DREHSCHEIBE-Online 

Anzeige

HIER KLICKEN!
angemeldet: -
Seiten: 2 3 4 5 6 .. 99
>
Auswahl (987):   
 
Galerie: Suche » Europa: Frankreich, nach Einstelldatum sortiert » zur erweiterten Suche
 
Vergangene Zeiten
geschrieben von: Jens Naber (404) am: 21.05.20, 23:12
Die kürzlich von Julian gezeigte Ortsdurchfahrt von Tieffenbach hat mich dazu animiert, auch mal wieder in meinem eigenen Archiv nach Bildern der lokbespannten Züge auf der "Ligne 9" zwischen Mommenheim und Sarreguemines zu stöbern. Dabei bin ich natürlich auch - wenig überraschend - über einige Bilder aus Frohmuhl gestolpert, aufgrund der zahlreichen Motivmöglichkeiten sicherlich eine der bekanntesten Ortschaften entlang dieser Strecke. Neben dem klassischen Blick in die S-Kurve habe ich auch noch ein paar weitere Perspektiven umgesetzt. Das bislang letzte Mal stattete ich der idyllischen Ortschaft am sommerlichen 04. Juni 2015 einen Besuch ab und erwartete den TER 30906, der damals noch planmäßig aus sechs Corail-Wagen gebildet wurde. Pünktlich auf die Minute polterte die Strasbourger Multi-Service BB 67434 durch die langgezogene Kurve und wird ihren nächsten Halt in Tieffenbach kurz darauf erreichen. Ein knappes Jahr später kam das Ende der lokbespannten Garnituren, an die zahlreichen ausgedehnten Fototouren (der Wecker klingelte mehrfach nachts) an die "L9" denke ich aber heute immer noch gerne zurück.

Zuletzt bearbeitet am 21.05.20, 23:31

Datum: 04.06.2015 Ort: Frohmuhl [info] Land: Europa: Frankreich
BR: FR-BB 67400 Fahrzeugeinsteller: SNCF
Kategorie: Bahn und Landschaft
Optionen:
 
’s Gromme Elsass
geschrieben von: Julian en voyage (349) am: 15.05.20, 21:57
L'Alsace - ’s Elsass. So steht es zweisprachig auf den Corail-Wagen der ostfranzösischen Region, neben französisch auch in der elsässischen Mundart. Ein untrügliches Zeichen für das starke Gefühl einer kulturellen Eigenständigkeit gegenüber dem Pariser Zentralstaat.

Noch einmal etwas Spezielles ist dabei ’s Gromme Elsass, also das "Krumme Elsass" (oder auf französisch l'Alsace bossue). So lautet die (semi-offizielle) Bezeichnung des Landstrichs am westlichen Rand der Vogesen, der eigentlich geografisch bereits Teil des Plateau lorrain ist. Obwohl auch traditionell eher Lothringen zugehörig, erbaten die Bewohner der ehemaligen Grafschaften Saarwerden und Lützelstein (= La Petite-Pierre) nach der Revolution 1794 mit Erfolg den Anschluss an das Elsass. Der Religion wegen! Die einstigen Fürsten von Nassau-Saarbrücken und die pfälzischen Wittelsbacher hatten nämlich im 16. Jahrhundert (wie auch weite Teile des Elsasses) den Protestantismus eingeführt. Da wollte man mit dem überwiegend katholischen Lothringen nicht in einen Topf geschmissen werden...

Aus der sich daraus ergebenden "krummen" oder "buckligen" Grenzziehung zu Lothringen in diesem Gebiet soll sich auch der ungewöhnliche Name ableiten. Oder ganz einfach aus dem hügeligen Charakter der Landschaft... Da ist man sich, wie so oft, mal wieder nicht ganz einig.

Durchfahren wird ’s Gromme Elsass seit 1895 von der Eisenbahnstrecke Mommenheim - Sarreguemines, in der alten Nomenklatur der SNCF-Region Est die «Ligne 9». Bis 2015 hatte diese in Fankreisen wegen der im Berufsverkehr eingesetzten Corail-Züge mit überwiegend blauen (ja, damals war der Lack auch wirklich noch blauer als ein Jahrzehnt später...;)) Straßburger 67400ern einen gewissen Kultstatus.

Blicken wir also zurück auf den Sommer 2011! Am Abend des 10. August 2011 hatte die BB 67571 mit TER 830936 (Krimmeri-Meinau - Sarreguemines) die Vogesen mittels des Tunnel de Puberg durchquert und war im Krummen Elsass angekommen, als in der Ortsdurchfahrt von Tieffenbach der Verschluss meiner Kamera klickte. Neben der klassischen S-Kurve von Frohmuhl eine meiner Lieblingsstellen an der «Ligne 9». Ach ja, die größere der beiden sichtbaren Kirchen ist übrigens katholisch... Aber in heutigen Zeiten kräht (zum Glück) kein Hahn mehr danach!

PS: Eine Straßenlaterne am Bahndamm, die bis in den Fahrwerksbereich der Lok reichte, habe ich digital entfernt.

Datum: 10.08.2011 Ort: Tieffenbach [info] Land: Europa: Frankreich
BR: FR-BB 67400 Fahrzeugeinsteller: SNCF
Kategorie: Zug schräg von vorn
Top 3 der Woche: 9 Punkte

7 Kommentare [»]
Optionen:
 
Auf schmaler Spur durch die Provence - II
geschrieben von: Julian en voyage (349) am: 02.05.20, 21:19
- Fortsetzung zu [www.drehscheibe-online.de] -

Hinter Entrevaux, genauer gesagt am Pont de Gueydan, wo der Fluss nach Norden in die Gorges de Daluis abknickt, verlässt die Meterspurstrecke der Chemins de fer de Provence den Var und folgt den kleinen Nebenflüssen Coulomp und Vaïre in Richtung des Scheitelpunkts am dreieinhalb Kilometer langen Tunnel de la Colle-Saint-Michel. Besonders jenseits von Annot geht es an der Bergflanke steil bergauf, unter anderem mittels der Kehrschleife von Le Fugeret.

Unsere Foto-Aktivitäten am 14. Juli 2017, dem französischen Nationalfeiertag, der in Erinnerung an den Sturm auf die Bastille am 14. Juli 1789 begangen wird, begannen wir in diesem Streckenabschnitt, vielleicht dem malerischsten der 150 Kilometer Schmalpur. Unweit des kleinen Bergdorfes Méailles liegt der 121 Meter lange Viaduc de la Guillaumasse, der sich im Hochsommer morgens schön umsetzen lässt. Jedenfalls, wenn man nicht davor zurück schreckt, hart am Abgrund auf einer Felsnase auszuharren... Ich weiß auf jeden Fall noch, dass wir uns gegenseitig Mut zusprachen und dabei abwechselnd am Stamm einer verhärmten Eiche festhielten, um das subjektive Sicherheitsgefühl etwas zu steigern. ;)

Erlösend war daher das weitgehend pünktliche Erscheinen des Zugs Nr. 1 (Nice CP - Digne-les-Bains), der aus zwei CFD-Triebwagen gebildet war. Mittlerweile sind diese Fahrzeuge die ältesten in Frankreich im Plandienst stehenden „Autorails“. X 306 ist Baujahr 1977, sein „ Kollege“ von 1972. Einzig der im Rahmen eines Refits neu aufgetragene Lack lässt sie etwas moderner erscheinen.

Nach dem Foto stürzten wir uns bald in die Fluten der Vaïre, die hier ein herrlich klarer Gebirgsbach ist, ehe wir im nahen Annot Zeugen des Feiertagsprogramms wurden, inklusive der von den alten Männern des Dorfes unter dem Dach der knorrigen Platanen inbrünstig geschmetterten Marseillaise. Urlaubsstimmung pur! Damals leider nur für ein verlängertes Wochenende und hoffentlich in nicht allzu ferner Zukunft wiederholbar…

Merci Pascal für den Tipp mit der Stelle! :)

Datum: 14.07.2017 Ort: Méailles [info] Land: Europa: Frankreich
BR: FR-SY Fahrzeugeinsteller: Chemins de Fer de Provence (CP)
Kategorie: Bahn und Landschaft
Top 3 der Woche: 3 Punkte

1 Kommentar [»]
Optionen:
 
Le défilé des combinés
geschrieben von: Julian en voyage (349) am: 29.04.20, 18:42
Während der Güterverkehr auf den beiden Rhônestrecken, die entlang des Stroms vom Mittelmeer in Richtung Lyon führen, tagsüber oft recht dürftig ist und Zuglücken von mehreren Stunden eher die Regel als die Ausnahme darstellen, erwachen gegen Abend die Warenströme auf der Schiene. Maßgeblich dazu bei trägt eine ganze Batterie von Zügen des kombinierten Ladungsverkehrs, die im Nachtsprung die Terminals im Großraum Marseille/Avignon mit Paris (Valenton) und Nordfrankreich verbinden.

Das Gros rollt dabei über die Strecke entlang des "Rive gauche", also des linken Rhôneufers, nach Norden. Nur an Hochsommerabenden bekommen sie aber im landschaftlich spannenden Abschnitt noch ein wenig Tageslicht ab. Dann sind natürlich die hoch aufragenden Felsformationen zwischen Donzère und Châteauneuf-du-Rhône ein beliebter Anlaufpunkt, der Défilé de Donzère.

Mit etwas Kraxelei und offenen Augen lassen sich abseits der Evergreens auch ein paar eher unbekannte Blickwinkel finden. So diese schöne S-Kurve, wo auf einem kurzen Abschnitt wundersamerweise die Oberleitungsmasten nur auf einer Seite der Strecke errichtet wurden - äußerst fotografengerecht natürlich! ;)

Ist man erst einmal über den schmalen Pfad auf den Hang gelangt, lässt sich dort die Parade der nordwärts strebenden Güterzüge gemütlich im Gras sitzend beobachten. Schon weit hinten zeichnen sich die Wagenschlangen oberhalb der sichtbaren Stützmauer ab, sodass man genügend Zeit hat, den Blick kurzzeitig vom majestätischen Strom abzuwenden, die Kamera auszurichten und ein bis zwei Minuten später entspannt abzudrücken.

Am 19. Juni 2017 mit von der Partie war der für Novatrans/GCA von der SNCF traktionierte KLV-Zug 50510 (Miramas ITE SMEA - Valenton). Nach einer Fahrt durch die Nacht mit bis zu 120 km/h wird er bereits am frühen Morgen um zwanzig nach vier vor den Toren der Capitale ankommen. Angesichts der konstant guten Auslastung offenbar ein sehr attraktives Angebot für diverse Kunden!

Datum: 19.06.2017 Ort: Donzère [info] Land: Europa: Frankreich
BR: FR-BB 27000 Fahrzeugeinsteller: SNCF
Kategorie: Bahn und Landschaft
Top 3 der Woche: 13 Punkte

7 Kommentare [»]
Optionen:
 
Viel Aufwand für einen AGC
geschrieben von: Jens Naber (404) am: 26.04.20, 16:44
Gleich das Auftaktfoto für einen tollen Tag entlang der "Ligne des horlogers" von Besançon über Morteau nach La-Chaux-de-Fonds war mit erheblichem Aufwand verbunden und beendete die Nacht im Zelt in der französischen Pampa für Julian, Urs und mich bereits frühzeitig: Rund eine Stunde benötigten wir mit Arbeitsteilung, um den völlig zugewucherten Blick auf den Doubs und die Zitadelle von Besançon frei zu schneiden. Die Belohnung für diese Arbeiten folgte in Form des pünktlichen X 76674, der sich als TER 95307 nach Morteau pünktlich in die Höhen des französischen Juras arbeitete und gleich in einem der auf diesem Abschnitt zahlreichen Tunnel verschwinden wird. Der Großteil des (überschaubaren) Angebotes auf dieser Strecke verkehrt über die Grenze in die Schweiz und wird daher mit "Baleine" gefahren, sodass es sich hierbei um eine der wenigen AGC-Leistungen handelte.

Zum Glück hatten wir an diesem 01. Juni 2019 einen ausgesprochen schwindelfreien Hobbykollegen unter uns, denn dessen Position mit Teleskopsäge am Abgrund war in meinen Augen alles andere als beneidenswert. Rückblickend sind es aber sicherlich solche Tage, von denen man in der momentanen Zeit von Grenzschließungen und Reisebeschränkungen "zehrt"... :)

Datum: 01.06.2019 Ort: Besançon [info] Land: Europa: Frankreich
BR: FR-X 76500 Fahrzeugeinsteller: SNCF
Kategorie: Bahn und Landschaft
Top 3 der Woche: 6 Punkte

5 Kommentare [»]
Optionen:
 
Auf schmaler Spur durch die Provence - I
geschrieben von: Julian en voyage (349) am: 20.04.20, 18:48
Einstmals war Frankreich von einem schier unglaublich engmaschigen Netz an Neben-, Schmalspur- und Überlandstraßenbahnen durchzogen, wie einen der Blick auf alte Streckenkarten immer wieder aufs Neue lehrt. Bis in die letzte Ecke des Hexagons rollten die kleinen Züglein zu ihrer Blütezeit im ersten Drittel des zwanzigsten Jahrhunderts, teils von Anfang an mit einem äußerst bescheidenen Verkehrsaufkommen. Spätestens mit der zunehmenden Verbreitung von Bus, Lastwagen und später Pkw ab den Vierzigerjahren waren sie wirtschaftlich kaum mehr überlebensfähig und wurden eine um die andere Strecke eingestellt. Die heute noch existierenden Schmalspurbahnen mit einer echten Aufgabe im SPNV kann man dementsprechend an einer Hand abzählen.

Auch vor dem Netz der Chemins de fer de Provence machte diese Entwicklung nicht halt. Beinahe 500 Kilometer Streckenlänge maß es zum Zeitpunkt seiner größten Ausdehnung: Von Nizza ging es auf Meterspur über Grasse und Draguignan nach Meyrargues, entlang des Var über Puget-Théniers nach Digne (das den Zusatz "les Bains" erst seit 1988 trägt) inklusive Zweigstrecken in zwei Seitentäler, zudem von Saint-Raphaël entlang der Küste über Hyères nach Toulon und schließlich von Cogolin über eine Stichstrecke nach Saint-Tropez. Zwischen 1944 und 1950 kam für einen Großteil des Netzes dann das Ende. Während die Einstellung manch anderer Strecke "au bout du monde" mehr als verständlich ist, drängt sich hier der Verdacht auf, dass der Autobus damals einfach das chicere Image hatte... Die 150 Kilometer lange Strecke von Nizza nach Digne-les-Bains hat allerdings allen Stilllegungswellen getrotzt und blickt heute trotz gewisser Unzulänglichkeiten im Fahrzeugsektor einer insgesamt gesicherten Zukunft entgegen.

„Dank“ der zitierten Probleme (u. a. wurde ein Neubau-Triebwagen der Reihe AMP 800 im Februar 2014 durch einen Felssturz bei Annot, der zwei Menschenleben kostete, irreparabel beschädigt) kommen neben den AMP 800 in der Regel in mindestens zwei Umläufen auch noch ältere, in den Siebzigerjahren von CFD Montmirail gebaute Fahrzeuge zum Einsatz.

Ein solcher - X 306 (Baujahr 1977) - kam am 30. April 2017 als Zug 2 (Digne-les-Bains - Nice CP) in zügiger Fahrt aus der kurzen, nur 25 Meter messenden Galerie du Salvaret unterhalb des gleichnamigen Weilers geschaukelt. Die flotte Fahrweise an den Grenzen des auf dem Oberbau Machbaren (die das Personal natürlich längst im Blut hat...!) kann wohl mit Fug und Recht als typisch für die Chemins de Fer de Provence bezeichnet werden. Ein kleiner Rest französische Schmalspur-Idylle inmitten der Seealpen mit ihren beeindruckenden Landschaften. :)

Zuletzt bearbeitet am 02.05.20, 21:21

Datum: 30.04.2017 Ort: Salvaret [info] Land: Europa: Frankreich
BR: FR-SY Fahrzeugeinsteller: Chemins de Fer de Provence (CP)
Kategorie: Bahn und Landschaft
Top 3 der Woche: 7 Punkte

5 Kommentare [»]
Optionen:
 
Verkehrswegebündelung
geschrieben von: Julian en voyage (349) am: 07.04.20, 13:12
Unter Verkehrswege- oder Trassenbündelung versteht man das Prinzip, die Trassen verschiedener Verkehrswege auf engem Raum nebeneinander zu führen, eben miteinander zu bündeln. Der Vorteil, dass so an nur möglichst wenigen Stellen empfindlich in die Landschaft eingegriffen wird, liegt auf der Hand, sodass die Verkehrswegebündelung heute primär bei großen Eisenbahn- oder Straßen-Infrastrukturprojekten im Rahmen ihrer Prüfung auf die Umweltverträglichkeit eine Rolle spielt.

Doch gibt es auch viele Bündelungen unterschiedlicher Verkehrsträger auf engem Raum, die geografisch bedingt und historisch gewachsen sind. Die Flusstäler der europäischen Ströme nehmen dabei eine besonders hervorgehobene Bedeutung ein. In Frankreich ein anschauliches Beispiel dafür ist das Rhônetal südlich von Lyon: Zwei Eisenbahnstrecken - an jedem Ufer eine - folgen dem Flusslauf aus dem Großraum Lyon bis nach Avignon, ebenso die klassische Route nationale 7 von Paris ans Mittelmeer, über die vor Eröffnung der parallelen Autobahn die Urlauber in den Süden rollten. Und auch die Rhône selbst erfüllt eine nicht unerhebliche verkehrliche Bedeutung, zählt sie doch zu den verhältnismäßig wenigen französischen Flüssen, die auch mit großen Binnenschiffen und Schubverbänden befahrbar sind.

Glück hatte ich dennoch, als es am frühlingshaften 15. April 2015 zur Begegnung des Gütertransports auf Wasser und Schiene kam. Während ein Tankschiff, vermutlich von der Raffinerie Feyzin kommend, flussabwärts unterwegs ist, strebt eine betongraue BB 7200 mit dem ganz überwiegend aus Kesselwagen bestehenden FRET 58830 (Miramas - Sibelin) auf der linken Rhônestrecke in nördliche Richtung. Der Standpunkt in den Weinbergen hoch oberhalb von Crozes-Hermitage ist dabei nur mit etwas Zeit und einem Mindestmaß an Kondition erreichbar, denn die Hänge, an denen AOC-Weine reifen, steigen vom Talniveau aus steil an.

Zuletzt bearbeitet am 07.04.20, 13:41

Datum: 15.04.2015 Ort: Crozes-Hermitage [info] Land: Europa: Frankreich
BR: FR-BB 7200 Fahrzeugeinsteller: SNCF
Kategorie: Bahn und Landschaft
Top 3 der Woche: 8 Punkte

6 Kommentare [»]
Optionen:
 
Alles im Lot
geschrieben von: Julian en voyage (349) am: 29.03.20, 19:52
Alles im Lot war im Sommer 2015 noch für den BB 7200er-Bestand des Dépôts Toulouse. Neben Leistungen vor den Intercités über die Transversale pyrénéenne in Richtung Bayonne gab es vor allem einen sechzehntägigen (!) TER-Laufplan, der die Loks mit klassischen Corail-Garnituren durch den ganzen Südwesten Frankreichs führte. Allein die exemplarische Nennung der Wendebahnhöfe Hendaye und Avignon, Portbou und Angoulême lässt erahnen, wie weit der damalige Aktionsradius war. Auch auf der POLT (= Akronym für Paris - Orléans - Limoges - Toulouse) standen unter der Woche zwei Zugpaare zwischen Brive-la-Gaillarde und Toulouse auf der Agenda, ausgerichtet auf Berufspendler in die Garonne-Metropole.

"Alles im Lot" (höhö, Achtung Wortwitz...! ;)) war am 8. September 2015 auch für den zweiten jener morgendlichen HVZ-Züge bzw. vielmehr für dessen Spiegelung. Kurz nach der Ausfahrt aus dem Bahnhof von Cahors spiegelt sich die BB 7289 mit TER 871641 (Brive-la-Gaillarde - Toulouse) nämlich im gleichnamigen Fluss. Der aus dem Massif Central kommende, bis zu seiner Mündung in die Garonne etwa 485 Kilometer lange Lot umfließt hier die Präfektur mit ihrer malerischen Altstadt in einer weit geschwungenen Schleife.

Architektonisch sehenswert ist dabei die aus der Anfangszeit der POLT stammende Eisenbahnbrücke. Sie wurde 1880 - 83 im Auftrag der Compagnie du chemin de fer de Paris à Orléans (PO) von Fives-Lille errichtet und besticht durch ihre fünf elegant geschwungenen Metallbögen mit jeweils 36 Metern Spannweite.

Datum: 08.09.2015 Ort: Cahors [info] Land: Europa: Frankreich
BR: FR-BB 7200 Fahrzeugeinsteller: SNCF
Kategorie: Bahn und Landschaft
Top 3 der Woche: 9 Punkte

3 Kommentare [»]
Optionen:
 
Quand on dansait encore...
geschrieben von: Julian en voyage (349) am: 28.03.20, 19:27
In Zeiten der Corona-Pandemie, in denen jeder aufgerufen ist, nach Möglichkeit zu Hause zu bleiben und zumindest das ungehinderte Passieren der europäischen Grenzen für den Tourismus wie eine - hoffentlich nur vorübergehend - verblasste Erinnerung an selige Tage scheint, bleibt einem zur Befriedigung des eigenen Fernwehs nur der Blick ins Archiv. Das habe auch ich dieser Tage mal wieder gemacht und bin dabei direkt ein ganzes Jahrzehnt in die Vergangenheit gereist. Ihr seid natürlich herzlich eingeladen, euch mit in die Zeitmaschine zu setzen! ;)

Wir schreiben den Sommer 2010, als ich meinen Sommerurlaub im südfranzösischen Théoule-sur-Mer verbrachte. Damals war die französische Bahnwelt vielerorts noch eine ganz andere und von Fahrzeugkreationen wie dem "Régiolis" oder dem "Regio 2N" (Omneo) konnte man nur träumen. Böse Zungen mögen diesen Traum vielleicht um ein "Alp-" ergänzen... Nicht anders war es entlang der Côte d'Azur, wo die Küstenstrecke von Marseille über Nizza nach Ventimiglia mit einer bunten Mischung klassischer SNCF-Fahrzeuge aufwarten konnte: "Nez cassés" mit Corail-Schnellzügen des Tages- und Nachtverkehrs, "Danseuses" mit RIO- und RRR-Garnituren, die zeitlos-eleganten TGV Sud-Est und ab und zu auch mal eine damals noch etwas ordinär scheinende Sybic in betongrau. Nur gelegentlich mischte sich ein moderner Doppelstock-Triebwagen darunter. Dass der Sommerurlaub auch für das ein oder andere Bahnfoto genutzt werden musste, war da natürlich klar!

Besonders angetan hatte es mir der Abschnitt rund um das Cap Roux bei Anthéor, wo sich die Bahn zwischen den geradezu surreal wirkenden roten Porphyrfelsen des Esterelmassivs und dem tief-, eben azurblauen Wasser des Mittelmeers ihren Weg bahnt. Gleich mehrfach steuerte ich ihn während der zwei Wochen an.

Am Morgen des 28. August 2010 ließ eine leichte Brandung den Schaum am Felsrelief empor kräuseln, während ich auf meinem Aussichtspunkt die Sonne genoss und der Züge harrte, die da kommen sollten. Der "Lunéa"-Nachtzug aus Hendaye war bereits durch, der "Auto-train" aus Paris Bercy ebenfalls, als um kurz nach neun eine der damals noch zahlreich dort eingesetzten "Danseuses" (= Tänzerinnen) der Reihe BB 25500 mit TER 881128 (Monaco-Monte-Carlo - Saint-Raphaël-Valescure) die Bühne betrat. Aus heutiger Sicht mindestens ebenso bemerkenswert ist die noch nicht modernisierte RIO-Garnitur, die sie dabei am Haken hatte. Ein noch weitgehend unverfälschtes Relikt aus der Inox-Ära früherer Jahrzehnte...

Datum: 28.08.2010 Ort: Anthéor [info] Land: Europa: Frankreich
BR: FR-BB 25500 Fahrzeugeinsteller: SNCF
Kategorie: Bahn und Landschaft
Top 3 der Woche: 6 Punkte

2 Kommentare [»]
Optionen:
 
1300 Kilometer
geschrieben von: Julian en voyage (349) am: 26.03.20, 10:45
Mit einem Laufweg von beinahe 1300 Kilometern zu den längsten TGV-Verbindungen (vielleicht ist es sogar DIE längste, ich habe andere Kandidaten auf diesen Titel nicht nachgemessen ;)) zählt ohne Zweifel die Relation von Brüssel nach Nizza, die Teil des "Intersecteurs"-Netzes ist, also jener TGV-Züge, die Provinz und Provinz unter Umgehung der Pariser Kopfbahnhöfe miteinander verbinden. Gehalten wird stattdessen am Flughafen Charles de Gaulle und/oder in Marne-la-Vallée-Chessy (dem Disneyland-Bahnhof). Bei der Verbindung zwischen belgischer Hauptstadt und Côte d'Azur-Metropole indes ist das mit der "Provinz" natürlich eher relativ und nur aus zentralistisch auf Paris ausgerichteter Sicht verständlich...

Am Abend des 8. März 2014 hat der TGV 9829 (Bruxelles-Midi - Nice Ville) bereits einen Großteil seiner Fahrtstrecke hinter sich, als er beim Überqueren des 416 Meter langen Viaduc de l'Arc seinen Schatten in die provenzalische Landschaft wirft. Hinter dem TGV-Bahnhof von Aix-en-Provence wird die Reise nur noch ein kurzes Stück bis Marseille über die LGV Méditerranée führen, ehe die letzte Etappe bis Nizza dann auf klassischer Infrastruktur entlang der Côte in Angriff genommen werden muss.

Seinerzeit, als Basti und ich nach dem Foto des samstäglichen Staubgut-Zuges auf der nur noch im Güterverkehr befahrenen Strecke Rognac - Aix, die auch (im Bild nicht sichtbar) unter dem Viaduc de l'Arc hindurch führt, den Tag an der Neubaustrecke ausklingen ließen, waren die aus Belgien kommenden "Intersecteurs" noch ein Garant für eine TGV-Garnitur in blau-silberner Livrée, da man bei den dreisystemfähigen Réseau-Einheiten noch nicht mit der Umgestaltung in das Carmillon-Farbschema begonnen hatte. Sechs Jahre später sieht das schon ganz anders aus und eine blau-silberne Doppeleinheit käme einem Sechser im Lotto gleich!

Datum: 08.03.2014 Ort: Roquefavour [info] Land: Europa: Frankreich
BR: FR-TGV Réseau Fahrzeugeinsteller: SNCF
Kategorie: Stimmungen mit Zug
Top 3 der Woche: 14 Punkte

5 Kommentare [»]
Optionen:

Auswahl (987):   
 
Seiten: 2 3 4 5 6 .. 99
>

Größere Ansicht und weitere Informationen durch Anklicken der Vorschaubilder, Filterung der Auswahl über die Suchfunktionen. Bei Fragen zu unserer Galerie hilft die » Galerie-Moderation

(c) 2020 - Arbeitsgemeinschaft DREHSCHEIBE e.V.