DREHSCHEIBE-Online 

Anzeige

HIER KLICKEN!
   
   
   

Foto enthält Positionsdaten. Die Kartenansicht erfordert JavaScript! |

   
L'autunno in toni pastello
   
geschrieben von Julian en voyage am: 12.01.21, 19:11
Aufrufe: 205

Herbst in der Poebene - Das ist oft eine recht trübe Angelegenheit. Eine Mischung aus vom Po und seinen Nebenflüssen hervorgerufenem Nebel und dem Smog der nahen Industriestadt Turin sorgt dann insbesondere bei Windstille auch im Canavese am Fuße der Alpen für wenig erhellende Sichtverhältnisse. Klare Tage gibt es natürlich auch, aber in den auf -er endenden Monaten sind sie gefühlt eher die Ausnahme, sodass die eigentlich nahen Berggipfel dem Betrachter oft genug verborgen bleiben.

Ein Zwischending hatte sich am 13. Oktober 2017 nach Sonnenaufgang eingestellt. Zwar waberten einzelne Bodennebelbänke über den Feldern und ein merklicher, vom Geruch brennender Kohle und glimmenden Holzes geschwängerter Dunstschleier lag über allem und tauchte die Szenerie in seichte Pastelltöne. Allerdings war er dünn genug, um den Blick preiszugeben auf die gestaffelte, nicht enden wollende Abfolge von Bergketten, vom Vorgebirge bis hin zu den schroffen Gipfeln der Grajischen Alpen.

Der Herbst angebrochen war Ende 2017 - jedenfalls in althergebrachter Form - auch für den oberen Abschnitt der Ferrovia Canavesana zwischen Rivarolo und Pont Canavese, seit ihrer Eröffnung als Zweigstrecke/Verlängerung der aus Settimo Torinese kommenden Linie im Jahre 1906 ein typisches Beispiel für die in Italien einst zahlreichen "ferrovie concesse", in privater Regie auf Grundlage staatlicher Konzessionen erbaute Nebenbahnen, die Ortschaften und mitunter ganze Gegenden an die weite Eisenbahnwelt anschlossen, die von den FS noch nicht bedacht worden waren. Die Zukunft der gesamten Ferrovia Canavesana sollte in die Hände der Trenitalia anstelle der bis dato für die Betriebsführung zuständigen und nicht immer zufriedenstellenden Gruppo Torinese Trasporti (GTT) gelegt werden, inklusive einer Elektrifizierung des noch fehlenden Abschnitts von Rivarolo nach Pont.

Der vor Ort überwiegend begrüßte Betreiberwechsel wurde nun zum 1. Januar 2021 vollzogen, allerdings nur zwischen Turin/Settimo und Rivarolo, wo jetzt moderne "Pop"-Triebwagen die Pendler in die Großstadt bringen. Der Dieselabschnitt hingegen, auf dem bis zuletzt drei fast 50 Jahre alte ALn 668 das neben parallelen Bussen nur rudimentäre und überwiegend auf Schüler zugeschnittene Zugangebot bestritten, ist erst einmal außer Betrieb und sieht der versprochenen Elektrifizierung entgegen. Diese soll mindestens 18 Monate dauern, wobei dieser Zeithorizont mit Vorsicht zu genießen ist...

Die als Zug 703 (Rivarolo - Pont Canavese) abgebildeten ALn 668 906 und 907 (gebaut von FIAT Ferroviaria 1972), die aus dem Bestand der benachbarten Ferrovia Torino - Ceres in die GTT bzw. deren Vorgängergesellschaft SATTI (Società Anonima Torinese Tranvie Intercomunali) eingebracht wurden, sind jedenfalls seit Dezember 2020 im Ruhestand und umgehend an das piemontesische Eisenbahnmuseum in Savigliano abgegeben worden. Der Dritte im Bunde, ALn 668 905, ist b.a.w. in Favria abgestellt.

Datum: 13.10.2017 Ort: Oglianico Land: Europa: Italien
BR: 6XAusl (sonstige ausländische Verbrennungstriebwagen) / IT-ALn668 Fahrzeugeinsteller: Gruppo Torinese Trasporti (GTT)
Kategorie: Bahn und Landschaft

EXIF-Daten:
Hersteller: SONY , Modell: DSLR-A350, Belichtungszeit: 1/320 sec, Blende: F/7.1, Datum/Uhrzeit: 13.10.2017 08:23:49, Brennweite: 70 mm, Bildgröße: 760 x 1280 Pixel



geschrieben von: wirsberg
Datum: 14.01.21, 23:38

Die Bäume trotzen dem Dunst und geben eine pittoreske Umrahmung für den Triebwagen, herrlich!


geschrieben von: claus_pusch
Datum: 15.01.21, 21:39

Hallo Julian, danke für dieses schöne Herbstbild aus dem Piemont. Ich kam ziemlich genau 4 Jahre vorher an diese Bahn, da war es mit den Sichtverhältnissen ganz ähnlich. Der Abschnitt Rivarolo-Pont hat mich wegen der vielen Fotomotive begeistert, während der untere Streckenabschnitt eher dröge war.
Viele Grüße, Claus


geschrieben von: Julian en voyage
Datum: 16.01.21, 17:59

Danke euch beiden! :)

@Claus: Ja, da kann ich dir nur zustimmen. Zumal der elektrifizierte Abschnitt bis Rivarolo ja noch weiter von den Bergen weg ist - das heißt eine noch geringere Chance, sie tatsächlich zu Gesicht zu bekommen...;) Deine Fotos von 2013 waren übrigens mit dafür verantwortlich, dass ich mich der Canavesana fotografisch gewidmet habe. Insbesondere dein morgendliches Bild aus dem Bahnhof Cuorgnè ist mir noch ein positiver Erinnerung. 2017 war dieser Blickwinkel leider von Baukränen entstellt. Wäre deine Version nicht eigentlich auch ein Fall für die Galerie? ;)

Viele Grüße
Julian

direkter Link zu diesem Beitrag:

zurück

(c) 2021 - Arbeitsgemeinschaft DREHSCHEIBE e.V.