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An der Schmiedekindsmühle
geschrieben von: Leon (952) am: 20.05.22, 09:04
Bekannter Blick - anderer Zug, andere Jahreszeit! Im Rahmen unseres Kurzurlaubes über den 01. Mai 1989 haben wir an mehreren Tagen im Harz und Solling so viele Motive wie möglich "eingesammelt", wahlweise mit Triebwagen oder lokbespannten Zügen. So auch an der Schmiedekindsmühle, zwischen Barbis und Bartolfelde gelegen. Wir sehen links im Bild die ehemalige Blockstelle Bartolfelde, und die Szenerie wird belebt durch den E 6917 nach Walkenried, bespannt mit einer der "ewigen" ozeanblau-beigen 216 des Bw Braunschweig.
Eine weitere 216 wird diesem Zug mit einem Güterzug von Herzberg gen Ellrich folgen. Vor wenigen Jahren war hier vor den Güterzügen noch die Baureihe 218 im Einsatz, teilweise mit Vorspann durch eine weitere 218 oder 212. Aber Ende der 80er Jahre reichte die 216 für diese Züge aus. Längst vorbei die Zeiten, an denen hier Ottbergener 44 oder Lehrter 50 die Osterhagener Rampe hochgekrochen sind...

Scan vom Fuji-100 Kleinbilddia

Datum: 29.04.1989 Ort: Barbis [info] Land: Niedersachsen
BR: 216 Fahrzeugeinsteller: Deutsche Bundesbahn
Kategorie: Bahn und Landschaft

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Ankunft in Bad Sachsa
geschrieben von: Leon (952) am: 19.05.22, 21:38
Bleiben wir noch einen Moment auf der damaligen KBS 245 von Northeim nach Walkenried. Auch nach dem Ende der -wenn auch nur wenigen- 613-Einsätze im Südharz war der Verkehr dennoch attraktiv; es wechselten Hildesheimer Akkus mit Braunschweiger 216, und nach Bad Lauterberg waren auch 614 oder Quadratschädel im Einsatz. Die Loks der Baureihe 216 waren jedoch zum Ende der 80er Jahre bis auf vielleicht zwei oder drei altrote Maschinen komplett ozeanblau/beige, bevor später die ersten orientroten Vertreter dieser Baureihe auftauchten. Eine der zahlreichen Maschinen in ozeanblau/beige hat am Morgen des 29.04.89 mit ihrem E 6719 soeben den Bahnhof von Bad Sachsa erreicht, einem heilklimatischen Kurort im Südharz - und letzter Bahnhof vor dem Endpunkt in Walkenried.
Der Bahnhof wurde früher aus Richtung Walkenried noch von einem Form-Deckungssignal gesichert, welches notwendig war, damit die Reisenden einen sicheren Zugang von und zum Zug Richtung Walkenried hatten - denn dieser führte über das vordere Gleis Richtung Herzberg. Inzwischen wurde der Bahnhof umfassend modernisiert, und für die Züge Richtung Nordhausen wurde hundert Meter weiter ein neuer Bahnsteig errichtet.
Damals konnte man noch in einem Silberling oder einem -yl-Wagen reisen und das Gepäck in einem MDyg verladen lassen. Heute verkehren Lint 41 im Stundentakt, nach einem früheren Intermezzo der Baureihe 628, gefolgt vom Desiro.

Scan vom Fuji-100 Kleinbilddia

Datum: 29.04.1989 Ort: Bad Sachsa [info] Land: Niedersachsen
BR: 216 Fahrzeugeinsteller: Deutsche Bundesbahn
Kategorie: Bahn und Infrastruktur

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Veteranentreffen in Sternhaus-Haferfeld
geschrieben von: Leon (952) am: 18.05.22, 20:35
Zur Zeit geht ja der Abschied der Mallet-Lok 99 5906 durch alle Medien. In der Galerie ist ja die Lok auch bereits mit zahlreichen Bildern vertreten. Erinnern wir uns daher an eine Zeit, in der die Lok noch im "ganz normalen" Plandienst im Selketal eingesetzt wurde. Eine Fototour führte uns einige Monate vor der Wende in den Harz, und meistens wurde bei derartigen Touren ab dem Nachmittag das Selketal angesteuert, da dann die Züge ab Gernrode besonders gut ins Licht fuhren. So auch am Nachmittag des schneelosen 11.02.1989: wir erwarten an dem recht bekannten Bahnübergang am Haltepunkt Sternhaus-Haferfeld den Zug aus Gernrode, welcher an diesem Tag mit der 99 5906 bespannt wurde. Das Treffen mit dem Fahrzeug aus Zwickauer Produktion war damals alltäglich.

Scan vom Fuji-100 Kleinbilddia

Datum: 11.02.1989 Ort: Sternhaus-Haferfeld [info] Land: Sachsen-Anhalt
BR: 099 (Schmalspur ab 1000mm Spurweite) Fahrzeugeinsteller: Deutsche Reichsbahn
Kategorie: Zug schräg von vorn

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Walkenried mal anders
geschrieben von: Leon (952) am: 17.05.22, 20:35
Walkeried im Südharz. Den damaligen Endpunkt der KBS 245 kennen bestimmt einige unter uns, und diverse Bilder aus diesem Bahnhof sind bereits in die Galerie gewandert. Diese Aufnahme ist in vielerlei Hinsicht historisch: eine mehrtägige Fototour hat uns im Frühjahr 1989 in den Südharz verschlagen. Ziel war die Dokumentation der letzten Akku-Einsätze, ferner der ganz normale Diesel-Alltag zwischen Solling und Harz. Am Morgen des 29.04.89 führte der Weg zum Bäcker am Bahnhof von Walkenried vorbei. Der 515 512 stand dort und wartete als E 6718 auf Fahrgäste Richtung Herzberg und Northeim. Walkenried wurde damals noch im Güterverkehr bedient und besaß bis Ende der 80er Jahre eine eigene Bahnhofs-Köf, welche u.a. den Verschub ins nahe Bad Sachsa bewerkstelligte. Ob damals noch der Culemeyer-Berieb zum nahen Gipswerk bestand, entzieht sich meiner Kenntnis, aber als Stippi hab´ ich das in den frühen 80ern noch beobachtet. In der Ferne grüßt das Berghotel Ravensberg sowie der markante Turm, welcher während des Kalten Krieges als Funkabhöranlage diente und später von der Deutschen Telekom genutzt wurde.
Walkenried heute: der Güterschuppen hinter dem Akku ist abgerissen, ferner fast alle Nebengleise. Die Formsignale sind längst verschwunden, das Bahnhofsgebäude ist in Privatbesitz. Ein paar Meter weiter wurden neue Bahnsteige errichtet, ferner ein kleines Bahnhofsgebäude für den Fahrkartenverkauf. Heute halten dort Triebwagen der Baureihe 648 auf ihrem Weg von Northeim nach Nordhausen; die Strecke firmiert unter der KBS 357. Dass wenige Monate nach unserem Kurzurlaub das Leben in Deutschland auf links gedreht wurde und kurz danach bereits die ersten Zugverbindungen nach "drüben" eingerichtet wurden, ahnte Ende April ´89 noch niemand von uns...

Scan vom Fuji 100 Kleinbilddia

Datum: 29.04.1989 Ort: Walkenried [info] Land: Niedersachsen
BR: 515 Fahrzeugeinsteller: Deutsche Bundesbahn
Kategorie: Bahn und Infrastruktur

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Blick auf den Bahnhof von Malente
geschrieben von: Leon (952) am: 16.05.22, 08:44
Bleiben wir noch einen Moment in Norddeutschland und kommen wir zur Holsteinischen Schweiz. Bereits viele Bilder aus dem Raum Plön und Eutin haben ihren Weg in die Galerie gefunden, und wir kurbeln mal die Zeit um 25 Jahre zurück: ein Fortbildungsseminar hat mich in ein Tagungshotel ins entfernte Malente-Gremsmühlen verschlagen, direkt am Dieksee. Und von der obersten Etage hatte man vom Treppenhaus einen Blick auf den Bahnhof von Malente. Der Verkehr damals: mintfarbene 628 wechselten sich ab mit lokbespannten Zügen aus Mintlingen, bespannt mit der Baureihe 218 oder 232. Richtig lange Garnituren mit fünf Bn-Wagen! In den Seminarpausen gab es dann hin und wieder einige Ausflüge ins nähere Umland, nach Eutin oder Plön. Und vor Seminarbeginn war desöfteren der Blick aus dem Treppenhaus Programm.
Unten links dümpelt ein Ausflugsdampfer am äußersten Ende des Dieksees vor sich hin und wartet auf die wärmere Jahreszeit. Den Bahnhof verlässt eine 218 mit ihrem RE 3664 Richtung Kiel.
Auch wenn Teile des Zuges etwas verdeckt sind, mag ich das Bild der Galerie vorschlagen.
Damit der Zug am rechten Bildrand nicht zu abrupt endet, hat der Bewuchs davor einen kleinen digitalen Wachstumsschub erhalten.

Scan vom Fuji Velvia 6x6-Dia


Datum: 16.04.1997 Ort: Malente-Gremsmühlen [info] Land: Schleswig-Holstein
BR: 218 Fahrzeugeinsteller: DB
Kategorie: ungewöhnliche Perspektiven
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Formsignalparadies Goslar
geschrieben von: Leon (952) am: 15.05.22, 12:03
Bereits viele sehr ansprechende Bilder aus Goslar haben ihren Weg in die Galerie gefunden. Dieser Bahnhof in der Stadt der Kaiserpfalz am Nordharz ist noch immer mit einer Vielzahl von Formsignalen ausgestattet, wobei zwar derartige Bahnhöfe in dieser Region noch zu finden sind, sich jedoch sukzessive auf dem Rückzug befinden: neben Goslar wäre noch Oker zu erwähnen, ferner Salzgitter-Ringelheim und die Blockstelle Othfresen, von der denkmalgeschützten Signalbrücke in Bad Harzburg mal abgesehen. Langelsheim verfügt zwar ebenfalls noch über diese Technik, jedoch wird dieser Bahnhof derzeit auf links gedreht und präsentiert sich als Bauwüste. Gittelde und Münchehof haben vor wenigen Jahren ihre Formsignale eingebüßt, und man muss ansonsten in den Südharz nach Herzberg, Scharzfeld und Wulften, um noch welche zu finden.
In Goslar treffen sich drei verschiedene Triebwagen-Baureihen: wir sehen den 648 der DB, ferner die neuere Version von Abellio sowie den Erixx. Seit dem Ende der 218 ist es zwar hier etwas ruhiger geworden, jedoch bringen auch die hvle-Tiger vor den VPS-Zügen eine gewisse Abwechslung in den Betrieb.
Am 23.04.22 war es jedoch "nur" ein 648 auf seinem Weg Richtung Göttingen, welcher an der westlichen Einfahrt des Bahnhofes abgepasst wurde.
Ich hoffe, die Mini-Spiegelung im Fenster des Bahnhofsgebäudes hebt das Graffiti an den Mauern hinter den Spannwerken auf...;-)

Datum: 23.04.2022 Ort: Goslar [info] Land: Niedersachsen
BR: 648 (LHB/Alstom LINT 41) Fahrzeugeinsteller: DB
Kategorie: Bahn und Infrastruktur
Top 3 der Woche: 4 Punkte

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Die Aufwartung an den Kleiderbügel
geschrieben von: Leon (952) am: 13.05.22, 16:38
Das baldige Ende des Reisezugverkehrs auf dem nördlichen Abschnitt der Vogelfluglinie macht sich auch in der Galerie bemerkbar. Insbesondere in der letzten Zeit mehren sich Aufnahmen der Strecke zwischen Lübeck und Puttgarden, und ich hab´allein die Aufnahmen vom legendären Kleiderbügel jetzt nicht nachgezählt, behaupte aber, dass von beiden Ufern bereits fast 50 Aufnahmen in der Galerie enthalten sind. Na, da kommt´s auf eine Aufnahme mehr jetzt nicht an..;-)
Ein Sommerurlaub im Jahre 2007 wurde mit der Mischpoke in Sierksdorf verbracht, und irgendwie war das eine Zeit, in der mir "Diesel" am verlängerten Rücken vorbei lief. Aus heutiger Sicht natürlich töricht, aber damals haben mich weder verkehrsrote 628 noch Balken-218 gerockt. Einer der wenigen Fotoausflüge dieses Urlaubes ging an den Kleiderbügel, damit man wenigstens mal "dort" war. Und somit entstand dieses Bild im Hafen von Fehmarnsund mit irgendeinem dänischen IC3. Der einzige weitere Ausflug ging hoch nach Schönberger Strand, ein paar Trambahnen ablichten...
Erst viel später wurde das Interesse an bundesdeutschen Strecken ohne Fahrdraht wieder geweckt, und heute versucht man, dieses Feeling mit schlafraubenden Zweitagestouren an die Ostsee wieder zurück zu holen.

Scan vom Fuji Velvia 6x6-Dia

Zuletzt bearbeitet am 15.05.22, 12:04

Datum: 15.07.2007 Ort: Fehmarnsund [info] Land: Schleswig-Holstein
BR: DK-MF Fahrzeugeinsteller: DSB
Kategorie: Bahn und Infrastruktur
Top 3 der Woche: 5 Punkte

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Raps auf dem Seekamp
geschrieben von: Leon (952) am: 12.05.22, 22:12
Die weitere lokbespannte Leistung auf der Vogelfluglinie neben der IC-Verbindung von Hamburg nach Fehmarn ist der bereits häufig in der Galerie gezeigte Strandexpress, welcher jedoch nur an den Wochenenden verkehrt. Also wurden bei meinem Kurzausflug auch diese beiden Regionalexpress-Päärchen, so gut es mit Nordlok geht, in das Programm eingearbeitet.
Für die Nachmittagsleitung fiel die Wahl auf die Anhöhe von Seekamp, welche bereits mit zahllosen sehr ansprechenden Aufnahmen in der Galerie enthalten ist. Insbesondere die Szenerie mit dem kreisrunden Eiszeitloch incl. Tümpel hat es mir besonders angetan. Diese Stelle ist bereits als Seitenschuss mit dieser Aufnahme [www.drehscheibe-online.de] vorhanden, und fast vom gleichen Standpunkt, nur zu einer völlig anderen Vegetation entstand am 08.05.22 dieses Bild der 218 470, welche mit ihrem Strandexpress soeben die Passhöhe erreicht hat – akustisch schon von weitem vernehmbar. Auch hier sprießt der Raps, und aus der Ferne grüßt die Ostsee.
Ein großer Dank geht an meine bzw. meinen Mitfotografen, ohne dessen und deren Support und lokaler Expertise eine Vielzahl der an diesen zwei Tagen entstandenen Bilder nur deutlich aufwändiger möglich gewesen wäre. Chapeau!

Datum: 08.05.2022 Ort: Seekamp [info] Land: Schleswig-Holstein
BR: 218 Fahrzeugeinsteller: DB
Kategorie: Bahn und Landschaft
Top 3 der Woche: 8 Punkte

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Die Pappelreihe im endlosen Rapsfeld
geschrieben von: Leon (952) am: 11.05.22, 16:54
Die bevorstehende Einstellung des Schienenpersonenverkehrs auf der Vogelfluglinie nördlich von Neustadt zum 31.08.22 lässt aktuell Heerscharen von Fotografen nach Holstein pilgern, um den hier eingesetzten Reisezügen ihre Aufwartungen zu machen. Vom besonderen Interesse sind dabei natürlich die wenigen lokbespannten Züge auf dieser Strecke, zum einen die beiden IC-Verbindungen zwischen Burg auf Fehmarn und Hamburg, zum anderen der nur an Wochenenden verkehrende „Strand-Express“.
Auch am letzten Wochenende war das who is who der norddeutschen Eisenbahnszene nahezu komplett an der Vogelfluglinie anzutreffen, und ich wollte mir persönlich ein Bild machen, was an dem Hype um diese Strecke sowie um die hier eingesetzten Loks der Baureihe 218 so dran ist. Also ging es für zwei Tage vom Speckgürtel hoch an die Ostsee.
Beeindruckend war die Tour in zweierlei Hinsicht: zum einen die enorme Rapsblüte. Kein Winkel, aus dem nicht irgendwo ein Rapsfeld auszumachen war, und insbesondere im Bereich oberhalb von Oldenburg leuchtete es bis zum Horizont eigentlich nur gelb. Zum zweiten: Züge mit der Baureihe 218. Die gab es früher wie Sand am Meer, in analoger Form eher nebenbei auf Zelluloid gebannt. Und wenn man die Lok früher in altrot oder o/b erlebt hat, als eine der vielen noch eingesetzten Loks der V160-Familie, ist vielleicht nachvollziehbar, warum zunächst die Lätzchen- und später die Balken-Version mindestens skeptisch beäugt wurde. Heute, Jahrzehnte später: über die Baureihen 215 bis 217 spricht keiner mehr. 218 schrubben in nennenswertem Umfang nur noch an der Küste umher, und ich wollte diese Diesel-Einsätze nach Jahren der eher unbewussten Abstinenz mal wirken lassen. Und ich muss zugeben: es rockt, wenn man oben in Heringsdorf am Bü steht und die 218 schon im entfernten Oldenburg mit ihrem IC losbrettern hört – und Minuten vergehen, bis der Zug irgendwann in Sichtweite ist.
Hier ist es die 218 402 von RP, welche bei Neukirchen an der berühmten Baumreihe inmitten der endlosen Rapsfelder die wahrhaft zahlreichen Fotografen beglückt, welche in den wenigen Ackerfurchen ihre Leitern und Hochstative in Stellung gebracht haben.

Zuletzt bearbeitet am 11.05.22, 21:20

Datum: 08.05.2022 Ort: Neukirchen [info] Land: Schleswig-Holstein
BR: 218 Fahrzeugeinsteller: RP
Kategorie: Bahn und Landschaft
Top 3 der Woche: 16 Punkte

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Auf Talfahrt nach Alasehir
geschrieben von: Leon (952) am: 10.05.22, 11:33
Bei unseren Dampfloktouren durch die Türkei mussten wir häufig auf Unterwegsbahnhöfen längere Pausen einlegen, um dem normalen Zugverkehr der TCDD Vorrang zu gewähren, d.h. für Zugkreuzungen oder Überholungen kam es in den Bahnhöfen zu teils längeren Aufenthalten. Diese dienten einem kleinen Teil der Teilnehmer dazu, auch den „normalen“ Planbetrieb auf Zelluloid zu bannen. Auf diese Weise entstanden diverse Aufnahmen von Diesellokomotiven der TCDD. Häufig wurde man hierbei mitunter komisch angeschaut nach dem Motto: „Was? Du knipst Diesel..?“ Die anschließenden Blicke oder Bemerkungen ließen einige wenige von uns nicht daran abhalten, auch mal als Beifang einen typischen TCDD-Personenzug mit DE24 oder DE18 einzufangen.
Auf diese Art und Weise entstand das Bild der DE18 118 mit einem Personenzug bei der Ausfahrt aus dem Bahnhof von Güneyköy, oberhalb der Rampe von Alasehir gelegen. Unser Dampfzug ist hinter dem Personenzug noch zu erkennen. Wir hatten hier einen recht langen Aufenthalt und mussten eine Überholung und eine Kreuzung abwarten, und die Gelegenheit wurde genutzt, ein paar Schritte hinter dem Bahnhof die Ausfahrt einzufangen. Während der Wartezeit gingen bange Blicke zur Uhr, ob denn die sinkende Sonne des Nachmittages noch für die drei großen Viadukte reichen würde. Endlich ging es nach einer Zugkreuzung weiter- um kurz hinter dem Bahnhof Güneyköy den ersten Fotohalt auf einem der drei Viadukte einzulegen.

Scan vom Fuji Velvia 6x6-Dia

Datum: 07.09.1994 Ort: Güneyköy [info] Land: Europa: Türkei
BR: TR-DE18 Fahrzeugeinsteller: TCDD
Kategorie: Bahn und Landschaft
Top 3 der Woche: 7 Punkte

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Glint über der Konya-Steppe
geschrieben von: Leon (952) am: 05.05.22, 13:15
Mit dieser Aufnahme möchte ich den fotografischen Ausflug zu den Dampflokomotiven in der Türkei ausklingen lassen...zumindest vorübergehend..;-) Oktober 1997: ein Fototag im Programm diente eigenltich nur der Überführung der 46 052 von Konya nach Ulukisla, um an den Folgetagen die Taurus-Rampe runter und wieder herauf zu fahren. Landschaftlich ein Nichts. Eine völlig flache Gegend, mit anfangs einigen agrarwirtschaftlichen Flächen, jedoch später nur Geröll, Sand und Steine. Die Strecke verlief meistens schnurgerade, nach dem Motto: suchen wir mal als Motiv ´ne Kurve..:-) Einige wenige Kreuzungsbahnhöfe wurden zwischendurch passiert, mit längeren Pausen. Dann wieder auf in die endlosen Weiten der Hochebene. Ob der Begriff "Konya-Steppe" offiziell ist, entzieht sich meiner Kenntnis, aber innerhalb der Fotogruppe kursierte der Begriff, und er passte einfach.
Dabei hatten wir als Zuglok den ganzen Stolz der TCDD: die 46 052, eine im Jahr 1937 für den Gebirgs-Schnellzugdienst gelieferte 1´D 1´- Mikado von Henschel aus einer Serie von nur elf Maschinen. Mit einem Treibrad-Durchmesser von 1750 mm war sie am ehesten noch mit der deutschen Baureihe 41 vergleichbar (Treibrad-Durchmesser 1600 mm). Bis zur Verdieselung wurden dieser Baureihe die Spitzenzüge der TCDD zwischen Istanbul und Ankara anvertraut. Wir verneigen uns vor dieser Konstruktion am Abend des 02.10.97 und genießen die majestätische Vorbeifahrt im Glint der untergehenden Sonne...

Am nächsten Tag ging es mit dieser Maschine über den Taurus hinab bis Adana, um am Folgetag gemeinsam mit der 56 009, welche wir erst kürzlich hier in der Galerie im Euphrat-Tal gesehen haben, wieder die Rampe in Angriff zu nehmen. Und erneut wurden am Hauptkamm die Taschentücher verteilt...:-)
Aber die Türkei bietet auch Raum für verschiedene Diesellokomotiven, die immer als Beifang auf den Film wanderten. Coming soon..:-)

Scan vom Fuji Velvia 6x6-Dia

Datum: 02.10.1997 Ort: Cakmak Bucagi [info] Land: Europa: Türkei
BR: TR-46.0 Fahrzeugeinsteller: TCDD
Kategorie: Stimmungen mit Zug
Top 3 der Woche: 9 Punkte

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Viel Qualm am Taurus
geschrieben von: Leon (952) am: 04.05.22, 11:37
Bleiben wir noch einen kleinen Moment an der Taurus-Rampe und erleben wir ein Spektakel der besonderen Art: wie bereits kürzlich berichtet (und bestätigt..;-) ), gab es bei unserer Überquerung des Taurus-Gebirges ein leichtes organisatorisches Durcheinander. Bis zum Hauptkamm ist die Reisegruppe im Zug mitgefahren, doch danach wurden wir auf zwei Fotobegleit-Reisebusse verteilt. Der Veranstalter hatte anscheinend nur mit einem Bus gerechnet, denn es war plötzlich niemand mehr da, der den zweiten Bus als Reiseleiter begleiten sollte. Die beiden bereits bem letzten Taurus-Bild erwähnten Herren, welche sich die Leitung der Tour mit dem Veranstalter von Intra-Express geteilt haben, zogen es plötzlich vor, bis Ulukisla auf der Lok mitzufahren...
Nun, da ich zusammen mit einem weiteren Hobbykollegen für Intra-Express bereits mal eine Polen-Tour als Reiseleiter begleitet habe, kam der Veranstalter auf mich zu und übertrug mir kurzerhand die Leitung des zweiten Busses. Ich schaute kurz in die Runde, ob jemand hinter mir steht, den er gemeint haben könnte, aber es war wohl sein Ernst. Der erste Bus ist dann sogleich aufgebrochen, und wir standen dann da - ohne Streckenkenntnis, ohne Sprachkenntnis, in einem mir bislang unbekannten Land. Wir haben dann versucht, das beste daraus zu machen. Kurzer Blick auf die Karte - die Strecke verlief bis ins noch weit entfernte Ulukisla immer parallel. Ich habe mir dann im Bus die mir bekannten Fotokollegen geschnappt und ihnen gesagt, sie mögen mich unterstützen. Wir haben dann gemeinsam die Gegend und die Karte studiert. Die Verständigung mit dem Busfahrer klappte mit Händen und Füßen, er wusste wohl, worum es geht. So ging es dann bis Ulukisla. Immer, wenn ein brauchbares Motiv möglich erschien, haben wir angehalten, kurzen Kriegsrat gehalten -und zu Fuß ab in einen Feldweg Richtung Trasse. keine Ahnung, welcher Blick uns erwarten würde, aber meistens sah die Szenerie ganz brauchbar aus. Auf diese Weise entstanden bis Ulukisla noch drei mächtige Vorbeifahrten, und wir sahen immer, wo der Zug gerade war... - nun ja, es hieß, man hat Probleme mit den Ölbrennern der Lok und könne nur langsam fahren - was uns sehr recht war. Dafür zog die Lok ständig eine schier unglaubliche Qualmwolke hinter sich her; die Garnitur war nun endgültig verdreckt. Hier ein Beispiel dieses Unterfangens, irgendwo bei Ulukisla.
In Ulukisla angekommen, gaben wir uns mit drei Motiven dieses Zuges sehr zufrieden. Warum der andere Teil der Truppe mit seinem Bus nur ein einziges Foto bis Ulukisla geschafft hat, wird mir ein ewiges Rätsel bleiben...

Scan vom Fuji Velvia 6x6-Dia

Datum: 04.10.1992 Ort: Ulukisla [info] Land: Europa: Türkei
BR: TR-56.1 Fahrzeugeinsteller: TCDD
Kategorie: Zug schräg von vorn
Top 3 der Woche: 7 Punkte

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Das Zirkuspferd
geschrieben von: Leon (952) am: 03.05.22, 22:10
Wir haben nicht schlecht gestaunt beim Anblick dessen, was uns die TCDD in Eskisehir als Zugpferd für unseren Fotozug andrehen wollte. Wir kamen an dem Tag mit der unverwüstlichen 46 052 aus Küthaya in Eskisehir an, und auf dem Rückweg war die Bespannung mit einer Lok der Baureihe 46.0 vor der 46 052 vorgesehen. Bei der 46.0 handelt es sich von der Optik her um eine „verlängerte P 8“, mit der für Deutschland ungewöhnlichen Achsfolge 2`D. Geliefert wurden in den Jahren 1927 bis 1935 von Henschel und Krupp insgesamt 25 Maschinen als Gebirgs-Schnellzuglokomotiven. Viele Elemente der Baureihe entstammten der G 10 sowie der T 18; man konnte von einem "KPEV-Hybrid" sprechen. Bis Ende der 80er Jahre waren in der Westtürkei noch drei Maschinen im Einsatz.

Ungewöhnlich war hingegen das Outfit unserer Lok. Bislang kannten wir türkische Dampfloks nur in schwarz/rot, von einigen Tenderlokomotiven auf Denkmalssockeln und im Museum Camlik mal abgesehen. Unsere türkischen Veranstalter wollten uns voller Stolz ihre Museumsmaschine vorstellen – und waren sichtlich enttäuscht, dass der grüne Farbton nun nicht durchweg unser Gusto traf. Insbesondere Fotofreunde mit einer Ausrichtung auf Fahrzeuge ausschließlich deutscher Produktion haben keinen Hehl aus ihrer Ablehnung der Lokomotive in ihrem dargebotenen Outfit gemacht; einige wollten mit der Lok nicht einmal losfahren, bevor jemand schwarze Farbe gekauft hat…! Wir haben uns dann zu dem Kompromiss durchgerungen, dass an allen Fotostellen die Vorbeifahrt zwei Mal erfolgt: einmal mit beiden Loks für die „international“ Interessierten, und einmal mit vorheriger Abkuppelung der „bunten“ Lok und anschließender Vorbeifahrt nur der zweiten, „deutschen“ Lok für die Scheuklappenträger… Ja, die Lok hat damals die Gemüter gespalten. Heute, fast 30 Jahre später, schmunzelt man darüber. Es gibt die 02 0201, 01 1102, eine bayer. S 3/6, eine preußische G 8, eine P 8, eine „Stettin“…alle "bunt". Am Rande: bei einer Fototour anno 1992 war eine 45.1 englischer Produktion im Rennen, eine Stanier 8 F. Ich erzähle lieber nicht, was damals los war…;-)

Wir sehen hier die Vorbeifahrt beider Lokomotiven bei Kiziliner, irgendwo zwischen Eskisehir und Küthaya. Ganz nebenbei: die Strecke –wie auch viele weitere im westlichen Teil der Türkei, die wir damals bereist haben- trägt heute Fahrdraht…

Scan vom Fuji Velvia 6x6-Dia


Datum: 06.09.1994 Ort: Kiziliner [info] Land: Europa: Türkei
BR: TR-46.0 Fahrzeugeinsteller: TCDD
Kategorie: Bahn und Landschaft
Top 3 der Woche: 6 Punkte

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Ölgefeuert durchs Taurus-Gebirge
geschrieben von: Leon (952) am: 02.05.22, 11:28
Zu den mithin spektakulärsten Bahnstrecken der Türkei neben der Strecke durch das Euphrat-Tal sowie der Rampe von Alasehir nach Esme dürfte die Durchquerung des Taurus-Gebirges zählen. Im Zuge der Bagdad-Bahn musste hier im Verlauf der Strecke von Konya nach Adana mit einer Scheitelhöhe von 1478 m ein Gebirgszug überwunden werden, welcher auf einer Länge von nur 20 Kilometer den Bau von 37 Tunneln sowie mehreren Brücken notwendig machte. Die bekannteste und größte von ihnen, das Viadukt Giaurdere (auch Varda-Viadukt genannt) bei Hacikiri, ist bereits mit mehreren sehr ansprechenden Aufnahmen in der Galerie vertreten.
Eine Fahrt mit einem Dampfzug durch das Taurus-Gebirge ist ein recht ambitioniertes Unterfangen, insbesondere, wenn eine ölgefeuerte Dampflok der Baureihe 56.1 vor dem Zug hängt. Wir haben bereits vor kurzem sensationelle Bilder aus dem Euphrat-Tal mit einer Lokomotive der Baureihe 56.0 gesehen. Fast baugleich mit dieser Reihe fiel die 56.1 aus: hier wurde 1939 ein Vertrag mit den drei englischen Lokomotivfabriken Beyer Peacock, Vulcan Foundry und Stephenson & Hawthorns über eine Lieferung von 46 mit der Baureihe 56.0 fast baugleichen Lokomotiven geschlossen. Erst nach dem Krieg konnten hiervon insgesamt 37 Stück als TCDD 56.080-116 gebaut werden. Teilweise erhielten diese Lokomotiven Ölfeuerung - und eine von ihnen, die 56 109 von Beyer Peacock, durfte am 04.10.92 unseren aus zwei Hecht-Wagen sowie aus einer Reihe Güterwagen bestehenden Fotozug über den Taurus wuchten.
Warum ambitioniert? Folgendes Szenario: die beiden Hechte waren als Großraumwagen ausgeführt. Die Fototruppe saß in den Wagen, mit Taschentüchern vor dem Mund, die Knipskisten gut verstaut. Die Fenster fest geschlossen. Es galt, die 20 km lange Durchquerung des Hauptkammes des Taurus-Gebirges zu bezwingen. Die Strecke ging in einer starken Steigung fast ausschließlich durch Tunnel, nur kurz unterbrochen durch einige freie Abschnitte. Vorne die Öl-Lok am ackern, und wir hockten in den Wagen und sahen zu, wie der Qualm im Wagen immer dichter wurde. Jedes Mal, wenn ein freier Abschnitt kam, stürzte man zum Fenster, Luft schnappen - um das Fenster gleich danach wieder zu schließen und sich das Taschentuch vor den Mund zu halten, weil der nächste Tunnel kam! Die Nummer dauerte ca. eine halbe bis dreiviertel Stunde. Danach das Aufatmen in einem größeren Bahnhof hinter dem Hauptkamm. Wir sahen aus wie die Schweine! Und die Personale erst: von den Lokführern sowie den beiden Veranstaltern, die das Schauspiel auf der Lok erlebt haben, waren nur weiße Punkte zu sehen - ihre Augen! ;-) Jedenfalls ist die gesamte Truppe dem Erstickungstod entronnen, aber so ein Erlebnis hat man nicht alle Tage!

Erst hinter dem Hauptkamm wurden die nächsten Fotomotive angesteuert. Wir sind dann in einen Fotobegleitbus eingestiegen, weil die Strecke sich parallel zu einer Straße in einer Schlucht an einem Berghang entlangzog. Wir sehen hier unseren Zug bei Ciftehan, wie er, immer noch in der Steigung, seine Fuhre durch die felsige Landschaft des Taurus-Gebirges zieht. Im Vordergrund fließt ein Fluss namens Cakitsuyu, welcher die Straße von der Bahntrasse teilt. Diverse Bilder sollten folgen...ja, und die beiden Hechte waren zu Beginn des Tages noch blau..;-)

Scan vom Fuji-100 6x6-Dia

Datum: 04.10.1992 Ort: Ciftehan [info] Land: Europa: Türkei
BR: TR-56.1 Fahrzeugeinsteller: TCDD
Kategorie: Bahn und Landschaft
Top 3 der Woche: 8 Punkte

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Auf Talfahrt nach Alasehir
geschrieben von: Leon (952) am: 01.05.22, 22:31
Eine der spektakulärsten Bergstrecken in der Türkei dürfte die Rampe von Alasehir rauf auf die anatolische Hochebene nach Esme und weiter nach Usak sein. Hier sind über 700 Höhenmeter zu überwinden, und es geht über mehrere große Viadukte sowie mit engen Kehren und durch Tunnel bis Güneyköy steil bergan. Nach der anstrengenden Bergfahrt waren unsere hier eingesetzten Preußinnen zunächst erst einmal platt. Dafür hat es für mehrere grandiose Motive gereicht, und nicht umsonst ist die Rampe von Alasehir nach Esme so gut wie immer Teil des Dampfprogramms der Veranstalter gewesen, insbesondere, weil in dieser Region der Türkei seinerzeit noch einige Vertreter preußischer Ingenieurskunst im betriebsfähigen Zustand vorhanden waren, von der unverwüstlichen Baureihe 52 sprich TCDD 56.5 mal abgesehen.
Nach der Bergfahrt verblieb die G 10 in Usak, und für die Rückfahrt war die 56 508 vorgesehen - eine der wenigen ex-52 in der Türkei, welche über Windleitbleche verfügte. Von dieser Baureihe wurden insgesamt 53 Maschinen in den Jahren 1943 und 1944 von verschiedenen Herstellern in die Türkei geliefert, teilweise sogar mit Floridsdorfer Steifrahmentender. Die ersten zehn Maschinen gingen fabrikneu von Henschel in die Türkei und haben nie eine Reichsbahn-Betriebsnummer getragen. Hierzu gehörte die 56 508, welche wir hier bei der Ausfahrt aus dem Bahnhof Güneyköy sehen, im Schlepp die völlig erschöpfte G 8.
Auch die Talfahrt hinunter nach Alasehir brachte diverse schöne Fotos ein, wobei hier jedoch die Schatten der bereits etwas kürzeren Herbsttage einige Motive beeinträchtigten.

Scan vom Fuji velvia 6x6-Dia

Datum: 28.09.1997 Ort: Güneyköy [info] Land: Europa: Türkei
BR: TR-56.5 Fahrzeugeinsteller: TCDD
Kategorie: Bahn und Landschaft
Top 3 der Woche: 6 Punkte

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Alte Preußen unter dem Halbmond
geschrieben von: Leon (952) am: 30.04.22, 12:05
Vor kurzem wurde mit diesem sehenswerten Bild [www.drehscheibe-online.de] auf den Dampfbetrieb in der Türkei aufmerksam gemacht - einem Feld, welches in der DSO-Galerie noch viel zu wenig beackert wurde...;-)
In den 90er Jahren habe ich mich ebenfalls überreden lassen, an drei organisierten Touren zu den letzten Dampfrössern in der Türkei teilzunehmen - und ich muss sagen: hochinteressant, nicht nur, was die Strecken und die Landschaft anbelangt, sondern auch die Türkei als solche, abseits der Touristenströme. Ich wurde oft gefragt: warum reist du dorthin, reichen dir nicht die, die hier sind..? (sic!) Nun, es haben leider immer noch diejenigen die schlimmste Weltanschauung, die sich die Welt noch nie angeschaut haben! Natürlich gibt es in der Türkei andere Bräuche, es gibt die oft zitierte Gastfreundschaft, es gibt einen anderen Glauben, es gibt Szenen, die manche Vorurteile bedienen, aber auch sehr viele, die sie widerlegen. Wenn man mit dem nötigen Respekt und der Bereitschaft, neues kennen zu lernen, dorthin reist, lernt man ein Land kennen, welches mit den Touristenhochburgen in Antalya und Co. nur wenig gemein hat.
Zum Dampfbetrieb: die Galerie enthält viele sehenswerte Bilder der vielleicht bekanntesten Dampflok der Türkei: der deutschen Baureihe 52. Aber bereits deutlich früher gab es Verbindungen zwischen dem Deutschen und Osmanischen Reich. Es gab den Bau der Bagdad-Bahn. Mit ihr ist die Lieferung von alten Preußen der Baureihe G 8 verbunden. Auch von der Preußischen G 10 wurden in den Jahren 1924-28 insgesamt 43 Maschinen bei Henschel und Schwarzkopf bestellt.
Bei unserer Fototour im Jahr 1997 waren noch zwei dieser Preußen..sagen wir: betriebsfähig: die 44 071 (G 8) sowie die 55 043 (G 10). Beide Maschienn gaben ihr bestes, um ihren Zug am 28.09.97 über eine der drei großen Viadukte der Bergstrecke von Alasehir nach Esme zu wuchten. Niemand vermochte genau zu sagen, welche Maschine hier mehr bot: die G 10, die die G 8 vor sich herschob, oder die G 8, die den Rest des Zuges hinter sich herzog. Aber die skeptischen Blicke der Veranstalter sowie der Personale ließen so machen Zweifel aufkommen, ob die anstrenge Bergfahrt für die beiden Veteranen nicht doch zu ambitioniert waren. Letztendlich ging bis Usak alles gut, und auf der Rückfahrt runter nach Alasehir konnte auf die Zuverlässigkeit der 56 508 und somit einer Lok der Baureihe 52 vertraut werden.

Scan vom Fuji Velvia 6x6-Dia

Datum: 28.09.1997 Ort: Konaklar [info] Land: Europa: Türkei
BR: TR-44.55 Fahrzeugeinsteller: TCDD
Kategorie: Bahn und Landschaft
Top 3 der Woche: 8 Punkte

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Damals in Münchhausen
geschrieben von: Leon (952) am: 29.04.22, 17:04
Vor kurzem wurde diese sehr ansprechende Aufnahme mit der Ortskulisse von Münchhausen [www.drehscheibe-online.de] in die Galerie aufgenommen. Dieses Bild nehme ich mal volley für einen Vergleich mit dem August 1993: erneut stehen wir auf dem Hang, fast an der gleichen Stelle. Die Strecke zieren noch Telegrafenleitungen, und der Bahnhof ist -natürlich- noch mit Formsignalen gesichert. Der Verkehr auf der Strecke Marburg-Frankenberg lag in der Hand von Kasseler 796. Einer von ihnen, der 796 748, brummt mit seinen Anhängseln als "N" (..ja, so hieß das damals noch...;-) ) 8488 von Frankenberg Richtung Marburg an der Ortskulisse sowie einigen Fotofreunden auf dem Hang vorbei.
Kein halbes Jahr später waren die Schienenbusse auf dieser Strecke Geschichte. Nur bis Wetter war noch ein Rumpfverkehr übrig geblieben, sowie einige Leistungen auf der Strecke von Marburg rüber nach Laasphe, wo sie sich den Verkehr mit lokbespannten Zügen und der V 100 teilten. Nach Frankenberg fuhren seit Frühjahr 1994 mintfarbene 628...igitt...;-)

Scan vom Fuji Velvia 6x6-Dia

Datum: 28.08.1993 Ort: Münchhausen [info] Land: Hessen
BR: 798 (alle Schienenbusse Bauart Bundesbahn) Fahrzeugeinsteller: Deutsche Bundesbahn
Kategorie: Bahn und Landschaft
Top 3 der Woche: 10 Punkte

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Neue Loks im Harzvorland
geschrieben von: Leon (952) am: 27.04.22, 21:43
Man muss sich an die neue Generation von Dieselloks im Harzvorland und in der Lüneburger Heide gewöhnen, die da um sich greift. War bislang die Bedienung von Langelsheim am Nordrand des Harzes eine Bank für die Gravita oder sogar V 90, muss hier insbesondere an Samstagen mit einer Vossloh DE 18 gerechnet werden. So auch am 23.04.22, als für das Übergabepäärchen 53833/34 von Braunschweig nach Langelsheim und zurück die sogenannte "4 185 046" eingeteilt war.
Der frühe Morgen des 23.04.22 floppte zunächst gewaltig. Geplant war, den Zug am Vorsignal südlich von Schladen zu erwischen. Es war bekannt, dass der Zug an Samstagen gern mal eine Stunde vor Plan unterwegs ist, also wurde die Anreise ab den heimatlichen Gefilden im Speckgürtel der Hauptstadt so gelegt, dass ein ausreichender Puffer vorhanden war. Nach einer Tour in den Morgen über die A 2 und A 36 staunte ich nicht schlecht, als in Schladen die Schranken zu einer "Nicht-Erixx-Zeit" geschlossen waren - und konnte eben noch die Güterwagen der Fuhre von Braunschweig erblicken... 2 Stunden vor Plan! Stocksauer ging es dann ohne Vorsignal weiter nach Langelsheim - um dort ewig am Vorsignal an der Einfahrt zu warten. Den Zug haben sie dann einfach in Oker stehen gelassen - weil das Stellwerk in Langelsheim noch nicht besetzt war! Dies ist nur für den Güterzug der Fall; für Reisezüge wird der Bahnhof durchgeschaltet. Fast zu seiner Planankunftszeit erschien dann der Güterzug, pike im Gegenlicht. Ich bin danach erst einmal zum Bahnhof gefahren, eigentlich in der Absicht, hier die Ausfahrt mit den Formsignalen umzusetzen. Pustekuchen! Die Formsignale stehen noch, aber der Bahnhof befindet sich derzeit im Umbau und erhält neue Bahnsteige. Kein Bild machbar. Die Vossloh hobelte im Hintergrund ihre Wagen zusammen. Also ging es noch schnell zum Bäcker und dann wieder auf den Weg zu dem Bahnübergang am Einfahrvorsignal. Da tauchte der Zug plötzlich schon in der Ferne auf! Mit Karacho ging es dann bis noch zum Bü, Vollbremsung, raus aus der Karre, Knipse hoch und klick. Zwischen der Ankunft des Zuges und der Rückfahrt lagen gerade mal 30 Minuten. Da hatte es einer extrem eilig, nach Hause zu kommen! Na, ja, der Blick mit dem Vorsignal im Bild wäre recht achsig gewesen. Hier das Ergebnis eines "Schusses aus der Hüfte".
Nach dieser Aktion wurde das emotionale Tempo etwas gedrosselt, und es ging auf Tigerpirsch.

Zuletzt bearbeitet am 29.04.22, 08:39

Datum: 23.04.2022 Ort: Langelsheim [info] Land: Niedersachsen
BR: 271,277 (alle Vossloh-Mittelführerstandsloks) Fahrzeugeinsteller: DB
Kategorie: Zug schräg von vorn
Top 3 der Woche: 2 Punkte

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Passende Farben
geschrieben von: Leon (952) am: 26.04.22, 20:17
Das Harzvorland entpuppt sich zusehends als Reservat für die Großwildjagd. Insbesondere die in anderen Erdteilen leider fast ausgestorbene gestreifte Raubkatze ist in dieser Region heimisch geworden und kann täglich bei ihren Beutezügen beobachtet werden. An einigen Tagen kann ihre Fährte fast bis ins entfernte Rübeland verfolgt werden, aber in der Regel bleibt das Tier recht standorttreu und liebt -wie jede Katzenart- feste Rituale. Ihr Revier erstreckt sich hauptsächlich zwischen dem Werksbahnhof Beddingen und dem weiteren VPS-Standort Ilsenburg, wo sie im Zickzack hin und her pendelt und auf Beutefang geht. Am 23.04.22 bestand ihre Beute aus einer Fuhre von 16 beladenen Tragwagen mit Stahlbrammen sowie zwei Thermo-Haubenwagen.
Der Beginn des Beutefangs wurde in Beddingen abgepasst, und da die Raubkatze an ihrer Beute in Salzgitter-Ringelheim noch hin- und herzerrte, konnte die Fuhre erneut zunächst am südlichen Vorsignal der Blockstelle Othfresen abgepasst werden. Ein Motiv, welches den heutigen Zeitgeist wiederspiegelt: links die Energiewende, und rechts das Relikt der manuellen und bald historischen Sicherungstechnik. Übrigens ein neurologisch sehr ambitioniertes Unterfangen, denn etwa zeitgleich erscheint aus Richtung Goslar der dicke Erixx und sorgt für einen etwa dreiminütigen Klappschaden. Nach Passage des Erixx blieb der Bü hinter mir geschlossen, und das aggressive Knurren der Raubkatze war bereits in der Ferne zu hören. Als die Katze in der Kurve sichtbar war, klappte das Spiegelei gottseidank wieder in die Senkrechte und ließ aufatmen. Und somit passiert die Katze mit ihrer Beute an einem für sie sehr vertrauten Farbklecks die Szenerie und ließ den Boden erbeben. Von ihrem Jäger nahm sie keine weitere Notiz, auch nicht, als dieser, die Abkürzung über den Berg nach Schladen und runter nach Vienenburg nehmend, ihrer Pirsch bei Abbenrode erneut auflauerte.
Damit nicht genug - der Hunger der Katze war noch nicht gestillt. Am späten Nachmittag des selben Tages ging es erneut mit einem Brammenzug von Beddingen nach Ilsenburg. Auf die mittägliche Rückleistung ab Ilsenburg wurde verzichtet, da wollte der Jäger lieber ab Wernigerode bis Drei Annen Hohne den Kameltreiber machen...;-)

Einstellung nach diversen Hinweisen der Kollegen, und in meinen Augen hebt das Spiegelei den "Solarschaden" auf.


Zuletzt bearbeitet am 29.04.22, 08:38

Datum: 23.04.2022 Ort: Othfresen [info] Land: Niedersachsen
BR: 250 (Bombardier DE-AC33C Blue Tiger) Fahrzeugeinsteller: hvle/ VPS/ DB
Kategorie: Zug schräg von vorn
Top 3 der Woche: 3 Punkte

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Damals unter der Burg Trausnitz
geschrieben von: Leon (952) am: 19.04.22, 18:32
Dennis hat kürzlich mit dieser Aufnahme [www.drehscheibe-online.de] der Burg Trausnitz oberhalb von Landshut ihren Einzug in die Galerie ermöglicht. Bei der Aufnahme fühlte ich mich in meinen Sommerurlaub anno 1993 zurückversetzt. Kurbeln wir die Zeit also 29 Jahre zurück. Wir stehen erneut am Ufer der Isar und beobachten das Geschehen auf der Strecke von Mühldorf nach Landshut, wo sich seinerzeit lokbespannte Züge mit dreiteiligen Schienenbus-Einheiten abwechselten.
Warum ich seinerzeit nicht ein paar Schritte weiter zurück gegangen bin, um die Burg komplett frei zu bekommen, kann nur der damaligen Festbrennweite geschuldet sein, und ich hatte das 150er Tele der Rollei schon draufgeschraubt. Nun, wir sehen hier die belatzte 218 312-7, wie sie ihren E 3468 am Nachmittag des 24.06.93 von Mühldorf nach Landshut bringt und soeben mit Gedröhne die Isar überquert.
Die Nummer gibt´s auch mit einem dreiteiligen 798, der sich -mit weniger Quellis- jedoch nicht so gut vor dem Hintergrund abhebt wie die orientrote 218 mit ihrem Sani-Wagen vor dem Silberling...;-)

Scan vom eiskalten 50er Velvia, den ich nicht wärmer schrauben kann, ohne die Farben zu vergurksen.

Zuletzt bearbeitet am 20.04.22, 20:41

Datum: 24.06.1993 Ort: Landshut [info] Land: Bayern
BR: 218 Fahrzeugeinsteller: Deutsche Bundesbahn
Kategorie: Bahn und Landschaft
Top 3 der Woche: 4 Punkte

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Am Ufer der Schorgast
geschrieben von: Leon (952) am: 18.04.22, 16:14
Manche Motive entstehen aus einer Laune heraus. Ich war auf dem Rückweg von der bereits in der Galerie in ...zig Varianten gezeigten Fotokurve von Kauerndorf mit der Plassenburg im Hintergrund, den Kulmbacher Milchzug abstauben, als mir dieser Blick auffiel. Wir stehen am Ufer der Schorgast - einem Nebenfluss des Mains, der mir als Name bislang nur in Verbindung mit dem Ort Marktschorgast an der Schiefen Ebene ein Begriff war. Dort in der Region entspringt auch der Fluss und mündet ganz in der Nähe von Kulmbach in den Main. Und mit diesem Blick auf den Fluss kam die Aufforderung: sei kreativ! Daher dieser etwas ungewöhnliche Bildaufbau: rechts dümpelt die Schorgast in idyllischer Ruhe vor sich hin, und am linken Bildrand sehen wir Fahrzeuge auf der Straße von Kulmbach Richtung Untersteinach, welche hier an einer eher nervigen Baustellenampel nur im Pulk durchkommen. Dazwischen rauscht ein 641-Gespann Richtung Kulmbach, und wer weiß, was wir in vielleicht 10 Jahren über die aktuellen Benzinpreise sagen werden, die auf der Tafel neben dem Triebzug zu erkennen sind...:-)

Datum: 12.04.2022 Ort: Kauerndorf [info] Land: Bayern
BR: 641 (Alstom Coradia A TER / Walfisch) Fahrzeugeinsteller: DB
Kategorie: Bahn und Landschaft
Top 3 der Woche: 1 Punkt

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Ein Agilis in Mainroth
geschrieben von: Leon (952) am: 17.04.22, 13:34
Auf der KBS 850 zwischen Lichtenfels und Hof/ Bayreuth dominieren vor den Regionalexpresszügen die Triebwagen-Baureihen 612 und 641, welche hier in einem Stundentakt im Maintal unterwegs sind. Als fotografische "Lückenfüller" halten dabei die Regioshuttle von Agilis her, welche diesen Stundentakt zu einem annähernden Halbstundentakt zwischen Lichtenfels und Bayreuth verdichten. Fast als "Beifang" zu einem 641-Gespann ging am 15.04.22 unterhalb des Ortsbildes von Mainroth dieser Agilis-RS 1 auf seinem Weg nach Bayreuth ins Netz. Das nachfolgende Walfisch-Doppel wurde hingegen zu einem Vabanquespiel aus Schatten- und Sonnenbereichen, und mit einem hochlichtigen 612 aus dem April 2019 ist die Stelle bereits in ähnlicher Form in der Galerie. Der jetzt etwas höhere Fotostandpunkt ist nicht etwa einer Alu-Leiter, sondern einem ebenso aufeinandergetürmten wie wackeligem Stapel aus Baumstämmen zu verdanken. Und wie es immer so ist, musste sich der Fotograf zahlreichen Fragen von vorbeikommenden Fahrradfahrern stellen, ob denn ob dem nicht weit entfernten Dampflokmuseum in Neuenmarkt-Wirsberg mit einer Dampflok zu rechen sei...;-)

Datum: 15.04.2022 Ort: Mainroth [info] Land: Bayern
BR: 650 (Adtranz/Stadler Regioshuttle RS1) Fahrzeugeinsteller: Agilis
Kategorie: Bahn und Landschaft
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In hohem Tempo durch Kauerndorf
geschrieben von: Leon (952) am: 16.04.22, 20:54
Eine Woche Familienurlaub in Kronach ist vorbei - und mit ihr diverse Ausflüge zur KBS 850 (Bamberg-) Lichtenfels - Kulmbach - Neuenmarkt-Wirsberg - Hof/ Bayreuth. Da auf der Frankenwaldbahn infolge von Bauarbeiten und SEV in der Karwoche nix zu holen war, ging es rüber zum Main-Saale-Express ins Maintal. Während es hier auf den ersten Kilometern zwischen Hochstadt-Marktzeuln und Kulmbach landschaftlich eher flach zugeht, wird die Strecke hinter Kulmbach deutlich abwechslungsreicher. Der Reiseverkehr wird im Stundentakt aus 612 und 641 bestritten, welche sich, von Lichtenfels kommend, in Neuenmarkt-Wirsberg teilen. Eine Garnitur fährt weiter nach Hof, die andere nach Bayreuth. Insbesondere in den engen Kurven zwischen Untersteinach und Kulmbach kommt hierbei die Wagenkastenneigung des 612 zum Tragen, und es sieht optisch schon urig aus, wenn sich das 612-Gespann unterhalb der Plassenburg in die enge Kurve legt. Recht ansprechend sieht es auch gleich dahinter in Kauerndorf aus: wir stehen unweit eines Bahnüberganges und beobachten ein 612-Gespann, wie es in bemerkenswertem Tempo durch den Ort fegt. Kulmbach ist in wenigen Minuten erreicht.
Der Stundentakt wird auf dieser Strecke durch einen weiteren Takt auf etwa 30 Minuten verkürzt; zu den 612 und 641 gesellen sich die RS 1 von Agilis, welche hier zwischen Bayreuth und Coburg unterwegs sind.

Ein optisch eher suboptimales Schild wurde digital entfernt, aber die Vorsignalbake im 612 gehört einfach dazu.

Exif-Zeit plus 60 Min. Man fällt zu jeder Zeitumstellung drauf herein...:-)

Zuletzt bearbeitet am 16.04.22, 22:29

Datum: 11.04.2022 Ort: Kauerndorf [info] Land: Bayern
BR: 612 Fahrzeugeinsteller: DB
Kategorie: Bahn und Landschaft
Top 3 der Woche: 1 Punkt
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Der morgendliche Frachtenzug
geschrieben von: Leon (952) am: 08.04.22, 19:24
Bleiben wir noch einen Moment am südlichen Berliner Innenring - einer Strecke, welche bis heute durch ihre geringe Zugdichte herausfordert und gleichzeitig durch den hier fehlenden Fahrdraht immer wieder begeistert. Aber drehen wir die Zeit mal wieder gute 30 Jahre zurück. Den morgendlichen Frachtenzug in Wilmersdorf haben wir bereits mit mehreren Einstellungen aus Berlin-Wilmersdorf in der Galerie gesehen, und es ließ sich herrlich auf den damals verlassenen und im Dornröschenschlaf liegenden Bahnanlagen der S-Bahn herumstromern, um den parallelen Eisenbahnbetrieb auf den Gütergleisen zu beobachten.
Der morgendliche Frachtenzug war in den Sommermonaten der Jahre 1988 und 1989 sehr häufig ein Pflichtprogramm, zumal meistens noch ein oder zwei weitere Züge mit Goldbroilern des Weges kamen.
Daher möchte ich erneut eine Version aus Berlin-Wilmersdorf vorschlagen. Wir sehen am Morgen des 13.07.88 eine der beiden Stammloks der Est. Grunewald, die "ewige" 118 207, wie sie ihre illustre Wagenfuhre am Betrachter vorbeizieht. In wenigen Augenblicken ist der Güterbahnhof Tempelhof erreicht, und von dort geht es nach einem Kopfmachen in südliche Richtung gen Papestraße weiter. Um den Weg dieses Zuges in Berlin optisch zu beschreiben, müsste man in der Luft einen Notenschlüssel nachzeichnen...;-)

Scan vom Fuji Kleinbilddia

Datum: 13.07.1988 Ort: Berlin Wilmersdorf [info] Land: Berlin
BR: 228 (V180) Fahrzeugeinsteller: Deutsche Reichsbahn
Kategorie: Bahn und Infrastruktur
Top 3 der Woche: 8 Punkte

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Güterbahnhof Halensee
geschrieben von: Leon (952) am: 09.04.22, 11:57
Erneut ein Bildvorschlag vom südlichen Berliner Innenring: wir stehen am Vormittag des 13.07.1988 auf der Paulsborner Brücke und harren der Dinge, die da kommen. Links sehen wir das längst nicht mehr existierende Stellwerk "Hsb" , dahinter den Güterbahnhof Halensee mit einem Anschließer zu einer Gasbude. Rechts liegen die Gleise der Ring-S-Bahn im Dornröschenschlaf. Formsignale prägen das Bild, und im Hintergrund überquert der Kurfürstendamm am S-Bahnhof Halensee die Gleisanlagen. Auf ihm erkennen wir zwei Doppeldecker-Busse in einer Bauform, wie sie heute ebenfalls nicht mehr existiert. Von hässlichen Neubauten, abgesehen vom ICC, keine Spur. Der "lange Lulatsch" grüßt aus der Ferne. Neben ihm das Rundfunkhaus des "Senders Freies Berlin", heute der RBB. Ja, so hieß das zu Vorwendezeiten..;-)

Auf dem Gleis Richtung Tempelhof kommt mit der 118 312 "die" andere 118 der Est. Grunewald des Bw Wustermark angekullert. Zusammen mit der "ewigen" 118 207 waren dies die beiden am häufigsten von uns fotografierten 118, die uns in Berlin vor die Linse kamen. Die Lok wird irgendeinen Güterzug abholen, möglicher Weise führt ihr Weg nach Neukölln, oder aber auch zum Tanklager Mariendorf, oder auch zum Güterbahnhof Papestraße oder zum Anhalter Güterbahnhof. Es war eine herrliche Zeit damals. Aus heuiger Sicht kam man sich vor wie in einem riesigen Freilichtmuseum voller Relikte der guten alten Eisenbahn:-)

Scan vom Fuji Kleinbilddia


Datum: 13.07.1988 Ort: Berlin Halensee [info] Land: Berlin
BR: 228 (V180) Fahrzeugeinsteller: Deutsche Reichsbahn
Kategorie: Bahn und Infrastruktur
Top 3 der Woche: 8 Punkte

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Mit maximaler Bespannung durch Köthen
geschrieben von: Leon (952) am: 07.04.22, 21:12
Das Signal an der westlichen Bahnhofseinfahrt von Köthen. Wieviele Heerscharen von Fotografen mögen auf dieser Brücke gestanden haben, stets in Erwartung eines Steinsalzers mit Ludmillenbespannung? Fast auf den Tag genau drei Jahre ist das Bild schon wieder her; Zeit, an das Motiv zu erinnern..;-) . Die Fotostelle ist auch heute noch umsetzbar - doch der Betrachter blickt auf zwei moderne Lichtsignale. Selbst der Nadelbaum zur Rechten hat -wenn er noch steht- seitdem vor Schreck seine Nadeln eingebüßt und steht als mahnendes Gerippe da...
Das Objekt der Begierde war an jenem Tag kein Steinsalzer, sondern ein Zug, welcher ebenfalls schon desöfteren seinen Weg in die Galerie gefunden hat: der drei Mal wöchentlich verkehrende Kalkzug von Blankenburg nach Spreewitz. Meist wird dieser Zug von einem hvle-Tiger bespannt, aber in den Frühjahren 2018 und 2019 war auch hin und wieder eine Voith Maxima 30 CC vor dem Zug zu sehen. Und somit sehen wir dieses Monstrum von Lok mit der Betriebsnummer 1263 001, wie es seine Fuhre aus VTG-Fals an dem altehrwürdigen Formsignal vorbei Richtung Köthen wuchtet, durch den Personenbahnhof durch und weiter Richtung Dessau.


Datum: 16.04.2019 Ort: Köthen [info] Land: Sachsen-Anhalt
BR: 263,264 (alle Voith Maxima) Fahrzeugeinsteller: hvle
Kategorie: Bahn und Infrastruktur
Top 3 der Woche: 9 Punkte

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Lost Places in der Großstadt
geschrieben von: Leon (952) am: 06.04.22, 19:38
Wenn man sich dieses Bild anschaut, glaubt man nicht wirklich, sich inmitten einer Großstadt zu befinden. Wir sehen die Ruine eines alten Stellwerkes und eine „Dicke“. Naa, wer kennt die Ecke noch? Wer stand früher auf der Berliner Stadtautobahn immer am Sachsendamm im Stau? Wer ärgerte sich, dass es Jahre dauern sollte, bis dieses Nadelöhr beseitigt wurde? Wir stehen auf einem ehemaligen Bahndamm oberhalb des Sachsendamms in Berlin-Schöneberg. Ein verwunschenes Gleis schlängelt sich durch das Dickicht, vorbei am ehemaligen Stellwerk oberhalb des Sachsendamms. Dieses Gleis wurde regelmäßig von Güter- und Postzügen befahren, welche vom ehemaligen Güterbahnhof Papestraße zum Anhalter Güterbahnhof oder zum Postbahnhof an der Luckenwalder Straße unterwegs waren.
Werktags verkehrte hier einer der fotogensten Güterzüge der Vorwendezeit, welchen wir bereits mit diesen beiden Bildern [www.drehscheibe-online.de] [www.drehscheibe-online.de] in der Galerie verewigt hatten: einen Frachtenzug, welcher planmäßig von Berlin-Grunewald mit einer Lok der Baureihe 118 bespannt wurde und in den frühen Morgenstunden unterwegs war. Dieser Zug machte zunächst in Tempelhof Kopf, um dann in südliche Richtung zum Güterbahnhof Papestraße zu gelangen. Hier wurde erneut Kopf gemacht, und es ging nordwärts zum Anhalter Güterbahnhof, mit den hierfür bestimmten Wagen. All dies auf Gleisen mit mechanischer Sicherungstechnik und vorbei an Ruinen und überwucherten Gleisanlagen, welche die frühere Ausdehnung der Bahnanlagen noch erahnen lassen. Am 26.07.1988 war die 118 312 für diesen Zug eingeteilt und kommt mit ihrer kurzen Fuhre zum Anhalter Güterbahnhof unterhalb der Stellwerksruine vorbeigeschlichen.
Heute gibt es dieses Nadelöhr längst nicht mehr. Auf dem Gelände erstreckt sich der untere Bereich des Bahnhofs Südkreuz; der Sachsendamm sowie die Stadtautobahn unterqueren diesen Bereich in einem Tunnel. Vorbei die Zeit, in der man früher noch nach Herzenslust auf diesen alten Gleisanlagen herumstromern konnte…;-)

Scan vom Fuji Kleinbilddia

Zuletzt bearbeitet am 06.04.22, 19:39

Datum: 26.07.1988 Ort: Berlin Sachsendamm [info] Land: Berlin
BR: 228 (V180) Fahrzeugeinsteller: Deutsche Reichsbahn
Kategorie: Bahn und Infrastruktur
Top 3 der Woche: 7 Punkte

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Ein Tiger bespielt die Baßgeige
geschrieben von: Leon (952) am: 05.04.22, 22:04
Von der Brücke bei Goslar mit dem witzigen Ortsteilnamen "Baßgeige" sind ja bereits mehrere Bilder in die Galerie aufgenommen worden. Hier folgt eine Version aus dem Herbst 2020 mit dem üblichen VPS-Pendel von Salzgitter nach Ilsenburg. Dieser Zug kreuzt hier täglich um die Mittagszeit auf, und das typische Wummern der Lok war bereits lange vor der Vorbeifahrt zu hören. In der Erwartung eines zünftigen Stahlzuges war ich dann schon ein bissel enttäuscht, als die Raubkatze dann fast lautlos schnurrend mit einer lächerlich kurzen Wagengarnitur um die Ecke bog, noch dazu im unbeladenen Zustand. Irgendwie gefiel mir dieser Ausschnitt eines Tele-Bildes ob seiner Farben dann doch, so dass ich ihn mit farblich passendem Zug vorschlagen möchte.

Durch das Bild verliefen mal mehrere Freileitungen, die mir in der Tele-Version zu dominant waren.

Datum: 08.11.2020 Ort: Goslar Baßgeige [info] Land: Niedersachsen
BR: 250 (Bombardier DE-AC33C Blue Tiger) Fahrzeugeinsteller: hvle/ VPS/ DB
Kategorie: Bahn und Landschaft
Top 3 der Woche: 3 Punkte
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Die Innenring-Runde
geschrieben von: Leon (952) am: 04.04.22, 13:28
Den Puls einer Großstadt spürt man am besten an der Geschwindigkeit der Veränderungen. Vor kurzem habe ich dieses Bild [www.drehscheibe-online.de] vom Herbst 1996 in der Galerie vorgestellt: wir sehen den Blick von der Paulsborner Brücke am südlichen Berliner Innenring. Der gleiche Blick im Herbst 2018: alle Nebengleise sind verschwunden, das Stellwerk, die Formsignale - Geschichte. Ein riesiger Wohnklotz ist im Hintergrund entstanden, links ein pompöser Baumarkt mit drive-in-area. Die Baukräne zeugen von weiterer Bautätigkeit, und selbst jetzt, dreieinhalb Jahre später, sieht der Blick wiederum anders aus: oberhalb des S-Bahnhofes Halensee, welchen wir im Hintergrund sehen, sind weitere Bauten entstanden. Wenigstens steht der "Lange Lulatsch" im Hintergrund noch, eines von vielen Wahrzeichen Berlins.
Uns kommt ein für Berlin völlig untypisches Fahrzeug entgegen: der Verein "Berliner Eisenbahnfreunde" ist im Besitz eines ex-Bundesbahn-VT 95 mit Beiwagen und unternimmt hiermit hin und wieder Fahrten. Meist wird 1 x im Jahr die sogenannte Ringbahnrunde angeboten, d.h. der Schienenbus verkehrt parallel zur S-Bahn auf der Trasse des Innenringes. Diese Fahrten beginnen meistens in Berlin-Lichtenberg, und hinter Neukölln geht es dann über Baumschulenweg und Schöneweide und anschließend über eine Verbindungsstrecke Richtung Biesdorfer Kreuz; die Runde "Vollring" bleibt der S-Bahn vorbehalten.

Man kann jetzt darüber diskutieren, inwieweit die drei Baukräne eine Ästhetik ausstrahlen oder dem Bild abträglich sind. Die Kräne sind Bestandteil der ständigen Veränderung und hier in meinen Augen Teil der Bildaussage. Ein Bild ohne Baukran und Graffiti ist kein Berlin-Bild...;-)

Datum: 14.10.2018 Ort: Berlin Halensee [info] Land: Berlin
BR: 798 (alle Schienenbusse Bauart Bundesbahn) Fahrzeugeinsteller: Berliner Eisnebahnfreunde e.V.
Kategorie: Bahn und Infrastruktur
Top 3 der Woche: 4 Punkte

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Auf der Deichkrone bei Fahrenholz
geschrieben von: Leon (952) am: 02.04.22, 22:24
Schon viele sehr ansprechende Bilder sind von der Bedienung des Chemiewerkes in Niedermarschacht auf der Strecke von Winsen/ Luhe in der Galerie enthalten. Sehr zuverlässig ist hier 3 x pro Woche ein Kesselzug unterwegs, welcher sich lichtmäßig insbesondere auf der Hinleistung gut umsetzen lässt. Das Parademotiv dürfte hier in Fahrenholz zu finden sein, wo die Strecke parallel zur Ilmenau auf einer Deichkrone entlangläuft.
Am 07.03.22 bestand die Hinleistung zum Chemiewerk nur aus einem einzigen Kesselwagen, aber für die Rückleistung standen im Chemiewerk ein paar mehr Wagen bereit. Und somit sehen wir hier die 265 010, wie sie an diesem windstillen Vormittag bereits auf dem Rückweg vom Chemiewerk mit ihrer Kesselwagenfuhre auf dem Deich bei Fahrenholz unterwegs ist. Wärend das Wasser der Ilmenau träge und spiegelglatt vor sich hindümpelt, war der Zug bereits lange vor der Vorbeifahrt zu hören.

Datum: 07.03.2022 Ort: Fahrenholz [info] Land: Niedersachsen
BR: 265 (Voith Gravita 15L BB) Fahrzeugeinsteller: DB
Kategorie: Bahn und Landschaft
Top 3 der Woche: 4 Punkte
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Präsentationsfahrten auf dem Innenring
geschrieben von: Leon (952) am: 01.04.22, 19:02
Vor kurzem habe ich im Rahmen einer ungewöhnlich kontroversen Bildeinstellung auf den nur sehr geringen Eisenbahnverkehr auf dem südlichen Berliner Innenring hingewiesen. Man konnte eigentlich seit den 80er Jahren mit Schließung diverser Güterbahnhöfe und Anschließer diesen Niedergang beobachten. Anfangs war der Güterverkehr auf diesem bis heute nicht elektrifizierten Abschnitt äußerst rege; es fuhren Kohlezüge zum Heizkraftwerk Rudow, Kesselzüge zu verschiedenen Tanklagern nach Neukölln, Frachtenzüge mit Verteilung auf verschiedene Anschließer; es ging runter zu den Güterbahnhöfen Mariendorf, Papestraße, zum Anhalter Güterbahnhof und zum Postbahnhof an der Luckenwalder Straße.
Nach der Wende wurde mit den Müllzügen von Berlin-Neukölln zur Deponie nach Schöneicher Plan noch eines draufgelegt, dazu kamen Klv-Züge von einem Verladeterminal am Treptower Güterbahnhof. Was bis heute übrig blieb? Der Kaffeezug sowie sporadisch einige Kesselzüge nach Mariendorf, oder noch seltener, zu den beiden Tanklagern entlang der Neukölln-Mittenwalder Eisenbahn, dazu Splitzüge zum Treptower Güterbahnhof.
Kurbeln wir die Zeit zum Oktober 1996 zurück. Heute ist der 1. April, aber nein; kein Aprilscherz: es gab auf dem Südring keinen planmäßigen Personenverkehr mit Dieseltriebwagen - mit Ausnahme einer kurzfristig bis zum Bahnhof Westkreuz geleiteten Verbindung des Prignitz-Express nach der Wende. Was wir hier sehen, ist der Prototyp des Regioshuttle, wie er anno 1996 von Adtranz anlässlich der erstmals in Berlin durchgeführten internationalen Fachmesse für Bahn- und Verkehrstechnik "Innotrans" präsentiert wurde. Die WEG hatte seinerzeit von Adtranz die ersten vier Triebwagen dieser Baureihe geliefert bekommen, von denen einer als Vorführfahrzeug zwischen dem Ausstellungsgelände auf dem ehemaligen Güterbahnhof Wilmersdorf und Westkreuz pendelte.
Wie sich hier im Laufe der Jahre der Blick verändert hat, mag dieses Bild [www.drehscheibe-online.de] zeigen. Damals gab es noch den Güterbahnhof Halensee mit einem Anschluss zu einer Gasfirma sowie mit einem Gleis zum Heizkraftwerk Wilmersdorf. Das Wäterstellwerk "Hsb" gibt es schon längst nicht mehr; auf dem Gelände des Güterbahnhofs hat sich ein riesiger Baumarkt breit gemacht, und es verlaufen parallel zur S-Bahn nur noch zwei Gleise Richtung Tempelhof, die für den mageren Verkehr auf diesem Abschnitt völlig ausreichen.

Scan vom Fuji velvia 6x6-Dia

Datum: 19.10.1996 Ort: Berlin Halensee [info] Land: Berlin
BR: 650 (Adtranz/Stadler Regioshuttle RS1) Fahrzeugeinsteller: WEG
Kategorie: Bahn und Infrastruktur
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Ein einfaches Motiv am Ostkreuz
geschrieben von: Leon (952) am: 30.03.22, 18:58
Vor einiger Zeit wurde mit diesem Bild [www.drehscheibe-online.de] der Blick auf die Gleisanlagen am Berliner Ostkreuz zur Zeit der Jahrtausendwende hingewiesen. Zwischenzeitlich wurde die gesamte Gegend auf links gedreht; mit dem Ausbau des Bahnhofs Ostkreuz wurde sowohl ein Regionalbahnhalt eingerichtet als auch eine vollkommene Verschwenkung der S-Bahn-Gleise vollzogen. Es entstand nach jahrelanger Bauzeit ein neues Gewirr von Gleisen, wie es einige aktuellere Aufnahmen in der Galerie zeigen. Gleichzeitig wurde auf dem Gleis vom Bahnhof Lichtenberg Richtung Warschauer Brücke bis zum Ostkreuz der Diesel-Personenverkehr wieder aufgenommen. Auf diesem Gleis, welches bislang zur Zuführung zum ehemaligen Wriezener Güterbahnhof und zum Talgo-Werk diente, werden seit geraumer Zeit die Triebwagen der Niederbarnimer Eisenbahn von Werneuchen und Templin zu ihrem Endpunkt am Bahnhof Ostkreuz geführt, von welchem zahllose Umsteigemöglichkeiten bestehen. Somit ergeben sich nicht nur Fotomöglichkeiten für die S-Bahn sowie für die Fernbahn vom Betriebsbahnhof Rummelsburg oder von Frankfurt/ Oder, sondern auch auf diese fast unbemerkte Trasse vom Bahnhof Lichtenberg.
Ja, wir sind in der Großstadt...die Natur ist erst seit kurzem dabei, sich die Räume zwischen den Gleisen zurückzuerobern, und der Beton ist teilweise noch nicht einmal trocken - dennoch wird nahezu jede freie Fläche sofort mit Tags versehen. Zeitgeist, über welchen man stundenlang philosophieren kann - und den leider der Begriff "Schmiererei" in der Metropole nur am Rande umschreibt...

Wir stehen ganz einfach auf der Kynastbrücke, hinter uns der obere Querbahnsteig. Keine Minute, in der nicht aus irgendeiner Richtung eine S-Bahn auftaucht. Bissel Kondi ist erforderlich, wenn man gerade am oberen Ende der Brücke dem Talent der NEB von Templin auflauert und am Horizont in raschem Tempo ein PKP-Taurus mit seinem Eurocity von Warschau aufkreuzt.
In dem dominaten Gebäude zur Linken hat sich der Deutsche Jugendherbergsverband niedergelassen. Zahlreiche junge Leute strömen über die Brücke, um vom nahen Bahnhof Ostkreuz ihre Ziele zu erreichen.


Datum: 20.03.2022 Ort: Berlin Ostkreuz [info] Land: Berlin
BR: 643,644 (Bombardier Talent) Fahrzeugeinsteller: NEB
Kategorie: Bahn und Infrastruktur
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Block Zauschwitz mal anders herum
geschrieben von: Leon (952) am: 29.03.22, 22:02
Immer wieder begeistert die Blockstelle Zauschwitz mit ihrer manuellen Technik, den beiden Blocksignalen und der Kurbelschranke. Wie lange wird man solche Kleinode auf Dieselstrecken in Deutschland noch finden? Grund genug, eine Perspektive vorzuschlagen, die zu Diskussionen anregen könnte: den einen fehlt die Frontausleuchtung, die anderen finden es mit der tiefen und sehr seitlichen Sonneneinstrahlung sowie dem Schatten der Lok auf dem Gebäude recht plastisch. Wir sehen erneut die 294 905, wie sie am Morgen des 24.03.22 ihre leere Fuhre an Rungenwagen zur Beladung in das nahe Betonwerk Knautnaundorf befördert - vorbei am Blocksignal, vorbei an der Blockstelle.
Nach der Vorbeifahrt wurde wieder für Züge in südliche Richtung Position bezogen. Der Nahgüter nach Zeitz war bald fällig...und irgendwas Interessantes kommt auf dieser Strecke immer...;-)

Datum: 24.03.2022 Ort: Zauschwitz [info] Land: Sachsen
BR: 294 (alle V90-Baureihen) Fahrzeugeinsteller: DB
Kategorie: Bahn und Infrastruktur
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Frühling in Draschwitz
geschrieben von: Leon (952) am: 28.03.22, 21:55
Heute ging es erneut an die Strecke von Leipzig nach Zeitz. Das übliche Vormittagsprogramm für einen Montag wurde abgespult: die beiden Russen mit dem Leer-Containerzug un dem Nahgüterzug nach Zeitz und die Profenkohle mit Class 66. Dann war die Übergabe zum Betonwerk Knautnaundorf eingelegt, welche dann an späten Vormittag eher lustlos in Form einer V 90 mit einem leeren Flachwagen angekullert kam. Normalerweise kann man auf der Zeitzer Schienen ansonsten immer mit einer Überraschung rechnen, aber heute war auf der Strecke bis auf eine leer fahrende EBS-Ludmilla tagsüber ziemlich tote Hose. Also begnügte man sich mit den stündlich verkehrenden RS 1. Eigentlich war als Motiv für die Rückleistung der V 90 die Dorfdurchfahrt von Bornitz vorgesehen, aber der Zug wollte einfach noch nicht in Knautnaundorf abfahren, und so wanderte die Sonne zusehends in die Achse. Also ging es auf eine Brücke südlich von Reuden, auf der ich letztmalig anno 1993 zur "Wummen-Zeit" stand. Endlich, im Block eines weiteren RS 1, erschien am Horizont ein roter Punkt. Nach einer Weile entpuppte sich dieser als die erwartete V 90, welche mit ihrer Fuhre aus neun mit Betonblöcken beladenen Rns-z 643 in gemächlichem Tempo angerollt kam.
Im Hintergrund sehen wir das Stellwerk von Reuden.

Datum: 28.03.2022 Ort: Draschwitz [info] Land: Sachsen-Anhalt
BR: 294 (alle V90-Baureihen) Fahrzeugeinsteller: DB
Kategorie: Zug schräg von vorn
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Ein seltener Gast in Neukölln
geschrieben von: Leon (952) am: 27.03.22, 21:32
Neukölln...warum immer wieder Neukölln? Nun, es gibt bereits diverse Aufnahme in der Galerie aus Neukölln mit dem Blick von der Hertabrücke. Nicht zu verwechseln mit dem Namen des ortsansässigen Fußballvereins, der ab der nächsten Saison gegen Fürth spielt...(*duck und weg...*). Häufig wird dieses Motiv mit S-Bahn-Zügen gezeigt - weil die wenigstens zuverlässig daran vorbei kommen. Es ist jedoch nicht nur die einzige Stelle in Berlin, an der noch Formsignale stehen, es ist nicht nur einer der wenigen Abschnitte in Berlin, welcher über keinen Fahrdraht verfügt - es ist vor allem die absolut mangelhafte Zugdichte, welche hier mitunter den Fotografen verzweifeln lässt. Sich einfach hinzustellen und zu warten, dürfte zu ambitioniert sein. Als einziger planmäßiger Zug verkehrt auf diesem Abschnitt der Kaffeezug, welcher bereits desöfteren in der Galerie zu sehen war. Hin und wieder fahren jedoch Kieszüge zum nahen Treptower Güterbahnhof. Diese machen entweder in Neukölln Kopf, um Richtung Baumschulenweg zu fahren - oder sie fahren weiter Richtung Südkreuz oder Halensee. Ab und an erreichen auch Kesselzüge den Bahnhof, welche dann an die Neukölln-Mittenwalder Eisenbahn übergeben werden. Aber entweder hat man großes Glück - oder die Kenntnis der Fahrzeiten. Letzteres war heute der Fall: ein Bauzug, bespannt mit einer 218 von RP, sollte von Grünau über den südlichen Innenring und Wustermark in westliche Richtung Berlin verlassen. Grund genug, dass auf der Brücke ein kleineres Treffen der eingeweihten Szene statt fand. Eigentlich waren auch mehr Wolken am Himmel als im Bild sichtbar, aber als dann nach einer längeren Wartezeit in einem größeren Wolkenloch ein Signalflügel scheppernd in die Höhe ging, war die Spannung des Wolkenkrimis vorbei. Auch die S-Bahnen hatten ein Einsehen: nix zerstörte die Vorbeifahrt der 218 489 mit ihem langen Bauzug, und durch die längere Wartezeit wurde das Licht eigentlich immer besser. Und somit entstand nach langer Zeit in Neukölln endlich mal wieder ein Foto mit einem lokbespannten Zug...;-)

Datum: 27.03.2022 Ort: Berlin Neukölln [info] Land: Berlin
BR: 218 Fahrzeugeinsteller: RP
Kategorie: Bahn und Infrastruktur
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Viel Geduld in Zauschwitz erforderlich
geschrieben von: Leon (952) am: 26.03.22, 12:55
Der wohl bekannteste Zug, welcher jeden Werktag die Blockstelle Zauschwitz pasiert, dürfte der Nahgüterzug von Halle über Engelsdorf nach Zeitz sein, welcher fast immer von einer Ludmilla bespannt wird. In jüngster Zeit wurde der Zug auch schon mal mit einer Gravita gesehen, aber derzeit ist der "Russeneinsatz" vor dem Zug wieder weitgehend stabil. Während eine Ludmilla mit jenem Bild [www.drehscheibe-online.de] bereits hinreichend gewürdigt wurde, möchte ich mit diesem Bild exemplarisch auf den weiteren Güterverkehr auf der Strecke von Leipzig über Profen nach Zeitz aufmerksam machen: Kohlezüge von und zum Kraftwerk Chemnitz-Küchwald kommen worbei, bespannt ab Profen meist mit "Einbäumen" oder auch mal einer Dual der hvle. Ein Betonwerk im nahen Knautnaundorf wird hin und wieder bedient, meist mit einer 294, seltener auch mit einem Dreibein. Kesselzüge sind desöfteren anzutreffen, mit allem, was die Privaten so zu bieten haben, ferner Getreidezüge - oder mit viel Glück der "Zuckerzug", ein Cargo-Containerzug zur Zuckerfabrik in Zeitz.
Am 24.03.22 hat mich jedoch dieser Zug überrascht. Weit vor der Passage des Zuges ging die Schranke runter, und die Blockstellenwärterin animierte die wartenden Autofahrer, sich einen anderen Weg zu suchen oder sich in Geduld zu üben, denn "es kommt ein schwerer Zug"...;-) Einigen PKW-Fahrern ging nach 5 Minuten die Geduld aus, sie wendeten. Die Besatzung des weißen Lieferwagens ("wie immer..":-) ) nahm die Gelegenheit zu einer...ja, Pause..! :-) Dann, nach einer Ewigkeit, tauchte am Horizont eine grüne Wagenschlange auf, bespannt von einem grauen Monstrum von Starkenberger mit der Nummer 159 212. Für den Nahgüterzug musste dann ein Motiv einige Kilometer weiter südlich herhalten.

Datum: 24.03.2022 Ort: Zauschwitz [info] Land: Sachsen
BR: 159 (Stadler Eurodual) Fahrzeugeinsteller: Starkenberger
Kategorie: Bahn und Infrastruktur
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Die alte Allee bei Frenz
geschrieben von: Leon (952) am: 24.03.22, 21:33
Heute ging es mal wieder auf Fototour ins Salzland. Ziel waren diverse Güterzüge mit Ludmillenbespannung im Raum Bernburg. Nur an Donnerstagen verkehrt hier der 47304 von Olomouc hl.n. nach Baalberge. Dieser Zug wird in Köthen von der E-Traktion auf Diesel umgespannt und verlässt Köthen gegen 16 Uhr - mithin einer der wenigen Güterzüge, welche auf der Strecke von Köthen nach Baalberge nachmittags ins Licht fahren.
Die Obstbaum-gesäumte alte Allee zwischen Biendorf und Frenz ist bereits mit mehreren Bildern in der Galerie vertreten. Grund genug, sich diesen Streckenabschnitt etwas genauer anzusehen. Ich hatte jedoch aus der Erfahrung aus früheren Fototouren mit einer so frühen Abfahrt in Köthen nicht gerechnet. Also trödelt man die holprige Straße entlang, um zu schauen, wie sich diese in Verbindung mit der Trasse umsetzen lasst - da taucht am Horizonzt unter der Brücke der neuen Umgehungsstraße der Zug schon auf! Also Auto rechts ran, Knipse gegriffen und gucken, was geht. Das Ergebnis seht Ihr hier: eine Allee, welche sich bislang allen Modernisierungen bis auf ein paar Abschnitte mit Asphalt widersetzt hat. Dahinter kommt die 233 636 mit ihrer Garnitur aus Tanoos-Vierachsern angerauscht. Baalberge ist bald erreicht.

Datum: 24.03.2022 Ort: Frenz [info] Land: Sachsen-Anhalt
BR: 232,233,234,241 (alle Ludmilla-Baureihen) Fahrzeugeinsteller: DB
Kategorie: Bahn und Landschaft
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Der Zementzug verlässt Großbothen
geschrieben von: Leon (952) am: 23.03.22, 11:37
Mit dieser Aufnahme [www.drehscheibe-online.de] habe ich neulich auf den Dampfbetrieb mit der Baureihe 52 vom Bw Leipzig-Engelsdorf hingewiesen. Erwähnt wurde die heimliche "Starleitung" von Engelsdorf, ein abendlicher Leer-Zementzug von Großbothen nach Engelsdorf. Bei der anderen Aufnahme sehen wir im Hintergrund eine Straßenbrücke. Von dieser entstand am späten Nachmittag des 20.09.1986 die Ausfahrt der 52 8096, wie sie den Leer-Zementzug 58326 aus Großbothen herauswuchtet. Soweit ich mich erinnern kann, haben wir damals 59 Ucs gezählt...die Vorbeifahrt hat eine Weile gedauert! ;-)

Scan vom Fuji Kleinbilddia

Datum: 20.09.1986 Ort: Großbothen [info] Land: Sachsen
BR: 040-059 (Güterzug-Dampflokomotiven) Fahrzeugeinsteller: Deutsche Reichsbahn
Kategorie: Zug schräg von vorn
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Über das Viadukt Steinbach
geschrieben von: Leon (952) am: 19.03.22, 21:49
Bleiben wir noch einen Moment auf der ehemaligen Strecke von Altenburg nach Narsdorf. Neben den beiden bereits gezeigten Viadukten über das Tal der Wiera [www.drehscheibe-online.de] sowie dem Viadukt Heidelbergsmühle [www.drehscheibe-online.de] fand sich bei Steinbach, nur wenige Kilometer weiter östlich, ein weiteres 107 m langes Viadukt. Nicht so spektakulär wie die beiden anderen Viadukte, aber typisch für diese Strecke. Wir sehen am Abend des 23.04.95 erneut das Blutblasengespann 772 154/ 972 754, wie es auf seinem Weg nach Narsdorf soeben dieses Viadukt überquert.

Scan vom Fuji Velvia 6x6-Dia

Datum: 23.04.1995 Ort: Steinbach [info] Land: Sachsen
BR: 772 (alle Schienenbusse Bauart Reichsbahn) Fahrzeugeinsteller: DB
Kategorie: Bahn und Infrastruktur
Top 3 der Woche: 6 Punkte

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Großbothen
geschrieben von: Leon (952) am: 18.03.22, 23:22
Großbothen – zu Dampflokzeiten ein Begriff für die Fans: ein Bahnhof, welcher seinerzeit ein recht abwechslungsreiches Dampfprogramm geboten hat. Aus östlicher Richtung erreichten ihn Güterzüge mit Nossener 50.35, und aus westlicher Richtung endeten die Einsätze der „Wannentender“. Loks der Baureihe 52.80 des Bw Engelsdorf kamen regelmäßig nach Großbothen, und zum Ende der Dampfzeit gab es noch eine willkommene Abwechslung, das das Bw Engelsdorf einen größeren Teil des Bestandes des Bw Falkenberg übernommen hat – darunter auch einige Altbau-52. Diese „Blechessen“ verirrten sich ebenfalls häufig nach Großbothen, und oft waren sie in den späten Nachmittagsstunden vor einem Leer-Zementzug zu sehen, welcher von Großbothen nach Engelsdorf und somit genau ins Licht fuhr.
Kurz hinter dem Bahnhof von Großbothen gab es eine Brücke mit einer Formsignalkombination. An diesem Motiv haben wir am Nachmittag des 06.09.1986 auf die Abfahrt des Ng 60342 nach Engelsdorf gewartet, welchen an diesem Tag die 52 8186 zu befördern hatte. Kurz vorher kam Tender voran noch die 52 5660 angekullert, um dann später den Zementzug zu übernehmen. Für diesen Zug hat es leider nur für diverse Standaufnahmen gereicht; für die Abfahrt des Zuges waren die Wolken zu schnell vor Ort. Aber für die 52 8186 hat es gereicht…;-)

Scan vom Fuji Kleinbilddia

Datum: 06.09.1986 Ort: Großbothen [info] Land: Sachsen
BR: 040-059 (Güterzug-Dampflokomotiven) Fahrzeugeinsteller: Deutsche Reichsbahn
Kategorie: Zug schräg von vorn
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Das Wiesebachviadukt
geschrieben von: Leon (952) am: 17.03.22, 17:47
Vor kurzem wurde mit diesem Bild [www.drehscheibe-online.de] in der Galerie die ehemalige Strecke von Altenburg nach Narsdorf vorgestellt. Wie bereits beschrieben, bestach die Strecke durch eine größere Anzahl an Beton-Steinbogenviadukten. Das Viadukt Heidelbergsmühle haben wir bereits gesehen, aber nur wenig weiter westlich befindet sich mit dem Viadukt Frohnsdorf das längste Viadukt der Strecke. Mit einer Länge von 306 Metern überspannt es das Tal der Wiera; es wird auch Wiesebachviadukt genannt. Zwei Wasserläufe sind hier zu überqueren, zum einen der Frohnsdorfer Bach, zum zweiten die Wiera, an dessen Ufer wir gerade stehen und die Vorbeifahrt des 772 154 mit seinem Steuerwagen genießen. Der LVT ist auf dem Weg von Altenburg nach Narsdorf und wird gleich den Bahnhof von Beiern-Langenleuba erreichen.

Scan vom Fuji Velvia 6x6-Dia

Datum: 23.04.1995 Ort: Frohnsdorf [info] Land: Thüringen
BR: 772 (alle Schienenbusse Bauart Reichsbahn) Fahrzeugeinsteller: DB
Kategorie: Bahn und Landschaft
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Eine Märkische Übergabe
geschrieben von: Leon (952) am: 15.03.22, 10:43
Weitgehend unbemerkt findet im Umland der Hauptstadt Richtung Fläming eine werktägliche Bedienung eines Herstellers für Medizin- und Pflegeprodukte in Brück statt. Vom Bahnhof Brück, gelegen an der Kanonenbahn, führt ein etwa ein bis zwei Kilometer langes Anschlussgleis in südliche Richtung zu einem Gewerbegebiet. Hier findet sich zwischendurch eine Ausweiche zum Rangieren der Güterwagen, und im Gewerbegebiet verzweigt sich das Gleis auf den Anschluss des o.g. Herstellers sowie zu einem Granitwerk. Auf das Thema bin ich erst nach einem Artikel gestoßen, wonach hier bislang die Baureihe V 60 im Verschubeinsatz war. Dies ist aber jedoch mittlerweile eher die Ausnahme; den Verkehr besorgt in der Regel eine 298, seltener auch mal eine 232.

Die Bedienung erreicht am frühen Vormittag von Seddin aus den Bahnhof von Brück, und es geht sogleich per Sägefahrt in ein Ausziehgleis südöstlich der Kanonenbahn, um dann in Richtung der Gleisanlage mit dem Ausweichgleis zu fahren. Hier wird der Zug umlaufen, und die Lok drückt die Wagen dann in den Anschluss hinein und holt beladene Wagen wieder ab. Das Ganze spielt sich zwischen 08.30 Uhr und dem späten Vormittag ab.
Es lassen sich bei dem Verschub einige recht ländliche Motive in dieser recht flachen Landschaft umsetzt. Hier sehen wir die 298 313, wie sie ihre Wagen Richtung Anschluss drückt und einen Feldweg-Bü überquert.
Die Wolkenschicht im Hintergrund gehört zu der Front, welche ein tagelanges Schönwetter-Hoch beenden wird...;-)

Datum: 14.03.2022 Ort: Brück [info] Land: Brandenburg
BR: 298 Fahrzeugeinsteller: DB
Kategorie: Bahn und Landschaft
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Zwei DELTA-Ladies in Jeserig
geschrieben von: Leon (952) am: 11.03.22, 22:47
Der Betrieb auf den elektrifizierten Strecken im Umland von Berlin wird sehr häufig aufgelockert durch Einsätze von Lokomotiven der Baureihe 143 von DELTA Rail. Insbesondere auf der Strecke von Frankfurt/ Oder in westliche Richtung sowie auf der Magistrale, ferner auch auf der Hamburger Strecke sowie nach Stendell sind die meist wieder im klassischen bordeauxroten Reichsbahn-Outfit versehenen Ladies vor verschiedenen Zügen unterwegs. Zum Repertoire gehören in erster Linie Züge des Klv sowie Auto- und Kesselzüge.
Für den 08.03.22 wurde ein Containerzug von Cottbus Richtung Rheinhausen vorgemeldet, welcher mit der 143 963 sowie der 212 001 bespannt sein sollte. Da ich an dem Tag eh im Raum Brandenburg/ Havel unterwegs war, kam die Meldung wie gerufen, und somit wurde für den Zug am Waldrand bei Jeserig an der Magistrale Position bezogen. Eigentlich ein unspektakuläres Motiv; es zeigt jedoch die typische Landschaft der Mark Brandenburg mit ihrem Wechsel aus Kiefernwäldern und landwirtschaftlich genutzten Flächen. Am frühen Nachmittag war an dem Tag auf der Magistrale ein recht reger Güterverkehr zu beobachten; Loks von Akiem und Captrain gaben sich die Ehre, garniert mit einem Zug zum Quenz, welcher gleich ab Seddin seine Ludmilla erhielt, dann die übliche Bedienung von Kirchmöser mit einer 298. Und zwischendurch kam dann der erwartete Containerzug mit seinen beiden DELTA-Ladies vorbei.

Datum: 08.03.2022 Ort: Jeserig [info] Land: Brandenburg
BR: 143 Fahrzeugeinsteller: DELTA Rail
Kategorie: Zug schräg von vorn
Top 3 der Woche: 5 Punkte
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Über das Viadukt Heidelbergsmühle
geschrieben von: Leon (952) am: 12.03.22, 17:53
Wie „jung“ unsere Galerie ist, merkt man immer daran, wenn man bei Railview auf Strecken stößt, die in selbiger noch gar nicht enthalten sind..;-) Hierzu gehört die Nebenbahn von Altenburg nach Langenleuba-Oberhain, welche zwar seit 1998 stillgelegt ist, im Personenverkehr nie eine größere Bedeutung hatte -aber sie bestach durch eine recht spektakuläre Streckenführung mit mehreren großen Steinbogenviadukten inmitten einer Landschaft, welche diese Kunstbauten eigentlich nicht erwarten lässt.
Bereits am 27.05.1995 fuhr hier der letzte Reisezug, und der Betrieb wurde zuletzt durch Ferkeltaxen bestritten, von denen zur Freude der Fotografen bei mehreren Besuchen so gut wie immer eine rote Blutblase auf dieser Strecke im Einsatz war, mindestens im Mischbetrieb mit einer weiteren Garnitur, welche hin und wieder aus einer damals so ungeliebten Eiterbeule bestand.
Eines der Viadukte auf dieser Strecke ist das 120 m lange Viadukt Heidelbergsmühle, unweit des Heidelbachs, welchen das Viadukt überquert. Wie alle weiteren Viadukte dieser Strecke wurde es aus dem damals neuartigen Werkstoff Beton erstellt, unter Hinzufügung von Klinkerelementen. Wir sehen hier das Gespann aus dem Leipziger 772 154 mit seinem Steuerwagen 972 754 auf seinem Weg nach Narsdorf, gelegen an der Strecke von Leipzig über Geithain nach Chemnitz. Hier konnte damals in einen Triebwagen der Baureihe 628 umgestiegen werden.
Nach der Betriebseinstellung wurden Teile der Strecke durch Straßen überbaut, u.a. durch die neue A 72. Eine Initiative bemüht sich derzeit um die Einrichtung eines Radweges über die Viadukte.
Scan vom Fuji Velvia 6x6-Dia

Datum: 23.04.1995 Ort: Beiern [info] Land: Thüringen
BR: 772 (alle Schienenbusse Bauart Reichsbahn) Fahrzeugeinsteller: DB
Kategorie: Bahn und Infrastruktur
Top 3 der Woche: 9 Punkte

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Über die Ilmenau
geschrieben von: Leon (952) am: 09.03.22, 13:27 sternsternstern Top 3 der Woche vom 20.03.22
Wir schreiben den März 1985. Die OHE hatte auf ihren ausgedehnten Netz noch zahlreiche Transportaufgaben zu bewältigen. Diverse hochinteressante Diesellokbaureihen waren im Bestand der OHE, von denen die wuchtigsten mit Sicherheit die riesigen Deutz-Sechsachser der Reihe 2000 gewesen sein dürften. Eine von ihnen hatte die Aufgabe, einen schweren Dg von Lüneburg nach Soltau zu befördern. Am Ufer der Ilmenau war absolute Ruhe; die Ilmenau dümpelte träge vor sich her. Die Strecke von Lüneburg nach Soltau überspannte den Fluss mit einer bemerkenswerten Gitterbrücke. Da..! In der Ferne war jetzt ein Dröhnen zu vernehmen. Das müsste der Zug nach Soltau sein! Das Dröhnen wurde immer stärker, und majestätisch schob sich die riesige Deutz-Lok ins Bild, am Haken einen tonnenschweren Güterzug. Jetzt nur konzentrieren, damit man die Spiegelung nicht vergeigt..! Unter ohrenbetäubendem Lärm poltert der Zug über die Ilmenau und entschwindet Richtung Soltau. Man lauscht noch lange dem Dröhnen in der Ferne, bis es wieder verstummt. Dann herrscht wieder diese himmlische Ruhe am Ufer der Ilmenau - und hinterlässt diverse sehr zufriedene Gesichter einer Fotogruppe, die sich am 06.03.22 so eine Szene durchaus lebhaft vorstellen konnten...;-)

Hier die Auflösung: [www.drehscheibe-online.de]

Datum: 06.03.2022 Ort: Lüneburg [info] Land: Niedersachsen
BR: 3422,3423 (alle Deutz Dieselloks) Fahrzeugeinsteller: AVL
Kategorie: Bahn und Landschaft
Top 3 der Woche: 13 Punkte

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Die perfekte Illusion
geschrieben von: Leon (952) am: 08.03.22, 10:36
Von der Fotoaktion der Verkehrsfreunde Lüneburg wurden ja bereits zwei sehr ansprechende Bilder in die Galerie aufgenommen: [www.drehscheibe-online.de] [www.drehscheibe-online.de]. Dank der Flexibilität der Organisatoren gab es 14 Tage nach der ersten Fotoaktion einen Nachholtermin für diejenigen, denen der Orkan Zeynep einen Strich durch die Rechnung gemacht hat. Während die erste Gruppe am 19.02.22 nach dem Durchzug von Zeynep bereits in Lüneburg aktiv war, hockte ich zu Hause und musste mich mit einem Teil des Daches einer Dachgaube vom Nachbarn herumplagen, welches Zeynep auf unser Dach geweht hat. Danach ging der Blick tagelang auf die Wettervorhersagen, um zu sehen, ob es womöglich einen Gewinner- und einen Verlierertag geben würde. Selbst am Morgen des 06.03.22 war fast der ganze Norden noch dicht bewölkt, aber dann kam die etwas erlösende Nachricht, dass die Wolkendecke von Norden aufreißt. Also ging es los, und ab 12 Uhr wurde in Lüneburg ein Fotoprogramm mit der 200092 geboten, welches mit dem der ersten Gruppe Augenhöhe herstellte. Die Nachtaufnahmen rundeten das Programm ab, und somit gab es bei einer perfekten Organisation, verbunden mit einer fast familiären Gastfreundschaft seitens der AVL-Vereinsmitglieder, rundum nur zufriedene Gesichter...:-)
Die Illusion ist perfekt: Mitt der 80er Jahre brummt die 200092 mit einem strammen Güterzug an den Ausläufern von Lüneburg Richtung Soltau vorbei und wird sogleich über die Ilmenau-Brücke poltern...

Zuletzt bearbeitet am 08.03.22, 22:36

Datum: 06.03.2022 Ort: Lüneburg [info] Land: Niedersachsen
BR: 3422,3423 (alle Deutz Dieselloks) Fahrzeugeinsteller: AVL
Kategorie: Zug schräg von vorn
Top 3 der Woche: 3 Punkte

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Einfahrt Wenden-Bechtsbüttel
geschrieben von: Leon (952) am: 07.03.22, 21:39
Auch wenn die Fahrzeiten des "Knesebeckers" in die Nachtstunden verlegt wurden und somit diese attraktive Güterzugleistung nicht mehr bei Tageslicht fährt, ist die Mühlenbahn immer wieder für eine Stippvisite gut. Oberhalb von Braunschweig stehen entlang der Strecke auf einem kurzen Abschnitt hinter Wenden-Bechtsbüttel immer noch ein paar Telegrafenleitungen, auch wenn ihre filigranen Drähte einer deutlich dickeren Version zum Opfer fielen - aber die Querträger sind immer noch vorhanden und sorgen noch für eine gewisse Optik. Darüber hinaus finden sich auf der Strecke noch einige Formsignale, so z.B. in Wahrenholz sowie in Wenden-Bechtsbüttel. Wir sehen hier am späten Nachmittag des 07.03.22 einen leicht verspäteten Erixx, wie er auf seinem Weg nach Braunschweig soeben das Einfahrsignal von Wenden passiert hat.

Datum: 07.03.2022 Ort: Wenden-Bechtsbüttel [info] Land: Niedersachsen
BR: 648 (LHB/Alstom LINT 41) Fahrzeugeinsteller: Erixx
Kategorie: Zug schräg von vorn
Top 3 der Woche: 3 Punkte

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Blühende Landschaften in Fahrenholz
geschrieben von: Leon (952) am: 05.03.22, 16:09
Bleiben wir noch einen Moment auf der Strecke Strasburg-Prenzlau. Wie bereits in der Galerie gezeigt, bestach die Strecke durch eine Gleislage in Kiesbettung, welche der Vegetation ermöglichte, sich hier umfassend zu entfalten. Den herrlichen Neustrelitzer 772 116 haben wir bereits gesehen, und hier war er am 12.05.95 auf der Rückfahrt von Strasburg erneut in Fahrenholz anzutreffen. Blühende Bäume, Telegrafenmasten, eine rote Ferkeltaxe inmitten von Maiblumen - Kleinbahnidylle in der Uckermark.

Scan vom Fuji Velvia 6x6-Dia

Datum: 12.05.1995 Ort: Fahrenholz [info] Land: Brandenburg
BR: 772 (alle Schienenbusse Bauart Reichsbahn) Fahrzeugeinsteller: DB
Kategorie: Bahn und Landschaft
Top 3 der Woche: 10 Punkte

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Dynamik in Orlamünde
geschrieben von: Leon (952) am: 04.03.22, 12:33
Vor kurzem wurde ja von Johannes diese ansprechende Aufnahme einer 41.10 aus Orlamünde in die Galerie aufgenommen: [www.drehscheibe-online.de]. Und da fiel mir ein, dass dieses Feld bislang noch viel zu wenig beackert wurde..;-) Auch wir waren in den 80er Jahren hin und wieder im Saaletal aktiv, um die letzten Planeinsätze der Saalfelder "Mikados" einzufangen. Für Planeinsätze der "Jumbos" und der 01.5 hat es leider nicht mehr gereicht; da fehlten ein paar Jährchen. Aber neben den 41.10 waren seinerzeit recht häufig die Traditionsloks 01 1531 und 44 1093 vor Planzügen im Einsatz; hier wurde eigenltich jede Gelegenheit zum Anlass genommen, diese beiden Schmuckstücke zu präsentieren.
Bleiben wir jedoch zunächst beim Planbetrieb. Der Umlauf des Bw Saalfeld enthielt für die Mikados sowohl Personenzüge wie auch Güterzüge, und hier war vom Lumpensammler bis zum strammen Dg alles dabei. Letztgenannter Zug war am 04.10.86 der Dg 55445, den die 41.10 von Camburg bis Saalfeld zu befördern hatte. Wir haben uns für diesen Zug zunächst in der langgezogenen Kurve bei Döbritzschen hinter Saalfeld postiert und sind dem Zug dann durch Jena hinterhergekoffert. Bis Kahla war der Zug eingeholt, und nach dem Motiv mit der Leuchtenburg ging die Materialschlacht weiter: bei Orlamünde wurde hastig das Tele draufgeschraubt, und somit sehen wir hier die Mikado in voller Entfaltung ihrer Dynamik, wie sie unterhalb der Ortskulisse auf den Betrachter drauf zu donnert. Danach ging die Hatz weiter bis zum Bü in Etzelbach, aber danach musste eine weitere Verfolgung aufgegeben werden. Die Ortslage Rudolstadt nahte, und damit entfiel jede weitere legale Chance, den Zug noch ein fünftes Mal zu erwischen. Dafür ging es dann schleunigst hoch zur Papierfabrik nach Porstendorf oberhalb von Jena, an der die 41 1273 mit dem Ng 66467 von Camburg erwartet wurde.

Scan vom Fuji Kleinbilddia

Datum: 04.10.1986 Ort: Orlamünde [info] Land: Thüringen
BR: 040-059 (Güterzug-Dampflokomotiven) Fahrzeugeinsteller: Deutsche Reichsbahn
Kategorie: Zug schräg von vorn
Top 3 der Woche: 7 Punkte

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Eine Woche noch...
geschrieben von: Leon (952) am: 03.03.22, 17:22
Kommen wir noch einmal zurück an die Prenzlauer Kreisbahn, oder besser gesagt: zu einer ihrer Strecken. Bis Ende Mai 1995 verkehrten Ferkeltaxen auf der Strecke von Prenzlau nach Strasburg, langsam, über Gleise, welche in Kiesbettung lagen und somit der Vegetation zwischen den Schwellen freien Lauf ließen. Erinnert sei an dieses Bild [www.drehscheibe-online.de] mit einer roten Ferkeltaxe inmitten eines Blumenmeeres. Selbst auf Velgast-Tribsees war ein solches Bild nicht zu erleben.
Und welches Motiv könnte das nahe Ende des Personenverkehrs näher beschreiben als diese Aufnahme aus Fahrenholz? Wir schreiben den 20.05.95. Die gleiche Taxe wie auf dem anderen BIld. Eine Woche noch...:-(

Scan vom Fuji Velvia 6x6-Dia

Datum: 20.05.1995 Ort: Fahrenholz [info] Land: Brandenburg
BR: 772 (alle Schienenbusse Bauart Reichsbahn) Fahrzeugeinsteller: DB
Kategorie: Bahn und Infrastruktur
Top 3 der Woche: 12 Punkte

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