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Pop-Art aus "einer Hand" (II)
   
geschrieben von Toaster 480 am: 03.08.19, 14:57
Aufrufe: 456

Von einer Woche zeigte ich hier eine ungewöhnliche Perspektive zur Berliner Pop-Art der 1970er Jahre: [www.drehscheibe-online.de] Eine vorzeitige Aufnahme in die Galerie nebst zahlreichen positiven Kommentaren hätte ich nicht erwartet, für dieses Interesse an meiner Arbeit möchte ich mich herzlich bedanken.

Noch polarisierender als die einmalige Kombination Hochbau (Bierpinsel) + U-Bahnhof eines selbstständigen Architektenpaares an der Schlossstraße, waren die U-Bahn-Zugangsgebäude am Fehrbelliner Platz, für dessen Gestaltung Rainer G. Rümmler - ehemaliger Direktor der Senatsbauverwaltung - verantwortlich war. Seit 1913 gab es dort bereits einen U-Bahnhof, welcher zur Wilmersdorf-Dahlemer-Schnellbahn - der heutigen U3 - gehörte. Ca. 20 Jahre blieb der darüberliegende Platz eine Brachfläche, bis die Nationalsozialisten streng-sachliche Verwaltungsgebäude errichteten. Als um 1970 die U7 bis zum Fehrbelliner Platz verlängert wurde, entstanden rund um die große Straßenkreuzung neben mehreren Treppenabgängen ein Passimetergebäude sowie ein großer Pavillon mit Ladenflächen im Stil der Pop-Art im knallroten Anstrich und mit besonderer Formgestaltung. Dafür hagelte es mächtig Kritik, denn viele Bürger bzw. die Presse unterstellten Rümmler eine Verschandelung des Umfelds, er sah dies jedoch eher als provokanten Kontrast zur trostlosen Umgebung. Höhepunkt war dabei der genannte Pavillon "die Borhinsel" mit dem "Uhrenturm".
Diesen Kontrast habe ich versucht bildlich umzusetzen - gleichzeitig ist zufällig ein erneutes Spannungsfeld zur heutigen "Streetart" in Form das Graffiti-Tags zu sehen, das immerhin farblich passend ist. Mein Interesse an dem Thema entstammt u.a. dem mehr als 350 Seiten umfassenden Band "Der Himmel unter West-Berlin", welchen ich wärmstens empfehlen kann. Er ist zeitlich passend zur Ausstellung "Underground Architecture" der Berlinischen Galerie im März 2019 erschienen. Die Ausstellung war ebenfalls hochinteressant, ist jedoch seit Mai wieder vorbei. Diese Werbung erfolgte uneigenützig und ohne Absprache.

Datum: 03.08.2019 Ort: Berlin Fehrbelliner Platz Land: Berlin
BR: Sonstige (keine Fahrzeuge) Fahrzeugeinsteller: keiner
Kategorie: Stillleben

EXIF-Daten:
Hersteller: NIKON CORPORATION, Modell: NIKON D5100, Belichtungszeit: 1/250 sec, Blende: F/8.0, Datum/Uhrzeit: 03.08.2019 12:31:04, Brennweite: 75 mm, Bildgröße: 847 x 1280 Pixel



geschrieben von: gracido
Datum: 07.08.19, 21:00

Keine Diskussion über dieses Bild? Merkwürdig... Ich teile das Erstaunen des Autors über die (vorzeitige) Einstellung seines Fotos in die Galerie, dabei schätze ich die sonstigen Arbeiten des Kollegen "Toaster 480" sehr! Dieses Bild aber scheint mir extrem bemüht in der Kompostion, und dazu noch total übersättigt - ich kenne das Original. Vor allem aber wird hier einem Architekten gehuldigt, der die von ihm entworfenen Berliner U-Bahnhöfe in geschmacklose, völlig überladene Pop-Höllen verwandelt hat - und das als Nachfolger des genialen Alfred Grenander, dessen schlichte Keramik-Installationen im Untergrund bis heute stilbildend sind - auch wenn diverse "Restaurationen" sein Werk mehr und mehr verfälschen.


geschrieben von: hbmn158
Datum: 08.08.19, 09:59

Für mich ist ein gelungener Beitrag in der Galerie zumeist eine Kombination aus Bild und Text und hier wird ein ungewöhnliches Motiv sehr informativ begleitet. Zu rot? Finde ich nicht, knallige Farben passen bestens zu Pop-Art, und ja, einer der ganz wenigen Beiträge wo ein Graffiti nicht stört. (Ich will jetzt nicht bildbereichernd schreiben)

Schöne Grüße Frits

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