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Galerie von Julian en voyage, nach Einstelldatum sortiert » zur erweiterten Suche
 
Et le combat cessa, faute de... financement
geschrieben von: Julian en voyage (263) am: 25.12.18, 17:18
Nach Jahren der Unklarheit und immer wieder aufkochenden Stilllegungsgerüchten herrscht nun seit Beginn der Weihnachtsferien 2018 Gewissheit: Der Bahnverkehr auf der Strecke Saint-Dié - Épinal im Département Vosges ist eingestellt! Überpünktlich zur Bescherung werden die Anwohner der Strecke mit einem neuen Busangebot "beglückt", dessen Attraktivität - man hat die Wahl zwischen deutlich längerer Fahrzeit unter Bedienung aller Verkehrshalte der einstigen TER-Züge oder einem Direktbus ohne jeglichen Halt zwischen Saint-Dié und Épinal bei gleichbleibender Fahrzeit - zumindest in hohem Maße fraglich ist... Eine der Krawatte oder dem Paar Socken unter dem Weihnachtsbaum ähnlichen Erfolgsgeschichte steht nun nichts mehr entgegen!

Dabei hatte sich bis zum Ende durchaus reger Widerstand gegen eine Stilllegung formiert, der leider angesichts der über Jahre verschleppten Instandhaltungsarbeiten und der daraus resultierenden, angelaufenen Sanierungskosten zu spät kam... Offiziell ist der Eisenbahnverkehr auf der Strecke nur "suspendu", also vorübergehend ausgesetzt. Aber eine etwaige Wiedereröffnung steht derzeit völlig in den Sternen. Man darf gespannt sein, wie es weitergeht. Fahrgastpotential dürfte, anders als bei mancher Strecke im Massif Central, zwischen Épinal (ca. 30.000 Einwohner) und Saint-Dié (ca. 20.000 Ew.) durchaus vorhanden sein, einen attraktiven Fahrplan vorausgesetzt.

Am 16. Oktober 2016 schwebte das Damoklesschwert der Stilllegung zwar bereits über der Strecke, doch noch waren auch Sonderfahrten mit historischen Fahrzeugen möglich, was der Verein Autorails de Bourgogne-Franche-Comté aus Dijon zu einer schienengebundenen Bereisung nutzte. Dank der relativ zur Rheinebene recht hohen Lage war hier auch der andernorts teils zähe Hochnebel kein Problem. :)

Das Ensemble aus Bahnwärterhaus, Brücke und Kirchturm im kleinen Örtchen Deycimont stand schon lange auf meiner To-do-Liste, seitdem das Motiv im Frühjahr 2013 nur bei "Hochlicht" und obendrein mit einer ziemlich versifften, von Graffiti überzogenen "Caravelle" geklappt hatte... Um 15:35 Uhr brummt der "Picasso" X 4039 als Train spécial 20010/1 (Saint-Dié - Lure) durch die enge Kurve.

Datum: 16.10.2016 Ort: Deycimont [info] Land: Europa: Frankreich
BR: FR-X 3800 Fahrzeugeinsteller: Autorails de Bourgogne Franche-Comté (ABFC)
Kategorie: Zug schräg von vorn
Top 3 der Woche: 11 Punkte

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De l'Allemagne à l'Espagne
geschrieben von: Julian en voyage (263) am: 22.12.18, 13:25
Eine ganze Reihe von Güterzügen der Relation Deutschland - Spanien (reimt sich leider nicht annähernd so schön aufeinander wie im Französischen...;)) passiert Frankreich als Transitland. Von den deutsch-französischen Grenzbahnhöfen aus steuern die Verkehre, die vornehmlich der Automobillogistik oder dem Containertransport dienen, die Spurwechselbahnhöfe Hendaye/Irùn einerseits sowie Cerbère/Portbou andererseits an. Seit ein paar Jahren kommen in geringem Umfang Züge über die LGV/LAV Perpignan – Figueres hinzu.

Einer der Züge über den östlichsten, direkt an der Mittelmeerküste gelegenen Grenzübergang war der KLV-Zug 41259 ([Köln Eifeltor -] Apach - Portbou), dessen Container schon über 1200 Kilometer, davon rund 1000 auf französischem Boden, zurückgelegt hatten, als ich ihn am 6. März 2014 mit einer Prima der Reihe BB 27000 an der Spitze kurz vor Cerbère im äußersten Zipfel des Hexagons abpasste. Ab Portbou wird es für die Fracht weiter nach Granollers bei Barcelona und zum Mittelmeerhafen Tarragona gehen.

Auf seiner langen Reise erlebte der Zug dabei auch einen Wechsel der Jahreszeiten. Während zu Hause in Deutschland der Frühling noch überhaupt nicht in Fahrt gekommen war, zeigte sich die Natur an der Côte Vermeille bereits deutlich freundlicher, trotz des recht unangenehmen Windes, der mir von diesem Tag noch in Erinnerung geblieben ist...

Datum: 06.03.2014 Ort: Cerbère [info] Land: Europa: Frankreich
BR: FR-BB 27000 Fahrzeugeinsteller: SNCF
Kategorie: Zug schräg von vorn
Top 3 der Woche: 5 Punkte

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Kanarienvogel
geschrieben von: Julian en voyage (263) am: 04.11.18, 18:08
Bunt wie ein Kanarienvogel zeigen sich die Z2-Triebwagen der (ehemaligen) Région Bourgogne mit ihren roten und gelben Fronten sowie den gleichfarbigen Türen. Damit stechen sie heute nach einer Umbeheimatung in die Région (Auvergne-)Rhône-Alpes zum 11. Dezember 2011 aus der Masse der TER-Fahrzeuge heraus, die ansonsten den Regionalverkehr zwischen Rhône und Alpen erbringen. Den geneigten Fotografen freut's!

In passenden Farbtönen erstrahlten am 12. Oktober 2017 auch die Bäume entlang des Ufers des Lac du Bourget, wo die TER-Kurzpendel von Chambéry nach Culoz und Ambérieu lange Jahre eine sichere Domäne der Triebwagen-Klassiker aus den 80ern waren. Kurz bevor die Sonne am Ende eines erfolgreichen Foto-Nachmittags hinter den Bergen auf der Westseite des Sees verschwand, rauschte Z 9518 als TER 883630 (Chambéry - Ambérieu) vorbei.

Vorangegangen war - sehr zur Belustigung der ebenfalls anwesenden Angler - eine kurzzeitige "Evakuierung" der hellblauen Mülltüte, die ansonsten munter im Vordergrund an der zugehörigen Aufhängung geflattert hätte. Nach dem Foto habe ich sie wieder ordnungsgemäß drapiert. ;)

PS für "Feinde" von Nachschüssen: Den habe ich in diesem Fall bewusst gewählt, da der Triebwagen auf dem vorderen der beiden Gleise insgesamt einfach am stimmigsten in die Lücke passt. Außerdem - dies als genereller Hinweis für Fotografen, die sich einmal an diesem Streckenabschnitt austoben wollen - ist eine Uferstraße ohne je nach Perspektive störende Autos leider nicht selbstverständlich!

Datum: 12.10.2017 Ort: La Challière [info] Land: Europa: Frankreich
BR: FR-Z 9500 Fahrzeugeinsteller: SNCF
Kategorie: ungewöhnliche Perspektiven
Top 3 der Woche: 8 Punkte

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Une scène banale?
geschrieben von: Julian en voyage (263) am: 30.10.18, 14:22
Eine von Telegrafenmasten gesäumte eingleisige Nebenbahn in flacher bis leicht hügeliger Landschaft, ein schlichtes Bahnwärterhaus mit dem typischen Vorbau vor der Eingangstür, der bei schlechtem Wetter trocken hält, und ein über die Schienenstöße vorbei ratternder Nahverkehrszug. Eine banale Szene? Über Jahrzehnte hinweg sicherlich!

Dennoch ist das Foto, das ich am 5. Oktober 2016 nahe des Örtchens Quers (Haute-Saône) aufnehmen konnte, zwei Jahre später bereits unwiederholbar. Zwar passieren täglich nach wie vor eine Hand voll Züge - im Bild X 73765 als TER 894609 (Épinal - Belfort) - das ehemalige Wärterhaus, doch sind vor einigen Monaten in einer eher unerwarteten Nacht-und-Nebel-Aktion, so fühlte es sich jedenfalls für Außenstehende an, die Telegrafenmasten samt Leitung gefallen...

Ein Besuch an der Strecke Lure - Épinal, die seit jeher ein bisschen im Schatten der benachbarten "Ligne 4" lag, lohnt sich m. E. allerdings immer noch. Denn etwas weiter nördlich tauchen die Gleise in die hübsche Mittelgebirgslandschaft der Vogesen ein und die Motive warten darauf, entdeckt zu werden. Vielleicht nach dem Ende der CC 72100er umso eher? ;) Eine immer wieder diskutierte Stilllegung scheint glücklicherweise vorerst abgewendet.

Datum: 05.10.2016 Ort: Quers [info] Land: Europa: Frankreich
BR: FR-X 73500 Fahrzeugeinsteller: SNCF
Kategorie: Zug schräg von vorn
Top 3 der Woche: 3 Punkte

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Coup de chance
geschrieben von: Julian en voyage (263) am: 26.10.18, 23:44
Noch zwanzig Minuten vor der Aufnahme steckte ich mitten im Berufsverkehr der nahen Großstadt Rouen und hatte mit einem Foto des nächsten westwärts fahrenden Intercités gedanklich bereits abgeschlossen. Doch irgendwie fügten sich die Umstände am 9. Oktober 2018 derart glücklich, dass ich doch noch rechtzeitig vor der Zugdurchfahrt den am Berghang gelegenen Friedhof von Barentin erreichte, der eine der wenigen Aussichten auf das Ziegelstein-Viadukt bietet, welches weite Teile der 12.000-Einwohner-Gemeinde im Département Seine-Maritime überspannt. Kaum hatte ich eine fotogen arrangierte Grabreihe aufgetan (man will ja auch nicht im gestreckten Galopp über diesen Andachtsort rennen...), tauchte INT 3117 (Paris Saint Lazare - Le Havre) schon am Ende der Kurve auf. Haarscharf geklappt!

Als wäre dieses Timing nicht schon Glück genug gewesen, realisierte ich, als das Foto im Kasten war, erst so richtig die exklusive Bespannung des Zuges: Eine BB 15000 in der originalen Arzens-Livrée! Während diese Loks auf der zweiten, weiter südlich gelegenen Normandie-Hauptachse nach Caen regelmäßige Gäste sind (vgl. [www.drehscheibe-online.de] ), stellen sie in Richtung Rouen und Le Havre aufgrund der fehlenden Wendezugsteuerung die absolute Ausnahme dar. In der Regel dominieren BB 15000 im Multiservice-Farbschema vor Wendezuggarnituren das Bild des Fernverkehrs auf der Strecke, ergänzt durch Doppelstocktriebwagen der Reihe Z 26500.

Einmal von der Bahn abgesehen, illustriert das Bild auch die Bestattungs- und Andenkenkultur unserer westlichen Nachbarn, die doch ganz anders ist, als die deutsche. Kaum Bewuchs auf dem Friedhof, keine echten Blumen, dafür viel Stein, Skulpturen und kleine, von Familienmitgliedern, Freunden oder Kollegen gestiftete Gedenktafeln. Auch haben die Gräber eine andere Form als die unsrigen. Es sind Steinsarkophage, oft für mehrere Familienmitglieder, die sie sich meistens entlang der Kiespfade aufreihen, wie Perlen an einer Schnur. Parkähnliche Anlagen wie in Deutschland findet man nur selten.

Datum: 09.10.2018 Ort: Barentin [info] Land: Europa: Frankreich
BR: FR-BB 15000 Fahrzeugeinsteller: SNCF
Kategorie: ungewöhnliche Perspektiven
Top 3 der Woche: 12 Punkte

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Le crépuscule d'un mythe
geschrieben von: Julian en voyage (263) am: 11.10.18, 19:53
Dinge kommen, Dinge gehen. In besonderem Maße gilt das auch für die Wege der menschlichen Kommunikation. Nur noch ein Anachronismus sind da die Telegrafendrähte, die manch eine Eisenbahnstrecke säumen... Entsprechend immer rarer werden sie im 21. Jahrhundert.

Bald werden die Masten auch entlang der "Ligne 4" fallen, wo sie seit jeher als gern genommene Staffage für Fotos vom Zugverkehr auf der Dieselmagistrale dienten.

Zwischen der Bifurcation Chaudenay und Rougeux fehlt bereits seit einiger Zeit der Draht. Nur die Masten sind vorerst verblieben... Der Abschnitt (Belfort -) Bas-Évette - Lure soll angeblich schon Ende 2018 auf Erdkabel umgestellt werden. 2019 soll Lure - Vesoul folgen, 2020 schließlich der Abschnitt zwischen Vesoul und der Grenze der Région Bourgogne-Franche Comté bei Laferté-sur-Amance.

Passend zu diesem nahenden Abschied zeigen die Schlusslichter "rot", als X 73612 am 20. September 2018 als TER 894409 (Vesoul - Belfort) bei Saulx entschwindet...

Datum: 20.09.2018 Ort: Saulx [info] Land: Europa: Frankreich
BR: FR-X 73500 Fahrzeugeinsteller: SNCF
Kategorie: Stimmungen mit Zug
Top 3 der Woche: 9 Punkte

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Dieselspektakel 2.0
geschrieben von: Julian en voyage (263) am: 07.10.18, 14:34
Leicht wehmütig war man als Fan des klassischen Dieselbetriebs nach dem Ende der schweren Sechsachser der Reihe CC 72100 auf der "Ligne 4" Paris - Belfort im letzten Frühjahr zurück geblieben. Denn auch wenn deren Nachfolger im Intercités-Verkehr, die Bimode-Triebwagen der Reihe B 85000, optisch durchaus gefällig sind, schien ohne das vertraute, mitunter schon Minuten vor der Zugdurchfahrt in der Ferne hörbare Diesel-Wummern entlang der bis heute von Telegrafenmasten gesäumten Magistrale einfach irgendetwas fehlen...

Auch ich brauchte eine Weile, bis ich mich diesen Herbst nach längerer "Abstinenz" wieder so richtig für die "Ligne 4" begeistern konnte. Maßgeblich dazu bei trug der ein- bis zweimal wöchentlich verkehrende Sand-Ganzzug von Oulchy-Breny nach Bantzenheim, für dessen Traktion eine Lok des Typs EURO 4000 von Vossloh zuständig ist. Trotz aller Unterschiede - immerhin liegen vier Jahrzehnte zwischen der Konstruktion beider Loktypen - haben sie doch ein paar Gemeinsamkeiten mit den ausgeschiedenen "Nez cassé"-Klassikern der SNCF: Sechs Achsen, über 2000 kW (die EURO 4000 sogar weit über 3000 kW...) Dauerleistung sowie ein stattliches Gewicht jenseits der hundert Tonnen... Und auch optisch hat die EURO 4000 ebenso das Zeug zum "Charakterkopf" wie die CC 72000, wenngleich ihre runde Formensprache natürlich eine ganz andere ist, als Paul Arzens' kantiges Design der 60er-Jahre.

Am bereits sehr herbstlichen Morgen des 16. September 2018 postierte ich mich also für den neuen, jedenfalls von mir zum solchen erhobenen "Starzug" auf einer Feldweg-Überführung unweit von Saulx. Kaum waren die Schatten um viertel nach acht weit genug aus dem Einschnitt zurück gewichen, kündigte sich in der Ferne auch schon die schwer arbeitende Maschine akustisch an! Dass die "Ligne 4" zwischen Vesoul und dem Tunnel von Genevreuille kontinuierlich bergauf führt, macht sich hier gerade für Güterzüge bemerkbar...

Wenig später tauchte die von Europorte an VFLI vermietete €4038, derzeitige Stammlok des Zuges, dann auch tatsächlich im gemächlichen Tempo im Sucher auf, den wie sonntags üblich deutlich verfrühten 60905 (Oulchy-Breny - Bantzenheim) am Haken.

PS: Merci à Vincent, Pascal et Stéphane pour les précieuses infos! :)

Datum: 16.09.2018 Ort: Saulx [info] Land: Europa: Frankreich
BR: FR-EURO 4000 Fahrzeugeinsteller: Europorte
Kategorie: Zug schräg von vorn
Top 3 der Woche: 8 Punkte

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Das Loch im Kalk
geschrieben von: Julian en voyage (263) am: 02.10.18, 19:19
Löcher gibt es viele im porösen Kalkgestein des Französischen Juras. Durch manche von ihnen verschwinden ganze Flüsse in der Tiefe, um erst viele Kilometer entfernt unter anderem Namen wieder an die Oberfläche zu treten, doch aus kaum einem von ihnen kommt auch ein Zug geschossen! ;)

Genau dies ist aber unweit des Weilers Colombière, am sogenannten Défilé du Coin de la Roche, der Fall, wo der Doubs über die Jahrtausende einen schluchtartigen, beidseits von markanten Kalkfelswänden flankierten Talabschnitt schuf. Das "Loch" selbst ist allerdings ohne Zweifel erst im Zuge des Baus der Bahnstrecke Besançon - Le Locle im ausgehenden 19. Jahrhundert von Menschenhand in den Fels getrieben worden und nennt sich offiziell Tunnel de Rémonot. Ein gemauertes Portal o. ä. hielt man dabei wohl nicht für nötig, sodass der Tunnelmund rustikaler Bauart sich auf interessante Weise von vielen anderen Kunstbauten abhebt...

Am späten Nachmittag des 3. August 2018 hatte ein deutsch-schweizerisches Fotografen-Trio seine ausgedehnte Mittagspause auf einer Wiese am Flussufer beendet, den ersten erwartbaren "Wolkenschaden" des Tages bereits beklagen müssen und harrte nun in der schwülwarmen Luft oberhalb des "Lochs" der Dinge, die da kommen sollten. Während im Hintergrund eine der mittlerweile zahllosen Quellwolken schon wieder ihren Schatten auf den Berghang warf, ertönte im Dunkel des Tunnels das erlösende Pfeifen des "Baleines" X 73753, der wenig später als TER 96424 (La Chaux-de-Fonds - Besançon) über die 25‰-Steigung dem Scheitelpunkt der Strecke entgegen brummte.

Zuletzt bearbeitet am 02.10.18, 23:12

Datum: 03.08.2018 Ort: Colombière [info] Land: Europa: Frankreich
BR: FR-X 73500 Fahrzeugeinsteller: SNCF
Kategorie: Zug schräg von vorn
Top 3 der Woche: 2 Punkte

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Un chapitre se termine
geschrieben von: Julian en voyage (263) am: 26.09.18, 18:17
Im September 2017 verbrachte ich eineinhalb Wochen an der bretonischen Kanalküste in der Nähe von Paimpol. Eine willkommene Gelegenheit für meine Prämierenfahrt auf der LGV Bretagne-Pays de la Loire, die Anfang Juli 2017 zusammen mit der Schnellfahrstrecke nach Bordeaux (LGV Sud Europe Atlantique) eröffnet wurde. Weniger als eineinhalb Stunden für die gut 350 Kilometer zwischen der Pariser Gare Montparnasse und Rennes bzw. für mich derer zweieinhalb bis Guingamp sind schon unschlagbar! Da kommt kein Auto mit – Und sogar für einen (überteuerten) Café in Paris ist noch Zeit. ;)

Obwohl der Aufenthalt keine reine Foto-Tour war, hatte ich das ein oder andere Mal Gelegenheit, mich am Schienenstrang auszutoben.

Zu allen Tageszeiten herrliche Ausblicke auf die Bahn bietet das Château von La Roche-Maurice an der Hauptstrecke Rennes – Brest. Und auch sonst ist die Ruine der Comtes de Léon ebenso einen Besuch wert, wie der angrenzende Enclos paroissial des kleinen Örtchens.

Am 22. September 2017 lag bereits eine leicht herbstliche Stimmung über dem Finistère, als TGV 8610 (Brest - Paris Montparnasse) im morgendlichen Streiflicht gen Capitale rauschte. Die westfranzösischen Magistralen sind, trotz der ersten auftauchenden Duplex-TGV, noch eine Domäne der Atlantique-Garnituren, deren Stern unaufhaltbar am Sinken ist. Von einst 105 an die SNCF gelieferten Triebzügen sind mit Stand September 2018 nur noch 64 Einheiten in Betrieb. Ein weiteres Kapitel vertrauter Eisenbahn (häufig brachte mich in den letzten Jahren ein TGV Atlantique in den Sommerurlaub), das sich langsam zu schließen beginnt…

Datum: 22.09.2017 Ort: La Roche-Maurice [info] Land: Europa: Frankreich
BR: FR-TGV Atlantique Fahrzeugeinsteller: SNCF
Kategorie: Stimmungen mit Zug
Top 3 der Woche: 15 Punkte

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Thello désheuré
geschrieben von: Julian en voyage (263) am: 23.09.18, 16:26
Das mittlerweile unter der Ägide von Thello, einer Tochtergesellschaft der italienischen Trenitalia, stehende Nachtzugpaar Paris - Venedig hält bis heute die Fahne der (lokbespannten) internationalen Fernzüge durch den französischen Jura hoch. Noch zu Beginn der Achtzigerjahre passierten den Grenzübergang Vallorbe (F/CH) mehrere transeuropäische Zugläufe mit klangvollen Namen wie "Simplon-Express" (Paris - Belgrad), "Lombardie-Express" (Paris - Venedig), "Jean-Jacques Rousseau" (Paris - Genf) oder "Parthénon" (Paris - Brindisi), nicht zu vergessen den prestigeträchtigen TEE "Cisalpin" (Paris - Mailand), seit 1974 aus "Mistral 69"-Wagen gebildet und mit einer CC 21000 bespannt!

Mit der Aufnahme des TGV-Verkehrs zwischen Paris und Lausanne am 22. Januar 1984 änderte sich das Zugangebot - zunächst tagsüber - schließlich drastisch. Durch die Ausdünnung des Nachtreiseverkehrs auf der Schiene in den nachfolgenden Jahren und Jahrzehnten bildete sich kontinuierlich der heutige Status quo heraus. Und auch dessen Ende scheint in greifbarer Nähe zu liegen, ist doch eine Verlagerung des Thello-Nachtzuges auf den Grenzübergang Modane ab Dezember 2018 im Gespräch. Affaire à suivre!

Im Fahrplanjahr 2018 befährt der Zug allerdings noch den gewohnten Laufweg via Simplon, Lausanne und Vallorbe, wobei er planmäßig selbst an den längsten Tagen des Jahres zu wenig fotofreundlichen Zeiten im Jura unterwegs ist. Bei einem Nachtzug verwundert das natürlich nur bedingt...;) Im Sommer baute der Zug in Italien und der Schweiz, zum Leidwesen der Fahrgäste, zum ungeahnten Glück der Fotografen, aber häufig derart viel Verspätung auf, dass er Vallorbe erst nach sieben Uhr gen Paris verließ.

Einer jener Tage war der fotografisch überaus erfolgreiche 3. August 2018, an dem Basti und ich den rund zwei Stunden verspäteten EN 220 (Venezia Santa Lucia - Paris Lyon) auf dem Kirchhof von Labergement-Sainte-Marie erwarteten. Die Turmuhr schlug gerade halb acht, als BB 36023 (eine Maschine praktisch im Ablieferungszustand ohne "Thello"-Klebefolien) vor der farblich passenden Wagengarnitur die im milden Morgenlicht daliegende Szene passierte.

PS: Ein orangefarbener Baukran in der rechten Bildhälfte musste am heimischen PC weichen. Das dezentere hellblaue Exemplar durfte hingegen bleiben...;)

Datum: 03.08.2018 Ort: Labergement-Sainte-Marie [info] Land: Europa: Frankreich
BR: FR-BB 36000 Fahrzeugeinsteller: Thello
Kategorie: ungewöhnliche Perspektiven
Top 3 der Woche: 14 Punkte

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