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Zum Sonnenaufgang am Kitzsteinhorn
geschrieben von: Leon (1002) am: 17.08.22, 22:23
Der diesjährige Sommerurlaub führte die Familie in den Pinzgau. Und zwischendurch gab es -im Rahmen der üblichen Verhandlungssache (..;-) )- auch mehrere Zeitfenster für gelegentliche Fotoausflüge zur Pinzgauer Lokalbahn oder aber auch zur ÖBB-Strecke durch das Salzachtal. Frühes Aufstehen war für diese Aufnahme erforderlich: die Sonne war gerade aufgegangen und beleuchtete bereits die Berggipfel. Flacher Nebel waberte durch das Tal und umhüllt noch das Züglein der Pinzgauer Lokalbahn, wie es mit seiner für den geneigten Eisenbahnfreund eher ungewöhnlichen Gmeinder-Lok Richtung Zell am See rollt. Vier dieser sehr kastenförmigen Fahrzeuge hat die Bahn im Bestand und setzt sie im Wechsel mit Triebwagen der Reihe 5090 zwischen Zell am See und dem derzeitigen Endpunkt der Strecke in Niedernsill ein. Der Rest der Strecke bis Krimml ist wegen Hochwasserschäden unterbrochen.
Im Hintergrund grüßt das 3.203 m hohe Kitzsteinhorn, ein Gipfel bei Kaprun, welcher zur Glockner-Gruppe in den Hohen Tauern gehört.

Datum: 03.08.2022 Ort: Fürth-Kaprun [info] Land: Europa: Österreich
BR: AT-2096 Fahrzeugeinsteller: Pinzgauer Lokalbahn
Kategorie: Stimmungen mit Zug

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Eine Fotofahrt in Dänemark
geschrieben von: Leon (1002) am: 15.08.22, 15:05
So, beginnen wir den Weg zum nächsten Millennium. Was kommt als 1001. Bild? Na, klar, Mx 1001..;-) Am 10.08.2002, also vor gut 20 Jahren, hat sich ein hauptstädtisch-hessisch-thüringisches Hobbykollektiv in unser nördliches Nachbarland begeben, um an einer Abschiedsfahrt zu Dänemarks letzten Formsignalen nach Borris teilzunehmen. Eingesetzt wurde die Museums-Mx 1001 mit einer herrlichen GmP-Garnitur. Die Fahrt begann in Skanderborg, aber wir haben mit dem Veranstalter besprochen, dass wir erst hinter Laven zusteigen wollten, weil wir bis dahin noch ein paar Fotos von dem Zug anfertigen wollten. Ein Bild wurde hiervon bereits vor längerer Zeit in die Galerie aufgenommen: [www.drehscheibe-online.de]
Unterwegs wurden weitere Fotohalte eingelegt, aber je nächer wir unserem Zielort kamen, umso schlonziger wurde der Himmel. Und als wir Borris mit seinen Formsignalen erreicht haben, war die Sonne nur noch schemenhaft vorhanden, d.h. Fotos erlangten hier nur noch einen dokumentarischen Charakter.
Hier sehen wir die Fuhre auf ihrem Weg nach Borris im Bahnhof von Engesvang. Ein häufig in Dänemark zu beobachtendes Phänomen ist die üppige Bepflanzung der Bahnsteige, welche den Anblick der Gebäude oft etwas erschwert.

Scan vom Fuji Velvia 6x6-Dia

Datum: 10.08.2002 Ort: Engesvang [info] Land: Europa: Dänemark
BR: DK-Mx Fahrzeugeinsteller: DSB
Kategorie: Zug schräg von vorn
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Ein politisches Bild
geschrieben von: Leon (1002) am: 26.07.22, 14:17 sternsternstern Top 3 der Woche vom 07.08.22
Gesehen in einem Bahnhof in den Masuren im Mai 1990…45 Jahre nach Kriegsende - und nur 32 Jahre vor einem anderen Krieg.

In welche Kategorie packt man so ein Bild? Stillleben? Das Bild strahlt zunächst Stille aus, und dennoch ist sehr viel Leben darin.
Meine Frage geht dahin: wieviel Abstraktionsvermögen und gleichzeitige Vergangenheitsbewältigung hält die Galerie aus? Welche Reflexe werden bedient? Fühlt sich jemand provoziert?
Abstrakt: Ein Haus im Bereich eines polnischen Bahnhofs mit einer Aufschrift aus einer sehr dunklen Zeit der deutschen Geschichte. Aus einer Zeit, die bis heute nachhallt. Wir wissen um das Geschehene, wir wissen um den Krieg, wir wissen um die Rolle der Reichsbahn während dieser Zeit. Im Laufe der Generationen werden die Erinnerungen an diese Zeit verblassen. Im Laufe der Generationen werden die Leute fehlen, die diese Zeit mitgemacht und erlebt haben.
Mein Vater wurde als Pimpf kurz vor Kriegsende eingezogen. Er hat mir damals aus dieser Zeit berichtet. Einige Dinge verklärend, andere mit Distanz. Wenn ich diese Geschichten meinen Söhnen erzähle, bekommen sie fast unheimlich große Ohren und sind weißgott nicht desinteressiert. Wir können nicht so tun, als gäbe es diese Zeit nicht. Wir haben keine Verantwortung, was damals passiert ist. Unsere Verantwortung besteht darin, dafür zu sorgen, dass sich Dinge nicht wiederholen.
Und kommen wir zum Bild: es genügt nicht, weiße Farbe zu holen und Dinge einfach zu übertünchen. Damals nicht – heute nicht. Tünche verblasst, und dann kommen die Dinge wieder zum Vorschein…
Lasst das Bild einfach wirken. Seht es abstrakt – stellt die nötige Distanz her. Verbindet es. Diskutiert es. Aber lasst die Tünche zu Hause…

Ihr habt bestimmt zum 1000. Bild etwas anderes erwartet. Einen grandiosen Landschaftsschuss. Einen vielleicht kitschigen Scherenschnitt. Das Bild mit seinem Text schleppe ich seit einiger Zeit mit mir herum und habe lange gezögert, es zu bringen. Nun, die Zahl 1000 spielt auch in der damaligen Zeit eine Rolle, und gottseidank war der Spuk nach wenigen Jahren vorbei. Wir wissen leider nicht, wie lange es diesmal dauert, und welche Folgen daraus entstehen...wir können nur wachsam sein, hoffen, bangen, entbehren, unterstützen.

Scan vom Fuji Kleinbilddia

Datum: 05.1990 Ort: Masuren [info] Land: Europa: Polen
BR: Sonstige (keine Fahrzeuge) Fahrzeugeinsteller: Keiner
Kategorie: Stillleben
Top 3 der Woche: 16 Punkte

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Rücke vor bis zur Museumsinsel, geh nicht über Los
geschrieben von: Leon (1002) am: 25.07.22, 16:48
Die Durchfahrt der Stadtbahn zwischen dem Pergamonmuseum und dem Bodemuseum - ewige Baustelle, und noch immer sind Bereiche des Pergamonmuseums eingerüstet. Diverse Bilder in der Galerie zeigen die Brücke über die Spree - welche seit diesem Jahr am frühen Vormittag wieder in den Fokus der Eisenbahnfreunde rückt: der Snalltaget von Stockholm nach Berlin bietet seinen Reisenden auf seinen letzten Kilometern eine Stadtbesichtigung. Vom Zugabteil können diverse Sehenswürdigkeiten der Hauptstadt erspäht werden, wenn der Zug seinen Weg über die Stadtbahn nimmt. In den vergangenen Jahren hatte diese Leistung einen völlig anderen Laufweg und endete im Hauptbahnhof (tief), bevor es als Leerreisezug über den nördlichen Innenring nach Lichtenberg ging. Seit diesem Jahr bietet der Zug mit seinem neuen Laufweg völlig neue Möglichkeiten, und man knüpft an die Zeiten an, in denen man auf der Stadtbahn noch den Intercities und Interregios mit der Baureihe 103 hinterherspähte.
Sehr erfreulich ist auch die Fahrzeugvielfalt, welche vor dem Snalltaget zu erleben ist. Häufig kommt eine "Sicke " zum Einsatz, wobei hier bereits mit der 112 035 eine Latz-Version zum Einsatz kam und neulich die "black lady" 143 326 vor dem Zug zu sehen war. Selbst der Einsatz der 110 278 der Centralbahn konnte vor diesem Zug dokumentiert werden. Heute war die 112 170 am Drücker, und wir sehen sie hier, wie sie mit ihrem Nachtzug die Museumsinsel passiert und soeben die Spree überquert.
Das Motiv sieht an sich ganz beschaulich aus, aber ein gewisses Nervenkostüm ist erforderlich. Zum einen tauchen die Züge meist unmittelbar zwischen der Häuserkulisse auf, und man ist eigentlich immer wachsam, zumal Bauarbeiten am Gebäude am benachbarten Ufer für eine ständige Geräuschkulisse sorgen. Dann ziehen wie auf einer Ameisenstraße ständig Fahrrad- oder E-Bike-Fahrer vorbei, ferner Jogger oder Touristen, welche das Ensemble per Handy festhalten wollen. Oder auch mal ein Hundebesitzer, der dann mit seiner Töle schnurstacks auf einen zukommt und erst ausweicht, wenn die Knipse gehoben wird...:-) Der eine oder andere Zug wird dann halt mal ein Bevölkerungsopfer, aber zum Snalltaget ging alles gut...;-)

Datum: 25.07.2022 Ort: Berlin Museumsinsel [info] Land: Berlin
BR: 112 (Ost-Baureihe) Fahrzeugeinsteller: DB
Kategorie: Bahn und Infrastruktur
Top 3 der Woche: 6 Punkte

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Bad Salzschlirf ohne Telegrafenmasten
geschrieben von: Leon (1002) am: 24.07.22, 17:11
Und es geht immer noch - das herrliche Landschaftsmotiv zwischen Bad Salzschlirf und Angersbach an der Vogelsbergbahn! Auch wenn die Telegrafenmasten mittlerweile leider Gechichte sind, so lassen sich dennoch an dem berühmten und in der Galerie in vielfältigen Variationen gezeigten Spiegelei Fotos machen.
Ein Familienausflug hat mich in diese bislang für mich eher unbekannte Gegend geführt, und nach der unbedingt empfehlenswerten Erkundung der Stadt Schlitz mit seiner Burg war abends ein Wetter- und Zeitfenster für Fotos. Und die Railview-Funktion erwies sich in diesem Fall als der absolute Bringer, denn wie sonst findet man als Ortsunkundiger abseits größerer Straßen dieses Motiv? Also wurde zielstrebig der Weg zu diesem Spiegelei gesucht, und nach einigen Augenblicken kreuzte auch der erwartete HLB-Lint auf. Leider ohne Telegrafenmasten, aber immer noch nett anzusehen. Und die Vielzahl der an dieser Strecke noch vorhandenen Formsignale weckt die Lust auf einen etwas intensiveren Besuch...;-)

Datum: 04.06.2022 Ort: Bad Salzschlirf [info] Land: Hessen
BR: 648 (LHB/Alstom LINT 41) Fahrzeugeinsteller: HLB
Kategorie: Bahn und Landschaft
Top 3 der Woche: 3 Punkte

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Der Feierabend-Erzer
geschrieben von: Leon (1002) am: 22.07.22, 18:37
Kerzendorf…bereits einige Bilder sind von dieser Stelle an der Anhalter Bahn unweit des kleinen Dorfes bei Ludwigsfelde schon in die Galerie gewandert. Man kann dort abseits des Großstadtlärms den Tag bis zum Sonnenuntergang ausklingen lassen, aber so richtig ruhig wird es nicht. Der LKW-Verkehr auf der nahen B 101 Richtung Trebbin sorgt immer wieder für eine Verwechslung mit einem herannahenden Zug, und neulich begrüßte mich ein Fotokollege mit Stativ, dessen Treiben mich zunächst etwas stutzig machte: er stellte sich etwa 100 Meter vor mich an den Feldrand, jedoch richtete er seine Knipse nicht gen Bahntrasse, sondern schräg in den Himmel. Und nach einer Weile wurde mir klar, was der im Fokus hatte: es war ein Planespotter, welcher die Flugzeuge im Visier hatte, welche über uns ihre Kehre zum Landeanflug auf den BER vollzogen! Auch ein Hobby…
Nun, im Hochsommer kommt die Abendsonne so weit herum, dass man für die nordwärts fahrenden Züge Frontlicht hat. Und alle zwei Jahre sprießen auf dem Feld neben der Strecke die Sonnenblumen. Diese haben jedoch hier die seltsame Angewohnheit, allesamt nach Osten ausgerichtet zu sein. Ein Bild mit Leiter aus dem Feld heraus war da eher suboptimal, weil man die großen Blüten nur von hinten sah.
Zum Zugverkehr: alle Nasenlang koffert ein ICE auf der Trasse von Halle oder Leipzig Richtung Hauptstadt vorbei, dazu gesellt sich der Regionalverkehr, meist mit Nordlok in Form einer Sicke oder 147. Dazwischen findet der, wenn auch nicht gerade üppige, Güterverkehr Platz. Einen besonderen Zug gibt es jedoch derzeit: einen Leer-Erzer von Linz Stahlwerke nach Hansaport, welcher normaler Weise über die Nord-Süd-Strecke läuft, aber wegen dortiger Bauarbeiten über den Frankenwald, die Anhalter Bahn und den Berliner Außenring geleitet wird. Nun ist eine Fal-Garnitur nix außergewöhnliches, aber den Wagen geht es zumindest im Erzverkehr an den Kragen: mehrere weitere abendliche Versuche dieser Umleitung zeigten den Zug mit diesen neuen „Rocktainern“ (was für eine Wortschöpfung!), so dass Fal-Garnituren eher die Ausnahme blieben. Und somit sehen wir hier diesen Zug, bespannt mit zwei Maschinen der Baureihe 185, auf seinem langen Weg gen Küste in den Weiten der märkischen Kiefern- und Wiesenlandschaft.

Datum: 08.07.2022 Ort: Kerzendorf [info] Land: Brandenburg
BR: 185 (Bombardier TRAXX F140 AC1/2) Fahrzeugeinsteller: DB
Kategorie: Zug schräg von vorn
Top 3 der Woche: 1 Punkt
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Entlang der Holtemme
geschrieben von: Leon (1002) am: 21.07.22, 18:00
Zur Zeit sorgen ja die "Neun-Euro-Ticket-Züge" auf dem RE 21 zwischen Magdeburg und Goslar für Furore. Nach Jahren der Abstinenz erfreuen derzeit werktags zwei lokbespannte Garnituren die Gemüter und sorgen für einen Fotografenauflauf, den man seit der Abstellung der letzten Oscherslebener 50.35 auf sachsen-anhaltinischem Gebiet oder der Baureihe 218 vor den legendären n-Wagen-Zügen von Bad Harzburg nach Hannover auf niedersächsischem Gebiet nicht mehr erlebt hat. Relativ konstant ist dabei der Einsatz der 218 472 von Power Rail, welche uns hier in der bereits in ähnlicher Form gezeigten Stelle entlang der Holtemme kurz vor Halberstadt entgegen kommt. Man kann hier unweit der Stadt mit den vielen Kichtürmen am Ufer herrlich seine Gedanken schweifen lassen und die untergehende Sonne beobachten. Irgendwann wird man aus seinem Dämmern geweckt, wenn der nahe Bü bimmelt und das unverkennbare Röhren der 218 erklingt...;-)
Aber halt: wer diese Leistungen auf dem Schirm hat, sollte in Geduld geübt sein und mit Enttäuschungen umgehen können: während an einigen Tagen jeder Zug nach Plan fährt, muss an anderen Tagen mit horrenden Verspätungen oder sogar Lokausfällen gerechnet werden. Der Einsatz auf dem RE 21 hat bereits mindestens eine Lok auf dem Gewissen, und alles fiebert derzeit auf den Einsatz der Touristik-Version, welche als Reserve in Magdeburg für solche Fälle schon bereit steht. Es wird daher bis Ende August bei diesen Einsätzen noch einige Überraschungen geben - in jeder Hinsicht...;-)
Auf eines sei noch hingewiesen: die eklatanten Verspätungen auf dieser Strecke haben ihre Ursache nicht in der Stabilität der Baureihe 218. Aber sobald ein Zug in Magdeburg nicht rechtzeitig bereit steht, kommt der Fahrplan mit seinen häufigen Zugkreuzungen gehörig ins Wanken. Und es kommt vor, dass der Reisende nach Goslar den Zug bereits in Vienenburg verlassen muss und hier auf den Anschluss angewiesen ist - damit wenigstens die Rückfahrt nach Magdeburg noch einigermaßen planmäßig verläuft (sic..!).

Datum: 18.07.2022 Ort: Halberstadt [info] Land: Sachsen-Anhalt
BR: 218 Fahrzeugeinsteller: Power Rail
Kategorie: Bahn und Landschaft
Top 3 der Woche: 1 Punkt
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Damals in Belzig
geschrieben von: Leon (1002) am: 20.07.22, 20:50
Ein typischer Bahnhof an einer elektrifizierten Strecke im Reichsbahn-Flair: graue Masten, ein gelber Stellwerksklotz, Hl-Signale, diverse Nebengleise. Im Hintergrund eine Garnitur grüner "Genichschusswagen" eines privaten Vereins. Ganz weit hinten erkennen wir eine Länderbahn-V 60. Eine bordeauxrote 143 beschleunigt ihre Garnitur aus einem Senftopf und zwei Mintlingen.
Wir sind in Belzig, damals noch ohne "Bad". Nach der Wende haben uns unsere Exkursionen an nahezu jede Strecke im nahen und fernen Umland der Hauptstadt geführt, und am 19.07.98 ging es in den Hohen Fläming.
Bad Belzig heute: noch immer lockt die Burg Eisenhardt mit ihrem wuchtigen Bergfried die Touristen an, ferner sei auf die "Stein-Therme" verwiesen, welche dem Ort im Fläming zu seinem "Bad" verhalf. Wer mit dem Zug kommt, nutzt den RE 7 auf seinem Weg von Wünsdorf Waldstadt nach Dessau, gebildet aus Hamstern. Mit Glück erwischt man eine Ersatzgarnitur aus einer 112 oder 114 und verkehrsroten Dostos.
Der Bahnhof heute: die meisten Nebengleise sind verschwunden. Moderne Bahnsteige prägen das Bild. Die Städtebahn Richtung Brandenburg über Golzow ist lange Geschichte, und den Abschnitt über Niemegk nach Treuenbrietzen kann man teilweise nur noch erahnen.

Scan vom Fuji Velvia 6x6-Dia

Datum: 19.07.1998 Ort: Belzig [info] Land: Brandenburg
BR: 143 Fahrzeugeinsteller: DB
Kategorie: Bahn und Infrastruktur
Top 3 der Woche: 2 Punkte

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Ein Sonderling bei Mahlow-Blankenfelde
geschrieben von: Leon (1002) am: 17.07.22, 10:44
Zwischen Mahlow-Blankenfelde und Wassmannsdorf überspannt eine Brücke den viergleisigen Abschnitt des südlichen Berliner Außenrings zwischen Schönefeld und dem Abzweig zur Dresdener Bahn am Glasower Damm. Vor der Fertigstellung des Hauptbahnhofes sowie der Nord-Süd-Verbindung zwischen Gesundbrunnen und Südkreuz wurde der Reiseverkehr Richtung Dresdener und Anhalter Bahn über diesen viergleisigen Abschnitt gelenkt. Da auch der Regionalverkehr Richtung Zossen sowie der gesamte Güterverkehr des südlichen Außenringes hier entlanglief, war die Zugdichte enorm. Erst hinter dem Abzweig am Glasower Damm wurde der Außenring Richtung Saarmund und Seddin wieder zweigleisig.
Wir haben uns unweit der Brücke auf einem Damm positioniert und harrten der Dinge, die da kommen sollten. Diverse Züge gingen ins Netz, und erst viel später bin ich bei dieser Aufnahme stutzig geworden, welcher Sonderling da eingefangen wurde: im Jahr 1992, noch vor der Gründung der DG AG, wurden die ersten fünf bordeauxroten 155 auf orientrot umlackiert und erhielten an den Stirnfronten einen lichtgrauen Balken sowie das DR-Logo. Die Drehgestelle sowie das Lüfterband waren in graubraun gehalten. Zu ihnen gehörte die 155 188, welche dieses Outfit vom 19.06.92 bis 19.10.2000 trug. Erst einige Monate später wurden im Herbst 1992 die ersten Lokomotiven der Baureihe 155 mit einem Latz versehen.
Und somit sehen wir hier die 155 188 als einen dieser farblichen Sonderlinge, wie sie uns am Abend des 22.07.96 mit einem Güterzug entgegen kommt. Das DR-Logo an der Front wurde wieder entfernt, ist aber noch schemenhaft sichtbar.

Übrigens; das Motiv heute: kaum wiederzuerkennen, geht es an dieser Stelle in die Senke zum Flughafenbahnhof vom BER - von dem im Sommer 1996 noch niemand sprach. Für den Verkehr zum Bahnhof Schönefeld reichen auf dem südlichen Außenring zwei Gleise aus.

Scan vom Fuji Velvia 6x6-Dia

Datum: 22.07.1996 Ort: Mahlow [info] Land: Brandenburg
BR: 155 Fahrzeugeinsteller: DB
Kategorie: Zug schräg von vorn
Top 3 der Woche: 1 Punkt
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Damals in Trebbin
geschrieben von: Leon (1002) am: 18.07.22, 09:30
Wenn man in der Railview-Funktion den Ort Trebbin eingibt, so erscheinen fünf Bilder, welche von oder in unmittelbarer Nähe der Brücke der neuen Ortsumfahrung von der B 101 aufgenommen wurden. Im Dezember 1990 gab es noch keine Ortsumfahrung, und es war die Zeit, in der man von Berlin aus sternförmig ins Umland fuhr und alle möglichen neuen Motive entdeckt hat. So auch den Bahnhof von Trebbin, gelegen an der Anhalter Bahn Richtung Jüterbog. Es gab auch noch keine Nord-Süd-Verbindung in Berlin und keine ICE´s auf dieser Strecke, welche heute hier in rascher Folge vorbeikoffern. Nein, die Personenzüge bestanden noch aus Bghw, bespannt mit einer ganz normalen 243, und vor Güterzügen sah man die Baureihe 250. Hier sehen wir am Vormittag des 30.12.1990 ein sehr gepflegtes Exemplar dieser Baureihe, wie es mit einem stattlichen Güterzug durch den Bahnhof von Trebbin rauscht.
Trebbin heute: moderne Bahnsteige, der Standpunkt eingezäunt, und den Fußgängerübergang gibt es schon lange nicht mehr. Und eine 250 -oder heutzutage 155- kommt höchtens noch von einem privaten EVU hier durch.

Scan vom Fuji-100 Kleinbilddia

Datum: 30.12.1990 Ort: Trebbin [info] Land: Brandenburg
BR: 155 Fahrzeugeinsteller: Deutsche Reichsbahn
Kategorie: Bahn und Infrastruktur
Top 3 der Woche: 12 Punkte

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Windstille am Limmritzer Viadukt
geschrieben von: Leon (1002) am: 15.07.22, 17:01
Bleiben wir noch eine Weile bei den Reichsbahn-Elloks. Vor nahezu allen Zuggattungen wurde seinerzeit die Baureihe 155 eingesetzt. Man sah sie sowohl im Güterzugdienst als auch im schweren Schnellzugdienst auf steigungsreichen Strecken, und selbst vor Regionalzügen konnte man mit ihr rechnen.
Der 18.10.94 war ein Fototag, welcher in erster Linie dem Dieselverkehr im Raum Rochlitz und Nossen gewidmet war. Zwischendurch gab es mittags einen Abstecher zum Limmritzer Viadukt, einfach dort den ganz normalen Planverkehr einfangen. Das Wetter war nahezu windstill, die geplante Spiegelung daher möglich. Das Kursbuch verriet einen Personenzug Richtung Chemnitz. Und was kreuzte davor auf? Eine 155 mit zwei lumpigen Wagen! Überhaupt keine Herausforderung für eine 155, die man sonst eigentlich vor schweren Güterzügen erwartet hätte. Ein lächerlich kurzer P 5813 erschien auf dem Viadukt, fast fipsig! Aber irgendwie typisch für die Nachwendezeit. Diesem albernen Zug wurde dann jahrelang keine Beachtung mehr geschenkt, bis man erst jetzt die alten Dias wieder hervorkramt. Und siehe da: man freut sich über eine bordeauxfarbene 155 mit grün-gelben Wagen auf einem fotogenen Viadukt, welches sich im Wasser der aufgestauten Zschopau spiegelt...;-)

Das Motiv ist bereits mit vier sehr ansprechenden Bilder in der Galerie vertreten, aber diese Traktion wollte ich der Galerie nicht vorenthalten.

Scan vom Fuji Velvia 6x6-Dia

Datum: 18.10.1994 Ort: Limmritz [info] Land: Sachsen
BR: 155 Fahrzeugeinsteller: DB
Kategorie: Bahn und Landschaft
Top 3 der Woche: 19 Punkte

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Burg Eisenhardt - ein paar Jahre später
geschrieben von: Leon (1002) am: 13.07.22, 11:39
Eines der markanstesten Motive der Kanonenbahn war früher der Blick auf die Burg Eisenhardt in Belzig. Relativ rasch nach der Wende haben wir das Motiv desöfteren aufgesucht, um die Burgkulisse mit der damals noch nicht elekrifizierten Strecke umzusetzen, und der herausragende Zug war hier immer der vormittägliche Güterzug mit Rosslauer "Wumme": [www.drehscheibe-online.de].
Einige Jahre später hing hier der Fahrdraht, aber die Stelle war immer noch umsetzbar. Und insbesondere an Sonntagen war hier durch diverse Autoreisezüge aus südlichen Gefilden nach Berlin- Wannsee die Zugdichte recht hoch. Von der Zuggarnitur kongenial war jedoch auch der täglich verkehrende EN 228 von Budapest über Wien nach Berlin mit seiner herrlich bunten Garnitur aus Schlaf- und Liegewagen der MAV und den ÖBB. Planmäßig wurde der Zug mit einer 112 bespannt, aber in Ausnahmen sah man auch die Baureihe 155 vor dem Zug. Am frühen Vormittag des 19.07.98 war es jedoch die 112 102, welche den Zug pünktlich durch den Fläming zieht und die Burg Eisenhardt passiert.

Die Burg heute: immer noch einen Besuch wert - aber mit der Kanonenbahn lässt sie sich nicht mehr umsetzen. Dichter Bewuchs verhindert jede Möglichkeit.

Zum Bild: es gibt ja heutzutage das irgendwie ungeschriebene Gesetz, eine Lok immer genau zwischen zwei Masten setzen zu müssen. Diesem Gesetz unterwerfe ich mich bis heute bewusst nicht. Sonst würde man insbesondere hier die dicken Betonmasten noch stärker betonen, als sie es vedient hätten...;-)

Scan vom Fuji velvia 6x6-Dia

Datum: 19.07.1998 Ort: Belzig [info] Land: Brandenburg
BR: 112 (Ost-Baureihe) Fahrzeugeinsteller: DB
Kategorie: Bahn und Landschaft
Top 3 der Woche: 1 Punkt

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Neulich, in Dresden
geschrieben von: Leon (1002) am: 11.07.22, 12:31
Wer kennt sie nicht, die Marienbrücke in Dresden? Schon hundertfach fotografiert, und auch in der Galerie sind bereits diverse sehr ansprechende Aufnahmen der Brücke enthalten. Leider präsentiert sich die Brücke seit ihrer Sanierung in den Jahren 2001 bis 2004 nicht mehr ganz so fotogen. Die stählernen Brückenbögen wurden durch Spritzbeton ersetzt, und nunmehr liegen fünf anstatt vier Gleise auf ihr. Den derzeitigen Zustand spiegelt diese Aufnahme wieder: [www.drehscheibe-online.de]. Schrauben wir die Zeit zurück auf den Juli 1999 und beobachten die 112 132, wie sie schon fast majestätisch ihren IC 874 nach Hamburg über die Marienbrücke zieht. Man beachte auch den mitgeführten Gepäckwagen hinter der Lok.

Scan vom Fuji Velvia 6x6-Dia

Datum: 03.07.1999 Ort: Dresden Marienbrücke [info] Land: Sachsen
BR: 112 (Ost-Baureihe) Fahrzeugeinsteller: DB
Kategorie: Bahn und Infrastruktur
Top 3 der Woche: 1 Punkt
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Damals in Prödel
geschrieben von: Leon (1002) am: 10.07.22, 10:34
Vom Mai 2012 ist diese sehenswerte Aufnahme vom Stellwerk Prödel in der Galerie enthalten: [www.drehscheibe-online.de]. Bereits damals stand im Bildtext, dass der Bahnhof von Prödel bereits seit zehn Jahren aufgelassen worden ist. Nun, schrauben wir die Zeit noch einen Tick weiter zurück und gelangen in den Mai 1999: der Bahnhof war noch in Betrieb. Eine blühende Kastanie erhebt sich am Rande der Gebäude. Wir sehen ein historisches Ensemble, bestehend aus den Gebäuden, den Bahnsteigen, den Ausweich- und Ladegleisen und der Hl-Signaltechnik. Das oben genannte Stellwerk ist im Hintergrund zu erkennen. Eine bordeauxfarbene 155 rauscht mit einer langen Leine an Ea-Wagen durch den Bahnhof, beladen mit Kohle - und bis heute habe ich keine Erklärung dafür, warum damals die Kohlezüge weiß besprenkelt wurden.
Warum ist man damals nach Prödel gefahren? Nicht für eine schnöde 155..;-) Dem Zug folgte die 103 154 mit dem nur sonntags verkehrenden IC 1027 von Leipzig nach Köln..! Heute, über 20 Jahre später, haben beide Baureihen Kult-Status. Und wer hat wohl bei der Beliebtheit die Nase vorn? Eine Latz-103 oder eine bordeauxrote 155...? :-)

Übrigens: Prödel heute: modernisierte Bahnsteige, und bis auf die beiden Durchfahrgleise wurden alle Nebengleise entfernt.

Scan vom Fuji Velvia 6x6-Dia

Datum: 02.05.1999 Ort: Prödel [info] Land: Sachsen-Anhalt
BR: 155 Fahrzeugeinsteller: DB
Kategorie: Bahn und Infrastruktur
Top 3 der Woche: 12 Punkte

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Über die Peenebrücke in Anklam
geschrieben von: Leon (1002) am: 07.07.22, 14:38
Bislang sind nur wenige Bilder von der Strecke von Stralsund über Anklam und Pasewalk Richtung Angermünde und Eberswalde in der Galerie enthalten. Eine endlos lange Hauptstrecke, auf welcher landschaftliche Höhepunkte nur schwer auszumachen sind. Also muss man sich statt mit der Landschaft eher mit der Infrastruktur dieser Strecke befassen...;-) Ein herrliches Beispiel bietet sich in Anklam mit der Peenebrücke. Diese wurde im Jahr 1938 als Rollklappbrücke fertiggestellt. Und bei der Durchsicht nach Sickenbildern bin ich auf diese Aufnahme aus dem Juni 2006 gestoßen - und musste feststellen, dass dieses Bild auch schon wieder historisch ist, denn die Rollklappbrücke, wie wir sie hier sehen, wurde nur wenige Jahre später im Zuge des Ausbaues der Strecke auf höhere Geschwindigkeiten durch einen Neubau ersetzt. Die alte Rollklappbrücke -seinerzeit eine der ältesten in Deutschland erhaltenen Brücken dieser Bauart- wurde als technisches Denkmal neben dem Brückenneubau aufgestellt.

Die Frage ist jetzt nach der Galeriefähigkeit dieser Aufnahme. Wir sehen nur den Lokkasten einer "Sicke" und können nur mutmaßen, dass es sich um eine 143 handelt - welche seinerzeit den Großteil der Regionalzüge in dieser Gegend bestritten hat. Es könnte genauso gut eine 114 oder 112 sein - aber wer verrät den Unterschied..?;-) Nun, wir sind Zeuge, wie die Lok mit Schmackes ihren RE 38354 von Elsterwerda nach Stralsund durch die Brücke mit gesenkten Pantos hindurchschiebt. Aber wie soll man die Brücke mit ihrer interessanten Technik sonst umsetzen..? Übrigens; kurios, zu sehen, wie sich die Brücke anhebt, um Schiffe hindurch zu lassen, was an dem Tag nach der Passage dieses Zuges geschah...

Scan vom Fuji Velvia 6x6-Dia


Datum: 26.06.2006 Ort: Anklam [info] Land: Mecklenburg-Vorpommern
BR: 143 Fahrzeugeinsteller: DB
Kategorie: Bahn und Infrastruktur
Top 3 der Woche: 7 Punkte

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Herbstlicher Blick auf den Südharz
geschrieben von: Leon (1002) am: 08.07.22, 11:13
Bleiben wir noch einen Moment auf der Halle-Kasseler Bahn und blicken erneut auf die Fotokurve von Werther mit den Ausläufern des Harzes im Hintergrund. Leichter Dunst liegt an diesem sonnigen Herbsttag des Jahres 2010 über dem Land, als eine 143 mit ihrem RE 26140 von Halle nach Kassel vor wenigen Minuten unten im Tal in Nordhausen aufgebrochen ist und scheinbar mühelos die Steigung Richtung Werther erklimmt. In kurviger Fahrt geht es gleich wieder hinab ins Wippertal, dem die Strecke bis Leinefelde folgt - nicht zu verwechseln mit dem Wippertal, durch welches die Wipperliese verläuft.
Der Südharz fällt hier längst nicht so schroff ab wie die Hänge des Nordharzes, welche sich wie ein Bollwerk zeigen, wenn man aus nördlicher Richtung darauf zukommt.
Das Motiv ist bereits mit diesem Bild [www.drehscheibe-online.de] in der Galerie vertreten, und wir sehen, wie unterschiedlich sich die Landschaft im Wechsel der Jahreszeiten präsentieren kann.
Mit Güterzügen ist dieser Blick auch jetzt noch möglich. Aber der Reiseverkehr wurde gehamstert, mit Ausnahme der "Zäpfchen" Richtung Erfurt.

Scan vom Fuji Velvia 6x6-Dia

Datum: 11.10.2010 Ort: Werther [info] Land: Thüringen
BR: 143 Fahrzeugeinsteller: DB
Kategorie: Bahn und Landschaft
Top 3 der Woche: 1 Punkt
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Der Kaffee mit seltener Traktion
geschrieben von: Leon (1002) am: 09.07.22, 18:28
Neukölln und sein Kaffeezug...irgendwie bereits seit langer Zeit das Objekt der Begierde auf Berlins Paradestrecke ohne Fahrdraht. Schon zahlreiche Bilder dieser Leistung haben ihren Weg in die Galerie gefunden, ob mit 298-Bespannung oder hinter einer Lok der Industriebahn-Gesellschaft Neukölln. Letzten Montag schlug eine Meldung wie eine Bombe in die Hobbyszene der Hauptstadt ein: der Kaffee sollte ludmillenbespannt sein! ;-) So etwas kommt in etwa so selten vor wie Ostern und Pfingsten an einem Tag...! Und während die morgendliche Hinleistung zur Rösterei einer viel zu frühen Ankunft in Neukölln zum Opfer fiel, sollte die Rückfahrt zur üblichen Zeit erfolgen. Diese Info trieb zahlreiche Hobbyfreunde an den südlichen Innenring, und zwischen Neukölln und Halensee waren sämtliche Brücken "besetzt".

Doch irgendwie gestaltete sich die Rückfahrt zu einem Wechselspiel zwischen Desinformation und Mutmaßungen. Zunächst kreuzte gegen 16 Uhr eine 298 in Neukölln auf - eigentlich üblich, um die leeren Kaffeecontainer abzuholen. Nun waren plötzlich zwei Lokomotiven für den Kaffeezug vor Ort: der Russe vom frühen Morgen und die 298. Während dann die 298 gen Treptower Güterbahnhof fuhr, um den Kaffee abzuholen, wurde für die 232 die Ausfahrt gezogen - doch nichts rührte sich! Es gab dann eine Diskussion zwischen dem Lokpersonal und dem Stellwerker, und der Flügel senkte sich wieder. Dann verging viel Zeit, in welcher sich das Gerücht verbreitete, der Zug habe entweder keine Wagen oder nur leere Tragwagen oder die Frachtpapiere wären nicht in Ordnung. Die Whatsapp-Drähte der Fangemeinde glühten. Zwischendurch wieder bange Blicke gen Himmel, aber die Quellwolken lösten sich zusehends auf oder blieben außer Reichweite. Dann die Erlösung: die 298 erschien mit einer irre langen Leine an beladenen (und wie üblich leeren; der Kaffee war ja in der Rösterei...) Containerwagen und setzte sich in Neukölln als Rangierfahrt hinter die wartende 232. Eine dunkle Rußwolke erhob sich dann - der Lokführer hat seinen "Russen" angeworfen. Eine größere Quellwolke sollte noch durchziehen, dann war für die Sonne freie Bahn. Minutenlang Gezitter, ob die elend lange Wartezeit evtl. völlig umsonst war. Dann, als das Motiv "außer Gefahr" war, ertöne ein kurzes Hupen, und die Fuhre setzte sich langsam in Bewegung - vorbei an einem "Lichtschalter" der Baureihe 483/484, der in der Kehranlage vom S-Bahnhof Hermannstraße stand. Wir sehen im Hintergrund die Bögen der Hertabrücke, den Neubau des Einkaufszentrums auf den ehemaligen Gleisanlagen sowie rechts hinter dem Zug die Gleise zur Neukölln-Mittenwalder Eisenbahn. Und die 232 wuchtete als Vorspann vor der 298 ihre Kaffeefuhre langsam aus dem Güterbahnhof wird die seit zwei Stunden auf der Brücke der Oderstraße wartenden Hobbyfreunde von ihrer Ungeduld befreien..;-)

Datum: 04.07.2022 Ort: Berlin Neukölln [info] Land: Berlin
BR: 232,233,234,241 (alle Ludmilla-Baureihen) Fahrzeugeinsteller: DB
Kategorie: Zug schräg von vorn
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Eine Lady im Eichsfeld
geschrieben von: Leon (1002) am: 06.07.22, 21:21
Heutzutage begehrte Fotoobjekte, damals Alltag: Lokomotiven der Baureihe 143. Nicht zuletzt durch die Renaissance diverser Lokomotiven der Delta-Rail im bordeauxroten Ursprungsoutfit, ist das Interesse an dieser Baureihe in den letzten Jahren spürbar gestiegen. Wurden damals Reisezüge mit einer "Sicke" höchstens am Rande wahrgenommen, finden die heutzutage nur noch wenigen Einsätze dieser Baureihe eine völlig unerwartete Beachtung. Auch die Lokomotiven der Baureihe 112.0 -heute 114- und sogar 112.1 geraten zusehends in den Fokus der Hobbyszene, und nicht umsonst beherrscht der Einsatz der wieder belatzten 112 101 die Info-Foren der Berlin-Brandenburger Fangemeinde. Und wenn dann das Ganze noch durch den Einsatz der Sicken vor dem "Snalltaget" von Malmö nach Berlin gekrönt wird, kommt der Punkt, an dem man sich fragt, woher denn die Begeisterung kommt, wenn man vor 20 Jahren kaum Notiv von den Fahrzeugen genommen hat.
So ist diese Aufnahme der 143 858 vor ihrer RB 16627 von Eichenberg nach Halle nur der Beifang für eine nachfolgende Latz-155 vor einem Güterzug. Wir stehen am Morgen des 17.04.2003 im Eichsfeld und beobachten vor der Kulisse des Ortes Beuren die Vorbeifahrt. Damals waren 143-bespannte Regionalzüge zwischen Halle, Nordhausen und Eichenberg (und weiter bis Kassel) so etwas von langweilig - und heute, 20 Jahre später, ist man froh, dass man damals auf dieser eher unbeachteten Strecke nicht nur Güterzüge fotografiert hat. Der Reisezugverkehr heute: ausschließlich Silberhamster...

Scan vom Fuji Velvia 6x6-Dia

Datum: 17.04.2003 Ort: Beuren [info] Land: Thüringen
BR: 143 Fahrzeugeinsteller: DB
Kategorie: Bahn und Landschaft
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Zwischen den Häuserschluchten der Stadtbahn
geschrieben von: Leon (1002) am: 04.07.22, 13:57
Ein alter Klassiker, welcher sich nach der Elektrifizierung immer noch umsetzen ließ, war der Blick aus dem Treppenhaus in der Uhlandstraße auf die Berliner Stadtbahn zwischen dem Bahnhof Zoologischer Garten und dem S-Bahnhof Savignyplatz. Auf engem Raum verlaufen hier vier Gleise, von denen die vorderen zwei dem Fern- und Regionalverkehr dienen. Im Vergleich zu früher hat sich der Blick etwas verändert; diverse Neubauten sind errichtet worden, aber - völlig untypisch für die Hauptstadt- : man sieht nicht einen Baukran..;-) In den "nuller" Jahren waren wir recht häufig in diesem Treppenhaus, um den umfangreichen Verkehr auf der Stadtbahn einzufangen. Besonderes Augenmerk lag damals natürlich auf dem Einsatz der Baureihe 103, welche hier vor den IC- und IR-Zügen recht häufig zu sehen war. Am frühen Nachmittag des 09.08.2000 verlässt die 103 235 mit dem IR 2340 nach Schiphol den Bahnhof Zoologischer Garten und macht sich auf den Weg Richtung Berlin-Spandau.
Ein gewisser Nervenkitzel gehörte auch bei diesem Motiv dazu, denn es konnte jederzeit eine S-Bahn oder ein Reisezug aus der Gegenrichtung auftauchen und den Eindruck zunichte machen. Meistens hat´s aba jeklappt...;-)

Scan vom Fuji Velvia 6x6-Dia

Datum: 09.08.2000 Ort: Berlin Charlottenburg [info] Land: Berlin
BR: 103 Fahrzeugeinsteller: DB
Kategorie: Bahn und Infrastruktur
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Miete mich fürs Eichkamp
geschrieben von: Leon (1002) am: 02.07.22, 12:53
Bahnhof Berlin-Eichkamp im Jahr 1992: [www.drehscheibe-online.de] Morbider Charme umgibt uns. Typische Gewächshausarchitektur, verkrautete Gleise und eine S-Bahnstrecke nach Berlin-Spandau, welche damals noch im Dornröschenschlaf lag. Parallel dazu lag ein Gleis für den Interzonenverkehr nach Hamburg, später nach der Wende für den aufkommenden Regionalverkehr.
Bahnhof Berlin-Eichkamp heute: der S-Bahn-Verkehr nach Berlin-Spandau ist längst eröffnet, und parallel dazu verlaufen nunmehr zwei Gleise für den Regional- und Fernverkehr. Die Strippe hängt, und es geht unterhalb der Gewächshausarchitektur recht eng zu. Fernzüge legen sich mit Geknarze in die Kurve, aber die Stelle ist nix für Weicheier..;-) Alle 10 Minuten erscheint eine S-Bahn und versperrt für eine knappe Minute die Sicht. In der vergangenen Woche war in den nahen Messehallen eine mehrtägige Veranstaltung, weswegen auf dieser Strecke bis zum Bahnhof Olympiastadion ein 5-Minuten-Takt eingerichtet wurde. Nach Jahren der Abstinenz wurde das Motiv zum einen für den derzeit täglich verkehrenden Nachtzug von Malmö wiederentdeckt, und für einige Tage war parallel dazu die belatzte 112 101 im Regionalverkehr auf der RB 14 unterwegs - mit Glück zwei belatzte Sicken im Blockabstand, bei Pech GAR nichts. Und genau dies passierte: mehrmals ging der entscheidende Zug in die Hose und rauschte hinter einer haltenden S-Bahn vorbei. Lange Gesichter, aber heute hat es wenigstens für den "Snalltaget" funktioniert: keine S-Bahn im Bild, und der Zug kam mit minus 60 dort entlanggerauscht. Der Fahrplan für den Zug lässt anscheinend genügend Reserven zu, und insbesondere an Wochenenden erreicht er sein Ziel deutlich früher.
Und somit sehen wir die 112 170 mit ihrer Nachtzuggarnitur, wie sie am frühen Morgen die Szenerie am Eichkamp passiert. Wirklich nur wenige Sekunden später erschien von rechts die S-Bahn und in Gegenrichtung zum Zug ein ODEG-445. Durchatmen....;-)

Datum: 02.07.2022 Ort: Berlin Eichkamp [info] Land: Berlin
BR: 112 (Ost-Baureihe) Fahrzeugeinsteller: DB
Kategorie: Bahn und Infrastruktur
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Straßenszene mit Oldie in Berlin-Neukölln
geschrieben von: Leon (1002) am: 30.06.22, 17:23
Vor kurzem wurde ja diese Szene am Neuköllner Schifffahrtskanal in die Galerie aufgenommen: [www.drehscheibe-online.de]. Der Kaffeezug muss auf seinem Weg zur Rösterei einen Richtungswechsel in einem Kehrgleis vornehmem. Dieses Kehrgleis verläuft parallel zur Neuköllner Lahnstraße und führte früher zu einer Gleisverzweigung, welche wir hier sehen: [www.drehscheibe-online.de]. Heute endet das Kehrgleis unmittelbar vor der Straße, von welcher das Foto der Jung-Lok entstanden ist. Es ist nicht sonderlich lang, und wenn der Kaffeezug aus Bremen in zwei Teilen gefahren werden muss, so nimmt die Lok der Industriebahn-Gesellschaft i.d.R. die bereits leeren Container wieder mit zum Treptower Güterbahnhof oder fährt Lz zurück, weitere Wagen mit noch vollen Containern holen, was jedoch nur selten vorkommt - und nur dann ist dieses Bild möglich: es zeigt die DL 8 der IGB, wie sie soeben von der Rösterei kommt, im Kehrgleis Kopf gemacht hat und nunmehr die Lahnstraße überquert, um sogleich die Szenerie parallel zum Schiffahrtskanal zu passieren, um die nächsten Wagen abzuholen. Das Kehrgleis ist links hinter der Lok zu erkennen.
Zickzackfahrten mit einer Lok mit einem Baujahr von 1961 - der Kaffeezug macht es möglich! ;-) Die Lok ist hier heute noch im werktäglichen Einsatz.

Datum: 04.07.2018 Ort: Berlin Neukölln [info] Land: Berlin
BR: Werkloks Fahrzeugeinsteller: IGB
Kategorie: Bahn und Infrastruktur
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Morgens am Neuköllner Schifffahrtskanal
geschrieben von: Leon (1002) am: 29.06.22, 21:25
Morgens in der Hauptstadt am Neuköllner Schifffahrtskanal. Die Stadt erwacht langsam an diesem fast windstillen Morgen des 04.07.18. Wir lehnen am Brückengeländer in der Lahnstraße und blicken auf die dampferförmige Fassade des riesigen Hotels Estrel. In der Betonbude zur rechten geht das geschäftige Treiben los. Fast lautlos kommt plötzlich ein Zug angerollt; seine Zuglok spiegelt sich im ruhigen Wasser des Kanals. Die Lok kommt kurz danach zum Stehen, und die Blinklichtanlage des nahen Bahnüberganges wird eingeschaltet. Herzlich willkommen bei den werktäglichen Sägefahrten des berühmten Kaffeezuges in Berlin-Neukölln!;-)
Der Zug ist vor wenigen Augenblicken im Treptower Güterbahnhof losgefahren, wohin ihn ab Seddin eine Lok der Baureihe 298 gebracht hat. Die Zuglok ist ein wahrer Oldie, mit dem Baujahr 1961 noch einen Tick älter als die Krauss-Maffei-Lok der Neukölln-Mittenwalder Eisenbahn, welche vor kurzem ihren Weg in die Galerie gefunden hat. Wir sehen die ML 700 C der Industriebahn-Gesellschaft Berlin, wie sie den Neuköllner Schifffahrtskanal passiert und sogleich die Lahnstraße überquert. Danach geht es in entgegengesetzte Richtung erneut über den Kanal Richtung Kaffeerösterei in der Nobelstraße.
Das Ganze passiert werktags am frühen Morgen und wiederholt sich bei entsprechender Zuglänge am frühen Vormittag ein zweites Mal, wenn der Zug ab Seddin so lang ist, dass das Gleis sowohl in der Rösterei als auch in der Kehre an der Lahnstraße nicht ausreicht.
Derzeit ist die Zuführung derart früh, dass die Trasse der Industriebahn noch im Schatten liegt. Eine weitere Beeinträchtigung besteht in einem Neubau, welcher direkt hinter der Betonbude hochgezogen wird, und welcher ebenfalls seinen Schatten auf die Trasse wirft. Und hinter den S-Bahnbrücken der Trasse Richtung Baumschulenweg stehen zwei hässliche Baukräne, denn auch das Estrel will expandieren. Genießen wir daher die Morgenstimmung vom Juli 2018...;-)



Datum: 04.07.2018 Ort: Berlin Neukölln [info] Land: Berlin
BR: Werkloks Fahrzeugeinsteller: IGB
Kategorie: Stimmungen mit Zug
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Ein Diesellok-Oldie im Einsatz
geschrieben von: Leon (1002) am: 28.06.22, 10:55
Von den früheren Transportaufgaben der Neukölln-Mittenwalder Eisenbahn in Berlin ist leider heutzutage nicht mehr sehr viel übrig geblieben. Man erinnere sich noch an die täglichen Kohlenzüge zum Kraftwerk Rudow am Teltowkanal, oder verschiedene Anschließer in der Kanalstraße. An die Müllverkehre, für welche extra ein kleines Terminal für die Müllcontainer errichtet wurde. Geblieben ist bis heute jedoch die Bedienung mehrerer Tanklager. Für gestern stand die Zuführung eines Kesselzuges zum Tanklager an der Gradestraße in Berlin-Britz an. Da der Platz für die Entladung recht beengt ist und maximal nur sieben bis acht Wagen zugestellt werden können, ging es über den Tag verteilt mit mehreren Fahrten von und zum Tanklager hin und her. Im Einsatz war die ML 00613, eine ML 500 C von Krauss-Maffei, bezüglich des Baujahres etwa auf Augenhöhe mit dem Einsteller...;-) Sie ist eine der beiden verbliebenen Dieselloks der NME; mit der DL 00606 ist noch eine Henschel DHG 700 C von 1981 im Bestand, welche gestern im Auftrag der Industriebahn-Gesellschaft Berlin für die Sägefahrten des Kaffeezuges für die Rösterei in Neukölln im Einsatz war.
Direkt parallel zur Gradestraße liegen die Gleise zum Tanklager, welches in der Vergangenheit nur selten bedient wurde. Wir sehen hier die DL 00613, wie sie soeben mit ihrer kurzen Kesselwagenfuhre den Anschluss vom Tanklager verlässt. Links im Hintergrund verläuft das Gleis zum Güterbahnhof Teltowkanal, in welchem die leeren Wagen gesammelt und am späten Nachmittag wieder zum Übergabebahnhof Hermannstraße gebracht werden. Dieses Ereignis hat auch einige andere Fotografen und Filmer angelockt, und die brütende Hitze konnte von so manchem nur unter dem Schutz eines schattenspendenen Baumes ertragen werden.

Datum: 27.06.2022 Ort: Berlin Britz [info] Land: Berlin
BR: Werkloks Fahrzeugeinsteller: NME
Kategorie: Bahn und Infrastruktur
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Berlin-Westend im Wandel der Zeit
geschrieben von: Leon (1002) am: 26.06.22, 13:11
Bleiben wir noch einen Moment beim Einsatz der 103 nach Berlin und machen eine kleine Zeitreise: bis zur Wende präsentierte sich der Blick von der Olympischen Brücke in Berlin-Westend so: [www.drehscheibe-online.de] Ein Gleis lag damals zwischen Ruhleben und Charlottenburg, dicht an den Laubenpiepern gelegen. Vor der Wende diente es in erster Linie den Interzonenzügen von Hamburg Richtung Berlin Stadtbahn, d.h. drei bis vier Mal täglich gab es pro Richtung eine Zugbewegung. Nach der Wende kam der S-Bahn-Vorläuferverkehr dazu; es verkehrten zunächst Ferkeltaxen, später die berühmten grünen Dosto-Wendezüge mit der Baureihe 118.
Zur ersten Hälfte der 90er Jahre wurde dann auf dem Abschnitt Tabula Rasa gemacht; es verschwanden alle störenden Bäume, ein zweites Gleis sollte gelegt werden; der Fahrdraht erreichte bald von Westen die Hauptstadt. Nunmehr waren vorübergehend derartige Aufnahmen möglich: [www.drehscheibe-online.de]
Wiederum verging eine Zeit; bis die Modernisierung der Strecke abgeschlossen war: zwei Gleise lagen, mit kuriosem Oberbau und Fahrdraht. Der IR-Verkehr von und nach Schiphol oder Münster wurde aufgenommen. Der Abschnitt war bald dicht belegt, es verkehrten neben den IR-Zügen die IC-Züge von Hamburg, wahlweise mit den Baureihen 112 oder 120 - so sie nicht den Laufweg über den nördlichen Ring nach Lichtenberg nahmen. Ferner gab es Regionalverkehr mit 143, 112.0 oder 112.1. Letztgenannte Züge waren damals derart langweilig, dass im 6x6-Archiv deutlich mehr gerahmte Dias der Baureihe 103 als der Summe aller anderen Baureihen schlummerten - einem "Scheuklappenvergehen", welches man erst jetzt, 20 Jahre später eingesteht, wenn man mal eine bordeauxfarbene 143 vor Sanitär-Dostos sucht...
Wie gesagt: eine sehr bunte und interessante Zeit, diese "Nuller" Jahre. Stellvertretend für die blonden Renner sehen wir hier die 103 185 vor dem IR 2341, welchen die Lok in Bad Bentheim übernommen hat.

Die Stelle heute: die Natur hat sich die Böschung entlang der Bahn wieder zurückerobert. Dichter und hoher Bewuchs verhindert von dieser Seite der Strecke jeden Versuch.

Scan vom Fuji 6x6-Dia. Für alle "Schießscharten-Freunde": ich habe das Bild ob seiner Wirkung im quadratischen Format gelassen und wollte evtl. zu"gunsten" eines weniger monotonen Himmels den Vordergrund nicht unnötig wegschneiden.

Zuletzt bearbeitet am 26.06.22, 13:20

Datum: 27.04.2000 Ort: Berlin Olympische Brücke [info] Land: Berlin
BR: 103 Fahrzeugeinsteller: DB
Kategorie: Bahn und Infrastruktur
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Jannowitzbrücke mal von oben
geschrieben von: Leon (1002) am: 24.06.22, 15:13
Bleiben wir doch noch eine Weile im Berlin der "Nuller" Jahre. Der Draht auf der Stadtbahn hing noch nicht lange, aber das Trias-Gebäude war fertig. Bilder von der Michaelbrücke auf den Bahnhof Jannowitzbrücke sowie die Spree gibt es wie Sand am Meer. Etwas ambitionierter war hingegen dieser Blick. Drohnen gab es noch nicht, und man brauchte sie auch nicht, denn: wozu gab es Hausdächer? Schon seit einer Weile fiel mir damals eine leer stehende Ruine eines früheren Fabrikgebäudes auf. Dieses Fabrikgebäude müsste sich doch als erhöhter Standpunkt eignen. Und somit wurde das Gebäude mal konspirativ in Augenschein genommen. Es bestand aus zwei Gebäudeflügeln mit einer verschlossenen Stahltür auf der einen Seite und einem Eingang auf der anderen Seite. Man kam somit in das fensterlose Erdgeschoss und erreichte im Dämmerlicht eine Treppe ohne Geländer. Der Aufstieg war nicht ganz trivial, denn die Treppe war übersäht mit Schutt und Steinen, und es war fast stockdunkel. Also ging es immer an der Wand lang nach oben. Hier sorgten ehemalige Fenster für Licht. Man musste nun etwas vier bis fünf Etagen hochlaufen und über eine Querverbindung in den anderen Teil des Gebäudes gelangen. In den Etagen lagen olle Schlafsäcke, Decken, Müll, leere Flaschen und Kippen, d.h. das Gebäude war zumindest zweiweise bewohnt. Auf der obersten Etage gab es in einem Meter Höhe eine Luke zu einem Flachdach, durch die man sich und seine Knipse durchzwängen musste, und somit stand man auf einem ca. 10 qm großen Dach ohne jede Brüstung. Der Blick war atemberaubend, man konnte ihn weit über die Stadt schweifen lassen. Der Clou war: es ließen sich die Züge auf der Stadtbahn perfelt in Szene setzen! Fragt nicht, wie oft ich im Sommer und Herbst `98 da hochgekraxelt bin. Aber dennoch war das Motiv irgendwie verflucht, denn dieser IR 2643 von Köln, welcher hier regelmäßig aufkreuzte, hatte IMMER eine rote 103 davor! Bis es erst im Herbst mit der 103 109 klappen sollte, welche wir hier sehen.

Unvergessen ein Tag, an dem ich das Motiv aufgesucht habe - und plötzlich hinter einer Ecke, noch vor dem eigentlichen Gebäude, einem schwerbewaffneten Polizisten gegenüberstand..! Schei.., jetz´ hamse dich erwischt...! :-0 Aber der Polizist schaute genauso verdutzt wie ich. Denn: er war ein Statist! ;-) Sie haben in dem Gebäude Szenen für einen Krimi gedreht! Die Aktion endete natürlich mit einem freundlichen "Platzverweis" für mich und dem Hinweis, dass die Dreharbeiten nur wenige Tage andauern würden...;-)

Nur ein Jahr später fingen die Renovierungsarbeiten an. Heute erstahlt das Gebäude in sanierter Form mit zahlreichen, bestimmt unbezahlbaren Wohnungen am Spreeufer. Ob man da mal beim Mieter in der obersten Etage bimmeln kann uund fragen, ob man ihm aufs Dach steigen kann...? Ich hab´s nie probiert...

Scan vom Fuji Velvia 6x6-Dia


Datum: 15.10.1998 Ort: Berlin Jannowitzbrücke [info] Land: Berlin
BR: 103 Fahrzeugeinsteller: DB
Kategorie: Bahn und Infrastruktur
Top 3 der Woche: 11 Punkte

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Neulich, am S-Bahnhof Heerstraße
geschrieben von: Leon (1002) am: 21.06.22, 12:57
Berlin zum Millennium. Als der Fahrdraht endlich die Hauptstadt erreichte, war man damas irgendwie scheuklappenartig auf die Baureihe 103 fixiert, welche aus allen möglichen Richtungen mit IC- oder IR-Zügen oder auch im Nachtsprung mit sehenswerten Schlaf- und Liegewagengarnituren in die Stadt kam. Kein Winkel, der nicht dokumentiert wurde, kein Hausdach entlang der Stadtbahn, welches nicht für legale oder semi-legale Fotoaktionen überprüft wurde...;-)
Unter dem Namen "Heerstraße" ist meist nur der Blick von der Heerstraßenbrücke verbucht, welcher seltsamerweise nur mit diesem einzigen Bild [www.drehscheibe-online.de] in der Galerie enthalten ist - ein Fotostandpunkt, welcher schon in den 30er Jahren mit dem "Fliegenden Hamburger" veröffentlicht wurde.
Etwas ambitioniert war daher der Blick MIT dem S-Bahnhof Heerstraße und seinem repräsentativen Empfangsgebäude, direkt an der ehmaligen Paradestraße gelegen. Oberhalb der Bahntrasse wurde eine Schallschutzwand errichtet, d.h. man benötigte eine entsprechend hohe Leiter, um über diese Wand zu blicken, und musste sich danach seinen Standpunkt aussuchen, m.a.W. man kam sich vor wie ein Plakatankleber. Hatte man seinen Standpunkt gefunden, ergab sich dieser Blick auf den Bahnhof. Darüber hinaus war das Tragen einer Warnweste hifreich, um die neugierigen Blicke der Autofahrer zu beruhigen, die da im Vorbeifahren unser Treiben misstrauisch betrachteten. Höchst neugierig und letztendlich amüsiert zeigte sich die Besatzung eines Streifenwagens, welcher eines Tages neben uns anhielt und den Hintergrund für unsere Aktivitäten erfragte. Da wir nicht wirklich etwas illegales im Schilde führten, ließen sie uns gewähren. Nächstes Risiko dieses Motivs war eine just im Moment der Vorbeifahrt im Hintergrund stehende S-Bahn, aber irgendwie hat das Motiv fast immer geklappt. Nun gilt so ein Bild auch erst als abgehakt, wenn eine rot-beige 103 ins Netz ging. Stellvertretend für diese Farbgebung sehen wir hier somit die 103 218, wie sie im richtigen Moment mit ihrem IR 2549 von Hannover die Szenerie passiert.
Die Stelle heute: massiver Bewuchs am Bahndamm verhindert jeden Versuch.

Scan vom Fuji velvia 6x6-Dia

Datum: 13.06.2000 Ort: Berlin Heerstraße [info] Land: Berlin
BR: 103 Fahrzeugeinsteller: DB
Kategorie: Bahn und Infrastruktur
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Der Kyllburger Tunnel
geschrieben von: Leon (1002) am: 20.06.22, 20:49
Kommen wir noch einmal zurück zur Eifelbahn. Hier ist der 218 m lange Kyllburger Tunnel erwähnenswert, welcher mit seinem aufwändig gestalteten Portal eher an eine Festungsanlage erinnert. Bemerkenswert sind die beiden Wappenschilder unterhalb der Rundtürmchen, wleche mit den Buchstaben "R" und "E" versehen sind und auf die Rheinische Eisenbahngesellschaft als Erbauer der Strecke hinweisen.
Am frühen Vormittag des 19.05.91 erwarten wir den D 2135 von Trier nach Münster, welchen die 215 039 aus dem Tunnel heraus und vorbei an dem Stellwerk in den Bahnhof Kyllburg befördern wird, der direkt hinter uns liegt. Nach kurzem Halt geht es weiter Richtung Köln.
Vielleicht ist es Einbildung, aber ich habe die Eifel und ihre Ortschaften bei meinen Besuchen in den Jahren 1991 und 1993 als optisch recht düster erlebt. Wenn man sich Bilder genauer betrachtet, fällt eines auf: fast alle Häuser haben graue oder schwarze Dächer. Vergleiche mit Ortspanoramen aus Niedersachsen bestätigen diesen Eindruck. Dieser soll jedoch die Eindrücke der landschaftlich recht reizvollen Strecke mit seinen teilweise eher an Burgen erinnernden Bahnhofsbauten nicht schmälern..;-)

Scan vom Fuji-100 Kleinbilddia

Datum: 19.05.1991 Ort: Kyllburg [info] Land: Rheinland-Pfalz
BR: 215,225 Fahrzeugeinsteller: Deutsche Bundesbahn
Kategorie: Bahn und Infrastruktur
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Historisch-moderne Zeiten im Südharz
geschrieben von: Leon (1002) am: 19.06.22, 18:19
Noch immer präsentiert sich der kleine Ort Scharzfeld im Südharz als Hort haptischer Bahntechnik. Zwei Stellwerke sind vorhanden, in der typischen achteckigen Form gehalten. Die Ein- und Ausfahrten werden von Formsignalen gesichert, von denen die Spiegeleier der Einfahrsignale insbesondere aus östlicher Richtung etwas versteckt und nur schwer umsetzbar sind.
Noch immer ist das westliche Stellwerk neben dem Ausfahrsignal aus dem Güterbereich des Bahnhofs ein beliebtes Fotomotiv. Die „neue“ Bahn hat bereits im April 1994 ihren Einzug erhalten, als die 216 183 mit einer Garnitur aus Sanitärwagen als E 3653 am Morgen des 16.04.94 den Bahnhof von Scharzfeld erreicht. Lokbespannte Wagenzüge sollten sich hier noch einige Jahre halten, aber spätestens seit dem Millennium rollen hier nur noch Triebwagen; anfangs 628, zwischendurch Desiros und jetzt -bereits seit Jahren- 648.

Scan vom Fuji Velvia 6x6-Dia

Datum: 16.04.1994 Ort: Scharzfeld [info] Land: Niedersachsen
BR: 216 Fahrzeugeinsteller: DB
Kategorie: Bahn und Infrastruktur
Top 3 der Woche: 9 Punkte

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Abends am Spreeufer
geschrieben von: Leon (1002) am: 17.06.22, 21:40
Ein Motiv, welches sich nur an den ganz langen Tagen im Hochsommer lohnt, ist die Nordseite der Brücke über die Spree am Bahnhof Berlin-Jungfernheide. Dieses Motiv wurde bereits hier [www.drehscheibe-online.de] vor einigen Jahren in die Galerie aufgenommen. Damals war der eigentliche Hauptauslösepunkt von einem Baum verdeckt, welcher auf der Mittelinsel neben dem Brückenpfeiler gedeihte. Die letzten Jahre habe ich ob des Wachstums des Baumes diese Stelle im Sommer gemieden, aber in diesem Winter fielen mir umfangreiche Baumaßnahmen an dem Pfeiler auf. Diesen Maßnahmen ist auch der Baum zum Opfer gefallen. Somit hat man nunmehr einen deutlich besseren Auslöseplatz, und je länger der Abend, umso schöner die Gäste..:-) Ab 18.30 Uhr kommt die Sonne ´rum, und gegen 19.30 Uhr ergibt sich dieser Blick auf eine 140 der EGP, welche soeben mit ihrer Containerfuhre von Hamburg zum Containerterminal am Westhafen die Brücke passiert. Ist es windstill und kommt eine Zeitlang kein Boot, ergibt sich auf der Spree sogar eine leichte Spiegelung.
War anno 2016 die Uferbefestigung noch frisch gemauert, so sieht jetzt die Szenerie etwas anders aus. Graffities sind nicht mehr möglich – kein Platz mehr…;-)

Datum: 15.06.2022 Ort: Berlin Jungfernheide [info] Land: Berlin
BR: 139,140 Fahrzeugeinsteller: EGP
Kategorie: Bahn und Infrastruktur
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Mohn ist auch eine Blume
geschrieben von: Leon (1002) am: 18.06.22, 19:04
Während es im Wonnemonat Mai oftmals die Rapsfelder sind, die einen begeistern, kommt der Juni eher oftmals grün in grün daher. Fotografisch eigentlich ein wenig ergiebiger Monat. Es blüht nur wenig, und für das Hobby sind wegen der hohen Sonne nur die Morgen- und Abendstunden brauchbar. Aber es gibt Ausnahmen: im Juni 2020 präsentierte sich ein Mohnfeld bei Bredow in seinen prächtigsten Farben, und somit wurde am frühen Morgen des 09.06.20 eine Fotoexkursion an die Hamburger Strecke eingelegt. Hier ist der Verkehr zwischen Nauen und Berlin recht dicht, und damals rockte die RB 10 von Nauen nach Berlin-Südkreuz mit einem Einsatz von "Sicken" der Baureihe 114 oder sogar 143. Weitere Abwechslung boten Züge mit der Baureihe 147 auf der RB 14, ODEG-Triebwagen sowie der übliche Fernverkehr; Güterzüge kamen seltsamer Weise nur recht spärlich vorbei. Und somit sehen wir hier eine Vertreterin der Baureihe 114, wie sie ihre Dosto-Garnitur farblich passend zum Vordergrund gen Berlin zieht.
In diesem Jahr wächst auf dem Feld alles - nur kein Mohn. Dank der lang anhaltenden Trockenheit kann schon fast der Begriff "Steppe" für diese Gegend im Bredower Luch herhalten.

Datum: 09.06.2020 Ort: Bredow [info] Land: Brandenburg
BR: 114 (Ost-Baureihe) Fahrzeugeinsteller: DB
Kategorie: Bahn und Landschaft
Top 3 der Woche: 15 Punkte

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Einen Kaffee gefällig..?
geschrieben von: Leon (1002) am: 16.06.22, 22:45
Die Geschichtsstunde am Südring [www.drehscheibe-online.de] greife ich mal auf und stelle eine Aufnahme vom Sommer 2018 gegenüber. Wir stehen erneut auf der Brücke der Oderstraße in Berlin-Neukölln und erwarten -wen sonst (sic!)?- den morgendlichen Kaffeezug, welcher seinerzeit ziemlich zuverlässig zwischen 6 und 7 Uhr früh hier aufkreuzte. Der Zug passiert das eine von zwei letzten Spiegeleiern im Stadtgebiet von Berlin, welches ihm Vr 2 ankündigt. Im Hintergrund sehen wir die bereits in dem anderen Bild beschriebene Brücke der Strecke zum Flughafen Tempelhof.
Zum Kaffezug: eine Zeitlang führte der Zug neben den Containern mit Rohkaffee zur Rösterei auch einige Kesselwagen mit, die für Erkner bestimmt waren und von der 298 nach der Überstellung der Container an die IGB im Treptower Güterbahnhof weiterbefördert wurden. Diese Transporte gab es aber nur vorübergehend; die Bedienung von Erkner erfolgt jetzt auf anderem Wege. Und was die Zuverlässigkeit anbelangt: der Kaffeezug erreicht derzeit zuverlässig Neukölln bereits vor sechs Uhr; die früheste Sichtung beläuft sich auf 4.15 Uhr Durchfahrt Halensee. Selbst an den „langen“ Tagen steht man daher vor der Frage, ob sich das frühe Aufstehen lohnt, oder ob man Hase und Igel spielt.


Datum: 22.08.2018 Ort: Berlin Neukölln [info] Land: Berlin
BR: 298 Fahrzeugeinsteller: DB
Kategorie: Zug schräg von vorn
Top 3 der Woche: 5 Punkte

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Die letzte Gießener Altrote
geschrieben von: Leon (1002) am: 14.06.22, 10:56
Das „Himbächel“. Eines der beiden großen Viadukte der Odenwaldbahn. In der Galerie bereits mit zahlreichen Bildern aus allen möglichen Blickwinkeln vertreten. Was noch fehlt, sind die berühmten D-Züge von Frankfurt nach Stuttgart aus der Epoche IV.
Mitte März 1992 war ich mal wieder zu einem Kollegentreff im Badisch-Hessischen. Auf der Hintour hatte ich kurz Aufenthalt im Frankfurter Hauptbahnhof, und mir fiel eine altrote 216 vor dem Stuttgarter Schnellzug auf. Schnell ein paar Doku-Bilder in der Halle, bevor es weiter ging. Habe dann später von dem Fang berichtet. Die Kollegen waren völlig aus dem Häuschen – handelte es sich doch um die letzte altrote Gießener 216. Und wenn sie am Nachmittag des Vortages den letzten D-Zug nach Süden fährt, kommt sie am Folgetag mit dem ersten Zug wieder zurück. Somit war das Fotoprogramm für den frühen Vormittag des 14.03.92 klar.
Als Motiv sollte das Himbächel-Viadukt herhalten, wenigstens mit Streiflicht. Leider hat das Wetter nicht wirklich mitgespielt, und gerade in dem Moment, wo der Protagonist die Bühne betrat, war zwar etwas Schlonz-Sonne vorhanden, jedoch auch ein gleißend weißer Himmel. Ich hab´ versucht, dem Scan alles zu entlocken – das Ergebnis seht ihr hier. Ich werf´ einfach mal eine altrote Zwosechzehn ins Rennen, aufgenommen vor über 30 Jahren an einem der Motivklassiker der Odenwaldbahn.

Scan vom Fuji-100 6x6-Dia


Datum: 14.03.1992 Ort: Hetzbach [info] Land: Hessen
BR: 216 Fahrzeugeinsteller: Deutsche Bundesbahn
Kategorie: Bahn und Landschaft
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Ein Lokzug auf der Stadtbahn
geschrieben von: Leon (1002) am: 13.06.22, 15:16
Kennt Ihr das? Es ist "Wetter", man hat die Gelegenheit, Fotos zu machen, aber in den einschlägigen Foren ist kein besonderer Zug angesagt. Dienstende in der City am Freitag nachmittag; alle Ausfahrstraßen ins Umland mit dem üblichen Stau. Also kam die Idee: fahre antizyklisch, bleib in der Stadt! Also ging es an die Stadtbahn, zur Jannowitzbrücke - einem Motiv, welches man früher bis zum Abwinken totgeknipst hat, aber eigentlich seit Jahren nicht mehr besucht hat. Eher lustlos verging die Zeit mit ICE´s, Hamsterbacken und ODEG-Triebwagen; der einzig lokbespannte RE 1 fährt bis auf wenige Ausnahmen mit "Ostlok". Ich wollte nach 90 Minuten schon gehen, da kreuzte völlig unerwartet dieser Lokzug auf! Es führt die 232 601, dahinter die 202 483, ein Steuerwagen, dann die 155 110 und hinten dran die Buna 204. Überführung einiger Fahrzeuge der WFL nach Schöneweide zum Dampflokfest. Null Vormeldung in den einschlägigen Gruppen, aber danach wussten einige, was das für eine Fuhre war...
Schon kurios, dass dieser extrem bekannte Fotopunkt an der Stadtbahn bislang erst mit einem einzigen Bild in der Galerie vertreten ist. Und selbst im Vergleich zu dem anderen Bild aus 2013 sieht man, wie sich die Bebauung verändert hat.
Ich nehme mal als "Baureihe" die Schlusslok. Nachschuss hin oder her - der Zug fährt auf dem vorderen Gleis, und ich fand` diese Zusammenstellung einfach kurios.

Datum: 10.06.2022 Ort: Berlin Jannowitzbrücke [info] Land: Berlin
BR: 228 (V180) Fahrzeugeinsteller: WFL
Kategorie: Bahn und Infrastruktur
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Bitte ein Bit
geschrieben von: Leon (1002) am: 12.06.22, 13:02
Im Rahmen eines Frühjahrsurlaubes im Badischen ging es am Pfingstsonntag für eine längere Tagestour in die Eifel. Ziel war der Abschnitt zwischen Gerolstein und Speicher, und wir wollten den ganz normalen Planbetrieb mit Trierer 215 einfangen - welche uns an dem Tag in allen drei damals vorhandenen Farbvarianten vor die Linse fuhren. Es dominierte das Ozeanblau-Beige, aber es waren an dem Tag auch noch zwei altrote Maschinen im Einsatz, welche jedoch nie perfekt im Licht kamen. Ansonten durften wir uns an die Latz-Version gewöhnen, welche heute nach über 30 Jahren wiederum einen Kult-Status genießt. Wie sich die Zeiten ändern..;-)
Hier stehen wir am Vormittag des 19.05.91 oberhalb des Bahnhofs von Bitburg-Erdorf und beobachten die Abfahrt des E 3608 auf seinem Weg von Köln nach Trier. Während auf dem Bahnsteig eine kleine Abschiedszeremonie statt findet, beobachten wir argwöhnisch am Himmel die opulente Bildung von Quellwolken, die uns für den Rest des Tages so maches Motiv versauen werden. Grund genug, hier zwei Jahre später während eines Sommerurlaubes in Daun erneut aufzukreuzen. Und nicht zuletzt haben auch die beiden Wagner-Bibeln vom Franckh-Verlag mit so manchem Motiv zur Nachfotografie herausgefordert..!;-)

Scan vom Fuji-100 Kleinbilddia; von einem Film, welcher ab dem Jahr 1991 bereits seinen Schwanengesang angestimmt hat.

Datum: 19.05.1991 Ort: Bitburg-Erdorf [info] Land: Rheinland-Pfalz
BR: 215,225 Fahrzeugeinsteller: Deutsche Bundesbahn
Kategorie: Bahn und Infrastruktur
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Damals in Bödigheim
geschrieben von: Leon (1002) am: 10.06.22, 20:58
Ja, die Sonne war schon ziemlich weit rum am Nachmittag des 25.05.90, als wir uns für den letzten 798 des Tages Richtung Miltenberg im Bahnhof von Bödigheim auf die Lauer gelegt haben. In erster Linie dient diese Aufnahme als Vergleich für dieses Bild [www.drehscheibe-online.de], aufgenommen am 26.03.22, über 30 Jahre später! Ich lade daher zur Detailstudie ein; Nachschuss hin oder her..;-) Man beachte auch den damals zeitgemäßen Ford Transit.
Das auf dem Vergleichsbild vom März ´22 erkennbare Schloss von Bödigheim war auch damals schon umsetzbar [www.drehscheibe-online.de] . Inwieweit da heute noch was geht, entzieht sich meiner Kenntnis.
Nach dem Bild ging es weiter, zum nächsten Motiv an die Einfahrt von Rippberg. Aber die Nummer ist bereits schon in der Galerie...;-)

Scan vom Fuji-100 Kleinbilddia

Datum: 25.05.1990 Ort: Bödigheim [info] Land: Baden-Württemberg
BR: 798 (alle Schienenbusse Bauart Bundesbahn) Fahrzeugeinsteller: Deutsche Bundesbahn
Kategorie: Bahn und Infrastruktur
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Unterhalb der Kasselburg
geschrieben von: Leon (1002) am: 11.06.22, 09:33
Von meinem Hoch(licht)sommerurlaub anno 1993 sind ja bereits einige Aufnahmen von der Eifelbahn in die Galerie gewandert. Damals konnte man vom Feriendomizil wahlweise ins Moseltal oder an die Eifelbahn aufbrechen. Somit entstand auch diese Aufnahme der 215 040, welche uns hier mit einem klassischen Eilzug von Köln nach Gerolstein unterhalb der Burgruine Kasselburg bei Pelm entgegen kommt.
Das Ziel der 215 mit ihrem E 3617 ist gleich erreicht; das rechte Gleis im Bild gehörte der Eifelquerbahn.

Den Begriff "Hochlicht" gab es damals noch nicht, die Auswirkungen schon. Ich hab´versucht, das Beste aus dem ebeso segensreichen wie verfluchten Velvia herauszuholen. Und das Motiv ist erst ein weiteres Mal in dieser Form [www.drehscheibe-online.de] in der Galerie vertreten, und das ist inzwischen auch schon fast 13 Jahre her.

Scan vom 6x6-Dia

Zuletzt bearbeitet am 11.06.22, 09:36

Datum: 29.06.1993 Ort: Pelm [info] Land: Rheinland-Pfalz
BR: 215,225 Fahrzeugeinsteller: Deutsche Bundesbahn
Kategorie: Bahn und Landschaft
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Irgendwo im Odenwald
geschrieben von: Leon (1002) am: 09.06.22, 17:46
Die Strafe verjährt nicht, wenn man Kleinbilddias über 30 Jahre unbeschriftet in ihren Kästen lässt und sich dann nur auf seine handschriftlichen Aufzeichnungen verlässt… So geschehen mit den Aufnahmen auf der Strecke Miltenberg-Seckach vom 25.05.90. Da steht dann „798 im Waldeinschnitt“. Tolle Nummer...! Ich habe dann die Dias anhand der Nummern auf dem schwarzen Streifen in eine gewisse Reihenfolge gebracht und konnte die meisten Bilder auf den Bahnhöfen den Aufzeichnungen auch zuordnen, auch mithilfe von Tante Gugel. Aber bei dieser Aufnahme habe ich mir die Karten gelegt: ein einsamer 798 in einem Waldeinschnitt mit Telegrafenmasten. Was tun? Tja, wozu gibt es die Galerie?! Und da taucht tatsächlich diese Aufnahme [www.drehscheibe-online.de] vom April 2016 auf, aufgenommen von einer Feldwegbrücke in einer Geraden, die der auf dem obigen Bild sehr ähnelt. Nur: wo waren all die Bäume hin..? Ein weiteres Galeriebild aus dieser Position [www.drehscheibe-online.de] gab dann anhand der Telegrafenleitungen, dem Bü, den Pfeiftafeln und den vorhandenen oder auch nicht vorhandenen Isolatoren die Gewissheit: das Bild von 1990 ist von der selben Feldwegbrücke aufgenommen wie bei der Aufnahme aus dem Jahr 2016. Also sehen wir einen 798 als N 7629 von Miltenberg nach Seckach hinter Walldürn bei Hainstadt, irgendwo im idyllischen Nichts des östlichen Odenwaldes.

Detektivischer Scan vom Fuji-100 Kleinbilddia


Datum: 25.05.1990 Ort: Hainstadt [info] Land: Baden-Württemberg
BR: 798 (alle Schienenbusse Bauart Bundesbahn) Fahrzeugeinsteller: Deutsche Bundesbahn
Kategorie: Zug schräg von vorn
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Damals in Rippberg
geschrieben von: Leon (1002) am: 08.06.22, 17:22
In der Galerie sind zwei sehr ansprechende Aufnahmen vom Bahnhof Rippberg vorhanden, gelegen an der Strecke von Miltenberg nach Seckach. Eine der Aufnahmen zeigt die historische Ansicht aus dem Jahr 1987, die andere eine etwas neuere Ansicht aus der Gegenrichtung, aber auch schon vom Juli 2007. Genau diese Ansicht [www.drehscheibe-online.de] stelle ich hiermit einer Aufnahme vom Mai 1990 gegenüber: damals waren auf der Madonnenlandbahn noch überwiegend Schienenbusse unterwegs, zusammen mit einigen lokbespannten Zügen mit der Baureihe 211.

Nachdem wir am 25.05.90 den 795 im Weschnitztal verarbeitet hatten, ging es rüber an die Strecke von Miltenberg nach Seckach, denn dort sollten die Schienenbusse auch nicht mehr lange im Einsatz sein. Nach diversen Fotos einer Silberling-Garnitur mit ozeanblau-beiger 211 sowie solo fahrenden 798 endete der Tag mit einer Aufnahme im durchgeschalteten Bahnhof von Rippberg – eigentlich dem bekanntesten Motiv der Strecke. Am östlichen Bahnhofsende befand sich eine Formsignalgruppe, und dahinter ein Kirchturm. Und es kam natürlich, wie es kommen musste: Quellis und Sonne wechselten sich ab, und zur Ankunft des bereits ab Bödigheim verfolgten 798 kam natürlich eine kleine Wolke und machte dem Kirchturm das Licht aus! Wir sind während des Haltes des Schienenbusses an das andere Ende des Bahnhofs gehetzt, in der Hoffnung, wenigstens nunmehr die Szenerie komplett in der Sonne einzufangen. Keine Zeit, irgendeine Leiter aufzubauen, und somit sehen wir aus der „gewöhnlichen“ Perspektive den 798, wie er den Bahnhof von Rippberg verlässt.
Rippberg heute: nur noch ein Gleis liegt dort. Signale, alte Bahnsteige und Lampen, Spannwerke - alles Geschichte. Und auch der 628 ist auf dieser Strecke inzwischen längst verschwunden.

Scan vom Fuji-100 Kleinbilddia


Datum: 25.05.1990 Ort: Rippberg [info] Land: Baden-Württemberg
BR: 798 (alle Schienenbusse Bauart Bundesbahn) Fahrzeugeinsteller: Deutsche Bundesbahn
Kategorie: Bahn und Infrastruktur
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Bundesbahn-Feeling im Weschnitztal
geschrieben von: Leon (1002) am: 07.06.22, 11:49
Soeben wurde ein Bild des 795 240 aus dem Weschnitztal in die Galerie aufgenommen. Anlässlich des BDEF-Verbandstages Ende Mai 1990 war u.a. der Museums-Vertreter der einmotorigen Schienenbusse zwischen Weinheim und Fürth/ Odenwald unterwegs. Nach der Aufnahme zwischen Birkenau und Reisen ging es hinterher nach Lörzenbach-Fahrenbach, wo wir den Triebwagen kurz vor seinem Endbahnhof erneut erwischt haben. Hier kommt er uns infolge der Vielzahl ungesicherter Bahnübergänge laut pfeifend entgegen und wird in wenigen Augenblicken den Bahnhof von Fürth/ Odenwald mit seinem sehenswerten Empfangsgebäude erreichen.
Der Schienenbus wurde nach seiner Ausmusterung im August 1979 im Jahr 1985 für das 150. Jubiläum der deutschen Eisenbahnen aufgearbeitet und war nach seiner fast zehnjährigen aktiven Zeit als Museumsfahrzeug lange Zeit im DB-Museum Koblenz ausgestellt, hat aber mittlerweile seinen Platz in der Außenstelle Lichtenfels gefunden.

Scan vom Fuji-100 Kleinbilddia.

P.S. der Fluch der Festbrennweite: Wolke durchsäbeln und somit unten mehr Platz? Zoom-Objektive waren damals im Kleinbildformat qualitativ leider unterirdisch...:-(

Zuletzt bearbeitet am 07.06.22, 11:50

Datum: 25.05.1990 Ort: Lörzenbach-Fahrenbach [info] Land: Hessen
BR: 798 (alle Schienenbusse Bauart Bundesbahn) Fahrzeugeinsteller: Deutsche Bundesbahn
Kategorie: Zug schräg von vorn
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Ein seltener Gast im Weschnitztal
geschrieben von: Leon (1002) am: 06.06.22, 17:31
Erinnerungen an den BDEF-Verbandstag 1990 in Heidelberg. Über das Himmelfahrtswochenende sah das Programm verschiedene Sonderfahrten in der Region Heidelberg vor: im Neckartal war die E 44 002 unterwegs, im Odenwald die 01 1066, und im Weschnitztal war der 795 240 im Einsatz. Grund genug, ein Treffen mit Hobbyfreunden aus dem Nordbadischen mit diesen Sonderfahrten zu verbinden.
Am 25.05.90 gab es eine Tour mit dem 795 240 von Weinheim nach Fürth und zurück. Der 795 gehörte damals dem DB Museum und befand sich in der Obhut der BSW-Gruppe Rhein-Neckar im Bw Mannheim. Für die Tour nach Fürth wurde zwischen Birkenau und Reisen Position bezogen, und wie sich die Vegetation seitdem geändert hat, kann man auf dieser inzwischen auch schon acht Jahre alten Aufnahme [www.drehscheibe-online.de] erkennen.
Nach dieser Aufnahme gab es ein weiteres Foto hinter Mörlenbach, bevor anschließend das fotografische "Gemetzel" im fotogenen Endbahnhof Fürth folgte.
Der Rest des Tages gehörte dem Planverkehr im Odenwald und Neckartal.

Scan vom Fuji-100 Kleinbilddia - und unten ist nicht mehr Platz...:-(

Datum: 25.05.1990 Ort: Reisen [info] Land: Baden-Württemberg
BR: 798 (alle Schienenbusse Bauart Bundesbahn) Fahrzeugeinsteller: Deutsche Bundesbahn
Kategorie: Bahn und Landschaft
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Bad Lauterberg mal anders herum
geschrieben von: Leon (1002) am: 03.06.22, 19:29
Der Bahnhof von Bad Lauterberg im Südharz war bereits desöfteren Thema in der Galerie, und somit durfte ein Besuch bei unserer Frühjahrstour anno 1989 nicht fehlen! Damals zweigte eine eingleisige Strecke in Scharzfeld nach Bad Lauterberg ab, welche bis zum Anfang der 90er Jahre auch im Güterverkehr betrieben wurde. Diese führte früher bis vor die Tore von St. Andreasberg, wurde aber später bis zum Bahnhof Odertal verkürzt, am Fuße der gleichnamigen Odertalsperre gelegen.
Schlussendlich endeten die Züge im Bahnhof von Bad Lauterberg mit seinem schmucken Fachwerk-Empfangsgebäude. Wir sehen am 30.04.89 den 515 512, wie er soeben als Leertriebwagen eingetroffen ist und für die Rückfahrt als E 6716 nach Northeim bereit steht. Im Hintergrund ist noch die Formsignal-gesicherte Einfahrt zu sehen. Der E 6716 wird sich auf der Rückfahrt ab Scharzfeld mit dem 515 513 vereinigen, welcher als E 6718 von Walkenried kommt.
Wer heute mit der Bahn nach Bad Lauterberg reist, muss in dem vor einigen Jahren im Ortsteil Barbis gelegenen Haltepunkt an der Strecke Richtung Walkenried/ Nordhausen aussteigen und von dort den Bus zum eigentlichen Kurort Bad Lauterberg nehmen. Die ehemalige Bahntrasse ist in Teilen durch eine neue Ortsumgehung überbaut.

Scan vom Fuji-100 Kleinbilddia


Datum: 30.04.1989 Ort: Bad Lauterberg [info] Land: Niedersachsen
BR: 515 Fahrzeugeinsteller: Deutsche Bundesbahn
Kategorie: Bahn und Infrastruktur
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Einmal umdrehen, bitte
geschrieben von: Leon (1002) am: 02.06.22, 21:44
So, wir nehmen mal diesen sehr ansprechenden Blick [www.drehscheibe-online.de] und drehen uns auf der Brücke einfach um: wir sehen hier den Streckenverlauf der Sollingstrecke Richtung Uslar. Der 515 512 ist soeben im Bahnhof von Volpriehausen als E 6915 von Bodenfelde nach Northeim abgefahren und rollt fast lautlos unter der Brücke hindurch. Der Bahnhof präsentiert sich in durchgeschalteter Form, und wir sehen weit im Hintergrund eine weitere interessante Steinbrücke, mit und von welcher ebenfalls recht brauchbare Fotos möglich waren.
Nach unserem Urlaub Ende April/ Anfang Mai 1989 ging es über den 20./21.05.89 gleich wieder in den Harz und den Solling, bevor am 27.05.89 das Finale statt finden sollte. Akkus im Harz und Solling - über 30 Jahre ist das schon wieder her...:-(

Scan vom Fuji-100 Kleinbilddia

Datum: 21.05.1989 Ort: Volpriehausen [info] Land: Niedersachsen
BR: 515 Fahrzeugeinsteller: Deutsche Bundesbahn
Kategorie: Bahn und Infrastruktur
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Abendliche Sollingstrecke bei Berwartshausen
geschrieben von: Leon (1002) am: 01.06.22, 13:12
Der Blick vom Damm der Autobahnbrücke bei Berwartshausen auf die Sollingstrecke lässt sich auch zu späterer Jahreszeit gut umsetzen: Während wir hier eine Aufnahme aus dem März 1984 sehen [www.drehscheibe-online.de], stehen wir am Abend des 03.05.89 auf der anderen Seite der Strecke und beobachten in der Rapsblüte ebenfalls einen solo fahrenden Akku, wie er als E 6740 von Bad Lauterberg nach Bodenfelde am Betrachter vorbeisurrt. Im Sumpf der untergehenden Sonne sehen wir im Hintergrund die Ausläufer der Ortschaft Northeim. Hier konnten die im Südharz eingesetzten Speichertriebwagen regelmäßig an ihre Ladestation andocken, bevor es wieder auf ihre fast lautlose Reise gen Solling oder Harz ging.

Scan vom Fuji-100 Kleinbilddia

Datum: 03.05.1989 Ort: Berwartshausen [info] Land: Niedersachsen
BR: 515 Fahrzeugeinsteller: Deutsche Bundesbahn
Kategorie: Bahn und Landschaft
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Der letzte rote Akku im Harz
geschrieben von: Leon (1002) am: 31.05.22, 18:30
Er war immer eine besondere Herausforderung – der letzte rote Akku des Bw Hildesheim! Einer recht großen Einsatzflotte an ozeanblau-beigen 515 stand seit Ende der 80er Jahre nur noch der 515 622 als letzter Vertreter der altroten Farbgebung gegenüber. Demzufolge war die Freude groß, dass uns dieses Exemplar am späten Mittag des 02.05.89 ebenso unerwartet wie erhofft in Herzberg über den Weg lief, nachdem er vorher tagelang im Bw Northeim herumstand. Wir sind diesem Triebwagen für den Rest des Tages „treu“ geblieben und haben uns an seine Fersen geheftet. Das Programm sah eine Tour von Herzberg über Seesen nach Derneburg und zurück bis Seesen vor. Nachdem zwei Motive in Osterode und Gittelde eher in flüchtiger „Verfolgermanier“ abgehakt wurden, ging es hinter Seesen etwas gründlicher vor. Fündig wurden wir am Einfahrsignal von Bornhausen, wo sich eine Kurve mit Telegrafenmasten und Ortskulisse als Motiv anbot. Das Thema „Seitenlicht“ spielte damals noch keine wirkliche Rolle; wir waren froh, das Fahrzeug zum Ende seiner Einsatzzeit in Hildesheim in einem ansprechenden Umfeld erwischen zu können. Und somit rollt hier dieses Gefährt am recht dunstigen Nachmittag des 02.05.89 an uns vorüber.
Natürlich ging die Verfolgung danach weiter, aber entweder verdarben Quellwolken das Bild, oder wir haben nicht die „richtigen“ Stellen gefunden. Lediglich bei der Einfahrt in Seesen gelang dann am Stellwerk am Bahnsteigende noch ein brauchbares Foto.
Bornhausen heute: während zwischen Derneburg und Bornum die Strecke noch im Güterverkehr befahren wird, ist das Gleis hinter Bornum bis Seesen abgebaut und in einigen Abschnitten selbst über Google Earth kaum auszumachen. Insbesondere in Bornhausen ist der Streckenverlauf nur noch in Fragmenten erahnbar.
Scan vom Fuji-100 Kleinbilddia

Datum: 02.05.1989 Ort: Bornhausen [info] Land: Niedersachsen
BR: 515 Fahrzeugeinsteller: Deutsche Bundesbahn
Kategorie: Bahn und Landschaft
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Damals in Uslar
geschrieben von: Leon (1002) am: 30.05.22, 12:22
Uslar heute: ein Bahnhofsgebäude, welches für kulturelle Zwecke genutzt wird und sich weiterhin noch gut gepflegt präsentiert. Zwei Gleise liegen hier noch, und auf dieser Aufnahme [www.drehscheibe-online.de] ist der Zustand des Jahres 2011 zu erkennen.
Uslar damals: auf unserem Harz- und Sollingurlaub anno 1989 waren wir mehrmals am Bahnhof Uslar, und während wir hier [www.drehscheibe-online.de] die vormittägliche Ansicht sehen, zeigt dieser Galerievorschlag die nachmittägliche Seite, aufgenommen nur zwei Tage nach der Version mit dem 515: kein Güterwagen stört die Bahnhofsansicht, und es erhält Einfahrt der E 6918 von Bad Lauterberg nach Altenbeken, bespannt mit der 216 166. Ein ABnb, ein Bnb, ein BDms und ein ABm - typischer kann ein Eilzug der Epoche IV nicht aussehen...;-)

Scan vom Fuji-100 Kleinbilddia

Zuletzt bearbeitet am 31.05.22, 12:29

Datum: 03.05.1989 Ort: Uslar [info] Land: Niedersachsen
BR: 216 Fahrzeugeinsteller: Deutsche Bundesbahn
Kategorie: Bahn und Infrastruktur
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Ein Dreibein in Scharzfeld
geschrieben von: Leon (1002) am: 29.05.22, 14:53
Es gibt Züge, welche man nur am Rande wahrnimmt - und oft zu unrecht, wie sich im nachhinein meist herausstellt. Hierzu gehörte die regelmäßige Übergabe von Herzberg nach Bad Lauterberg und zurück. Oft gesehen, fast nie fotografiert. Während der Bahnhof von Bad Lauterberg aus allen möglichen Himmelsrichtungen mit Akkus und Dieseltriebwagen verewigt wurde, störten dort häufig die Güterwagen, welche mitunter den optimalen Blick auf den Bahnhof verdarben. Daher war man eigentlich immer froh, wenn nicht irgendwelche Gbs im Bild herumstanden - anstatt mal einen Schwenk zum Güterverkehr zu machen, hatte man scheuklappenartig nur die Triebwagen im Blick. Und schwupps - waren die Verkehre beendet, die Strecke stillgelegt und mittlerweile abgebaut.
Ein einziges Bild ist in der Sammlung von dieser Übergabe vorhanden, und dies als absoluter Beifang: im Herbst 1990, ein knappes Jahr nach der Wende, galt die Aufmerksamkeit den nunmehr im Südharz eingesetzten Lokomotiven der DR-Baureihe 114 vor Reichsbahngarnituren; von den Babelsberger Dicken war zunächst noch keine Rede. Und während diese Aufnahme von Johannes [www.drehscheibe-online.de] die Hinleistung zeigt, kam mir am 18.10.90 im Bahnhof von Scharzfeld die Rückleistung von Bad Lauterberg entgegen; im Einsatz die 365 839. Dies nur wenige Minuten vor einem Eilzug aus Nordhausen, den eine Reichsbahn-114 am Haken hatte. Nach der Aufnahme der V 60 dann der Gedanke: ja, da war noch was...;-) Und heute? Einsätze von Dreibeinen im Streckendienst haben Seltenheitswert...

Scan vom Fuji-100 Kleinbilddia, weniger gelb

Zuletzt bearbeitet am 29.05.22, 14:55

Datum: 18.10.1990 Ort: Scharzfeld [info] Land: Niedersachsen
BR: 360-365 (alle V60-West) Fahrzeugeinsteller: Deutsche Bundesbahn
Kategorie: Zug schräg von vorn
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Doppeltraktion in Epoche VI
geschrieben von: Leon (1002) am: 26.05.22, 20:14
Johannes hat mit dieser Aufnahme [www.drehscheibe-online.de] auf den seinerzeit noch sehr umfangreichen Güterverkehr auf der Strecke von Northeim über Herzberg nach Ellrich hingewiesen. Wie bereits berichtet, liefen auf Grund der Osterhagener Rampe die Güterzüge recht häufig in Doppeltraktion. Zu Dieselzeiten kam anfangs die Baureihe 218 zum Einsatz, später in der Regel die 216, bei Last mit 216 plus 212 - oder auch mit 2 x 212. Nach der Wende gab es zum späten Mittag einen Güterzug von Göttingen, welcher planmäßig mit zwei Babelsberger Dicken bespannt wurde. Der Güterverkehr wurde jedoch seit der Sanierung der Strecke über Arenshausen/ Eichenberg sehr schnell bedeutungslos, und heute gibt es auf dieser Strecke neben gelegentlichen Leer-Holzzügen nach Herzberg planmäßig nur noch samstags und mittwochs einen Dolomitzug von Scharzfeld nach Bitterfeld. Dieser Zug wurde anfangs mit ex-Reichsbahn-V 100 der Regionalbahn Bitterfeld bespannt, später durch die ITL, bevor Captrain diese Leistung übernommen hat. Captrain setzt vor dem Zug wahlweise zwei G1206 oder eine Diesel-Traxx ein.
Am 14.04.20 war der Zug arg verspätet, und die Aufnahme entstand eher aus Zufall. Ich kam am Bahnhof von Scharzfeld vorbei und sah den Zug dort abfahrbereit stehen. Kurzer Plausch mit dem Stellwerker, und der Fotostandort war abgenickt. Der Himmel Richtung Walkenried war vielversprechend, und bei Bad Sachsa befand sich seinerzeit eine Baustelle mit eingleisigem Betrieb. So entstand die hastige Idee, den Zug zu verfolgen. Leider erwies sich die Idee zwar als im Nachhinein erfolgreich - aber wurde böse bezahlt: kopflos, wie man war, hastete man nach dem letzten Wagen wieder über die Gleise - und denkt nicht an die im Gras versteckten Drähte des Einfahrsignals aus östlicher Richtung...! Natürlich wurde eine "Sonne geschossen", und die Knipse landete mit mehreren Blessuren auf einer Schotterfläche - aber sie funktionierte noch! Dass ich mir das Knie aufgeschlagen habe und die Jeans im Ar...war - geschenkt! In Walkenried war der Zug eingeholt, der Sonnengott war gnädig, das Bild im Sack...! Opfer müssen gebracht werden..! :-)

Zum Bild: o.k., sehr seitliche Sonne, die aber die Szene recht plastisch erscheinen lässt. Ich lade zum Vergleich mit der Aufnahme von Johannes ein!
Neben dem Stellwerk wurde vor einigen Jahren ein fieser Funkmast errichtet, der die Szene ziemlich versaut. Aber wir leben ja im digitalen Zeitalter...:-)



Datum: 14.04.2020 Ort: Scharzfeld [info] Land: Niedersachsen
BR: 271,277 (alle Vossloh-Mittelführerstandsloks) Fahrzeugeinsteller: Captrain
Kategorie: Bahn und Infrastruktur
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V100-Doppel in Herzberg
geschrieben von: Leon (1002) am: 27.05.22, 10:16
Bleiben wir noch einen Moment beim Güterverkehr im Südharz - einst und jetzt. Es gibt Motive, welche nicht oft genug gezeigt werden könen..;-) Hierzu zählt die Ausfahrt aus Herzberg, mit dem Harz im Hintergrund. Die Galerie enthält mit dieser Aufnahme [www.drehscheibe-online.de] bereits eine sehr ansprechende Version dieses Motives mit einem Güterzug, und nur 18 Tage vorher entstand im Rahmen unserer Harz-Tour am 01.05.89 von der gleichen Stelle die Aufnahme des Doppels aus den Göttinger 212 025 und 212 010 vor dem Güterzug 63351 Richtung Northeim. Interessant, wie sehr sich die Vegetation binnen 18 Tagen geändert hat! Und ich lade zur Detailstudie des Güterzuges ein.
Kurz zur Entstehungsgeschichte: wir hatten diesen Güterzug anfangs gar nicht auf dem Schirm, weil sich bereits einige Stunden vorher ein Güterzug mit den selben Lokomotiven in Herzberg auf den Weg in westliche Richtung gemacht hat. Wir trudelten nach einer mittäglichen Foto-Session in Walkenried in Herzberg ein und sahen den Zug zur Ausfahrt bereit stehen. Auf die Frage, wann es denn losgeht, kam die Antwort: in wenigen Augenblicken. Und los ging der Sprint zum Auto, anschließend die Hetztour den Feldweg parallel zur Strecke, Vollbremsung, den Hang zur Brücke hoch und hinter dem Geländer parallel zur Straße zum Standpunkt gewetzt. Die beiden 212 waren da schon am Dröhnen; wieder eines dieser "just-in-time-Bilder". Noch heute erzählen wir uns von dieser Aktion, zumal Bilder von 212 vor Güterzügen in meinem Diabestand recht überschaubar sind...nach dem Motto: "weißt du noch, damals in Herzberg...?" :-)

Der Blick heute: kaum wahrnehmbar liegen zwei Gleise in einem engen, baumbegrenzten Einschnitt.

Scan vom Fuji-100 Kleinbilddia

Datum: 01.05.1989 Ort: Herzberg [info] Land: Niedersachsen
BR: 211,212,214 (alle V100-West-Baureihen) Fahrzeugeinsteller: Deutsche Bundesbahn
Kategorie: Bahn und Landschaft
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Selbstverpflegung am Stellwerk Wo
geschrieben von: Leon (1002) am: 24.05.22, 11:36
Idyllische Bundesbahnzeit! Der Endpunkt der KBS 245 Northeim-Walkenried. Nur Güterzüge fuhren über die Grenze nach Ellrich, um ihre Fracht einer volkseigenen Diesellok anzuvertrauen. Legendär das "Elefantentor", welches sich nur kurz vor der Ankunft eines Zuges aus Richtung Walkenried öffnete. Für den Reisezugverkehr war in Walkenried Schluss, und der vor kurzem von Johannes gezeigte Bahnübergang wurde nur von den Güterzügen oder aber beim Richtungswechsel eines lokbespannten Reisezuges passiert. Das Stellwerk Wo war in seinem Baustil typisch für die Strecke im Südharz; heute finden sich an dieser Strecke nur noch in Scharzfeld und Niedersachswerfen Stellwerke in der gleichen oder ähnlichen Bauform. Die Stellwerke von Katlenburg und Osterhagen - längst Geschichte, wie auch das idyllische Stellwerk Wo in Walkenried mit seinem Gemüsebeet davor - und nicht zu vergessen das weitere Stellwerk in Walkenried an der Westausfahrt.
Am 17.06.88 ist die 216 069 mit ihrem Eilzug in Walkenried angekommen und setzt soeben um. Wenig später geht es in westliche Richtung wieder gen Northeim.

Scan vom Fuji-100 Kleinbilddia

Datum: 17.06.1988 Ort: Walkenried [info] Land: Niedersachsen
BR: 216 Fahrzeugeinsteller: Deutsche Bundesbahn
Kategorie: Bahn und Infrastruktur
Top 3 der Woche: 6 Punkte

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Der Blick auf Bad Sachsa
geschrieben von: Leon (1002) am: 23.05.22, 22:48
Bleiben wir noch einen Moment in dem heilklimatischen Kurort Bad Sachsa im Südharz. In den 70er und 80er Jahren überrollt von Berlinern, welche sich dort wie in vielen anderen grenznahen Regionen eine Ferienwohnung zugelegt haben - ein Phänomen, welches damals häufig in der Lüneburger Heide, im Harz oder im Fichtelgebirge zu beobachten war. Beliebte Regionen kurz hinter der "Zonengrenze". Heute ist die Generation der damaligen Wohnungskäufer leider meist nicht mehr leibhaftig, die Wohnungen wurden hin und wieder der nachfolgenden Generation vermacht oder anderweitig verkauft. Seit der Wende sind die Immobilienpreise heftig gefallen; einige Regionen verkamen vom damals geförderten "Zonenrandgebiet" zum Gesäß der Welt. Die Zahl der Geschäftsaufgaben nahm beängstigende Ausmaße an, und auch der Ort Bad Sachsa leidet unter dem zunehmenden Touristenschwund. Mittlerweile bemüht man sich überall im Harz durch neue attraktive Angebote, wobei Orte wie Wernigerode eine enorme Strahlkraft haben, andere wie z.B. Braunlage hoffnungslos hinten runterfallen, trotz der immer wieder beeindruckenden Seilbahn auf den Wurmberg.
Nun, diesen Berg sehen wir vom Sachsenstein nicht, sondern wir blicken auf das Ortsbild von Bad Sachsa und den dahinterliegenden Ravensberg. Noch immer regiert die Baureihe 216 vor den mittlerweile mintfarbenen Wagengarnituren, mit einem bemerkenswerten Intermezzo der Baureihe V180/118/228 von 1993 bis 1995! Die Babelsberger Dicken waren auch der Grund für die Fototour am 03.05.95, aber hier sehen wir die 216 176 mit ihrem E 3683, wie sie in wenigen Augenblicken die Senkstelle am Sachsenstein passieren wird und ihr Tempo merklich drosselt.
Der Bahndamm ist mittlerweile restlos zugewachsen, und von der Baureihenvielfalt des Jahres 1995 -geschweige denn früherer Jahre- ist nichts mehr übrig. Die Baureihe 648 besorgt den Gesamtverkehr, und Auflockerung bieten nur die wenigen Güterzüge zum Dolomitwerk Scharzfeld.

Scan vom Fuji Velvia 6x6-Dia

Datum: 03.05.1995 Ort: Bad Sachsa [info] Land: Niedersachsen
BR: 216 Fahrzeugeinsteller: DB
Kategorie: Bahn und Landschaft
Top 3 der Woche: 2 Punkte
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