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Ein weiteres „Must have“ …
   
geschrieben von Frank H am: 20.05.20, 20:42
Aufrufe: 426

… aus der Wagnerschen Motivschmiede stellte Anfang der Achtziger für den Jungfotografen der klassische Blick auf die Nordausfahrt des Bahnhofs Eutin mit dem herrlichen Ensemble aus Stellwerk, Formsignalen und natürlich der hoch über dem Ort stehenden Windmühle dar.

Der 1981 im Franck-Verlag erschienen Bildband „Die DB heute“ dürfte für so manchen Hobbykollegen ein wertvoller Tippgeber, vielleicht auch die Initialzündung für die Eisenbahnfotografie gewesen sein. Da war offenbar jemand nach der „Stunde Null“ im Oktober 1977 nicht in tiefe Depression verfallen und hat seine Kamera auf den Müll geschmissen, sondern schöne Motive unter anderem mit Fahrzeugen wie 211, 216 und 798 umgesetzt, die man eigentlich als völlig alltäglich einschätzte.

Eine Woche an der Ostsee im September 1985 ließ auch Zeit für eine Tagesrundfahrt zwischen den Meeren. Von den mir auf dieser Tour – immerhin ohne Vorinformationen – begegneten, gleich vier altroten 212 (028, 029, 043 und 036) ging mir letztgenannte ausgerechnet am favorisierten Windmühlenblick ins Netz. Gut, es war keine 220, die man in früheren Jahren hier hatte antreffen können [www.drehscheibe-online.de], aber beige-türkis war auch im Norden auf dem Vormarsch, so dass diese Aufnahme den krönenden Abschluss des Ausflugs darstellte.

Ein kürzlich im Hifo gezeigter, sehr schöner Bericht über den Bahnhof Eutin im Wandel der Zeiten, wo heute leider, außer dem, wenn auch nun mit einem Lichtsignal bestückten, Signalausleger am Südende und dem Empfangsgebäude fast nichts mehr wiederzuerkennen ist, hat mich veranlasst, dieses Dia mal wieder rauszusuchen und hier zu zeigen. Schade nur, dass diese Szene – wie die meisten in „Die DB heute“ - nicht mehr wiederholbar ist…


Scan vom Kodachrome 64 KB – Dia

Anmerkung: die Ausleuchtung ließ leider keine andere Wahl, als das Stellwerk etwas zufahren zu lassen, bei einer früheren Auslösung ist die Lok noch zu sehr verschattet.

Datum: 18.09.1985 Ort: Eutin Land: Schleswig-Holstein
BR: 211,212,214 (alle V100-West-Baureihen) Fahrzeugeinsteller: Deutsche Bundesbahn
Kategorie: Bahn und Infrastruktur

EXIF-Daten:
Bildgröße: 878 x 1280 Pixel



geschrieben von: Johannes Poets
Datum: 23.05.20, 12:04

Frank, diesen Klassiker hast Du ganz vorzüglich umgesetzt. Ohne die Autoren des erwähnten Bildbandes beleidigen zu wollen, ich finde Dein Bild mit der V 100 besser als das im Buch mit der V 200. Das Licht machts.*


geschrieben von: Patrick Lyca
Datum: 23.05.20, 12:59

Hallo!
So unterschiedlich sind die Meinungen, denn ich finde das "Licht" macht das Bild hier kaputt. Ein Zug im Schatten, nur die Lok im Licht. Aber die fährt dadurch das eigentlich Motiv zu. Das Licht erzeugt keine Spannung, es ist keine Theaterbeleuchtung auf das Motiv im Motiv. Das Foto wird nur vom Historienbonus künstlich am Leben gehalten.


geschrieben von: v220christian
Datum: 23.05.20, 13:23

"Das Foto wird nur vom Historienbonus künstlich am Leben gehalten."
Finde ich nicht. Das Motiv ist ja nicht alleine das Stellwerk und eine Lok, die man ins Stellwerk fahren läßt, finde ich gerade hier nicht störend. Frank hätte sich vermutlich auch einen etwas höheren Sonnenstand gewünscht.
Mir gefällt das Bild ausgezeichnet. Dazu das Glück mit den altroten V100ern. Die 028 und 036 fuhren mir nicht mehr in rot vor die Linse (trotz Heimvorteil).
Ich habe das "Must have" leider erst 1989 das erste mal aufgesucht - und gleich versaut (Mastschatten mitten durch die Lokfront). Leider wurde kurz darauf mit dem Brückenneubau begonnen, welche zwichen der alten Brücke (Fotostandort) und dem Stellwerk motivtötend platziert wurde...
Gruß Christian


geschrieben von: Andreas T
Datum: 23.05.20, 15:34

Ich finde das Motiv Klasse und das Schattenproblem gut gelöst*


geschrieben von: 797 505
Datum: 24.05.20, 16:46

Immer wieder sehr fein dieser Klassiker... * und Grüße jost


geschrieben von: Horst Ebert
Datum: 24.05.20, 19:25

Auch mir ist das Bild zu schattig, für September zu spät am Tag, wenn auch das Licht ansonsten sehr schön ist.


geschrieben von: drapami220
Datum: 24.05.20, 19:29

Ein richtig schönes Foto!
Und zum Glück hast du erst ausgelöst, als die Lok in der Sonne war!


geschrieben von: Frank H
Datum: 25.05.20, 11:36

Hallo Zusammen!

Zunächst einmal herzlichen Dank an alle Kommentatoren für Eure Antworten, auch für die kritischen Stimmen, denn auch davon lebt die Galerie!

Eigentlich hat jeder recht, natürlich sind die Schatten nicht motivbereichernd, aber sie haben mich nicht so massiv gestört, als dass ich auf das Bild hätte verzichten wollen. Und da die Windmühle für mich zu dem mit entscheidensten Motivbestandteil zählt, habe ich die übrigen Umstände gerne in Kauf genommen (und würde es heute auch wieder tun).

Viele Grüße,

Frank


geschrieben von: Andreas Burow
Datum: 25.05.20, 20:39

Hallo Frank,

solche Situationen sind ja gut bekannt: man besucht eine entfernte Region, hat nur ein begrenztes Zeitfenster und muss das beste daraus machen. Genau das hast Du getan und ich finde das Ergebnis wegen des Lichts sehr stimmungsvoll *. Die ehemalige Darmstädter 212 036 hätte ich gerne mal mit der Windmühle in Eutin fotografiert. Obwohl Georg Wagners Standardwerk auch bei mir im Regal steht, habe ich es leider nie dorthin geschafft, als das Motiv noch machbar war.

Viele Grüße
Andreas


geschrieben von: Leon
Datum: 25.05.20, 20:52

Die "DB heute" war wohl für uns damals die Bibel..;-) Ich hab mir das schon fast völlig zerlesene Werk auch mal vorgekramt, um den Vergleich herzustellen. Frank, dass der Zug verschattet ist, ist hier tatsächlich nachrangig. ich war erstmals 1997 auf dieser Brücke - und kann mich erinnern, wie ich irgendwie suchend auf ihr hin und her gelaufen bin - um dann die damals eingesetzte Ludmilla auch irgendwie in die Signale zu semmeln. Von der Windmühle war schon damals kaum noch was zu sehen.


geschrieben von: v220christian
Datum: 26.05.20, 17:20

Olli, wie oben schon beschrieben, hattest du (vermutlich unwissend) das Problem, daß die neue Brücke sehr viel dichter am Motiv stand. Es war also schon viel Weitwinkel nötig, um die Mühle noch mit ins Bild zu bekommen, sofern sie denn 1997 noch nicht gänzlich zugewachsen war.

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