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La città eterna
   
geschrieben von Julian en voyage am: 29.02.20, 19:37
Aufrufe: 1378

La città eterna – Die ewige Stadt! Bereits in der Antike prägten Dichter und Geschichtsschreiber wie Vergil den Mythos, Rom werde solange bestehen, wie Menschen leben und niemals seiner unbändigen, eigentümlichen Kraft beraubt werden… Nun ja, auf eine gewisse Art sollten sie Recht behalten, denn in Italiens Hauptstadt prallen noch heute Epochen aufeinander wie an kaum einem anderen Ort der Welt.

Überall in der Stadt finden sich Relikte vergangener Jahrhunderte. So auch an der Porta Maggiore, einem altrömischen Stadttor aus dem Jahr 52 n. Chr., das im 3. Jahrhundert in die Aurelianische Mauer integriert wurde und heute inmitten eines vielspurigen Verkehrskreisels liegt, in dem die Vespas und Fiats eifrig hupend zirkulieren. Mitten hindurch führen auch die Gleise der Ferrovia Roma – Giardinetti, Reststück der einst über 137 Kilometer bis Fiuggi und Frosinone führenden 950mm-Schmalspurbahn, auf der bis heute Fahrzeuge unterwegs sind, die in ihrer Grundsubstanz bald den hundertsten Geburtstag feiern werden. Wenn nicht doch bis dahin einmal die schon so häufig in Aussicht gestellten Neufahrzeuge in ausreichender Zahl beschafft werden... Doch die Mühlen bei den städtischen Verkehrsbetrieben ATAC (Azienda Tranvie e Autobus del Comune), die die Strecke 2010 unter ihre Fittiche genommen haben, mahlen langsam, ganz gleich, ob der/die Bürgermeister/in nun gerade Gianni Alemanno oder Virginia Raggi heißt.

Am 31. Mai 2018 rollte Tw 422 - ein Oldie aus dem Jahre 1926 (!), dessen heutiger Wagenkasten allerdings „erst“ aus dem Jahr 1959 stammt - mit seinem unverkennbaren Sound auf der Fahrt von Centocelle nach Roma Laziali in die zentrale Umsteigehaltestelle. Noch getoppt werden wird das akustische Erlebnis durch das Beschleunigen bei der Abfahrt, wenn die antiken Elektromotoren von TIBB (Tecnomasio Italiano Brown Boveri) zu Hochformen auflaufen und die Fahrwerke über die Gleiskreuzung mit der Straßenbahn scheppern. Muss man einfach mal selbst erlebt haben! ;)

Zuletzt bearbeitet am 01.03.20, 13:29

Datum: 31.05.2018 Ort: Rom, Porta Maggiore Land: Europa: Italien
BR: 4XAusl (sonstige ausländische Elektrotriebwagen) Fahrzeugeinsteller: ATAC
Kategorie: Zug schräg von vorn

EXIF-Daten:
Hersteller: SONY , Modell: DSLR-A350, Belichtungszeit: 1/800 sec, Blende: F/8.0, Datum/Uhrzeit: 31.05.2018 16:41:47, Brennweite: 30 mm, Bildgröße: 875 x 1280 Pixel



geschrieben von: Detlef Klein
Datum: 01.03.20, 13:04

Hallo Julian,

sehr schön, eine Aufnahme die sich von vielen deutlich abhebt. Man kann sie, ohne den Aufnahmeort bereits gelesen zu haben, sogleich in etwa verorten. Solch ein Sujet sagt mir jedenfalls mehr zu, als Fotos von irgendwelchen Zügen (Hauptsache das Licht ist schön) die überall entstanden sein könnten.
Deine Aufnahmen wissen stets zu überzeugen. Ich vergebe ja nicht immer einen Stern, hier ist er aber angebracht.
Und zu Deinem 333sten gehört auch eine Aufnahme mit Antikspirit, die Keilerei lässt grüßen .

ciao Detlef



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 01.03.20, 13:20


geschrieben von: Rübezahl
Datum: 01.03.20, 13:13

Tolles Motiv in bester Ausleuchtung !!

* und Gruß

Rübezahl


geschrieben von: claus_pusch
Datum: 01.03.20, 20:20

Hallo Julian,
Diese urige Bahn ist wirklich etwas Besonderes. Gut, dass wenigstens das Reststück trotz aller Abgesänge bislang überlebt hat! Deine Aufnahme von der "Innenseite" der Porta Maggiore, für die angesichts der Baumschatten vom Park rechts sicher kein langes Zeitfenster zur Verfügung stand, gefällt mir ausgesprochen gut.
Viele Grüße, Claus


geschrieben von: Benedikt Groh
Datum: 03.03.20, 11:37

Zwar ist Rom auch ohne Eisenbahnfotografie jederzeit eine Reise wert, hier zeigst du uns jedoch die perfekte Verbindung *

Gruß
Benedikt


geschrieben von: Julian en voyage
Datum: 03.03.20, 15:59

Danke euch für die netten Kommentare! :)

@Detlef: Bewusst habe ich das Bild mit antikem Bezug eigentlich gar nicht für die Nr. 333 ausgewählt, aber jetzt wo du es sagst, fällt es mir natürlich wie Schuppen von den Augen! Und bis zu Galerie-Foto Nr. 753, das sicher noch passender gewesen wäre, hätte es ja doch einer ziemlichen Warterei bedurft...;)

@Claus: Ja, das Zeitfenster ist dort wirklich recht eng, sicherlich enger als für die morgendliche Perspektive von der Außenseite des Stadttores. Mein Foto ist ja Ende Mai, also nicht gerade an einem kurzen Tag entstanden und dennoch greifen die Schatten der umstehenden Bäume schon weit in Richtung der alten Bausubstanz um sich.

@Benedikt: Ohne Frage! Schon auf meiner Studienfahrt nach Rom mit der Oberstufe im Jahr 2011 hat mich die Stadt auf Anhieb fasziniert, auch und vielleicht gerade, weil sie vielerorts nicht so herausgeputzt ist wie beispielsweise Paris oder London. Manche empfinden das wohl als hässlich, ich kann dem rustikalen Ranz-Charme durchaus was abgewinnen, auch wenn in einigen Ecken die Probleme sicher nicht wegzudiskutieren sind, Bahnhofsviertel - das kann auch Rom! - lässt grüßen...;)
Unvermittelt auftauchende Zeugen der Antike, wunderbarer Espresso allerorten und nicht zuletzt eben auch der abwechslungsreiche Stadtverkehr kompensieren das aber ganz sicher. Auf Schienen kann ich neben der gezeigten Schmalspurbahn Roma - Giardinetti auch die betagten Stanga-Straßenbahnwagen aus den Vierziger- und Fünfzigerjahren nur empfehlen! :)

Viele Grüße
Julian

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