide eines örtlichen Bauern befände. Eine Kuhweide, versteht sich, denn etwas anderes gibt es - abgesehen vom Atlantik - bekanntermaßen westlich von Paris nicht. Hinsichtlich weiterer Details frage man Herrn Oettinger, der sicher eine profunde Expertise auf Lager hätte... Inwieweit die 8500 Einwohner von Coutances und die drei sichtbaren Kirchen nun in dieses Bild passen, lassen wir besser einmal offen.

Links sehen wir als erste die Église Saint-Pierre aus dem 15. Jahrhundert, ganz rechts die kleinere Église Saint-Nicolas, die heute nicht mehr für kultische Zwecke, sondern nur noch als Ausstellungs- und Veranstaltungsort genutzt wird. Das zentrale Bauwerk jedoch ist die Cathédrale Notre-Dame de Coutances, deren Turmspitzen den über dem nahen Ärmelkanal empor quellenden Wolken ganz nah kommen. In ihrer heutigen, für die normannische Gotik typischen Form entstanden ist sie ab der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts unter Bischof Hugues de Morville. Im Innenraum lassen sich aber auch heute noch Reste des romanischen Vorgängerbaus entdecken, der in die Zeit des Bischofs Geoffroy de Montbray zurückgeht, eines Weggefährten des Duc Guillaume de Normandie, besser bekannt als Wilhelm der Eroberer. So zog auch Montbray von Coutances aus los, um an der legendären Schlacht bei Hastings 1066 teilzunehmen und England zu erobern. Wie so oft in Frankreich begegnet man der großen Geschichte auch in vermeintlich abgelegenen Winkeln... Glücklicherweise überlebte die Kathedrale auch die schweren Kämpfe des Jahres 1944 zwischen den Alliierten und der abziehenden Wehrmacht weitgehend unzerstört.

Im Verhältnis dazu wenig spannend präsentiert sich der eher spärliche Bahnverkehr in Coutances, der ausschließlich mit modernen Dieseltriebwagen abgewickelt wird. Aber vor dem historischen Hintergrund und im klaren Herbstsonnenschein freute ich mich am 19. September 2015 auch über das von X 76542 angeführte AGC-Doppel, unterwegs als TER 852852 (Rennes - Caen).

Datum: 19.09.2015 Ort: Coutances [info] Land: Europa: Frankreich
BR: FR-X 76500 Fahrzeugeinsteller: SNCF
Kategorie: Zug schräg von vorn
Top 3 der Woche: 17 Punkte

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Ein Bild für die Götter
geschrieben von: Train Jaune (52) am: 18.12.20, 19:17
Hallo zusammen,

aufmerksame Leser haben vielleicht mitbekommen, daß Jochen und ich im Juli 2000 gemeinsam entlang der Ligne 4 östlich von Chaumont unterwegs waren.
Meistens sah das dann so aus, daß wir dicht nebeneinander gestanden und mehr oder weniger das gleiche Bild produziert haben. Es gab allerdings ein kleines Problem: Wir hatten nur eine Leiter dabei. Wenn also ein erhöhter Standpunkt benötigt wurde, hatten wir nur zwei Möglichkeiten: Entweder einer sucht sich einen anderen Standort oder wir mußten uns zu zweit auf die Leiter stellen, einer links, einer rechts. Um nicht nach außen zu kippen, mußten wir uns wie ein Pärchen beim Spaziergang in die Arme nehmen und die Kamera jeweils in einer Hand halten, der eine in der rechten, der andere recht unbequem in der linken Hand. Und da sich dieses Arrangement ja auch irgendwie stabilisieren mußte, konnten wir nicht warten, bis der Zug hörbar war, sondern mußten zur Planzeit bereit stehen. Zum Glück war der Zug pünktlich und die Bewohner von Port d'Atelier saßen wohl alle in ihren Häusern oder Gärten, so daß der Lokführer wahrscheinlich der einzige war, dem sich dieses Bild für die Götter bot. Aber auch wir waren mit dem Ergebnis der Aktion hochzufrieden. Wer gute Bilder haben will, muß halt - kreativ sein :-)

Ach ja, und die 72051, die wir hier sehen, ist auch eine der späteren Pielstick-Maschinen.

Scan vom Kleinbilddia, Fuji Sensia 100

Viele Grüße
Thomas "Train Jaune"

Datum: 19.07.2000 Ort: Port-d'Atelier [info] Land: Europa: Frankreich
BR: FR-CC 72000 Fahrzeugeinsteller: SNCF
Kategorie: Bahn und Infrastruktur
Top 3 der Woche: 10 Punkte

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Perseus auf Abwegen
geschrieben von: Julian en voyage (391) am: 12.12.20, 17:20
Anlässlich eines Treffens von Vertretern aus Österreich, Deutschland, Frankreich und der Schweiz Anfang dieser Woche wurde eine (bescheidene) Renaissance des europäischen Nachtzugverkehrs verkündet. Die Absichtserklärung zwischen ÖBB, DB, SBB und SNCF beinhaltet u. a. auch die (Wieder-)Einführung eines Nachtzugs von Wien über München nach Paris ab Dezember 2021, diesmal unter Federführung der ÖBB. 2023 soll dann auch Berlin - Paris wieder aufgelegt werden.

Das gab es allerdings alles schon einmal, damals noch unter Regie der City Night Line. Die Relation Berlin - Paris deckte bis zu seiner Einstellung 2014 der CNL "Perseus" ab, Kurswagengruppen aus München und Hamburg inklusive. Sein regulärer Laufweg führte den Zeus-Sohn in Frankreich über die Ligne 1, die klassische Magistrale Straßburg - Paris.

An mehreren Wochenenden im Sommer 2013 machten Bauarbeiten auf der planmäßig genutzten Strecke allerdings weiträumige Umleitungen nötig. So fuhr der westwärtige Zug am 15. August 2013 zunächst via Toul und die L15 bis Culmont-Chalindrey, wo ein Wechsel von E- auf Dieseltraktion stattfand und die Sybic den Zug für die Weiterreise über die L4 nach Paris an eine Doppeltraktion BB 67400 übergab. Vier dieser Loks hatte man dafür extra aus Straßburg abkommandiert: Die allesamt blauen BB 67514, 67519, 67569 und 67603.

Entsprechend zahlreich verteilten sich die Fotografen während dieses Events an der Strecke, auch wenn zahlenmäßig der Ansturm anlässlich der sagenumwobenen "Allgäu-Umleiter" sicher nicht annähernd erreicht wurde...;) Pflichtprogramm war natürlich der Abschnitt rund um Luzy-sur-Marne, wo die Ligne 4 parallel zum Canal de la Marne à la Saône verläuft. In eben jenem spiegeln sich BB 67603 und 67569 mit CNL 450 (Berlin Südkreuz - Paris Est).

Zur Präsentation dieses Fotos motiviert haben mich, neben der angekündigten Wiederaufnahme des Nachtzugverkehrs nach Paris, die von Jochen und Thomas kürzlich in der Galerie gezeigten Aufnahmen aus der "guten, alten Zeit", als die alte Garde der blauen Diesel auf der L4 noch unangefochten regierte. Neben CC 72000 und der für die L4 eher untypischen BB 67400 fehlt jetzt also noch eine A1AA1A 68000, um die Serie zu komplettieren. Vielleicht mag ja jemand mit einem Griff ins Archiv nachlegen...? ;)

PS: Ein paar wenige Halme am Ufer, die auch nach dem umfangreichen manuellen Freischnitt noch verblieben waren, habe ich schließlich digital gestutzt.

Datum: 15.08.2013 Ort: Luzy-sur-Marne [info] Land: Europa: Frankreich
BR: FR-BB 67400 Fahrzeugeinsteller: SNCF
Kategorie: Zug schräg von vorn
Top 3 der Woche: 9 Punkte

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Le vrai Chemin de Fer
geschrieben von: Train Jaune (52) am: 12.12.20, 11:04
Bon Jour allerseits,

da hat Jochen gestern eine schöne Vorlage mit dem Bild vom Viadukt in Rosoy-sur-Amance geliefert. Am selben Tag entstand auch dieses Bild, das einen weiteren Schnellzug Richtung Vesoul zeigt, und das auch noch mit der Schwestermaschine 72033, während im Hintergrund die lokale Übergabe am Empfangsgebäude steht. Man kann sich die entspannte Atmosphäre dieses herrlichen Hochsommertages vorstellen, der Lokführer der Übergabe und der Rangierer sitzen im Büro des Fahrdienstleiters und halten ein Schwätzchen während Familie Dupont von einer kurzen Reise aus Paris zurückgekommen gemütlich zum Auto schlendert, das vor dem Empfangsgebäude geparkt ist und Madame Dubarry sich nochmal kurz von ihrem Monsieur verabschiedet, bevor der Schaffner pfeift, der SACM-Diesel wieder lauter brummt und der Zug sich gemächlich in Bewegung setzt. Ein Grummeln, ein Rauschen, und dann legt sich wieder Stille über den verschlafenen kleinen Bahnhof, bis schließlich auch die Übergabe zu ihrem Zielgleis knattert.

Jetzt ein Éclair au chocolat und ein Täßchen Thé und dann kann es weitergehen Richtung Chalindrey.

Scan vom Kleinbilddia Fuji Sensia 100
Bearbeitung: Leuchte rechts oben weggestempelt

Viele Grüße
Thomas "Train Jaune"

Edit: Danke, Peter, für den Hinweis! Ich habe Pielstick nun durch SACM ersetzt. Irgendwie hatte sich das Stichwort Pielstick für die ganze Serie in meinem Gehirn eingenistet, aber die 033 gehörte nicht zu den umgerüsteten Maschinen, sonst hätte sie ja 72133 geheißen und das auch frühestens zwei Jahre nach dieser Aufnahme. Wikipedia hätte geholfen :-)

Zuletzt bearbeitet am 14.12.20, 23:14

Datum: 20.07.2000 Ort: Langres [info] Land: Europa: Frankreich
BR: FR-CC 72000 Fahrzeugeinsteller: SNCF
Kategorie: Zug schräg von vorn
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[FR] Güterknoten Vesoul (1)
geschrieben von: Jochen Schüler (59) am: 12.12.20, 19:03
Angefixt von Berichten im Lok Report und den Bildern von Freunden habe ich im Frühsommer 2000 erstmals die grenzferneren Regionen Frankreichs in meine Reiseplanung einbezogen. Von Frank Timmermann mit den Fahrzeiten der Güterzüge nach Vesoul versorgt, hatten wir an den Vortagen schon westlich von Vesoul einige CC 72000 und A1A A1A 68000 / 68500 erlegt [www.drehscheibe-online.de] .

Nun schauten wir uns östlich von Vesoul um. Die ersten Caravellen waren abgelichtet und wir suchten ein Motiv für den Grande Ligne 1041 Paris Est - Basel SBB, den wir gegen 10:15 erwarteten. Zum Glück waren wir gewohnt, Wartezeiten nicht im Café zu verbringen, sondern die Einkäufe am Motiv zu verspeisen.

Denn um 9:30 grummelte es bei La Creuse aus Richtung Vesoul, obwohl nichts angekündigt war. Um die Ecke kam die A1A A1A 68020 mit fünf leeren Holzwagen als 436397 Vesoul - Lure. Es gab also noch lokalen Güterverkehr und später erfuhren wir, dass an Mo, Mi und Fr sogar noch in Richtung Aillevillers-et-Lyaumont gefahren wurde. Somit gab es Füllprogramm für die auch damals schon längeren Zugpausen auf dieser fantastischen Strecke.

Völlig erstaunt war ich, dass die A1A A1A 68000/68500 bisher in der Galerie nur mit einer Aufnahme von Train Jaune [www.drehscheibe-online.de] vertreten ist. Für mich waren sie ebenso typisch für die L4 wie die CC 72000 bzw. deren En Voyage Variante CC 72100.

Scan vom Fuji Sensia 100


Datum: 18.07.2000 Ort: La Creuse [info] Land: Europa: Frankreich
BR: FR-A1AA1A 68000 Fahrzeugeinsteller: SNCF
Kategorie: Bahn und Landschaft
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[FR] Viaduc des Joncs - Das vergessene Viadukt
geschrieben von: Jochen Schüler (59) am: 10.12.20, 19:19
Die Ligne 4 war vielbesucht und ist folglich auch gut in der Galerie vertreten. Die meisten Bilder sind Landschaftsmotive – kein Wunder, denn reich an Kunstbauten ist die Strecke ja nicht gerade. Aber auch die meisten Brücken und Viadukte sind gut vertreten.

Warum fehlt das Viaduc des Joncs bei Rosoy sur Amance nur 2,7km westlich des bekannten Viaduc des Hortes?

Hatten wir damals so viel Glück, dass ein ausreichend hoher Holzstapel genau an der richtigen Stelle stand, um Aufnahmen auf dem hinteren Gleis zu ermöglichen?

Ist das Viadukt in der Zwischenzeit vollständig von der Vegetation überwuchert?

Uns jedenfalls hat das Motiv so gut gefallen, dass wir nach dem ersten Versuch mit Wolkenschaden drei Tage später nochmals auf den Holzstapel wagten, um den Zug 450977 Villeneuve – Vesoul abzulichten. Die Sonne belohnte unsere Mühen und die SNCF spendierte die CC 72034, statt den beiden üblichen A1A A1A 68000. Natürlich blau, denn 2000 fürchtete man sich noch nicht vor FRET und En Voyage Produktfarben.

Scan vom Fuji Sensia 100


Datum: 20.07.2000 Ort: Rosoy-sur-Amance [info] Land: Europa: Frankreich
BR: FR-CC 72000 Fahrzeugeinsteller: SNCF
Kategorie: Zug schräg von vorn
Top 3 der Woche: 3 Punkte

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Le chant du cygne
geschrieben von: Julian en voyage (391) am: 09.12.20, 16:35
Bleiben wir noch ein bisschen auf den Anhöhen oberhalb des Somme-Tals bei Fontaine-sur-Somme, blicken nun aber nicht landeinwärts, sondern in Richtung Abbeville, wo sich die Hügel der Picardie langsam zur Baie de Somme hin verlaufen...

Bald werden die Glocken der Kirche unten im Ort sechs mal schlagen, während die Schatten sich immer weiter ausdehnen und nur noch einen Teil der herbstlichen Wiesenlandschaft im Licht der Oktobersonne erstrahlen lassen. Der Grat zwischen dem gewünschten Spiel aus Licht und Schatten oder aber einer völlig verdunkelten Szenerie ist mal wieder schmal. Der erwartete Intercités dürfte also gerne pünktlich sein. So harre ich also aus in jener für jedes bahntypische Geräusch und ein irgendwo am Horizont schimmerndes Spitzenlicht sensibilisierten Lauerstellung, die wohl jeder aus unserer Zunft nur zu gut kennt. ;)

Irgendwann dann ein vermeintlich erlösender Pielstick-Klang in der Ferne... Könnte zeitlich hinkommen. Oder ist es doch (wieder) nur ein LKW auf der Route départementale und nicht der aus dem Bahnhof Abbeville beschleunigende Zug? Wenig später dann Gewissheit: Am Ende der Kurve taucht das Dreichlichtspitzensignal einer BB 67400 auf! 9 Wagen hängen dran, also die perfekte Länge für die Vegetationslücke. Der Verschluss klickt, der Blick wandert mit der vorbei rauschenden Corail-Schlange mit und ein zufriedenes Lächeln bricht sich Bahn. Wenn es doch nur immer so rund laufen würde. :)

Die Streiflicht-Aufnahme des INT 2030 (Boulogne - Paris Nord) mit BB 67430 von diesem 10. Oktober 2018 sollte mein Abschieds-Foto der lokbespannten Garnituren auf der Strecke sein. Zum Jahreswechsel 2018/19 ging die Linie in den Verantwortungsbereich der Regionen über, nunmehr als TER. Die 67400er hielten sich danach noch wenige Monate, aber im Laufe des Frühjahrs 2019 war dann endgültig Schluss und wie so oft traten neu gelieferte Régiolis-Triebwagen die Nachfolge an.

Datum: 10.10.2018 Ort: Fontaine-sur-Somme [info] Land: Europa: Frankreich
BR: FR-BB 67400 Fahrzeugeinsteller: SNCF
Kategorie: Stimmungen mit Zug
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Von Sümpfen und Teichen
geschrieben von: Julian en voyage (391) am: 08.12.20, 17:42
245 Kilometer lang ist sie, die Somme im Norden Frankreichs. Auf ihrem Weg von der Quelle bei Saint-Quentin durch die Picardie bis zur Mündung in den Ärmelkanal legt sie dabei aber nur einen Höhenunterschied von 86 Metern zurück, weshalb die Somme ein alles andere als reißender Strom ist. Vielmehr mäandert sie durch ein weites Tal mit ausgedehnten Feuchtgebieten. Neben Sümpfen und Wiesen prägen unzählige Teiche und Seen das Bild.

Einer der vielleicht schönsten Aussichtspunkte auf die Somme-Niederung bietet sich von der Abbruchkante oberhalb von Fontaine-sur-Somme. Jedenfalls ist es einer der wenigen, an dem sich auch die Bahnstrecke von Amiens nach Boulogne gemeinsam mit dem typischen Landschaftsbild in Szene setzen lässt. Der Blick reicht dabei über den Étang des Aunais, Bel Étang, Étang des Provisions und weitere bis zur gegenüber liegenden Talseite, wo sich das Örtchen Long mit seiner aus hellem Stein errichteten, neogotischen Kirche Saint-Jean-Baptiste an den Hang schmiegt.

Am 10. Oktober 2018 war vor diesem Hintergrund ein B 82500 (BiBi) im Design der Région Hauts-de-France als TER 848388 (Abbeville - Albert) unterwegs.

PS: Strauch auf Höhe des ersten Segments des AGC mittels elektronischer Säge nachträglich eliminiert!

Datum: 10.10.2018 Ort: Fontaine-sur-Somme [info] Land: Europa: Frankreich
BR: FR-B 82500 Fahrzeugeinsteller: SNCF
Kategorie: Bahn und Landschaft
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Frittenbude
geschrieben von: Julian en voyage (391) am: 24.11.20, 18:13
In Belgien und Nordfrankreich sind (Pommes) Frites bekanntlich DER Snack schlechthin. Ob als moules-frites oder pur, ob vom Spitzenkoch oder vom Imbiss nebenan, man könnte schon fast von einem Stück Kulturgut sprechen. Entsprechend hoch ist die Dichte an Frittenbuden auch im Pas-de-Calais, dem Hinterland der Opalküste.

Wenig verwunderlich stand ich somit für dieses Foto am Ortsrand von Desvres direkt an einer Friterie. Und da Imbissbuden nun mal der Ort der Wahl für Geplauder mit wildfremden Leuten über Gott und die Welt sind, geriet ich während der Warterei auf den Zug u. a. mit einem Notarzt der benachbarten Rettungsstation, der dort seine Mittagspause machte, in ein längeres Gespräch. Allgemein hatte ich den Eindruck, dass ich an diesem Tag eine kleine Attraktion war, denn Bahnfotografen scheinen sich den Erzählungen nach dorthin praktisch nie zu verirren. ;)

Apropos Bahnfotografie: Was spielt sich da eigentlich auf den Gleisen neben den Tonnen mit dem alten Frittenfett ab?

Es handelt es sich um die ehemalige Strecke von Saint-Omer nach Hesdigneul-lès-Boulogne. Eröffnet wurde sie 1874 von der Compagnie des chemins de fer du Nord und verlor ihren Personenverkehr schon relativ früh wieder (1959 zwischen Saint-Omer und Desvres, 1968 ab dort bis nach Boulogne-sur-Mer). Nachdem auch die Bedienung von Lottinghen im Güterverkehr eingestellt wurde, erfolgte 1991 die Entwidmung im Mittelabschnitt zwischen Lumbres und Desvres. Verblieben ist an beiden Streckenenden etwas Güterverkehr: Einerseits zum Eqiom-Zementwerk in Lumbres auf dem Stummel im Osten, andererseits die hier gezeigte Bedienung von ArcelorMittal in Desvres im Westen.

Bereits auf der Rückfahrt mit den Leerwagen nach Dunkerque Grande-Synthe passiert der gut gelaunte Lokführer, der ganz cool mit Sonnenbrille den milden Herbsttag genießt, die letzten Überreste des alten, früher gigantisch großen Zementwerks, das bereits seit über vier Jahrzehnten aufgegeben ist. Für die Traktion waren BB 60097 und 60081 eingeteilt.

Böse Zungen gestehen diesen von Vossloh España in 175 Exemplaren an die SNCF gelieferten Mittelführerstandsloks ebenfalls höchstens den Charme einer Frittenbude zu...;) Aber letztlich muss man froh sein, dass es überhaupt noch ein bisschen Güterverkehr auf so mancher Nebenbahn gibt! Und da ist die BB 60000 heute eben die Standard-Lok, wenn SNCF Fret nicht direkt mit einem Großdiesel à la BB 75000/75400 anrückt oder den Verkehr längst an die private Konkurrenz verloren hat...

Datum: 10.10.2018 Ort: Desvres [info] Land: Europa: Frankreich
BR: FR-BB 60000 Fahrzeugeinsteller: SNCF
Kategorie: Zug schräg von vorn
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Amuse-gueule
geschrieben von: Julian en voyage (391) am: 23.11.20, 17:20
Am 20. September 2018 war ich mal wieder an der "Ligne 4" zugegen, um den auch hier in der Galerie bereits mehrfach porträtierten VFLI-Sandzug von Oulchy-Breny nach Bantzenheim abzupassen. Anders als an Sonntagen bietet die donnerstägliche Leistung dabei den Vorteil, dass man sich vorher noch mit ein paar "Baleines", die unter der Woche als TER zwischen Belfort und Vesoul unterwegs sind, auf den Starzug einstimmen kann.

Im Licht der aufgehenden Sonne wird so auch der schnöde X 73745 als TER 894406 (Belfort - Vesoul) zum schmackhaften Appetithäppchen, als er bei Saulx entlang der funkelnden Telegrafendrähte durch den Herbstmorgen brummt.

Heute, rund zwei Jahre später, ist diese Szene m. W. leider nicht mehr wiederholbar, da östlich von Vesoul die Telegrafenleitung bereits merklich auf dem Rückmarsch ist und die letzten Drähte vermutlich in diesen Monaten fallen dürften. So deutete es sich zumindest bei meinem Besuch im vergangenen Sommer an. Vorübergehend bleibt für Nostalgiker noch der Abschnitt westlich von Vesoul in Richtung Port-sur-Saône. Aber gemäß der Planungen von SNCF Réseau auch nicht mehr lange...

Zuletzt bearbeitet am 25.11.20, 00:52

Datum: 20.09.2018 Ort: Saulx [info] Land: Europa: Frankreich
BR: FR-X 73500 Fahrzeugeinsteller: SNCF
Kategorie: Stimmungen mit Zug
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[FR] Güterknoten Volvic (2)
geschrieben von: Jochen Schüler (59) am: 21.11.20, 15:59
Nach dem ersten Bild vom Güterverkehr rund um Volvic [www.drehscheibe-online.de] zeige ich hier die weit typischere Bespannung der Übergabe 406560 Les Ancizes / Saint-Georges – Volvic. Diesmal spendierte die SNCF die zwei Mittelführerstandslokomotiven BB 66068 und 66004, um die paar Wagen zu befördern. Der Schiebedachwagen wurde auf der Hinfahrt aus dem hier als Motiv dienenden Anschluss in Charbonnières-les-Varennes abgezogen und der Schiebedachwagen stammt vom Gussstahlwerk in Les Ancizes / Saint-Georges.

Zum Glück gab es bei der Zugdurchfahrt um 9:45 kaum Ladetätigkeiten, denn noch kurz vorher standen wir in einer roten Staubwolke.

Scan vom Fuji Sensia 100

AUSTAUSCH 28.11.2020:
Nach den Hinweisen von Julian habe ich eine frühere Auslösung gescannt und dann den Zug und auch den Rest heller aufgearbeitet.
Ich bitte explizit um weitere Anregungen zu Scan- oder Aufarbeitungsmängeln

Gruß Jochen


Zuletzt bearbeitet am 28.11.20, 18:24

Datum: 27.06.2002 Ort: Charbonnières-les-Varennes [info] Land: Europa: Frankreich
BR: FR-BB 66000 Fahrzeugeinsteller: SNCF
Kategorie: Zug schräg von vorn
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Lorazur automnal
geschrieben von: Julian en voyage (391) am: 17.11.20, 18:25
Vor ein paar Wochen hat Olli in der Galerie ein Foto der 181 211 mit dem Titel "Die Lorraine grüßt die Mosel" gezeigt: [www.drehscheibe-online.de] Ich möchte nun quasi das Gegenstück dazu präsentieren, mit der Mosel, die Lothringen grüßt. Eine 181 mit dem Taufnamen "Mosel", die regelmäßig nach Lothringen kam, gab es zwar auch, aber der gleichnamige Fluss kann das mindestens genau so gut. ;) Von ihrer Quelle am Col de Bussang in den Vogesen bis hin zur französisch-deutschen Grenze bei Apach fließt die Mosel nämlich über rund 300 Kilometer durch die ostfranzösische Region. Das entspricht mehr als der Hälfte ihrer Gesamtlänge!

Allerdings finden sich in Lothringen weitaus weniger Möglichkeiten, den Fluss gemeinsam mit der Eisenbahn auf Film/Chip zu bannen, als im malerischen Moseltal auf deutscher Seite. Eine Gelegenheit dafür ergibt sich an der Ausfahrt des Bahnhofs Thionville, wo die nach Luxemburg führende Strecke auf einer Brücke nordwärts schwenkt.

Am Morgen des 11. Oktober 2015 stand ich ebendort bereit, um den "Lorazur" festzuhalten, den traditionellen Nachtzug von Nizza an der Côte d'Azur nach Lothringen und Luxemburg, der ab den 1980ern diesen klangvollen Namen trug. Seit Juli 2016 ist der zuletzt gemeinsam mit einer Wagengruppe aus Cerbère geführte Zug leider Geschichte... Umso mehr weiß man zu schätzen, was man im Archiv hat! Glücklicherweise kamen mir an jenem Oktobertag weder Frühnebel noch Abdampfwolken des AKW Cattenom (kein Scherz, an dieser Stelle ein echtes Problem!) in die Quere, als ich in fast schon artistischer Pose am herbstlich verfärbten Moselufer hing, ehe mich BB 26161 mit Intercités de nuit 4882 (Nice Ville - Luxembourg) erlöste. Die Lok war eine der damals in Dijon stationierten "Sybics", die mit dem luxemburgischen Zugsicherungssystem Memor 2+ ausgestattet war.

Zuletzt bearbeitet am 17.11.20, 18:29

Datum: 11.10.2015 Ort: Thionville [info] Land: Europa: Frankreich
BR: FR-BB 26000 Fahrzeugeinsteller: SNCF
Kategorie: Bahn und Landschaft
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La cluse prend des couleurs
geschrieben von: Julian en voyage (391) am: 14.11.20, 23:12
Die Cluse des Hôpitaux liegt am äußersten Südrand des französischen Jura, könnte die typischen Eigenarten des Gebirges aber kaum besser charakterisieren. Ein in die umgebenden Plateaus eingeschnittenes, enges Flusstal mit üppigem Waldbestand, durchsetzt von teils abrupten Felsabbrüchen. Über 30 Kilometer erstreckt sich die Cluse zwischen Pugieu und Ambérieu-en-Bugey, wo sie sich zur Plaine de l'Ain hin öffnet. Mitten hindurch verläuft die Bahnstrecke von Lyon über Ambérieu nach Culoz und ab dort entweder weiter in Richtung Genf oder via Chambéry nach Italien.

Wenn sich im Herbst das Laub der Bäume verfärbt und die tiefer stehende Sonne für spannende Schattenakzente an den Bergflanken sorgt, lohnt sich ein Besuch ohne Zweifel besonders. Der abwechslungsreiche Zugverkehr tut sein Übriges!

2017 noch mit von der Partie waren die TGV Sud-Est, die in ihrem vorletzten Einsatzjahr südlich von Paris neben Leistungen nach Dijon, Besançon und Grenoble unter anderem auch noch ein paar Plantage nach Annecy für sich beanspruchten, wo sie sich die Leistungen mit Duplex-Garnituren teilten. Am 12. Oktober 2017 war Triebzug Nr. 74, Baujahr 1983 und damit zum Aufnahmezeitpunkt bereits über drei Jahrzehnte im harten Hochgeschwindigkeits-Einsatz erprobt, als TGV 6937 (Paris Lyon - Annecy) bei Saint-Rambert-en-Bugey in der Cluse des Hôpitaux unterwegs. Weniger als eineinhalb Jahre später wurde er am 14. Januar 2019 ausgemustert.

Datum: 12.10.2017 Ort: Saint-Rambert-en-Bugey [info] Land: Europa: Frankreich
BR: FR-TGV Sud-Est Fahrzeugeinsteller: SNCF
Kategorie: Bahn und Landschaft
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La Révolution surréaliste
geschrieben von: Julian en voyage (391) am: 08.11.20, 20:25
La Révolution surréaliste - Das war der Titel des Journals der Pariser Surrealistenbewegung in den Zwanzigerjahren. Man wollte mit vielem brechen, was bis dahin zum tradierten Bild gehörte. In der Kunst, aber auch und gerade anderswo. Ein revolutionäres Blatt eben.

Ebenfalls eine Revolution - jedenfalls im Kleinen - stellte der X 3800, genannt "Picasso", der SNCF dar. Gemeinsam mit den „Mobylettes“ (X 5500/5800) und den größeren X 2400 ermöglichte der mit 250kW leistungstechnisch zwischen beiden angesiedelte X 3800 als Teil der ersten Generation von Nachkriegstriebwagen die Ablösung dampfgeführter Personenzüge und eines bunten Sammelsuriums an Vorkriegstriebwagen auf zahlreichen Nebenbahnen in ganz Frankreich. Zwischen 1950 und 1961 gingen insgesamt 251 Exemplare in Serie.

Doch woher nun der Beiname "Picasso"? Zwar gehörte der (also Pablo) nie offiziell dem Surrealistenkollektiv rund um André Breton und Co. an, war deren Grundgedanken jedoch stets gewogen und ein gegenseitiger Einfluss lässt sich kaum bestreiten. Die extravagante und bis dato völlig unbekannte, eben surreale Anordnung des Führerstands des X 3800 in einer Kanzel, asymmetrisch oberhalb von Motor- und Fahrgastraum, ließ offenbar schnell Assoziationen an den Grandseigneur der Kunst des 20. Jahrhunderts aufkommen. Insbesondere sollen von Picasso geschaffene Porträts, bei denen die Augen versetzt oberhalb der Nase angeordnet waren, Pate gestanden haben. So liest man es jedenfalls in der französischen Eisenbahnliteratur. Dass zum Auslieferungszeitpunkt der Fahrzeuge längst ein Jackson Pollock mit Dripping und Action Painting Furore machte...? Geschenkt!

Am 16. Oktober 2016 führte eine zweitägige Sonderfahrt X 4039, den "Picasso" der Association des Autorails de Bourgogne Franche-Comté [www.autorails-abfc.com] , u. a. auf die Strecken Straßburg - Saint-Dié und Saint-Dié - Épinal in den herbstlichen Vogesen. An ersterer liegt der (ehemalige) Bahnhof Raves-Ban-de-Laveline mit seiner "antiken" Ausstattung, die mir hier als Rahmen für den SNCF-Klassiker, unterwegs als Train spécial 27574 (Strasbourg - Saint-Dié), diente. Man beachte unter anderem die Beleuchtung, das alte Stationsschild oder den Schüttbahnsteig hinter der Bahnsteigkante aus rotem Vogesensandstein. Picasso indes hätte bestimmt eine schnelle Skizze gemacht, für seine eigene, ganz individuelle Darstellung des Ensembles...;)

Zuletzt bearbeitet am 08.11.20, 23:57

Datum: 16.10.2016 Ort: Raves-Ban-de-Laveline [info] Land: Europa: Frankreich
BR: FR-X 3800 Fahrzeugeinsteller: Autorails de Bourgogne Franche-Comté (ABFC)
Kategorie: Bahn und Infrastruktur
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À qui se lève matin, Dieu donne la main
geschrieben von: Julian en voyage (391) am: 03.11.20, 19:30 Top 3 der Woche vom 15.11.20
Den Frühaufstehern gehört bekanntlich die Welt. Damit diesen Ratschlag auch am Sonntagmorgen in Ronchamp an der "Ligne 4" alle berücksichtigen, schickt VFLI den schweren Sandzug nach Bantzenheim planmäßig noch weit vor der Zeit, zu der die Pfarrkirche Notre-Dame-du-Bas von 1863/64 zum Gottesdient läutet, ostwärts vorbei, mit einer EURO 4000 von Vossloh, versteht sich, die an diesem Tag manchen Wecker ersetzen dürfte... Ab Lure steigt die Strecke nämlich abermals an und erreicht ihren Scheitelpunkt erst zwischen Champagney und Bas-Évette, das etwa 100 Meter höher als Lure liegt. Entsprechend quälte sich auch am 14. Oktober 2018 die farblich sehr hübsch mit dem verfärbten Laub harmonierende €4045 mit dem 60905 (Oulchy-Breny - Bantzenheim) in gemächlichem Tempo, aber mit beachtlicher Geräuschkulisse die Steigung hinauf.

Erst wenige Tage zuvor hatte ich von Vincent, meinem „Beobachtungsposten“ an der „Ligne 4“, die Meldung bekommen, dass die zuvor eingesetzte blau/silberne Mietlok €4038 durch eine Maschine in der firmeneigenen roten Livrée ersetzt worden war. Da der Umlauf bei dieser Leistung in der Regel über Wochen stabil bleibt, war schnell klar, dass ich noch mal „runter“ musste und somit auch für mich an diesem Wochenende kein Ausschlafen angesagt war…;)

Aus dem Dickicht des herbstlichen Waldes heraus schweift der Blick über den Zug und die Dächer von Ronchamp auf die eingangs erwähnte neogotische Pfarrkirche, die gemessen an der Größe des Ortes zwar stattliche Dimensionen annimmt, aber dennoch stets im Schatten der berühmteren Chapelle Notre-Dame-du-Haut steht, die 1950 – 55 im typisch-modernistischen Stil von Le Corbusier etwas abseits des Ortes (m. W. leider nicht mehr mit der Bahn darstellbar - Früher ging es mal: [www.flickr.com] ) errichtet wurde und seit 2016 zum UNESO-Weltkulturerbe zählt.

Datum: 14.10.2018 Ort: Ronchamp [info] Land: Europa: Frankreich
BR: FR-EURO 4000 Fahrzeugeinsteller: Voies Ferrées Locales et Industrielles (VFLI)
Kategorie: Bahn und Landschaft
Top 3 der Woche: 21 Punkte

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Kathedralen des Industriezeitalters
geschrieben von: Julian en voyage (391) am: 29.10.20, 17:45
Kathedralen des Industriezeitalters - Dieser Beiname wird altehrwürdigen Bahnhofshallen gerne verliehen. In erster Linie gilt die Bezeichnung natürlich den Stationen in den europäischen Metropolen, die in der Belle Époque der Eisenbahn Ausgangspunkt vieler prestigeträchtiger Fernzüge waren. Man denke etwa an die Pariser Gare du Nord, den viktorianischen Prachtbau London St Pancras oder - nicht ganz so alt - den Mailänder Hauptbahnhof.

In Frankreich hingegen haben im ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhundert auch zahlreiche weitaus weniger glamouröse Bahnhöfe in mittelgroßen Städten ihre stattliche Halle über den Bahnsteigen bekommen. Besonders auffällig ist dies im Bereich der ehemaligen Compagnie des Chemins de fer du Midi im Süden und Südwesten des Landes. So reiht sich auch die eiserne "Marquise" von Bayonne ein in die Reihe von ähnlichen Bauwerken in Orten wie Bédarieux, Mont-de-Marsan oder Lannemezan...

Seit 1857 sorgt sie dafür, dass die Fahrgäste vor den Unbilden des Wetters geschützt werden, die hier im französischen Baskenland von sengender Hitze bis hin zu starkem Regen, der von der Biskaya aus gegen den Westrand der Pyrenäen gedrückt wird, reichen können. Wäre es der menschlichen Kommunikation mächtig, könnte das zuletzt 2012 sanierte Bauwerk sicher von einer Unzahl verschiedener Züge und Reisender berichten, die sich in den letzten eineinhalb Jahrhunderten dort tummelten. Das neue Jahrtausend ist dabei sicher nicht das spannendste. So sucht man zum Beispiel Tages- und Nachtzüge auf die iberische Halbinsel heute vergebens und auch der Intercités de nuit nach Paris ist seit 2017 passé. Der verbliebene Fernverkehr beschränkt sich im Wesentlichen auf einige TGV.

Seit ein paar Jahren haben nach der Abstellung der Z2 und der Umstationierung der Z-TER in den Nordwesten die Régiolis-Triebwagen der Reihe Z 51500 das Zepter im Regionalverkehr rund um Bayonne übernommen. 2016 hingegen fuhren zwischen Bordeaux und Hendaye noch zwei langlaufende TER-Zugpaare mit lokbespannten Corail-Garnituren, die eine wohltuende Abwechslung darstellten. Mit einem jener Züge, dem TER 867233 (Bordeaux-St-Jean – Hendaye), fährt BB 7288 am 23. September 2016 unter der im Abendlicht leuchtenden, schweren Gleichstrom-Fahrleitung in den Bahnhof ein. Nach einem kurzen Zwischenhalt wird sie ihre Reise bis zur spanischen Grenze fortsetzen.

Datum: 23.09.2016 Ort: Bayonne [info] Land: Europa: Frankreich
BR: FR-BB 7200 Fahrzeugeinsteller: SNCF
Kategorie: Stimmungen mit Zug
Top 3 der Woche: 4 Punkte

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Allez les bleus
geschrieben von: Münsteraner Jung (26) am: 25.10.20, 18:14
Das Museum Cite du Train in Mulhouse gehört für mich zu den besten seiner Art und ist nur ein Katzensprung von der deutschen Grenze entfernt.

Es wird einem anschaulich die glorreiche Historie ( zumindest was den Verkehr auf den Magistralen angeht ) der Grande Nation dargestellt.

Neben Rekordlokomotiven gibt es auch sehr viele andere hochinteressante Exponate.

Besonders hat es mir dieser Speisewagen der Compagnie Internationale des Wagons-Lits et de Grand Express angetan.

2. Versuch. Im ersten Versuch scheiterte das Foto knapp wegen einem blau weissen Rahmen. Das AT kam auf die sehr gute Idee die Farben des Rahmens dem Waggon besser anzupassen ( blau-beige ). Ich habe das probiert, war aber mit den Möglichkeiten den mir mein Bearbeitungsprogramm bot nicht so zufrieden. Deshalb jetzt komplett ohne Rahmen.

Zuletzt bearbeitet am 25.10.20, 18:14

Datum: 15.05.2010 Ort: Mulhouse, Cité du Train [info] Land: Europa: Frankreich
BR: Personenwagen Fahrzeugeinsteller: CWL
Kategorie: Stillleben
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Stadtgestaltung und die Kunst
geschrieben von: Detlef Klein (269) am: 23.10.20, 21:34
Mulhouse im Elsass ist schon eine Fotoreise wert, allein wegen der Straßenbahn. Auf den Gleisen kommen Niederflurwagen des Typs Alstom Citadis 302 zum Einsatz. Sie haben eine zulässige Höchstgeschwindigkeit von 70 km/h und eine Länge von 32,5 Metern. Der Neubau der Straßenbahn wurde wie in anderen französischen Städten auch als Teil der Stadtgestaltung betrachtet. Auf die künstlerische Gestaltung wurde besonderen Wert gelegt. Dies zeigt sich besonders an den Haltestellen der Linie 2, die der französische Bildhauer Daniel Buren mit bunten, 8 Meter hohen Stahlbögen gestaltet hat. An diesen ist zugleich die Oberleitung befestigt.
Zu sehen ist hier der Zug der Linie 2 an der Station Mairie.

Scan vom Kodak-Dia

Datum: 24.08.2008 Ort: Mulhouse mairie [info] Land: Europa: Frankreich
BR: FR-Alstom Citadis 302 Fahrzeugeinsteller: Sitram
Kategorie: Bahn und Infrastruktur
Top 3 der Woche: 7 Punkte

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Un remplacement fort apprécié
geschrieben von: Julian en voyage (391) am: 23.10.20, 19:09
Bleiben wir thematisch noch ein bisschen bei den "Nez cassés" auf der POLT, der klassischen Magistrale von Paris nach Toulouse über Orléans und Limoges. Auch im Sommer 2017 hielt der schon leicht geschrumpfte Toulouser Nahverkehrs-Plan noch zwei Zugpaare im Berufsverkehr in Richtung Brive-la-Gaillarde bereit. Jedenfalls theoretisch, denn in der Regel wurde - anders als in den Vorjahren - einer der beiden Plantage bereits mit einem ZGC gefahren. Da am 16. Juni 2017 die Corail-Garnitur im früheren Umlauf gewesen war, der selbst an den längsten Tagen rund um Souillac am frühen Morgen noch keine Sonne abbekommt, war uns bislang ein Foto der Lokbaureihe verwehrt geblieben, wegen der wir eigentlich auf dem Weg in Richtung Pyrenäen dort für eine Nacht Quartier bezogen hatten.

Da es sich in der Bilderbuchlandschaft entlang der Dordogne mit ihren Kalksteinfelsen ja aber auch so ganz gut aushalten lässt, blieben wir trotzdem noch ein bisschen vor Ort und bezogen um kurz nach acht südlich des Städtchens auf einem Felsen Stellung, um den ersten durchgehenden Intercités des Tages von Toulouse nach Paris abzupassen - Planmäßig mit einer BB 26000 (im Carmillon-Design) bespannt. Dass dann wenig später völlig unerwartet doch noch eine "Nez cassé" an den pink blühenden Heckenrosen des ehemaligen Bahnwärterhäuschens vorbei rauschte, daran hatten wir natürlich überhaupt nichts auszusetzen...;) Man hatte dem INT 3620 (Toulouse - Paris Austerlitz) in der Ville rose kurzerhand die BB 7305 anstelle einer Sybic vorgespannt!

Datum: 16.06.2017 Ort: Souillac [info] Land: Europa: Frankreich
BR: FR-BB 7200 Fahrzeugeinsteller: SNCF
Kategorie: Zug schräg von vorn
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Ansitz im Eichenwald
geschrieben von: Julian en voyage (391) am: 22.10.20, 15:52
Werfen wir wieder einmal einen Blick ins Archiv und reisen in das Jahr 2015 zurück, als auf der südlichen POLT zwischen Toulouse und Brive noch lokbespannte Regionalzüge mit BB 7200 verkehrten. Bereits unter meinem morgendlichen Bild vom Lot-Ufer in Cahors hatte ich über die damals umfangreichen Einsätze der Nez cassés in TER-Diensten rund um Toulouse berichtet: [www.drehscheibe-online.de]

Ein paar Kilometer nördlich von Cahors verlässt die Strecke unterhalb des Château de Mercuès das Tal des Lot und nimmt zwischen Causses du Quercy und den östlichsten Ausläufern des Périgords mit einer kaum enden wollenden Abfolge von Kurven und Gegenkurven Kurs auf Brive-la-Gaillarde. Garniert wird dieser spannende Streckenverlauf mit einer Vielzahl von Viadukten, deren bekannteste sicher diejenigen rund um Souillac sind.

Aber auch im kleinen Örtchen Calamane liegt ein besonders schönes Exemplar. Auf 25 Steinbögen im regionaltypischen Rotton führt der Viaduc de Calamane die POLT auf insgesamt 308 Metern Länge zwischen Ortskern und Schloss aus dem 15. Jahrhundert hindurch. Gut in ganzer Länge einsehen lässt er sich abends von einem Berghang westlich des Orts. Da dieser allerdings vollständig bewaldet ist, muss man sich ein bisschen Zeit nehmen und durch das Unterholz streifen, um einen freien Ausblick zu finden. So landete ich am 7. September 2015 letztlich auf dem untersten Ast einer knorrigen Eiche, um der Dinge (= Züge ;)) zu harren, die da kommen sollten. Habe ich Züge gesagt...? Ups, ich meinte natürlich mal wieder DEN einen passenden Zug!

Während ich da so in meinem Baum hing, hätte es mich nicht gewundert, wenn mir eine Wildschweinrotte oder ein Trüffelsucher auf der Pirsch nach der wertvollen Knolle begegnet wäre. Einfach ein schöner Ort, um die Waldluft zu inhalieren und den Ausblick auf das intakte Ortsbild zu genießen. Als dann mit dem erwarteten TER 871628 (Toulouse - Brive-la-Gaillarde) auch noch die betongraue BB 7289 des Weges kam, war das Hobby-Glück perfekt. :)

Zuletzt bearbeitet am 23.10.20, 12:17

Datum: 07.09.2015 Ort: Calamane [info] Land: Europa: Frankreich
BR: FR-BB 7200 Fahrzeugeinsteller: SNCF
Kategorie: Bahn und Landschaft
Top 3 der Woche: 15 Punkte

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Ambiance CFD
geschrieben von: Julian en voyage (391) am: 14.10.20, 19:15 Top 3 der Woche vom 25.10.20
Die Compagnie de chemins de fer départementaux (CFD) begegnet einem schier unausweichlich, wenn man sich mit der wechselvollen Geschichte französischer Neben- und Kleinbahnen beschäftigt. Neben ihrer Rolle als Fahrzeugkonstrukteur, vor allem für Schmalspurbahnen, betrieb sie bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts zahlreiche französische Nebenbahnen, die allermeisten davon wiederum in kostensparender Meterspur. Die Linien bildeten dabei kein zusammenhängendes Netz, sondern waren in mehreren Teilnetzen im gesamten Hexagon verteilt. Heute sind sie, von wenigen Ausnahmen abgesehen, verschwunden und nur noch ein Betätigungsfeld für Eisenbahnarchäologen oder Fahrradfahrer auf den neu entstandenen "Voies vertes"...

Wenigstens im touristischen Verkehr überlebt haben Teile des Réseau du Vivarais, das sich einst mit über 200 Kilometern Streckenlänge in den Départements Ardèche und Haute-Loire im Massif Central erstreckte und in zwei Phasen 1952 bzw. 1968 seinen regulären Verkehr verlor. Neben dem auch in Deutschland recht bekannten und stark touristisch vermarkteten "Mastrou" von Tournon nach Lamastre bietet oben auf dem Hochplateau an Sommerwochenenden der [velay-express.fr] Dampf- und Dieselbetrieb in insgesamt recht authentischer CFD-Atmosphäre.

Mein persönlicher Star der Fahrzeugsammlung ist dabei nicht etwa der Billard-Doppeltriebwagen Nr. 222, der bereits mehrfach in der Galerie vertreten ist, sondern der knuffige Einteiler Nr. 313 vom Typ A80D ("A" für Automotrice, "80" für die PS-Zahl und "D" für den Dieselmotor), der seit August 2020 wieder im grau-roten Ursprungslack erstrahlt. 1937 ebenfalls von Billard in Tours an die CFD geliefert, kam er zunächst auf dem Réseau des Charentes et Deux-Sèvres in Westfrankreich zum Einsatz, ehe er nach dessen Stilllegung 1950 im Vivarais eine neue Heimat fand.

Praktisch nichts (außer einem digital entsättigten Gilet jaune im Zuginneren ;)) deutet unweit des Ausgangspunkts Raucoules darauf hin, dass die Aufnahme vom 13. September 2020 nicht 60 Jahre früher entstanden ist: Eine urwüchsige Baumreihe entlang des nicht asphaltierten Feldwegs, die Weide mit lose platzierten Findlingen eingefasst und im Hintergrund ein Bruchsteinhaus ganz ohne neumodische Accessoires. Nicht zu vergessen natürlich der nur zehneinhalb Meter lange und neun Tonnen schwere Tw Nr. 313 auf seinem Weg nach Saint-Agrève...

Datum: 13.09.2020 Ort: Raucoules, Brossettes [info] Land: Europa: Frankreich
BR: FR-Billard A80D Fahrzeugeinsteller: Velay-Express
Kategorie: ungewöhnliche Perspektiven
Top 3 der Woche: 20 Punkte

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"État de crise? Sans moi!"
geschrieben von: Julian en voyage (391) am: 12.10.20, 19:39
Gebeutelt zeigt sich die globale Wirtschaft im Jahr 2020, das wohl wie kaum ein anderes von einem Thema dominiert wird: Corona, inklusive aller unerfreulichen Begleiterscheinungen. Auch am Bahngüterverkehr geht die angespannte Situation natürlich nicht folgenlos vorüber. Doch sind die Auswirkungen von Ort zu Ort, von Branche zu Branche ausgesprochen heterogen. Der Containertransport per Bahn beispielsweise boomt auf gewissen Relationen sogar, allen voran der Landweg von China nach Europa als Alternative zu (im Hafen gebliebenen) Ozeanriesen.

Eine konstant sehr hohe Auslastung weist (nicht nur) in den letzten Monaten auch der nachmittägliche Naviland-Containerzug von Vénissieux in der Peripherie von Lyon zum Mittelmeerhafen Fos an der Rhônemündung auf. Ein erfreuliches Kontinuum in diesen oft ungewissen Zeiten, dass man werktags praktisch die Uhr danach stellen kann, wann die lange Schlange bunter Hochseekisten ihren Weg über die linke Rhônestrecke südwärts antritt.

Gar nicht ganz so zahlreich sind dabei die möglichen Fotostellen, denn eigentlich ist der Nachmittag und Abend m. E. für die Strecke am gegenüber liegenden Ufer prädestiniert. Da fährt allerdings fast nichts... Also auch doof! ;) Dementsprechend drängt sich ein klassisches Motiv des "rive gauche" geradezu zwangsläufig in den Fokus: Der Défilé de Donzère vom Pont Robinet aus, jener Hängebrücke, die seit 1847 unterhalb der markanten Felswände die Rhône überspannt und wohl schon Generationen von Bahnfotografen als Standpunkt diente. In der Galerie indes fehlt zu meinem Erstaunen bislang eine zeitgenössische Ansicht ebenso wie eine vom Fahrbahnniveau aus - Diese untragbare Lücke schließe ich somit gerne mit einem Foto des eingangs erwähnten "Starzuges". ;)

Pünktlich um viertel nach sechs tauchte das Objekt der Begierde am 15. September 2020 weit hinten parallel zum blauen Strom auf und schnell war klar, dass keine silberne Akiem-Prima einen Strich durch die Rechnung macht, sondern - wie eigentlich üblich - eine der acht derzeit für Mastéris/Naviland fahrenden BB 22200er für die Traktion des 52353 (Vénissieux - Fos-Graveleau) zuständig war. Wenn ich die verräterischen kleinen Merkmale wie Schmutzspuren an den Lüftern und Position der Carmillon-Aufkleber richtig deute, müsste es an diesem Tag die 22375 gewesen sein...;) Und am Haken vier Dutzend bunt zusammengewürfelter Container - Krisenzustand? Keine Spur!

Zuletzt bearbeitet am 13.10.20, 00:38

Datum: 15.09.2020 Ort: Donzère [info] Land: Europa: Frankreich
BR: FR-BB 22200 Fahrzeugeinsteller: SNCF
Kategorie: Bahn und Landschaft
Top 3 der Woche: 17 Punkte

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Direction la capitale!
geschrieben von: Julian en voyage (391) am: 10.10.20, 20:24 Top 3 der Woche vom 25.10.20
Wenn man zur morgendlichen Rushhour auf die Abfahrtstafel des Bahnhofs von Amiens blickt, findet sich ein Zielbahnhof besonders häufig: Paris Nord! 6h04, 6h23, 6h38, 6h43 (mit Umstieg in Creil), 7h04... Wer französische Fahrpläne kennt, dem ist klar, dass das ein wirklich ungewöhnlich dichtes Zugangebot ist. Die Strahlkraft der Hauptstadt Paris ist eben ungebrochen und die Zahl der Arbeitnehmer, die täglich auch aus dem weiteren Umland pendeln, rechtfertigt den dichten Takt ohne Zweifel.

Nicht minder üppig sind dabei meist die Zuglängen. Und was den Bahnfotografen erfreut: Ein Großteil der Verbindungen ist noch lokbespannt, entweder als Corail- oder als Doppelstockgarnitur, jeweils mit einer "Nez cassé" an der Spitze! :)

Einer dieser Züge ist der TER 848536 (Amiens - Paris Nord), den ich am 21. Juli 2020 pünktlich zum Sonnenaufgang erwartete. Den ersten und einzigen Zwischenhalt Longueau (samt namhaftem Dépôt) hat der Zug gerade verlassen, als er zwischen Fouencamps und Dommartin im zarten Morgenlicht durch die von weiten Stoppelfeldern überzogene Hügellandschaft der Capitale entgegen strebt. Im Hintergrund wabert auch an diesem Hochsommermorgen noch der für die Somme-Region typische Frühnebel, der hier über dem Flüsschen Avre und diversen kleinen Teichen aufsteigt.

Laut Umlaufplan hätte das übrigens eine BB 22200 mit Corail-Wagen sein sollen, aber über die schicke Multiservice-BB 15049 mit ihrer V2N-Garnitur habe ich mich mindestens genauso gefreut.

Datum: 21.07.2020 Ort: Fouencamps [info] Land: Europa: Frankreich
BR: FR-BB 15000 Fahrzeugeinsteller: SNCF
Kategorie: Stimmungen mit Zug
Top 3 der Woche: 19 Punkte

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Aus der Sommerfrische nach Paris
geschrieben von: Volker Blees (32) am: 10.10.20, 00:11
Die Badeorte Le Tréport und Mers-les-Bains sind am Wochenende noch immer durch direkte Ausflugszüge mit Paris verbunden. Pünktlich um 18:00 Uhr am Abend des 14.8.2016 haben sich X 76731/32 und X 76735/36 von TER Picardie unmittelbar am Strand des Ärmelkanals auf den Weg gemacht und rollen nun, elf Minuten später, entlang des Flüsschens Bresle durch die weite Landschaft der Haut-Normandie. Nach 182 Kilometern und 2:59 h werden sie ihre Schar Ausflügler in Paris Nord in den Trubel der Großstadt zurückgebracht haben.

Auch wenn spektakuläre Motive fehlen, finden sich dank (auch in Frankreich inzwischen seltenen) Telegrafenmasten, Formsignalen in den (durchweg durchgeschalteten) Bahnhöfen und ländlichem Umfeld mehr Motive, als mit drei bzw. - am Wochenende - vier täglichen Zugpaaren umzusetzen sind. Da zudem diese wenigen Züge überwiegend "aus dem Licht" fahren, sind Nachschüsse wie dieser unvermeidbar.

[Zweiter Versuch nach Ablehnung einer helleren und undgünstiger beschnittenen Variante in 2016]

Datum: 14.08.2016 Ort: Ponts-et-Maris [info] Land: Europa: Frankreich
BR: FR-X 76500 Fahrzeugeinsteller: SNCF
Kategorie: Bahn und Infrastruktur
Top 3 der Woche: 2 Punkte

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Fotostelle mit Badegelegenheit...
geschrieben von: Julian en voyage (391) am: 05.10.20, 17:18
...oder doch eher eine Badestelle mit Fotogelegenheit?

Welcher Aspekt nun im Vordergrund steht, lässt sich schwer sagen. Auf jeden Fall kann man in Pontaix an der Col de Cabre-Linie beides wunderbar miteinander kombinieren. Wenn das Thermometer bereits am Vormittag die 30°-Marke knackt, ist die Abkühlung nach dem gelungenen Foto natürlich besonders willkommen. So auch in der ersten Septemberhälfte des Jahres 2020, als Frankreich unter dem Eindruck eines stabilen Hochdruckgebiets praktisch flächendeckend von einer für die Jahreszeit ungewöhnlich warmen, ja, heißen Luft dominiert wurde. Örtlich erreichte das Quecksilber nachmittags sogar 35°C und mehr - Rekordwerte für einen September!

An einem kleinen, nur über einen steilen, teilweise zugewachsenen Trampelpfad und durch Dickicht erreichbaren Kiesstrand unterhalb von Straße und Bahn genoss ich am 14. September 2020 den unverhofften Spätsommer, streckte die Füße ins Wasser und hob kurz die Kamera, als um kurz nach halb zwölf ein unerkannt gebliebener X 72500 als TER 17353 (Romans-Bourg-de-Péage - Briançon) in Richtung höchste Stadt Frankreichs vorbei rollte. Danach stürzte ich mich dann ziemlich schnell in die vorbei strömenden Fluten...;)

Für Interessierte noch ein paar Hintergrund-Infos: Die TER-Züge auf der Strecke von Valence durch das Diois und über den Col de Cabre nach Veynes und Briançon sind eine der letzten Domänen der Marseiller "Aspirateurs" (= Staubsauger) der Reihe X 72500 und gleichzeitig frankreichweit die einzige mir bekannte, wo im Sommer 2020 der Gesamtverkehr mit diesem Fahrzeugtyp erbracht wird. In Kombination mit der traumhaften Landschaft also das ideale Ziel für Freunde dieser "Alten unter den Jungen", die sich mit ihrem kernigen Motorensound und dem schnörkellosen, klaren Design doch ein bisschen von den nachfolgenden Neubautriebwagen unterscheiden.

Datum: 14.09.2020 Ort: Pontaix [info] Land: Europa: Frankreich
BR: FR-X 72500 Fahrzeugeinsteller: SNCF
Kategorie: Bahn und Landschaft
Top 3 der Woche: 13 Punkte

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