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Cerbère oder Latour-de-Carol?
geschrieben von: Jens Naber (447) am: 23.01.22, 20:53
Langwierige Diskussionen gab es in der Hochlichtphase des 25. Juni 2021 zwischen Dirk, Pascal und mir in den Weinbergen von Névian bzgl. des Programms in der zweiten Tageshälfte. Der Hintergrund ist schnell erklärt: Sowohl in Cerbère, gelegen direkt am Meer, als auch in Latour-de-Carol startete am Abend jeweils ein fotogen im Licht laufender Nachtzug gen Paris. Das Problem: Man musste sich frühzeitig für einen Zug entscheiden, beides ist ebenso wenig möglich wie kurzfristiges Umentscheiden. Nun standen wir vor der Situation, dass alle Wetterdienste eine bombensichere Vorhersage für die Küste abgaben, während es in den Pyrenäen deutlich bewölkter sein sollte – bei nur einem „interessanten“ Zug also eine ziemlich unsichere Nummer. Eigentlich eine klare Sache „pro Cerbère“, leider jedoch mit einem Wermutstropfen: Für diesen Nachtzug war eine BB 7200 im wenig fotogenen livrée „fantôme“ eingeteilt, wodurch wir uns durch das Fotografieren des Leerzuges am Vormittag selbst überzeugen konnten. Währenddessen stand in den Bergen gemäß unseren Infos eine verlockende „béton“-Maschine für die abendliche Leistung bereit. So diskutierten wir eine geschlagene Stunde in der Mittagshitze Für und Wider der beiden Optionen. Ich weiß nicht mehr, wie viele Wolkenfilme wir angeschaut hatten, bis letztendlich eine Entscheidung „pro Latour“ gefällt wurde.

Auf der Bergfahrt ließ die stark quellende Bewölkung einige Zweifel an dieser Entscheidung aufkommen, aber rückgängig wollte sie dann auch keiner mehr machen. So standen wir also abends mit angespannten Nerven und vielen sorgenvollen Blicken gen Himmel an unserem Wunschmotiv bereit. Der Triebwagen 20 Minuten vorher, den wir uns auf der Anfahrt als „Backup“ schöngeredet hatten, passierte die Brücke bereits bei einem Wolkenschaden par excellence und unsere Hoffnung wurde minütlich geringer, dass das mit dem Nachtzug doch noch klappen könnte. Aber es gibt eben doch noch die Momente, die für viele Fehlschläge in diesem Hobby entschädigen, denn pünktlich zur planmäßigen Durchfahrtszeit des Intercités de Nuit nach Paris bildete sich ein Wolkenloch und wenige Augenblicke später sollte die Anspannung schlagartig von uns abfallen: BB 7300 im gewünschten livrée "béton" rollt mit dem ICN 3970 von Latour-de-Carol nach Paris-Austerlitz in sehr gemächlicher Fahrt talwärts dem nächsten Halt in Porté-Puymorens entgegen. Ein lauter Jubelschrei hallte Sekunden später durch das enge Tal, während die nächste Wolke – rechts oben erkennt man bereits den Schatten – vor die Sonne zog.... :)

Datum: 25.06.2021 Ort: Carol [info] Land: Europa: Frankreich
BR: FR-BB 7200 Fahrzeugeinsteller: SNCF
Kategorie: Bahn und Landschaft
Top 3 der Woche: 21 Punkte

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Die Schatten greifen an!
geschrieben von: Julian en voyage (432) am: 30.01.19, 18:10 Bild des Tages vom 20.06.19
Die Schatten greifen an! - Klingt wie einem schlechten Science-Fiction-Plot entnommen? Ist es auch! Der Bildtitel stammt von einem Groschenroman aus der seit 1961 wöchentlich erscheinenden Perry Rhodan-Saga, die sich ihrerseits rühmt, die am längsten laufende Science-Fiction-Serie der Welt zu sein. Quantität und Qualität sind bekanntermaßen zweierlei Dinge, aber zum oben gezeigten Foto fand ich wenigstens den plakativen Titel ganz passend. ;)

Auf dem Abstieg nach dem vorangegangenen "Hauptschuss" des Abends, der dem Intercités de nuit nach Paris galt (-> [www.drehscheibe-online.de] ), hielten wir am Viaduc de Carol in den französischen Pyrenäen noch einmal kurz inne, denn wenig später sollte ein gen Latour-de-Carol fahrender TER folgen, der in Porta mit dem entgegenkommenden Nachtzug kreuzt. Letztlich tauchten die allerletzten Sonnenstrahlen dieses 17. Juni 2017 das wohl markanteste Brückenbauwerk des Transpyrénéen Oriental tatsächlich auch acht Minuten nach dem Nachtzug noch in intensives Licht, während die Umgebung zwischenzeitlich beinahe vollends im Schatten der umgebenden Berge lag. Gerade rechtzeitig surrte ein unerkannt gebliebener Z 27500 wie erhofft als TER 871479 (Toulouse - Latour-de-Carol) seinem Endbahnhof entgegen.

Die beiden mittelalterlichen Türme hinter der Brücke gehören zum Château de Carol, das im Jahre 1243 von Jakob I. dem Eroberer, damals König von Aragón, erstmals urkundlich erwähnt wurde. Abgefasst wurde besagte Urkunde übrigens im katalanischen Puigcerdà, jenem Ort, der hier - auf einer kleinen Bergkuppe inmitten der Cerdanya/Cerdagne thronend - eher zurückhaltend aus dem Hintergrund grüßt.

PS: Ein Graffito auf dem Triebwagen habe ich mittels Photoshop nachträglich entfernt.

Datum: 17.06.2017 Ort: Carol [info] Land: Europa: Frankreich
BR: FR-Z 27500 Fahrzeugeinsteller: SNCF
Kategorie: Stimmungen mit Zug
Top 3 der Woche: 12 Punkte

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Bangen bis zum Schluss
geschrieben von: Julian en voyage (432) am: 23.07.17, 17:06 sternsternstern Top 3 der Woche vom 06.08.17
Es gibt in Frankreich wie anderswo eine Reihe von Eisenbahn-Motiven, an denen man einfach nur auf den passenden Zug warten muss, an denen eigentlich - wohlwollendes Wetter vorausgesetzt - überhaupt nichts schiefgehen kann. Und dann gibt es jene Sorte von Motiven, wo gleich eine Mehrzahl glücklicher Umstände zusammenkommen muss, um letztlich mit einem gelungenen Foto nach Hause zu kommen... Und masochistisch wie der gemeine Spotter nun mal veranlagt ist, sucht er sich diese besonders gerne aus! ;)

Der Forderungskatalog, den es am Viaduc de Carol - markantes Bauwerk an der traumhaft in den Pyrenäen gelegenen Strecke Toulouse - Latour-de-Carol - zu erfüllen gilt, ist dabei besonders dick: Zum einen möchte man sich natürlich bevorzugt eines interessanten Zuges bedienen. Den gibt es nur einmal am Tag in Form des Intercités de nuit nach Paris - Ansonsten dominieren Z 27500 den Betrieb. Und aufgrund der hohen Pyrenäengipfel liegt das Brückenbauwerk für ihn nur an den längsten Tagen des Jahres rund um die Sommersonnenwende im Licht. Dies jedoch nur bei absolut pünktlichem Verkehren des Zuges - Schon wenige Minuten nach der planmäßigen Durchfahrtzeit haben sich die Schatten zu weit voran gefressen! Eher sekundär mutet da der Wunsch an, dass die Zuglok doch bitte keine Maschine im (Nicht-)Farbschema "Fantôme" sein möge...

So war der 17. Juni 2017 auch schon der zweite Tag in Folge, an dem Urs und ich den steilen Hang unweit des Weilers Carol (Querol auf katalanisch) am gleichnamigen Gebirgsbach, einem Zufluss des Ebro, erklommen und an dem von uns ausgeguckten dekorativen Steinhaufen Stellung bezogen. Am Vortag war der Zug wegen eines Eisenbahnerstreiks in Limoges (!) ausgefallen. C'est la vie... Glücklicherweise hatten wir einen weiteren Tag als Reserve in petto. Dank eines vorangegangenen Besuchs beim "Agent de circulation" in Latour-de-Carol wussten wir immerhin, dass der Zug heute fahren sollte! Eine leichte Ungewissheit blieb jedoch. Würde er pünktlich sein und das Licht halten?

Um 19:31 Uhr fiel die Anspannung schlagartig von uns ab, als BB 7270 - en livrée béton, bien sûr! :) - mit INT 3980 (Latour-de-Carol - Paris Austerlitz) im schönsten Abendsonnenschein über den Viadukt rollte, während der Berghang zur rechten für ein geradezu dramatisches Schattenspiel sorgte. Kurz innehalten, an den Abstieg machen und unten am Fluss den Campingkocher anwerfen - Da schmeckte das Abendessen doch gleich doppelt gut! ;)

Zuletzt bearbeitet am 24.03.19, 18:17

Datum: 17.06.2017 Ort: Carol [info] Land: Europa: Frankreich
BR: FR-BB 7200 Fahrzeugeinsteller: SNCF
Kategorie: Bahn und Landschaft
Top 3 der Woche: 25 Punkte

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