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Henriette Herz und Otto Lilienthal geschrieben von: Olli Sydow (1747) am: 07.04.26, 07:46 |
Erinnern wir uns an die Zeit, in der der hochwertige Fernverkehr von und nach Berlin Richtung Hannover noch über die Magistrale verlief. Zahlreiche Intercity- und Interregiozüge liefen hier in den 90er Jahren über Brandenburg und Magdeburg, bespannt mit der Baureihe 103. Uns wurde seinerzeit recht viel abverlangt, auf einer Strecke, die wir damals wenige Jahre vorher noch mit Dieselbetrieb kannten, vorbei an Blockstellen, entlang von Telegrafenmasten, nunmehr unter Strippe mit dicken, hässlichen Betonmasten erleben durften. Viele Motive waren "gefallen", und die Herausforderung - oder besser gesagt: Überwindung- bestand nun darin, auch unter Strippe auf Motivjagd zu gehen. Viel kam dabei nicht heraus, und selbst die ehrwürdige E 03 rettete daran nur wenig.
Eine Möglichkeit ergab sich bei Krielow, östlich von Groß Kreutz: wir stehen unterhalb des Lilienthal-Denkmals, welches an den Flugpionier Otto Lilienthal erinnert, welcher von jenem Hügel seinen Flugapparat getestet hatte. Unter uns verläuft die frisch verdrahtete Magistrale, und diverse Züge rauschten hier vorbei. Einer von ihnen war der IC 541 "Henriette Herz", welcher hier -vollständig in den Produktfarben jener Zeit- am Betrachter Richtung Berlin vorbeizieht. Scan vom Fuji Velvia 6x6-Dia Datum: 26.04.1997 Ort: Krielow [info] Land: Brandenburg BR: 103 Fahrzeugeinsteller: DB Kategorie: Bahn und Landschaft Top 3 der Woche: 2 Punkte 1 Kommentar [»] |
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Die alte Elbbrücke bei Hämerten geschrieben von: Olli Sydow (1747) am: 06.04.26, 12:19 |
Die Stammbahn weist in ihrem Verlauf von Berlin Richtung Oebisfelde zwei Flußüberquerungen auf: in Rathenow geht es über die Havel, und bei Hämerten, kurz vor Stendal, ist die Elbe zu überqueren.
Eine erste Brücke wurde hier in den Jahren 1869 bis 1871 errichtet, bestehend aus 19 Brückenfeldern mit einer Gesamtlänge von über 800 Metern. Durch die Erhöhung der Brückenlasten wurde im Jahr 1926 eine neue Brücke erforderlich, welche mit ihren Pfeilern parallel zur alten Brücke errichtet wurde. Die Überbauten der alten Brücke wurden demontiert, aber bis auf zwei Pfeiler blieben die alten Pfeiler für einen geplanten viergleisigen Ausbau bestehen. Zum Kriegsende wurden zwei Hauptpfeiler der neuen Brücke von der Wehrmacht gesprengt. Im Herbst 1945 wurde eine hölzerne Behelfsbrücke errichtet, welche eineinhalb Jahre später durch Eisstoß einstürzte. Daher wurde im Sommer 1947 eine weitere Behelfsbrücke als Stahl-Fachwerkbrücke errichtet. In dieser Form, mit nur einem Gleis, bestand die Brücke bis zum Neubau infolge der Schaffung der Schnellfahrstrecke in den neunziger Jahren. Vom Neubau der Brücke, welcher teilweise auf den bestehenden Pfeilern ausgeführt wurde, sind bereits einige Aufnahmen in der Galerie enthalten. Diese Aufnahme verdeutlicht diese Situation: [www.drehscheibe-online.de] Im Hochsommer 1992 führten uns einige Fototouren an die Stammbahn, aber erst am späten Abend war diese Aufnahme möglich: wir stehen am Ende der Brücke auf den ehemaligen Wehrtürmen, welche eher an Bunker erinnerten. Die Höhe war nur zu erreichen, wenn man eine ausklappbare Leiter auf 4, 80 m Länge an die Wehrtürme anlehnt. Von dort hatte man einen grandiosen Blick Richtung Elbufer und sah die wenigen Züge, die hier verkehrten, infolge der Höchstgeschwindigkeit auf der Brücke von nur 30 km/h bereits rechtzeitig kommen. Am späten Abend des 17.06.1992 war die Sonne so weit rum, dass sie für die 232 203 mit ihrem E 3578 ausreichte. Anschließend ging es mit schlotternden Knien wieder hinab vom Turm, in der Absicht, die oberste Sprosse der Leiter auf 4,80 m Höhe zu treffen...;-) Scan vom Fuji-100 6x6-Dia Datum: 17.06.1992 Ort: Hämerten [info] Land: Sachsen-Anhalt BR: 232,233,234,241 (alle Ludmilla-Baureihen) Fahrzeugeinsteller: Deutsche Reichsbahn Kategorie: Bahn und Infrastruktur Top 3 der Woche: 8 Punkte 2 Kommentare [»] |
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Der Blick auf den Bahnhof von Rathenow geschrieben von: Olli Sydow (1747) am: 05.04.26, 19:16 |
Bleiben wir noch an der Stammbahn von Berlin Richtung Oebisfelde. Nach der Wende führten uns verschiedene Fototouren an diese Strecke, die im Prinzip der Magistrale in nichts nachstand, vielleicht von den fehlenden Telegrafenleitungen und dem hochwertigen Fernverkehr mal abgesehen. Wie an der Magistrale gab es auch hier eine herrliche Infrastruktur mit tollen Bahnhofsgebäuden, Blockstellen, Stellwerken und zwei großartigen Brücken über die Havel und die Elbe. Kommen wir nach Rathenow, dessen Blick von der Fußgängerbrücke Richtung Osten wir kürzlich in der Galerie gesehen haben. Noch viel interessanter war der Blick nach Westen auf den imposanten Bahnhof mit seinem Wasserturm. Am frühen Vormittag des 16.05.92 beobachten wir die Einfahrt des E 2841 von Hannover nach Berlin Hauptbahnhof - so hieß 1992 noch der frühere Ostbahnhof von Berlin. Der Zug hatte vor Berlin noch einen recht bemerkenswerten Zuglauf: kurz hinter Wustermark bog er auf den westlichen Berliner Außenring nach Süden ab, um über Potsdam Stadt und Berlin-Wannsee seinen Zielort zu erreichen.
Scan vom Fuji-100 6x6-Dia Datum: 16.05.1992 Ort: Rathenow [info] Land: Brandenburg BR: 232,233,234,241 (alle Ludmilla-Baureihen) Fahrzeugeinsteller: Deutsche Reichsbahn Kategorie: Bahn und Infrastruktur Top 3 der Woche: 8 Punkte 2 Kommentare [»] |
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Reichsbahnwelt in Rathenow geschrieben von: Olli Sydow (1747) am: 03.04.26, 12:33 |
Die Optik-Stadt Rathenow - zu DDR-Zeiten ein bedeutender Standort der optischen Industrie. Bahnhof an der Stammbahn von Berlin nach Lehrte, und Kreuzungspunkt mit der Brandenburgischen Städtebahn von Neustadt/ Dosse nach Belzig.
Ein Fototag führte mich im Herbst 1990 in diese Region. Über den Bahnhof mit seinen damals noch ausgedehnten Gleisanlagen führt eine Fußgängerbrücke, von der sich in beide Richtungen recht ansprechende Aufnahmen anfertigen ließen. Am späten Mittag des 28.10.90 erschien dann aus östlicher Richtung eine Ost-V 100, im Schlepp eine Doppelstockgarnitur. Der Zug kam aus Neustadt/ Dosse und fuhr nach kurzem Aufenthalt weiter bis nach Premnitz. Derartige Doppelstückzüge waren nach der Wende auf der Städtebahn noch üblich; auch zwischen Brandenburg und Belzig waren solche Garnituren noch an der Tagesordnung. Viel zu selten fotografiert - aber allein dieser Zug auf dem Nordabschnitt der Städtebahn sollte zwei Jahre später erneut Thema werden: [www.drehscheibe-online.de] Die Städtebahn heute: die Abschnitte zwischen Neustadt und Rathenow sowie Brandenburg und Bad Belzig sind längst stillgelegt und abgebaut. Aber am 28.10.90 gab es in Rathenow noch Reichsbahnatmosphäre mit Lokschuppen und weiteren Gerätschaften. Scan vom Fuji-100 Kleinbilddia Datum: 28.10.1990 Ort: Rathenow [info] Land: Brandenburg BR: 202,204 (alle V100-Ost-Baureihen) Fahrzeugeinsteller: Deutsche Reichsbahn Kategorie: Bahn und Infrastruktur Top 3 der Woche: 5 Punkte |
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Blockstelle 112 geschrieben von: Olli Sydow (1747) am: 01.04.26, 18:56 |
Neben der Magistrale gab es noch eine weitere Hauptstrecke, welche insbesondere nach der Wende sehr in unserem Fokus lag und ebenfalls mit einer herrlichen Infrastruktur aufwarten konnte: die Stammbahn von Berlin nach Lehrte, und hier natürlich der Abschnitt zwischen dem westlichen Berliner Ring über Stendal bis Oebisfelde. Herrliche Bahnhöfe gab es damals, und infolge der Eingleisigkeit immer mit Ausweichmöglichkeiten. Dazu Stellwerke, Formsignale, Wassertürme wie z.B. in Rathenow, ebenso die herrliche Havelbrücke bei Rathenow - und es gab besetzte Blockstellen. Insbesondere auf dem Abschnitt zwischen Stendal und Oebisfelde fanden sich mehrere Blockstellen wie z.B. die Blockstelle 101 bei Jävenitz, welche bereits ihren Weg in die Galerie gefunden hat. Eher unbekannt war die Blockstelle 112 bei Solpke. Diese lag am späten Nachmittag gut im Licht, und wir beobachten die Vorbeifahrt der 219 163 mit ihrem N 4616, fast nur aus grünen Wagen bestehend. Natürlich haben wir uns vorher beim Blockstellenwärter angemeldet, und er beobachtet bei der Vorbeifahrt des Zuges, ob wir auch ja profilfrei stehen.
All diese Elemente der "echten" Eisenbahn sind heute Geschichte; das herrliche Bahnhofsgebäude von Rathenow versteckt sich samt Wasserturm hinter einer monströsen Schallschutzwand, und die SFS führt unmittelbar an dem Ensemble vorbei. Aber erinnern wir mit diesem Bild an die Vergangenheit. Weitere Bilder der Stammbahn werden folgen...coming soon! ;-) Scan vom Fuji-100 6x6-Dia - farblich nicht so übertrieben wie der Velvia. Wie immer: Fluch wie Segen im Auge des Betrachters...;-) Datum: 08.07.1992 Ort: Solpke [info] Land: Sachsen-Anhalt BR: 219,229 (alle U-Boote) Fahrzeugeinsteller: Deutsche Reichsbahn Kategorie: Bahn und Infrastruktur Top 3 der Woche: 12 Punkte 4 Kommentare [»] |
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Morgennebel über der Magistrale geschrieben von: Olli Sydow (1747) am: 31.03.26, 12:20 |
Wenn man in der Galerie den Aufnahmeort "Kade" eingibt, so erscheinen zwei Bilder mit den Wellblechtriebwagen der AKN bei Kaden. Kade -gelegen an der Magistrale von Berlin nach Magdeburg- kennt hingegen auch keine Sau...;-) Endlose Weiten zwischen Genthin und Wusterwitz, ländlich und waldreich geprägt, und ein Ort der absoluten Ruhe. Schnurstracks verläuft hier die Magistrale, in den 90er Jahren noch ohne Strippe, dafür mit Telegrafenleitungen. Personenzüge kommen hier vorbei, von Brandenburg nach Magdeburg, oft bespannt mit den "Dicken". Allein dieser Grund rechtfertigte diverse Ausflüge an die Magistrale. Der hochwertige Fernverkehr war meist den Ludmillen vorbehalten, welche hier oft weit im Voraus hörbar ihre D- oder Intrecityzüge gen Hauptstadt droschen. Zur Abwechslung erschien dann die glücklose Baureihe 229, welche in erster Linie für den Einsatz von Fernzügen auf der Strecke von Berlin nach Hamburg gedacht war, aber auch einige Züge auf der Magistrale bespannte. Kommen wir also nach Kade und erleben am 05.06.1993 den Sonnenaufgang. Flacher Bodennebel liegt noch über den feuchten Wiesen, als in der Ferne ein Zug ausgemacht wird. Das Dröhnen wird stärker, und es erscheint die 229 128 mit ihrem Nachtzug D 1945 von Bonn, den sie Richtung Hauptstadt ziehen wird. Der Zug entschwindet in der Ferne, und es kehrt wieder Ruhe ein. Ich bleibe vor Ort, denn zwei Personenzüge werden noch folgen, bevor die Sonne in die Gleisachse geht.
Scan vom Fuji Velvia 6x6-Dia. Es liegt übrigens nicht an der Filmplanlage: der Telegrafenmast ist unten tatsächlich so krumm...;-) Datum: 05.06.1993 Ort: Kade [info] Land: Sachsen-Anhalt BR: 219,229 (alle U-Boote) Fahrzeugeinsteller: Deutsche Reichsbahn Kategorie: Stimmungen mit Zug Top 3 der Woche: 6 Punkte 1 Kommentar [»] |
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Umsteigen in Falkenhagen geschrieben von: Olli Sydow (1747) am: 30.03.26, 10:57 |
Kommen wir noch einmal zurück nach Falkenhagen, diesem Umsteigebahnhof im Nichts der Weiten des Berliner Außenrings, dessen Lage heute per Earth nur noch schwer auszumachen ist.
Zur Wendezeit war da noch richtig Aktion! Am Mittag des 03.10.1990 spielte sich hier binnen einer halben Stunde folgendes ab: zunächst erschien auf dem hinteren Gleis ein Holzroller mit einer Dosto-Garnitur aus Potsdam Hauptbahnhof, dem heutigen Pirschheide, unterwegs auf der KBS 125. Dann tauchte aus Staaken (bei Berlin) auf der KBS 131 eine LVT-Einheit auf. Nach kurzem Halt setzte die Einheit in ein Stumpfgleis hinter dem Bahnhof um, um Platz für eine weitere Dosto-Einheit aus Falkensee zu machen, welche mit einem weiteren Holzroller auf der KBS 130 nach Birkenwerder unterwegs sein sollte. Nach der Abfahrt des Zuges nach Birkenwerder fuhr die LVT-Garnitur wieder an den Hausbahnsteig, um dann auf der KBS 134 nach Brieselang zu entschwinden. Kurz danach fuhr die Dosto-Einheit auf dem hinteren Gleis wieder nach Potsdam Hauptbahnhof ab. Zwischendurch sprang ein Signal auf den mittleren Gleisen auf grün, für den D 534 von Berlin-Lichtenberg nach Wismar. Danach kehrte wieder Ruhe ein - bis sich dieses Spiel zur nächsten vollen Stunde wiederholen sollte...;-) Alltag zu Reichsbahn-Zeiten. Scan vom Fuji-100 Kleinbilddia Zum Bild: es gibt leider keine frühere Auslösung (falls die Frage aufkommt...). Datum: 03.10.1990 Ort: Falkenhagen [info] Land: Brandenburg BR: 772 (alle Schienenbusse Bauart Reichsbahn) Fahrzeugeinsteller: Deutsche Reichsbahn Kategorie: Bahn und Infrastruktur Top 3 der Woche: 7 Punkte 2 Kommentare [»] |
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Ein Sputnik über dem Templiner See geschrieben von: Olli Sydow (1747) am: 28.03.26, 13:58 |
Bleiben wir noch beim Sputnik-Verkehr der Reichsbahn um Berlin-West herum. Kürzlich wurde an die Verkehre nach Falkensee und Albrechtshof erinnert, und es gab ähnliche Züge von Berlin-Karlshorst über Potsdam nach Werder. Hier wurden jedoch keine grünen Dostos eingesetzt, sondern solche in dem attraktiven "Hauptstadt-Lack" in Bordeaux-Elfenbein. Sechsteilige Züge mit Doppelstock-Einzelwagen waren auf dem südlichen Außenring unterwegs, bespannt mit der damals noch brandneuen Baureihe 243. Infolge der Verkehrsrückgänge schrumpften die Garnituren in den Folgejahren auf zwei bis drei Wagen zusammen, aber die Baureihe 243 blieb.
Kommen wir zu einem Motiv, welches schon in zahlreichen Varianten in der Galerie enthalten ist; sozusagen zu Wasser, zu Lande und aus der Luft. In den letzten Jahren ist es etwas ruhiger um die Brücke über den Templiner See geworden. Ihre erste urkundliche Erwähnung fand hingegen am 04.08.90 statt, als erstmals ein neugieriger Eisenbahnfreund zu ihr vorgedrungen ist. Damals gab es nur auf der Nordseite der Brücke einen Fußgängerüberweg, der aber kaum frequentiert wurde. Auf der Südseite war jedoch der Weg unmittelbar neben dem Betrachter unterbrochen, und man musste sich für den Fotostandpunkt am Geländer entlanghangeln. Was kam damals so vorbei? Das Notizbuch verrät einen D-Zug mit 132, einen Güterzug mit 250 sowie stündlich den Pendel auf der KBS 120 von Berlin-Karlshorst nach Werder, der an diesem Tag mit der schachtelfrischen 243 613 bespannt wurde. Der Zug wird unmittelbar hinter dem Betrachter in Potsdam "Hauptbahnhof" halten, dem späteren Bahnhof Pirschheide - welcher im Anschluss in einen jahrelangen Dornröschenschlaf fallen sollte und erst seit kurzem wieder als Haltepunkt für Züge am Außenring reaktiviert wurde. Der damalige Pendel nach Werder galt als "Berliner S-Bahn-Verkehr" und durfte mit S-Bahn-Fahrkarten benutzt werden. Es gab im Berufsverkehr einige eingetaktete Züge, welche über Werder hinaus bis Brandenburg liefen und dieselbespannt waren. Diese Züge galten als "Fernzüge", S-Bahn-Fahrkarten hatten keine Gültigkeit. Scan vom Fuji-100 Kleinbilddia Datum: 04.08.1990 Ort: Potsdam Templiner See [info] Land: Brandenburg BR: 143 Fahrzeugeinsteller: Deutsche Reichsbahn Kategorie: Bahn und Infrastruktur Top 3 der Woche: 13 Punkte |
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Sicken-Treffen in Falkensee geschrieben von: Olli Sydow (1747) am: 27.03.26, 11:30 |
Bleiben wir noch einen Moment in Falkensee - und schauen uns den Bahnhof nach der Modernisierung an! Wir schreiben den 28.07.02. Nicht wiederzuerkennen ist die Bahnhofsszene auf dieser Aufnahme [www.drehscheibe-online.de] , geschweige der verlinkten Aufnahme mit dem Holzroller. Inzwischen hängt in Falkensee wieder die Strippe, und es geht elektrisch Richtung Hamburg. Wir stehen auf dem südlichen Regionalbahnsteig und beobachten eine damals zufällige Kreuzung des RE 4 Richtung Jüterbog, geschoben von der 114 040, mit dem RE 5 nach Stralsund, gezogen von der 143 083. Man beachte die unterschiedlichen Zuggarnituren. Während auf dem RE 4 bereits die damals neueste Generation an Wendezügen mit gewölbtem oberen Fensterband im Einsatz war, liefen auf dem RE 5 noch Dostos mit "gerader Schräge".
Heute würde man für ein derartiges Treffen wahrscheinlich hunderte Kilometer Anreise in Kauf nehmen. Im Jahr 2002 war so ein Treffen der ganz normale Alltag - und das Bild ist als reiner Beifang entstanden...;-) Wenige Minuten später kofferte die Touristik-103 220 mit dem IR 2730 nach Flensburg (!) durch den Bahnhof; auf den mittleren Gleisen. Der eigentliche Grund meines Aufenthaltes...:-) Man beachte auch die Unterschiede der beiden Sicken: die Baureihe 114 hatte im Gegensatz zur 143 gummigefasste Frontfenster. Und bei der 143 haben wir noch eine Vertreterin der ersten Bauserie mit einem etwas kantigeren Lokkasten. Scan vom Fuji Velvia 6x6-Dia Datum: 28.07.2002 Ort: Falkensee [info] Land: Brandenburg BR: 114 (Ost-Baureihe) Fahrzeugeinsteller: DB Kategorie: Bahn und Infrastruktur Top 3 der Woche: 3 Punkte |
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Mit der Ferkeltaxe nach Falkensee geschrieben von: Olli Sydow (1747) am: 25.03.26, 18:15 |
Der Bahnhof von Falkensee, nur wenige Jahre nach dieser Aufnahme: [www.drehscheibe-online.de]. Die Wiedervereinigung lässt Gleisverbindungen wieder zusammenwachsen. War im Oktober 1990 noch der Holzroller mit seinen Doppelstockzügen präsent, so war im März 1995 nunmehr die Ferkeltaxe aktiv. Man hatte inzwischen die Oberleitung zwischen Falkenhagen und Albrechtshof demontiert, und das Gleis hinter Falkensee bis Albrechtshof war gesperrt, um den Lückenschluss bis nach Berlin-Spandau wieder herzustellen. Für die Verkehre Richtung Nauen und Falkenhagen genügte inzwischen ein Ferkeltaxen-Gespann. Aber es waren in jener Zeit auch 232-geführte Wendezüge in Falkensee anzutreffen, aber ob die jetzt nur bis Nauen fuhren oder ein anderes Ziel hatten, entzieht sich meiner Kenntnis.
In Falkensee sind die Masten der Quertragwerke noch vorhanden. benutzt wurde nur noch der Bahnsteig A. Der Bahnsteig, auf dem ich stand, war bereits ungenutzt, und die Gleise im Vordergrund waren unterbrochen. Der sehr gepflegte 772 125 nebst Steuerwagen steht als N 4076 zur Abfahrt bereit und sonnt sich in einem kurzen Sonnenloch. Wir erkennen im Hintergrund die Gebäude aus dem verlinkten Bild. Im Laufe des Jahres 1995 wurde dann der restliche Personenverkehr infolge der Bauarbeiten auf SEV umgestellt. Und heute würde eine Ferkeltaxe bei weitem nicht ausreichen, um die Reisenden Richtung Hauptstadt in der sich seit der Wende immens ausdehnenden Stadt Falkensee aufzunehmen. Scan vom Fuji Velvia 6x6-Dia, infolge der Wolken fast im Originalformat belassen. Datum: 29.03.1995 Ort: Falkensee [info] Land: Brandenburg BR: 772 (alle Schienenbusse Bauart Reichsbahn) Fahrzeugeinsteller: DB Kategorie: Bahn und Infrastruktur Top 3 der Woche: 7 Punkte |
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Gelenkig durch Falkensee geschrieben von: Olli Sydow (1747) am: 24.03.26, 14:21 |
Kommen wir noch einmal auf den Sputnik-Verkehr der Reichsbahn in der Nachwendezeit zurück. Bereits mit diesem Bild (sowie einer weiteren Verlinkung) [www.drehscheibe-online.de] hatte ich den Wendezugbetrieb auf dem Berliner Außenring sowie seine Zuführungen in die am unmittelbaren Stadtrand von Berlin liegenden Strecken vorgestellt. Züge mit Doppelstockgarnituren, teils mit Jakobs-Drehgestell, teils als Gliederzüge, waren hier bis Anfang der 90er Jahre im Einsatz, meist bespannt mit Holzrollern. Erstaunlich lange hielten sich hier die kuriosen Gliederzüge, welche in den 70er Jahren für die Vorortverkehre verschiedener Ballungsräume in der DDR beschafft wurden - u.a. für den Sputnik-Verkehr um Berlin herum.
Am 03.10.90 war ich am nordwestlichen Stadtrand von Berlin unterwegs, um mir diese Wendezugverkehre mal genauer anzuschauen - und wie immer hat man insbesondere im Raum Falkenhagen/ Falkensee/ Birkenwerder viel zu wenige Aufnahmen von den Garnituren unter Draht gemacht; man war "gefangen" im Dieselfieber der Babelsberger Dicken, welche mit solchen Garnituren zwischen Berlin-Wannsee und Potsdam und später auch zwischen Berlin-Charlottenburg und Nauen unterwegs waren. Kommen wir somit noch einmal nach Falkensee, wo uns die schaurig-schöne 211 037 mit einem Gliederzug aus Albrechtshof begegnet. Wir stehen auf einem Bahnsteig im Bahnhof von Falkensee - welcher heute seit dem Ausbau der Berlin-Hamburger Bahn nicht mehr wiederzuerkennen ist. Scan vom Fuji-100 Kleinbilddia Datum: 03.10.1990 Ort: Falkensee [info] Land: Brandenburg BR: 109,142,171 (alle Holzroller) Fahrzeugeinsteller: Deutsche Reichsbahn Kategorie: Zug schräg von vorn Top 3 der Woche: 10 Punkte 3 Kommentare [»] |
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Tiefe Sonne auf den Umleiter geschrieben von: Olli Sydow (1747) am: 15.03.26, 09:51 |
Ja, es ist bald vorbei; leider. Aber dass sozusagen im "Herbst des Lebens" der Baureihe 218 noch einmal auf engem Raum dieser fast schon legendäre Umleiterverkehr zwischen Lübeck und Bad Kleinen geboten wird, hätte vorher wahrscheinlich niemand für möglich gehalten. Offiziell heißt es, dass die Umleiterverkehre mit dem 30.04.26 beendet werden, aber durch die Verzögerungen der Bauarbeiten zwischen Hamburg und Berlin gibt es u.U. noch eine 14tägige Nachspielzeit, bevor dann der Abpfiff ertönt.
Der Lockruf dieser Verkehre wurde auch im Dunstkeis der entfernten Hauptstadt wahrgenommen, und verschiedene Touren führten mich seit Herbst 2025 immer wieder in die leicht hügelige Gegend zwischen Grevesmühlen und Bad Kleinen. Extrem tiefes und warmes Licht beleuchtet die Szenerie zwischen Degtow und Naschendorf, als am 19.01.26 der IC 2260 mit seiner 218 322 vor der 101 068 Richtung Rostock weithin hörbar vorbeirauscht. Die 218 ist leicht graffitiert. Aber warum immer die heile Welt zeigen, wenn sie es nicht ist? ;-) Datum: 19.01.2026 Ort: Degtow [info] Land: Mecklenburg-Vorpommern BR: 218 Fahrzeugeinsteller: DB Kategorie: Bahn und Landschaft Top 3 der Woche: 6 Punkte 1 Kommentar [»] |
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Die "Dicke" erreicht Kirchmöser geschrieben von: Olli Sydow (1747) am: 14.03.26, 10:41 |
Juni 1993. Dieselklänge über der Magistrale. So könnte man fast ein Video benennen, aber aus jener Zeit wurden immer nur Plandämpfe als Videoformate vermarktet. Aber war war die Magistrale damals für eine grandiose Strecke! Riesige Bahnhofsbauten, die fast schon an Burgen erinnerten; siehe Genthin. Besetze Blockstellen, irgendwo mitten im Wald, fernab jeder Zivilisation. Telegrafenmasten bis zum Horizont, und schnurgerade Streckenabschnitte. Und auf so einer Strecke hörte man die Züge schon kilometerweit. Intercity-Züge mit ihren Ludmillen oder der glücklosen 229. Oder Personenzüge mit der legendären "Dicken" aus Babelsberg. Das Bw Brandenburg hatte einen ganzen Stall davon, und neben den Wendezügen nach Berlin-Wannsee über Potsdam zählten auch diverse Personenzüge nach Magdeburg dazu, oder aber auch Leistungen auf der Städtebahn. Mit anderen Worten: ein Dieselparadies vom feinsten! Diverse Bilder in der Galerie zeugen davon.
Und was wäre ein historisches Foto einer E 03, wenn man ihr nicht ein historisches Foto einer V 180 gegenüberstellt...?! ;-) Wir sind erneut in Kirchmöser, im Prinzip am gleichen Standort wie hier:[www.drehscheibe-online.de] . Der Bahnhof hatte damals noch Ein- und Ausfahr-Formsignale, ein ansprechendes Stellwerk, hölzerne Bahnsteigüberdachungen und weitere Details. Und in diese Szene schob sich am späten Nachmittag des 04.06.93 die 228 675 mit ihrem N 7624, gebildet aus drei grünen Halberstädtern und einem Erste-Klasse-Bautzener. Das waren noch Züge...! ;-) Wie es wohl heute auf dem Bahnsteig in Kirchmöser aussieht...? Scan vom Fuji- Velvia 6x6-Dia, aufgehellt und an das beliebte Kleinbildformat angepasst. Datum: 09.06.1993 Ort: Kirchmöser [info] Land: Brandenburg BR: 228 (V180) Fahrzeugeinsteller: Deutsche Reichsbahn Kategorie: Bahn und Infrastruktur Top 3 der Woche: 9 Punkte 1 Kommentar [»] |
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Der Railjet auf der Dresdener Bahn geschrieben von: Olli Sydow (1747) am: 13.03.26, 20:41 |
Immer wieder eine kleine Fototour wert ist dieser Abschnitt der Dresdener Bahn südlich von Rangsdorf, unweit der ehemaligen Blockstelle Pramsdorf. Weitab jedes Straßenlärms lässt sich hier der Betrieb auf der Dresdener Bahn in beide Richtungen beobachten. Letztens habe ich die Richtung gen Süden vorgestellt [www.drehscheibe-online.de], und keine 50 m von jenem Standpunkt entfernt ergibt sich dieser etwas seitliche Blick auf die nordfahrenden Züge. Alle zwei Stunden taucht hier der Railjet von Prag über Dresden auf, inzwischen weitgehend aus den ComfortJet-Garnituren gebildet. Eine Frage der Zeit, bis auch die Steuerwagen der Züge ihre Zulassung für Deutschland erhalten. Dann sind entweder 50 % der Motive "Neese", oder man muss zirkeln, auf welcher Seite die Lok hängt. Jedenfalls geht es jetzt auf direktem Weg über Blankenfelde Richtung Berlin-Südkreuz.
Flache Landschaft prägt die Gegend entlang der Dresdener Bahn; ein ständiger Wechsel aus Wiesen, Feldern und Waldabschnitten. Fotomöglichkeiten sind rar gesät - aber es gibt Stellen, die gefunden werden wollen...;-) Datum: 13.03.2026 Ort: Pramsdorf [info] Land: Brandenburg BR: CZ-193 Fahrzeugeinsteller: CD Kategorie: Bahn und Landschaft Top 3 der Woche: 2 Punkte 1 Kommentar [»] |
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Hochwertiger Fernverkehr auf der Magistrale geschrieben von: Olli Sydow (1747) am: 11.03.26, 17:28 |
April 1997. Die Magistrale wartet nach ihrer umfassenden Modernisierung wieder mit hochwertigem Fernverkehr auf. Während der Baumaßnahmen wurden die IC- und IR-Züge von und nach Berlin über Wiesenburg und Güterglück umgeleitet, aber jetzt geht es wieder über Brandenburg und Genthin Richtung Magdeburg. Aber stellen wir doch einem historischen Foto aus dem Jahr 1997 ein historisches Foto aus dem Jahr 1992 gegenüber: [www.drehscheibe-online.de]. Anhand jener Aufnahme erkennt man, wie sehr sich das Bild der Magistrale nach der Elektrifizierung gewandelt hat. Neue Bahnsteige, Strippe, aber das imposante Bahnhofsgebäude nebst Nebengebäuden wurde immerhin stehen gelassen. Die Faszination der alten Magistrale mit all ihren Blockstellen, Schrankenanlagen, Stellwerken, Formsignalen und Telegrafenmasten gab es nicht mehr, ebenso wenig die dort früher eingesetzte Dieselflotte, insbesondere mit der Babelsberger Dicken. Aber es gab einen neuen Grund, weiterhin die Magistrale aufzusuchen: stündlich gaben sich dort Lokomotiven der Baureihe 103 vor ihren IC- und IR-Zügen nicht die Klinke, sondern den Blockabstand in die Hand. Hier stehen wir am Nachmittag des 26.04.97 auf dem Bahnsteig von Kirchmöser und beobachten die rasante Durchfahrt des IR 2446, bespannt mit der wie aus dem Ei gepellten 103 223.
Scan vom Fuji Velvia 6x6-Dia, aufgehellt, Format verkleinert Datum: 26.04.1997 Ort: Kirchmöser [info] Land: Brandenburg BR: 103 Fahrzeugeinsteller: DB Kategorie: Bahn und Infrastruktur Top 3 der Woche: 4 Punkte |
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Der LKW Walter bei Pramsdorf geschrieben von: Olli Sydow (1747) am: 09.03.26, 21:55 |
Kürzlich wurde diese Aufnahme eines LKW-Walter-Zuges mit sehenswerter Bespannung [www.drehscheibe-online.de] in die Galerie aufgenommen - und das Bild erinnerte mich an einen Fang vor wenigen Tagen mit einer gleichen Garnitur, wenngleich auch nicht so attraktiver Bespannung.
Wir sind an der Dresdener Bahn unweit der Blockstelle Pramsdorf, welche tatsächlich immer noch über ihre WSSB-Schrankenanlage verfügt. Klv-Züge sind hier an der Tagesordnung, und der LKW Walter kommt hier auf seiner Relation von Rostock Seehafen nach Tschechien recht regelmäßig vorbei, häufig mit Lokomotiven der HSL. Am 02.03.26 war es nur die silberne 187 307, die von Railpool an die HSL vermietet war. Der Zug wird demnächst den Bahnhof Zossen durchfahren - welcher infolge der Bauarbeiten nicht mehr wiederzuerkennen ist. Datum: 02.03.2026 Ort: Pramsdorf [info] Land: Brandenburg BR: 187 (Bombardier TRAXX F140 AC3) Fahrzeugeinsteller: HSL Kategorie: Zug schräg von vorn Top 3 der Woche: 2 Punkte 1 Kommentar [»] |
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Alltag an der Magistrale vor 29 Jahren geschrieben von: Olli Sydow (1747) am: 08.03.26, 17:47 |
Bleiben wir noch einen Moment an der Magistrale - aber schrauben wir die Zeit fast 30 Jahre zurück, in den April 1997. Wir schreiben den 20.04.97, einer dieser typischen April-Tage voller Quellwolken, aber grandioser Kulisse, wenn mal ein Bild klappen sollte. Wir sind in der Nähe der ehemaligen Blockstelle Kemnitz, und eigentlich galt die Aufmerksamkeit der Intercitys und Interregios, welche seinerzeit noch mit der Baureihe 103 bespannt wurden. Aber bei so einem Wetter haut man auf alles rauf, was vorbeikommt. Die Magistrale wurde gerade erst elektrifiziert, und bis vor wenigen Jahren waren vorher ganz in der Nähe noch solche Fotos möglich: [www.drehscheibe-online.de].
Seitdem hat die Magistrale leider unendlich viel an Charme und Motiven eingebüßt, aber heutzutage laufen hier ganz andere Verkehre, vorbei an Motiven, die gefunden werden wollen. Natürlich ist die Strecke in ihrer märkischen Landschaft kein Highlight, aber wenn man in die Gegend einsteigt, findet man auch manchmal Blickwinkel wie diesen, unweit der ehemaligen Blockstelle Kemnitz. Und was damals belangloser Alltag war, findet auch heute noch seine Liebhaber - für eine Latz-112.1 vor Sanitärwagen mit Wittenberger Steuerwagen als RB 5587. Scan vom Fuji Velvia 6x6-Dia Datum: 20.04.1997 Ort: Kemnitz [info] Land: Brandenburg BR: 112 (Ost-Baureihe) Fahrzeugeinsteller: DB Kategorie: Bahn und Landschaft Top 3 der Woche: 1 Punkt |
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Bunte Magistrale geschrieben von: Olli Sydow (1747) am: 07.03.26, 09:59 |
Mit der baubedingten Sperrung der Berlin-Hamburger Strecke hat der Güterverkehr auf der Magistrale, sprich der Strecke vom westlichen BAR über Werder, Brandenburg nach Magdeburg, merklich zugenommen. Neben dem Verkehr zum Stahlwerk Quenz in Brandenburg, welches von verschiedenen EVUs mit Schrottzügen angefahren wird, sind auch überregionale Güterzüge an der Tagesordnung.
Für die Elektrifizierung der Strecke wurden weitgehend diese weniger ästhetischen Betonmasten verwendet, aber bei Groß Kreutz findet sich ein Abschnitt, welcher mit Gittermasten ausgestattet wurde. Und so sehen wir hier am Nachmittag des 05.03.26 die sehr bunte 193 140 der RTB mit einem Kistenzug, wie sie hinter Groß Kreutz durch die typisch märkische Landschaft gen Westen rauscht. Dem Zug wird die Übergabe nach Kirchmöser folgen. Eine Leistung von Seddin, welche früher eine "Bank" für die Baureihe 298 war, aber inzwischen fast nur noch mit der neuen Baureihe 249 bespannt wird. Eigentlich prädestiniert für die Lok: fast der gesamte Laufweg unter Strippe, und über die Zuführung zum Werksgelände geht es im Dieselmodus. Die Gebäude rechts im Hintergrund stehen im Zusammenhang mit "Pauline" - der ehemaligen Kleinbahn nach Lehnin, welche in Groß Kreutz ihren Anfang nahm. Heute erinnert nur noch das denkmalgeschützte Bahnhofsgebäude in Kloster Lehnin an die bereits 1967 stillgelegte und abgebaute Kleinbahn. Datum: 05.03.2026 Ort: Groß Kreutz [info] Land: Brandenburg BR: 193 (Siemens Vectron) Fahrzeugeinsteller: RTB Kategorie: Hochstativ Top 3 der Woche: 0 Punkte |
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Die Dolomiten der Mark Brandenburg geschrieben von: Olli Sydow (1747) am: 04.03.26, 21:30 |
Regelmäßiger Gast in Brandenburg an Dienstagen ist der Dolomitzug von Wünschendorf, den die Bahnbetrieb Gera GmbH mit ihren Loks der Baureihe 232 bespannt. Am 03.03.26 war die 232 093 als Mietlok der BBG im Einsatz, und dank einer funktionierenden Meldekette konnte der Zug bei Jeserig auf der Magistrale "eingesackt" werden.
Nach der Vorbeifahrt wurde das Hochstativ hastig eingepackt, und es ging dem Zug hinterher Richtung Brandenburg. Von der Zeitlage her könnte er in der Taktlücke der ODEG-Triebwagen auf der Strecke nach Rathenow ohne Halt im Hauptbahnhof von Brandenburg durchgeschleust werden, aber es hieß, dass noch ein hvle-Zug aus dem Stahlwerk auf dem Quenz im Zulauf war. Und siehe da: bei meiner Ankunft am Hauptbahnhof stand der Zug noch dort, und die hvle rollte gerad mit ihrer Fuhre vom Quenz kommend in den Bahnhof. Also ging es hastig weiter zum Bü vor der Havelbrücke, wo der Zug erneut abgepasst werden konnte und lautstark die kleine Steigung zur Brücke hochdröhnte. Die Reise für den Dolomit war dann gleich dahinter im Bahnhof Brandenburg Altstadt zu Ende. Für die Personale hieß es: Feierabend für heute. Die Zuführung in das Stahlwerk auf dem Quenz erfolgt am darauf folgenden frühen Morgen. Das Bild ist in ähnlicher Form bereits in der Galerie enthalten. Andere Lok, anderes Licht, anderer Aufnahmewinkel. Datum: 03.03.2026 Ort: Jeserig [info] Land: Brandenburg BR: 232,233,234,241 (alle Ludmilla-Baureihen) Fahrzeugeinsteller: BBG Kategorie: Hochstativ Top 3 der Woche: 0 Punkte |
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Bk.Pramsdorf geschrieben von: Olli Sydow (1747) am: 01.03.26, 18:43 |
Mal wieder ein Bild von der Dresdener Bahn. Inzwischen rauscht der Fernverkehr von Berlin auf direktem Wege über Lichtenrade und Mahlow Richtung Süden, und auch das herrliche Reichsbahn-Kleinod Zossen mit seinem Wasserturm, den Hl-Signalen und Stellwerken ist "gefallen", aber -zumindest bis vor kurzem- gab es südlich von Rangsdorf noch immer die ehemalige Blockstelle Pramsdorf, mit seiner WSSB-Schranke, welche bereits hier [www.drehscheibe-online.de] sowie -mit bemerkenswertem Thread- auch hier [www.drehscheibe-online.de] bereits gezeigt wurde.
Am 18.04.22 habe ich mich zu dieser Spielerei entschieden. Die Schranken senken sich, und als Protagonist rauscht ein Doppelstock-IC durch. Wie lange mag diese Schrankenanlage noch durchhalten? Das berühmte Pendant in Güterglück ist seit dem letzten Jahr Geschichte. Datum: 18.04.2022 Ort: Pramsdorf [info] Land: Brandenburg BR: 4110 (Stadler KISS Fernverkehr) Fahrzeugeinsteller: DB Kategorie: ungewöhnliche Perspektiven Top 3 der Woche: 5 Punkte 1 Kommentar [»] |
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La Tortuga geschrieben von: Olli Sydow (1747) am: 26.02.26, 12:16 |
Uns verfolgt immer noch der "Anhalter"...;-)
Mit dieser Einstellung möchte ich an eine eher seltsame und nicht unumstrittene Aktionskunst aus dem Jahr 1987 erinnern. Auf dem Gelände des früheren Anhalter Bahnhofs fand im Sommer 1987 unter dem Namen "Mythos Berlin" eine Ausstellung im Rahmen der 750-Jahr-Feier von Berlin statt. Verschiedene künstlerische Installationen wurden auf dem Gelände gezeigt, und beabsichtigt war, auf diesem Wege die Geschichte der Stadt zu erschließen. Bei den Besuchern blieb das Ziel der Veranstaltung jedoch weitgehend im Verborgenen; man reagierte oft mit Unmut oder Verständnislosigkeit und konnte einen Zusammenhang der Ausstellung mit der Stadtgeschichte nicht immer herleiten. Letztendlich erwies sich die Ausstellung als Flop. Höhepunkt der Veranstaltung war ein Event des Aktionskünstlers Wolf Vostell unter dem Namen "La Tortuga", in welchem die Wustermarker 52 2751 von mehreren Autokränen umgedreht und auf den Kopf gestellt wurde. Die Lok soll die Symbolik des Missbrauchs der Industrie und Technik für den Krieg darstellen, ferner den Niedergang historischer Industriezweige. (aha...) Nach dem Ende der Ausstellung verblieb die Lok als auf dem Rücken liegende Schildkröte auf dem Gelände des Anhalter Bahnhofs, bis sie 1991 in dieser Position vor dem Theater in Marl platziert wurde. An den Aktionskünstler Vostell erinnern heute noch die beiden Beton-Cadillacs am Kreisverkehr des Rathenauplatzes in Berlin, wo der Kurfürstendamm beginnt. Vostells Intention war hier der "24-stündige Tanz der Autofahrer ums Goldene Kalb" (sic!). Na, denn... Scan vom Fuji-100 Kleinbiddia Datum: 21.10.1988 Ort: Berlin Anhalter Bahnhof [info] Land: Berlin BR: 040-059 (Güterzug-Dampflokomotiven) Fahrzeugeinsteller: Deutsche Reichsbahn Kategorie: Stillleben Top 3 der Woche: 5 Punkte 2 Kommentare [»] |
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Erinnerungen an den "Anhalter" geschrieben von: Olli Sydow (1747) am: 23.02.26, 15:22 |
Bleiben wir noch einen Moment im alten West-Berlin zur Vorwendezeit. Den Güterzug vom Anhalter Güterbahnhof über Papestraße und Tempelhof nach Grunewald haben wir kürzlich erst gesehen, und hier folgt eine weitere Aufnahme dieses Zuges, ebenfalls aufgenommen von der Monumentenbrücke. Und immer wieder war auch auf weiteren Bildern immer die Rede vom "Anhalter". Nun, der Anhalter Bahnhof war früher DER Inbegriff für Kopfbahnhöfe in Berlin. Er war nicht der älteste Kopfbahnhof, wohl aber der imposanteste. Dies wird der riesigen, fast 35 Meter hohen Halle geschuldet sein, und zahllose Bilder sind bekannt, auf denen namhafte Schnellzüge den "Anhalter" erreichen oder verlassen.
Über der Lok ist ein Stahlbogen zu erkennen, welcher im Rahmen der Ausstellung "Mythos Berlin" anlässlich der 750-Jahr-Feier der Stadt 1987 errichtet wurde, um an die Größe der Halle zu erinnern. Ursprünglich war vorgesehen, eine Nachbildung des imposanten Südportals des "Anhalters" darzustellen, aber letztendlich blieb es bei dem Stahlbogen, welcher im Jahr 1990 wieder abgebaut wurde. Er verdeutlicht auf unserem Bild in etwa die Größe der Bahnhofshalle. Vom Bahnhof selbst ist heute nur noch der Portikus am Askanischen Platz erhalten geblieben. Er erinnert an das gewaltige, fast monströse Bauwerk, welches nach dem Krieg noch halbwegs erhalten war, jedoch Ende der 50er Jahre unter massivem Protest der Bevölkerung gesprengt wurde. Unsere 106 rollt mit ihrem Güterzug vom Anhalter Güterbahnhof soeben am Stellwerk "Agb" vorbei. Zwei Flügel sind frei für den Weg Richtung Grunewald. Der Schornstein sowie die Mühle am linken Bildrand gehören zum Gelände des Deutschen Technikmuseums, dessen Eisenbahnabteilung in den beiden Ringlokschuppen des ehemaligen Bahnbetriebswerkes Anhalter Bahnhof besichtigt werden kann. Zum Bild: die Beleuchtungssituation der Güterwagen mag nicht optimal sein. Die Einstellung habe ich aber dennoch geschichts- und themenbezogen vorgenommen. Scan vom Fuji-100 Kleinbilddia Datum: 24.06.1989 Ort: Berlin Monumentenbrücke [info] Land: Berlin BR: 344-347 (alle V60-ost) Fahrzeugeinsteller: Deutsche Reichsbahn Kategorie: Bahn und Infrastruktur Top 3 der Woche: 10 Punkte 6 Kommentare [»] |
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Ein seltener Fang in Berlin-Wilmersdorf geschrieben von: Olli Sydow (1747) am: 22.02.26, 13:36 |
Kommen wir zurück in den Hochsommer 1989. Wie so oft in dieser Jahreszeit stromerten wir damals am südlichen Berliner Innenring umher, um frühmorgens dem Frachtenzug von Grunewald zum Anhalter Güterbahnhof aufzulauern, welcher hier morgens regelmäßig gegen 7 Uhr aufkreuzte, bespannt mit einer Babelsberger Dicken. Mehrere Aufnahmen in der Galerie zeigen diesen Zug, und sehr häufig kam vor diesem Zug mindestens eine weitere Übergabe mit einem Goldbroiler. Diese ging häufig mit Kopfmachen in Tempelhof Richtung Marienfelde. Am Morgen des 07.07.89 staunten wir nicht schlecht, als uns die 106 240 mit dieser Fuhre entgegen kam: hinter dem Emil mit den Briketts hing das Eichfahrzeug nebst Beiwagen vom RAW Tempelhof. Ein uns bis dato völlig unbekanntes Gefährt. Nähere Recherche ergab, dass es sich hierbei um ein Fahrzeug zum Eichen von Gleiswaagen handelt. Diese Garnituren beinhalteten immer den recht kurzen Eichwagen sowie einen etwas längeren Eichbeiwagen für die Mitführung von Gewichten. Eichwagen waren bei der Reichsbahn bestimmten Bahnbetriebswerken zugeordnet, u.a. in Hoyerswerda, Reichenbach, Falkenberg, Magdeburg und Erfurt. Bei unserem Zug vermute ich die Fahrt zur Heimatdienststelle, sprich zum RAW Tempelhof.
Einige Zeit später erschien an dem Tag dann die Babelsbergerin mit ihrem Zug zum "Anhalter". Scan vom Fuji-100 Kleinbilddia Datum: 07.07.1989 Ort: Berlin Wilmersdorf [info] Land: Berlin BR: 344-347 (alle V60-ost) Fahrzeugeinsteller: Deutsche Reichsbahn Kategorie: Bahn und Infrastruktur Top 3 der Woche: 6 Punkte 1 Kommentar [»] |
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Bahnlandschaften im Herzen der Hauptstadt geschrieben von: Olli Sydow (1747) am: 19.02.26, 14:32 |
Bleiben wir im West-Berlin der Vorwendezeit und kommen zu einem Fotopunkt, welcher nur eine Brücke von dem Standort dieser Aufnahme entfernt liegt [www.drehscheibe-online.de] : der Monumentenbrücke. Von dieser Brücke hatte man ebenfalls einen Blick auf die Nord-Süd-S-Bahn - aber fast noch interessanter war der Blick auf die ausgedehnten Bahnanlagen des Anhalter Güterbahnhofs. Hier verzweigten sich die Gleise zu diversen Anschließern, u.a. zum ehemaligen Postbahnhof des Postamtes 77 an der Luckenwalder Straße, unweit des Deutschen Technikmuseums entfernt. Morgens erschien hier ein Frachtenzug aus Berlin-Grunewald, welcher bereits hier [www.drehscheibe-online.de] in der Galerie gezeigt wurde. Nach mehrmaligem Köpfen in den Güterbahnhöfen Tempelhof und Papestraße erreichte dieser Zug über völlig zugekrautete Gleise den Anhalter Güterbahnhof, und von hier wurden die Wagen auf diverse Anschließer verteilt. Um die Mittagszeit verließ dann ein Zug mit einem der zahllosen Goldbroiler der Baureihe 106 den Anhalter Güterbahnhof, um dann den gleichen Weg Richtung Grunewald einzuschlagen. Hier hatte sich im Frühherbst `89 die 106 271 mit ihrem Zug auf den Weg in Richtung Papestraße gemacht; die letzten Wagen passieren noch das Stellwerk Agb.
Wir sehen im Hintergrund die Kuppel eines Wasserturms. Dieser gehört zum ehemaligen Bw Anhalter Bahnhof und ist Element des Deutschen Technikmuseums. Und hier der Kulturschock: unmittelbar am DTM vorbei verläuft heute die Strecke zum Nord-Süd-Tunnel, um zum Berliner Hauptbahnhof zu gelangen - nur wenige Meter weiter links von der selben Brücke aufgenommen: [www.drehscheibe-online.de]. Das Gelände rechts neben der Trasse beinhaltet heute den Dora-Duncker Park und hinter den Yorckbrücken den Park am Gleisdreieck. Und durch all diese Anlagen kofferte in den 30er Jahren der Henschel-Wegmann-Zug zum Anhalter Bahnhof.... Scan vom Fuji-100 Kleinbilddia Datum: 09.1989 Ort: Berlin Monumentenbrücke [info] Land: Berlin BR: 344-347 (alle V60-ost) Fahrzeugeinsteller: Deutsche Reichsbahn Kategorie: Bahn und Infrastruktur Top 3 der Woche: 6 Punkte 3 Kommentare [»] |
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Die Anschlussbude Monumentenbrücke geschrieben von: Olli Sydow (1747) am: 18.02.26, 17:37 |
Bleiben wir noch einen Moment im Berlin der 80er Jahre. Wir stehen auf der Brücke der Kolonnenstraße in Berlin-Schöneberg und blicken einem Stadtbahner hinterher, welcher auf der S 2 Richtung Frohnau unterwegs ist und als nächstes den S-Bahnhof Yorckstraße erreichen wird. Zahllose Gleise liegen hier nebeneinander, und früher führte die Trasse zum Anhalter Bahnhof. In den 80er Jahren waren außer der beiden S-Bahngleise nur noch ein Anschlussgleis im linken Vordergrund befahren, ferner der Abzweig zum Postbahnhof und zur Monumentenhalle. Wir erkennen das Stellwerk Abm, dessen offizielle Bezeichnung "Anhalter Bahnhof Mitte" lautete. Gern wurde etwas salopp auch die Bezeichnung "Anschlussbude Monumentenbrücke" verwendet. Das Stellwerk wurde 1899 errichtet, wurde aber im Zuge der umfangreichen Erneuerungen der Gleisanlagen zum Nord-Süd-Tunnel im Jahr 2002 außer Betrieb genommen und abgerissen. Kurios ist die Sicherung des Anschlussgleises durch ein Sv-Signal der S-Bahn.
Der Vergleich mit einer Aufnahme aus dem Jahr 2018, nur wenige Meter weiter: [www.drehscheibe-online.de]. Scan vom Fuji-100 Kleinbilddia Datum: 23.05.1987 Ort: Berlin Kolonnenbrücke [info] Land: Berlin BR: 475,476,477 (alte Berliner S-Bahn) Fahrzeugeinsteller: BVG Kategorie: Bahn und Infrastruktur Top 3 der Woche: 9 Punkte |
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Mit Stahlbrammen über die Aller geschrieben von: Olli Sydow (1747) am: 16.02.26, 16:37 ![]() ![]() Top 3 der Woche vom 01.03.26 |
Machen wir einen Ausflug an die Aller bei Verden und kommen in das Jahr 2003. In Verden existierte damals noch die alte Allerbrücke, und sie erlaubte sowohl morgens als auch abends herrliche Gegenlichtaufnahmen. Mehrere Fototouren gingen seinerzeit an diesen Ort, und allein die enorm hohe Zugdichte ließ das Fotografieren nicht langweilig werden. Der ohnehin starke Güterverkehr wurde noch durch einen lokbespannten Fern-und Regionalverkehr ergänzt. Die Baureihe 101, 112.1 und 120 liefen im Fernverkehr, dazu 110 und 141 vor den Regios, später 146.
Nun, die Brücke wurde vor Jahren bereits durch einen Neubau mit hässlichen Seitenwänden ersetzt und ist seitdem so gut wie unfotografierbar. Am Abend des 13.09.2003 war jedoch die Welt noch in Ordnung, und als Tagesabschluss sehen wir hier die typische Silhouette einer 140 mit ihrem Brammenzug, wie sie in nördliche Richtung strebt. Scan vom Fuji Velvia 6x6-Dia, ohne zusätzliche Sättigung. Datum: 13.09.2003 Ort: Verden [info] Land: Niedersachsen BR: 139,140 Fahrzeugeinsteller: DB Kategorie: Stimmungen mit Zug Top 3 der Woche: 20 Punkte 4 Kommentare [»] |
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Wo die Ringbahn heute das Nordkreuz erreicht geschrieben von: Olli Sydow (1747) am: 15.02.26, 18:21 |
Kurz hinter dem S-Bahnhof Schönhauser Alle war in westlicher Richtung die Ringbahn zu Ende, und die Züge knickten nach Norden Richtung Pankow ab. Wir beobachten zwischen den Häuserzeilen das rege Treiben auf der S-Bahn, welche an dieser Stelle mit fast allen Baureihen vorbei kam, die damals bei der Reichsbahn eingesetzt waren. Man sah Stadtbahner, 276.1, die etwas schnittigeren 277 und die "Cola-Dosen", wie wir die neuen Züge der Baureihe 270 nannten. Hier rauscht gerade ein Zug der Baureihe 277 auf der Zuggruppe O nach Blankenburg vorbei. Über der Häuserzeile wacht der "betende Riese vom Humannplatz". So wurde im Volksmund die Kirche St. Augustinus in der Dänenstraße genannt.
Am 02.09.1991 waren die hinter mir liegenden parallelen Ferngleise wegen Bauarbeiten gesperrt. Heute ist der Ring längst geschlossen, und hinter dem Fotografen befindet sich das Nordkreuz, mit zahlreichen Über- und Unterführungen sowohl für die S-Bahn als auch für die Fernbahn. Von einer langen Fußgängerbrücke hat man heutzutage einen tollen Blick auf das Verkehrsgeschehen an dieser Stelle: [www.drehscheibe-online.de] Und nur wenige Meter weiter sah es 1992 so aus: [www.drehscheibe-online.de] Und wie dicht und dennoch unerreichbar die beiden Stadthälften vor der Wende waren, mag dieses Bild aus Gesundbrunnen verdeutlichen - der Kirchturm des "betenden Riesen" ist hinter der Millionenbrücke gut zu erkennen: [www.drehscheibe-online.de] Scan vom Fuji-100 Kleinbilddia Datum: 02.09.1991 Ort: Berlin Nordkreuz [info] Land: Berlin BR: 475,476,477 (alte Berliner S-Bahn) Fahrzeugeinsteller: Deutsche Reichsbahn Kategorie: Bahn und Infrastruktur Top 3 der Woche: 5 Punkte 1 Kommentar [»] |
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Auf der Schmalenseehöhe vor über 30 Jahren geschrieben von: Olli Sydow (1747) am: 14.02.26, 17:56 |
Machen wir einen Ausflug zu einer der Strecken, welche wohl zu den meistfotografierten in ganz Deutschland zählen: der Piste von Garmisch über Klais nach Mittenwald. Und zum Ende der Einsatzperiode der Baureihe 113, in der sich die formschönen Maschinen vor Eilzügen zwischen München und Mittenwald verdingt haben, zog es uns auch in das Voralpenland. Mehrere Fototouren führten somit in die Gegend um Klais und der Schmalenseehöhe, meist in Verbindung mit Urlauben im Nachbarland Österreich. Am 08.05.94 bezogen wir Position auf der Schmalenseehöhe, und zwischen all den Hütten rauscht die 113 269 mit ihrem E 3683 von München nach Mittenwald vorbei. Man beachte die für die damalige Zeit typische Farbzusammenstellung der Garnitur: ozeanblau-beige mit Silberlingen, und die ersten mintgrünen Wagen tauchten auf.
Der Vergleich mit heute: zahlreiche Bilder dieser Gegend sind in der Galerie zu sehen. Seht selbst...;-) Scan vom Fuji Velvia 6x6-Dia Datum: 08.05.1994 Ort: Schmalenseehöhe [info] Land: Bayern BR: 110,112,113,114 (West-Baureihen) Fahrzeugeinsteller: DB Kategorie: Bahn und Landschaft Top 3 der Woche: 7 Punkte 2 Kommentare [»] |
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Fernverkehr zwischen Epoche IV und V geschrieben von: Olli Sydow (1747) am: 12.02.26, 19:23 |
Machen wir einen Ausflug in den Hochsommer ´93 nach Oberbayern. Sozusagen als Beifang zu diversen Schienenbussen auf Traunstein-Waging und Traunstein-Garching entstanden auch einige Bilder auf der Hauptstrecke von München nach Salzburg. Wir stehen auf dem Hang bei Vachendorf und beobachten das bunte Treiben, welches sich dort fast im Blockabstand geboten hat: Fernzüge mit 111 oder ÖBB-1044, der Nahverkehr mit 140 (!), Güterzüge meist mit ÖBB-1010 oder 1110. Exemplarisch für den Verkehr sehen wir hier eine 111 -noch mit altem Bügel- mit einer inzwischen leider längst ausgestorbenen Zuggattung: dem Interregio. Die 111 wird mit ihrem IR 2095 gleich ihren nächsten Halt in Traunstein einlegen.
Manipulation: quer durch das Bild verliefen mehrere unästhetische Hochspannungsleitungen. Ein Grund, warum alle weiteren Aufnahmen in der Galerie an dieser Stelle aus einer etwas anderen Position entstanden sind. Scan vom Fuji Velvia 6x6-Dia, entsättigt, verkleinert, aufgewärmt. Datum: 16.06.1993 Ort: Vachendorf [info] Land: Bayern BR: 111 Fahrzeugeinsteller: Deutsche Bundesbahn Kategorie: Bahn und Landschaft Top 3 der Woche: 6 Punkte 3 Kommentare [»] |
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Ein Hauch von Winter an der Spree geschrieben von: Olli Sydow (1747) am: 10.02.26, 12:22 |
Bleiben wir im Berlin der Nachwendejahre. Bunte Züge prägten die Stadtbahn, und sie waren bis auf die ICE allesamt lokbespannt! Eine enorme Baureihenvielfalt tummelte sich damals auf den Gleisen. Die Fernzüge waren in der Hand der 103, 112.0, 112.1 oder 120, später der 101. Vor Nacht- und Turnuszügen sah man auch die Baureihen 110, 111 oder 155. Den Verkehr nach Polen wickelten die Knödelpressen ab. Und vor den Regios sah man ausschließlich Sicken in allen Varianten und Farbgebungen. Auch die Zuggarnituren waren bunt: von der früheren Reichsbahnfarbe über mint bis verkehrsrot war alles dabei, und die Fernzüge teilten sich auf in Interregios oder IC-Züge. Vivat Epoche V...;-)
Kommen wir an eine recht häufig fotografierte Spreebrücke in Berlin-Moabit. Die meisten Aufnahmen entstehen hier mit einem Tele-Objektiv von der Brücke der Paulstraße. Aber man kann auch etwas dichter herangehen, wie auf dieser Aufnahme vom 31.01.2021: [www.drehscheibe-online.de]. Kurbeln wir die Zeit auf den Tag genau 22 Jahre zurück: wir schreiben den 31.01.99. Die Stadt war leicht mit Schnee überzuckert, und wir stehen erneut am Spreeufer, nur ein paar Bäume weiter. Eine 112.1 schiebt sich ins Bild, noch in orientrot mit Latz. Der zweite Wagen verrät den Zug: am Haken hängt der EC 175 "Comenius" von Hamburg nach Budapest, mit seinen herrlichen ungarischen Wagen. Als Fotograf fällt man an dieser Stelle auf: direkt links neben uns befinden sich die Anlagen vom Schloss Bellevue, dem Sitz des Bundespräsidenten. Die Polizei patrouilliert, nimmt Notiz vom Fotografen und lässt gewähren. Eisenbahnfotografen gelten als harmlos...;-) Scan vom Fuji Velvia 6x6-Dia Datum: 31.01.1999 Ort: Berlin Bellevue [info] Land: Berlin BR: 112 (Ost-Baureihe) Fahrzeugeinsteller: DB Kategorie: Bahn und Infrastruktur Top 3 der Woche: 3 Punkte |
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Ein Portrait in Leipzig geschrieben von: Olli Sydow (1747) am: 09.02.26, 18:14 |
Leipzig Hauptbahnhof...Normaler Weise sieht man aus dieser Position vor den wuchtigen Hallen häufig Bilder von der Dampftraktion. Kommen wir mal zum Alltag im Sommer 1996. Intercity-Züge steuern den Bahnhof an, Interregios, zahllose Regionalzüge, meist lokbespannt mit Sicken. Auf Gleis 14 steht der IC 657, ebenfalls bespannt mit einer Sicke. Doch irgendwas ist anders an der Lok. Sie sieht nicht aus wie ihre Schwestern, von denen man in den späteren Jahren kaum noch Notiz genommen hat, weil sie ja fast alle gleich aussahen...
Des Rätsels Lösung: wie sehen die 112 002. Eine der vier Prototypen von LEW, welche bereits 1990 geliefert wurden. Alle im damals üblichen Farbschema "orientrot mit Latz", aber dennoch mit Unterschieden. Die Rede ist von 112 002 bis 005; die "weiße Lady" 212 001 ist nie in den Besitz der DR übergegangen. 112 002 erhielt einen orientroten Lokkasten mit grauem Rahmen, und zusätzlich war die gesamte Dachschräge ebenfalls in orientrot gehalten. Bei 112 003 waren die Dachschrägen grau. 112 004 entsprach der 003, hatte jedoch andere Anschriften. 112 005 wies als zunächst einzige 112 neben dem orientroten Lokkasten auch einen orientroten Rahmen auf, und bei ihr waren anfangs die Loknummern in großen weißen Lettern auf den Sicken angebracht. Auffällig ist bei unserer 112 002 auch die Ausführung des Lätzchens, welches sich bis zu den Fenstern hochzieht. Die Schriftart der Loknummer wirkt an der Front auch etwas enger als üblich. Und der Clou: all diese Details sind mir zum Entstehungszeitpunkt der Aufnahme nie aufgefallen. Damals waren Sicken mit Latz irgendwie die "Allzweckwaffen", nach dem Motto: haste eine - haste alle. Erst heute, fast 30 Jahre später, wo das Thema "orientrot mit Latz" schon fast nostalgisch klingt, kramt man die Dias wieder aus dem Archiv - und entdeckt Unterschiede...;-) Scan vom Fuji Velvia 6x6-Dia Datum: 27.07.1996 Ort: Leipzig Hauptbahnhof [info] Land: Sachsen BR: 112 (Ost-Baureihe) Fahrzeugeinsteller: DB Kategorie: Zug schräg von vorn Top 3 der Woche: 5 Punkte 1 Kommentar [»] |
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Mietskasernen und Brandschutzmauern geschrieben von: Olli Sydow (1747) am: 08.02.26, 13:54 |
Zwischen Mietskasernen und Brandschutzmauern verlief in Berlin der östliche Innenring zwischen den Bahnhöfen Prenzlauer Allee und dem Grenzstreifen an der Bösebrücke. Am 13.06.89 war der Prenzlauer Berg für mich noch "drüben", und anlässlich irgend einer Veranstaltung ging es in jene Richtung, mit einem Abstecher zur Brücke der Dunckerstraße, von welcher kürzlich in die Gegenrichtung dieser Blick [www.drehscheibe-online.de] gezeigt wurde. Nun, hier sehen wir den Blick auf den S-Bahnhof Prenzlauer Allee, dessen 1891/92 erbautes Empfangsgebäude im Klinkerstil im Hintergrund zu erkennen ist. Im Bahnhof ist soeben ein Stadtbahner im Hauptstadtlack eingetroffen und es geht gleich weiter Richtung Ostkreuz.
Die Gleise im Vordergrund wurden zu jenem Zeitpunkt gerade saniert und für die Elektrifizierung vorbereitet. Berühmt ist der Fotopunkt aus früheren Zeiten, als hier noch die Schnellzüge Richtung Ostsee mit ölgefeuerten Stralsunder 03.10 vorbeikamen. Lang ist´s her... Scan vom Fuji-100 Kleinbilddia Datum: 13.06.1989 Ort: Berlin Prenzlauer Allee [info] Land: Berlin BR: 475,476,477 (alte Berliner S-Bahn) Fahrzeugeinsteller: Deutsche Reichsbahn Kategorie: Bahn und Infrastruktur Top 3 der Woche: 12 Punkte 1 Kommentar [»] |
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Blick von der Kynastbrücke zur Wendezeit geschrieben von: Olli Sydow (1747) am: 07.02.26, 17:24 |
Wie sehr sich Berlin in den letzten 30 Jahren verändert hat, kann man an zahllosen Orten in der Hauptstadt beobachten. Insbesondere von den Brücken östlich vom Ostbahnhof lässt sich die Veränderung des Stadtbildes kaum in Worte fassen. Warschauer Brücke, Modersohnbrücke, Kynastbrücke - die Bilder, die hier die Jahrzehnte durchstreifen, erzählen Geschichten.
Der Blick von der Kynastbrücke, unmittelbar neben dem oberen Ringbahnsteig am Bahnhof Ostkreuz gelegen, ist schon desöfteren in der Galerie gezeigt worden. Interessant ist hier im Vergleich zu heute, wie sehr sich hier nach dem Umbau die Lage der S-Bahn-Gleise geändert hat - und welche Gebäude heute noch stehen und welche nicht. Kommen wir in den Spätsommer 1990. Die Rücktour einer Fotoaktion auf der Schöneiche-Rüdersdorfer Straßenbahn führte quer durch die Stadt, mit einer Knipspause an der Kynastbrücke. Der Stadtbahner war damals noch sehr präsent. Hier sehen wir einen Vollzug auf der Zuggruppe G zur Friedrichstraße im "Hauptstadtlack". Bereits Anfang der 90er Jahre war bei den Stadtbahnern der Reichsbahn diese Lackierung häufiger vertreten als der ursprüngliche Farbton in Rot/Ocker, und es gab mitunter Züge, welche aus Vierteln beider Lackierungsvarianten bestanden. Völlig bunt wurde es dann nach der Wende, als Stadtbahner der BVG mit den Reichsbahnzügen im gemeinsamen Zugverband liefen. Scan vom Fuji-100 Kleinbilddia Datum: 02.09.1990 Ort: Berlin Ostkreuz [info] Land: Berlin BR: 475,476,477 (alte Berliner S-Bahn) Fahrzeugeinsteller: Deutsche Reichsbahn Kategorie: Bahn und Infrastruktur Top 3 der Woche: 4 Punkte |
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Im Humboldthain geschrieben von: Olli Sydow (1747) am: 01.02.26, 11:33 |
Der Humboldthain. Ein Volkspark in Berlin-Gesundbrunnen, im Bezirk Wedding. Ein geschichtsträchtiger Ort, über den kürzlich an dieser Stelle [www.drehscheibe-online.de] berichtet wurde. Die S-Bahn umrundet an seiner Nordwestseite den Park, und wir stehen auf der Brücke der Grenzstraße unweit des gleichnamigen S-Bahnhofes und beobachten im Herbst 1988 einen ausfahrenden Stadtbahner auf der S 1, welcher demnächst in den Nord-Süd-Tunnel einfahren wird. Auf diesem Bild haben wir die Brücke der Grenzstraße im Hintergrund: [www.drehscheibe-online.de]
Wir sehen die Gleise der S-Bahn und rechts daneben noch die Trasse zum Stettiner Bahnhof. Früher tobte auf der Trasse das Leben, mit Urlauberzügen Richtung Ostseeküste, deren Weg im Stettiner Bahnhof begann. Im Herbst 1988 erkennen wir man gerade noch ein Gleis, welches sogar eine Stromschiene besaß, für die Anbindung eines Werkes der S-Bahn auf dem Gelände des früheren Stettiner Bahnhofs, später in Nordbahnhof umbenannt - nur, damit kein falscher Eindruck gegenüber den Folgen des 2. Weltkrieges aufkommt... Die gleiche Szene 20 Jahre später. Die Natur erobert, wo sie kann. [www.drehscheibe-online.de] Scan vom Fuji-100 Kleinbilddia Datum: 22.10.1988 Ort: Berlin Humboldthain [info] Land: Berlin BR: 475,476,477 (alte Berliner S-Bahn) Fahrzeugeinsteller: BVG Kategorie: Zug schräg von vorn Top 3 der Woche: 3 Punkte |
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Morgens in Gesundbrunnen geschrieben von: Olli Sydow (1747) am: 31.01.26, 13:09 |
Machen wir weiter mit ein bissel Berlin-Geschichte..;-)
Bereits einige Bilder sind aus Berlin-Gesundbrunnen in die Galerie gelangt. Aktuelle wie historische. Jetzt ein einzelnes Bild zu verlinken wäre den übrigen Bildern nicht gerecht. Daher empfehle ich dem geneigten und interessiertem Berlin-Besucher die Lektüre sämtlicher Bildtexte. Wir schreiben den 16.06.88. Ein früher Juni-Morgen, welcher in erster Linie dem Franzosenzug diente, welcher hier 3 x pro Woche morgens gegen 7 Uhr aufzukreuzen pflegte. Als Beifang entstand an jenem Morgen die Aufnahme einer S 2 nach Frohnau, wie sie soeben den Bahnhof Gesundbrunnen verlässt. Wir sehen links daneben die beiden weiteren Bahnsteige: in der Mitte, fast vollständig von der Natur zurückerobert, der Bahnsteig für die Vorort-und Fernzüge, welche vom Stettiner Bahnhof kommend, ihren Weg in Richtung Ostseebäder eingeschlagen haben. Links daneben der ehemalige Ringbahnsteig. Was muss hier früher los gewesen sein...? Genau: das, was in etwa heute los ist, wenn man auf der Swinemünder Brücke steht und sich den Verkehr anschaut. Im Juni 1988 kam alle zehn Minuten eine S-Bahn - und sonst nur der Franzosenzug sowie der überschaubare Güterverkehr nach Schönholz und Tegel - auf einem einzigen Gleis. Was sehen wir noch? Links im Hintergrund erkennen wir ein metallenes Denkmal auf einem Hügel. Hierhinter verbirgt sich der Humboldthain, benannt nach dem großen Naturforscher Alexander von Humboldt. Das Denkmal wurde zur Erinnerung an die deutsche Einheit aufgestellt und zeigt zwei getrennte Hälften, welche von einem Ring zusammengehalten werden und somit die Symbolik der Teilung Deutschlands darstellen. Aber worauf steht das Denkmal? Nun, spulen wir die Zeit in den zweiten Weltkrieg zurück. Hier entstand Anfang der 40er Jahre ein hoher Flakturm sowie daneben ein Leitturm zur Verteidigung der Stadt gegen Luftangriffe der Alliierten. Innerhalb des Turms existiert eine siebenetagige Bunkeranlage, welche heutzutage besichtigt werden kann. Der Hügel um die Türme herum entstand erst nach dem 2. Weltkrieg als Trümmerberg, und die Bunker wurden nach dem Krieg nie gesprengt. Und jetzt kommt wieder die Eisenbahn ins Spiel: Gesundbrunnen war damals in der französischen Besatzungszone, und die Franzosen wollten vermeiden, dass durch die Sprengung die unmittelbar darunter liegenden Gleise der Reichsbahn beeinträchtigt werden, sprich: man wollte die russische Besatzungsmacht nicht unnötig provozieren. Wir verdanken somit mitten in der Stadt dieses sehenswerte Denkmal deutscher Geschichte, und ich kann nur jedem Berlin-Besucher empfehlen, den etwas mühsamen Anstieg über diverse Treppen hoch zum Bunkerplateau auf sich zu nehmen. Allein der Blick auf die Stadt entschädigt! Scan vom Fuji-Kleinbilddia. Einige wirklich unästhetische Baukräne wurden digital zu Fall gebracht. Datum: 16.06.1988 Ort: Berlin Gesundbrunnen [info] Land: Berlin BR: 475,476,477 (alte Berliner S-Bahn) Fahrzeugeinsteller: BVG Kategorie: Bahn und Infrastruktur Top 3 der Woche: 1 Punkt |
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Berlin Wollankstraße geschrieben von: Olli Sydow (1747) am: 29.01.26, 16:52 |
Berlin, Bahnhof Wollankstraße, im April 1988. Die ersten Sonnenstrahlen laden zu einer Radtour ein. Es geht quer durch die Innenstadt, hoch Richtung Wedding. Hier und da entstehen ein paar Fotos entlang der Stadtbahn und der Nord-Süd-Strecke. Die Wollankstraße endet jäh an der S-Bahn-Trasse, es geht nicht weiter. Hinter der Trasse liegt Berlin-Pankow, ganz nah dran und doch so weit weg. Man glaubt, das Quietschen der Räder der Reko-Straßenbahnen zu hören, welche "drüben" ihre Kreise ziehen.
Die Trasse der S-Bahn liegt hier erhöht an der Nordbahn, und sie war ein politisches Kuriosum: der Bahnhof lag bereits auf Ost-Berliner Gebiet, hatte jedoch nur einen einzigen Zugang von Berlin (West). Reisende wurden auf diese Situation hingewiesen. Unmittelbar hinter dem Bahnhof lag der Grenzstreifen. Ein weiteres Kuriosum bestand darin, dass der Bahnhof auch nach Übernahme der West-Berliner S-Bahn durch die BVG zur Reichsbahndirektion Berlin gehörte; die Personale in Reichsbahnuniform kamen bis zur Wiedervereinigung aus Ost-Berlin. Wir beobachten einen einfahrenden Stadtbahner der BVG. Auch die parkenden Autos sind heutzutage einen Blick wert. Die Wollankstraße heute: wie selbstverständlich fährt man unter der S-Bahn-Trasse vom Wedding nach Pankow. Kaum einer erinnert sich hier an die kuriose Situation vor der Wende. Scan vom Fuji-100 Kleinbilddia Datum: 17.04.1988 Ort: Berlin Wedding [info] Land: Berlin BR: 475,476,477 (alte Berliner S-Bahn) Fahrzeugeinsteller: BVG Kategorie: Bahn und Infrastruktur Top 3 der Woche: 11 Punkte 3 Kommentare [»] |
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Grau in grau geschrieben von: Olli Sydow (1747) am: 28.01.26, 17:40 |
Berlin Prenzlauer Berg. Ein diesiger Märztag anno 1987. Graue Häuserschluchten umgeben mich; man hat den Eindruck, alle Gebäude tragen den gleichen Farbton. Es riecht etwas nach Braunkohle. Ich stehe etwas verstohlen auf der Brücke der Dunckerstraße und beobachte den S-Bahnbetrieb auf dem östlichen Innenring. Passanten huschen vorbei. Die meisten nehmen keine Notiz von dem Fotografen, einige beäugen einen höchstens etwas neugierig. Hinter mir ist der S-Bahnhof Prenzlauer Allee. Alle Nasenlang kommen S-Bahnen vorbei, und gleich einer der ersten Züge, die ich erwische, ist der Prototyp des Bankierszuges. Er entschwindet Richtung Schönhauer Allee, und ich denke mir: der kommt demnächst wieder zurück. Bingo! Treffer für das nachfolgende Motiv am S-Bahnhof, wo hinter mir der Verkehr auf der Prenzlauer Allee tobt. Es sollte jenes Bild entstehen [www.drehscheibe-online.de], und dem Bankierszug folgte sogleich ein weiteres Schmankerl in Form eines noch nicht modernisierten Triebzuges der Baureihe 277, noch mit alter Kopfform.
Infos zum Bankierszug bitte ich dem verlinkten Bild zu entnehmen. Der Tag führte mich kreuz und quer durch den "anderen" Teil der Hauptstadt, immer auf der Suche nach den besonderen, noch nicht modernisierten Fahrzeugen der Baureihen 276 und 277. Ob mich jemand beobachtet hat? Ob sich ein "Organ" für den klassenfeindlichen Fotografen interessiert hat. Abends, bei der "Ausreise" (was für Wörter , heutzutage...) am Bahnhof und Grenzübergang Friedrichstraße war ich einer von vielen Bürgern von "drüben". Und machen wir uns nichts vor: eine gewisse Erleichterung war immer zu spüren, wenn man in die S-Bahn Richtung Berlin-Wannsee stieg, so mit Anfang 20, alleine im "Osten". Unvorstellbar... Scan vom Fuji 100 Kleinbilddia Datum: 15.03.1987 Ort: Berlin Prenzlauer Allee [info] Land: Berlin BR: 475,476,477 (alte Berliner S-Bahn) Fahrzeugeinsteller: Deutsche Reichsbahn Kategorie: Bahn und Infrastruktur Top 3 der Woche: 9 Punkte |
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Mitten auf der Dresdener Bahn geschrieben von: Olli Sydow (1747) am: 26.01.26, 11:18 |
Machen wir eine Zeitreise in die 80er Jahre des alten "West-Berlins". Die S-Bahn war in der Hand der BVG, und man hatte seine drei Linien. Es gab zu jener Zeit bei den Triebwagen nur eine Bauform, den "Stadtbahner" der Baureihe 275. Entweder kam er einem in ocker/rot entgegen oder in dem etwas gelberen BVG-Senfton.
Hier mal eine Aufnahme der S 2 von Frohnau nach Lichtenrade, welche -wohnortbedingt- fotografisch etwas seltener besucht wurde als die Wannsee- oder Stadtbahn. Aber am 07.02.86, vor fast genau 40 Jahren, gab es mal einen Fotostop in Berlin-Mariendorf, unweit des ehemaligen Gaswerkes, von welchem wir im Hintergrund einen der wuchtigen Gasspeicher erkennen. Wir befinden uns auf einem schmalen Fußweg zu einer Laubenkolonie und blicken einem Stadtbahner auf seinem Weg nach Frohnau hinterher. Jahrzehnte später: genau dort, wo wir standen, donnert jetzt der Fernverkehr nach Dresden oder der Airport-Express zum Flughafen Berlin-Brandenburg durch. Die Dresdener Bahn ist seit kurzem wieder eröffnet, und die Züge sieht man hinter den meterhohen Schallschutzwänden nicht. Die Laubenpieper gibt es nicht mehr, ebenso wenig das Gaswerk Mariendorf geschweige den Stadtbahner. Wir erkennen auf dem Bild im Hintergrund einen Anschluss zu einem Tanklager - und dieser Anschluss war Thema jener Aufnahmen, auf welchen die Bauarbeiten auf der Dresdener Bahn gerade im Gange waren: [www.drehscheibe-online.de], [www.drehscheibe-online.de]. Scan vom Fuji-100 Kleinbilddia Datum: 07.02.1986 Ort: Berlin Mariendorf [info] Land: Berlin BR: 475,476,477 (alte Berliner S-Bahn) Fahrzeugeinsteller: BVG Kategorie: Bahn und Infrastruktur Top 3 der Woche: 4 Punkte |
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Bersenbrück in mint geschrieben von: Olli Sydow (1747) am: 25.01.26, 13:22 |
Ja, sie waren damals eine Zumutung. Triebwagen der Baureihe 614, 624 und 634 in mint. Gut, den 628 kannte man nicht anders; der gilt heute in mint als Kult. Aber die anderen drei Triebwagenbaureihen hat man wenigstens noch in altrot bzw. in den Popfarben erlebt, und ozeanblau/ beige war damals ohnehin Alltag. In mint waren die Triebwagen eine echte Herausforderung, und selbst danach in verkehrsrot machten sie wieder eine deutlich bessere Figur. Aber auch die Mint-Farbepoche ist vorüber, und inzwischen hat man mit den Sanitärfarben längst seinen Frieden geschlossen. Und irgendwie haben sie -geschichtlich betrachtet- auch ihren Platz eingenommen und rufen heutzutage mindestens eine positive Wahrnehmung hervor, wenn irgendwo angekündigt ist, dass ein Fahrzeug oder ein Reisezugwagen wieder in dieser Lackierung präsentiert wird.
Mint war zum Ende der 90er Jahre allgenwärtig - zumindest auf der Strecke von Osnabrück nach Oldenburg. Fast jeder dort angetroffene 624 lief in dieser Farbvariante. Und im Hochsommer ´99 stehen wir südlich von Bersenbrück und erleben die Vorbeifahrt einer 624-Garnitur mit dem 624 611 an der Spitze als RB 4816 gen Osnabrück. Selbst mindestens eine Garnitur der beiden rundlichen Vorserien-624.5 aus Uerdingen lief auf dieser Strecke in den Sanitärfarben. Scan vom Fuji Velvia 6x6-Dia, stark entsättigt und aufgewärmt. Datum: 17.07.1999 Ort: Bersenbrück [info] Land: Niedersachsen BR: 624,634 Fahrzeugeinsteller: DB Kategorie: Zug schräg von vorn Top 3 der Woche: 6 Punkte 1 Kommentar [»] |
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Die Doppelmasten bei Obersdorf geschrieben von: Olli Sydow (1747) am: 24.01.26, 16:36 |
Auch dieses Motiv mit der Kurve bei Obersdorf ist bereits aus allen Himmelsrichtungen in der Galerie enthalten. Aber die abendliche Außenkurve mit den herrlichen Doppeltelegrafenmasten und einem Quadratschädel gehört bislang nicht dazu...;-). Die Goldrute blüht, und fernab von jedem Großstadtlärm konnte man hier auf einem Hang oberhalb der Strecke hocken und die geschwungene Landschaft östlich von Müncheberg genießen. Leises Rauschen holt einen aus seinen Träumen raus, als am Abend des 19.08.2002 ein Quadratschädel als RB 5828 nach Berlin-Lichtenberg vorbeibrummt.
Scan vom Fuji Velvia 6x6-Dia Datum: 19.08.2002 Ort: Obersdorf [info] Land: Brandenburg BR: 624,634 Fahrzeugeinsteller: DB Kategorie: Bahn und Landschaft Top 3 der Woche: 6 Punkte 3 Kommentare [»] |
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Die Telegrafenmasten von Alt Rosenthal geschrieben von: Olli Sydow (1747) am: 23.01.26, 08:30 |
Ja, sie waren legendär: die Doppeltelegrafenmasten entlang der Ostbahn. Relikte einer vergangenen Epoche, welche man heute nur noch ganz vereinzelt antrifft, z.B. südlich von Weißwasser Richtung Horka. Auf der Ostbahn hielten sich sie bis zum Beginn der "nuller" Jahre, und auch auf einer viel zu wenig beachteten Strecke ganz in der Nähe der Ostbahn, von Frankfurt/ Oder über Grunow nach Cottbus, waren sie auch noch zu finden. Als weitere Strecke mit derartigen Masten galt noch bis in die 90er Jahre die Trasse von Angermünde nach Stettin.
Grund genug, ein weiteres Bild mit einem Quadratschädel entlang der Mastenreihe zwischen Trebnitz und Alt Rosenthal anzubieten. Wir stehen am Vormittag des 17.04.2004 Spalier und warten auf die RB 5811 von Berlin-Lichtenberg, welche an diesem Tag aus der Garnitur aus dem 624 674 und 680 gebildet war. Auch nach dem Fall der Masten gab es immer wieder einen Grund, die Ostbahn aufzusuchen. Ich lade zum Vergleich ein: [www.drehscheibe-online.de] Scan vom Fuji Velvia 6x6-Dia Datum: 17.04.2004 Ort: Alt Rosenthal [info] Land: Brandenburg BR: 624,634 Fahrzeugeinsteller: DB Kategorie: Zug schräg von vorn Top 3 der Woche: 8 Punkte 2 Kommentare [»] |
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Mit dem Quadratschädel nach Polen geschrieben von: Olli Sydow (1747) am: 22.01.26, 19:05 |
Auf der Strecke von Berlin nach Kostrzyn geht es kurz vor dem Zielort über die Oder. Kurz vor der Oderbrücke gab es davor noch eine weitere Brücke über den Vorflutkanal, welche bereits schon desöfteren als Motiv für den berühmten Ostbahn-Knicker [www.drehscheibe-online.de] herhalten musste. Während jedoch die Bilder vom "Knicker" deutlich später von einer neu gebauten parallelen Straßenbrücke entstanden sind, war von jener Brücke im April 2004 noch nichts zu sehen.
Erst am späten Nachmittag lag diese Vorflutbrücke gut im Licht und diente hier als Motiv für die RB 5828, welche ihre Reise in Kostrzyn gerade erst begonnen hat. Die Tour entlang der Doppelmasten nach Berlin-Lichtenberg hatte die Garnitur aus dem 624 679 und 609 noch vor sich. Ungewöhnlich für die Triebwagen -aber sehr reisendenfreundlich- war die Zugzielanzeige im Frontfenster. Heute sind sowohl die Oderbrücke als auch die Vorflutbrücke längst durch einen Neubau ersetzt. Scan vom Fuji Velvia 6x6-Dia, fast im Originalformat belassen. Datum: 17.04.2004 Ort: Kietz [info] Land: Brandenburg BR: 624,634 Fahrzeugeinsteller: DB Kategorie: Bahn und Infrastruktur Top 3 der Woche: 6 Punkte 1 Kommentar [»] |
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Quadratschädel auf der Ostbahn geschrieben von: Olli Sydow (1747) am: 21.01.26, 22:04 |
Wir sind noch nicht durch mit der Erinnerung an die Baureihe 624...;-) Im Jahr 2001 wurden wir -gelinde gesagt- überrascht von dem Einsatz der Quadratschädel fernab ihres früheren Einsatzgebietes. Sechs Garnituren traten in jenem Jahr ihre Reise vom fernen Münsterland Richtung Cottbus an und wurden u.a. auf der legendären Ostbahn eingesetzt.
Hier lösten die Triebwagen die bislang eingesetzten Wendezüge mit den Baureihen 232 und 219 ab, und der Einsatz der Quadratschädel schlug wie ein Paukenschlag ein - denn er spaltete die Gemüter der Szene: die einen freuten sich über ein völlig neues Einsatzgebiet der aus dem Harz und anderswo bekannten Triebwagen, die anderen blickten skeptisch ob der ungewohnten Fahrzeuge drein und trauerten den bisherigen lokbespannten Garnituren nach. Die Ostbahn verfügte zu jener Zeit noch über ihre legendären Doppeltelegrafenmasten, die man natürlich mit den ungewohnten Fahrzeugen umsetzen wollte. Einer der fotografisch ergiebigsten Abschnitte der Ostbahn war die lange Gerade zwischen Alt Rosenthal und Trebnitz - und in der Galerie mit immerhin sieben Aufnahmen aus Alt Rosenthal vertreten. Sieben Aufnahmen mit "Russen"...Das schreit nach Abwechslung ..;-) Also erleben wir, wie am frühen Nachmittag des 14.04.2004 die Garnitur aus dem 624 679 und 609 als RB 5820 von Küstrin nach Berlin-Lichtenberg die Parade der Telegrafenmasten abnimmt. Scan vom Fuji Velvia 6x6-Dia Datum: 14.04.2004 Ort: Alt Rosenthal [info] Land: Brandenburg BR: 624,634 Fahrzeugeinsteller: DB Kategorie: Zug schräg von vorn Top 3 der Woche: 4 Punkte |
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Ein Quadratschädel auf dem Haller Willem geschrieben von: Olli Sydow (1747) am: 15.01.26, 13:57 |
Setzen wir unsere Erinnerungsreise an die Quadratschädel fort mit einem Abstecher auf den Haller Willem, einer Nebenbahn von Osnabrück nach Bielefeld, benannt nach einem bei der Bevölkerung beliebten historischen Fuhrmann, zu dessen Ehren auch heute noch ein jährliches Stadtfest in Halle (Westfalen) benannt ist.
In der Galerie ist im wesentlichen nur der Nordabschnitt zwischen Osnabrück und Dissen-Bad Rothenfelde vertreten, mit herrlichen historischen Bildern. Dieser Abschnitt hat seinen Personenverkehr im Jahr 1984 verloren, bevor im Jahr 2005 eine Reaktivierung stattgefunden hat. Der südliche Abschnitt findet bislang bis auf eine Aufnahme einer Museumsfahrt in der Galerie nicht statt. Nun, dieser Abschnitt ist motivlich recht unspektakulär. In den 80er und 90er Jahren waren jedoch noch diverse Bahnhöfe mit Formsignalen ausgestattet, und der Personenverkehr wurde aus Quadratschädeln sowie lokbespannten Zügen mit der Baureihe 211 gebildet. Uns kommt hier in Halle (Westfalen) am 20.10.1990 der N 7823 von Dissen-Bad Rothenfelde nach Bielefeld entgegen, gebildet aus einer 624-Garnitur mit dem 624 602 an der Spitze. Man beachte übrigens den roten alten DB-Keks an der Front ! Nur die Kurve, das Gebäude sowie der Bahnübergang im Hintergrund verraten den Aufnahmeort auf Google Earth. 35 Jahre gehen hier nicht spurlos vorüber...;-) Scan vom Fuji-100 Kleinbilddia Datum: 20.10.1990 Ort: Halle (Westfalen) [info] Land: Nordrhein-Westfalen BR: 624,634 Fahrzeugeinsteller: Deutsche Bundesbahn Kategorie: Zug schräg von vorn Top 3 der Woche: 6 Punkte 2 Kommentare [»] |
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Ein Quadratschädel verlässt Herzberg geschrieben von: Olli Sydow (1747) am: 14.01.26, 21:14 |
Bleiben wir noch einen Moment bei den "Quadratschädeln". Triebwagen der Baureihen 624 und 634, welche zeitlebens immer nur etwas am Rande wahrgenommen wurden. Meist als Beifang, z.B. im Harzvorland beim Warten auf die V 200 oder den „Eierkopp“. Spektakulär waren sie nie, obwohl sie alle vier Farbepochen der Bahn mitgemacht haben. Es gab sogar Besonderheiten wie die etwas rundere Front der Uerdinger Vorserientriebwagen der Baureihe 624.5. Nicht umsonst gibt es in der Galerie nur 69 Aufnahmen von ihnen – und davon ca. 20 aus ihrer späteren Heimat Rumänien. Die Baureihe 614 -ebenfalls aus dem Harzvorland nicht wegzudenken- sah so typisch „Siebziger“ aus. Die Quadratschädel hingegen hatten so etwas Gewöhnliches, Zeitloses an sich – aber die Zahl ihrer Fans wuchs, als ihr Stern am Sinken war.
Erinnern wir somit an ihre Einsätze im Harzvorland. Hier waren sie vorwiegend im Nordharz und im Solling unterwegs. In den Südharz kamen sie nur gelegentlich, meist nur bis Bad Lauterberg, um von dort wieder über Osterode nach Braunschweig zu fahren. In Bad Harzburg, Goslar oder Kreiensen sah man sie deutlich häufiger, in Walkenried jedoch nur gelegentlich in wenigen Fahrplanperioden Mitte der 80er Jahre. Und so wurde am 19.10.90 bewusst Bad Lauterberg angesteuert, um zu schauen, aus welcher Triebwagenbaureihe der E 6716 gebildet wurde. 614 oder 634? Nun, an dem Tag stand eine 634-Garnitur in Bad Lauterberg zur Abfahrt bereit: [www.drehscheibe-online.de]. Genug Vorsprung somit für den Motivklassiker von der Brücke der B 27 auf die Ausfahrt von Herzberg. Und dank eines etwas längeren Aufenthaltes in Northeim reichte die Zeit für die Verfolgung der Garnitur bis Berwartshausen: [www.drehscheibe-online.de] Scan vom Fuji-100 Kleinbilddia Datum: 19.10.1990 Ort: Herzberg am Harz [info] Land: Niedersachsen BR: 624,634 Fahrzeugeinsteller: Deutsche Bundesbahn Kategorie: Bahn und Landschaft Top 3 der Woche: 5 Punkte |
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Erinnerungen an eine Nebenbahn im Harz geschrieben von: Olli Sydow (1747) am: 13.01.26, 17:23 |
Bis vor die Tore von St. Andreasberg führte früher eine Nebenbahn, welche in Scharzfeld von der Hauptstrecke Northeim-Nordhausen abzweigte. Diverse Bilder dieser Strecke sind in der Galerie enthalten, auf welcher sogar noch Güterverkehr mit einer V 60 durchgeführt wurde.
Im September 1975 wurde dann das Teilstück von St. Andreasberg bis nach Odertal stillgelegt. Vorbei die Zeit, als noch Schienenbusse bis nach St. Andreasberg durch das Sperrluttertal knatterten. Nun wendeten die Eilzüge in Odertal, welche teilweise lokbespannt mit der Baureihe 216 von Bielefeld mit Lokwechsel in Altenbeken am Ende des Ortes Bad Lauterberg ankamen - unweit der namensgebenden Odertalsperre. Dann wurde später salamiartig der Abschnitt vom Bahnhof Bad Lauterberg bis Odertal stillgelegt, bis dann auch das Ende für die Gesamtstrecke bis Scharzfeld eingeläutet wurde. Heute gibt es an der KBS 357 einen Haltepunkt Bad Lauterberg - Barbis, einige Kilometer vom eigentlichen Kurort Bad Lauterberg entfernt. Auf der Trasse im Sperrluttertal verläuft ein Rad- und Wanderweg. Zwischen Bad Lauterberg und Scharzfeld wurde auf der Trasse eine neue Ortsumfahrung angelegt; nur kurz vor dem Bahnhof Scharzfeld, am ehemaligen Haltepunkt "Zoll", ist die alte Trasse noch erkennbar. Scharzfeld hat noch seine Formsignale, und einige Nebengleise für den Güterverkehr zu einem nahen Dolomitwerk. Die beiden Stellwerke in ihrer typischen Bauform sind noch vorhanden - wie lange noch? Man spricht über die zeitnahe Anbindung an das ESTW. Und wir erinnern uns an den Quadratschädel, wie er jahrelang u.a. im Harzvorland als Baureihe 624 und 634 von Braunschweig aus eingesetzt wurde. Anfang des Millenniums waren noch derartige Zugkompositionen erlebbar: verkehrsrote Triebköpfe mit mintfarbenem Mittelwagen. Wir sehen am 24.02.2002 in Bad Lauterberg die RB 34410 nach Braunschweig. Scan vom Fuji Velvia 6x6-Dia Datum: 24.02.2002 Ort: Bad Lauterberg [info] Land: Niedersachsen BR: 624,634 Fahrzeugeinsteller: DB Kategorie: Bahn und Infrastruktur Top 3 der Woche: 4 Punkte 2 Kommentare [»] |
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Wintereinbruch in Zehlendorf geschrieben von: Olli Sydow (1747) am: 09.01.26, 18:02 |
Nein, es ist nicht der Bezirk im Südwesten von Berlin gemeint, der durch den tagelangen Stromausfall infolge eines Brandanschlages auf eine Kabelbrücke über den Teltowkanal in aller Munde war. Zehlendorf ist auch ein kleines Dorf an der Heidekrautbahn, auf dem seit 1997 stillgelegten Ast von Wensickendorf nach Liebenwalde.
Nördlich von Berlin bot sich bis zur Einstellung des Personen- und Güterverkehrs nach Liebenwalde ein Kleinod an, auf dem der Besucher fernab des Großstadtlärms Nebenbahnatmosphäre pur genießen konnte. Über die Strecke rumpelten Ferkeltaxen, und man fand fotogene Bahnhöfe wie den in Wensickendorf [www.drehscheibe-online.de] sowie illustre Brückenbauwerke wie diese Brücke über den Oder-Havel-Kanal: [www.drehscheibe-online.de]. Neben Wensickendorf war auch der Haltepunkt von Zehlendorf recht fotogen. Und wir beobachten am 21.11.95 die Einfahrt des 772 105, wie er als RB 5710 nach kurzem Halt Richtung Basorf weiterblubbern wird. Die Nacht vorher hat es geschneit, ein recht frühzeitiger Wintereinbruch für einen 21. November. Die Landschaft präsentierte sich am Morgen danach überzuckert - also los! Wann gibt es schon mal Schnee mit Sonne...?! ;-) Scan vom Fuji Velvia 6x6-Dia, fast in Originalgröße belassen. Datum: 21.11.1995 Ort: Zehlendorf [info] Land: Brandenburg BR: 772 (alle Schienenbusse Bauart Reichsbahn) Fahrzeugeinsteller: DB Kategorie: Bahn und Infrastruktur Top 3 der Woche: 3 Punkte |
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Schnee im Berliner Umland geschrieben von: Olli Sydow (1747) am: 07.01.26, 15:40 |
Schnee und Sonne. Wann hat man das mal im Berliner Umland? Also ging es kurz mal nach Michendorf - einem Ort, der vielleicht älteren Semestern noch als "Autobahnraststätte mit Intershop" in Erinnerung ist. Heute ein Ort im Landkreis Potsdam-Mittelmark, geprägt durch die Nordosteinfahrt in den Rangierbahnhof Seddin. Diverse Güterzüge kreuzen hier auf, um ihre Fracht in den endlos weiten Anlagen des Rangierbahnhofes verteilen zu lassen. Züge beginnen hier, und enden. So auch Züge vom Stahlwerk Quenz in Brandenburg, welches vor einigen Jahren schon desöfteren Thema in der Galerie war.
Nun, um die Quenz-Verkehre ist es inzwischen recht ruhig geworden. Sehr häufig ist vor den Zügen die neue Baureihe 249 anzutreffen, aber heute waren gleich zwei "Russen" vor den Zügen zum Stahlwerk im Einsatz. Also wurde in Michendorf Position bezogen, immer in der Hoffnung, dass keine Umleitung über das Caputher Gemünde und Ferch-Lienewitz genommen wird. Die verkehrsrote 233 127 war angekündigt, und nach zwei braven Vormeldern zwischen Brandenburg und Werder kam dann das Objekt der Begierde um die Ecke, mit einer recht kurzen Garnitur aus Rns-z und Baustahlmatten. Kurz nach dem Zug ging es mit zufriedenem Gesicht wieder nach Hause. Der zweite Zug zum Quenz, ebenfalls mit einer Ludmilla bespannt, nahm seinen Weg über Ferch-Lienewitz. Datum: 07.01.2026 Ort: Michendorf [info] Land: Brandenburg BR: 232,233,234,241 (alle Ludmilla-Baureihen) Fahrzeugeinsteller: DB Kategorie: Zug schräg von vorn Top 3 der Woche: 10 Punkte 4 Kommentare [»] |
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Zu Weihnachten nach Bruchhausen-Vilsen geschrieben von: Olli Sydow (1747) am: 04.01.26, 13:26 |
Viele Museumsbahnvereine führen auch in der Adventszeit Fahrten durch. So z.B. der DEV auf seiner Strecke von Bruchhausen-Vilsen nach Asendorf. Zur Weihnachtszeit anno 1996 war vor bald 30 Jahren die bekannte Trambahnlokomotive "Plettenberg" im Einsatz. Diese gelangte nach Einstellung der Plettenberger Kleinbahn im Jahr 1968 zum DEV und ist dort immer noch im Einsatz.
Der 22.12.1996 war ein eiskalter, aber sonniger Wintertag. Wir sehen hier die Lok mit ihrer Museumsfuhre im nachmittäglichen Streiflicht auf ihrer Rückfahrt von Asendorf nach Bruchhause-Vilsen. Am Zugschluss läuft -kaum erkennbar- die Lok "Hermann" mit. Scan vom Fuji Velvia 6x6-Dia Datum: 22.12.1996 Ort: Heiligenberg [info] Land: Niedersachsen BR: 099 (Schmalspur ab 1000mm Spurweite) Fahrzeugeinsteller: DEV Kategorie: Stimmungen mit Zug Top 3 der Woche: 6 Punkte |
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Winter in Cranzahl geschrieben von: Olli Sydow (1747) am: 03.01.26, 10:35 |
Das Viadukt in Cranzahl. Tausendfach fotografiert, und auch bereits in zahlreichen Versionen in der Galerie enthalten. Sehr überschaubar fallen jedoch Aufnahmen des ganz gewöhnlichen Diesel-Planverkehrs der Nachwendezeit aus. Daher mal ein Winterbild aus dem Februar 1994 mit einer ganz normalen 201 und ihrer Bghw-Garnitur, wie sie am Nachmittag des 15.02.94 als N 5876 über das Viadukt poltert.
Wir sind damals zu einer eintägigen Fototour aufgebrochen, welche in erster Linie die Dokumentation der Dieseltraktion in jener Gegend beinhalten sollte. Die Dampfzüge der Fichtelbergbahn haben uns damals nur am Rande interessiert; die waren längst anlässlich von früheren Touren im Kasten - und die fahren heute noch, im Gegensatz zu lokbespannten Zügen auf den Normalspurgleisen. Also sind wir an jenem Tag auf relativ engem Raum zwischen Markersbach, Schlettau und Cranzahl geblieben, und ins Netz gingen diverse Ost-V 100 mit ihren typischen Bghw-Garnituren. Alltag anno 1994... Scan vom Fuji Velvia 6x6-Dia Datum: 15.02.1994 Ort: Cranzahl [info] Land: Sachsen BR: 202,204 (alle V100-Ost-Baureihen) Fahrzeugeinsteller: DB Kategorie: Bahn und Infrastruktur Top 3 der Woche: 12 Punkte 5 Kommentare [»] |
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