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1300 Kilometer
geschrieben von: Julian en voyage (339) am: 26.03.20, 10:45
Mit einem Laufweg von beinahe 1300 Kilometern zu den längsten TGV-Verbindungen (vielleicht ist es sogar DIE längste, ich habe andere Kandidaten auf diesen Titel nicht nachgemessen ;)) zählt ohne Zweifel die Relation von Brüssel nach Nizza, die Teil des "Intersecteurs"-Netzes ist, also jener TGV-Züge, die Provinz und Provinz unter Umgehung der Pariser Kopfbahnhöfe miteinander verbinden. Gehalten wird stattdessen am Flughafen Charles de Gaulle und/oder in Marne-la-Vallée-Chessy (dem Disneyland-Bahnhof). Bei der Verbindung zwischen belgischer Hauptstadt und Côte d'Azur-Metropole indes ist das mit der "Provinz" natürlich eher relativ und nur aus zentralistisch auf Paris ausgerichteter Sicht verständlich...

Am Abend des 8. März 2014 hat der TGV 9829 (Bruxelles-Midi - Nice Ville) bereits einen Großteil seiner Fahrtstrecke hinter sich, als er beim Überqueren des 416 Meter langen Viaduc de l'Arc seinen Schatten in die provenzalische Landschaft wirft. Hinter dem TGV-Bahnhof von Aix-en-Provence wird die Reise nur noch ein kurzes Stück bis Marseille über die LGV Méditerranée führen, ehe die letzte Etappe bis Nizza dann auf klassischer Infrastruktur entlang der Côte in Angriff genommen werden muss.

Seinerzeit, als Basti und ich nach dem Foto des samstäglichen Staubgut-Zuges auf der nur noch im Güterverkehr befahrenen Strecke Rognac - Aix, die auch (im Bild nicht sichtbar) unter dem Viaduc de l'Arc hindurch führt, den Tag an der Neubaustrecke ausklingen ließen, waren die aus Belgien kommenden "Intersecteurs" noch ein Garant für eine TGV-Garnitur in blau-silberner Livrée, da man bei den dreisystemfähigen Réseau-Einheiten noch nicht mit der Umgestaltung in das Carmillon-Farbschema begonnen hatte. Sechs Jahre später sieht das schon ganz anders aus und eine blau-silberne Doppeleinheit käme einem Sechser im Lotto gleich!

Datum: 08.03.2014 Ort: Roquefavour [info] Land: Europa: Frankreich
BR: FR-TGV Réseau Fahrzeugeinsteller: SNCF
Kategorie: Stimmungen mit Zug

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Triplette d'aspirateurs pour la cité phocéenne
geschrieben von: Julian en voyage (339) am: 21.03.20, 13:23
Bislang eher verhalten in der Galerie vertreten sind die "Aspirateurs" (= Staubsauger) genannten Triebwagen der Reihe X 72500, die ab 1997 in den Fahrgastbetrieb gelangten und damit den Anfang der Erneuerung der dieselbetriebenen TER-Flotte einleiteten. Mit dem verhältnismäßig kernigen Sound der insgesamt 1200 kW starken MAN-Motoren und dem markanten, pfeilförmigen Design heben sie sich doch ein bisschen von ihren Nachfolgern ab. Seit 2017 sind ihre Einsätze allerdings stark rückläufig und in vielen Regionen haben bereits Ausmusterungswellen bis hin zur Abstellung des gesamten Bestandes (so in der Picardie) eingesetzt. Grund genug, den Fokus einmal auf diese "Alten unter den Jungen" zu richten! :)

Bis heute ein Haupteinsatzgebiet sind die französischen Alpen, wo sich die Fahrzeuge auf den Strecken Marseille - Veynes - Briançon und (Valence -) Livron - Veynes den Regionalverkehr mit neueren AGC teilen. Auf ersterer sind auch Doppel- und Mehrfachtraktionen an der Tagesordnung. So beobachtet am 3. März 2013 bei La Freissinouse vor den Toren von Gap, Präfektur des Départements Hautes-Alpes, als ein Trio als TER 17416 (Briançon - Marseille-Saint-Charles) über den bekannten Hangviadukt rollte.

Die Reise führt dabei von einer der höchstgelegenen Städte Frankreichs (der Bahnhof von Briançon liegt auf 1203 Metern über dem Meer) über gut 300 Kilometer hinab in die zweitgrößte Stadt Frankreichs, die auf Meeresniveau am Golf du Lion liegt (der Bahnhof Saint-Charles auf 49m). Marseille trägt dabei den klangvollen Beinamen "la cité phocéenne", der auf die Gründungsgeschichte als Hafen durch griechische Siedler aus Phocaea (in der heutigen Türkei) um 600 v.Chr. zurückgeht.

Datum: 03.03.2013 Ort: La Freissinouse [info] Land: Europa: Frankreich
BR: FR-X 72500 Fahrzeugeinsteller: SNCF
Kategorie: Bahn und Landschaft
Top 3 der Woche: 9 Punkte

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Tôt le matin, on vient chercher le ballast!
geschrieben von: Julian en voyage (339) am: 17.03.20, 19:42
Recht spontan machten Urs und ich uns Anfang April 2017 auf zu einem Roadtrip in Richtung Westfrankreich. Bei der für dortige Verhältnisse ungewöhnlich stabilen Wetterlage mit über mehrere Tage praktisch makellos prognostiziertem Sonnenschein konnten wir nicht widerstehen, uns vor der anstehenden Ablösung der Rennaiser „Danseuses“ (davon handelte mein letztes Galeriebild) und der BB 67400 zwischen Bordeaux und Nantes noch einmal eine Auszeit zwischen Bretagne und Atlantikküste zu gönnen.

Erster Zwischenstopp war allerdings ein ganz anderes Thema: Der Schotterverkehr rund um Thouars. Bis heute sorgen die südlich der Eisenbahnerstadt - ehemals ein wichtiges Streckenkreuz an der alten Linie von Paris nach Bordeaux über Chartres, Courtalain, Château-du-Loir, Saumur, Niort und Saintes - gelegenen Steinbrüche des Thouarsais (Luché, Saint-Varent, etc.) für ein respektables Güterverkehrsaufkommen. Am 6. April 2017 standen für das Personal von Logistra/Ecorail, einer privatrechtlich organisierten Tochtergesellschaft von SNCF Géodis, allein vier Pendelfahrten von Thouars zum Steinbruch von Luché auf dem Programm, um neuen Bahnschotter abzuholen.

Bereits in aller Herrgottsfrühe startete dabei die erste Schicht: 4h55 Abfahrt mit dem ersten Leerschotter nach Luché! Entsprechend noch etwas verschlafen stolperten auch wir in die Fahrdienstleiterstube des Bahnhofs, wo wir trotz der unchristlichen Zeit freundlich empfangen wurden und die Details des geplanten Programms recht schnell in Erfahrung bringen konnten. So standen wir etwa anderthalb Stunden später passend für die zweite Fuhre am Ufer des Thouet bereit, um sie bei der Fahrt über den 1871 bis 1873 errichteten Eiffel-Viadukt ( [www.thouars.fr] ) abzupassen. Im Morgengrauen donnerten dann auch pünktlich die beiden Diesel-Primas mit dem Leerzug 83211 (Thouars - Luché) hoch über unseren Köpfen über den Fluss, an dessen Oberfläche nach der feuchten Nacht noch ein hauchzarter Nebelschleier erkennbar ist.

PS: Das Bild ist aus zwei unterschiedlich belichteten, im Übrigen aber inhaltsgleichen Fotos zusammengesetzt.

Datum: 06.04.2017 Ort: Thouars [info] Land: Europa: Frankreich
BR: FR-BB 75000 Fahrzeugeinsteller: SNCF
Kategorie: Stimmungen mit Zug
Top 3 der Woche: 10 Punkte

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L'Île-de-France conquiert la Bretagne
geschrieben von: Julian en voyage (339) am: 13.03.20, 18:37
Das Jahr 2017 war das letzte, in dem für die Rennaiser "Danseuses" der Reihe BB 25500 noch einmal durchgängig (mit Ausnahme der Sommerferien) ein Umlaufplan aufgestellt wurde, wenn auch nur mit bescheidenen zwei bis drei Plantagen. Die hatten es allerdings noch einmal in sich und bescherten den Loks von Rennes aus Leistungen nach Montreuil-sur-Ille, Vitré, Laval und Messac-Guipry (nur im Frühjahrsplan) bzw. La Brohinière (nur im Herbstplan), also in alle vier Himmelsrichtungen.

Mit von der Partie war die BB 25600 in Île-de-France-Livrée, die gemeinsam mit einigen ebenso lackierten Schwestermaschinen (den zum Aufnahmezeitpunkt bereits abgestellten BB 25597, 25599 und 25601) wenige Jahre zuvor für ihren Lebensabend aus der Hauptstadtregion rund um Paris in die bretonische Provinz versetzt wurde. Gewissermaßen also eine zweite (friedliche) Eroberung der Bretagne durch Frankreich nach dem Jahr 1532. Bleu, blanc, rouge - die Farben der Tricolore - lassen da jedenfalls keine Zweifel aufkommen! ;)

Nur an Samstagen tauchte dabei im Frühjahr Messac-Guipry an der Strecke Rennes – Redon als Wendebahnhof auf. Die in perfekter Zeitlage nordwärts fahrende Einzel-Leistung (hinzu als Leerreisezug) bescherte Urs und mir am 8. April 2017 die Möglichkeit, BB 25600 vor TER 856014 (Messac-Guipry - Rennes) bei Guichen-Bourg-des-Comptes im schönen Morgenlicht mit der alten Mühle von La Bouëxière aufzunehmen. Weil’s so schön ist, spiegelt sich die Szene gleich noch einmal in der am Morgen noch recht ruhig daliegenden Vilaine. :)

Datum: 08.04.2017 Ort: Guichen-Bourg-des-Comptes [info] Land: Europa: Frankreich
BR: FR-BB 25500 Fahrzeugeinsteller: SNCF
Kategorie: Bahn und Landschaft
Top 3 der Woche: 12 Punkte

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Ein paar Meter
geschrieben von: Julian en voyage (339) am: 11.03.20, 12:47
Jeder hier kennt folgende Situation wahrscheinlich bestens: Je öfter man eine Strecke besucht hat (incl. Abarbeitung der bekannten "Gassenhauer-Motive" ;)), desto exklusiver und präziser werden die Vorstellungen, an welcher Stelle man denn unbedingt noch ein ganz bestimmtes Bild machen müsste. Lichtstand und Jahreszeit sollen selbstredend auch passen. Oft fokussiert sich das Interesse dann nur auf ein paar Meter Bahnlinie, an denen man beim Warten während vorheriger Touren entlang gestromert ist und irgendwann auf eben jenen motivlichen Trichter kam. Bei mir ist ein solcher Flecken Erde das kleine Örtchen La Creuse in der Haute-Saône, wo ich mittlerweile gefühlt schon jede Kuh im Stall des örtlichen Bauern persönlich kenne...;)

Ebenfalls nur ein paar Meter maßen im Sommer 2019 der bewuchsfreie Abschnitt am westlichen Ortsrand und der kleine Bereich von vielleicht fünf bis zehn Mastabständen, auf dem die bereits im Abbau begriffene Telegrafenleitung noch vollständig erhalten war. Glücklicherweise genau an meinem Wunsch-Motiv für den morgendlichen Streiflicht-Schuss! (Ob sich die Drähte dort bis zum heutigen Tag retten konnten, weiß ich leider nicht...)

So legte ich am 29. August 2019 auf dem Weg vom Rhein-Neckar-Raum nach Norditalien einen kurzen Zwischenstopp in La Creuse ein, um an dieses kleine Projekt einen Haken setzen zu können. Entsprechend zufrieden war ich, als um zwanzig vor acht der "Baleine" X 73744 als TER 894406 (Belfort - Vesoul) durch den Glint des dunstigen Spätsommermorgens brummte.

Datum: 29.08.2019 Ort: La Creuse [info] Land: Europa: Frankreich
BR: FR-X 73500 Fahrzeugeinsteller: SNCF
Kategorie: Stimmungen mit Zug
Top 3 der Woche: 15 Punkte

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Circumetnea - VII
geschrieben von: Julian en voyage (339) am: 03.03.20, 19:08
- Fortsetzung zu [www.drehscheibe-online.de] -

Bislang fehlt in meiner losen Foto-Serie über die Ferrovia Circumetnea, jene 950mm-Schmalspurbahn, die den Ätna auf Sizilien einmal (fast) umrundet, noch ein Foto der modernen Doppel-Triebwagen, die auf den Namen "Vulcano" hören, wie er also kaum passender für die Strecke im Schatten des mächtigen Vulkans sein könnte. Grund genug, dies zu ändern, denn mittlerweile erbringen die vier 2015 und 2016 von Newag an die FCE gelieferten Fahrzeuge einen beträchtlichen Teil des Zugverkehrs zwischen Catania und Randazzo, während sie auf dem Streckenabschnitt von dort hinunter ans Meer nach Riposto bis dato nicht zum Einsatz kommen. Perspektivisch ist allerdings eine Beschaffung von bis zu vier weiteren Triebwagen des gleichen Typs geplant.

Am Abend des 18. September 2019 hatte ich mich unweit des Scheitelpunkts der Strecke auf knapp 1000 Metern (976, um genau zu sein) über dem Meer oberhalb von Bronte positioniert, um den von einem solchen "Vulcano" gefahrenen Zug 33 (Catania Borgo - Riposto) in den letzten Sonnenspots dieses schönen Spätsommertages festzuhalten.

Einzig der namensgebende Ätna verhielt sich mal wieder etwas divenhaft und hüllte seinen derzeit 3326 Meter hohen Kratergipfel in dichte Wolken. Ein Schauspiel, das den Berg praktisch täglich anders erscheinen lässt, es sei denn, man erwischt einen der raren Tage, an denen er sich auch abends noch vollkommen wolkenfrei zeigt...

Datum: 18.09.2019 Ort: Bronte [info] Land: Europa: Italien
BR: IT-DMU Vulcano Fahrzeugeinsteller: Ferrovia Circumetnea (FCE)
Kategorie: Bahn und Landschaft
Top 3 der Woche: 11 Punkte

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La città eterna
geschrieben von: Julian en voyage (339) am: 29.02.20, 19:37
La città eterna – Die ewige Stadt! Bereits in der Antike prägten Dichter und Geschichtsschreiber wie Vergil den Mythos, Rom werde solange bestehen, wie Menschen leben und niemals seiner unbändigen, eigentümlichen Kraft beraubt werden… Nun ja, auf eine gewisse Art sollten sie Recht behalten, denn in Italiens Hauptstadt prallen noch heute Epochen aufeinander wie an kaum einem anderen Ort der Welt.

Überall in der Stadt finden sich Relikte vergangener Jahrhunderte. So auch an der Porta Maggiore, einem altrömischen Stadttor aus dem Jahr 52 n. Chr., das im 3. Jahrhundert in die Aurelianische Mauer integriert wurde und heute inmitten eines vielspurigen Verkehrskreisels liegt, in dem die Vespas und Fiats eifrig hupend zirkulieren. Mitten hindurch führen auch die Gleise der Ferrovia Roma – Giardinetti, Reststück der einst über 137 Kilometer bis Fiuggi und Frosinone führenden 950mm-Schmalspurbahn, auf der bis heute Fahrzeuge unterwegs sind, die in ihrer Grundsubstanz bald den hundertsten Geburtstag feiern werden. Wenn nicht doch bis dahin einmal die schon so häufig in Aussicht gestellten Neufahrzeuge in ausreichender Zahl beschafft werden... Doch die Mühlen bei den städtischen Verkehrsbetrieben ATAC (Azienda Tranvie e Autobus del Comune), die die Strecke 2010 unter ihre Fittiche genommen haben, mahlen langsam, ganz gleich, ob der/die Bürgermeister/in nun gerade Gianni Alemanno oder Virginia Raggi heißt.

Am 31. Mai 2018 rollte Tw 422 - ein Oldie aus dem Jahre 1926 (!), dessen heutiger Wagenkasten allerdings „erst“ aus dem Jahr 1959 stammt - mit seinem unverkennbaren Sound auf der Fahrt von Centocelle nach Roma Laziali in die zentrale Umsteigehaltestelle. Noch getoppt werden wird das akustische Erlebnis durch das Beschleunigen bei der Abfahrt, wenn die antiken Elektromotoren von TIBB (Tecnomasio Italiano Brown Boveri) zu Hochformen auflaufen und die Fahrwerke über die Gleiskreuzung mit der Straßenbahn scheppern. Muss man einfach mal selbst erlebt haben! ;)

Zuletzt bearbeitet am 01.03.20, 13:29

Datum: 31.05.2018 Ort: Rom, Porta Maggiore [info] Land: Europa: Italien
BR: 4XAusl (sonstige ausländische Elektrotriebwagen) Fahrzeugeinsteller: ATAC
Kategorie: Zug schräg von vorn
Top 3 der Woche: 14 Punkte

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La bestia da soma che lotta in salita
geschrieben von: Julian en voyage (339) am: 28.02.20, 19:52
Ein kräftiges Lasttier braucht es, um die schweren, mit Stahlcoils beladenen Ganzzüge, die mehrmals am Tag vom Genueser Hafen zum ArcelorMittal-Stahlwerk in Novi Ligure verkehren, über den Giovi-Pass zu wuchten, jene natürliche Barriere, die sich allen Verkehrsströmen entgegen stellt, die vom je nach Betrachtungsweise größten (Fläche) oder zweitgrößten (Güterumschlag) Seehafen Italiens in Richtung Poebene unterwegs sind.

Man könnte es vielleicht mal mit einem Esel versuchen? Doch will man ihm das wirklich zumuten, wenn er da so friedlich grasend im Schatten eines Baumes auf der saftigen Weide steht...? ;) Wohl eher nicht, wir sind ja schließlich keine Unmenschen! Vielleicht doch lieber auf einen Kaiman zurückgreifen, denn zumindest wenn der im Bahnsektor zu Hause ist, hat er ganz nebenbei auch noch ein paar Esels- bzw. Pferdestärken mehr auf seinen vier Beinen...pardon, sechs Achsen!

Die Rede ist natürlich vom legendären italienischen "Caimano", der kultigen Bo'Bo'Bo'-E-Lok mit dem Gelenk in Lokmitte, die ab 1975 in insgesamt sechs Serien an die Ferrovie dello Stato geliefert wurde und im Zuge eines Ideenwettbewerbs den Namen des Reptils erhielt. Im Herbst 2014 griff die FS-Gütersparte, die damals noch unter dem Namen Trenitalia Cargo firmierte, gerne auf eine solche Lok der Reihe E 655 für die Bespannung der Coilzüge am Giovi zurück, inklusive einer Schwesterlok zur Schubunterstützung am anderen Zugende. Der Bestand war trotz diverser Ausmusterungen noch üppig, ganz anders als fünfeinhalb Jahre später, wo die "Caimani" in ihren mutmaßlich allerletzten Zügen liegen, was den Regelbetrieb angeht...

Besonders gefreut haben wir uns am 23. Oktober 2014 allerdings, dass ein so sauberes Exemplar an der Spitze hing! Um kurz nach zehn kämpfte sich die Maschine mit MRS 54326 (Genova Sestri Ponente - Novi San Bovo) auf der Linea succursale dei Giovi bergwärts, wobei die dabei assistierende Schublok nicht mehr ganz in den Bildausschnitt auf dem Steinbogenviadukt von Campomorone passte. 700 Meter höher grüßt indes das Santuario di Nostra Signora della Guardia vom Berg.

Datum: 23.10.2014 Ort: Campomorone [info] Land: Europa: Italien
BR: IT-E655 Fahrzeugeinsteller: Trenitalia
Kategorie: Bahn und Landschaft
Top 3 der Woche: 7 Punkte

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Wo viel Licht ist, ist starker Schatten
geschrieben von: Julian en voyage (339) am: 26.02.20, 12:52
“Wo viel Licht ist, ist starker Schatten.” - Das wusste schon Goethes Götz von Berlichingen im gleichnamigen Drama von 1773.

So richtig bewusst, wie stark sich Licht und Schatten gegenseitig bedingen, wird einem immer wieder, wenn in den Alpentälern am frühen Morgen Meter um Meter aus dem Schatten der umgebenden Berge ins gleißende Licht der höher steigenden Sonne wandert. So beobachtet von mir am 23. März 2018 im norditalienischen Valchiavenna.

Kaum hatten sich die Schatten von den Gleisen zurückgezogen, erschien ALe 582 019 als Regionale 4945 (Chiavenna - Colico) am Feldweg-Bahnübergang mit dem windschiefen Blinklicht bei Dubino auf der Bildfläche. Einer Mischung aus eher laxem Verfahren bei der Umgestaltung in Verbindung mit Neuzugängen aus anderen Regionen ist es zu verdanken, dass auch Anfang 2020 noch vereinzelt Fahrzeuge im XMPR-Farbschema der Trenitalia in den Trenord-Umläufen mitschwimmen. Bei den ALe 582 sorgen mitunter bunte Mischungen beider Farbschemata innerhalb einer Garnitur für zusätzliche Abwechslung...

PS: Signaltafel am Gleis auf Höhe des Steuerwagens weggestempelt.

Datum: 23.03.2018 Ort: Dubino [info] Land: Europa: Italien
BR: IT-ALe582 Fahrzeugeinsteller: Trenord
Kategorie: Stimmungen mit Zug
Top 3 der Woche: 7 Punkte

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Winter in Südtirol
geschrieben von: Julian en voyage (339) am: 22.02.20, 22:14
Winter in Südtirol sind außer in den ganz hohen Lagen mitnichten schneesicher. Soviel war mir aus Schilderungen meiner Großeltern in Erinnerung, die immer wieder von der hoffnungsvollen Anreise mit Käfer und später dem gelben 3er-BMW in den Winterurlaub (selbstredend in Zeiten vor Webcams und Online-Wetterdiensten!) ins Pustertal erzählten, die das ein oder andere Mal jenseits des Brenners großer Ernüchterung weichen musste...

Im extrem schneearmen Winter 2019/2020 gilt das natürlich erst recht. So zögerte ich nicht lange mit einem Besuch, als der Wetterbericht nach zwei Tagen Schneefall wenigstens etwas von der weißen Pracht versprach. Gleichwohl hatte auch ich mein persönliches Brenner-Erlebnis nach Passieren der Passhöhe auf knapp 1400 Metern und dem anschließenden Abstieg der Staatsstraße nach Gossensaß. ;)

An den sonnenbeschienenen Südhängen hatte sich zur Mittagszeit am 6. Februar 2020 auch im Pflerschtal auf etwa 1100 Metern Höhe der Schnee bereits beträchtlich zurückgezogen, war aber immer noch ausreichend, um die farblich ähnliche Lärmschutzwand einigermaßen gnädig zu kaschieren - Erklärtes Ziel dieser winterlichen Foto-Aktion!

Als Regionale 2261 (Brenner - Bologna) rollte E 464 056 mit einer noch stilrein in XMPR gehaltenen MDVC-Garnitur bergab gen Eisacktal. Die wenigen durchgehenden Züge vom Brenner nach Verona und Bologna sind heute die letzte Domäne der am Anfang ihrer Karriere am Brenner omnipräsenten "Monocabina"-Loks auf diesem Streckenabschnitt, während die Züge nach Bozen und Meran alternierend mit Flirts oder den Jazz-Derivaten der autonomen Region Trentino gefahren werden.

Aus dem Hintergrund grüßen - sie ihrerseits sind tief verschneit - die Gipfel der Stubaier Alpen.

Zuletzt bearbeitet am 22.02.20, 22:18

Datum: 06.02.2020 Ort: Gossensaß / Colle Isarco [info] Land: Europa: Italien
BR: IT-E464 Fahrzeugeinsteller: Trenitalia
Kategorie: Bahn und Landschaft
Top 3 der Woche: 6 Punkte

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