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Hochwertiger Fernverkehr auf der Magistrale
geschrieben von: Olli Sydow (1733) am: 11.03.26, 17:28
April 1997. Die Magistrale wartet nach ihrer umfassenden Modernisierung wieder mit hochwertigem Fernverkehr auf. Während der Baumaßnahmen wurden die IC- und IR-Züge von und nach Berlin über Wiesenburg und Güterglück umgeleitet, aber jetzt geht es wieder über Brandenburg und Genthin Richtung Magdeburg. Aber stellen wir doch einem historischen Foto aus dem Jahr 1997 ein historisches Foto aus dem Jahr 1992 gegenüber: [www.drehscheibe-online.de]. Anhand jener Aufnahme erkennt man, wie sehr sich das Bild der Magistrale nach der Elektrifizierung gewandelt hat. Neue Bahnsteige, Strippe, aber das imposante Bahnhofsgebäude nebst Nebengebäuden wurde immerhin stehen gelassen. Die Faszination der alten Magistrale mit all ihren Blockstellen, Schrankenanlagen, Stellwerken, Formsignalen und Telegrafenmasten gab es nicht mehr, ebenso wenig die dort früher eingesetzte Dieselflotte, insbesondere mit der Babelsberger Dicken. Aber es gab einen neuen Grund, weiterhin die Magistrale aufzusuchen: stündlich gaben sich dort Lokomotiven der Baureihe 103 vor ihren IC- und IR-Zügen nicht die Klinke, sondern den Blockabstand in die Hand. Hier stehen wir am Nachmittag des 26.04.97 auf dem Bahnsteig von Kirchmöser und beobachten die rasante Durchfahrt des IR 2446, bespannt mit der wie aus dem Ei gepellten 103 223.

Scan vom Fuji Velvia 6x6-Dia, aufgehellt, Format verkleinert

Datum: 26.04.1997 Ort: Kirchmöser [info] Land: Brandenburg
BR: 103 Fahrzeugeinsteller: DB
Kategorie: Bahn und Infrastruktur
Top 3 der Woche: 1 Punkt
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Der LKW Walter bei Pramsdorf
geschrieben von: Olli Sydow (1733) am: 09.03.26, 21:55
Kürzlich wurde diese Aufnahme eines LKW-Walter-Zuges mit sehenswerter Bespannung [www.drehscheibe-online.de] in die Galerie aufgenommen - und das Bild erinnerte mich an einen Fang vor wenigen Tagen mit einer gleichen Garnitur, wenngleich auch nicht so attraktiver Bespannung.
Wir sind an der Dresdener Bahn unweit der Blockstelle Pramsdorf, welche tatsächlich immer noch über ihre WSSB-Schrankenanlage verfügt. Klv-Züge sind hier an der Tagesordnung, und der LKW Walter kommt hier auf seiner Relation von Rostock Seehafen nach Tschechien recht regelmäßig vorbei, häufig mit Lokomotiven der HSL. Am 02.03.26 war es nur die silberne 187 307, die von Railpool an die HSL vermietet war. Der Zug wird demnächst den Bahnhof Zossen durchfahren - welcher infolge der Bauarbeiten nicht mehr wiederzuerkennen ist.

Datum: 02.03.2026 Ort: Pramsdorf [info] Land: Brandenburg
BR: 187 (Bombardier TRAXX F140 AC3) Fahrzeugeinsteller: HSL
Kategorie: Zug schräg von vorn
Top 3 der Woche: 1 Punkt

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Alltag an der Magistrale vor 29 Jahren
geschrieben von: Olli Sydow (1733) am: 08.03.26, 17:47
Bleiben wir noch einen Moment an der Magistrale - aber schrauben wir die Zeit fast 30 Jahre zurück, in den April 1997. Wir schreiben den 20.04.97, einer dieser typischen April-Tage voller Quellwolken, aber grandioser Kulisse, wenn mal ein Bild klappen sollte. Wir sind in der Nähe der ehemaligen Blockstelle Kemnitz, und eigentlich galt die Aufmerksamkeit der Intercitys und Interregios, welche seinerzeit noch mit der Baureihe 103 bespannt wurden. Aber bei so einem Wetter haut man auf alles rauf, was vorbeikommt. Die Magistrale wurde gerade erst elektrifiziert, und bis vor wenigen Jahren waren vorher ganz in der Nähe noch solche Fotos möglich: [www.drehscheibe-online.de].
Seitdem hat die Magistrale leider unendlich viel an Charme und Motiven eingebüßt, aber heutzutage laufen hier ganz andere Verkehre, vorbei an Motiven, die gefunden werden wollen. Natürlich ist die Strecke in ihrer märkischen Landschaft kein Highlight, aber wenn man in die Gegend einsteigt, findet man auch manchmal Blickwinkel wie diesen, unweit der ehemaligen Blockstelle Kemnitz. Und was damals belangloser Alltag war, findet auch heute noch seine Liebhaber - für eine Latz-112.1 vor Sanitärwagen mit Wittenberger Steuerwagen als RB 5587.

Scan vom Fuji Velvia 6x6-Dia

Datum: 20.04.1997 Ort: Kemnitz [info] Land: Brandenburg
BR: 112 (Ost-Baureihe) Fahrzeugeinsteller: DB
Kategorie: Bahn und Landschaft
Top 3 der Woche: 1 Punkt
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Bunte Magistrale
geschrieben von: Olli Sydow (1733) am: 07.03.26, 09:59
Mit der baubedingten Sperrung der Berlin-Hamburger Strecke hat der Güterverkehr auf der Magistrale, sprich der Strecke vom westlichen BAR über Werder, Brandenburg nach Magdeburg, merklich zugenommen. Neben dem Verkehr zum Stahlwerk Quenz in Brandenburg, welches von verschiedenen EVUs mit Schrottzügen angefahren wird, sind auch überregionale Güterzüge an der Tagesordnung.
Für die Elektrifizierung der Strecke wurden weitgehend diese weniger ästhetischen Betonmasten verwendet, aber bei Groß Kreutz findet sich ein Abschnitt, welcher mit Gittermasten ausgestattet wurde. Und so sehen wir hier am Nachmittag des 05.03.26 die sehr bunte 193 140 der RTB mit einem Kistenzug, wie sie hinter Groß Kreutz durch die typisch märkische Landschaft gen Westen rauscht.
Dem Zug wird die Übergabe nach Kirchmöser folgen. Eine Leistung von Seddin, welche früher eine "Bank" für die Baureihe 298 war, aber inzwischen fast nur noch mit der neuen Baureihe 249 bespannt wird. Eigentlich prädestiniert für die Lok: fast der gesamte Laufweg unter Strippe, und über die Zuführung zum Werksgelände geht es im Dieselmodus.

Die Gebäude rechts im Hintergrund stehen im Zusammenhang mit "Pauline" - der ehemaligen Kleinbahn nach Lehnin, welche in Groß Kreutz ihren Anfang nahm. Heute erinnert nur noch das denkmalgeschützte Bahnhofsgebäude in Kloster Lehnin an die bereits 1967 stillgelegte und abgebaute Kleinbahn.

Datum: 05.03.2026 Ort: Groß Kreutz [info] Land: Brandenburg
BR: 193 (Siemens Vectron) Fahrzeugeinsteller: RTB
Kategorie: Hochstativ
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Die Dolomiten der Mark Brandenburg
geschrieben von: Olli Sydow (1733) am: 04.03.26, 21:30
Regelmäßiger Gast in Brandenburg an Dienstagen ist der Dolomitzug von Wünschendorf, den die Bahnbetrieb Gera GmbH mit ihren Loks der Baureihe 232 bespannt. Am 03.03.26 war die 232 093 als Mietlok der BBG im Einsatz, und dank einer funktionierenden Meldekette konnte der Zug bei Jeserig auf der Magistrale "eingesackt" werden.
Nach der Vorbeifahrt wurde das Hochstativ hastig eingepackt, und es ging dem Zug hinterher Richtung Brandenburg. Von der Zeitlage her könnte er in der Taktlücke der ODEG-Triebwagen auf der Strecke nach Rathenow ohne Halt im Hauptbahnhof von Brandenburg durchgeschleust werden, aber es hieß, dass noch ein hvle-Zug aus dem Stahlwerk auf dem Quenz im Zulauf war. Und siehe da: bei meiner Ankunft am Hauptbahnhof stand der Zug noch dort, und die hvle rollte gerad mit ihrer Fuhre vom Quenz kommend in den Bahnhof. Also ging es hastig weiter zum Bü vor der Havelbrücke, wo der Zug erneut abgepasst werden konnte und lautstark die kleine Steigung zur Brücke hochdröhnte. Die Reise für den Dolomit war dann gleich dahinter im Bahnhof Brandenburg Altstadt zu Ende. Für die Personale hieß es: Feierabend für heute. Die Zuführung in das Stahlwerk auf dem Quenz erfolgt am darauf folgenden frühen Morgen.

Das Bild ist in ähnlicher Form bereits in der Galerie enthalten. Andere Lok, anderes Licht, anderer Aufnahmewinkel.

Datum: 03.03.2026 Ort: Jeserig [info] Land: Brandenburg
BR: 232,233,234,241 (alle Ludmilla-Baureihen) Fahrzeugeinsteller: BBG
Kategorie: Hochstativ
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Bk.Pramsdorf
geschrieben von: Olli Sydow (1733) am: 01.03.26, 18:43
Mal wieder ein Bild von der Dresdener Bahn. Inzwischen rauscht der Fernverkehr von Berlin auf direktem Wege über Lichtenrade und Mahlow Richtung Süden, und auch das herrliche Reichsbahn-Kleinod Zossen mit seinem Wasserturm, den Hl-Signalen und Stellwerken ist "gefallen", aber -zumindest bis vor kurzem- gab es südlich von Rangsdorf noch immer die ehemalige Blockstelle Pramsdorf, mit seiner WSSB-Schranke, welche bereits hier [www.drehscheibe-online.de] sowie -mit bemerkenswertem Thread- auch hier [www.drehscheibe-online.de] bereits gezeigt wurde.

Am 18.04.22 habe ich mich zu dieser Spielerei entschieden. Die Schranken senken sich, und als Protagonist rauscht ein Doppelstock-IC durch. Wie lange mag diese Schrankenanlage noch durchhalten? Das berühmte Pendant in Güterglück ist seit dem letzten Jahr Geschichte.

Datum: 18.04.2022 Ort: Pramsdorf [info] Land: Brandenburg
BR: 4110 (Stadler KISS Fernverkehr) Fahrzeugeinsteller: DB
Kategorie: ungewöhnliche Perspektiven
Top 3 der Woche: 5 Punkte

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La Tortuga
geschrieben von: Olli Sydow (1733) am: 26.02.26, 12:16
Uns verfolgt immer noch der "Anhalter"...;-)

Mit dieser Einstellung möchte ich an eine eher seltsame und nicht unumstrittene Aktionskunst aus dem Jahr 1987 erinnern. Auf dem Gelände des früheren Anhalter Bahnhofs fand im Sommer 1987 unter dem Namen "Mythos Berlin" eine Ausstellung im Rahmen der 750-Jahr-Feier von Berlin statt. Verschiedene künstlerische Installationen wurden auf dem Gelände gezeigt, und beabsichtigt war, auf diesem Wege die Geschichte der Stadt zu erschließen. Bei den Besuchern blieb das Ziel der Veranstaltung jedoch weitgehend im Verborgenen; man reagierte oft mit Unmut oder Verständnislosigkeit und konnte einen Zusammenhang der Ausstellung mit der Stadtgeschichte nicht immer herleiten. Letztendlich erwies sich die Ausstellung als Flop.
Höhepunkt der Veranstaltung war ein Event des Aktionskünstlers Wolf Vostell unter dem Namen "La Tortuga", in welchem die Wustermarker 52 2751 von mehreren Autokränen umgedreht und auf den Kopf gestellt wurde. Die Lok soll die Symbolik des Missbrauchs der Industrie und Technik für den Krieg darstellen, ferner den Niedergang historischer Industriezweige. (aha...)

Nach dem Ende der Ausstellung verblieb die Lok als auf dem Rücken liegende Schildkröte auf dem Gelände des Anhalter Bahnhofs, bis sie 1991 in dieser Position vor dem Theater in Marl platziert wurde.

An den Aktionskünstler Vostell erinnern heute noch die beiden Beton-Cadillacs am Kreisverkehr des Rathenauplatzes in Berlin, wo der Kurfürstendamm beginnt. Vostells Intention war hier der "24-stündige Tanz der Autofahrer ums Goldene Kalb" (sic!). Na, denn...

Scan vom Fuji-100 Kleinbiddia

Datum: 21.10.1988 Ort: Berlin Anhalter Bahnhof [info] Land: Berlin
BR: 040-059 (Güterzug-Dampflokomotiven) Fahrzeugeinsteller: Deutsche Reichsbahn
Kategorie: Stillleben
Top 3 der Woche: 5 Punkte

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Erinnerungen an den "Anhalter"
geschrieben von: Olli Sydow (1733) am: 23.02.26, 15:22
Bleiben wir noch einen Moment im alten West-Berlin zur Vorwendezeit. Den Güterzug vom Anhalter Güterbahnhof über Papestraße und Tempelhof nach Grunewald haben wir kürzlich erst gesehen, und hier folgt eine weitere Aufnahme dieses Zuges, ebenfalls aufgenommen von der Monumentenbrücke. Und immer wieder war auch auf weiteren Bildern immer die Rede vom "Anhalter". Nun, der Anhalter Bahnhof war früher DER Inbegriff für Kopfbahnhöfe in Berlin. Er war nicht der älteste Kopfbahnhof, wohl aber der imposanteste. Dies wird der riesigen, fast 35 Meter hohen Halle geschuldet sein, und zahllose Bilder sind bekannt, auf denen namhafte Schnellzüge den "Anhalter" erreichen oder verlassen.

Über der Lok ist ein Stahlbogen zu erkennen, welcher im Rahmen der Ausstellung "Mythos Berlin" anlässlich der 750-Jahr-Feier der Stadt 1987 errichtet wurde, um an die Größe der Halle zu erinnern. Ursprünglich war vorgesehen, eine Nachbildung des imposanten Südportals des "Anhalters" darzustellen, aber letztendlich blieb es bei dem Stahlbogen, welcher im Jahr 1990 wieder abgebaut wurde. Er verdeutlicht auf unserem Bild in etwa die Größe der Bahnhofshalle. Vom Bahnhof selbst ist heute nur noch der Portikus am Askanischen Platz erhalten geblieben. Er erinnert an das gewaltige, fast monströse Bauwerk, welches nach dem Krieg noch halbwegs erhalten war, jedoch Ende der 50er Jahre unter massivem Protest der Bevölkerung gesprengt wurde.
Unsere 106 rollt mit ihrem Güterzug vom Anhalter Güterbahnhof soeben am Stellwerk "Agb" vorbei. Zwei Flügel sind frei für den Weg Richtung Grunewald.
Der Schornstein sowie die Mühle am linken Bildrand gehören zum Gelände des Deutschen Technikmuseums, dessen Eisenbahnabteilung in den beiden Ringlokschuppen des ehemaligen Bahnbetriebswerkes Anhalter Bahnhof besichtigt werden kann.

Zum Bild: die Beleuchtungssituation der Güterwagen mag nicht optimal sein. Die Einstellung habe ich aber dennoch geschichts- und themenbezogen vorgenommen.

Scan vom Fuji-100 Kleinbilddia

Datum: 24.06.1989 Ort: Berlin Monumentenbrücke [info] Land: Berlin
BR: 344-347 (alle V60-ost) Fahrzeugeinsteller: Deutsche Reichsbahn
Kategorie: Bahn und Infrastruktur
Top 3 der Woche: 10 Punkte

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Ein seltener Fang in Berlin-Wilmersdorf
geschrieben von: Olli Sydow (1733) am: 22.02.26, 13:36
Kommen wir zurück in den Hochsommer 1989. Wie so oft in dieser Jahreszeit stromerten wir damals am südlichen Berliner Innenring umher, um frühmorgens dem Frachtenzug von Grunewald zum Anhalter Güterbahnhof aufzulauern, welcher hier morgens regelmäßig gegen 7 Uhr aufkreuzte, bespannt mit einer Babelsberger Dicken. Mehrere Aufnahmen in der Galerie zeigen diesen Zug, und sehr häufig kam vor diesem Zug mindestens eine weitere Übergabe mit einem Goldbroiler. Diese ging häufig mit Kopfmachen in Tempelhof Richtung Marienfelde. Am Morgen des 07.07.89 staunten wir nicht schlecht, als uns die 106 240 mit dieser Fuhre entgegen kam: hinter dem Emil mit den Briketts hing das Eichfahrzeug nebst Beiwagen vom RAW Tempelhof. Ein uns bis dato völlig unbekanntes Gefährt. Nähere Recherche ergab, dass es sich hierbei um ein Fahrzeug zum Eichen von Gleiswaagen handelt. Diese Garnituren beinhalteten immer den recht kurzen Eichwagen sowie einen etwas längeren Eichbeiwagen für die Mitführung von Gewichten. Eichwagen waren bei der Reichsbahn bestimmten Bahnbetriebswerken zugeordnet, u.a. in Hoyerswerda, Reichenbach, Falkenberg, Magdeburg und Erfurt. Bei unserem Zug vermute ich die Fahrt zur Heimatdienststelle, sprich zum RAW Tempelhof.

Einige Zeit später erschien an dem Tag dann die Babelsbergerin mit ihrem Zug zum "Anhalter".

Scan vom Fuji-100 Kleinbilddia

Datum: 07.07.1989 Ort: Berlin Wilmersdorf [info] Land: Berlin
BR: 344-347 (alle V60-ost) Fahrzeugeinsteller: Deutsche Reichsbahn
Kategorie: Bahn und Infrastruktur
Top 3 der Woche: 6 Punkte

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Bahnlandschaften im Herzen der Hauptstadt
geschrieben von: Olli Sydow (1733) am: 19.02.26, 14:32
Bleiben wir im West-Berlin der Vorwendezeit und kommen zu einem Fotopunkt, welcher nur eine Brücke von dem Standort dieser Aufnahme entfernt liegt [www.drehscheibe-online.de] : der Monumentenbrücke. Von dieser Brücke hatte man ebenfalls einen Blick auf die Nord-Süd-S-Bahn - aber fast noch interessanter war der Blick auf die ausgedehnten Bahnanlagen des Anhalter Güterbahnhofs. Hier verzweigten sich die Gleise zu diversen Anschließern, u.a. zum ehemaligen Postbahnhof des Postamtes 77 an der Luckenwalder Straße, unweit des Deutschen Technikmuseums entfernt. Morgens erschien hier ein Frachtenzug aus Berlin-Grunewald, welcher bereits hier [www.drehscheibe-online.de] in der Galerie gezeigt wurde. Nach mehrmaligem Köpfen in den Güterbahnhöfen Tempelhof und Papestraße erreichte dieser Zug über völlig zugekrautete Gleise den Anhalter Güterbahnhof, und von hier wurden die Wagen auf diverse Anschließer verteilt. Um die Mittagszeit verließ dann ein Zug mit einem der zahllosen Goldbroiler der Baureihe 106 den Anhalter Güterbahnhof, um dann den gleichen Weg Richtung Grunewald einzuschlagen. Hier hatte sich im Frühherbst `89 die 106 271 mit ihrem Zug auf den Weg in Richtung Papestraße gemacht; die letzten Wagen passieren noch das Stellwerk Agb.

Wir sehen im Hintergrund die Kuppel eines Wasserturms. Dieser gehört zum ehemaligen Bw Anhalter Bahnhof und ist Element des Deutschen Technikmuseums. Und hier der Kulturschock: unmittelbar am DTM vorbei verläuft heute die Strecke zum Nord-Süd-Tunnel, um zum Berliner Hauptbahnhof zu gelangen - nur wenige Meter weiter links von der selben Brücke aufgenommen: [www.drehscheibe-online.de]. Das Gelände rechts neben der Trasse beinhaltet heute den Dora-Duncker Park und hinter den Yorckbrücken den Park am Gleisdreieck. Und durch all diese Anlagen kofferte in den 30er Jahren der Henschel-Wegmann-Zug zum Anhalter Bahnhof....


Scan vom Fuji-100 Kleinbilddia

Datum: 09.1989 Ort: Berlin Monumentenbrücke [info] Land: Berlin
BR: 344-347 (alle V60-ost) Fahrzeugeinsteller: Deutsche Reichsbahn
Kategorie: Bahn und Infrastruktur
Top 3 der Woche: 6 Punkte

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Die Anschlussbude Monumentenbrücke
geschrieben von: Olli Sydow (1733) am: 18.02.26, 17:37
Bleiben wir noch einen Moment im Berlin der 80er Jahre. Wir stehen auf der Brücke der Kolonnenstraße in Berlin-Schöneberg und blicken einem Stadtbahner hinterher, welcher auf der S 2 Richtung Frohnau unterwegs ist und als nächstes den S-Bahnhof Yorckstraße erreichen wird. Zahllose Gleise liegen hier nebeneinander, und früher führte die Trasse zum Anhalter Bahnhof. In den 80er Jahren waren außer der beiden S-Bahngleise nur noch ein Anschlussgleis im linken Vordergrund befahren, ferner der Abzweig zum Postbahnhof und zur Monumentenhalle. Wir erkennen das Stellwerk Abm, dessen offizielle Bezeichnung "Anhalter Bahnhof Mitte" lautete. Gern wurde etwas salopp auch die Bezeichnung "Anschlussbude Monumentenbrücke" verwendet. Das Stellwerk wurde 1899 errichtet, wurde aber im Zuge der umfangreichen Erneuerungen der Gleisanlagen zum Nord-Süd-Tunnel im Jahr 2002 außer Betrieb genommen und abgerissen. Kurios ist die Sicherung des Anschlussgleises durch ein Sv-Signal der S-Bahn.

Der Vergleich mit einer Aufnahme aus dem Jahr 2018, nur wenige Meter weiter: [www.drehscheibe-online.de].

Scan vom Fuji-100 Kleinbilddia

Datum: 23.05.1987 Ort: Berlin Kolonnenbrücke [info] Land: Berlin
BR: 475,476,477 (alte Berliner S-Bahn) Fahrzeugeinsteller: BVG
Kategorie: Bahn und Infrastruktur
Top 3 der Woche: 9 Punkte
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Mit Stahlbrammen über die Aller
geschrieben von: Olli Sydow (1733) am: 16.02.26, 16:37 sternsternstern Top 3 der Woche vom 01.03.26
Machen wir einen Ausflug an die Aller bei Verden und kommen in das Jahr 2003. In Verden existierte damals noch die alte Allerbrücke, und sie erlaubte sowohl morgens als auch abends herrliche Gegenlichtaufnahmen. Mehrere Fototouren gingen seinerzeit an diesen Ort, und allein die enorm hohe Zugdichte ließ das Fotografieren nicht langweilig werden. Der ohnehin starke Güterverkehr wurde noch durch einen lokbespannten Fern-und Regionalverkehr ergänzt. Die Baureihe 101, 112.1 und 120 liefen im Fernverkehr, dazu 110 und 141 vor den Regios, später 146.
Nun, die Brücke wurde vor Jahren bereits durch einen Neubau mit hässlichen Seitenwänden ersetzt und ist seitdem so gut wie unfotografierbar.
Am Abend des 13.09.2003 war jedoch die Welt noch in Ordnung, und als Tagesabschluss sehen wir hier die typische Silhouette einer 140 mit ihrem Brammenzug, wie sie in nördliche Richtung strebt.

Scan vom Fuji Velvia 6x6-Dia, ohne zusätzliche Sättigung.

Datum: 13.09.2003 Ort: Verden [info] Land: Niedersachsen
BR: 139,140 Fahrzeugeinsteller: DB
Kategorie: Stimmungen mit Zug
Top 3 der Woche: 20 Punkte

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Wo die Ringbahn heute das Nordkreuz erreicht
geschrieben von: Olli Sydow (1733) am: 15.02.26, 18:21
Kurz hinter dem S-Bahnhof Schönhauser Alle war in westlicher Richtung die Ringbahn zu Ende, und die Züge knickten nach Norden Richtung Pankow ab. Wir beobachten zwischen den Häuserzeilen das rege Treiben auf der S-Bahn, welche an dieser Stelle mit fast allen Baureihen vorbei kam, die damals bei der Reichsbahn eingesetzt waren. Man sah Stadtbahner, 276.1, die etwas schnittigeren 277 und die "Cola-Dosen", wie wir die neuen Züge der Baureihe 270 nannten. Hier rauscht gerade ein Zug der Baureihe 277 auf der Zuggruppe O nach Blankenburg vorbei. Über der Häuserzeile wacht der "betende Riese vom Humannplatz". So wurde im Volksmund die Kirche St. Augustinus in der Dänenstraße genannt.

Am 02.09.1991 waren die hinter mir liegenden parallelen Ferngleise wegen Bauarbeiten gesperrt. Heute ist der Ring längst geschlossen, und hinter dem Fotografen befindet sich das Nordkreuz, mit zahlreichen Über- und Unterführungen sowohl für die S-Bahn als auch für die Fernbahn. Von einer langen Fußgängerbrücke hat man heutzutage einen tollen Blick auf das Verkehrsgeschehen an dieser Stelle: [www.drehscheibe-online.de]

Und nur wenige Meter weiter sah es 1992 so aus: [www.drehscheibe-online.de]

Und wie dicht und dennoch unerreichbar die beiden Stadthälften vor der Wende waren, mag dieses Bild aus Gesundbrunnen verdeutlichen - der Kirchturm des "betenden Riesen" ist hinter der Millionenbrücke gut zu erkennen: [www.drehscheibe-online.de]

Scan vom Fuji-100 Kleinbilddia


Datum: 02.09.1991 Ort: Berlin Nordkreuz [info] Land: Berlin
BR: 475,476,477 (alte Berliner S-Bahn) Fahrzeugeinsteller: Deutsche Reichsbahn
Kategorie: Bahn und Infrastruktur
Top 3 der Woche: 5 Punkte

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Auf der Schmalenseehöhe vor über 30 Jahren
geschrieben von: Olli Sydow (1733) am: 14.02.26, 17:56
Machen wir einen Ausflug zu einer der Strecken, welche wohl zu den meistfotografierten in ganz Deutschland zählen: der Piste von Garmisch über Klais nach Mittenwald. Und zum Ende der Einsatzperiode der Baureihe 113, in der sich die formschönen Maschinen vor Eilzügen zwischen München und Mittenwald verdingt haben, zog es uns auch in das Voralpenland. Mehrere Fototouren führten somit in die Gegend um Klais und der Schmalenseehöhe, meist in Verbindung mit Urlauben im Nachbarland Österreich. Am 08.05.94 bezogen wir Position auf der Schmalenseehöhe, und zwischen all den Hütten rauscht die 113 269 mit ihrem E 3683 von München nach Mittenwald vorbei. Man beachte die für die damalige Zeit typische Farbzusammenstellung der Garnitur: ozeanblau-beige mit Silberlingen, und die ersten mintgrünen Wagen tauchten auf.

Der Vergleich mit heute: zahlreiche Bilder dieser Gegend sind in der Galerie zu sehen. Seht selbst...;-)

Scan vom Fuji Velvia 6x6-Dia

Datum: 08.05.1994 Ort: Schmalenseehöhe [info] Land: Bayern
BR: 110,112,113,114 (West-Baureihen) Fahrzeugeinsteller: DB
Kategorie: Bahn und Landschaft
Top 3 der Woche: 7 Punkte

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Fernverkehr zwischen Epoche IV und V
geschrieben von: Olli Sydow (1733) am: 12.02.26, 19:23
Machen wir einen Ausflug in den Hochsommer ´93 nach Oberbayern. Sozusagen als Beifang zu diversen Schienenbussen auf Traunstein-Waging und Traunstein-Garching entstanden auch einige Bilder auf der Hauptstrecke von München nach Salzburg. Wir stehen auf dem Hang bei Vachendorf und beobachten das bunte Treiben, welches sich dort fast im Blockabstand geboten hat: Fernzüge mit 111 oder ÖBB-1044, der Nahverkehr mit 140 (!), Güterzüge meist mit ÖBB-1010 oder 1110. Exemplarisch für den Verkehr sehen wir hier eine 111 -noch mit altem Bügel- mit einer inzwischen leider längst ausgestorbenen Zuggattung: dem Interregio. Die 111 wird mit ihrem IR 2095 gleich ihren nächsten Halt in Traunstein einlegen.

Manipulation: quer durch das Bild verliefen mehrere unästhetische Hochspannungsleitungen. Ein Grund, warum alle weiteren Aufnahmen in der Galerie an dieser Stelle aus einer etwas anderen Position entstanden sind.

Scan vom Fuji Velvia 6x6-Dia, entsättigt, verkleinert, aufgewärmt.

Datum: 16.06.1993 Ort: Vachendorf [info] Land: Bayern
BR: 111 Fahrzeugeinsteller: Deutsche Bundesbahn
Kategorie: Bahn und Landschaft
Top 3 der Woche: 6 Punkte

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Ein Hauch von Winter an der Spree
geschrieben von: Olli Sydow (1733) am: 10.02.26, 12:22
Bleiben wir im Berlin der Nachwendejahre. Bunte Züge prägten die Stadtbahn, und sie waren bis auf die ICE allesamt lokbespannt! Eine enorme Baureihenvielfalt tummelte sich damals auf den Gleisen. Die Fernzüge waren in der Hand der 103, 112.0, 112.1 oder 120, später der 101. Vor Nacht- und Turnuszügen sah man auch die Baureihen 110, 111 oder 155. Den Verkehr nach Polen wickelten die Knödelpressen ab. Und vor den Regios sah man ausschließlich Sicken in allen Varianten und Farbgebungen. Auch die Zuggarnituren waren bunt: von der früheren Reichsbahnfarbe über mint bis verkehrsrot war alles dabei, und die Fernzüge teilten sich auf in Interregios oder IC-Züge. Vivat Epoche V...;-)

Kommen wir an eine recht häufig fotografierte Spreebrücke in Berlin-Moabit. Die meisten Aufnahmen entstehen hier mit einem Tele-Objektiv von der Brücke der Paulstraße. Aber man kann auch etwas dichter herangehen, wie auf dieser Aufnahme vom 31.01.2021: [www.drehscheibe-online.de].
Kurbeln wir die Zeit auf den Tag genau 22 Jahre zurück: wir schreiben den 31.01.99. Die Stadt war leicht mit Schnee überzuckert, und wir stehen erneut am Spreeufer, nur ein paar Bäume weiter. Eine 112.1 schiebt sich ins Bild, noch in orientrot mit Latz. Der zweite Wagen verrät den Zug: am Haken hängt der EC 175 "Comenius" von Hamburg nach Budapest, mit seinen herrlichen ungarischen Wagen.

Als Fotograf fällt man an dieser Stelle auf: direkt links neben uns befinden sich die Anlagen vom Schloss Bellevue, dem Sitz des Bundespräsidenten. Die Polizei patrouilliert, nimmt Notiz vom Fotografen und lässt gewähren. Eisenbahnfotografen gelten als harmlos...;-)

Scan vom Fuji Velvia 6x6-Dia

Datum: 31.01.1999 Ort: Berlin Bellevue [info] Land: Berlin
BR: 112 (Ost-Baureihe) Fahrzeugeinsteller: DB
Kategorie: Bahn und Infrastruktur
Top 3 der Woche: 3 Punkte
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Ein Portrait in Leipzig
geschrieben von: Olli Sydow (1733) am: 09.02.26, 18:14
Leipzig Hauptbahnhof...Normaler Weise sieht man aus dieser Position vor den wuchtigen Hallen häufig Bilder von der Dampftraktion. Kommen wir mal zum Alltag im Sommer 1996. Intercity-Züge steuern den Bahnhof an, Interregios, zahllose Regionalzüge, meist lokbespannt mit Sicken. Auf Gleis 14 steht der IC 657, ebenfalls bespannt mit einer Sicke. Doch irgendwas ist anders an der Lok. Sie sieht nicht aus wie ihre Schwestern, von denen man in den späteren Jahren kaum noch Notiz genommen hat, weil sie ja fast alle gleich aussahen...
Des Rätsels Lösung: wie sehen die 112 002. Eine der vier Prototypen von LEW, welche bereits 1990 geliefert wurden. Alle im damals üblichen Farbschema "orientrot mit Latz", aber dennoch mit Unterschieden. Die Rede ist von 112 002 bis 005; die "weiße Lady" 212 001 ist nie in den Besitz der DR übergegangen. 112 002 erhielt einen orientroten Lokkasten mit grauem Rahmen, und zusätzlich war die gesamte Dachschräge ebenfalls in orientrot gehalten. Bei 112 003 waren die Dachschrägen grau. 112 004 entsprach der 003, hatte jedoch andere Anschriften. 112 005 wies als zunächst einzige 112 neben dem orientroten Lokkasten auch einen orientroten Rahmen auf, und bei ihr waren anfangs die Loknummern in großen weißen Lettern auf den Sicken angebracht.
Auffällig ist bei unserer 112 002 auch die Ausführung des Lätzchens, welches sich bis zu den Fenstern hochzieht. Die Schriftart der Loknummer wirkt an der Front auch etwas enger als üblich.

Und der Clou: all diese Details sind mir zum Entstehungszeitpunkt der Aufnahme nie aufgefallen. Damals waren Sicken mit Latz irgendwie die "Allzweckwaffen", nach dem Motto: haste eine - haste alle.
Erst heute, fast 30 Jahre später, wo das Thema "orientrot mit Latz" schon fast nostalgisch klingt, kramt man die Dias wieder aus dem Archiv - und entdeckt Unterschiede...;-)

Scan vom Fuji Velvia 6x6-Dia


Datum: 27.07.1996 Ort: Leipzig Hauptbahnhof [info] Land: Sachsen
BR: 112 (Ost-Baureihe) Fahrzeugeinsteller: DB
Kategorie: Zug schräg von vorn
Top 3 der Woche: 5 Punkte

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Mietskasernen und Brandschutzmauern
geschrieben von: Olli Sydow (1733) am: 08.02.26, 13:54
Zwischen Mietskasernen und Brandschutzmauern verlief in Berlin der östliche Innenring zwischen den Bahnhöfen Prenzlauer Allee und dem Grenzstreifen an der Bösebrücke. Am 13.06.89 war der Prenzlauer Berg für mich noch "drüben", und anlässlich irgend einer Veranstaltung ging es in jene Richtung, mit einem Abstecher zur Brücke der Dunckerstraße, von welcher kürzlich in die Gegenrichtung dieser Blick [www.drehscheibe-online.de] gezeigt wurde. Nun, hier sehen wir den Blick auf den S-Bahnhof Prenzlauer Allee, dessen 1891/92 erbautes Empfangsgebäude im Klinkerstil im Hintergrund zu erkennen ist. Im Bahnhof ist soeben ein Stadtbahner im Hauptstadtlack eingetroffen und es geht gleich weiter Richtung Ostkreuz.
Die Gleise im Vordergrund wurden zu jenem Zeitpunkt gerade saniert und für die Elektrifizierung vorbereitet. Berühmt ist der Fotopunkt aus früheren Zeiten, als hier noch die Schnellzüge Richtung Ostsee mit ölgefeuerten Stralsunder 03.10 vorbeikamen. Lang ist´s her...


Scan vom Fuji-100 Kleinbilddia

Datum: 13.06.1989 Ort: Berlin Prenzlauer Allee [info] Land: Berlin
BR: 475,476,477 (alte Berliner S-Bahn) Fahrzeugeinsteller: Deutsche Reichsbahn
Kategorie: Bahn und Infrastruktur
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Blick von der Kynastbrücke zur Wendezeit
geschrieben von: Olli Sydow (1733) am: 07.02.26, 17:24
Wie sehr sich Berlin in den letzten 30 Jahren verändert hat, kann man an zahllosen Orten in der Hauptstadt beobachten. Insbesondere von den Brücken östlich vom Ostbahnhof lässt sich die Veränderung des Stadtbildes kaum in Worte fassen. Warschauer Brücke, Modersohnbrücke, Kynastbrücke - die Bilder, die hier die Jahrzehnte durchstreifen, erzählen Geschichten.

Der Blick von der Kynastbrücke, unmittelbar neben dem oberen Ringbahnsteig am Bahnhof Ostkreuz gelegen, ist schon desöfteren in der Galerie gezeigt worden. Interessant ist hier im Vergleich zu heute, wie sehr sich hier nach dem Umbau die Lage der S-Bahn-Gleise geändert hat - und welche Gebäude heute noch stehen und welche nicht.
Kommen wir in den Spätsommer 1990. Die Rücktour einer Fotoaktion auf der Schöneiche-Rüdersdorfer Straßenbahn führte quer durch die Stadt, mit einer Knipspause an der Kynastbrücke. Der Stadtbahner war damals noch sehr präsent. Hier sehen wir einen Vollzug auf der Zuggruppe G zur Friedrichstraße im "Hauptstadtlack". Bereits Anfang der 90er Jahre war bei den Stadtbahnern der Reichsbahn diese Lackierung häufiger vertreten als der ursprüngliche Farbton in Rot/Ocker, und es gab mitunter Züge, welche aus Vierteln beider Lackierungsvarianten bestanden. Völlig bunt wurde es dann nach der Wende, als Stadtbahner der BVG mit den Reichsbahnzügen im gemeinsamen Zugverband liefen.

Scan vom Fuji-100 Kleinbilddia

Datum: 02.09.1990 Ort: Berlin Ostkreuz [info] Land: Berlin
BR: 475,476,477 (alte Berliner S-Bahn) Fahrzeugeinsteller: Deutsche Reichsbahn
Kategorie: Bahn und Infrastruktur
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Im Humboldthain
geschrieben von: Olli Sydow (1733) am: 01.02.26, 11:33
Der Humboldthain. Ein Volkspark in Berlin-Gesundbrunnen, im Bezirk Wedding. Ein geschichtsträchtiger Ort, über den kürzlich an dieser Stelle [www.drehscheibe-online.de] berichtet wurde. Die S-Bahn umrundet an seiner Nordwestseite den Park, und wir stehen auf der Brücke der Grenzstraße unweit des gleichnamigen S-Bahnhofes und beobachten im Herbst 1988 einen ausfahrenden Stadtbahner auf der S 1, welcher demnächst in den Nord-Süd-Tunnel einfahren wird. Auf diesem Bild haben wir die Brücke der Grenzstraße im Hintergrund: [www.drehscheibe-online.de]
Wir sehen die Gleise der S-Bahn und rechts daneben noch die Trasse zum Stettiner Bahnhof. Früher tobte auf der Trasse das Leben, mit Urlauberzügen Richtung Ostseeküste, deren Weg im Stettiner Bahnhof begann. Im Herbst 1988 erkennen wir man gerade noch ein Gleis, welches sogar eine Stromschiene besaß, für die Anbindung eines Werkes der S-Bahn auf dem Gelände des früheren Stettiner Bahnhofs, später in Nordbahnhof umbenannt - nur, damit kein falscher Eindruck gegenüber den Folgen des 2. Weltkrieges aufkommt...

Die gleiche Szene 20 Jahre später. Die Natur erobert, wo sie kann. [www.drehscheibe-online.de]

Scan vom Fuji-100 Kleinbilddia

Datum: 22.10.1988 Ort: Berlin Humboldthain [info] Land: Berlin
BR: 475,476,477 (alte Berliner S-Bahn) Fahrzeugeinsteller: BVG
Kategorie: Zug schräg von vorn
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Morgens in Gesundbrunnen
geschrieben von: Olli Sydow (1733) am: 31.01.26, 13:09
Machen wir weiter mit ein bissel Berlin-Geschichte..;-)

Bereits einige Bilder sind aus Berlin-Gesundbrunnen in die Galerie gelangt. Aktuelle wie historische. Jetzt ein einzelnes Bild zu verlinken wäre den übrigen Bildern nicht gerecht. Daher empfehle ich dem geneigten und interessiertem Berlin-Besucher die Lektüre sämtlicher Bildtexte.

Wir schreiben den 16.06.88. Ein früher Juni-Morgen, welcher in erster Linie dem Franzosenzug diente, welcher hier 3 x pro Woche morgens gegen 7 Uhr aufzukreuzen pflegte. Als Beifang entstand an jenem Morgen die Aufnahme einer S 2 nach Frohnau, wie sie soeben den Bahnhof Gesundbrunnen verlässt. Wir sehen links daneben die beiden weiteren Bahnsteige: in der Mitte, fast vollständig von der Natur zurückerobert, der Bahnsteig für die Vorort-und Fernzüge, welche vom Stettiner Bahnhof kommend, ihren Weg in Richtung Ostseebäder eingeschlagen haben. Links daneben der ehemalige Ringbahnsteig. Was muss hier früher los gewesen sein...? Genau: das, was in etwa heute los ist, wenn man auf der Swinemünder Brücke steht und sich den Verkehr anschaut. Im Juni 1988 kam alle zehn Minuten eine S-Bahn - und sonst nur der Franzosenzug sowie der überschaubare Güterverkehr nach Schönholz und Tegel - auf einem einzigen Gleis.

Was sehen wir noch? Links im Hintergrund erkennen wir ein metallenes Denkmal auf einem Hügel. Hierhinter verbirgt sich der Humboldthain, benannt nach dem großen Naturforscher Alexander von Humboldt.
Das Denkmal wurde zur Erinnerung an die deutsche Einheit aufgestellt und zeigt zwei getrennte Hälften, welche von einem Ring zusammengehalten werden und somit die Symbolik der Teilung Deutschlands darstellen. Aber worauf steht das Denkmal? Nun, spulen wir die Zeit in den zweiten Weltkrieg zurück. Hier entstand Anfang der 40er Jahre ein hoher Flakturm sowie daneben ein Leitturm zur Verteidigung der Stadt gegen Luftangriffe der Alliierten. Innerhalb des Turms existiert eine siebenetagige Bunkeranlage, welche heutzutage besichtigt werden kann. Der Hügel um die Türme herum entstand erst nach dem 2. Weltkrieg als Trümmerberg, und die Bunker wurden nach dem Krieg nie gesprengt. Und jetzt kommt wieder die Eisenbahn ins Spiel: Gesundbrunnen war damals in der französischen Besatzungszone, und die Franzosen wollten vermeiden, dass durch die Sprengung die unmittelbar darunter liegenden Gleise der Reichsbahn beeinträchtigt werden, sprich: man wollte die russische Besatzungsmacht nicht unnötig provozieren. Wir verdanken somit mitten in der Stadt dieses sehenswerte Denkmal deutscher Geschichte, und ich kann nur jedem Berlin-Besucher empfehlen, den etwas mühsamen Anstieg über diverse Treppen hoch zum Bunkerplateau auf sich zu nehmen. Allein der Blick auf die Stadt entschädigt!

Scan vom Fuji-Kleinbilddia. Einige wirklich unästhetische Baukräne wurden digital zu Fall gebracht.

Datum: 16.06.1988 Ort: Berlin Gesundbrunnen [info] Land: Berlin
BR: 475,476,477 (alte Berliner S-Bahn) Fahrzeugeinsteller: BVG
Kategorie: Bahn und Infrastruktur
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Berlin Wollankstraße
geschrieben von: Olli Sydow (1733) am: 29.01.26, 16:52
Berlin, Bahnhof Wollankstraße, im April 1988. Die ersten Sonnenstrahlen laden zu einer Radtour ein. Es geht quer durch die Innenstadt, hoch Richtung Wedding. Hier und da entstehen ein paar Fotos entlang der Stadtbahn und der Nord-Süd-Strecke. Die Wollankstraße endet jäh an der S-Bahn-Trasse, es geht nicht weiter. Hinter der Trasse liegt Berlin-Pankow, ganz nah dran und doch so weit weg. Man glaubt, das Quietschen der Räder der Reko-Straßenbahnen zu hören, welche "drüben" ihre Kreise ziehen.
Die Trasse der S-Bahn liegt hier erhöht an der Nordbahn, und sie war ein politisches Kuriosum: der Bahnhof lag bereits auf Ost-Berliner Gebiet, hatte jedoch nur einen einzigen Zugang von Berlin (West). Reisende wurden auf diese Situation hingewiesen. Unmittelbar hinter dem Bahnhof lag der Grenzstreifen. Ein weiteres Kuriosum bestand darin, dass der Bahnhof auch nach Übernahme der West-Berliner S-Bahn durch die BVG zur Reichsbahndirektion Berlin gehörte; die Personale in Reichsbahnuniform kamen bis zur Wiedervereinigung aus Ost-Berlin.
Wir beobachten einen einfahrenden Stadtbahner der BVG. Auch die parkenden Autos sind heutzutage einen Blick wert.

Die Wollankstraße heute: wie selbstverständlich fährt man unter der S-Bahn-Trasse vom Wedding nach Pankow. Kaum einer erinnert sich hier an die kuriose Situation vor der Wende.

Scan vom Fuji-100 Kleinbilddia

Datum: 17.04.1988 Ort: Berlin Wedding [info] Land: Berlin
BR: 475,476,477 (alte Berliner S-Bahn) Fahrzeugeinsteller: BVG
Kategorie: Bahn und Infrastruktur
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Grau in grau
geschrieben von: Olli Sydow (1733) am: 28.01.26, 17:40
Berlin Prenzlauer Berg. Ein diesiger Märztag anno 1987. Graue Häuserschluchten umgeben mich; man hat den Eindruck, alle Gebäude tragen den gleichen Farbton. Es riecht etwas nach Braunkohle. Ich stehe etwas verstohlen auf der Brücke der Dunckerstraße und beobachte den S-Bahnbetrieb auf dem östlichen Innenring. Passanten huschen vorbei. Die meisten nehmen keine Notiz von dem Fotografen, einige beäugen einen höchstens etwas neugierig. Hinter mir ist der S-Bahnhof Prenzlauer Allee. Alle Nasenlang kommen S-Bahnen vorbei, und gleich einer der ersten Züge, die ich erwische, ist der Prototyp des Bankierszuges. Er entschwindet Richtung Schönhauer Allee, und ich denke mir: der kommt demnächst wieder zurück. Bingo! Treffer für das nachfolgende Motiv am S-Bahnhof, wo hinter mir der Verkehr auf der Prenzlauer Allee tobt. Es sollte jenes Bild entstehen [www.drehscheibe-online.de], und dem Bankierszug folgte sogleich ein weiteres Schmankerl in Form eines noch nicht modernisierten Triebzuges der Baureihe 277, noch mit alter Kopfform.
Infos zum Bankierszug bitte ich dem verlinkten Bild zu entnehmen. Der Tag führte mich kreuz und quer durch den "anderen" Teil der Hauptstadt, immer auf der Suche nach den besonderen, noch nicht modernisierten Fahrzeugen der Baureihen 276 und 277. Ob mich jemand beobachtet hat? Ob sich ein "Organ" für den klassenfeindlichen Fotografen interessiert hat. Abends, bei der "Ausreise" (was für Wörter , heutzutage...) am Bahnhof und Grenzübergang Friedrichstraße war ich einer von vielen Bürgern von "drüben". Und machen wir uns nichts vor: eine gewisse Erleichterung war immer zu spüren, wenn man in die S-Bahn Richtung Berlin-Wannsee stieg, so mit Anfang 20, alleine im "Osten". Unvorstellbar...

Scan vom Fuji 100 Kleinbilddia

Datum: 15.03.1987 Ort: Berlin Prenzlauer Allee [info] Land: Berlin
BR: 475,476,477 (alte Berliner S-Bahn) Fahrzeugeinsteller: Deutsche Reichsbahn
Kategorie: Bahn und Infrastruktur
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Mitten auf der Dresdener Bahn
geschrieben von: Olli Sydow (1733) am: 26.01.26, 11:18
Machen wir eine Zeitreise in die 80er Jahre des alten "West-Berlins". Die S-Bahn war in der Hand der BVG, und man hatte seine drei Linien. Es gab zu jener Zeit bei den Triebwagen nur eine Bauform, den "Stadtbahner" der Baureihe 275. Entweder kam er einem in ocker/rot entgegen oder in dem etwas gelberen BVG-Senfton.
Hier mal eine Aufnahme der S 2 von Frohnau nach Lichtenrade, welche -wohnortbedingt- fotografisch etwas seltener besucht wurde als die Wannsee- oder Stadtbahn. Aber am 07.02.86, vor fast genau 40 Jahren, gab es mal einen Fotostop in Berlin-Mariendorf, unweit des ehemaligen Gaswerkes, von welchem wir im Hintergrund einen der wuchtigen Gasspeicher erkennen. Wir befinden uns auf einem schmalen Fußweg zu einer Laubenkolonie und blicken einem Stadtbahner auf seinem Weg nach Frohnau hinterher.

Jahrzehnte später: genau dort, wo wir standen, donnert jetzt der Fernverkehr nach Dresden oder der Airport-Express zum Flughafen Berlin-Brandenburg durch. Die Dresdener Bahn ist seit kurzem wieder eröffnet, und die Züge sieht man hinter den meterhohen Schallschutzwänden nicht. Die Laubenpieper gibt es nicht mehr, ebenso wenig das Gaswerk Mariendorf geschweige den Stadtbahner. Wir erkennen auf dem Bild im Hintergrund einen Anschluss zu einem Tanklager - und dieser Anschluss war Thema jener Aufnahmen, auf welchen die Bauarbeiten auf der Dresdener Bahn gerade im Gange waren: [www.drehscheibe-online.de], [www.drehscheibe-online.de].

Scan vom Fuji-100 Kleinbilddia



Datum: 07.02.1986 Ort: Berlin Mariendorf [info] Land: Berlin
BR: 475,476,477 (alte Berliner S-Bahn) Fahrzeugeinsteller: BVG
Kategorie: Bahn und Infrastruktur
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Bersenbrück in mint
geschrieben von: Olli Sydow (1733) am: 25.01.26, 13:22
Ja, sie waren damals eine Zumutung. Triebwagen der Baureihe 614, 624 und 634 in mint. Gut, den 628 kannte man nicht anders; der gilt heute in mint als Kult. Aber die anderen drei Triebwagenbaureihen hat man wenigstens noch in altrot bzw. in den Popfarben erlebt, und ozeanblau/ beige war damals ohnehin Alltag. In mint waren die Triebwagen eine echte Herausforderung, und selbst danach in verkehrsrot machten sie wieder eine deutlich bessere Figur. Aber auch die Mint-Farbepoche ist vorüber, und inzwischen hat man mit den Sanitärfarben längst seinen Frieden geschlossen. Und irgendwie haben sie -geschichtlich betrachtet- auch ihren Platz eingenommen und rufen heutzutage mindestens eine positive Wahrnehmung hervor, wenn irgendwo angekündigt ist, dass ein Fahrzeug oder ein Reisezugwagen wieder in dieser Lackierung präsentiert wird.
Mint war zum Ende der 90er Jahre allgenwärtig - zumindest auf der Strecke von Osnabrück nach Oldenburg. Fast jeder dort angetroffene 624 lief in dieser Farbvariante. Und im Hochsommer ´99 stehen wir südlich von Bersenbrück und erleben die Vorbeifahrt einer 624-Garnitur mit dem 624 611 an der Spitze als RB 4816 gen Osnabrück.
Selbst mindestens eine Garnitur der beiden rundlichen Vorserien-624.5 aus Uerdingen lief auf dieser Strecke in den Sanitärfarben.

Scan vom Fuji Velvia 6x6-Dia, stark entsättigt und aufgewärmt.

Datum: 17.07.1999 Ort: Bersenbrück [info] Land: Niedersachsen
BR: 624,634 Fahrzeugeinsteller: DB
Kategorie: Zug schräg von vorn
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Die Doppelmasten bei Obersdorf
geschrieben von: Olli Sydow (1733) am: 24.01.26, 16:36
Auch dieses Motiv mit der Kurve bei Obersdorf ist bereits aus allen Himmelsrichtungen in der Galerie enthalten. Aber die abendliche Außenkurve mit den herrlichen Doppeltelegrafenmasten und einem Quadratschädel gehört bislang nicht dazu...;-). Die Goldrute blüht, und fernab von jedem Großstadtlärm konnte man hier auf einem Hang oberhalb der Strecke hocken und die geschwungene Landschaft östlich von Müncheberg genießen. Leises Rauschen holt einen aus seinen Träumen raus, als am Abend des 19.08.2002 ein Quadratschädel als RB 5828 nach Berlin-Lichtenberg vorbeibrummt.

Scan vom Fuji Velvia 6x6-Dia

Datum: 19.08.2002 Ort: Obersdorf [info] Land: Brandenburg
BR: 624,634 Fahrzeugeinsteller: DB
Kategorie: Bahn und Landschaft
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Die Telegrafenmasten von Alt Rosenthal
geschrieben von: Olli Sydow (1733) am: 23.01.26, 08:30
Ja, sie waren legendär: die Doppeltelegrafenmasten entlang der Ostbahn. Relikte einer vergangenen Epoche, welche man heute nur noch ganz vereinzelt antrifft, z.B. südlich von Weißwasser Richtung Horka. Auf der Ostbahn hielten sich sie bis zum Beginn der "nuller" Jahre, und auch auf einer viel zu wenig beachteten Strecke ganz in der Nähe der Ostbahn, von Frankfurt/ Oder über Grunow nach Cottbus, waren sie auch noch zu finden. Als weitere Strecke mit derartigen Masten galt noch bis in die 90er Jahre die Trasse von Angermünde nach Stettin.

Grund genug, ein weiteres Bild mit einem Quadratschädel entlang der Mastenreihe zwischen Trebnitz und Alt Rosenthal anzubieten. Wir stehen am Vormittag des 17.04.2004 Spalier und warten auf die RB 5811 von Berlin-Lichtenberg, welche an diesem Tag aus der Garnitur aus dem 624 674 und 680 gebildet war.

Auch nach dem Fall der Masten gab es immer wieder einen Grund, die Ostbahn aufzusuchen. Ich lade zum Vergleich ein: [www.drehscheibe-online.de]

Scan vom Fuji Velvia 6x6-Dia

Datum: 17.04.2004 Ort: Alt Rosenthal [info] Land: Brandenburg
BR: 624,634 Fahrzeugeinsteller: DB
Kategorie: Zug schräg von vorn
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Mit dem Quadratschädel nach Polen
geschrieben von: Olli Sydow (1733) am: 22.01.26, 19:05
Auf der Strecke von Berlin nach Kostrzyn geht es kurz vor dem Zielort über die Oder. Kurz vor der Oderbrücke gab es davor noch eine weitere Brücke über den Vorflutkanal, welche bereits schon desöfteren als Motiv für den berühmten Ostbahn-Knicker [www.drehscheibe-online.de] herhalten musste. Während jedoch die Bilder vom "Knicker" deutlich später von einer neu gebauten parallelen Straßenbrücke entstanden sind, war von jener Brücke im April 2004 noch nichts zu sehen.
Erst am späten Nachmittag lag diese Vorflutbrücke gut im Licht und diente hier als Motiv für die RB 5828, welche ihre Reise in Kostrzyn gerade erst begonnen hat. Die Tour entlang der Doppelmasten nach Berlin-Lichtenberg hatte die Garnitur aus dem 624 679 und 609 noch vor sich. Ungewöhnlich für die Triebwagen -aber sehr reisendenfreundlich- war die Zugzielanzeige im Frontfenster.

Heute sind sowohl die Oderbrücke als auch die Vorflutbrücke längst durch einen Neubau ersetzt.

Scan vom Fuji Velvia 6x6-Dia, fast im Originalformat belassen.

Datum: 17.04.2004 Ort: Kietz [info] Land: Brandenburg
BR: 624,634 Fahrzeugeinsteller: DB
Kategorie: Bahn und Infrastruktur
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Quadratschädel auf der Ostbahn
geschrieben von: Olli Sydow (1733) am: 21.01.26, 22:04
Wir sind noch nicht durch mit der Erinnerung an die Baureihe 624...;-) Im Jahr 2001 wurden wir -gelinde gesagt- überrascht von dem Einsatz der Quadratschädel fernab ihres früheren Einsatzgebietes. Sechs Garnituren traten in jenem Jahr ihre Reise vom fernen Münsterland Richtung Cottbus an und wurden u.a. auf der legendären Ostbahn eingesetzt.
Hier lösten die Triebwagen die bislang eingesetzten Wendezüge mit den Baureihen 232 und 219 ab, und der Einsatz der Quadratschädel schlug wie ein Paukenschlag ein - denn er spaltete die Gemüter der Szene: die einen freuten sich über ein völlig neues Einsatzgebiet der aus dem Harz und anderswo bekannten Triebwagen, die anderen blickten skeptisch ob der ungewohnten Fahrzeuge drein und trauerten den bisherigen lokbespannten Garnituren nach.
Die Ostbahn verfügte zu jener Zeit noch über ihre legendären Doppeltelegrafenmasten, die man natürlich mit den ungewohnten Fahrzeugen umsetzen wollte. Einer der fotografisch ergiebigsten Abschnitte der Ostbahn war die lange Gerade zwischen Alt Rosenthal und Trebnitz - und in der Galerie mit immerhin sieben Aufnahmen aus Alt Rosenthal vertreten. Sieben Aufnahmen mit "Russen"...Das schreit nach Abwechslung ..;-)
Also erleben wir, wie am frühen Nachmittag des 14.04.2004 die Garnitur aus dem 624 679 und 609 als RB 5820 von Küstrin nach Berlin-Lichtenberg die Parade der Telegrafenmasten abnimmt.

Scan vom Fuji Velvia 6x6-Dia

Datum: 14.04.2004 Ort: Alt Rosenthal [info] Land: Brandenburg
BR: 624,634 Fahrzeugeinsteller: DB
Kategorie: Zug schräg von vorn
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Ein Quadratschädel auf dem Haller Willem
geschrieben von: Olli Sydow (1733) am: 15.01.26, 13:57
Setzen wir unsere Erinnerungsreise an die Quadratschädel fort mit einem Abstecher auf den Haller Willem, einer Nebenbahn von Osnabrück nach Bielefeld, benannt nach einem bei der Bevölkerung beliebten historischen Fuhrmann, zu dessen Ehren auch heute noch ein jährliches Stadtfest in Halle (Westfalen) benannt ist.
In der Galerie ist im wesentlichen nur der Nordabschnitt zwischen Osnabrück und Dissen-Bad Rothenfelde vertreten, mit herrlichen historischen Bildern. Dieser Abschnitt hat seinen Personenverkehr im Jahr 1984 verloren, bevor im Jahr 2005 eine Reaktivierung stattgefunden hat. Der südliche Abschnitt findet bislang bis auf eine Aufnahme einer Museumsfahrt in der Galerie nicht statt.
Nun, dieser Abschnitt ist motivlich recht unspektakulär. In den 80er und 90er Jahren waren jedoch noch diverse Bahnhöfe mit Formsignalen ausgestattet, und der Personenverkehr wurde aus Quadratschädeln sowie lokbespannten Zügen mit der Baureihe 211 gebildet.
Uns kommt hier in Halle (Westfalen) am 20.10.1990 der N 7823 von Dissen-Bad Rothenfelde nach Bielefeld entgegen, gebildet aus einer 624-Garnitur mit dem 624 602 an der Spitze. Man beachte übrigens den roten alten DB-Keks an der Front ! Nur die Kurve, das Gebäude sowie der Bahnübergang im Hintergrund verraten den Aufnahmeort auf Google Earth. 35 Jahre gehen hier nicht spurlos vorüber...;-)

Scan vom Fuji-100 Kleinbilddia

Datum: 20.10.1990 Ort: Halle (Westfalen) [info] Land: Nordrhein-Westfalen
BR: 624,634 Fahrzeugeinsteller: Deutsche Bundesbahn
Kategorie: Zug schräg von vorn
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Ein Quadratschädel verlässt Herzberg
geschrieben von: Olli Sydow (1733) am: 14.01.26, 21:14
Bleiben wir noch einen Moment bei den "Quadratschädeln". Triebwagen der Baureihen 624 und 634, welche zeitlebens immer nur etwas am Rande wahrgenommen wurden. Meist als Beifang, z.B. im Harzvorland beim Warten auf die V 200 oder den „Eierkopp“. Spektakulär waren sie nie, obwohl sie alle vier Farbepochen der Bahn mitgemacht haben. Es gab sogar Besonderheiten wie die etwas rundere Front der Uerdinger Vorserientriebwagen der Baureihe 624.5. Nicht umsonst gibt es in der Galerie nur 69 Aufnahmen von ihnen – und davon ca. 20 aus ihrer späteren Heimat Rumänien. Die Baureihe 614 -ebenfalls aus dem Harzvorland nicht wegzudenken- sah so typisch „Siebziger“ aus. Die Quadratschädel hingegen hatten so etwas Gewöhnliches, Zeitloses an sich – aber die Zahl ihrer Fans wuchs, als ihr Stern am Sinken war.
Erinnern wir somit an ihre Einsätze im Harzvorland. Hier waren sie vorwiegend im Nordharz und im Solling unterwegs. In den Südharz kamen sie nur gelegentlich, meist nur bis Bad Lauterberg, um von dort wieder über Osterode nach Braunschweig zu fahren. In Bad Harzburg, Goslar oder Kreiensen sah man sie deutlich häufiger, in Walkenried jedoch nur gelegentlich in wenigen Fahrplanperioden Mitte der 80er Jahre.

Und so wurde am 19.10.90 bewusst Bad Lauterberg angesteuert, um zu schauen, aus welcher Triebwagenbaureihe der E 6716 gebildet wurde. 614 oder 634? Nun, an dem Tag stand eine 634-Garnitur in Bad Lauterberg zur Abfahrt bereit: [www.drehscheibe-online.de]. Genug Vorsprung somit für den Motivklassiker von der Brücke der B 27 auf die Ausfahrt von Herzberg. Und dank eines etwas längeren Aufenthaltes in Northeim reichte die Zeit für die Verfolgung der Garnitur bis Berwartshausen: [www.drehscheibe-online.de]

Scan vom Fuji-100 Kleinbilddia


Datum: 19.10.1990 Ort: Herzberg am Harz [info] Land: Niedersachsen
BR: 624,634 Fahrzeugeinsteller: Deutsche Bundesbahn
Kategorie: Bahn und Landschaft
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Erinnerungen an eine Nebenbahn im Harz
geschrieben von: Olli Sydow (1733) am: 13.01.26, 17:23
Bis vor die Tore von St. Andreasberg führte früher eine Nebenbahn, welche in Scharzfeld von der Hauptstrecke Northeim-Nordhausen abzweigte. Diverse Bilder dieser Strecke sind in der Galerie enthalten, auf welcher sogar noch Güterverkehr mit einer V 60 durchgeführt wurde.
Im September 1975 wurde dann das Teilstück von St. Andreasberg bis nach Odertal stillgelegt. Vorbei die Zeit, als noch Schienenbusse bis nach St. Andreasberg durch das Sperrluttertal knatterten. Nun wendeten die Eilzüge in Odertal, welche teilweise lokbespannt mit der Baureihe 216 von Bielefeld mit Lokwechsel in Altenbeken am Ende des Ortes Bad Lauterberg ankamen - unweit der namensgebenden Odertalsperre. Dann wurde später salamiartig der Abschnitt vom Bahnhof Bad Lauterberg bis Odertal stillgelegt, bis dann auch das Ende für die Gesamtstrecke bis Scharzfeld eingeläutet wurde.

Heute gibt es an der KBS 357 einen Haltepunkt Bad Lauterberg - Barbis, einige Kilometer vom eigentlichen Kurort Bad Lauterberg entfernt. Auf der Trasse im Sperrluttertal verläuft ein Rad- und Wanderweg. Zwischen Bad Lauterberg und Scharzfeld wurde auf der Trasse eine neue Ortsumfahrung angelegt; nur kurz vor dem Bahnhof Scharzfeld, am ehemaligen Haltepunkt "Zoll", ist die alte Trasse noch erkennbar.
Scharzfeld hat noch seine Formsignale, und einige Nebengleise für den Güterverkehr zu einem nahen Dolomitwerk. Die beiden Stellwerke in ihrer typischen Bauform sind noch vorhanden - wie lange noch? Man spricht über die zeitnahe Anbindung an das ESTW.

Und wir erinnern uns an den Quadratschädel, wie er jahrelang u.a. im Harzvorland als Baureihe 624 und 634 von Braunschweig aus eingesetzt wurde. Anfang des Millenniums waren noch derartige Zugkompositionen erlebbar: verkehrsrote Triebköpfe mit mintfarbenem Mittelwagen. Wir sehen am 24.02.2002 in Bad Lauterberg die RB 34410 nach Braunschweig.

Scan vom Fuji Velvia 6x6-Dia



Datum: 24.02.2002 Ort: Bad Lauterberg [info] Land: Niedersachsen
BR: 624,634 Fahrzeugeinsteller: DB
Kategorie: Bahn und Infrastruktur
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Wintereinbruch in Zehlendorf
geschrieben von: Olli Sydow (1733) am: 09.01.26, 18:02
Nein, es ist nicht der Bezirk im Südwesten von Berlin gemeint, der durch den tagelangen Stromausfall infolge eines Brandanschlages auf eine Kabelbrücke über den Teltowkanal in aller Munde war. Zehlendorf ist auch ein kleines Dorf an der Heidekrautbahn, auf dem seit 1997 stillgelegten Ast von Wensickendorf nach Liebenwalde.
Nördlich von Berlin bot sich bis zur Einstellung des Personen- und Güterverkehrs nach Liebenwalde ein Kleinod an, auf dem der Besucher fernab des Großstadtlärms Nebenbahnatmosphäre pur genießen konnte. Über die Strecke rumpelten Ferkeltaxen, und man fand fotogene Bahnhöfe wie den in Wensickendorf [www.drehscheibe-online.de] sowie illustre Brückenbauwerke wie diese Brücke über den Oder-Havel-Kanal: [www.drehscheibe-online.de].
Neben Wensickendorf war auch der Haltepunkt von Zehlendorf recht fotogen. Und wir beobachten am 21.11.95 die Einfahrt des 772 105, wie er als RB 5710 nach kurzem Halt Richtung Basorf weiterblubbern wird. Die Nacht vorher hat es geschneit, ein recht frühzeitiger Wintereinbruch für einen 21. November. Die Landschaft präsentierte sich am Morgen danach überzuckert - also los! Wann gibt es schon mal Schnee mit Sonne...?! ;-)

Scan vom Fuji Velvia 6x6-Dia, fast in Originalgröße belassen.


Datum: 21.11.1995 Ort: Zehlendorf [info] Land: Brandenburg
BR: 772 (alle Schienenbusse Bauart Reichsbahn) Fahrzeugeinsteller: DB
Kategorie: Bahn und Infrastruktur
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Schnee im Berliner Umland
geschrieben von: Olli Sydow (1733) am: 07.01.26, 15:40
Schnee und Sonne. Wann hat man das mal im Berliner Umland? Also ging es kurz mal nach Michendorf - einem Ort, der vielleicht älteren Semestern noch als "Autobahnraststätte mit Intershop" in Erinnerung ist. Heute ein Ort im Landkreis Potsdam-Mittelmark, geprägt durch die Nordosteinfahrt in den Rangierbahnhof Seddin. Diverse Güterzüge kreuzen hier auf, um ihre Fracht in den endlos weiten Anlagen des Rangierbahnhofes verteilen zu lassen. Züge beginnen hier, und enden. So auch Züge vom Stahlwerk Quenz in Brandenburg, welches vor einigen Jahren schon desöfteren Thema in der Galerie war.
Nun, um die Quenz-Verkehre ist es inzwischen recht ruhig geworden. Sehr häufig ist vor den Zügen die neue Baureihe 249 anzutreffen, aber heute waren gleich zwei "Russen" vor den Zügen zum Stahlwerk im Einsatz. Also wurde in Michendorf Position bezogen, immer in der Hoffnung, dass keine Umleitung über das Caputher Gemünde und Ferch-Lienewitz genommen wird. Die verkehrsrote 233 127 war angekündigt, und nach zwei braven Vormeldern zwischen Brandenburg und Werder kam dann das Objekt der Begierde um die Ecke, mit einer recht kurzen Garnitur aus Rns-z und Baustahlmatten.

Kurz nach dem Zug ging es mit zufriedenem Gesicht wieder nach Hause. Der zweite Zug zum Quenz, ebenfalls mit einer Ludmilla bespannt, nahm seinen Weg über Ferch-Lienewitz.

Datum: 07.01.2026 Ort: Michendorf [info] Land: Brandenburg
BR: 232,233,234,241 (alle Ludmilla-Baureihen) Fahrzeugeinsteller: DB
Kategorie: Zug schräg von vorn
Top 3 der Woche: 10 Punkte

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Zu Weihnachten nach Bruchhausen-Vilsen
geschrieben von: Olli Sydow (1733) am: 04.01.26, 13:26
Viele Museumsbahnvereine führen auch in der Adventszeit Fahrten durch. So z.B. der DEV auf seiner Strecke von Bruchhausen-Vilsen nach Asendorf. Zur Weihnachtszeit anno 1996 war vor bald 30 Jahren die bekannte Trambahnlokomotive "Plettenberg" im Einsatz. Diese gelangte nach Einstellung der Plettenberger Kleinbahn im Jahr 1968 zum DEV und ist dort immer noch im Einsatz.
Der 22.12.1996 war ein eiskalter, aber sonniger Wintertag. Wir sehen hier die Lok mit ihrer Museumsfuhre im nachmittäglichen Streiflicht auf ihrer Rückfahrt von Asendorf nach Bruchhause-Vilsen. Am Zugschluss läuft -kaum erkennbar- die Lok "Hermann" mit.

Scan vom Fuji Velvia 6x6-Dia

Datum: 22.12.1996 Ort: Heiligenberg [info] Land: Niedersachsen
BR: 099 (Schmalspur ab 1000mm Spurweite) Fahrzeugeinsteller: DEV
Kategorie: Stimmungen mit Zug
Top 3 der Woche: 6 Punkte
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Winter in Cranzahl
geschrieben von: Olli Sydow (1733) am: 03.01.26, 10:35
Das Viadukt in Cranzahl. Tausendfach fotografiert, und auch bereits in zahlreichen Versionen in der Galerie enthalten. Sehr überschaubar fallen jedoch Aufnahmen des ganz gewöhnlichen Diesel-Planverkehrs der Nachwendezeit aus. Daher mal ein Winterbild aus dem Februar 1994 mit einer ganz normalen 201 und ihrer Bghw-Garnitur, wie sie am Nachmittag des 15.02.94 als N 5876 über das Viadukt poltert.
Wir sind damals zu einer eintägigen Fototour aufgebrochen, welche in erster Linie die Dokumentation der Dieseltraktion in jener Gegend beinhalten sollte. Die Dampfzüge der Fichtelbergbahn haben uns damals nur am Rande interessiert; die waren längst anlässlich von früheren Touren im Kasten - und die fahren heute noch, im Gegensatz zu lokbespannten Zügen auf den Normalspurgleisen. Also sind wir an jenem Tag auf relativ engem Raum zwischen Markersbach, Schlettau und Cranzahl geblieben, und ins Netz gingen diverse Ost-V 100 mit ihren typischen Bghw-Garnituren. Alltag anno 1994...

Scan vom Fuji Velvia 6x6-Dia

Datum: 15.02.1994 Ort: Cranzahl [info] Land: Sachsen
BR: 202,204 (alle V100-Ost-Baureihen) Fahrzeugeinsteller: DB
Kategorie: Bahn und Infrastruktur
Top 3 der Woche: 12 Punkte

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Angst vor der falschen Zugkreuzung
geschrieben von: Olli Sydow (1733) am: 02.01.26, 15:39
Wenn an einem 28.12. an einem einzigen Ort ca. 30 Fotografen auftauchen, muss schon etwas besonderes los sein. Und mit der 218 406 war tatsächlich eine optisch sehr ansprechende Vertreterin der V160-Familie unterwegs welche jedoch ein nur sehr kurzfristiges Gastspiel an der Küste gab. Grund genug, der Maschine im tiefsten Winterlicht aufzulauern: [www.drehscheibe-online.de]
Wie bereits geschrieben, war auf dem zweiten IC-Umlauf an diesem Tag die 218 497 unterwegs - eine Lok, welche in ihrem Outfit als "Two-Face" tatsächlich sehr geteilte Meinungen hervorruft. Also haben sich von den ca. 30 Anwesenden auch nur fünf Fotografen für den Zug in der Gegenrichtung postiert. Den anderen war entweder die Lok egal oder zuwider.
Aber wenn man schon einmal vor Ort ist, will man nach Möglichkeit auch alles abgreifen, was so vorbeikommt. Also ging es auf Position für den IC 2263 mit seiner geteilten Lok, immer ein Auge auf der 406, welche dann technisch kurz vor Grevesmühlen in die Gegenrichtung erspäht werden konnte. Nun die Preisfrage: legen sie die Kreuzung planmäßig in Grevesmühlen ein oder koffert sie durch, mit einem Kreuzungsaufenthalt in Bobitz mit der 497, welche in Bad Kleinen einfach nicht losfahren wollte. Wir sind schon die ersten Schritte losmarschiert, weil wir nicht wollten, dass uns die 406 in den Rücken fährt und somit in den Selbigen tritt. Da kam die Meldung der Abfahrt des IC 2263 und gleichzeitig der Hinweis auf den Kreuzungsaufenthalt im nahen Grevesmühlen für die 406. Und somit sehen wir hier die "halbe" 218 497, wie sie ihre IC-Garnitur mitsamt der 101 im tiefen Winterlicht an den sich wieder beruhigenden Fotografen vorbeifährt. Anschließend ging es hastigen Schrittes für die 406 in der Gegenrichtung - welche am darauf folgenden Tag infolge eines Brandschadens ihre letzten Zugleistungen im hohen Norden erbringen sollte...:-(

Zuletzt bearbeitet am 02.01.26, 21:55

Datum: 28.12.2025 Ort: Quaal [info] Land: Mecklenburg-Vorpommern
BR: 218 Fahrzeugeinsteller: DB
Kategorie: Zug schräg von vorn
Top 3 der Woche: 2 Punkte
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Aus der Gefriertruhe - einer geht noch...;-)
geschrieben von: Olli Sydow (1733) am: 30.12.25, 14:44
So, das Jahr ist fast ´rum - aber wir haben ja noch gar nicht an den 30.12.1995 erinnert...;-) Heute vor 30 Jahren gab es für mich den wohl "nachhaltigsten" Frosttag in meiner fotografischen Schaffensphase. Das Wort "nachhaltig" mag ich nicht. Ein Modewort dieser Zeit, dem sich alles unterzuordnen scheint. Alles ist nachhaltig - und im Dezember 1995 gab es das Wort noch nicht. Aber jener Tag ging bei mir persönlich in die Annalen ein, und diverse Bilder von damals sind bereits in der Galerie enthalten. Aber irgendwann ist das Repertoire von jenem Tag ausgeschöpft - aber einer geht noch...;-)

Nach dieser Aufnahme [www.drehscheibe-online.de] ging es bequemen Schrittes zum Auto, um dem im gemächlichen Schritttempo dahinkullernden Zug von Gnoien nach Teterow trotz eisglatter Straßen risikolos hinterherzufahren, um dann nach wenigen hundert Metern auf einen Hang zu laufen und erneut eine Aufnahme der 202 414 mit ihrer RB 14959 zu machen. Die Dampfheizung hatte ob der minus zehn Grad Höchsttemperatur ordentlich zu tun, und noch immer trugen alle Bäume Raureif bis zum Abend.

Mit dieser Aufnahme aus der Gefriertruhe der mecklenburgischen Schweiz wünsche ich uns allen einen guten Rutsch ins Neue Jahr! Kommt gut ´rüber! ;-)

Scan vom Fuji Velvia 6x6-Dia - von der Breite her unbeschnitten, um die endlose Weite dieser Gegend zu zeigen.

Datum: 30.12.1995 Ort: Schwetzin [info] Land: Mecklenburg-Vorpommern
BR: 202,204 (alle V100-Ost-Baureihen) Fahrzeugeinsteller: DB
Kategorie: Stimmungen mit Zug
Top 3 der Woche: 10 Punkte

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Wat für ´ne Quaal
geschrieben von: Olli Sydow (1733) am: 29.12.25, 17:22
Seit Monaten ist ja die Strecke zwischen Lübeck und Bad Kleinen en vogue. Zahllose Bilder in der Galerie dokumentieren den Betrieb mit der Baureihe 218 vor den Regional- und IC-Zügen auf dem nicht elektrifizierten Abschnitt zwischen diesen beiden Orten. Bis zum Ende der Bauarbeiten auf der Berlin-Hamburger Bahn soll dieses Spektakel andauern. Und wenn dann noch aus Kempten die dringend benötigte Aushilfe in Form der 218 406 angesagt ist (siehe auch hier: [www.drehscheibe-online.de] ), rechtfertigt dies jede Anreise! Also wurde der Familienrat einberufen, und die Rückfahrt von einem weihnachtlichen Treffen mit der gesamten Familienmischpoke in der Lüneburger Heide wurde von mir kurzerhand um einen Abstecher Richtung Marzipanstadt verlängert, während sich der Rest der Truppe an den Stau auf der A 2 Richtung Heimat anstellte...;-)

Also gab es am Vorabend eine Fotosession in der Halle des Lübecker Hauptbahnhofes, um am nächsten Tag die tiefe Wintersonne auszunutzen - die sich in der Gegend um Grevesmühlen zum Sonnenaufgang zunächst hinter einer hartnäckigen Nebelschicht verbarg, bevor ab dem späten Vormittag endlich das Licht herauskam. Nun, wenn die 406 am Start ist, gibt es auch für diverse weitere Hobbykollegen kein Halten, und bei einem Kaff namens Quaal haben sich dann an verschiedenen Fotopositionen ca. 30 Gleichgesinnte eingefunden, um dem IC 2262 aufzulauern.

Aber das Warten auf den Zug wurde dann tatsächlich zur Qual: eigentlich sollte im Prinzip der Gegen-IC von Bad Kleinen auftauchen, bespannt mit der optisch recht zweifelhaften "halben" 218 497. Deren Zug fuhr einfach in Bad Kleinen nicht ab, während unsere 406 bereits im Anrollen war, und man wollte ja beide IC´s erwischen. Dann die Meldung, dass die218 497 endlich in Bad Kleinen losgefahren ist, während die 406 zum Kreuzungshalt in Grevesmühlen auskullerte. Also erst die 497 eingesackt (coming soon..;-) ), und dann hastigen Schrittes zur Position in die Gegenrichtung. Ein dem IC folgender Regionalexpress hob dann die Spannung wieder auf, und ca. 20 Knipsen hielten die Vorbeifahrt der bereits lange vorher hörbaren 406 mit ihrer IC-Fuhre fest.

Weitere Fotografen standen überall verteilt in der Gegend, und einer mit einer ungemein roten Jacke ist immer dabei...;-)

Wie man hört, wird die 218 406 nur ein kurzes Gastspiel an der Küste bestreiten. Ab Anfang Januar wird die Lok dringend in der Oberpfalz benötigt...

Zum Bild: Auslösung mit komplettem Schatten, auch wenn der Zug einen Tick näher genauso gut kommt.



Datum: 28.12.2025 Ort: Quaal [info] Land: Mecklenburg-Vorpommern
BR: 218 Fahrzeugeinsteller: DB
Kategorie: Zug schräg von vorn
Top 3 der Woche: 1 Punkt
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Der letzte rote Mohikaner in Walkenried
geschrieben von: Olli Sydow (1733) am: 22.12.25, 12:42
Erinnerungen an den Mai 1989. Die Einsätze der Akku-Triebwagen im Harzvorland lagen förmlich in den letzten Zügen. Bereits mit dieser Aufnahme [www.drehscheibe-online.de] wurde darauf hingewiesen, welche Klimmzüge damals veranstaltet wurden, um dem letzten roten Vertreter der Speichertriebwagen aus Hildesheim aufzulauern. Ja, der 515 622 hielt sich zum Schluss hartnäckig, und nach dem Ende seiner Dienste im Harzvorland ging seine Karriere im Ruhrgebiet weiter: [www.drehscheibe-online.de].

Vor kurzem waren in der Galerie zwei herrliche Aufnahmen aus der Zeit der Akkus in Rheinland-Pfalz zu sehen. Eine Gegend, die ich für Speichertriebwagen selbst nur sehr fragmenthaft bei galerie-feindlichem Wetter in Form von Beifängen besucht habe. Umso besser, wenn jene Einsätze hier noch einmal dokumentiert werden.

Kommen wir zurück auf die herrliche Strecke von Northeim über Herzberg nach Walkenried, welche damals mit ihren Bahnhofsbauten, ihren typischen Stellwerken, Telegrafenleitungen und Formsignalen glänzte - und eigentlich so aussah, wie man sich eine nicht elektrifizierte Hauptstrecke vorstellte. Nacheinander verschwanden dann die Telegrafenleitungen sowie die meisten Stellwerke, und viele Bahnhofsgebäude wurden privatisiert. Aber noch ist in Scharzfeld mit seinen Stellwerken und Formsignalen noch echte "Eisenbahn" zu erleben, und in Herzberg und Wulften klappert es auch noch - wer weiß, wie lange...!

Scan vom Fuji-100 Kleinbilddia vom E 6746 in Walkenried

Datum: 21.05.1989 Ort: Walkenried [info] Land: Niedersachsen
BR: 515 Fahrzeugeinsteller: Deutsche Bundesbahn
Kategorie: Bahn und Infrastruktur
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Frost am Heiligen Abend
geschrieben von: Olli Sydow (1733) am: 20.12.25, 20:08
Heiligabend, vor 31 Jahren. Am 24.12.94 war es bitter kalt, aber sonnig. Bevor es zur Bescherung ging, war noch etwas Zeit für Fotos. Von Osnabrück ging es nordwärts an die Dieselpiste von Oldenburg bzw. Delmenhorst. Damals war die Baureihe 216 in Oldenburg noch aktiv und bespannte die Eilzüge Richtung Osnabrück. 624 konnten vor diversen Regionalexpress-Zügen erlebt werden, nur die V 100 auf der Hasenbahn war verschwunden.
Wir stehen hier an der Mittellandkanalbrücke vor Bramsche, deren Bögen durch den Raureif fast weiß waren. Mit bibbernden Fingern und dem Rollei-Tele gelang die Aufnahme der heranpreschenden Oldenburger 216 054 mit ihrem E 7320 von Wilhelmshaven nach Osnabrück.

Auf den Tag genau zwei Jahre später waren die Wetterbedingungen ähnlich: [www.drehscheibe-online.de]

Scan vom Fuji Velvia 6x6-Dia.

Mit dieser Aufnahme wünsche ich allen DSO-Usern sowie den Kollegen im AWT ein geruhsames Weihnachtsfest! :-)

Datum: 24.12.1994 Ort: Bramsche [info] Land: Niedersachsen
BR: 216 Fahrzeugeinsteller: DB
Kategorie: Bahn und Infrastruktur
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Neulich, in Rheindiebach
geschrieben von: Olli Sydow (1733) am: 17.12.25, 21:09
Rheindiebach, mit Blick auf den Strom und die Ortskulisse von Lorch. Hundertfach fotografiert, und auch in der Galerie mit diversen Zügen vertreten. Nun, das Ende der Schweizer Garnituren hat mich veranlasst, mal wieder einen Griff in die Mottenkiste zu machen. Kommen wir in den Mai 1997. Zeiten, in denen pro Richtung und Stunde in gebündelter Form drei Intercity-Züge durchs Rheintal fuhren, garniert durch Interregio-Züge und die üblichen Regionalbahnen. Allesamt lokbespannt. Die linke Rheinstrecke wurde damals nur selten von Güterzügen befahren, ihnen oblag der Verkehr am rechten Rheinufer.

Eine mehrtägige Fotoaktion führte mich seinerzeit quer durch die Republik; es war die Zeit der 103. Ihre Einsätze sollten dokumentiert werden, wo es nur ging. Und im Rheintal kam alle Nasenlang eine 103, rot-beige wie orientrot. Erst in den darauf folgenden Jahren wurde das Spektakel auf die Spitze getrieben, und es galt, insbesondere den Zügen mit einer "blonden" 103 aufzulauern. Eine Zeit, in der die Dieseltraktion zumindest in den "alten" Bundesländern jahrelang fotografisch völlig vernachlässigt wurde - was sich erst später rächen sollte, und ehrlich: eine 103 holt doch heute kaum noch jemanden hinter dem Ofen vor. Das Thema erledigte sich, als der Interregio abgeschafft wurde und die Intercity-Züge weiß wurden. Wie alt ist das Bild...? Fast 30 Jahre...? Kinder, wie die Zeit rast...

Ach ja: wir sehen den EC 2 "Rembrandt" mit einer fast reinen Schweizer Garnitur zur damaligen Zeit. Der Speisewagen und ein Verstärker beeinträchtigen das Zugbild. Alltag im Mai 1997.

Scan vom Fuji Velvia 6x6-Dia

Datum: 02.05.1997 Ort: Rheindiebach [info] Land: Rheinland-Pfalz
BR: 103 Fahrzeugeinsteller: DB
Kategorie: Bahn und Landschaft
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Tiefe Wintersonne auf den Prignitz-Express
geschrieben von: Olli Sydow (1733) am: 16.12.25, 21:11
Bleiben wir noch kurz bei dem umgeleiteten Prignitz-Express. Nach dieser Aufnahme [www.drehscheibe-online.de] ging es dann immer hin und her zwischen Löwenberg und Neuruppin, um an den zahlreichen Bahnübergängen nach Motiven Ausschau zu halten. Die Gegend ist dort extrem flach, die Sonne aber derzeit auch. Hartmuts Bild vom Bahnhof Alt Ruppin lässt sich derzeit nicht ohne einen deftigen Schatten im Triebwagen plagiieren, aber hinter dem Bahnhof Alt Ruppin nimmt die Strecke eine kleine Steigung, und die 648-Gespanne legen sich in eine leichte Kurve, um danach in einem Waldstück zu entschwinden, aus welchem sie erst kurz vor Neuruppin wieder herauskommen. Im tiefen Winterlicht des 15.12.25 erleben wir die Vorbeifahrt des 648 119 mit einem weiteren Triebwagen, und der nächste Halt Neuruppin Rheinsberger Tor ist gleich erreicht. Dort kreuzt der RE 6 planmäßig mit der Gegenrichtung, bevor es weiter nach Wittstock geht.

Falls einer nach dem Prignitzer Nahgüterzug fragt: dieser verkehrt infolge der Bauarbeiten auf der Hamburger Bahn aktuell ebenfalls über diese Strecke - jedoch nachts...:-(

Datum: 15.12.2025 Ort: Alt Ruppin [info] Land: Brandenburg
BR: 648 (LHB/Alstom LINT 41) Fahrzeugeinsteller: DB
Kategorie: Zug schräg von vorn
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Auf Umleitungstour durch die Mark
geschrieben von: Olli Sydow (1733) am: 15.12.25, 20:34
Bereits mit dieser Aufnahme [www.drehscheibe-online.de] hat Hartmut auf die aktuelle Umleitung des Prignitz-Express hingewiesen. Seit Anfang August 2025 nimmt dieser nicht den direkten Weg über Kremmen, sondern er befährt recht gemächlich eine Strecke, die seit Jahren keinen planmäßigen Reisezugverkehr mehr kennt: von Neuruppin geht es über Alt Ruppin nach Herzberg/ Mark und von dort weiter Richtung Löwenberg. In Herzberg trifft die Strecke auf die Piste von Rheinsberg, auf welcher aktuell bereits die neuen Mireos der Niederbarnimer Eisenbahn erlebt werden können.
Das Typhon wird häufig bedient auf der Strecke von Neuruppin nach Löwenberg. Diverse Bahnübergänge sind zu passieren, aber wir stehen hier relativ sicher am Straßenrand und beobachten die Waldausfahrt eines 648-Gespanns, geführt vom 648 118.

Ich hab´ eine Auslösung gewählt, auf welcher zwar das Heck des Triebwagens noch im Schatten hängt. Dafür ist die knorrige Baumgruppe zu erkennen, ferner ein Kilometerstein.

Datum: 15.12.2025 Ort: Wulkow [info] Land: Brandenburg
BR: 648 (LHB/Alstom LINT 41) Fahrzeugeinsteller: DB
Kategorie: Zug schräg von vorn
Top 3 der Woche: 6 Punkte
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Grenzsicherung in Ellrich
geschrieben von: Olli Sydow (1733) am: 11.12.25, 17:59
Ich hatte vor sechs Jahren bereits dieses Bild aus Ellrich [www.drehscheibe-online.de] der Galerie angeboten und im Text die deutsch-deutsche Geschichte dazu erzählt. Als Kommentar wurde hierzu jenes Bild von dem im Text erwähnten "Grenzübersichtspunkt" Juliushütte verlinkt [www.drehscheibe-online.de] , welches ich nunmehr erneut volley nehme für die Einstellung der gleichen Szene von unten. Nun, im März 1991 gab es weder die Grenze noch die "Organe", welche auf der Brücke jede Zugbewegung streng beobachtet haben - und von von denen ich selbst als Stippi vor der Wende am Grenzzaun auf niedersächsischer Seite mit ihren Ferngläsern ins Visier genommen wurde, wie wohl jeder Spaziergänger, der im Himmelreich unterwegs war und sich hier die Karstlandschaft angeschaut hat. Die Bahnstrecke von Nordhausen verläuft hier unter einem Gipsmassiv namens "Himmelreich" durch den Walkenrieder Tunnel, aber vorher musste die Grenze passiert werden. Und das Ganze ließ sich sowohl von dem besagten Grenzübersichtspunkt aus beobachten als auch direkt am Gleis in der Nähe eines massiven Eisentores, welches vor jeder Passage eines Güterzuges geöffnet wurde, um die Braunschweiger 216 oder 218 mit ihrem Güterzug hindurchzulassen. Sic: [www.drehscheibe-online.de].

Viel hat sich bis zum 17.03.91 nicht verändert. Die Brücken für die "Organe" standen noch, man plauschte mit dem Stellwerker. Ein Trabant bereichert die Szenerie, damals noch alltäglich. Und aus Northeim erscheint dann völlig unerwartet dieser Flickenteppich von 216, welcher nach kurzem Halt seine Fahrt gen Nordhausen fortsetzen wird - und dem geneigten Autoverfolger genug Zeit gibt, mit seiner Karre parallel zum Bahnhof auf dem Bohlenweg bis zur zweiten Grenzbrücke loszupreschen und die über 40 Jahre verbotenen Treppen hochzuhasten...;-)

Scan vom Fuji 100 Kleinbilddia

Warum ich das Stellwerk nur angerissen habe...? Irgend etwas störendes muss dahinter gewesen sein.

Datum: 17.03.1991 Ort: Ellrich [info] Land: Thüringen
BR: 216 Fahrzeugeinsteller: Deutsche Bundesbahn
Kategorie: Bahn und Infrastruktur
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St. Pankratius mit altroter V 100
geschrieben von: Olli Sydow (1733) am: 05.12.25, 12:58
Die Kirche St. Pankratius überragt die Szene in Oberhausen Osterfeld Süd, als am 13.02.1988 die altrote 212 023 mit einer Silberling-Garnitur auf der KBS 315 unterwegs war. Das Bild entstammt dem Fundus einer verzweifelten Fototur aus dem Februar 1988, als zwei Eisenbahnfreunde in völliger Ortsunkenntnis versucht haben, im Kohlenpott -fern entfernt der Heimat- der Baureihe 221 aufzulauern. Tagelang war damals blauer Himmel, und wir versuchten unser Glück dann mit Motiven, die man aus Printmedien kannte. Es gab weder Internet noch Handys - heute kaum vorstellbar. Also ging es an Hotspots, an denen einfach mal etwas vorbeikommen musste. Oberhausen-Osterfeld Süd gehörte dazu. Es kam sogar eine 221 vorbei - Lz. Die altrote V 100 war Beifang, aber aus heutiger Sicht mindestens auf Augenhöhe.

Das Motiv ist mit einem berühmten roten Akku in dieser Form bereits in der Galerie vertreten: [www.drehscheibe-online.de] . Akkus kamen damals im Wechsel mit der 212 auch vorbei, aber "nur" in ozeanblau-beige.

Überarbeiteter Scan vom Fuji-100 Kleinbilddia. Ein paar Schatten wurden von der Lok entfernt.

Datum: 13.02.1988 Ort: Oberhausen Osterfeld Süd [info] Land: Nordrhein-Westfalen
BR: 211,212,214 (alle V100-West-Baureihen) Fahrzeugeinsteller: Deutsche Bundesbahn
Kategorie: Bahn und Infrastruktur
Top 3 der Woche: 5 Punkte

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Der Nikolaus kommt !
geschrieben von: Olli Sydow (1733) am: 02.12.25, 20:25
Jetzt geht sie wieder los, die Adventszeit! Und viele Straßenbahnbetriebe machen mit und lassen an den meisten Adventswochenenden historische Straßenbahnen im festlich geschmückten Gewand umherfahren. Es gibt die bekannten Glühli-Fahrten in Potsdam, geschmückte Bahnen in Woltersdorf, Schöneiche und Strausberg - und auch in Brandenburg an der Havel ist wieder der Nikolaus unterwegs!
Die Verkehrsbetriebe Brandenburg haben zwei historischen Bahnen in ihrem Bestand: den Lindner-Wagen mit der Nummer 30 und einen LOWA-Wagen mit der Nummer 42. Dieser war am 03.12.23 in der Stadt an der Havel auf einem Rundkurs vom Hauptbahnhof zum Neustädtischen Markt unterwegs und stand hier im harten Kontrast zur modernen Fassade am Hauptbahnhof für seine nächste Runde bereit.

Datum: 03.12.2023 Ort: Brandenburg [info] Land: Brandenburg
BR: Straßenbahnen Fahrzeugeinsteller: VBBr
Kategorie: Stimmungen mit Zug
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Das kleine Viadukt von Grockstedt
geschrieben von: Olli Sydow (1733) am: 01.12.25, 18:19
Bleiben wir noch einen Moment bei den MAN-Triebwagen der KEG. Wie berichtet, gab es ab Mitte der 90er Jahre für einige Zeit das Brummen der MAN-Triebwagen im Unstruttal oder im Raum Weißenfels-Osterfeld-Zeitz zu hören. Und auch auf der Strecke von Querfurt nach Vitzenburg teilten sich die KEG-Triebwagen den Reisezugverkehr mit der DB, welche hier eine produktfarbene V 100 mit passenden Reisezugwagen einsetze: [www.drehscheibe-online.de] . Während hier die 202 mit ihrer Fuhre aus dem Unstruttal heraus Richtung Querfurter Platte strebt, ist der KEG-Triebwagen am 10.08.1998 in der Gegenrichtung unterwegs und überquert als RB 96713 das kleine Viadukt bei Grockstedt.

Zweiteinstellung: Bildausschnitt verkleinert, nur ganz leicht aufgehellt, Mitten leicht gesenkt.

Datum: 10.08.1998 Ort: Grockstedt [info] Land: Sachsen-Anhalt
BR: 0302 (MAN-Schienenbus) Fahrzeugeinsteller: KEG
Kategorie: Bahn und Infrastruktur
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Am Ufer der Unstrut
geschrieben von: Olli Sydow (1733) am: 25.11.25, 15:01
Uerdinger, Ferkeltaxen...Es gab noch einen weiteren Hersteller, welcher bei den deutschen Privatbahnen diverse Abnehmer für seine Produkte gefunden hat. Kommen wir kurz zu den MAN-Triebwagen, welche zwischen der Küste und dem Schwarzwald zu erleben waren - und von denen nur noch wenige Fahrzeuge bei Museumsbahnen im Einsatz sind.
Geliefert wurden überwiegend Triebwagen, aber es gab auch Bei- und Steuerwagen, wenn auch nur in deutlich geringerer Stückzahl.

Von der Karsdorfer Eisenbahn sind ja bereits diverse Aufnahmen in der Galerie enthalten. Hier waren die kleinen Brummer mit ihrer recht markanten Tröte im Unstruttal sowie auf den Strecken von Zeitz nach Weißenfels und Osterfeld unterwegs; einige Leistungen wurden auch von Vitzenburg nach Querfurt erbracht.
Meist wurden die Triebwagen als Solo-VT eingesetzt, aber es gab bei der KEG auch drei Steuerwagen. Hier sehen wir das Gespann aus dem VT 2.16 mit seinem Steuerwagen VS 2.56, wie es als RB 15617 über die Unstrut-Vorflutbrücke bei Kirchscheidungen brummt. Ein eher wenig fotografiertes Motiv, welches aber bereits mit dieser Version [www.drehscheibe-online.de] seinen Eingang in die Galerie gefunden hat.

Scan vom vielleicht nicht ganz zur aktuellen Jahreszeit entsprechendem Velvia-6x6-Dia.

Datum: 01.05.1998 Ort: Kirchscheidungen [info] Land: Sachsen-Anhalt
BR: 0302 (MAN-Schienenbus) Fahrzeugeinsteller: KEG
Kategorie: Bahn und Landschaft
Top 3 der Woche: 5 Punkte

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Der Klassiker (in) Blumenthal
geschrieben von: Olli Sydow (1733) am: 19.11.25, 20:12
Wohl kein Motiv in der Prignitz weist ein derartig harmonisches Ensemble aus Bahnhofsgebäude und Wasserturm auf wie Blumenthal, gelegen an der Strecke von Pritzwalk über Kyritz nach Neustadt/ Dosse.
Vier Bilder sind bislang in der Galerie von diesem Bahnhof vorhanden, teils mit recht amüsantem Thread. Was noch fehlt, ist eine rote Ferkeltaxe!

Mitte der 90er Jahre war die Strecke noch fest in der Hand der Blutblasen, und einer der gepflegtesten Vertreter der Neustrelitzer Ferkeltaxen war der 772 105 mit seinem Steuerwagen. Nur ein Jahr später wurde der Betrieb auf dieser beschaulichen Strecke mit lokbespannten Zügen abgewickelt, bespannt mit U-Booten der Baureihe 219. Völlig überdimensioniert für die Handvoll Reisenden. Wenig später übernahm die Prignitzer Eisenbahn den Verkehr, und heute kreist das Damoklesschwert über den wenigen Leistungen, welche die Hanseatische Eisenbahn hier noch erbringt.

Wie sehr im Laufe der Jahre so ein Wasserturm zuwächst, kann anhand der weiteren Bilder in der Galerie verfolgt werden. Am Nachmittag des 07.09.1996 erleben wir, wie der 772 105 nach kurzem Halt als RB 5621 Richtung Neustadt weiterblubbert.

Scan vom Fuji Velvia 6x6-Dia, der Wolken halber im Ursprungsformat belassen.

Datum: 07.09.1996 Ort: Blumenthal [info] Land: Brandenburg
BR: 772 (alle Schienenbusse Bauart Reichsbahn) Fahrzeugeinsteller: DB
Kategorie: Bahn und Infrastruktur
Top 3 der Woche: 9 Punkte

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