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À vélo le long de la Meuse : Aiglemont geschrieben von: Volker Blees (112) am: 27.04.26, 11:58 |
Hoch über dem Tal der Meuse und der Bahnstrecke Charleville-Mézières – Givet thront imposant der 1.700-Seelen Ort Aiglemont – so zumindest wirkt es von der voie verte am westlichen Meuse-Ufer aus. Einem Einfangen der Szenerie steht dort aber der dichte Baumbestand am Ufer entgegen.
Findet man sich daher nach längerem Umweg über Charleville am östlichen Meuse-Ufer ein, den Blick unverstellt auf Aiglemont gerichtet, bleibt von „thronen“ und „imposant“ aufgrund der veränderten Perspektive nicht mehr allzu viel übrig – vom Fuß des Hügels aus gesehen steht halt nur noch ein Kirchlein auf dem Berg. Was für ein Glück, dass wenigstens die Wolken für ein wenig Imposanz sorgen und überdies noch die silber-grau-blaue Farbsprache des vorbeieilenden AGC aufgreifen! Datum: 27.08.2025 Ort: Aiglemont [info] Land: Europa: Frankreich BR: FR-X 76500 Fahrzeugeinsteller: SNCF Kategorie: Bahn und Landschaft Top 3 der Woche: 3 Punkte 1 Kommentar [»] |
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À vélo le long de la Meuse : Fépin geschrieben von: Volker Blees (112) am: 26.04.26, 09:19 |
Zwischen Charleville-Mézières und Givet begleitet eine zweigleisige Bahnstrecke die Meuse bei ihrem ebenso idyllischen wie erfolgreichen Bestreben, die Ardennen zu durchbrechen. Mit 17 Zugpaaren an Werktagen ist hier das Zugangebot für französische Verhältnisse und gemessen an den gerade mal 35.000 Einwohnerinnen und Einwohnern in den Orten entlang der Strecke ungewohnt umfangreich.
Dass die Strecke trotz ihrer landschaftlichen Attraktivität und der relativ hohen Zugdichte in der DSO-Galerie bislang kaum vertreten ist, mag an ihrer – von Deutschland aus gesehen – abseitigen Lage im Windschatten von Luxemburg, aber auch am eintönigen Fahrzeugpark liegen: außer kurzen AGCs in Einfachtraktion ist hier nichts zu sehen. Diese aber traten Mitte 2025 in immerhin drei Farbvarianten auf, was für ein Mindestmaß an Abwechslung sorgt. Unweit Fépin rollt X 76669/70 im alten Champagne-Ardenne-Livrée als TER nach Charleville-Mézières zwischen Fluss und Fels entlang und lässt sich dabei von der perfekt ausgebauten Voie verte Trans'Ardennes am anderen Ufer aus ablichten. Die bunte Livrée der früheren Région Champagne-Ardennes hebt sich gut von den umgebenden Naturfarben ab. Datum: 27.08.2025 Ort: Fépin [info] Land: Europa: Frankreich BR: FR-X 76500 Fahrzeugeinsteller: SNCF Kategorie: Bahn und Landschaft Top 3 der Woche: 0 Punkte |
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À vélo le long de la Meuse : Monthermé geschrieben von: Volker Blees (112) am: 08.10.25, 06:09 |
Monthermé zählt mit seinen rund 2.500 Einwohnerinnen und Einwohnern schon zu den größeren Orten an der Meuse zwischen Charleville-Mézières und Givet. Allerdings liegt es etwas ungünstig an einer weit ausholenden Flussschleife, die von der Bahnstrecke in deren Bemühen, einer möglichst direkten Linie zu folgen, mit einer Tunnel-Brücken-Tunnel-Kombination abgeschnitten wird. Dies hat zur Folge, dass der Bahnhof von Monthermé in rund 3 km Entfernung vom Ort auf dem Territorium der Nachbargemeinde Bogny-sur-Meuse zwischen Tunnel und Brücke gequetscht werden musste. Und auf diesem engen Raum zweigte zudem noch eine Anschlussbahn ab, welche der Anbindung der in der Gründerzeit wohl nicht ganz unbedeutenden Industrie von Monthermé diente.
Von der beengten Situation erkennt man auf dem Foto allenfalls einen indirekten Hinweis: die unterschiedliche Ausführung der beiden westlichen (links) und der beiden östlichen Brückenfelder. Bei genauem Hinsehen lässt sich über dem rechten der drei Brückenpfeiler ein Lampenmast mit Stationsschild erahnen, und das erklärt dann auch die merkwürdige Brückenkonstruktion: der Bahnsteig reicht angesichts der Platznot bis in die Mitte der Meuse. Wie viele Stellen es im Bahnnetz wohl noch gibt, an denen man, nur mit Badehose oder Bikini bekleidet, aus dem Zug steigen und nach drei Schritten mit einem Kopfsprung ins Wasser hechten könnte? Datum: 27.08.2025 Ort: Monthermé [info] Land: Europa: Frankreich BR: FR-X 76500 Fahrzeugeinsteller: SNCF Kategorie: Bahn und Landschaft Top 3 der Woche: 1 Punkt |
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À vélo le long de la Meuse : Anchamps geschrieben von: Volker Blees (112) am: 06.10.25, 21:03 |
Während das Wasser der Meuse von Charleville-Mézières bis Givet gut 95 km zurücklegen muss, kommt die Bahnstrecke zwischen den beiden Orten mit gerade mal 64 km Streckenlänge aus. Das schafft sie natürlich nur, indem sie mit Hilfe von Tunnels, Einschnitten und Brücken Flussschleifen abschneidet.
Die beeindruckendste der insgesamt sechs Brücken über die Meuse ist sicher der 178 m lange Viaduc d’Anchamps mit seinen vier gemauerten Bögen. Am 27. August 2025 ist hier bei Krimi-Bewölkung ein AGC im aktuellen Fluo-Design auf dem Weg nach Charleville-Mézières. Datum: 27.08.2025 Ort: Anchamps [info] Land: Europa: Frankreich BR: FR-X 76500 Fahrzeugeinsteller: SNCF Kategorie: Bahn und Landschaft Top 3 der Woche: 3 Punkte |
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À vélo le long de la Meuse : Ham-sur-Meuse geschrieben von: Volker Blees (112) am: 02.10.25, 15:03 |
Neben Motiven aus Marche-les-Dames war es ein Galeriebild an der Schleuse von Ham-sur-Meuse von Jochen Schüler, das mich motiviert hat, meinen Fotoapparat auf die Meuse-Radtour mitzunehmen. Denn es liefert einen der wenigen Beweise in der DSO-Galerie, dass die Strecke durch die Ardennen zwischen Givet und Charleville-Mézières tatsächlich so reizvoll ist, wie es mit Blick auf die Landkarte den Anschein hat.
Nun ergab es sich, dass die Radetappe erst am Spätnachmittag und bei bedecktem Himmel im Zielgebiet nahe Ham endete (als durchaus originelle Übernachtungsmöglichkeit kann ich übrigens das Château l’Aviette empfehlen), so dass ich mir wenig Hoffnung machte, mit der Schleuse fotografisch etwas anfangen zu können. Dennoch zogen mein Fahrrad und ich nach dem Einchecken nochmals los, um den betreffenden Streckenabschnitt zwischen Givet und Aubrives zu erkunden. Mit u.a. dem Ergebnis, dass der Steinbruch bei Givet nicht mehr auf der Schiene bedient wird (zumindest waren die Anschlussgleise sehr rostig), dass in besagtem Abschnitt außer der bekannten Porte de France und eben dem Schleusenumfeld fotografisch wenig zu holen ist und dass der Versuch, die von Jochen umgesetzte Passage an der Schleuse von unten her umzusetzen, an Büschen leidet (vgl. [www.drehscheibe-online.de]. Schon auf dem Rückweg ins Hotel mache ich noch einen Abstecher zu einer Groß-Skulptur zur Erinnerung an Gaston Bachelard, die hoch über der Meuse auf den Kalkfelsen thront. Und von der es nur ein paar Schritte bis zur Felskante sind. Von wo man unerwartet einen wunderbaren Überblick über die Schleuse von Ham-sur-Meuse hat. Und als der nächste Zug kam, brach nochmal die Sonne durch. Datum: 26.08.2025 Ort: Ham-sur-Meuse [info] Land: Europa: Frankreich BR: FR-X 76500 Fahrzeugeinsteller: SNCF Kategorie: Bahn und Landschaft Top 3 der Woche: 6 Punkte |
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À vélo le long de la Meuse : Dinant (II) geschrieben von: Volker Blees (112) am: 24.09.25, 06:08 |
Der bereits gezeigte Stützmauer-Abschnitt der Ligne 166 Dinant – Bertrix lässt sich – wer hätte es gedacht – am Vormittag auch vom gegenüberliegenden Meuse-Ufer aus umsetzen. Dabei rückt – hier im Bild rechts oben – auch eine Attraktion Dinants ins Blickfeld, die über die klassische Klientel Städtereisen- und Baukultur-Interessierter hinaus anziehend wirkt: das Maison Leffe der im 12. Jahrhundert gegründeten Prämanstratenser-Abtei Notre Dame de Leffe.
Leffe? Ja, Leffe: hier liegt der Ursprung des weltbekannten Bieres. Das aus dem frühen 20. Jahrhundert stammende Gebäude beherbergt heute ein Biermuseum mit Sixpack-reichem Museumsshop sowie ein Hotel, das schon allein wegen seines Restaurants inmitten des Kreuzgangs empfehlenswert erscheint. Fahrgäste und Personal des L 6080, der sich am Morgen des 26. August 2025 von Libramont her kommend unterhalb des Maison Leffe in den Bahnhof Dinant schleicht, sind vom ersten Bier des Tages vermutlich noch einige Stunden entfernt … Keine Bildmanipulation: mein treues Fuzzmobil habe ich nicht aus dem Motiv entfernt … Datum: 26.08.2025 Ort: Dinant [info] Land: Europa: Belgien BR: BE-AM 08 Fahrzeugeinsteller: SNCB Kategorie: Bahn und Landschaft Top 3 der Woche: 5 Punkte |
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À vélo le long de la Meuse : Hun geschrieben von: Volker Blees (112) am: 22.09.25, 16:30 |
Flussaufwärts gesehen wendet sich die Meuse in Namur von einem west-östlichen zu einem süd-nördlichen Verlauf. Sie wechselt dabei auch die sie begleitende Bahnlinie von der Ligne 125 zur Ligne 154, die seit 1862/63 Namur über Dinant mit dem französischen Givet verband.
Während deren südlicher Abschnitt zwischen Dinant und Givet seit Ende der 1980er Jahre stillliegt, erfreut sich der nördliche lebendigen Zugverkehrs: neben einem Halbstundentakt im Personenverkehr macht sich im Güterverkehr bemerkbar, dass die 28 km lange Strecke einen Teil der Transeuropäische Netz-Verbindung zwischen Antwerpen und Basel bildet. Demgegenüber scheint der Frachtverkehr auf der Meuse südlich von Dinant, wo die Sambre mit ihren vielfältigen Kanalanschlüssen einmündet, nurmehr eine untergeordnete Rolle zu spielen: die Schleusen wie hier in Hun spielen, wenn überhaupt, meist nur noch mit Freizeitbooten ihr beschauliches Auf-und-ab-Spiel. Wie auch Liège und Namur sind trotz des flussnahen Verlaufs der Bahnstrecke Fotomöglichkeiten vom anderen Flussufer aus wegen dichten Bewuchses eher rar gesät. Bei der Abwägung zwischen einer (fast) buschfreien Motivvariante ohne und einer leicht bebuschten mit Schleuse wage ich mich, letztere für die Galerie vorzuschlagen. Datum: 25.08.2025 Ort: Hun [info] Land: Europa: Belgien BR: BE-AM08 Fahrzeugeinsteller: SNCB Kategorie: Bahn und Landschaft Top 3 der Woche: 3 Punkte |
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Der Wecker klingelt um 4 Uhr 45. Ein dienstlicher Termin in Ortenberg steht an, wohin seit 1975 keine Personenzüge mehr fahren, um 8 Uhr 30 muss ich dort sein. Also Autofahren oder eine Bahn-Rad-Kombi? Ich entscheide mich trotz doppelten Zeitbedarfs für letzteres, nehme zudem einen Zug früher als unbedingt notwendig, um bei dem 4-Minuten-Übergang in Bad Vilbel von der S-Bahn zum Stockheimer Lieschen auf der sicheren Seite zu sein.
Der Umstieg in Bad Vilbel klappt, eine ebenso leere wie ausgekühlte Desiro-Doppelgarnitur schippert mich gen Stockheim. Ab Nidderau füllen Schulkinder den Zug, schubsen, krakeelen, kurzum: nerven. Ein Blick nach draußen: gleich geht glorios die Sonne auf. Ein Blick in eine Bahn-App: in Altenstadt ist Kreuzung mit einer lokbespannten Garnitur. Ein Blick in OsmAnd: der Vulkanradweg ist in der Nähe und ich kann Ortenberg zeitig mit dem Fahrrad erreichen, wenn ich gleich aussteige. Gedacht – getan: in Eichen verlassen mein Fahrrad und ich den Zug und begeben uns in die Auenlandschaft der Nidder, über der ein zarter Nebelschleier liegt. RB 15711 hat genau genug Verspätung, um der Sonne Zeit zu geben, über den Waldrand zu steigen. Dass 245 020 schiebt statt zieht – geschenkt. Die 22 Kilometer Radweg nach Ortenberg gehe ich mit Dankbarkeit an. Dankbarkeit, dass es so etwas nerivges wie Schulkinder gibt, die mich überhaupt auf die Idee einer Planänderung bringen. Dankbarkeit für Apps, die mich zuverlässig informieren. Dankbarkeit für die passenden vier Minuten Verspätung des Zugs. Dankbarkeit dafür erleben zu können, wie schön die Welt im Sonnenaufgang erstrahlt. Dankbarkeit nicht zuletzt, dass ich in einem Kontext lebe, in denen solche kleinen Ausbrüche aus dem Alltag einfach so möglich sind. Bearbeitungshinweis: zur Vermeidung von zu viel Himmel und zu viel dunklem Vordergrund aus 3 : 2 auf Panoramaformat zurechtgestutzt Datum: 18.09.2025 Ort: Nidderau-Eichen [info] Land: Hessen BR: Steuerwagen (außer von Triebwagen) Fahrzeugeinsteller: DB Kategorie: Stimmungen mit Zug Top 3 der Woche: 20 Punkte 4 Kommentare [»] |
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À vélo le long de la Meuse : Dinant geschrieben von: Volker Blees (112) am: 18.09.25, 05:06 |
Die 13.000-Einwohner-Stadt Dinant scheint – so jedenfalls kam es mir nach gut 100 Kilometern Radtour nahezu ohne touristische Infrastruktur angesichts der Reihen vielfältiger Touristenfallen auf der Meuse-Promenade vor – eine Art Rüdesheim Belgiens zu sein. Was angesichts der Lage des Ortes in einem engen Talabschnitt mit pittoresken Felsen, der wuchtig über der Stadt thronenden Zitadelle und der stadtbildprägenden Stiftskirche nicht verwundern mag. Die bereits in der Galerie vertretene Aufnahme von Dennis G. vermittelt einen guten Eindruck von Attraktionen und Attraktivität.
Dienstagmorgens um kurz nach 9 Uhr ist freilich von den Touristenmassen noch wenig zu sehen. Ruhig liegt die Stadt, liegen die Straßen, liegt auch die Meuse. Lediglich der Train Local 6058 durchbricht auf seinem Weg von Namur nach Libramont kurz die Stille, als er das ehemalige Kapuziner-Konvent – eine der eher unbeachteten Sehenswürdigkeiten Dinants – passiert und den anschließenden Stützmauer-Laufsteg nutzt, um sich in der Meuse zu spiegeln. Bildmanipulation: auffälliges weißes Auto entsorgt. Datum: 26.08.2025 Ort: Dinant [info] Land: Europa: Belgien BR: BE-AM 08 Fahrzeugeinsteller: SNCB Kategorie: Bahn und Landschaft Top 3 der Woche: 7 Punkte 2 Kommentare [»] |
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À vélo le long de la Meuse : Sclaigneaux (II) geschrieben von: Volker Blees (112) am: 16.09.25, 05:19 |
Wenn man schon mal die Radtour unterbrochen hat und aus dem Sattel gestiegen ist, und wenn man zudem um die Zugdichte auf der Linie Liège – Namur weiß, dann lohnt es sich ein wenig abzuwarten und dem müßigen Treiben der Schiffsbewohner zuzuschauen, bis der nächste Zug die Szenerie passiert.
Schon nach wenigen Minuten rauscht es im Tal und ein aus der SNCB-Baureihe AM96 gebildeter IC rollt auf dem Weg nach Liège am Flussufer entlang. Um ‚Gumminasen‘ abzulichten, ist das Motiv ideal: auf die Distanz fällt die (in meinen Augen) unästhetische Formgebung kaum auf … Datum: 25.08.2025 Ort: Sclaigneaux [info] Land: Europa: Belgien BR: BE-AM 96 Fahrzeugeinsteller: SNCB Kategorie: Bahn und Landschaft Top 3 der Woche: 5 Punkte 2 Kommentare [»] |
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À vélo le long de la Meuse : Marche-les-Dames geschrieben von: Volker Blees (112) am: 14.09.25, 07:49 |
Die Felsen von Marche-les-Dames sind in der DSO-Galerie schon mehrfach vertreten und die dort zu bewundernden Fotos waren eine wesentliche Motivation, meine Kamera mit auf die Meuse-Radtour zu schleppen. Eine Pause vor Ort war daher von vornherein fest vereinbarter Bestandteil des Tourprogramms.
Und diese Pause gestaltete sich unerwartet kurzweilig: nicht nur, dass die obligatorische baugeschichtliche Recherche zutage förderte, dass das Château, dessen Turm aus dem Gebäum ragt, 1916 vom Geschlecht derer von Arenberg im Stil einer Burg im Rheintal als Ersatz eines 1914 in den ersten Kriegstagen heiß abgebrochenen klassizistischen Baus errichtet worden war. Und dass 1934 König Albert I. beim Klettern in den Felswänden tödlich verunglückte. Zur Pausenunterhaltung trug auch bei, dass die Felsen den in der Nachbarschaft im Camp de Wartet stationierten belgischen Armeeeinheiten als Kletter-Übungsgelände dienen. Und so ließ sich denn zwischen den Zügen beobachten, wie Rudel junger Männer sich unter Rufen, Johlen und barschen Befehlen die Felswand auf und ab bewegten. Der Tarnanzüge wegen sind sie leider auf dem Foto, dessen Hauptattraktion ein DB Cargo-Vectron mit seinem Güterzug (wo treiben die Maschinen sich eigentlich überall rum?) bilden sollte, kaum zu erkennen. Datum: 25.08.2025 Ort: Marche-les-Dames [info] Land: Europa: Belgien BR: 193 (Siemens Vectron) Fahrzeugeinsteller: DB Kategorie: Bahn und Landschaft Top 3 der Woche: 2 Punkte |
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À vélo le long de la Meuse : Sclaigneaux geschrieben von: Volker Blees (112) am: 13.09.25, 17:19 |
Aus Radfahrperspektive ist der EuroVelo 19 zwischen Liège und Namur ein Traum: abseits des Kraftfahrzeugverkehrs führt ein breites, gut befahrbares Betonband überwiegend unmittelbar an der Meuse entlang. Abwechslungsreich führt der Weg in der dicht besiedelten Landschaft mal an Orten, mal an – meist älterer – Industrie vorbei. Von links und rechts grüßen bewaldete Hügel, durchsetzt mit naturgewachsenen oder von Menschenhand geschlagenen Felswänden. Und ab und zu rummst es, wenn in einem der Kalk-Steinbrüche gesprengt wird.
Meist in Hör-, abschnittsweise auch in Sichtweite verläuft am anderen, linken Flussufer die Infrabel-Ligne 125, die seit 1850 Liège mit Namur auf der Schiene verbindet. Mit drei Personenzügen pro Stunde und Richtung, zu denen sich ein nicht unerheblicher Güterverkehr gesellt, wird dem Ohr und dem Auge des Radfahrers etwas geboten, und im Sinne des Vorankommens in Richtung des Tagesziels mag man sich glücklich schätzen, dass die Bahnstrecke nur an recht wenigen Stellen so nah und unverstellt am Ufer entlang führt, dass es sich lohnt anzuhalten und den Fotoapparat auszupacken. Eine dieser Stellen findet sich westlich von Sclaigneaux. Zwischen den am Kai von Sclayn vertäuten Freizeitschiffen hindurch lässt sich hier ein unverbuschter Streckenabschnitt in den Sucher nehmen, der gerade so für eine der hier verkehrenden AM08-Garnituren ausreicht. Rechtzeitig hat sich die größere Kalkstaubwolke, die nach dem letzten Rumms durchs Tal gewabert ist, so weit verzogen, dass sie nur noch am rechten Bildrand als Illusion von Morgendunst erscheint. Datum: 25.08.2025 Ort: Sclaigneaux [info] Land: Europa: Belgien BR: BE-AM 08 Fahrzeugeinsteller: SNCB Kategorie: Bahn und Landschaft Top 3 der Woche: 9 Punkte 2 Kommentare [»] |
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À vélo le long de la Meuse : Engis geschrieben von: Volker Blees (112) am: 04.09.25, 17:35 |
Eisenbahnfotografie als Nebenprodukt: eine Urlaubs-Radtour führte im August 2025 entlang der Meuse. Gemächlich, in einem Tempo, das Zeit zum Entdecken, Staunen und Genießen lässt.
Zwanzig Kilometer nach dem Start in Liège macht sich der erste Kaffeedurst bemerkbar. Über eine bemerkenswerte Beton-Stabbogenbrücke ist vom EuroVelo 19 aus rasch Engis am linken Ufer der Meuse erreicht, wo am Sonntagvormittag „Le Clapotis“ offen hat. Eine Bar namens „Das Plätschern“ – eine Anspielung auf das Geräusch, das die Zapfhähne machen, um die Bedürfnisse, Gewohnheiten, Süchte der schon zahlreich versammelten Männer mittleren bis gehobenen Alters zu stillen? Wir jedenfalls werden mit Milchkaffee versorgt und lernen, dass die sucré-Variante einschließlich Sahne in der Wallonie obligatorisch ist. Das heiße Getränk schlürfend wandert der Blick über den gegenüber liegenden Friedhof. Ein steinernes Feld, Vorbote der Meuse-aufwärts noch folgenden grauen Felswände? Hinter der Friedhofsmauer verläuft, etwas erhöht, die Bahnstrecke. Hmm, sieht das nicht so aus, als stünde da innerhalb des Friedhofs eine Mauer, die vielleicht einen angemessen erhöhten Fotostandpunkt bietet? Gedacht – getan: tatsächlich lässt sich auf dem menschenleeren Friedhof die Mauer erklimmen, ohne auf ein Grab treten oder gar einen Grabstein als Steighilfe nutzen zu müssen. Ein sichtlich belebter Bahnsteig und ein Blick in die SNCB-App verraten, dass gleich ein Regionalzug nach Liège kommen muss. Und da ist er auch schon; ein Desiro ML – es hätte schlimmer kommen können. Dass, während ich schon wieder am Bistrotisch sitze und die Neige meines Kaffes leere, ein Güterzug mit Série 13-Doppeltraktion im Blockabstand folgt – geschenkt. Zufrieden und gestärkt geht es weiter, auf zwei Rädern meuseaufwärts. Bildmanipulation: kleine Schmiererei an der Triebwagenfront entfernt Datum: 24.08.2025 Ort: Engis [info] Land: Europa: Belgien BR: BE-AM08 Fahrzeugeinsteller: SNCB Kategorie: Zug schräg von vorn Top 3 der Woche: 3 Punkte 3 Kommentare [»] |
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Nahe-Metropole (VIII) geschrieben von: Volker Blees (112) am: 31.07.25, 21:18 |
Abend in Idar-Oberstein. Im Tal brummt noch die B 41, doch auf den Höhen kehrt im Licht der sinkenden Sonne allmählich Ruhe ein.
Vom Pfaffenberg aus fällt der Blick auf die Siedlung Hohl, das tief eingeschnittene Tal des Wüstlautenbachs, den bereits im Areal des Truppenübungsplatzes Baumholder gelegenen Sender Hillscheid und nicht zuletzt auf des östlichen Teil des Bahnhofs Idar-Oberstein, der sich zwischen Volkesberg und Nahe klemmt. Ein LINT 54 hat sich bereits auf einem Abstellgleis zur Abendruhe begeben und leistet einem Multifunktionalen Instandhaltungsfahrzeug (MISS) der Baureihe 740.1 Gesellschaft, das schon seit Tagen auf einen Einsatz wartet. Nur ein LINT 81 ist noch als RE 3 nach Frankfurt unterwegs und rollt gerade pünktlich über den kleinen dreibogigen Viadukt über den Wüstlautenbach. Datum: 27.08.2024 Ort: Idar-Oberstein [info] Land: Rheinland-Pfalz BR: 620 (Alstom LINT 81) Fahrzeugeinsteller: vlexx Kategorie: Bahn und Landschaft Top 3 der Woche: 3 Punkte |
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Nahe-Metropole (VII) geschrieben von: Volker Blees (112) am: 19.07.25, 15:03 |
Der „Laufsteg“ der Nahetalbahn unterhalb des Struthfelsens im pittoresken Stadtgebiet von Idar-Oberstein ist bereits mit zwei Vormittags-Ansichten in der Galerie vertreten (Ansicht 1, Ansicht 2). Vom Struthfelsen auf der südlichen Talseite der Nahe aus aufgenommen, dienen dabei die Felsenkirche, das Schloss Oberstein und die Burgruine Bosselstein als Staffage.
An langen Sommerabenden lohnt es sich aber auch, die Talseite zu wechseln und auf dem nördlich der Nahe gelegenen Höhenzug vom Pfaffenberg über Schloss und Burgruine zum Götzplatz, einem hoch über dem Talgrund gelegenen Aussichtspunkt, zu wandern (ggf. auch weiter in Richtung Gefallener Fels, so weit bin ich jedoch noch nicht gekommen): ganz neue Ausblicke eröffnen sich von hier aus auf die Nahebahn, und die Tagsüber-Fotostandort-Felsen bilden ihrerseits prägnante Kulissen. Am 18. Juli 2025 bildet der vlexx-LiNT der RB 29585 um kurz nach 20 Uhr den letzten Zug, der sich unterhalb des Struthfelsens auf dem Damm ablichten lässt, bevor das Tal im Schatten versinkt. Auf die Felswand unterhalb des Götzplatzes projiziert die untergehende Sonne den Schattenriss der Burgruine Bosselstein. Datum: 18.07.2025 Ort: Idar-Oberstein [info] Land: Rheinland-Pfalz BR: 620 (Alstom LINT 81) Fahrzeugeinsteller: vlexx Kategorie: Bahn und Landschaft Top 3 der Woche: 9 Punkte 2 Kommentare [»] |
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Sicke mit Tarnzug geschrieben von: Volker Blees (112) am: 29.04.25, 20:27 |
Als die junge DB AG vor 30 Jahren den „Touristikzug“ auf die Schienen stellte, sollte die auffällige Lackierung mit saphirblauen, smaragdgrünen, verkehrsgelben, himmelblauen und weißen Farbtupfern die Assoziation zu Urlaubslandschaften vermitteln. Offenbar fand jemand bei DB Gebrauchtzug das Design so attraktiv, dass er es vor wenigen Jahren an einigen Dostos wiederaufleben ließ.
Wie gut es der Farbverteilung gelingt, Landschaft zu simulieren, wird deutlich, wenn die Dostos durch die Frühlingslandschaft rollen, denn sie heben sich von der Kulisse aus frischem Grün am Boden, farbenfroh blühenden Bäumen und blauem Himmel kaum ab. Wie gut, dass den Wagen eine rote Lok vorgespannt ist, sonst könnte man den Zug glatt übersehen 😉. Am Morgen des 11. April 2025 ist die Sonne erst seit wenigen Minuten über die Odenwaldhöhen gekrochen um nun RE 4654 anzuleuchten, der, bespannt von der Sickenlok 114 011, gerade das ehemalige Wärterwohnhaus des Posten 70 auf Ladenburger Gemarkung passiert. Bildmanipulation: kollidierendes Signal eliminiert Zweiteinstellung auf Anregung des AWT entgelbt. Datum: 11.04.2025 Ort: Ladenburg [info] Land: Baden-Württemberg BR: 114 (Ost-Baureihe) Fahrzeugeinsteller: DB Kategorie: Zug schräg von vorn Top 3 der Woche: 4 Punkte |
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Nahe-Metropole (VI) geschrieben von: Volker Blees (112) am: 27.04.25, 12:07 |
Neben den Hauptorten Idar und Oberstein umfasst das Mittelzentrum an der Nahe elf weitere Stadtteile, die sich über die umliegenden Hügel und Täler ergießen. Zwei von ihnen, Nahbollenbach und Enzweiler, verfügten dereinst über eigene Haltepunkte an der Nahetalbahn, die allerdings schon lange (seit wann?) wieder aufgegeben sind. In Enzweiler, mit rund 650 Seelen einer der kleinsten Stadtteile Idar-Obersteins, zeugen zwei Gebäude mit ihrer Lage und Bauweise von mutmaßlicher Bahn-Vergangenheit als Stationsgebäude bzw. Wärterwohnhaus und markieren so auch die einstige Position des Haltepunkts.
Die im Zuge des autogerechten Ausbaus der Naheregion über den Dächern Enzweilers errichtete Talbrücke der L 176 schenkt dem Ort nicht nur beständigen Fahrzeuglärm, sondern auch den hier gezeigten Ausblick über den Häuserteppich und die Nahetalbahn bis hin zum Enzweiler Tunnel. Ein LINT 81 der vlexx rollt gerade als RE 3 nach Saarbrücken am einstigen Haltepunkt vorbei Bildmanipulation: nicht-gefallenden ZBF-Mast gefällt. Datum: 27.08.2024 Ort: Enzweiler [info] Land: Rheinland-Pfalz BR: 620 (Alstom LINT 81) Fahrzeugeinsteller: vlexx Kategorie: Bahn und Landschaft Top 3 der Woche: 1 Punkt |
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Gleisdreieck Wemmetsweiler, Westspitze geschrieben von: Volker Blees (112) am: 26.04.25, 17:02 |
Seit der Bahnreform sind im Zuge von Reaktivierungen und der Einrichtung neuer Verkehrsrelationen einige Gleisdreiecke neu entstanden. Eines davon findet sich in Wemmetsweiler im Saarland, wo südlich des Bahnhofs und zur Umgehung desselben 2006 eine rund 300 m lange Verbindungskurve entstanden ist. Sie verbindet die Fischbachtalbahn mit der Primstalbahn und ermöglicht direkte Fahrten von Saarbrücken nach Lebach, für die zuvor ein Kopfmachen in Wemmetsweiler erforderlich gewesen wäre.
Zeitgleich mit dem Bau der Verbindungskurve wurde der Abschnitt Wemmetsweiler – Illingen der Primstalbahn elektrifziert und zweigleisig ausgebaut. Fast jedenfalls, denn auf einem Abschnitt von gut 200 m Länge an der Westspitze des neu entstandenen Wemmetsweiler Gleisdreiecks führt die Strecke weiterhin eingleisig durch einen Einschnitt. Und an der Verbindungskurve selbst stehen zwar die Betonfundamente für Fahrleitungsmasten, vollendet wurde die Elektrifizierung allerdings nicht. Anfang März 2025 passiert, wie jede Stunde, ein Talent 3 der vlexx von Neunkirchen (Saar) her kommend auf seinem Weg nach Illingen die Westspitze des Gleisdreiecks, wo von linksher kommend die Verbindungskurve einmündet. Datum: 09.03.2025 Ort: Wemmetsweiler [info] Land: Saarland BR: 442 (Bombardier Talent 2) Fahrzeugeinsteller: vlexx Kategorie: Zug schräg von vorn Top 3 der Woche: 1 Punkt |
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Abseits der Nahe geschrieben von: Volker Blees (112) am: 19.04.25, 19:22 |
Zu den wenigen von der Nahebahn abzweigenden Nebenstrecken gehört die nur knapp 9 km lange, 1912 eröffnete Verbindung von Heimbach nach Baumholder. In der DSO-Galerie ist sie noch nicht vertreten – eigentlich verwunderlich, wäre doch zu erwarten, dass die üblichen Verdächtigen in den 1980er und 1990er Jahren den altroten Schmuckstücken des Bw Kaiserslautern auch hier bei ihren Einsätzen vor Militärzügen nachgejagt sind.
Dass die Strecke seit ihrer Reaktivierung im Februar 2015 keine Scharen von Eisenbahnfreunden anzieht, liegt angesichts der vlexx-LINT-Monotonie auf der Hand. Zumal dank überbordenden Bewuchses trotz abwechslungsreicher Landschaft und Trassierung (Naheviadukt, Scheidwaldtunnel, Felseinschnitte im Bereich Heimbach) nurmehr wenige Motive umsetzbar sind. Auch einer der Motivklassiker der Strecke, der Ortsblick auf Heimbach, lässt sich nur noch mit Klettern im Gehölz einfangen. Mit etwas Weitwinkel kommt dafür aber auch noch die Schutzengelkirche in den Blick, die das Ortsbild beherrscht. 1926 erbaut und erst in den 1950er Jahren mit einem Turm versehen, ist sie seit 2022 wegen Baufälligkeit profaniert und ihr droht der Abriss. In wenig besserem Zustand scheinen die beiden im Bild sichtbaren Bahnbrücken zu sein, über die der LINT nur im Schritttempo schleichen darf. Bildmanipulation: störende Äste im Vordergrund gestutzt. Datum: 27.08.2024 Ort: Heimbach [info] Land: Rheinland-Pfalz BR: 622 (Alstom LINT 54) Fahrzeugeinsteller: vlexx Kategorie: Bahn und Landschaft Top 3 der Woche: 5 Punkte 4 Kommentare [»] |
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Im Schlangennest (VII) geschrieben von: Volker Blees (112) am: 07.04.25, 13:54 |
Das nördliche Ende des Darmstädter Gleis-Schlangennests liegt in Darmstadt-Arheilgen, wo die beiden Richtungsgleise der Main-Neckar-Bahn wieder zueinander finden und zudem die Verbindungskurve Darmstadt Nord – Darmstadt-Arheilgen in die Main-Neckar-Bahn einmündet. Parallel zum Werksgelände der Weltfirma Merck findet sich südlich des Bahnhofs Arheilgen eine Art „Laufsteg“, auf dem sich nordwärts fahrende Züge im Morgensonnenlicht dem Betrachter präsentieren.
Eines der „Fahrzeug-Highlights“ der Main-Neckar-Bahn im Jahr 2025 ist ein morgendlicher RE 60-Umlauf zwischen Frankfurt am Main und Mannheim (Lr – 4650 – 4651 – 4654), der mangels Twindexx-Verfügbarkeit planmäßig mit der Touristik-Dosto-Garnitur von DB Gebrauchtzug gefahren wird. Für Zugkraft sorgen abwechselnd die Baureihen 114 und 146. Am Morgen des 7. April 2025 war 114 011 dran. Datum: 07.04.2025 Ort: Darmstadt-Arheilgen [info] Land: Hessen BR: 114 (Ost-Baureihe) Fahrzeugeinsteller: DB Kategorie: Zug schräg von vorn Top 3 der Woche: 5 Punkte |
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Im Schlangennest (VI) geschrieben von: Volker Blees (112) am: 13.03.25, 11:24 |
Die frühere Beton-Bogenbrücke, mit dem im Darmstädter Gleisgewirr das Richtungsgleis Frankfurt – Heidelberg über die nördliche Darmstädter Güterumfahrung überführt wird, ist bereits mit einem Main-Neckar-Bahn-IC in der Galerie vertreten. Dass Züge auch unter der Brücke hindurchfahren können, beweist diese Aufnahme der Mittelweserbahn-V 1702, die 1975 als 110 827 das Licht der Schienenwelt erblickte.
Das Bild legt zugleich Zeugnis ab vom kurzlebigen Versuch der Mittelweserbahn, mit Partnern in Konkurrenz zu DB Cargo ein Netz für den Wagenladungsverkehr aufzubauen. Einer der Knoten in diesem Netz lag in Darmstadt-Kranichstein, wohin die V 100 mit ihren Kesselwagen gerade eilt. Datum: 19.03.2008 Ort: Darmstadt [info] Land: Hessen BR: 202,204 (alle V100-Ost-Baureihen) Fahrzeugeinsteller: MWB Kategorie: Zug schräg von vorn Top 3 der Woche: 2 Punkte |
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„Mol ebbes anneres“ geschrieben von: Volker Blees (112) am: 11.03.25, 08:29 |
„Mol ebbes anneres“ – hochdeutsch: „mal etwas anderes“ – ist im Saarland eine gern gebrauchte Redewendung, wenn es gilt, etwas Neues, eine Innovation mit einer ausgewogenen Mischung aus Interesse, Wertschätzung und Skepsis zu kommentieren. Wenn beispielsweise Hilde fürs Mittagessen ein neues, lyonerfreies Rezept ausprobiert und ihren Heinz fragt, wie es ihm schmeckt, dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass sie ein „Mol ebbes anneres“ zu hören bekommt.
„Mol ebbes anneres“ bezieht sich in der DSO-Galerie darauf, überhaupt mal ein Bild aus dem Saarland zu platzieren. Denn abseits der Saarstrecke, die immerhin auf Grundniveau vertreten ist, finden sich bislang fast nur Achim Neu’s historische Fotos. Und das, obwohl auch die anderen Bahnstrecken im kleinsten Flächenland das eine oder andere nette Motiv zu bieten haben. Und „Mol ebbes anneres“ bezieht sich im gezeigten Motiv auf eine – vorsichtig ausgedrückt – unkonventionelle Infrastruktur-Situation. Denn Anfang der 2000er Jahre wurden im Rahmen eines durchaus durchdachten Bedienungskonzepts der drei Kilometer lange Abschnitt Wemmetsweiler – Illingen der Strecke Wemmetsweiler – Lebach zweigleisig ausgebaut und zugleich in Wemmetsweiler eine Verbindungskurve neu gebaut, die Zugfahrten von Saarbrücken über die Fischbachtalbahn direkt in Richtung Lebach ohne Kopfmachen in Wemmetsweiler ermöglichte (zur Orientierung: [www.openrailwaymap.org] ). Da das Bedienungskonzept elektrische Züge zwischen Homburg und Illingen über Neunkirchen (Saar) und Wemmetsweiler vorsah, wurde der ausgebaute Abschnitt auch gleich elektrifiziert, allerdings nur auf dem nördlichen Gleis. Und so kommt es, dass nun die dieselbetriebene RB 72 Saarbrücken – Lebach den zweigleisigen Abschnitt regulär im Richtungsbetrieb befährt, während die Talent 3 der RB 74 in beide Richtungen nur das nördliche Gleis nutzen. Am Vormittag des 9. März 2025 haben sich 8442 151 & Co. im Bahnhof Illingen, unweit des im Hintergrund sichtbaren Kirchturms der Pfarrkirche St. Stephan, auf den Weg gemacht und passieren gleich den Abzweig „Wemmetsweiler Kurve Einmündung“. Datum: 09.03.2025 Ort: Wemmetsweiler [info] Land: Saarland BR: 442 (Bombardier Talent 2) Fahrzeugeinsteller: vlexx Kategorie: Bahn und Landschaft Top 3 der Woche: 1 Punkt 1 Kommentar [»] |
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Adieu Formsignale Markelsheim geschrieben von: Volker Blees (112) am: 05.03.25, 21:23 Bild des Tages vom 06.08.25 |
Ähnlich wie Benedikt veranlasste auch mich dieser Tage die Meldung, dass der Bahnhof Markelsheim seine Formsignale verloren habe, zum Stöbern in meinem Bildarchiv.
Eigentlich gehört Tauberfranken ganz und gar nicht zu meinem Revier, aber im Sommer 2019 musstekonntedurfte ich ein Familienmitglied mit dem Auto nach Weikersheim bringen und nutzte die Gelegenheit, mich bei durchwachsenem Himmel in der Gegend ein wenig umzuschauen. Als Liebhaber der weiten Landschaftsblicke mit Zugtupfern wurde ich entlang der Tauber durchaus am einen oder anderen Ort Fotostellen-fündig. Als es am Abend nochmal ein wenig aufklarte, bot sich mir unweit der auf Igersheimer Gemarkung gelegenen Burg Neuhaus dieser Blick auf die westliche Einfahrt in den Bahnhof Markelsheim und - wenn man genau hinschaut - auch auf die östlichen Ausfahrsignale. Die Silos der Markelsheimer Landhandels-Genossenschaft sind in der Galerie schon knapp zehn Mal zu sehen, aber der Mühe, den nächstgelegenen Berg zu erklimmen, hat sich offenbar sonst noch keiner der Galeristen unterziehen wollen. Bei einem Circa-33%-Erwartungswert für einen 628 war ich nur mäßig enttäuscht, dass 642 230 gegen 19 Uhr die Szenerie passiert. Auf die Entfernung ist das Rot eh wichtiger als die Kopfform des Triebwagens ... Datum: 19.08.2019 Ort: Igersheim [info] Land: Baden-Württemberg BR: 642 (Siemens Desiro Classic) Fahrzeugeinsteller: DB Kategorie: Bahn und Landschaft Top 3 der Woche: 9 Punkte 3 Kommentare [»] |
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Am Gerberhaus in Gustavsburg geschrieben von: Volker Blees (112) am: 19.02.25, 21:05 |
Etliche Orte in Deutschland verdanken der Eisenbahn ihre Existenz oder zumindest das Heraustreten aus der Bedeutungslosigkeit eines ländlichen Dorfs. Altenbeken und Bebra, Lehrte und Altenhundem, Bingerbrück und Kirchweyhe sind Beispiele für Siedlungen, die in ihrer heutigen (zum Teil schon wieder geschrumpften) Größe und Bedeutung nicht denkbar wären, wenn sie nicht geographisch günstig am Schnittpunkt verschiedener Bahnlinien oder an betrieblich bedeutsamen Punkten im Bahnnetz lägen.
Zum Reigen dieser Eisenbahnorte zählt im weiteren Sinn auch das hessische Gustavsburg, wiewohl es hier nie einen Bahnknoten, ein Betriebswerk oder sonst bedeutsame Bahnanlagen gab (all das fand und findet sich wenige Kilometer weiter östlich in Bischofsheim). Und das kam so: die Hessische Ludwigsbahn nahm 1858 den Betrieb auf der Strecke Mainz – Darmstadt – Aschaffenburg auf, allerdings mussten die ersten Kilometer vorerst mittels einer Eisenbahnfährverbindung zwischen Mainz und Gustavsburg überwunden werden. Um diese betriebliche Erschwernis zu beseitigen, wurde die Eisengießerei Klett & Comp. 1859 mit dem Bau einer Eisenbahnbrücke beauftragt. Aufgrund der Größe der Aufgabe richtete das Unternehmen in Gustavsburg eine eigene Niederlassung ein. Und der Standort erwies sich als derart günstig, dass die Niederlassung nach Fertigstellung der Mainzer Südbrücke keineswegs wieder eingestampft sondern vielmehr ausgebaut wurde und späterhin als MAN-Werk Gustavsburg zeitweilige mehrere Tausend Arbeitskräfte beschäftigte. Von der einstigen Stahlbauer-Herrlichkeit ist nur noch wenig übriggeblieben. Zu diesem wenigen zählt das „Gerberhaus“, 1861 als Verwaltungsgebäude erbaut, benannt nach Heinrich Gerber, leitender Ingenieur und Erfinder u.a. des „Gerberträgers“ und gelegen unmittelbar an der Rhein-Main-Bahn. Über Jahrzehnte hinweg war das denkmalgeschützte Gebäude eisenbahnfotografisch kaum umzusetzen, doch der Ersatz des unmittelbar angrenzenden Bahnübergangs durch Unterführungen hat vor einigen Jahren Raum geschaffen, um Fachwerkbau und Bahn gemeinsam in Szene zu setzen. Am 17. Februar 2025 passiert eine Coradia Continental-Garnitur der Hessischen Landesbahn bei frostigem Sonnenschein das historische Gebäude. Datum: 17.02.2025 Ort: Gustavsburg [info] Land: Hessen BR: 440 (Alstom Coradia Continental) Fahrzeugeinsteller: HLB Kategorie: Zug schräg von vorn Top 3 der Woche: 3 Punkte |
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Spot im Baufeld geschrieben von: Volker Blees (112) am: 28.01.25, 07:17 |
Die Regionaltangente West (RTW) als Umfahrung des Zentrums von Frankfurt am Main im Nahverkehr wirft ihre Schatten voraus. Nachdem schon seit geraumer Zeit die größeren Bauwerke wie die Brücke der RTW quer über die Ostausfahrt des Bahnhofs Frankfurt (Main) Sportfeld oder ihre Unterführung unter der Main-Neckar-Bahn in Neu Isenburg in Arbeit sind, haben im Herbst 2024 mit großflächigen Rodungen zwischen den beiden vorgenannten Bahnhöfen die Vorbereitungen für die Bauarbeiten der freien Strecke begonnen.
Die gerodeten Flächen eröffnen neue Perspektiven auf die Bestandsstrecken in diesem Bereich, so auch auf die vor rund 30 Jahren errichtete Überwerfung der S-Bahn-Strecke Frankfurt (Main) Süd - Darmstadt über die Main-Neckar-Bahn nördlich des Bahnhofs Neu-Isenburg. Ein Sonnenspot setzt am 26. Januar 2025 an dieser Stelle einen 423-Vollzug der S6 nach Darmstadt in Szene. Datum: 26.01.2025 Ort: Frankfurt am Main [info] Land: Hessen BR: 423 Fahrzeugeinsteller: DB Kategorie: Zug schräg von vorn Top 3 der Woche: 4 Punkte 1 Kommentar [»] |
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Start in den Tag geschrieben von: Volker Blees (112) am: 10.11.24, 17:00 |
Ende September 2020, kurz vor neun Uhr. Nachdem um halb fünf der Wecker geklingelt hat, bin ich, das Faltrad im Gepäck, nach gut dreistündiger, pünktlicher Bahnfahrt in Kempen am Niederrhein angekommen.
Der Sonnenaufgang liegt rund eineinhalb Stunden zurück und die Sonne leuchtet nun auch den Gleisbereich des einstigen Bahnknotens Kempen aus. Das Ausfahrsignal reckt seinen Flügel in einen blauen Himmel und weckt nach Abebben der COVID 19-Pandemie eine Vorfreude auf zwei Tage Fahrrad-Formsignal-Fototour am Niederrhein, die sich auch von der absehbaren LINT-Einöde nicht im Geringsten trüben lässt. Datum: 24.09.2020 Ort: Kempen (Niederrhein) [info] Land: Nordrhein-Westfalen BR: 648 (LHB/Alstom LINT 41) Fahrzeugeinsteller: NWB Kategorie: Zug schräg von vorn Top 3 der Woche: 1 Punkt |
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À vendre – à fermer geschrieben von: Volker Blees (112) am: 08.11.24, 19:14 |
À vendre – zu verkaufen – ist ein Schild, das in den ländlichen Bereichen Frankreichs, vor allem entlang der „Diagonale du Vide“, an vielen Häusern zu sehen ist. Oder auch nicht mehr, wenn die Besitzer es aufgegeben haben, einen Käufer zu finden und die Gebäude verfallen lassen.
À vendre steht im August 2017 auch auf dem Schild am Balkon des Hauses Avenue Georges Clemenceau 46 im 4.000-Seelen-Ort Objat im Département Corrèze. Mit gerade mal 41 Einwohnenden pro Quadratkilometer zählt die Corrèze nicht einmal zu den am dünnsten besiedelten Regionen Frankreichs, nach deutschen Maßstäben ist aber bei einer Beschreibung der Gegend das Attribut „strukturschwach“ kaum zu umgehen. Ein Schild „À fermer“ – stillzulegen – könnte sich analog die ‚Baleine‘ X 73512 an die Kupplung hängen, als sie im August 2017 das zum Verkauf stehende Wohnhaus passiert. Noch verkehren durchgehende TER auf der einstigen Hauptverbindungsstrecke zwischen Limoges und Brive-la-Gaillarde, doch schon wenige Monate später sollte damit im Mittelabschnitt zwischen Saint-Yrieix la Perche und Objat Schluss sein. Von Brive-la-Gaillarde bis Objat sind zwar auch heute noch sieben Zugpaare im Angebot, im hier abgebildeten nördlichen Bahnhofskopf von Objat dürften die Gleise aber verrosten. Ob das Haus einen Käufer gefunden hat, nachdem der Bahnübergangs- und Zuglärm vor der Haustür entfallen ist, muss an dieser Stelle offen bleiben. Datum: 08.08.2017 Ort: Objat [info] Land: Europa: Frankreich BR: FR-X 73500 Fahrzeugeinsteller: SNCF Kategorie: Zug schräg von vorn Top 3 der Woche: 4 Punkte |
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Im Schlangennest (V) geschrieben von: Volker Blees (112) am: 03.11.24, 08:17 |
Der westliche Eckpunkt des Darmstädter „Schlangennests“ wird durch die Abwzeigstelle Stockschneise markiert, wo die Verbindungsbahn, die Güterzüge nördlich an Darmstadt vorbeiführt, aus der Main-Rhein-Bahn Mainz – Darmstadt Hbf ausgefädelt wird. Hierarchie und betriebliche Anforderungen der beiden Strecken bedingen, dass die Verbindungsbahn den abzweigenden Strang der Abzweigweichen nimmt, obwohl ihre Trasse in gerader Verlängerung der Main-Rhein-Bahn liegt, so dass die topologisch geradeaus fahrenden Züge einen Schlenker machen müssen.
Diesen Schlenker nimmt, über den Abzweig Bergschneise von Darmstadt Hbf her kommend, im Februar 2008 gerade ein von 143 657 geschobener Wendezug der RB 75 nach Wiesbaden. Die Erneuerung der nördlichen Abzweigweiche des Abzw. Stockschneise zwingt ihn dabei ins Gegengleis, das er mangels geeigneter Gleiswechsel erst in Weiterstadt wieder verlassen kann. Ein rundes Dreivierteljahr sollte den n-Wagen-Parks auf der RB 75 noch bevorstehen, bevor sie für zehn Jahre durch Doppelstock-Garnituren abgelöst wurden. Heute fahren hier Coradia Continental der HLB, aber der rege Betrieb im geraden und im abzweigenden Strang der Stockschneise lässt sich von der Brücke der L 3113 noch immer schön beobachten. Datum: 10.02.2008 Ort: Darmstadt [info] Land: Hessen BR: Steuerwagen (außer von Triebwagen) Fahrzeugeinsteller: DB Kategorie: Bahn und Infrastruktur Top 3 der Woche: 7 Punkte |
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Nahe-Metropole (V) geschrieben von: Volker Blees (112) am: 02.11.24, 19:35 |
Neben der bereits in Galerie vertretenen Umsetzung der Idar-Obersteiner Felsenkirche vom Struthfelsen aus (siehe [www.drehscheibe-online.de] gibt es nahe dem Bahnhof noch eine weitere Möglichkeit, das in einer Felsnische errichtete Kirchlein aus dem 15. Jahrhundert als Hintergrundmotiv zusammen mit einem Zug ins Bild zu bekommen.
Angesichts von Bebauung, Bewuchs, diversen Beleuchtungsmasten und Stromversorgung über Dachständer muss man hier allerdings arg zirkeln, um einen unverstellten Blick auf die Nahebahn zu erhaschen. Im konkreten Fall war ein Balanceakt auf der Rückenlehne einer zuvor eigens verschobenen Sitzbank erforderlich (autofahrende "Eisenbahnfreunde" mit Klappleiter haben es da einfacher ...). Hinzu kommt, dass der relevante Abschnitt der Nahebahn eng in der Bebauung in einem Felseinschnitt liegt, wodurch zwar einerseits die Einbettung der Bahnlinie in die "Nahe-Metropole" deutlich wird, was aber andererseits die Fotomöglichkeiten auf ein enges Zeitfenster beschränkt. Da nimmt man dann auch dankbar an, dass die in Idar-Obrstein endende RB 33 den Gleiswechsel am östlichen Bahnhofskopf nutzt und so zumindest ein klein wenig Seitenansicht auf den LINT 54 ermöglicht. [Bildmanipulation: quer durchs Motiv verlaufende Niederspannungsleitung elektronisch eliminiert.] Datum: 27.08.2024 Ort: Idar-Oberstein [info] Land: Rheinland-Pfalz BR: 622 (Alstom LINT 54) Fahrzeugeinsteller: vlexx Kategorie: Bahn und Landschaft Top 3 der Woche: 4 Punkte |
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Im Schlangennest (IV) geschrieben von: Volker Blees (112) am: 19.10.24, 19:00 |
Das Gleisgewirr im Norden Darmstadts bietet eine Reihe von niveaufreien Gleiskreuzungen, die interessanterweise in unterschiedlichen Bauweisen ausgeführt sind. Insgesamt dominiert - gerade bei den Brückenbauwerken kürzerer Spannweite - Stampfbeton (siehe auch [www.drehscheibe-online.de], aber es finden sich auch Stahlbauweisen
Hier im Bild sind es zwei Fachwerkträger, welche die beiden Streckengleise Darmstadt - Frankfurt (S-Bahn und Fernbahn) über das Personenzug-Richtungsgleis Darmstadt Hbf - Darmstadt Nord führen. Letzteres wird seit geraumer Zeit wegen der Sanierung einer anderen Brücke im Zweirichtungsbetrieb befahren, die RB 75 nach Aschaffenburg fährt hier also im Gegengleis. Datum: 21.09.2024 Ort: Darmstadt [info] Land: Hessen BR: 440 (Alstom Coradia Continental) Fahrzeugeinsteller: HLB Kategorie: Bahn und Infrastruktur Top 3 der Woche: 4 Punkte 1 Kommentar [»] |
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Nahe Zylinder geschrieben von: Volker Blees (112) am: 07.10.24, 21:00 |
Man mag (und muss mit Blick auf den Flächenverbrauch sogar!) die Zersiedlung der Landschaft beklagen, vor allem wenn es sich um großvolumige Gewerbebauten handelt. Zuweilen bringen moderne Produktionsstätten aber auch pittoreske, nachgerade skulpturale Formen mit sich. So nehme zumindest ich die Batterien stehender Edelstahlzylinder wahr, die im Werk II der SIMONA AG in Kirn mutmaßlich Roh- oder Prozessstoffe für die Kunststoffproduktion beherbergen.
Die Zylinderform findet sich aber auch in einem traditionellen Gewerbe der Naheregion wieder: in der Holzproduktion, wie im Vordergrund auf dem Areal eines ehemaligen Sägewerks (einst mit eigenem Anschlussgleis) zu sehen ist. Zwischen alter und neuer Industrie liegen nicht nur Welten, sondern auch die Nahebahn, auf der ein LINT 81 als RE 3 nach Saarbrücken eilt. Datum: 04.09.2023 Ort: Kirn [info] Land: Rheinland-Pfalz BR: 620 (Alstom LINT 81) Fahrzeugeinsteller: vlexx Kategorie: Bahn und Landschaft Top 3 der Woche: 2 Punkte |
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Im Schlangennest (III) geschrieben von: Volker Blees (112) am: 05.10.24, 22:36 |
Von den Strecken, die sich im Norden Darmstadts kreuzen und verflechten, ist eine stets obenauf: die Main-Neckar-Bahn Frankfurt – Darmstadt – Heidelberg. Während fast alle anderen Gleisverbindungen an irgendeiner Stelle unter einer anderen Bahn hindurchgeführt werden, schweben ihre separat trassierten Richtungsgleise durchgehend über allem.
Ablesbar wird dies auch bei dieser Aufnahme der „ewigen Werbelok“ 120 151 vor IC 79657 Saarbrücken – Frankfurt: links im Bild tiefer gelegen erkennt man die beiden ehemaligen Gütergleise von Darmstadt Hbf nach Darmstadt Nord, von denen nur noch eines als Streckengleis in Betrieb ist, während das andere seit dem 2. Weltkrieg als Zuführungsgleis zum AW Darmstadt und seit dessen Stilllegung als Abstellgleis dient. Rechts ist die Fachwerkträgerbrücke erkennbar, die das Personengleis Darmstadt Hbf – Darmstadt Nord über das Gegengleis und die Verbindung Darmstadt Hbf – Abzw. Bergschneise (– Mainz) führt, damit es nur dreihundert Meter weiter (im Rücken des Betrachters) das Streckengleis Darmstadt – Frankfurt unterquert. Auch die beiden Streckengleise im Mittelpunkt des Bildes haben ihre eigene Geschichte: das linke war einst das Richtungsgleis Frankfurt der Main-Neckar-Bahn (noch erkennbar am Hektometerstein 25,3), das rechte das Richtungsgleis Mainz der Rhein-Main-Bahn. Mit dem Bau der S-Bahn Frankfurt Süd – Darmstadt wurde das linke Gleis Mitte der 1990er Jahre dieser zugeschlagen (erkennbar an der Hektometertafel 79,2 im Hintergrund) und auf dem rechten wurden Main-Neckar- und Rhein-Main-Bahn bis zu einem neu eingerichteten Abzweig gemeinsam geführt. Der Standort der Aufnahme ist seit einigen Jahren nicht mehr öffentlich zugänglich. Datum: 10.04.2009 Ort: Darmstadt [info] Land: Hessen BR: 120 Fahrzeugeinsteller: DB Kategorie: Zug schräg von vorn Top 3 der Woche: 3 Punkte |
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Nahe-Metropole (IV) geschrieben von: Volker Blees (112) am: 04.10.24, 21:25 |
Das Siedlungsgebiet des Idar-Obersteiner Stadtteils Oberstein wird ringsum von steilen Hängen und von Felsen umschlossen. Besonders eindrucksvoll ist der "Gefallene Felsen", der den Ort nach Osten hin abriegelt. Gut 80 Meter ragt er über dem Talgrund auf und wird vom den Tunnel der Nahebahn und der B41 durchstoßen.
Große Teile des Gefallenen Felsen stehen seit 1988 unter Naturschutz, nachdem noch 1987 ein prägnanter Teil des Felsen für den Bau der neuen B41 gesprengt worden war. Was auf den Silikat-Felsen wächst, scheint der Namens-Phantasie von Walter Moers entsprungen zu sein: Steinquendel und Wolliger Schneeball, Heil-Ziest und Aufrechte Trespe, Waldzwenke und Hauhechel. Es nimmt nicht wunder, dass zum Schutz dieser Merkwürdigkeiten auch die entsprechenden Schilder erforderlich sind. Zur Benennung der Pflanzen muss der geneigte Eisenbahnfreund freilich auf ergoogelte Literatur zurückgreifen. Leichter fällt ihm, auch ohne hinzuschauen die den Gefallenen Felsen durchquerende Triebwagen-Gattung zu bestimmen: es handelt sich mit 99,9 %iger Wahrscheinlichkeit um einen LINT. Vom Felsen hinab gut zu erkennen ist an dieser Stelle auch die Nahe-Überbauung der B41: wo rechts der Bahnstrecke zwei- und vierstreifig der Autoverkehr fließt, floss bis Ende der 1980er Jahre noch die wilde Nahe. Datum: 27.08.2024 Ort: Idar-Oberstein [info] Land: Rheinland-Pfalz BR: 620 (Alstom LINT 81) Fahrzeugeinsteller: vlexx Kategorie: Bahn und Landschaft Top 3 der Woche: 1 Punkt 2 Kommentare [»] |
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Nahe Felsen geschrieben von: Volker Blees (112) am: 24.09.24, 20:20 |
Zwischen Hochstetten-Dhaun und Kirn quetschen sich die Nahe und die sie begleitenden Verkehrswege - die Nahebahn, die Bundesstraße 41 und die Landesstraße 176 - durch eine Talenge zwischen dem Hellberg und St. Johannisberg. Von Kirn aus führt ein schmaler und steiler Wanderweg vom Talgrund in etwa 180 m ü NN auf den 365 m hohen Hellberg, und etwa auf der Hälfte der Höhenmeter erlaubt eine kleine Geländeterrasse einen Blick aus dem lichten Eichen-Mischwald hinaus ins Tal.
Hier lässt sich gut verweilen, bis der recht dichte Fahrplan aus RE 3 und RB 34 im Stundentakt den nächsten vlexx-LINT vorbeischickt. Ganz am rechten Bildrand, oberhalb des ehemaligen Steinbruchs, ist schwach der "Nahe-Skywalk" zu erkennen, der frühmorgens einen exponierten Foto-Standpunkt bietet (vgl. [www.drehscheibe-online.de] ). Datum: 27.08.2024 Ort: Kirn [info] Land: Rheinland-Pfalz BR: 620 (Alstom LINT 81) Fahrzeugeinsteller: vlexx Kategorie: Bahn und Landschaft Top 3 der Woche: 4 Punkte 2 Kommentare [»] |
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Au soleil couchant sur la Boucheuse geschrieben von: Volker Blees (112) am: 21.09.24, 05:55 |
Nein, die Boucheuse muss man nicht kennen. Sie entspringt in den nordwestlichen Ausläufern des Massif Central, fließt in die Auvézère ("Nie gehört"), die wiederum in die Isle ("Hmm, sagt mir jetzt nichts ...") entwässert, welche ein rechter Nebenfluss der Dordogne ist ("Ähm - Höhlen von Lascaux, oder?"), die bekanntermaßen zusammen mit der Garonne die Gironde ("Wer waren nochmal die Girondisten?") bildet und den Atlantik ("Da waren Lutz und Tina letztes Jahr im Urlaub!") speist.
Bis dahin hat das Wasser der Boucheuse aber noch gute 300 Fließkilometer vor sich, wenn es den 'Viaduc de Boucheuse' unweit Coussac-Bonneval passiert, den mit 180 m Länge viertlängsten der 21 Viadukte auf der gut 80 Kilometer langen Nebenstrecke zwischen Nexon und Brive-la-Gaillarde. Die Mehrzahl dieser Viadukte versteckt sich kaum fotografierbar in den ausgedehnten Waldlandschaften der Départements Haute-Vienne und Corrèze. Dieser hier macht eine Ausnahme und lässt sich zumindest am Abend vom Weiler Maschevry aus umsetzen. Im August 2017 sogar noch mit X 73512 auf dem Weg nach Limoges, seit Februar 2018 ist dieser Streckenabschnitt nach einer Gleisabsenkung bei Vignols ohne Verkehr. Zweiteinstellung, empfehlungsgemäß dunkler und mit überarbeiteter Schärfe; ein verbleibender Unschärfeeindruck resultiert meiner Meinung nach aus dem unruhigen Design der Seitenflächen der Baleine. Datum: 08.08.2017 Ort: Coussac-Bonneval [info] Land: Europa: Frankreich BR: FR-X 73500 Fahrzeugeinsteller: SNCF Kategorie: Bahn und Infrastruktur Top 3 der Woche: 9 Punkte 3 Kommentare [»] |
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Im Schlangennest (II) geschrieben von: Volker Blees (112) am: 18.09.24, 06:45 |
Im Gleisgewirr im nördlichen Stadtbereich von Darmstadt gab es im Laufe der Geschichte sieben Abzweig- und Blockstellen, welche für die rechte Sortierung der Züge, für eine kurze Zugfolge und zum Teil auch für die Bedienung von Bahnübergängen sorgten. Eine dieser Betriebsstellen, mitten im "Schlangennest" gelegen, war der Bk Pfarrwiese, zugleich Posten 42. Es muss sich um ein sicherungstechnisches Kuriosum gehandelt haben, denn von hier aus wurden neben einem BÜ mit drei Zufahrten nicht nur die zwei Blocksignale bedient, welche die Strecke Darmstadt Hbf - Darmstadt Nord in zwei Blockabschnitte je Richtung teilten, sondern auch ein Blocksignal am Richtungsgleis Darmstadt - Frankfurt der Main-Neckar-Bahn, das hier vollkommen separat trassiert ist.
Von alldem ist nichts mehr zu erkennen, als ET 343 aka 94 80 1440 343-0 D-HEB Ende August 2024 in den Gleisbogen Richtung Nordbahnhof einbiegt: das Blockstellengebäude, das sich am rechten Bildrand befunden haben muss, ist längst abgerissen, der Bahnübergang quert nur noch ein Gleis und ist mit einer automatischen Haltlichtanlage gesichert und die Formsignale sind bereits seit 1972 von Lichtsignalen abgelöst. Geblieben sind die verschiedenen Gleistrassen: ganz links, nur an den Fahrleistungsmasten erkennbar, die beiden Gleise (S-Bahn und Fernbahn) nach Frankfurt, dann im Schatten der Damm des Gleises Darmstadt Hbf - Darmstadt Nord, das gerade von der RB 75 befahrene Gleis der Gegenrichtung und schließlich rechts im Bild das Gleis Darmstadt Hbf - Abzw. Bergschneise - Weiterstadt (- Mainz). Ein eher neueres Phänomen ist das Radverkehrsaufkommen der Pendlerinnen und Pendler, die auf dem Weg aus den nördlichen Stadtteilen in den Westen Darmstadts die großen Straßen meiden und sich lieber durchs waldreiche Wegenetz des Darmstädter Nordens schlagen. Das Warten an der Schranke kann man da getrost in Kauf nehmen. Datum: 29.08.2024 Ort: Darmstadt [info] Land: Hessen BR: 440 (Alstom Coradia Continental) Fahrzeugeinsteller: HLB Kategorie: Bahn und Infrastruktur Top 3 der Woche: 6 Punkte 4 Kommentare [»] |
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Nahe-Metropole (III) geschrieben von: Volker Blees (112) am: 15.09.24, 08:04 |
Idar-Oberstein verfügt über zwei Wahrzeichen. Zum einen sind dies - eher abstrakt - die Edelsteine, die hier seit vielen Jahrzehnten gehandelt und bearbeitet werden. Das andere, sehr konkrete, ist die so genannte Felsenkirche, die bereits im 15. Jahrhundert in eine ausreichend große Nische des hoch über Oberstein aufragende Bosselsteins gebaut wurde und sich an den Fels schmiegt. Streng genommen handelt es sich dabei nicht um eine Felsenkirche im engeren Sinne, da sie nicht in den Stein gehauen ist oder eine vorhandene Höhle nutzt, aber das interessiert das Idar-Obersteiner Tourismusmarketing wenig ...
Das Motiv "Edelsteine und Bahn" lässt sich allenfalls metaphorisch mit den im Stadtgebiet hoch aufragenden Felswänden umsetzen. Dagegen ist die Felsenkirche dank ihrer exponierten Lage aus einigen der Blickwinkel im Bild, die man auf die Bahn werfen kann. Gleichsam die Paradestrecke für das Motiv "Felsenkirche und Bahn" ist der Blick vom Struth-Felsen auf die darunter in Dammlage verlaufende Nahetalbahn und den Bosselstein mit Kirche und obenauf thronender Burgruine. Allerdings ist der Damm bereits so hoch bewachsen, dass sich die Szenerie ohne größere Buschschäden nurmehr als Nachschuss auf gen Saarbrücken fahrende vlexxe umsetzen lässt. Datum: 27.08.2024 Ort: Idar-Oberstein [info] Land: Rheinland-Pfalz BR: 620 (Alstom LINT 81) Fahrzeugeinsteller: vlexx Kategorie: Bahn und Landschaft Top 3 der Woche: 11 Punkte 1 Kommentar [»] |
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Im Schlangennest (I) geschrieben von: Volker Blees (112) am: 12.09.24, 09:19 |
Als zwischen 1909 und 1913 die Bahnanlagen in Darmstadt im Zuge des Baus des neuen Hauptbahnhofs neu gestaltet wurden, legten die Ingenieure - aufbauend auf nunmehr gut 70 Jahre Erfahrung mit dem Betrieb von Eisenbahnen - großen Wert auf niveaufreie Ver- und Entflechtungen der verschiedenen Strecken. Im nördlichen Stadtgebiet entstand dabei ein komplexes Gewirr von Gleisen mit separaten Trassierungen von Richtungs- und Gegenrichtungsgleisen sowie etlichen Über- und Unterführungen. Wer sich näher mit der Geschichte der Gleisanlagen und den einzelnen historischen und noch bestehenden Infrastrukturen beschäftigen möchte, dem sei Walter Kuhls informative Website [www.pallaswiese.de] ans Herz gelegt.
Als meine Tochter vor etlichen Jahren mal einen Plan der Anlagen sah, meinte sie spontan: "Das sieht ja aus wie ein Schlangennest!" Und in diesem Schlangennest findet sich so die eine oder andere Fotomöglichkeit, geeignet, um bei jeder Tageszeit irgendeinen Zug einzufangen. Nachteil allein: steht man an der einen Stelle, dann rauscht es garantiert auf einem entfernteren Gleis und man sieht in der Ferne die Blaue Mauritius vorüberziehen ... Eine meiner Lieblingsstellen war lange Zeit die Stampfbetonbrücke, mit der das Richtungsgleis Frankfurt - Darmstadt der Main-Neckar-Bahn über einen Feldweg (ganz rechts), die Güterumgehungsbahn (Weiterstadt -) Abzw. Stockschneise - Darmstadt-Kranichstein (rechter Bogen), die Zufahrt zum früheren Abzw. Bergschneise (mittlerer Bogen) und das verbliebene Gleis der ursprünglichen Riedbahn Darmstadt - Worms (linker Bogen) hinweggeführt wird. Unerwartet kam mir hier am 14. Juli 2008 die "Lorraine" 181 211 vor die Linse, die außerplanmäßig - offenbar wegen eines Steuerwagendefekts - dem IC 2275 nach Stuttgart vorgespannt war. Noch im selben Jahr wurde mit der Errichtung eines Ersatzbauwerks für die fotogene, aber marode Stampfbetonbrücke begonnen. Die Stelle lässt sich heute noch umsetzen, aber eben mit einer modernen Betonbrücke. Zuletzt bearbeitet am 09.11.24, 15:03 Datum: 14.07.2008 Ort: Darmstadt [info] Land: Hessen BR: 181 Fahrzeugeinsteller: DB Kategorie: Bahn und Infrastruktur Top 3 der Woche: 7 Punkte 1 Kommentar [»] |
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Nahe-Metropole (II) geschrieben von: Volker Blees (112) am: 11.09.24, 08:29 |
In Oberstein, dem an der Nahe gelegenen Teil der Doppelstadt Idar-Oberstein, zwängen sich Fluss und Bahn zusammen mit der kleinteiligen Bebauung ins enge, von mächtigen Felsen begrenzte Tal. Während der Fluss in der ersten Hälfte der 1980er Jahre mit der vierspurigen B 41 überbaut wurde, um dem Autoverkehr freie Bahn und den Anwohnerinnen und Anwohnern ein wenig Ruhe zu schenken, schlängelt sich die Bahn am südlichen Talrand zwischen den Häusern durch. Verschiedene Aussichtspunkte auf den umliegenden Felsen, im vorliegenden Fall der Struth-Felsen - ermöglichen Blicke auf Stadt und Bahn.
Östlich des Bahnhofs Idar-Oberstein passiert die Nahebahn das Zentrum von Oberstein, kenntlich an den modernen Kirchenbauten von St. Walburga (links, 1967) und der evangelischen Christuskirche (rechts, 1963). Der RE 3 nach Frankfurt kommt rund zehn Minuten verspätet durch den Häusersee (für ein Meer reicht es in Oberstein dann doch nicht ;-) ) am östlichen Einfahrsignal um die Kurve gekrochen. Bildmanipulation: ungünstig vor dem ESig geparkten Gegenzug eliminiert. Datum: 27.08.2024 Ort: Idar-Oberstein [info] Land: Rheinland-Pfalz BR: 620 (Alstom LINT 81) Fahrzeugeinsteller: vlexx Kategorie: Bahn und Landschaft Top 3 der Woche: 3 Punkte 1 Kommentar [»] |
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Südbrücke, Ostufer geschrieben von: Volker Blees (112) am: 29.08.24, 10:40 |
Der Westkopf der Mainzer Südbrücke zählt wohl zu den absoluten Motivklassikern der Eisenbahnfotografie in Deutschland. Schon Carl Bellingrodt hat in den 1920er Jahren die 1862 errichteten Tortürme - damals noch Bestandteil der Festung Mainz - als Bildhintergrund einer P8 genutzt, bei der Eisenbahnstiftung finden sich Dutzende von Aufnahmen aus verschiedenen Jahrzehnten und auch in der DSO-Galerie ist der westliche Brückenkopf mehrfach vertreten.
Doch wie (fast) jede Brücke hat auch die Mainzer Südbrücke zwei Seiten. Ihr östlicher Kopf findet allerdings bei Eisenbahnfotografen deutlich weniger Beachtung. Das mag daran liegen, dass das Motiv mangels Tortürmen (die östlichen sind im 2. Weltkrieg zerstört worden) nicht ganz so eindrucksvoll ist. Oder daran, dass man nicht, wie am Westkopf, gemütlich im Stadtpark sitzen kann, sondern sich mit joggenden und radfahrenden Mitmenschen auf dem schmalen Steg drängeln muss. Oder auch einfach daran, dass nur sommers in den frühen Morgenstunden das Licht richtig steht. Ende August um kurz nach sieben Uhr ist die Sonne schon recht weit gewandert, taucht aber die Szenerie mit einem stinknormalen S8-Langzug in warmes Licht, und auch der einzige Jogger trägt ein zur Lichtstimmung passendes Shirt. (Bildmanipulationen: ins Fahrwerk der S-Bahn ragendes Brückenbauteil elektronisch abgeflext) Datum: 23.08.2024 Ort: Gustavsburg [info] Land: Hessen BR: 430 (S-Bahn) Fahrzeugeinsteller: DB Kategorie: Bahn und Infrastruktur Top 3 der Woche: 3 Punkte |
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Nahe am Spitzfels geschrieben von: Volker Blees (112) am: 25.08.24, 10:54 |
Im Verlauf der Nahetalbahn wechseln sich zwischen dem Quellgebiet der Nahe bei Türkismühle und ihrem Eintritt in das rheinhessische Hügelland bei Bad Kreuznach immer wieder sanfte, weite Tallagen mit engeren, von schroffen Felsformationen begleiteten Abschnitten ab. Der mit Abstand größte und bekannteste Fels ist der Rotenfels bei Bad Münster am Stein, der schon dutzendfach in der Galerie vertreten ist.
Einer der engeren, felsengesäumten Abschnitte findet sich zwischen Fischbach-Weierbach und Kirn-Sulzbach, wo Hachenfels und Spitzfels das Tal begrenzen. Vom Großen Hachenfels aus, dessen westlichster Teil wie eine Nadel vom Talboden aufragt, geht der Blick weit die Nahe entlang bis Kirn und lässt auch die Werksanlagen der SIMONA AG nicht aus. Gegenüber befindet sich, von einem Gipfelkreuz gekrönt, der weniger spektakuläre Spitzfels. Wie vielerorts verbuscht auch die Nahetalbahn zusehends und es fällt schwer, eine Lücke zu finden, in die auch nur ein zweiteiliger Vlexx-LINT passt. Auch hier musste eine Kilometertafel elektronisch gefällt werden, die störend ins Fahrzeug ragte. Datum: 20.07.2024 Ort: Bärenbach [info] Land: Rheinland-Pfalz BR: 622 (Alstom LINT 54) Fahrzeugeinsteller: vlexx Kategorie: Bahn und Landschaft Top 3 der Woche: 2 Punkte |
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Auf D-Zugs Spuren durch die Hochheimer Hölle geschrieben von: Volker Blees (112) am: 22.08.24, 21:29 |
Mit dem Rheingau verbindet sich landläufig - nicht nur der schönen Alliteration wegen - die Rebsorte Riesling. Das Weinanbaugebiet Rheingau reicht dabei weit über die gleichnamige Landschaft zwischen Rüdesheim und Walluf hinaus bis in den Vordertaunus und umfasst auch gut 350 Hektar Weinanbaufläche in der Gemarkung Hochheim am Main.
Die Hochheimer Riesling-Lagen "Königin Victoriaberg" und "Hochheimer Hölle" erstrecken sich am Südhang entlang der Taunus-Bahn Frankfurt am Main – Wiesbaden, mit ihrer Inbetriebnahme 1839 die älteste Bahnstrecke im heutigen Bundesland Hessen. Einst als Verbindung zwischen der freien Reichs- und bedeutenden Handelsstadt Frankfurt am Main und der herzoglichen Residenz- und Kurstadt Wiesbaden erbaut, bildete sie lange Zeit auch im Fernverkehr eine bedeutende Achse. Das Betriebserschwernis gleich zweier Kopfbahnhöfe in nur rund 40 km Entfernung führte allerdings im Laufe der Jahrzehnte dazu, dass die Fernzüge mehr und mehr auf die südmainische Mainbahn abwanderten und nach Verlegung der IC-Linie 1 verblieben seit 1988 nurmehr einzelne, häufig saisonale Schnellzüge auf dieser Strecke. Während der vier Wochen im Sommer 2024, in denen gleichzeitig die Riedbahn und die SFS Köln – RheinMain gesperrt waren, kehrte befristet regelmäßiger ICE-Verkehr im Stundentakt auf die Taunus-Bahn zurück – Anlass genug, sich Samstagmorgens zum angekündigten Sonnenschein in der Hochheimer Hölle einzufinden. DB InfraGo bescherte dann auch dank einer Stellwerksstörung in Rüsselsheim weitere Umleiter, immerhin zehn ICEs fünf verschiedener Baureihen in nur zwei Stunden, die Sonne allerdings war weniger gnädig. Unerwartet ließ sich gegen 7 Uhr während einer Wolkenlücke ein charakteristisches Zuggeräusch vernehmen, wie ich es von den einstigen Saisonschnellzüge in Erinnerung hatte. Und wie vor 40 Jahren zog eine blaue 110 mit einer langen Schlange Schnellzugwagen im Sonnenschein vorüber. Die Insassen, Schalke-Fans auf dem Weg zum 1. FC Nürnberg, hätten das Durchfahren der „Hochheimer Hölle“ möglicherweise als Menetekel für die bevorstehende 3:1-Niederlage deuten können, doch ist anzunehmen, dass sie mehr dem Bier denn dem Wein zuneigen und das Signal gar nicht wahrnahmen. Datum: 10.08.2024 Ort: Hochheim am Main [info] Land: Hessen BR: 110,112,113,114 (West-Baureihen) Fahrzeugeinsteller: Centralbahn Kategorie: Bahn und Landschaft Top 3 der Woche: 6 Punkte 1 Kommentar [»] |
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Moselidyll? geschrieben von: Volker Blees (112) am: 21.08.24, 19:29 |
Wie es manchmal so ist: aus der Nähe wirkt etwas nett und idyllisch, tritt man aber ein paar Schritte zurück und gewinnt ein umfassenderes Gesamtbild, ist es um die Idylle geschehen.
Dieses Phänomen ist zweifellos bei der Moselquerung in Pont-Saint-Vincent gegeben: aus der Nähe betrachtet scheint der Zug auf der hübschen Bogenbrücke eine idyllische, naturbelassene Flussaue zu queren (siehe [www.drehscheibe-online.de] und [www.drehscheibe-online.de] ). Besteigt man den nächstbesten Hügel, wird man der industrialisierten und zersiedelten Landschaft gewahr, die das vermeintliche Idyll umgibt. Bildprägend ist das Areal der ehemaligen Eisenhütte von Neuves Maisons, die in den 1870er Jahren zur Kompensation der nach dem Frankfurter Vertrag von 1871 an Deutschland verlorenen Industrien aufgebaut wurde. Bis in die 1960er Jahre bestand hier eine Hochburg der französischen Eisen- und Stahlindustrie. Geblieben sind bis heute ein Elektroofen und eine Stranggießanlage mit anschließendem Walzwerk, produziert werden hauptsächlich Betonstähle und Maschinendraht. Auch die Wasserwege verdienen Beachtung: in Neuves Maisons beginnt, im Bild nach links hin fließend und Kanal-gefasst, der schiffbare Teil der Mosel im Hafen der Eisenhütte. Auf der anderen Seite des Hafenbeckens, rechts im Bild, beginnt der Canal des Vosges. Und wenn das Auge sich an diesen Großformen sattgesehen hat, entdeckt es vielleicht auch einen AGC, der auf den letzten Metern seiner Fahrt nach Pont-Saint-Vincent die Mosel überquert. Datum: 20.08.2023 Ort: Pont-Saint-Vincent [info] Land: Europa: Frankreich BR: FR-X 76500 Fahrzeugeinsteller: SNCF Kategorie: Bahn und Landschaft Top 3 der Woche: 5 Punkte 2 Kommentare [»] |
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Nahe beieinander: Licht und Schatten geschrieben von: Volker Blees (112) am: 20.08.24, 19:18 |
Früher Samstagmorgen im September 2023. Eine gute Dreiviertelstunde ist es her, seit die Sonne über den Horizont gekrochen ist und begonnen hat, das Nahetal bei Kirn in ihr klares Licht zu tauchen. Die Konturen des Andesit-Steinbruchs leuchtet sie bereits fein aus. Der 365 m hohe Hellberg schirmt derweil den gebündelten Verlauf von neuer B 40, Nahe, Nahetalbahn und alter B 40 noch vom Morgenlicht ab.
Ein LINT 81 hat als RE 3 nach Mainz gerade Kirn verlassen und rollt aus der Schattenpassage ins Licht. Dank sei den Erbauern des "Nahe-Skywalk" in St. Johannisberg, die mir diesen Blick auf Nahe, Licht und Schatten ermöglicht haben. [Zweiteinstellung nach Überarbeitung - danke ans AWT für die Hinweise!] Datum: 09.09.2023 Ort: St. Johannisberg [info] Land: Rheinland-Pfalz BR: 620 (Alstom LINT 81) Fahrzeugeinsteller: vlexx Kategorie: Bahn und Landschaft Top 3 der Woche: 4 Punkte 1 Kommentar [»] |
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Hidden Champions ganz Nahe geschrieben von: Volker Blees (112) am: 21.06.24, 19:23 |
'Hidden Champions' ist im Wirtschaftsteil der Zeitung ein gern gebrauchter Begriff, wenn von mittelständischen Unternehmen die Rede ist, die - meist außerhalb des Blickfelds der breiten Bevölkerung und abseits der Ballungsräume - global tätig sind, einen wesentlichen Beitrag zur Wirtschaftskraft leisten und gerade in ländlicheren Regionen in nennenswertem Umfang Arbeitsplätze bieten. Zu diesen 'Hidden Chamions' gehört sicher auch die SIMONA AG in Kirn. Hervorgegangen aus einer Lederfabrik, zählt sie heute (laut Eigenwerbung) zu den "führenden Herstellern und Entwicklungspartner thermoplastischer Kunststoffprodukte". Kehrseite des technologischen und wirtschaftlichen Erfolgs des Unternehmens ist seine Expansion in die Landschaft des engen und einst idyllischen Nahetals - wirklich schön ist das im Bild sichtbare 'Werk II' nun wirklich nicht.
Ein 'Hidden Champion' auf der Schiene ist zweifellos der LINT aus dem Hause LHB bzw. Alstom. Über 1.000 Einheiten des 'Leichten Innovativen Nahverkehrs-Triebwagens' sind in verschiedenen Varianten unterwegs und leisten Summa summarum unauffällig und zuverlässig ihren Dienst an den Fahrgästen. Unterhalb des Gauskopfs findet sich im ansonsten dichten Wald ein Aussichtspunkt, der einen Blick in Richtung Kirnsulzbach und auf die beiden 'Hidden Champions' bietet. Am 8. September 2023 ist hier ein LINT 81als RE 3 unterwegs gen Saarbrücken. Bildmanipulation: Graffiti unauffälliger gestaltet. Datum: 08.09.2023 Ort: Kirn [info] Land: Rheinland-Pfalz BR: 620 (Alstom LINT 81) Fahrzeugeinsteller: vlexx Kategorie: Bahn und Landschaft Top 3 der Woche: 2 Punkte 3 Kommentare [»] |
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Idylle sur la Moselle geschrieben von: Volker Blees (112) am: 07.01.24, 12:02 |
Bei "Mosel" und "Eisenbahn" werden die meisten DSO-Galerie-Besuchenden wohl als erstes an liebliche Ortschaften und steile Weinberge zwischen Pünderich und Koblenz denken, garniert mit einer 181 vor einem IC oder einer 151-DT vor einem Erzzug. Aber auch in Frankreich, wo die Mosel mehr als Hälfte ihrer Gesamtlänge verläuft, begegnen sich Fluss und Bahn an einigen Stellen.
Die - von der Quelle her gesehen - zweite noch in Betrieb befindliche Bahn-Moselquerung verbindet Pont-Saint-Vincent mit Neuves Maisons im Zuge der seit 2018 im Mittelabschnitt stillgelegten zweigleisigen Hauptstrecke (Culmont-Chalindrey -) Merrey - Vittel - Nancy. Zugleich endet hier, in Neuves Maisons, der schiffbare Teil der Mosel, wobei die Schiffe aber nicht den im Bild sichtbaren Lauf nutzen, sondern den linkerhand hinter Büschen verborgenen Moselkanal. Immerhin 19 Zugpaare verkehren in einer Art Vorortverkehr zwischen Nancy und Pont-Saint-Vincent. Von der benachbarten Straßenbrücke aus gibt die Moselbrücke (, die, wie Julian bereits gezeigt hat, auch von der anderen Seite her attraktiv wirkt) ein idyllisches Bild ab, als sonntagnachmittags ein dreiteiliger AGC Pont-Saint-Vincent gen Nancy verlässt. Datum: 20.08.2023 Ort: Pont-Saint-Vincent [info] Land: Europa: Frankreich BR: FR-X 76500 Fahrzeugeinsteller: SNCF Kategorie: Bahn und Landschaft Top 3 der Woche: 3 Punkte 1 Kommentar [»] |
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Langsam dem Jahresende entgegen geschrieben von: Volker Blees (112) am: 01.01.24, 08:29 |
Silvester 2008, bald geht die Sonne auch in Mittelhessen ein letztes Mal für dieses Jahr unter. Temperaturen um Null Grad und leichter Dunst verleihen der Landschaft eine eigentümliche Lichtstimmung.
Vor drei Minuten haben die zwei Flügel des östlichen Reiskirchener Einfahrsignals geklappert und sich gereckt, nun schleicht 628 434 heran, ganz wie das Hp 2 es ihm gebietet. Der Fotograf wendet sich zufrieden ab und fährt nach Hause. Eine lange Nacht steht bevor. Datum: 31.12.2008 Ort: Reiskirchen [info] Land: Hessen BR: 628 Fahrzeugeinsteller: DB Kategorie: Zug schräg von vorn Top 3 der Woche: 7 Punkte |
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Un fossile en route vers le sud geschrieben von: Volker Blees (112) am: 15.10.23, 16:44 |
Nur wenige Stellen entlang der Strecke Bourges – Montluçon erlauben einen jener Landschaftsüberblick, wie ich sie besonders schätze. Eine Ausnahme ist ein Getreideacker bei La Perche, zu dem mir der Landwirt höchstpersönlich und schmunzelnd den Zutritt erlaubte.
Mehr, als dass die Landschaft recht flach, weit und eintönig ist, ist aber auch von hier oben nicht zu sehen. Satte 49 Jahre hatte BB 67345 im August 2018 auf ihrem eisernen Buckel, die hier mit sechs Corail-Wagen im Schlepp als IC 3909 unterwegs ist. Es sollte ihr letzter Sommer sein: Mitte Dezember 2018 wurde sie mit einer Lebens-Laufleistung von knapp 5 Millionen Kilometern abgstellt. Datum: 21.08.2018 Ort: Ainay-le-Vieil [info] Land: Europa: Frankreich BR: FR-BB 67300 Fahrzeugeinsteller: SNCF Kategorie: Bahn und Landschaft Top 3 der Woche: 1 Punkt |
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Nahe am Steinbruch geschrieben von: Volker Blees (112) am: 14.10.23, 13:59 |
Entlang des Nahetals gibt es ein reichhaltige und vielfältige Mineralienvorkommen, die seit Jahrhunderten in unzähligen Gruben und Steinbrüchen ausgebeutet wurden. Spuren davon findet man allenthalben in Gestalt eindrucksvoller Fundstücke in den Heimatmuseen der Naheregion, mit geübtem Auge und Wanderkondition aber auch in situ in den ausgedehnten Waldlandschaften zwischen Birkenfeld und Bad Kreuznach.
Wirtschaftlich ist der Mineralienabbau überwiegend schon seit langem nicht mehr attraktiv. Eine Ausnahme bildet der Andesit-Steinbruch der Basalt Actien-Gesellschaft am östlichen Ortsrand von Kirn, wo bis heute Splitte und Gesteinskörnungsgemische produziert werden. Bis in die 1990er Jahre wurde hier meiner Erinnerung nach auch noch auf die Bahn verladen. Heute zeugt davon vor allem noch der Bahnübergang über die ehemalige B 41. Die ehemaligen Anschlussgleise, die der RE 3 nahe den Brech-, Sieb- und Abfüllanlagen passiert, sind dagegen unter dichtem Gebüsch verborgen. Datum: 01.09.2023 Ort: Kirn [info] Land: Rheinland-Pfalz BR: 620 (Alstom LINT 81) Fahrzeugeinsteller: vlexx Kategorie: Bahn und Landschaft Top 3 der Woche: 1 Punkt |
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Die letzte Blockstelle geschrieben von: Volker Blees (112) am: 13.10.23, 18:32 |
Die Betriebsstellenform "Blockstelle" übt eine eigentümliche Faszination auf Eisenbahnfreunde aus. Ein einsam in Wald oder Feldflur gelegenes Gebäude, zwei Formsignale und ein Bahnübergang, eintönige Dienste fernab der Zivilisation - das ist das Bild, welches beim Begriff "Blockstelle" bei vielen im Kopfkino entsteht. In Verbundenheit zu diesem Bild benennen manche ihre Webseite oder sich selbst (als Nickname) danach. Und es gibt Blockstellen, die es in der Szene zu einger Bekanntheit gebracht haben - mir etwa fallen spontan Bashaide, Hindenburgdamm oder Wasserscheide ein.
Zugleich muss die Blockstelle in der oben beschriebenen Reinform im Jahr 2023 in Deutschland wohl als ausgestorben gelten. Zwar gibt es durchaus noch Blockstellen im Sinne von § 4 Abs. 4 der EBO, diese sind aber ausnahmlos (?; Gegenbeispiele erwünscht) Fragmente ehemaliger Bahnhöfe und/oder verfügen nicht über klassiche Formsignale. Eine der letzten, wenn nicht die letzte Blockstelle dürfte bis Mitte 2022 Bk Vernum gewesen sein, am Niederrhein zwischen Geldern und Nieukerk gelegen. Das schmucklose Gebäude aus den 1950ern und der davor gesetzte ZBF-Mast luden zwar nicht gerade zum Fotografieren aber, aber immerhin ließen sich die Abgelegenheit und die beiden Blocksignale inmitten von Rüben und Mais einfangen. Auf die Elimination meines Fotomobils habe ich verzichtet. Datum: 24.09.2020 Ort: Vernum [info] Land: Nordrhein-Westfalen BR: 648 (LHB/Alstom LINT 41) Fahrzeugeinsteller: NWB Kategorie: Bahn und Landschaft Top 3 der Woche: 5 Punkte 7 Kommentare [»] |
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