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Durch das Himmelreich
   
geschrieben von Leon am: 02.07.15, 14:10
Aufrufe: 869

Die Karst-Landschaft des Südharzes ist geprägt von verschiedenen Gipsmassiven. Der Bau der Bahnstrecke von Northeim nach Nordhausen (heutige KBS 357)machte daher zwischen Walkenried und Ellrich den Bau eines 270 m langen Tunnels durch ein Felsmassiv namens "Himmelreich" notwendig. Was dem Fahrgast verborgen bleibt, ist die Tatsache, dass er in der Tunnelröhre mitten durch die größte europäische Gipshöhle fährt, auf die man beim Bau des Tunnels im Jahre 1868 gestoßen ist. Die Höhle hat eine Länge von 200 Metern, ist 70 Meter breit und 35 Meter hoch. Über Jahre hinweg war die Höhle seit ihrer Entdeckung über einen gesonderten Eingang auf Ellricher Seite zugänglich, wurde aber alsbald aus Sicherheitsgründen geschlossen. Von dem im Bild rechts sichtbaren Felsmassiv hat man einen herrlichen Blick auf den Südharz (vgl. Galerie!). Der Tunnel war für eine zweigleisige Streckenführung konzipiert, wobei das zweite Gleis zwischen Walkenried und Nordhausen nach dem Krieg in den 50er Jahren den Reparationsleistungen zum Opfer fiel. Das Tunnelportal selbst diente bis zur Mitte der 70er Jahre häufig als Fotomotiv für Güterzüge aus Ellrich, die sich mit Ottbergener 44 und Lehrter 50 im Schritttempo die Osterhagener Rampe hochquälten. Am Nachmittag des 17.04.14 kommt dem Fotografen weitaus unspektakulärer ein 648 auf seinem Weg nach Göttingen entgegen.

Das Bild weist einen gewissen Weitwinkel-Touch auf. Dies ist aber der Tatsache geschuldet, dass ich nach Möglichkeit den gesamten Berg im Hintergrund mit aufs Bild haben wollte. Ohne den Himmel wäre zwar das Tunnelportal prägnanter, aber insgesamt das Bild zu sehr grün in grün...

Ich habe das Bild neu eingestellt, mit weniger Gelb-grün-Tönen (vgl. Kommentare)

Zuletzt bearbeitet am 09.07.15, 17:57

Datum: 17.04.2015 Ort: Walkenried Land: Niedersachsen
BR: 648 (LHB/Alstom LINT 41) Fahrzeugeinsteller: DB
Kategorie: Zug schräg von vorn

EXIF-Daten:
Hersteller: NIKON CORPORATION, Modell: NIKON D610, Belichtungszeit: 1/1000sec, Blende: F/5.6, Empfindlichkeit (ISO): 320, Datum/Uhrzeit: 17.04.2014 17:01:46, Brennweite: 35mm



geschrieben von: Dispolok_E189
Datum: 05.07.15, 14:39

Schönes Motiv, aber warum mit Schatten? Geht das denn nicht früher oder später, so dass die Sonne passt?

So ist es leider nicht galeriewürdig.


geschrieben von: ODEG
Datum: 05.07.15, 14:44

Ein bisschen zu gelb für meinen Geschmack.
@ "E189...": zum Glück entscheidet hier eben nicht eine einzige Person anhand starrer "Gesetze", was hier rein kommt. "leider nicht galeriwürdig" klingt schon ganz schön hart, wenn man die Lokalität nichtmal kennt.

1-mal bearbeitet. Zuletzt am 05.07.15, 14:45


geschrieben von: ludger K
Datum: 05.07.15, 14:46

Ein wunderbares Motiv (leider etwas gelbstichig) und eine fundierte Geschichte des markanten Tunnels (Quelle?). Und schon melden sich wieder die Anti-Schatten-Schema-Leute zu Wort, obwohl der Schatten einwandfrei durchgezeichnet ist.


geschrieben von: ODEG
Datum: 05.07.15, 14:52

Tja Ludger, der Schatten ist m.E. auch in Ordnung. Der Kollege scheint aber zu glauben, dass keine Bilder in die Galerie gehören, auf denen man solche "Schattenseiten" (Stichwort "fehlendes Seitenlicht") sieht...


geschrieben von: elsker Danmark
Datum: 05.07.15, 15:47

De gustibus non est disputandum, wie der Latinist gerne behauptet. Lernt man auf dem Weg zum bayrischen Abitur, erst recht als selbsternannter Musterschüler, kein Latein mehr? Zum Bild: Ich schließe mich den Herrschaften an - Ein wenig Gelb rausdrehen und über die Austauschfunktion hochladen wird dem Bild gut tun!

1-mal bearbeitet. Zuletzt am 05.07.15, 15:48


geschrieben von: ludger K
Datum: 05.07.15, 15:47

ODEG: Bei diesen Leuten darf überhaupt kein Schatten im Bild sein, nicht einmal auf der Wiese im Vordergrund. Über Anti-Schatten-Menschen gibt es ein Märchen:

Es war einmal ein Mensch mit Namen Schlemihl
den sprach einst einer an,
ob er ihm nicht seinen Schatten verkauft?
Er wär alsbald ein reicher Mann!

Nach kurzem Bedenken willigt er ein und bekam einen Beutel zum Lohn
„Dies Säcklein, das wird niemals leer“ sprach der düstre Schattenkäufer voll Hohn
„Ja ich denk ich tat einen guten Tausch“, sagt sich unser Schlemihl alsdann
„ich kauf mir Schloß und Gut und Hof, was fang ich schon mit einem Schatten an?“

Der Herr Schlemihl, der zog in ein and’res Land, kauft sich Schloß und Gut und Hof
und heiraten wollt er dann auch bald, eine Auserwählte gab es schon
Er ging zu seiner Geliebten Haus, fragt „Willst du mich nehmen zum Mann?“
„Drei Tage Bedenkzeit bitt’ ich mir aus, bevor ich Ja sagen kann.“

Doch die Sonne sie schien auf seine Gestalt, und ohne Schatten stand er da
„Niemals nehme zum Manne ich dich, ohne Schatten bist du auch der Seele bar“
In der Tat, Schlemihl hat seinen Schatten verkauft, dabei seine Seele verlor’n
Danach hat man niemals mehr von ihm gehört, und niemand weiß mehr, daß er einst gebor’n.


geschrieben von: Dispolok_E189
Datum: 05.07.15, 16:07

@ ludger K und elsker Danmark:

Was seid denn ihr bitte für Witzfiguren? Geilt ihr euch daran auf, wenn ihr euer hochnäsiges Ich zum Ausdruck bringen könnt? Ihr habt anscheinend weiter nichts im Leben außer die Eisenbahn ;)

Und wie war das erst vor kurzem? "Man muss ein bisschen mehr Kritik vertragen"

Achja und jetzt gefällt mir ein Bild nicht und kritisiere den Schatten und jetzt soll ich plötzlich still sein? Sehr interessante Theorie meine Herren. Ich möchte gern eure Kunstwerke sehen, weil anscheinend seid ja IHR die besten Fotografen weit und breit. Aber gut, wenn dann das nächste "Frankenwaldbahn HDTV" Foto mit wenig bis gar kein Seitenlicht hier hochgeladen wird, wird eh wieder darüber diskutiert wie schade es nur ist, dass es hier kein Seitenlicht gibt.

Aber gut, das war nun meine Meinung zu diesem Bild. Schönes Motiv, aber leider gefällt mir der Schatten nicht. Wenn das den oben genannten Herren nicht passt, dann können diese gern auf ne Kugel Eis vorbei kommen.

1-mal bearbeitet. Zuletzt am 05.07.15, 16:09


geschrieben von: Dispolok_E189
Datum: 05.07.15, 16:08

bitte löschen

1-mal bearbeitet. Zuletzt am 05.07.15, 16:08


geschrieben von: Sp Dr S60
Datum: 05.07.15, 16:13

Da mag das Motiv noch so gut sein, wenn die Farben und Lichtverhältnisse nicht passen gehört das nicht in die Galerie...


geschrieben von: Lochris
Datum: 05.07.15, 16:34

Wie wäre es mal mit einem Blick auf die Aufnahmedaten? Zu dem Zeitpunkt war es schon 17 Uhr, die Sonne kommt also garantiert nicht mehr "rum", schon gar nicht im April.
Manche scheinen sich ja an den "Regeln" festzubeißen, keine Seitenschatten, kein Frontschatten, kein Mast hinter der Lok, kein Steuerwagen etc. Dagegen wird "kein Motiv" gerne geduldet.
Ich finde diese Lösung auch nicht wirklich ansprechend, zu weitwinklig und nicht sauber geschnitten. Ohne die Location zu kennen, wäre ich vermutlich näher ans Portal und hätte es formatfüllend aufgenommen, dann wäre auch kein Schatten entstanden, wenn man fast nur die Front des VT sieht.

Aber was soll diese ganze Diskussion? Das Bild wurde reingewählt und ist somit "galeriewürdig", denn über dieses Merkmal entscheidet das Auswahlteam. Es muss ja nicht zur Top 3 werden, eine Galerie lebt wie ein guter Bildband auch von "normalen" Fotos, die dafür mit ordentlicher Beschreibung die Aufmerksamkeit des Betrachters auf sich und somit auch auf die Strecke etc. ziehen.

Die Geschichte dazu ist sehr interessant. Wurde beim Durchqueren der Höhle dann ein Damm oder ein Brückenbauwerk errichtet oder hat man zufälligerweise den Boden getroffen?


geschrieben von: Philosoph
Datum: 05.07.15, 16:58

Der Schatten stört mich überhaupt nicht, allerdings hat das Bild auch für mich etwas zu viel gelb.

Die Bildaufteilung überzeugt mich nicht so recht. Zuviel Weitwinkel, ohne dass dadurch unten, links oder rechts etwas gewonnen wird. Warum nicht einmal eine Hochkantaufnahme mit mehr Himmel? Die Wirkung stelle ich mir deutlich besser vor.

Das Motiv hat vor allem im Herbst richtig Potential.

Carsten


geschrieben von: ludger K
Datum: 05.07.15, 17:17


Carsten: Ebenso wie es Schatten-Nichtmöger gibt (vielleicht hat ihr Kinderwagen zuviel im Schatten gestanden), gibt es auch hartnäckige Hochkant-Nichtmöger (vielleicht hatten sie in früher Kindheit mal Probleme mit dem aufrechten Gang, jetzt steckt diese Abneigung tief in ihnen). Inwiefern die äußerst geringe Anzahl der Hochkantaufnahmen in der Galerie nun psychologische Gründe hat, läßt sich kaum feststellen. Auch ich kenne Leute, die nie und nimmer Hochkantbilder machen.


geschrieben von: Philosoph
Datum: 05.07.15, 18:20

Ludger: So habe ich das noch nie gesehen. Als nächsten Vorschlag habe ich bereits unabhängig von dieser Diskussion eine Hochkantaufnahme rausgesucht. Ich gehe allerdings eher davon aus, dass einfach wenig in Hochkant fotografiert wird. Manchmal macht es aber einfach Sinn, wie m.E. auch bei diesem Bild. Ich habe da keine Berührungsängste :-)!


geschrieben von: JLW
Datum: 05.07.15, 18:29

Selbst in meiner vier Jahre währenden Digitalzeit kann ich meine Hochkantaufnahmen an einer Hand abzählen.

Aber man sollte so manche Aufnahme, vielleicht genau die nun so heftig diskutierte, einmal überprüfen, ob nicht ein annäherndes quadratisches Zuschneiden die Bildwirkung erheblich verbessert.


geschrieben von: Fernzug
Datum: 05.07.15, 18:32

Das Bild ist ok, finde ich. Es hat einen erhöhten Gelbstich. Ein bisschen Temperatur kälter absetzen, dann könnte es schon passen. Außerdem ein bisschen zu viel Weitwinkel - oberen Bereich zu viel Platz.


geschrieben von: Leon
Datum: 05.07.15, 22:53

15 Kommentare...boh! Wenn ich geahnt hätte, was ich mit dieser -bestimmt nicht- erstklassigen Aufnahme für eine Diskussion vom Zaum brechen würde...na, ich versuche mal, auf alle Beiträge einzugehen.
Worüber reden wir? Wir reden über eine Aufnahme Mitte April mit zartem Grün bei einem Streckenabschnitt, der annähernd Ost-West verläuft. Die Aufnahme entstand gegen 17 Uhr, d.h. die Sonne kommt Mitte April nicht mehr von der linken Seite. Das würde vielleicht im Hochsommer gehen, aber da sind die Bäume dunkelgrün und viel zu sehr belaubt, und die Felsen im Hintergrund wären evtl. nicht mehr zu sehen. Auf der linken Seite schließt sich hinter dem Betrachter eine hohe Baumreihe an, d.h. man hat eh nur ein recht schmales Zeitfenster für Aufnahmen. Ich habe bei der Aufnahme wirklich lange gegrübelt, ob ich dichter ans Portal gehe, aber ich wollte den Gesamteindruck mit aufs Bild bringen, d.h. in jedem Fall den Himmel mit drauf haben. Dass das Bild dadurch weitwinkelig wird, war mir klar, nur die Frage ist, welchen Kompromiss man eingegangen wäre. Dies ist übrigens eine dieser Aufnahmen, bei denen ich das "Kleinbild"-Format verteufele und mir die 6x6-Rollei zurückwünsche; da gab es diese Kompromisse nicht. Aber so hat halt alles seine Zeit...Zwei Dinge gebe ich zu: man hätte das Bild evtl. hochkant machen können, aber das ist Geschmackssache - und trifft meinen nicht unbedingt. Zweitens: dass das Bild gelbstichig ist...bei zartem Maigrün und warmer Nachmittagssonne kann so ein Eindruck schon entstehen. Was die Schatten-Diskussion anbelangt: schon bemerkenswert, wieviel Fundamentalismus hinter so mancher Bildbetrachtung steckt...:-) Ich bin normalerweise davon auch kein Freund, aber hier wirkt es m.E. ausnahmsweise recht plastisch.
Zum Tunnel: die Strecke berührt lt. Höhlenskizze etwa den Boden der Höhle d.h. ein Damm war nicht erforderlich. Man fährt quasi in einer Röhre durch die Höhle. Nachzulesen u.a. im Buch "Eisenbahn Altenbeken-Nordhausen" von Josef Högemann aus dem Verlag Kenning (sic!)...und von der Ferienwohnung im Südharz haben mich schon seit Anfang der 80er Jahre zahllose Radtouren zu dem Tunnel geführt - und auch verbotenerweise in ihn hinein, auf dem Fahrweg neben dem Gleis. Und ich habe mich immer wieder gefragt, wohin die Stahltür in der Mitte des Tunnels wohl führen mag, die irgendwann mal den o.g. äußeren Eingang auf der Ellricher Seite ersetzt haben soll...soviel dazu!

1-mal bearbeitet. Zuletzt am 05.07.15, 23:16


geschrieben von: hbmn158
Datum: 06.07.15, 09:08

Moin Leon,
ich danke Dir für eine ausführliche und gelassene Antwort auf die vielen Reaktionen auf deinen Bildbeitrag.
Ich habe den Eindruck, daß hier manchen die Hitze etwas zu Kopf gestiegen ist und sich dieser Dachschaden auf die Diskussionskultur ausgewirkt hat. Dies hat weder das Bild noch der Bildeinsteller verdient, und wird, daß darf ich sicher im Namen des gesamten Galerieteams sagen, nicht gern gesehen. Man kann seine Kritik an einem Bild und eventuelle Verbesserungsvorschläge auch anders formulieren.
Ich sehe hier eine „ungewöhnliche Perspektive“ - eine Rubrik, die in der Galerie durchaus vorgesehen ist -, hier wurde ein Motiv eben nicht klassisch formatfüllend, sondern mit viel „drumherum“ präsentiert, der VT perfekt platziert, mit dem Seitenschatten bekommt die Aufnahme mehr Tiefe, das Tunnelportal kommt gut zur Geltung, man bekommt einen guten Eindruck von der Umgebung. Zusammen mit dem Text ein bereichernder Beitrag.
Man kann selbstverständlich über die Farbwahl (es scheint ein wenig zu gelb, wobei ich es für die Jahreszeit nicht unpassend finde) und das Format diskutieren, aber letztlich ist es so angeboten worden und der Bildeinsteller wird sich seine Gedanken gemacht haben.
Bei einem Ergebnis von +4 ist das Bild im Querschnitt der Bewertungen - genau wie in der Kommentierung - durchaus kritisch gesehen worden, unterm Strich aber mit einer Mehrheit in die Galerie gewählt worden.
Eine sich anschließende Diskussion kann beim Bildeinsteller dazu führen, daß er sich noch einmal mit seinem Werk beschäftigt, vielleicht eine etwas „weniger gelbe“ Variante herstellt, diese mit dem Galeriebild vergleicht und zu dem Schluß kommt, daß die neue Variante besser ist. Für einen solchen Fall haben wir „Diesen Beitrag bearbeiten“ vorgesehen.

Schöne Grüße Frits


geschrieben von: Leon
Datum: 06.07.15, 11:31

Keine Sorge...ich habe im Laufe der Jahre genug Distanz zum Hobby entwickelt, um einschätzen zu können, dass diese Aufnahme es keinesfalls unter die T3dW schafft. Dies war bei dem Bild auch gar nicht beabsichtigt. Ich hätte eher damit gerechnet, dass es sang- und klanglos mit ein paar Plus-Stimmen in der Galerie landet und vielleicht dem einen oder anderen, der den Südharz bereist, bei der Motivwahl hilft. Zwei Dinge bleiben jedoch nach all der Diskussion bei mir haften: zum einen sich selbst zu hinterfragen, ob man das eine oder andere Motiv nicht doch mal hochkant aufnimmt, und zum zweiten: ich werd´ mal die "Bearbeiten"-Funktion ausprobieren und eine farblich neutralere Version einstellen.
@Ludger: vielen Dank für das Märchen; habe ich vorher noch nie gehört. Hat einen gewissen Feinsinn, je öfter man es liest.
@allen anderen Diskussionsteilnehmern: vielen Dank für eine ebenso unerwartete wie bemerkenswerte Diskussion! Auch davon lebt die Galerie!

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