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Au sein du bocage bourguignon
geschrieben von: Julian en voyage (233) am: 21.01.18, 14:37
Ein in Frankreich weit verbreiteter Landschaftstyp ist die Bocage, deren Charakteristikum eine strenge geometrische Gliederung des Grünlands durch teils altehrwürdige Hecken ist. Erhalten geblieben ist sie bis heute vor allem in Landstrichen, in denen die Viehzucht eine bedeutende Rolle spielt. So verwundert es wenig, dass sich im Burgund - Heimat der bulligen Charolais-Rinder - eine der größten zusammenhängenden Bocage-Landschaften findet. Entstanden ist sie verhältnismäßig spät im 19. Jahrhundert, als sich die Bauern der Gegend zunehmend auf die Rinderzucht spezialisierten.

Über ihre eigentliche Funktion als Trennung zwischen den einzelnen Weiden hinaus haben die Hecken sich über die Zeit zu wichtigen Rückzugsräumen und "ökologischen Korridoren" für Wildtiere entwickelt. Denjenigen, die ihre Französischkenntnisse von eindrucksvollen Landschafts-Aufnahmen unterlegt aufpolieren möchten, sei folgende Arte-Dokumentation über die Bocage im Burgund ans Herz gelegt...;): [www.youtube.com]

Nach längerer Suche und freundlicher Unterstützung durch einen örtlichen Bauern fanden wir am 12. März 2015 diesen schönen Landschaftsüberblick bei Broye an der Strecke Chagny - Montchanin - Nevers, der die Struktur der Bocage gut veranschaulicht. BB 69476 und 69495, denen wir am frühen Morgen bereits vor dem Coil-Leerzug aus Digoin begegnet waren (-> [www.drehscheibe-online.de] ), hatten eine lange Schlange "Transcéréales"-Wagen als FRET 85926 (Gevrey - Nevers) am Haken.

Datum: 12.03.2015 Ort: Broye [info] Land: Europa: Frankreich
BR: FR-BB 69400 Fahrzeugeinsteller: SNCF
Kategorie: Zug schräg von vorn
Top 3 der Woche: 2 Punkte

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Adieu aux 67300 chambériennes
geschrieben von: Julian en voyage (233) am: 13.01.18, 15:54
Die Wintersaison 2015/2016 war die vorletzte, während der die SNCF an den besonders verkehrsreichen Ferien-Wochenenden in der Île-de-France lokbespannte Zusatzzüge über Nacht von Paris in die Skigebiete der französischen Alpen anbot. Da die Pisten rund um Dévoluy, Queyras und Serre Chevalier bei den Hauptstädtern offenbar besonders beliebt sind, bildete die Strecke nach Briançon wie schon seit Jahrzehnten den Schwerpunkt des Sonderverkehrs. Oder vielleicht hat sich der gemeine Wintersport-Fan auch eher danach zu richten, wo gerade zufällig eine Bahnstrecke in einigermaßen greifbarer Entfernung zu den Pisten verläuft... Wer weiß das schon so genau? ;)

Für Bahnfotografen boten die Einsätze der 67300er des Dépôts Chambéry in ihrer Endphase einen besonderen Anreiz. So machten wir auf dem Rückweg von einem Trip an die ligurische Küstenstrecke Genua – Ventimiglia, deren besonders pittoresker Abschnitt rund um Imperia im Dezember 2016 durch eine im Landesinneren verlaufende Neubaustrecke ersetzt wurde, einen großzügigen Bogen inklusive Zwischenübernachtung über die französischen Alpen, wo Felix, Michi und Co. mit der „Bodensee-Fraktion“ mal wieder den traditionellen „Pointes hivernales“ im Gapençais und Briançonnais ihre Aufwartung machten. Wir gesellten uns dazu und genossen am Morgen des 21. Februar 2016 bei Savines-le-Lac die Durchfahrt des Intercités de nuit 5823 (Paris Austerlitz – Briançon), einem der anlässlich der Winterferien in Paris verkehrenden Zusatzzüge. Es führte die blaue BB 67367, die wenige Wochen später - am 29.3.2016 - ausgemustert wurde.

Mein besonderer Dank geht an Reto und Pascal für ihr tatkräftiges Engagement beim Ausholzen der Stelle! :)

Zuletzt bearbeitet am 16.01.18, 19:50

Datum: 21.02.2016 Ort: Savines-le-Lac [info] Land: Europa: Frankreich
BR: FR-BB 67300 Fahrzeugeinsteller: SNCF
Kategorie: Zug schräg von vorn
Top 3 der Woche: 11 Punkte

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Frankreich - Land der Kanäle
geschrieben von: Julian en voyage (233) am: 06.01.18, 19:13
Wie kaum ein anderes Land ist Frankreich, schwerpunktmäßig in seiner Nordhälfte, von einem engmaschigen Netz an Kanälen durchzogen. Die Mehrzahl dieser künstlichen Wasserwege, meist als Verknüpfung natürlicher Gewässer untereinander konzipiert, entstand im 18. und beginnenden 19. Jahrhundert, um den zunehmenden Warenverkehr zu erleichtern, indem man eine Alternative zum aufwändigen Transport mittels Pferdefuhrwerken schuf. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts trug Charles de Freycinet als damaliger Ministre des Travaux publics (Freunde franzöischer Bahngeschichte werden ihn aufgrund des Freycinet-Plans, der den Grundstein für zahlreiche Nebenbahnen bildete, kennen) maßgeblich zur technischen Vereinheitlichung des Kanalsystems bei. Noch heute trägt ein bestimmtes Schleusen-Profil seinen Namen und auch die Péniches, die typischen Frachtkähne der französischen Kanäle, gehören ihren Abmessungen nach der der Freycinet-Klasse an. Doch längst haben Schiene und Straße im Güterverkehr die Oberhand gewonnen und zwischen Mittelmeer und Rhein befahren fast nur noch Freizeitkapitäne die Relikte einer vergangenen Epoche, sofern sie nicht komplett aufgegeben wurden...

So war die Freude groß, als mir am 20. September 2017 an der Schleuse von Fresnay bei Saint-Germain-sur-Ille eine, wenngleich zu Freizeitzwecken umgebaute, Péniche ins Motiv fuhr und am Ufer des Canal d'Ille-et-Rance festmachte. Während der Kapitän der « l'Arbre d'eau » noch in die finale Anlege-Position manövrierte, schrillte bereits der benachbarte Bahnübergang und kündigte die erwartete "Danseuse" an. Wenig später beschleunigte BB 25681 unerträglich langsam erscheinend - der Blick an den Himmel offenbarte, dass sich das passende Wolkenloch schon wieder zu schließen drohte - die RRR-Garnitur 10 als TER 854250 (Montreuil-sur-Ille - Rennes) aus dem Haltepunkt des Ortes.

Datum: 20.09.2017 Ort: Saint-Germain-sur-Ille [info] Land: Europa: Frankreich
BR: FR-BB 25500 Fahrzeugeinsteller: SNCF
Kategorie: Zug schräg von vorn
Top 3 der Woche: 2 Punkte

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Le pont bleu de Frynaudour
geschrieben von: Julian en voyage (233) am: 03.01.18, 18:10
Le pont bleu - Die blaue Brücke. So wird in der Gegend landläufig der Pont de Frynaudour bezeichnet, der unweit des gleichnamigen Haltepunkts an der Strecke Guingamp - Paimpol den Leff überspannt. Errichtet wurde das als metallene Fachwerkbrücke ausgeführte Bauwerk 1893 nach Plänen von Gustave Eiffel. Beim Namen Frynaudour handelt es sich um die französisierte Form des bretonischen "Fri-an-daou-dour", was soviel wie "Nase zwischen den beiden Wassern/Gewässern" zu bedeuten scheint, wie ich mir sagen ließ... Angesichts der Tatsache, dass die bretonische Sprache für jeden Auswärtigen auf immer ein Buch mit sieben Siegeln bleiben wird, will ich mich dafür allerdings nicht verbürgen. ;) Bezug genommen wird damit jedenfalls auf die Mündung des Leff in den Trieux an diesem malerischen Ort fernab größerer Straßen. Letzterer ist im Vordergrund des Bildes zu erkennen, sein Nebenfluss hält sich hingegen diskret im Schatten der Brücke.

Deutlich wird anhand der weiten verschlickten und von kleinen Prielen durchzogenen Flächen im Flussbett auch die Gezeitenabhängigkeit des Trieux im Bereich seines Mündungstrichters unterhalb von Pontrieux. Bis zur Mündung in den Ärmelkanal nördlich von Lézardrieux sind es hier nur noch wenige Kilometer. Dieser Umstand führte dazu, dass ich - höchst ungewohnt - während meines eineinhalbwöchigen Aufenthalts im Département Côtes d'Armor stets mit einem Gezeitenkalender in der Fototasche unterwegs war...

Weniger um den optimalen Wasserstand als um die hoffentlich anwesende Sonne bangte ich während des Wartens auf den abendlichen Zug nach Paimpol am 14. September 2017, denn Petrus (oder sein bretonisches Äquivalent, das es mit Sicherheit geben wird...) sorgte mit dicken Schauerwolken mal wieder für Spannung am Himmel. Letztlich herrschte, alles andere als selbstverständlich, zur Durchfahrt des X 73601 als TER 855459 (Guingamp - Paimpol) aber beste Theaterbeleuchtung. Eine gelungene Entschädigung für diverse vorangegangene Schüsse des Tages, die wetterbedingt kräftig in die Hose gegangen waren!

Datum: 14.09.2017 Ort: Frynaudour [info] Land: Europa: Frankreich
BR: FR-X 73500 Fahrzeugeinsteller: SNCF
Kategorie: Stimmungen mit Zug
Top 3 der Woche: 13 Punkte

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Ambiance glaciale sur la "L4"
geschrieben von: Julian en voyage (233) am: 24.12.17, 13:30 Top 3 der Woche vom 07.01.18
Der bitterkalte, aber sonnige 21. Januar 2017 wird mir als einer der erfolgreichsten Foto-Tage an der französischen "Ligne 4" in Erinnerung bleiben. Damals regierten noch uneingeschränkt die Diesel-Kolosse der Reihe CC 72000/72100. Zweieinhalb Monate später sollte damit jedenfalls auf dem fotogensten Ostabschnitt Schluss sein, im Sommer schließlich auch zwischen Paris und dem langjährigen Heimat-Dépôt Chalindrey. Zum 19. Dezember 2017 musterte man die letzten drei modernisierten Maschninen aus, nachdem sie zuvor in der Normandie noch einmal die Schienen vom Herbstlaub befreien durften, um ihren Nachfolgern in Form der Régiolis/Coradia-Triebwagen im Wortsinne den Weg zu ebnen... Ein skurriles letztes Aufbäumen!

Nachdem der Tagesauftakt (-> [www.drehscheibe-online.de] ) bereits Einzug in die Galerie gefunden, möchte ich hiermit auch den wiederum im Streiflicht entstandenen Abschluss vorschlagen. In den letzten Sonnenstrahlen des Wintertages hatten Raphaël und ich uns unweit von Amblans-et-Velotte postiert, um CC 72158 mit INT 1543 (Paris Est - Belfort) abzupassen, wie sie die verschneite Landschaft der Franche-Comté durchquerte und dabei Telegrafenmast nach Telegrafenmast in schneller Fahrt links liegen ließ. Auch diese Relikte einer vergangenen Epoche sollen übrigens im Laufe der nächsten Jahre fallen...

P.S.: Kleiner Schatten auf der Lok nachträglich entfernt!

Datum: 21.01.2017 Ort: Amblans-et-Velotte [info] Land: Europa: Frankreich
BR: FR-CC 72100 Fahrzeugeinsteller: SNCF
Kategorie: Stimmungen mit Zug
Top 3 der Woche: 17 Punkte

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Der Mann mit der eisernen Maske
geschrieben von: Julian en voyage (233) am: 03.12.17, 12:27
Um kaum einen historischen Strafgefangenen ranken sich wohl so viele Gerüchte, wie um den "Mann mit der eisernen Maske", dessen Identität bis heute nicht annähernd geklärt ist. Spätestens Alexandre Dumas verschaffte dem Mysterium mit seinem Abenteurroman "Le Vicomte de Bragelonne" Weltruhm.

Als belegt gilt hingegen, dass der Staatsgefangene des Sonnenkönigs Ludwig XIV. zwischen 1681 und 1687 in der Festung Exilles interniert war. Eben jene Festung auf einem Felssporn zwischen Grajischen und Cottischen Alpen im piemontesischen Val di Susa ist das markante Bauwerk, das sich dem Betrachter zeigt, wenn er den Blick vom Tunnelportal oberhalb des ehemaligen Haltepunkts von Exilles nach links ins Tal schweifen lässt...

Überragt wird die herbstliche Szene vom 3538 Meter hohen Rocciamelone, der sich im Hintergrund aus Dunst und Smog der nahen Großstadt Turin schält. Aufgrund des großen Höhenunterschieds zwischen Berg und Tal galt er früher (fälschlicherweise) als höchster Berg der Alpen.

Und was bewegt sich da eigentlich auf den Gleisen...? E 652 091 von Mercitalia Rail, wie sich die FS-Gütertochter seit 1.1.2017 nennt, erklimmt mit dem freitäglichen Holz-Leerzug MRI 49306 (Cuneo - Modane) die Fréjus-Bergstrecke hin zum Mont-Cenis-Tunnel.

Datum: 13.10.2017 Ort: Exilles [info] Land: Europa: Italien
BR: IT-E652 Fahrzeugeinsteller: Mercitalia Rail
Kategorie: Zug schräg von vorn
Top 3 der Woche: 16 Punkte

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Monocabina sulla Tirrenica Meridionale
geschrieben von: Julian en voyage (233) am: 26.11.17, 14:30
Am Vorabend und in der Nacht hatten Gewitter mit geradezu sintflutartigen Regenfällen die Tyrrhenische Küste heimgesucht. So erinnere ich mich noch heute gut an die ergiebige Dusche, die wir auf dem Rückweg vom Pizzabäcker in Scalea zu unserem Hotel wohl oder übel über uns ergehen lassen mussten… Am 16. April 2014 entschädigte dann aber klarster Sonnenschein für die durchlittenen Strapazen. ;) Nur in den Bergen, die den Golf von Policastro säumen, hingen ein paar Wolkenreste als letzte Zeugen des nächtlichen Spuks.

Menschenleer zeigte sich der weitläufige Strand von Praia a Mare an diesem Aprilmorgen. Noch deutete nichts darauf hin, dass sich vor dem pittoresken Hintergrund der Isola di Dino während des "Ferragosto" in einigen Monaten wieder Tausende dicht an dicht auf ihren Liegen tummeln und die Fluten des Tyrrhenischen Meers stürmen werden...

Kaum hatten die Bergschatten den Blick auf die Tirrenica Meridionale, jene Bahnstrecke, die von Salerno südwärts bis Reggio di Calabria führt, preisgegeben, betrat auch schon der Regionale 3449 (Salerno – Paola) die Bühne. Die E 464 dürfte mit den beiden Carrozze MDVC und dem Steuerwagen vom Typ UIC-X kaum gefordert gewesen sein, als sie aus dem Bahnhof beschleunigte…

Zuletzt bearbeitet am 03.12.17, 16:36

Datum: 16.04.2014 Ort: Praia a Mare [info] Land: Europa: Italien
BR: IT-E464 Fahrzeugeinsteller: Trenitalia
Kategorie: Zug schräg von vorn
Top 3 der Woche: 13 Punkte

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Krähennest
geschrieben von: Julian en voyage (233) am: 22.11.17, 22:49
Als Krähennest wird in der Seemannssprache die als Ausguck in luftiger Höhe dienende Plattform an der Mastspitze eines Segelschiffs bezeichnet. An ebenjenes Krähennest erinnerte mich auch der Fotostandort, den ich am 13. Oktober 2017 erklomm. Unweit von Meana an den Flanken des Val di Susa erhebt sich im Wald ein Felskamm, von dessen Rücken man – erst einmal oben angekommen – einen wunderbaren Ausblick auf die umgebende Landschaft und die Bahnlinie Turin – Modane hat.

Die Mühen lohnen umso mehr, da wirklich gute Fotostellen an der auch als Ferrovia del Fréjus bekannten Strecke eher rar gesät sind, zumal solche, die auch Mitte Oktober noch von der Herbstsonne ausgeleuchtet werden. Vielfach vereitelt starker Bewuchs, die über weite Strecken bahnbegleitende Hochspannungsleitung oder – dem Charakter als Gebirgsbahn entsprechend – eine Führung in Tunneln tief unten im Berg die Foto-Ambitionen. Vielleicht ist das auch der Grund, warum man verhältnismäßig selten Aufnahmen dieser Alpen-Transversale sieht…? Zu Unrecht, wie ich finde! Denn wenn man sich genügend Zeit zur Erkundung nimmt (und/oder einen fachkompetenten Guide in der Leitung hat – danke nochmal an dieser Stelle, Basti ;)), macht diese Strecke mit ihrem recht abwechslungsreichen Verkehr inmitten der beeindruckenden Gipfel von Grajischen und Cottischen Alpen einfach Spaß!

Neben drei internationalen TGV-Zugpaaren zwischen Paris und Mailand sowie dem stark schwankenden Güterverkehr sind die stündlichen lokbespannten Regionalzüge bis Bardonecchia eine verlässliche Größe. Die Mehrheit der Garnituren besteht mittlerweile aus brandneuen Vivalto-Doppelstockwagen und der italienweit quasi obligatorischen E 464.

So auch Regionale 10313 (Bardonecchia – Torino Porta Nuova), der – vom „Krähennest“ aus beobachtet – talwärts rollt. Das bergwärts führende, erst 1984 durchgehend zwischen Bussoleno und Salbertrand eröffnete Gleis liegt indes beinahe ausschließlich im Tunnel.


Datum: 13.10.2017 Ort: Meana [info] Land: Europa: Italien
BR: IT-E464 Fahrzeugeinsteller: Trenitalia
Kategorie: Stimmungen mit Zug
Top 3 der Woche: 15 Punkte

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Prossima fermata: Augusta!
geschrieben von: Julian en voyage (233) am: 19.11.17, 16:08
Als am Nachmittag des heißen 11. April 2014 der von einem "Caimano" der Reihe E 656 geführte ICN 785 Kurs auf seinen nächsten Haltebahnhof in der sizilianischen Hafen- und Industriestadt Augusta nimmt, hat er bereits den Großteil seiner knapp zwanzigstündigen (!) Reise, die ihn von der Po-Ebene bis tief in den Mezzogiorno führt, zurückgelegt. Gestartet ist er am Vorabend um 20h10 in Milano Centrale - Von seinem Zielbahnhof Syrakus/Siracusa trennen ihn neben dem Zwischenhalt in Augusta nunmehr nur noch etwa 30 Minuten Fahrt.

Während der Passage des markanten Viadukts zwischen Agnone und Brucoli können die Fahrgäste des betagten Schlafwagens der Bauart T2S, der im Zugverband mitläuft (alle anderen natürlich auch...), den Blick über den tiefblauen Golfo di Catania schweifen lassen, ehe dieser wenigstens vorübergehend den Schloten der petrochemischen Industrie im Südosten der größten Mittelmeerinsel weichen wird.

P.S.: Während sich die zwischen Fotografen und Hauptmotiv liegende Strada Statale 114 recht gut durch das auf Sizilien mitunter schon im April recht trockene Gras kaschieren ließ, ist mir das mit einer quer durchs Bild verlaufenden Stromleitung leider nicht gelungen. Sie habe ich daher nachträglich per Photoshop entfernt. Kommt besser! ;)

Datum: 11.04.2014 Ort: Agnone [info] Land: Europa: Italien
BR: IT-E656 Fahrzeugeinsteller: Trenitalia
Kategorie: Zug schräg von vorn
Top 3 der Woche: 7 Punkte

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Genueser Urgestein
geschrieben von: Julian en voyage (233) am: 15.11.17, 17:08
Das kürzlich von Jan-Felix gezeigte Foto aus Isola del Cantone (-> [www.drehscheibe-online.de] ) erinnerte mich daran, dass ich irgendwo auf der Festplatte doch auch noch eine herbstliche Variante des Blicks von der in seinem Bild erkennbaren Auto-Brücke in die Gegenrichtung liegen hatte... Tja, und schnell war sie gefunden! ;)

Im Herbst 2014 drehten die Genueser Urgesteine der Reihe ALe 801/940 noch fleißig ihre Runden auf dem ligurischen Streckennetz, auch wenn sie ihren Zenit schon damals längst überschritten hatten. Die charakteristischen Elektrotriebwagen wurden zwischen 1975 und '79 von Breda, Ansaldo und weiteren Zulieferern an die Ferrovie dello Stato geliefert, um sie im Regionalverkehr der norditalienischen Ballungsräume Genua, Mailand, Turin und Venedig/Triest einzusetzen, ebenso wie rund um die Hauptstadt Rom (Dein bildlicher Einsatz, Gunar...? ;)). Auch auf der Neapolitanischen Metropolitana gaben sie zwischenzeitlich nach dem Ausscheiden der ALe 803 ein Gastspiel. Im neuen Jahrtausend wurden sie jedoch zunehmend von Minuetti, TAF (= Treno ad Alta Frequentazione), lokbespannten Zügen mit E 464 und in Venetien zuletzt von den CAF Civity der Reihe ETR 563 verdrängt. 2016 schließlich hatten die letzten Exemplare in Staatsbahndiensten ihre Schuldigkeit getan. In diesen Wochen kommt es indes zu einem kurzzeitigen Revival im kleinen Rahmen: Die private TFT setzt auf ihrem toskanischen Streckennetz im Schülerverkehr auf die Qualitäten des Oldtimers!

Zu den Einsatzstrecken in Ligurien zählte neben der Küstenlinie in Richtung Ventimiglia (-> [www.drehscheibe-online.de] ) und der Nebenbahn nach Ovada/Acqui Terme (-> [www.drehscheibe-online.de] ) auch die Linea vecchia dei Giovi, auf der am 23. Oktober 2014 ein guter Teil der Nahverkehrszüge noch in den Händen der ALe 801/940 lag. So standen Sebastian und ich in luftiger Höhe an der Leitplanke - die Autofahrer nahmen trotz des italienisch-temperamentvollen Fahrstils dankenswerterweise Rücksicht auf uns -, um den mittäglichen Regionale 21125 (Arquata Scrivia - Genova Sampierdarena) abzupassen, angeführt von ALe 940 050.

Datum: 23.10.2014 Ort: Isola del Cantone [info] Land: Europa: Italien
BR: IT-ALe801/940 Fahrzeugeinsteller: Trenitalia
Kategorie: Zug schräg von vorn
Top 3 der Woche: 9 Punkte

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