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A flanc de falaise
   
geschrieben von Julian en voyage am: 05.10.25, 19:18
Aufrufe: 1874

Hoch über dem Tal der Dordogne schmiegt sich die Strecke des "Truffadou" an die steilen Felsklippen, besonders imposante Exemplare der vielerorts im Quercy und Périgord hervortretenden Gesteinsformationen. Dieser Abschnitt der Strecke von Souillac nach Viescamp-sous-Jallès, im Großen betrachtet Teil einer längst vergangenen West-Ost-Verbindung von Bordeaux nach Aurillac, blickt auf eine wechselvolle Geschichte zurück. 1889 nach mehrjähriger Bauzeit in Betrieb genommen, wurde er 1917 zunächst Opfer des Eisen und Stahl in Unmengen verschlingenden Ersten Weltkriegs. Schon zwei Jahre später baute man die Verbindung aber mit amerikanischen Gleisen wieder auf.

Nachdem am 31. Mai 1980 der letzte Personenzug zwischen Souillac und Saint-Denis-près-Martel unterwegs war, folgte die offizielle Stilllegung neun Jahre später im Mai 1989. Nach dem kriegsbedingten Gleisabbau der 1910er Jahre das zweite vermeintliche Ende... Doch schon bald darauf gründete sich ein Verein mit dem Ziel, den landschaftlich herausragenden Abschnitt zu erhalten und wenigstens zu touristischen Zwecken wiederzubeleben - Die Chemin de fer touristique du Haut Quercy (CFTHQ) war geboren! Seit 1997 erfreuen sich die Abfahrten vom Mittelalter-Städtchen Martel aus entlang der Falaise de Mirandol bis kurz vor die Einfahrt in den SNCF-Abzweigbahnhof Saint-Denis-près-Martel großer Beliebtheit.

Neben verschiedenen Dampflokomotiven französischen und polnischen Ursprungs, die für das breite Publikum natürlich die Attraktion sind, aber nur bedingt zur Strecke passen, hat der Verein auch die beiden ehemaligen SNCF-Dieselloks BB 63816 und 63924 in seinem Bestand, die insbesondere in der Nebensaison oder an schwächer besuchten Wochentagen zum Einsatz gelangen und - die richtige Perspektivwahl vorausgesetzt - die fast perfekte Illusion eines Nebenbahn-Güterzugs der 80er Jahre ermöglichen. So auch am 15. September 2023, als ich den Nachmittagszug aus exponierter Position abpasste, während er zwischen zwei kurzen Tunnels hervorschaute.

PS: Eine in beiden Fahrtrichtungen am rechten Spitzengsignal befestigte rote Blende habe ich nachträglich temporär abgehängt. ;)

Datum: 15.09.2023 Ort: Saint-Denis-près-Martel Land: Europa: Frankreich
BR: 2XAusl (sonstige ausländische Diesellokbaureihen) / FR-BB 63500 Fahrzeugeinsteller: Chemin de Fer Touristique du Haut-Quercy (CFTHQ)
Kategorie: Bahn und Landschaft

EXIF-Daten:
Hersteller: SONY , Modell: DSLR-A350, Belichtungszeit: 1/640 sec, Blende: F/8.0, Datum/Uhrzeit: 15.09.2023 15:24:35, Brennweite: 26 mm, Bildgröße: 911 x 1280 Pixel


geschrieben von: Benedikt Groh
Datum: 06.10.25, 07:53

Hallo Julian,

ein herrliches Motiv mit perfekter Präsentation *

Gruß
Benedikt

geschrieben von: Jochen Schüler
Datum: 06.10.25, 14:20

Hallo Julian,

und wieder klasse gemacht. Die polnische Dampflok mit den offenen Touristenwagen hat mich immer abgeschreckt, diese tolle Strecke zu besuchen. So mit der BB 63500 und nur angedeuteten Wagen ist es perfekt umgesetzt und das Licht passt auch fast punktgenau. Wie Du bei dem Fast-Frontlicht die Lokseite so gut ausgeleuchtet hast, ist mir allerdings ein Rätsel?

* und Gruß
Jochen

geschrieben von: Detlef Klein
Datum: 06.10.25, 21:10

Hallo auch, das Sujet an sich ist schon allererste Sahne und auch verdammt gut umgesetzt👍
Wie aber bereits bemerkt, die Seitenwand der Lok in vollem Licht, die Seitenmauer des Viadukts verschattet. KI vielleicht?
Ciao Detlef

geschrieben von: Julian en voyage
Datum: 06.10.25, 21:55

Danke euch für die Kommentare zum Bild!

Was die anklingenden Zweifel an der Plausibilität der Ausleuchtung anbetrifft, kann ich sagen, dass am Bild tatsächlich (außer der wie geschrieben digital abmontierten roten Scheibe) nichts "getürkt" ist, weder per KI noch manuell. Das Licht war zwar in der Tat sehr spitz, aber ein bisschen Rest-Seitenlicht hat offenbar gereicht, um die Seite des Vorbaus (das einzige seitliche Stück der Lok, das man wirklich sieht) so hell wie gezeigt erscheinen zu lassen. Da spielen ja immer auch Faktoren wie die Farbe und der Sauberkeitsgrad eine Rolle (Plakatives Beispiel: Sauberes, spiegelndes Orange vs. dreckiges Grau). Was die Stützmauer links neben der Lok angeht, ist diese nur deshalb so dunkel, weil auf sie der Schatten der über die Gleise ragenden Baumkrone fällt. Oder meinst du, @Detlef, rechts der Lok? Das ist keine Mauer, sondern ein dunkleres Geländer.

Viele Grüße
Julian

1-mal bearbeitet. Zuletzt am 06.10.25, 22:00

geschrieben von: Detlef Klein
Datum: 07.10.25, 12:55

Hallo Julian, danke für Deine ausführliche Erklärung. Ich meinte tatsächlich rechts neben der Lok. Jetzt, da Du mich auf den richtigen Pfad geführt hast, habe ich auch gesehen, dass es sich nicht um eine Mauer sondern um einen (verrosteten?) Zaun handelt. Ich sollte doch einmal den Augenarzt konsultieren.
Ciao Detlef

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