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Damals auf der Kyffhäuserbahn
geschrieben von: Leon (638) am: 18.01.21, 22:01
Derzeit ist die Strecke von Nordhausen über Sondershausen nach Erfurt in der Galerie en vogue, nicht zuletzt wegen ihrer bevorstehenden Modernisierung. Fast vergessen ist hingegen die in Sondershausen abzweigende Kyffhäuserbahn nach Bretleben, die diese Strecke mit der Hauptbahn von Sangerhausen nach Erfurt verbunden hat. Die Kyffhäuserbahn verlief zunächst entlang der Wipper -nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Fluss in Sachsen-Anhalt, der aber bei Bernburg in die Saale fließt- und dann hinter Göllingen und Bad Frankenhausen unterhalb des Kyffhäusers, um im Unstruttal Bretleben an der Strecke von Sangerhausen nach Erfurt zu erreichen. Seit dem Fahrplanwechsel 2006/07 ist hier der Schienenverkehr Geschichte, und auf dem westlichen Teil der Trasse wurde zwischen Sondershausen und Bad Frankenhausen ein Radweg angelegt.
Im Frühjahr 1997 war der Personenverkehr auf der Kyffhäuserbahn noch fest in der Hand der Nordhäuser Ferkeltaxen. Da Nordhausen damals noch einen recht hohen Bestand an roten Taxen hatte, lohnte sich ein Besuch fast immer, denn eine der beiden pendelnden Garnituren wurde fast immer aus einem roten Exemplar gebildet. Und somit sehen wir hier, wie der bestens gepflegte 772 111 mit seinem passenden Steuerwagen am Vormittag des 02.03.1997 den Bahnhof von Rottleben erreicht, um nach kurzem Halt als RB 14555 nach Bretleben weiter zu fahren.
Heute sucht man nicht nur die Strecke und die Taxe, sondern auch das Bahnhofsgebäude vergeblich...

Scan vom Fuji Velvia 6x6-Dia

Datum: 02.03.1997 Ort: Rottleben [info] Land: Thüringen
BR: 772 (alle Schienenbusse Bauart Reichsbahn) Fahrzeugeinsteller: DB
Kategorie: Bahn und Infrastruktur
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Ausfahrt Kleinfurra
geschrieben von: Leon (638) am: 17.01.21, 22:16
Man könnte meinen, dass bei der derzeitigen Dichte an Aufnahmen der neuerdings "ENO" genannten Strecke von Erfurt nach Nordhausen eigentlich jeder Kilometer abfotografiert sein müsste. Denkste..;-) Die Strecke besticht durch ihre noch manuelle Infrastruktur in Form von reichlich vorhandenen Formsignalen, Stellwerken und Kurbelschranken, und ich wollte es eigentlich nicht glauben, aber nachdem nun jeder Blickwinkel auf die herrlichen Bahnhofsruinen von Hohenebra sowie jeder Förderturm bei Sondershausen seinen verdienten Weg in die Galerie gefunden hat und auch das bekannte Spiegelei von Wasserthaleben verewigt wurde, gibt es dennoch einen Unbekannten in der Galerie - den Bahnhof Kleinfurra, noch ausgestattet mit Formsignalen und Stellwerken an beiden Bahnhofsenden.
Am 19.09.20 war im Thüringer Becken ein größerer Fotografenauflauf zu verzeichnen, da auf der Pfefferminzbahn eine Ludmilla mit einer Städteexpressgarnitur eingesetzt wurde. Dieser Zug wurde hier bereits mehrfach gezeigt, und der Tag wurde reichlich garniert mit den "Zäpfchen" der Baureihe 642, die zwischen Nordhausen und Erfurt verkehren. Während uns am Vormittag ein übles Schlonzfeld belästigt hat, war der Himmel zum Nachmittag und Abend nahezu wolkenlos - und man hatte auf dem Heimweg irgendwie noch Böcke, irgendwas weiteres fotografisch einzufangen; man wollte einfach noch nicht nach Hause. Da fiel die Wahl auf den Bahnhof von Kleinfurra. Wir positionierten uns an dessen Westausfahrt und sehen hiermit einen 642, wie er auf seinem abendlichen Weg nach Nordhausen soeben die beiden Formsignale passiert. Ein ereignisreicher und ergiebiger Fototag ging danach zu Ende und hinterließ mehrere sehr zufriedene Gesichter...;-)

Erneute Einstellung - Bild dunkler gemacht und auf 17.30 Uhr getrimmt.

Datum: 19.09.2020 Ort: Kleinfurra [info] Land: Thüringen
BR: 642 (Siemens Desiro Classic) Fahrzeugeinsteller: DB
Kategorie: Bahn und Infrastruktur
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Jamlitz
geschrieben von: Leon (638) am: 16.01.21, 16:01
Vor einiger Zeit hatte ich in der Galerie die Strecken der Niederlausitz vorgestellt. Besonderes Augenmerk fiel hierbei auf eine recht unbekannte Strecke von Grunow nach Cottbus, welche auch bereits seit über 20 Jahren stillgelegt ist und inzwischen auch abgebaut wurde. Sie verlief weitgehend in Nord-Süd-Richtung durch endlose Wälder, teilweise gesäumt von herrlichen Doppeltelegrafenmasten.
Der in meinen Augen interessanteste Bahnhof der Strecke steht in Jamlitz. Seine Bedeutung findet er u.a. als östlichster Verknüpfungspunkt zur schmalspurigen Spreewaldbahn. Bis zum Ende des Betriebes der Schmalspurbahn hieß der Bahnhof Lieberose, nach der etwa 5 km in westliche Richtung entfernten Kleinstadt. Erst danach ändert sich sein Name in Jamlitz. Weitere Bedeutung erlangte der Bahnhof als Militärbahnhof sowie in Verbindung mit einem sehr dunklen Kapitel deutscher Geschichte während des 2. Weltkrieges.
Die Bedeutung des Bahnhofes konnte man in den 90er Jahren noch ermessen: wir sehen ein repräsentatives Bahnhofsgebäude mit Wasserturm, Wasserkränen, ferner mit Formsignalen und Stellwerken ausgestattet. Am Vormittag des 05.03.95 kommt hier die 202 207 mit ihrem N 5507 nach Cottbus zum Stehen.
Das Bahnhofsensemble mit allen noch vorhandenen Gebäuden und Anlagen steht unter Denkmalschutz. Nur die Trasse wurde inzwischen wieder von der Natur zurückerobert.

Scan vom Fuji Velvia 6x6-Dia

Datum: 05.03.1995 Ort: Jamlitz [info] Land: Brandenburg
BR: 202,204 (alle V100-Ost-Baureihen) Fahrzeugeinsteller: DB
Kategorie: Bahn und Infrastruktur

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Mittagspause in Klostermansfeld
geschrieben von: Leon (638) am: 12.01.21, 19:44
Auf dem Abschnitt der "Kanonenbahn" von Berlin bis nach Blankenheim wurden seinerzeit die Bahnhofsgebäude mit einheitlichen Grundrissen und Bauausführungen konzipiert. Es gab den "ländlichen Stil", welcher sich beispielsweise bei den Bahnhofsgebäuden von Wiesenburg, Brück und Lindau (bei Zerbst) wiederfindet, und es gab den "städtischen Stil", welcher bei den etwas größeren und bedeutenderen Bahnhöfen Anwendung gefunden hat - mit dem Ergebnis, dass sich die Bahnhofsgebäude von Bad Belzig, Hettstedt, Barby und Klostermansfeld bis heute sehr ähneln. Letztgenannter Bahnhof war Ausgangspunkt der Züge der Wipperliese, welche vor der Privatisierung noch von Ferkeltaxen der Baureihen 771 und 772 gebildet wurden. Am Nachmittag des 11.03.1997 steht der Solo-772 101 als RB 8839 in Klostermansfeld zur Abfahrt nach Wippra bereit. Noch ist es ein wenig Zeit bis zur Abfahrt; weder Reisende noch Personal sind zu sehen.

Scan vom Fuji Velvia 6x6-Dia

Datum: 11.03.1997 Ort: Klostermansfeld [info] Land: Sachsen-Anhalt
BR: 772 (alle Schienenbusse Bauart Reichsbahn) Fahrzeugeinsteller: DB
Kategorie: Bahn und Infrastruktur

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Am Weserufer in Höxter
geschrieben von: Leon (638) am: 11.01.21, 17:32
Das Motiv mit der Kulisse von Höxter und der Weser im Vordergrund ist bereits mit zeitgemäßen Schienenfahrzeugen in der Galerie vertreten. Als Vergleich biete ich hiermit ein Bild vom letzten Tag vor dem Sommerfahrplanwechsel 1989 an. Es hat sich seitdem nicht allzu viel verändert, nur, dass mittlerweile neue Bäume am Ufer gepflanzt worden sind - wenn man die Dicke der Stämme vergleicht. [www.drehscheibe-online.de] Im Mai 1989 führten zahlreiche Touren in das Weserbergland und in den Harz, aber in erster Linie, um das nahe Ende der dort noch eingesetzten "Akkus" der Baureihe 515 einzufangen. Hierbei sind diverse weitere Fotos der dort noch eingesetzten Triebwagen der Baureihen 614 und 624/634 sowie der Baureihen 212 und 216 entstanden. Der 27.05.89 begann mit Fotos am Weserufer von Höxter, einem motivlichen "must have" in dieser Region. Wir sehen eine derartige Garnitur, wie sie als Eilzug von Ottbergen über Holzminden nach Kreiensen unterwegs ist.

Scan vom Fuji Kleinbilddia

Datum: 27.05.1989 Ort: Höxter [info] Land: Nordrhein-Westfalen
BR: 624,634 Fahrzeugeinsteller: Deutsche Bundesbahn
Kategorie: Bahn und Landschaft
Top 3 der Woche: 8 Punkte

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Die Amis kommen !
geschrieben von: Leon (638) am: 08.01.21, 17:01
Das 633. Bild verlangt ein ganz besonderes Fahrzeug. Nein, nicht einen Vorkriegstriebwagen der Baureihe VT 33, auch keinen dreiteiligen Pesa Link, sondern einen VT 633.8…bislang ein Unbekannter in der Galerie.

Ich kann mich noch erinnern, dass ich als Stippi oft meine Nachmittage auf dem Bahnhof von Berlin-Wannsee verbracht habe. Und im Raum der Bahnsteigaufsicht auf dem Fernbahnsteig hing eine Kreidetafel, auf der regelmäßig alle zusätzlich eingelegten Züge vermerkt wurden. Diese Tafel war von außen gut lesbar, und wenn ich vor Ort war, ging der Blick zuerst immer dorthin, um anschließend zu erspähen, was denn so besonderes im Anrollen war. Hin und wieder begegnete mir dann ein sonderlicher Dieseltriebwagen in königsblau/creme, der mich mit seiner geschwungenen Linienführung angrinste und am weitesten noch mit einem Akkutriebwagen der Baureihe 515 vergleichbar war. Aber an der Seite stand VT 633 drauf. Ich habe einige Zeit gebraucht, um herauszufinden, was es damit auf sich hatte – und fotografiert habe ich ihn damals nie, erst viel später…
Hintergrund ist folgender: die US Army beschaffte in den 50er Jahren drei Triebwagen der Baureihe VT 33.8, welche später im Nummernplan die Nummern 633 801 bis 803 erhalten sollten. Sie gehörten nie zur DB, wurden aber von ihr unterhalten. Gebaut von der DWM, hat sich ihr Aussehen farblich später verändert und wurde in weinrot/creme angepasst, parallel zum größeren Bruder der Baureihe 608.8. (sic: [www.drehscheibe-online.de] ) Der Einsatz der Triebwagen erfolgt zwischen den Standorten der US Army, also auch nach Berlin Lichterfelde West. Beheimatet waren sie in Heidelberg.
Bis November 1990 wurden alle drei Triebwagen ausgemustert und an verschiedene Eigentümer in Deutschland, Belgien und Italien verkauft. Der VT 633 801 soll in Belgien noch erhalten sein.
Wir sehen hier den VT 633 803, wie er in seinem dem VT 08 angepassten Outfit am matschig-warmen Nachmittag des 05.06.1988 in Berlin Lichterfelde West bereit gestellt wird.

Scan vom Fuji-Kleinbilddia

Zuletzt bearbeitet am 08.01.21, 17:03

Datum: 05.06.1988 Ort: Berlin Lichterfelde West [info] Land: Berlin
BR: 6XDE (sonstige deutsche Verbrennungstriebwagen) Fahrzeugeinsteller: US Army
Kategorie: Bahn und Infrastruktur
Top 3 der Woche: 4 Punkte

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Die Fördertürme von Großfurra
geschrieben von: Leon (638) am: 07.01.21, 16:51
Vor kurzem wurde in der Galerie auf die bevorstehende Umstellung der Strecke von Nordhausen nach Erfurt auf ESTW-Technik hingewiesen, und da die Strecke noch über diverse Betriebsstellen mit mechanischer Sicherungstechnik verfügt, kann ein Besuch nur dringendst empfohlen werden. Einige Bilder vom aktuellen Betriebszustand der Strecke sind ja in jüngster Zeit desöfteren zu sehen gewesen, insbesondere aus dem Wippertal kurz vor Sondershausen.
Auf dieser Aufnahme von Vinne [www.drehscheibe-online.de] ist im Hintergrund ein inzwischen modernisiertes Bergwerk zu sehen, welches als "Schacht 5" bezeichnet wird. Wie der Zustand dieses Bergwerkes vor 25 Jahren aussah, zeigt dieses Bild: entstanden als klassischer Beifang beim Warten auf eine baldige Vorbeifahrt einer Babelsberger "Dicken". Wir sehen den 628 585 als RB 6620 auf seinem Weg nach Nordhausen, wie er den Schacht "Glückauf" passiert. Der Förderturm ist in Vinnes Bild hinter den Silos auszumachen. 1995 sah die Szenerie eher nach Abbruch aus als nach Modernisierung...
Das Formsignal muss seine Position im Laufe der Jahre ebenfalls etwas in Richtung Sondershausen gewechselt haben.

Scan vom Fuji Velvia 6x6-Dia

Zuletzt bearbeitet am 07.01.21, 16:55

Datum: 03.05.1995 Ort: Großfurra [info] Land: Thüringen
BR: 628 Fahrzeugeinsteller: DB
Kategorie: Bahn und Infrastruktur
Top 3 der Woche: 5 Punkte

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Am Kalischacht von Großfurra
geschrieben von: Leon (638) am: 05.01.21, 16:37
In letzter Zeit sind ja einige interessante Bilder von der KBS 601 Nordhausen-Erfurt in die Galerie gewandert. Unabhängig von der bevorstehenden Umstellung auf ESTW-Technik wurde jüngst häufig auf den Abschnitt westlich von Sondershausen hingewiesen. Dieser Abschnitt zeugt bis heute noch vom Kaliabbau, wobei die Anzahl der Schächte in den letzten Jahrzehnten gesunken ist.
Mitte der 90er Jahre gab es unweit des Haltepunktes von Großfurra noch mehrere Schächte, von denen sich dieser hier recht gut mit der Wipper im Vordergrund ablichten ließ. Dieses Motiv wurde von mir damals recht häufig angesteuert, da sowohl Ferkeltaxen als auch Babelsberger "Dicke" daran vorbeizogen. Nicht nur, dass das Bw Nordhausen noch über mehrere Blutblasen verfügte, sondern auch dem Umstand geschuldet, dass im Umlaufplan der "Dicken" werktags in den Nachmittagsstunden eine Leistung von Nordhausen nach Sondershausen und zurück enthalten war. Furore hat ja der Einsatz der formschönen Loks vor den Eilzügen von Nordhausen bis nach Altenbeken gemacht, aber diese Füllleistung hatten damals nur wenige Fotografen auf dem Schirm.
Am 03.05.95 führte eine Tagestour in den Südharz , welche sich in erster Linie mit den Babelsbergerinnen beschäftigen sollte, wobei der Beifang in Form von Triebwagen der Baureihen 614 und 628 sehr umfangreich war. Nachmittags stand dann der N 6626 von Sondershausen nach Nordhausen auf dem Programm - mit einer -wie immer- makellos sauberen 228 des Bw Nordhausen und einem einzigen modernisierten Halberstädter.
Ich kann mich noch gut an die Zirkelei erinnern, diesen Zug genau in der Lücke zu "treffen". Der Zentralverschluss der Knipse und der viel zu langsame "Winder" verlangten die Konzentration auf ein Bild, und das musste sitzen. Oft genug sorgte eine minimale Auslöseverzögerung für weniger ansprechende Erfolge...Herausforderungen, die man heute überhaupt nicht mehr kennt...;-)

Scan vom Fuji Velvia 6x6-Dia

Datum: 03.05.1995 Ort: Großfurra [info] Land: Thüringen
BR: 228 (V180) Fahrzeugeinsteller: DB
Kategorie: Bahn und Infrastruktur
Top 3 der Woche: 7 Punkte

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Der Signalausleger von Berlin-Charlottenburg
geschrieben von: Leon (638) am: 04.01.21, 21:43
Berlin-Charlottenburg vor 30 Jahren: ein Bahnhof in Berlin für verschiedene Zwecke. Im Hintergrund sind die beiden Bahnsteige für die S-Bahn zu erkennen. Der Fotograf steht auf einem Bahnsteig, an dem seinerzeit außer den Zügen für die britischen Alliierten kein Zug hielt. In der Mitte sehen wir den Bahnsteig für den Nahverkehr, das Wort "Regionalbahn" gab es 1991 noch nicht. Die Wende ist noch nicht lange her, und man hat zunächst mit Ferkeltaxen, ab Sommer 1991 dann mit Wendezügen einen Vorortverkehr von Charlottenburg über Spandau nach Nauen eingerichtet. Zum Einsatz kamen Babelsberger "Dicke" in beiden Varianten: sowohl in der sechsachsigen als auch in der vierachsigen Version. Selbst die ehemaligen Regierungszugloks 118 548, 550 und 552 waren vor diesen Zügen zu sehen. Anfangs noch wie aus dem Ei gepellt, zeigten sich nach einiger Zeit selbst hier die ersten Gebrauchsspuren. Nicht minder interessant waren die Wagengarnituren: eingesetzt wurden sowohl die fünfteiligen Gliederzüge mit diesem besonderen Zwischenteil über dem Einstieg als auch vierteilige Doppelstockeinheiten mit schräger wie steiler Dachfront. Wir sehen hier am Nachmittag des 31.08.1991, wie die ex-Regierungszuglok 118 552 mit einem Gliederzug den Bahnhof von Charlottenburg verlässt und soeben den bekannten Signalausleger passiert. Wer genau hinsieht, erkennt am anderen Bahnsteigende das Stellwerk "Cho" sowie weitere Formsignale.
Der Bahnhof Charlottenburg ist heute ein moderner Regionalbahnhof. Seine S-Bahnsteige sind etwas in Richtung Wilmersdorfer Straße verlegt worden, um einen kürzeren Umsteigeweg zur U-Bahn zu erhalten.

Scan vom Fuji-Kleinbilddia

Datum: 31.08.1991 Ort: Berlin Charlottenburg [info] Land: Berlin
BR: 228 (V180) Fahrzeugeinsteller: Deutsche Reichsbahn
Kategorie: Bahn und Infrastruktur
Top 3 der Woche: 3 Punkte

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Damals in Ardez
geschrieben von: Leon (638) am: 03.01.21, 18:00
Machen wir einen Ausflug zur RhB in das Jahr 1994. Von den Strecken im Bündnerland sind ja in letzter Zeit einige interessante Bilder in der Galerie zu sehen gewesen, und da dachte ich mir: mach doch mal die Mottenkiste vom Herbst 1994 auf...;-) Ich war damals auf Einladung einiger süddeutscher Eisenbahnfreunde für eine Woche mit in die Schweiz gepilgert - in ein Land, in welchem ich davor nur selten war und danach seltsamerweise nie wieder. Trotz der grandiosen Landschaft ist kein Funke übergesprungen, im Gegensatz zu Österreich, wo es mich in den 80er und 90er Jahren häufig hinzog.
Ziel der Tour waren die damals noch im Planeinsatz befindlichen Krokodile der Baureihe Ge 6/6 I, welche u.a. von Samedan aus in verschiedene Richtungen mit Güterzügen bzw. echten "GmP´s" unterwegs waren. In erster Linie waren wir hinter den beiden Zügen her, die über den Albula-Pass sowie im Inntal unterwegs waren. Bis dato kannte ich nach dem Ende der Altbau-Elloks in Deutschland Loks mit Stangenantrieb nur in Form einiger österreichischer Reihen, und es war ein optischer wie akustischer Genuss, diesen kleinen rhätischen Maschinen bei der Arbeit zuzusehen und -zuhören.
An den Nachmittag des 04.10.94 kann ich mich noch gut erinnern. Nicht, weil wir auf Kroko-Jagd waren wie an den anderen Tagen auch, aber weil wir in Ardez auf diesem kleinen Hügel, von dem das Bild entstand, etwa eine Stunde auf die Abfahrt der Fuhre gewartet haben. In dieser Zeit kamen ständig Quellwolken bedrohlich in die Nähe der Sonne, und -Pessimist, der ich bin- ich habe ständig den Blick zwischen Strecke und Sonne hin und her gerichtet wie beim Tennis und heraufbeschworen, dass die Stelle in die Hose geht. Die Fotofreunde müssen mit mir wahnsinnig geworden sein - oder ich mit ihnen, denn sie ließen sich so überhaupt nicht aus der Ruhe bringen in der Gewissheit, dass das Bild klappt. Nun, die Wolken kamen alle Nasenlang an - und lösten sich vor der Sonne wieder auf. Seltsame Thermik in dem Tal. Der Zug hat dann wider meiner Erwartung geklappt, und ich durfte mir für den Rest des Nachmittages bei jedem Motiv, was noch eingesammelt wurde, anhören, warum ich so´n Theater gemacht habe...Die Nummer ist unter uns bis heute ein running gag. Wird Zeit, dass das Bild mal die Öffentlichkeit findet...;-)
Die Stelle ist aus dem Jahr 2017 bereits in der Galerie. Viel Spaß beim Vergleichen...;-)

Scan vom Fuji Velvia 6x6-Dia, nutzergerecht gekürzt...;-)

Zuletzt bearbeitet am 03.01.21, 18:02

Datum: 04.10.1994 Ort: Ardez [info] Land: Europa: Schweiz
BR: CH-Ge 6/6 I Fahrzeugeinsteller: RhB
Kategorie: Bahn und Landschaft
Top 3 der Woche: 2 Punkte

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Formsignalballett Pocking
geschrieben von: Leon (638) am: 01.01.21, 23:31
Kehren wir für ein zünftiges 628-Bild noch einmal zu unserem Sommerurlaubsort bei Pocking in Niederbayern zurück. Von diesem Urlaub sind ja bereits einige Aufnahmen in die Galerie gewandert, und an dem herrlichen Ensemble des Bahnhofs Pocking, bestehend aus typisch bayerischem Bahnhofsgebäude, Formsignalen und Weichenspannwerken kann man sich so herrlich satt sehen. Fotos waren hier insbesondere am frühen Morgen und am späten Abend möglich. Diverse morgendliche Touren zum Bäcker wurden hier ausgiebig verlängert, aber der Rest der Familie wollte einfach ausschlafen, also brauchte man kein schlechtes Gewissen haben, wenn man gegen 05.30 Uhr die Ferienwohnung verließ und gegen 10 Uhr zurückkam - rechtzeitig vor dem Einsetzen des Hochlichtes..;-)

Da der Streckenabschnitt westlich von Pocking wegen Bauarbeiten für fast alle Züge gesperrt war, waren an Sonntagen immer zwei Garnituren in Pocking zu sehen, um die Regionalzüge nach Passau abdecken zu können. Während im Hintergrund der 628 618 noch seine Sonntagsruhe genießt, hat sich der 628 432 auf den Weg in die Drei-Flüsse-Stadt gemacht. Kurz zuvor klapperten zwei Flügel ins Hp2 und sorgten für eine kurze, typische Geräuschkulisse an dem ansonsten völlig ruhigen Sonntagmorgen.

Das Motiv ist in ähnlicher Form bereits mit einer 218 in der Galerie vertreten, aber die Zeit der lokbespannten Züge ist im Rottal schon lange vorbei - und Telegrafenmasten stehen dort leider auch nicht mehr.


Datum: 05.07.2020 Ort: Pocking [info] Land: Bayern
BR: 628 Fahrzeugeinsteller: DB
Kategorie: Bahn und Infrastruktur
Top 3 der Woche: 0 Punkte

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Nach Sonnenuntergang in Wittlensweiler
geschrieben von: Leon (638) am: 31.12.20, 16:15
Ende März 1994 führte uns eine mehrtätgige Fototur in den Schwarzwald. Ziel war in erster Linie der Schienenbusverkehr im Renchtal, aber auch Bilder von weiteren Dieseltriebwagen im Kinzigtal sowie auf der oberen Gäubahn. Jede Menge Beifang ging ins Netz, denn insbesondere die Schienenbusse wollten wir auch im Raum Tübingen sowie auf der Schwarzwaldbahn "einfangen". Meist begannen und endeten die Tage jedoch in Wittlensweiler. Hier eignete sich das Ettenbachviadukt hervorragend für Aufnahmen von den dort noch eingesetzten 627, weil sie auf diesem Viadukt nicht ganz so verloren aussahen wie auf den anderen beiden Brücken zwischen Dornstetten und Freudenstadt.
Zum Sonnenuntergang des 17.03.94 sollte zunächst eine Schienenbusgarnitur als E 3085 über das Viadukt brummen, aber im allerletzten Licht gelang noch die Aufnahme der Silhouette eines 627 als N 6134.
Mit dieser Aufnahme wünsche ich allen DSO-Usern sowie den Kollegen aus dem AWT einen guten Rutsch! Kommt gut ´rüber - und bleibt "negativ"..;-)

Scan vom Fuji Velvia 6x6-Dia, stark gekürzt...;-)

Datum: 27.03.1994 Ort: Wittlensweiler [info] Land: Baden-Württemberg
BR: 627 Fahrzeugeinsteller: DB
Kategorie: Stimmungen mit Zug
Top 3 der Woche: 9 Punkte

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Eine Bügelfalte durcheilt Wiesenburg
geschrieben von: Leon (638) am: 28.12.20, 17:08
Bleiben wir noch einen Moment auf der "Kanonenbahn". Die Strecke von Berlin nach Blankenheim bestach in den 90er Jahren motivlich nicht nur durch ihre zahlreichen Blockstellen, sondern auch durch ihre Bahnhofsgebäude. Insbesondere der brandenburgische Abschnitt von Berlin-Wannsee über Drewitz und Belzig bis nach Wiesenburg (Mark) war in den 90er Jahren Ziel häufiger Fototouren. Allein mit der Ansicht der Burg Eisenhardt in Belzig ließen sich mehrere, teils völlig unterschiedliche Fotos in der Galerie unterbringen. Den sehenswerten Bahnhof von Wiesenburg habe ich hingegen seltsamer Weise nur ein einziges Mal besucht - und er ist bislang auch in dieser Form noch nicht in der Galerie vertreten.
Kurz hinter Wiesenburg trennt sich die Kanonenbahn von der Strecke Richtung Roßlau, welche in einer recht engen Kurve nach Süden abknickt und bei Jeber-Bergfrieden noch weitere Motive aufweist. Seit dem 31.05.1992 ist die Strecke von Roßlau über Wiesenburg und Belzig bis Seddin elektrisch befahrbar, ab Sommer 1993 auch bis Berlin Zoologischer Garten. Trotzdem sollte es bis zum 17.09.1995 dauern, bevor ich im Fläming die erste Elektrolok aufnehmen sollte. Der Tag wurde nicht umsonst gewählt; es war ein Sonntag. Und sonntags fuhr in einigen Fahrplanperioden bis Ende der 90er Jahre ein fotogener Autoreisezug ab Berlin-Wannsee nach Bologna, Siofok und Koper. Dieser Zug verließ Berlin-Wannsee in den frühen Nachmittagsstunden und kam zu fotogener Zeit durch den Fläming, planmäßig bespannt mit einer 110. Und somit sehen wir hier den D 13317/13387/13787, wie er mit seiner illustren Garnitur aus Schlaf- und Liegewagen plus DDm, gezogen von der 110 325, am Betrachter in Wiesenburg vorbeizieht und gleich in südliche Richtung abknicken wird.

Scan vom Fuji Velvia 6x6-Dia

Zuletzt bearbeitet am 29.12.20, 11:19

Datum: 17.09.1995 Ort: Wiesenburg Mark [info] Land: Brandenburg
BR: 110,112,113,114 (West-Baureihen) Fahrzeugeinsteller: DB
Kategorie: Bahn und Infrastruktur
Top 3 der Woche: 6 Punkte

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Blockstelle Rathmannsdorf
geschrieben von: Leon (638) am: 27.12.20, 15:05
Im DSO-HiFo ist jüngst ein sehr interessanter Reisebericht über eine Zugrunde durch Sachsen-Anhalt erschienen. Diesen Bericht nehme ich mal in Bezug auf die Kanonenbahn volley, mit einem Ausflug zur Kanonenbahn. Bereits im Bild aus Belzig mit der Wumme vor der Burg Eisenhardt wurde über die "Kanonenbahn" von Berlin nach Sangerhausen berichtet, welche früher bis Metz geführt hat. Inzwischen sind Teile von ihr im deutschen Streckennetz völlig verschwunden, wie z.B. der Abschnitt von Wiesenburg über Güterglück bis Güsten. Eigentlich muss man es sich im negativen Sinne auf der Zunge zergehen lassen: eine teilweise zweigleisige Hauptstrecke wurde Anfang der 90er Jahre zwischen Güterglück und Wiesenburg noch schnell elektrifiziert, um u.a. den ICE-Verkehr in die Hauptstadt aufzunehmen und präsentiert sich heute als Brachfläche, auf welcher inzwischen die ersten Bäume wachsen. [www.drehscheibe-online.de]
Der o.g. Reisebericht enthält ein Bild aus dem Bahnhof von Rathmannsdorf, oberhalb von Staßfurt gelegen, zwischen Calbe und Güsten gelegen. An der Bahnhofseinfahrt befand sich die Blockstelle Rathmannsdorf. Nicht nur der Verfasser des Reiseberichtes hat eine Affinität zu Blockstellen, sondern auch die Kanonenbahn verfügte über zahlreiche Blockstellen, wie z.B. den Block Reetz [www.drehscheibe-online.de] , den Block Flötz sowie weitere Blockstellen hinter Güsten - und auch den Block Rathmannsdorf. Anfang Februar 1997 führte eine Fototour nach Sachsen-Anhalt, und wir stehen an der Blockstelle und erwarten die Einfahrt der RB 5626 - wie auch im Reisebericht gezeigt, bestanden die Züge auf der damaligen KBS 258 aus einer V 100 und einem langen "Halberstädter", inzwischen in den seinerzeit neuen Produktfarben.
Die Blockstelle ist als Gebäude heute noch über Google Earth auszumachen, und auch die Trasse ist noch erkennbar. Unsere V 100 wird bald Güsten erreicht haben, aber ab dem Jahr 1998 war der Personenverkehr auf diesem Abschnitt der Kanonenbahn Geschichte.

Scan vom Fuji Velvia 6x6-Dia

Zuletzt bearbeitet am 27.12.20, 15:09

Datum: 08.02.1997 Ort: Rathmannsdorf [info] Land: Sachsen-Anhalt
BR: 202,204 (alle V100-Ost-Baureihen) Fahrzeugeinsteller: DB
Kategorie: Bahn und Infrastruktur
Top 3 der Woche: 14 Punkte

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Weihnachten am Mittellandkanal
geschrieben von: Leon (638) am: 24.12.20, 12:40
Weihnachten anno 1996. Ein eiskaltes, sonniges Winterhoch sollte tagelang über Norddeutschland stehen. Dazu ein paar Krümel Schnee. Am 24.12. ging es vor der mittäglichen Weihnachtsgans noch einmal an die Strecke. Ziel war der Regionalverkehr zwischen Osnabrück und Bramsche, welchen sich lokbespannte Züge mit Oldenburger 216 und Osnabrücker 624 teilten. Nun, wir haben heute den 24.12. und es steht das 624. Bild an..;-)
Wir stehen am Ufer des zugefrorenen Mittellandkanals und warten an der Brücke bei Bramsche auf einen Regionalzug in nördliche Richtung. Das typische Brummen kündigt einen 624 aus Richtung Osnabrück an. Mit kurzem Gepolter rauscht der Triebzug in respektabelem Tempo als RB 7335 über die Brücke; nächster Halt ist Bramsche.

Zur Bildmanipulation: die damals eingesetzte 6x6-Knipse aus dem Hause Rollei verfügte über einen Zentralverschluss, mit dem etwas lästigen Übel, dass beim Auslösen trotz höchster Konzentration ein minimaler Zeitverzug vorhanden war- der in diesem Fall für eine äußert unglückliche Auslösung sorgte. Daher musste die Konstruktion der senkrechten Streben der Situation digital etwas angepasst werden. Die Brücke hielt der Belastung dennoch stand...;-) Fröhliche Weihnachten!

Scan vom Fuji Velvia 6x6-Dia

Datum: 24.12.1996 Ort: Bramsche [info] Land: Niedersachsen
BR: 624,634 Fahrzeugeinsteller: DB
Kategorie: Stimmungen mit Zug
Top 3 der Woche: 4 Punkte

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Eine "Dicke" auf dem Putzkauer Viadukt
geschrieben von: Leon (638) am: 23.12.20, 23:01
Babelsberger "Dicke" waren früher auf der Strecke von Dresden nach Zittau an der Tagesordnung. Das Putzkauer Viadukt, kurz hinter Bischofswerda gelegen, war immer ein willkommenes Fotoobjekt [www.drehscheibe-online.de], wobei man zugeben muss, dass Aufnahmen von Eilzügen mit der Baureihe 118 vor der Wende immer den klassischen Beifang zum Nahgüterzug mit Zittauer 52.80 dargestellt haben. Umso dankbarer ist man, wenn man aus heutiger Sicht damals nicht nur auf die Dampftraktion draufgehalten hat, denn heute ist man oft erstaunt, was damals nicht nur an Lokomotiven, sondern auch an Garnituren so alles nebenbei ins Netz ging.
Am 21.07.94 war die Dampftraktion lange beendet, und auch die Baureihe 118 -jetzt 228- war in der Oberlausitz nur noch sporadisch anzutreffen. An diesem Tag war jedoch im Plan der sonst vor den Reisezügen zwischen Dresden und Zittau eingesetzten U-Boote die 228 683 eingesetzt. Wir sehen sie hier am Nachmittag mit dem N 5446 Richtung Dresden, wie sie das Putzkauer Viadukt in die andere Richtung überquert. Wer weiß, wer damals in der "Hundehütte" gewohnt hat...;-)

Scan vom Fuji Velvia 6x6-Dia

Datum: 21.07.1994 Ort: Putzkau [info] Land: Sachsen
BR: 228 (V180) Fahrzeugeinsteller: DB
Kategorie: Bahn und Infrastruktur
Top 3 der Woche: 7 Punkte

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Driving home for Christmas
geschrieben von: Leon (638) am: 22.12.20, 15:28
Traditionell finden in der Vorweihnachtszeit auf vielen Museumsbahnen in Deutschland die beliebten Adventsfahrten statt. So auch auf den Tag genau vor 24 Jahren auf der Strecke des DEV von Bruchhausen-Vilsen nach Asendorf. Bis heute dürfte das Weihnachtsfest im Jahr 1996 zu den sonnigsten Festen in dieser sonst trüben Jahreszeit gewesen sein, an das ich mich erinnern kann. Tagelang war strahlend blauer Himmel, aber klirrende Kälte! Eigentlich ideales Wetter für Stimmungsaufnahmen mit der Dampftraktion. Und so ging es damals am 4. Advent zum DEV, nicht weit weg vom Weihnachtsdomizil eines früheren Lebensabschnittes. Im Einsatz waren an dem Tag eine Dampflok namens "Hermann" sowie diese kuriose Kastenlok namens "Plettenberg". Wir sehen hier diese Lok, wie sie die letzte Adventsfuhre dieses Tages hinter Asendorf zurück nach Bruchhausen-Vilsen zieht.

So, nun lehnt euch zurück, denkt vielleicht an den gleichnamigen Song von Chris Rea, der mit seiner Stimme immer noch jede Konzerthalle in ein Wohnzimmer verwandeln kann, und habt ein schönes und geruhsames Weihnachtsfest im Kreis eurer Lieben und Verwandten ! :-)

Scan vom Fuji Velvia 6x6-Dia

Datum: 22.12.1996 Ort: Asendorf [info] Land: Niedersachsen
BR: 099 (Schmalspur ab 1000mm Spurweite) Fahrzeugeinsteller: DEV
Kategorie: Stimmungen mit Zug
Top 3 der Woche: 6 Punkte

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Schirgiswalde von gegenüber
geschrieben von: Leon (638) am: 21.12.20, 17:09
Schirgiswalde-Kirschau..ein Ort, den vielleicht die etwas älteren unter uns mit den Einsätzen der Zittauer 52.80 vor ihren Nahgüterzügen zwischen Bischofswerda und Zittau verbinden. Der Bringer war hier ein Viadukt oberhalb der Ortslage mit einer repräsentativen Kirche dahinter. Im Rahmen einer Plandampfveranstaltung wurde dieses Motiv nachgestellt und hat seinen Einzug in die Galerie erhalten (vgl. [www.drehscheibe-online.de] ). Ebenfalls sehr interessant ist ein Bild aus dem Jahr 2012, welches den Regionalverkehr mit einem Triebwagen zeigt: [www.drehscheibe-online.de].
Relativ unbekannt war jedoch der Blick von der gegenüber liegenden Seite des Dorfes. Zwei Tagestouren führten mich im Sommer 1994 in die Oberlausitz. Ziel war es, den damaligen Alltag an dieselbespannten Zügen im Dreieck Bischofswerda - Löbau - Zittau zu erleben. Vor den Personenzügen dominierte die V 100, Eilzüge wurden mit U-Booten und vereinzelt noch mit 228 bespannt. Im Güterverkehr waren Ludmillen und U-Boote zu erlegen, und eine Dresdener Wumme war ebenfalls mit von der Partie. Die Wagengarnituren der Reisezüge bestanden aus allem, was zu damaligen Zeit im Programm war. Hier sehen wir eine 219, wie sie ihren N 5433 Richtung Zittau zieht. Am Haken zwei Bom´s, ein Halberstädter und ein BDghwe-Halbgepäckwagen. Klassischer Alltag der frühen 90er Jahre...

Scan vom Fuji Velvia 6x6-Dia

Datum: 21.07.1994 Ort: Schirgiswalde [info] Land: Sachsen
BR: 219,229 (alle U-Boote) Fahrzeugeinsteller: DB
Kategorie: Bahn und Landschaft
Top 3 der Woche: 6 Punkte

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Potsdam Stadt
geschrieben von: Leon (638) am: 20.12.20, 13:30
Kennt noch einer Potsdam Stadt? Potsdam hatte früher einen Hauptbahnhof, draußen in der Pirschheide, wo sich der Außenring und die Strecke von Wildpark über Caputh Richtung Beelitz in einer Art Turmbahnhof kreuzten. Der Bahnhof Potsdam Stadt war deutlich näher am Zentrum gelegen. Nach der Wende hielten hier auch die Fernverkehrszüge von und nach Berlin, aber der Bringer waren eigentlich immer die Nahverkehrszüge. Beliebtes Fotobjekt der Nachwendejahre war oft der P 3462 von Babelsberg über Werder nach Brandenburg, der von einer Brandenburger "Dicken" bespannt wurde und ab 1991 bis nach Berlin-Wannsee verlängert wurde. Kaum eine Brücke, von der dieser Zug damals nicht fotografiert wurde - kaum eine Blockstelle, an der die Vorbeifahrt nicht dokumentiert wurde..;-)
Wir sehen hier die Abfahrt dieses Zuges im Bahnhof Potsdam Stadt. Formsignale prägen das Bild, und rechts sind noch die Gebäude des RAW Potsdam zu erkennen.
Heute ist der Blick nicht wiederzuerkennen. Das Gelände wird überspannt durch das Bauwerk des neuen Potsdamer Hauptbahnhofes. Ich habe in der Galerie geschaut, ob eine vergleichbare Aufnahme existiert. Man kann in etwas dieses Bild [www.drehscheibe-online.de] heranziehen. Es ist ca. 10-15 Meter weiter links von der gleichen Brücke entstanden und zeigt den Blick, wie er heute möglich wäre. Exakt der gleiche Standpunkt ist heute so gut wie nicht mehr umsetzbar; Oberleitungsmasten und Tragwerke verhindern jeden galeriefähigen Vergleich.

Und der alte Potsdamer Hauptbahnhof? Liegt heute inmitten der Pirschheide brach und wird als beliebtes Fotoobjekt für "Rotten Places" benutzt...

Scan vom Fuji-100 Kleinbilddia

Zuletzt bearbeitet am 20.12.20, 16:12

Datum: 23.09.1990 Ort: Potsdam Stadt [info] Land: Brandenburg
BR: 228 (V180) Fahrzeugeinsteller: Deutsche Reichsbahn
Kategorie: Bahn und Infrastruktur
Top 3 der Woche: 2 Punkte

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Eine einsame Feldwegbrücke
geschrieben von: Leon (638) am: 17.12.20, 21:37
Kommen wir noch einmal zurück zur Bahnstrecke von Grunow nach Cottbus. Wie bereits bei dem Bild mit den märkischen Kiefern erwähnt, war die Strecke geprägt durch die Doppeltelegrafenmasten, welche die Strecke säumten. Die Zugdichte war nach der Wende nicht sonderlich hoch, aber es gab in den Vormittagsstunden eine passende Leistung Richtung Cottbus, die an mehreren Motiven umsetzbar war. Hierzu zählte eine einsame Feldwegbrücke südlich des Bahnhofs von Ullersdorf, kurz vor Jamlitz gelegen. Man steht hier relativ spitz am Gleis; der Bewuchs verhindert ein seitlicheren Standpunkt. Links ist ein ehemaliges Bahnwärterhaus erkennbar, darüber thront einer der herrlichen Doppeltelefrafenmasten. An der Brücke macht die Haltepunkttafel Ne 6 auf den nahen Halt in Ullersdorf aufmerksam. Am 24.04.95 gibt sich die 202 691 mit ihrem N 5507 nach Cottbus die Ehre. Nächster Halt ist Jamlitz.

Mir ist bewusst, dass sich eine V 100 aus dieser Perspektive relativ groß vor dem Betrachter aufbaut. Da es aber nur diese eine Auslösung gibt, habe ich mich schweren Herzens nicht dazu durchgerungen, das Bild noch zu künstlich zu verkleinern. Durch das fast rechteckige Format tritt der Effekt der den Fotografen fast überrollenden Lok etwas in den Hintergrund...;-)

Scan vom Fuji Velvia 6x6-Dia

Zuletzt bearbeitet am 17.12.20, 21:44

Datum: 24.04.1995 Ort: Ullersdorf [info] Land: Brandenburg
BR: 202,204 (alle V100-Ost-Baureihen) Fahrzeugeinsteller: DB
Kategorie: Zug schräg von vorn
Top 3 der Woche: 1 Punkt
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Frostiger Morgen vor Beeskow
geschrieben von: Leon (638) am: 19.12.20, 08:59 Top 3 der Woche vom 03.01.21
Kommen wir noch einmal zurück an die Niederlausitzer Eisenbahn. Es war frostig kalt am Morgen des 10.12.94, fast auf den Tag genau vor 26 Jahren; der Raureif überzog die Wiesen und die Häuser. Die Reisezüge waren auf dieser Strecke bis 1994 noch aus zwei Bghw-Wagen gebildet. Wir sehen hier die 202 708, wie sie ihren N 4148 aus dem Haltepunkt Tauche in das nicht mehr weit entfernte Beeskow beschleunigt. Möge die Dampfheizung den wenigen Reisenden im Zug mollige Wärme gespendet haben...;-)

Scan vom Fuji Velvia 6x6-Dia

Datum: 10.12.1994 Ort: Tauche [info] Land: Brandenburg
BR: 202,204 (alle V100-Ost-Baureihen) Fahrzeugeinsteller: DB
Kategorie: Stimmungen mit Zug
Top 3 der Woche: 20 Punkte

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Es trommelt an der Burg Eisenhardt
geschrieben von: Leon (638) am: 16.12.20, 17:08
Oberhalb der Kanonenbahn von Berlin nach Metz thront im Fläming Bad Belzigs historisches Wahrzeichen: die Burg Eisenhardt. Eine geschlossene Ringmauer mit begehbaren Wehrtürmen umfasst die Burganlage mit ihrem weithin sichtbaren 24 m hohen Bergfried. Die Burg liegt auf einem Höhenrücken im Hohen Fläming und gilt als größte Höhenfestung Norddeutschlands.
Nach der Wende wurde die Burg in der Zeit von 1991 bis 2008 umfassend saniert. Heute sind in den Räumlichkeiten ein Museum sowie ein Burghotel untergebracht. Der historische Burgkeller kann für Veranstaltungen gebucht werden. Ein Besuch der Burganlage wird uneingeschränkt empfohlen!

Im Jahr 1991 war die Burganlage noch im unsanierten Zustand, die Kanonenbahn noch ohne Fahrdraht, der Verkehr auf ihr jedoch umso sehenswerter. Vor den Personenzügen in Richtung Dessau oder Güterglück dominierte die V 100, Eil- und Schnellzüge waren mit Ludmillen bespannt. Sonntags konnten dort morgens die Autoreisezüge aus südlichen Gefilden Richtung Berlin-Wannsee beobachtet werden, wie sie mit ihren Schlaf- und Liegewagengarnituren an der Burg vorbeizogen. Im Güterverkehr dominierte ebenfalls die Ludmilla – aber der Bringer war ein vormittäglicher „Dg“ von Roßlau nach Belzig (damals noch ohne „Bad“) mit Roßlauer „Wumme“. Wir stehen am Vormittag des 11.04.91 und erwarten diesen Zug. Und mit der 120 087 kam ein relativ sauberes Exemplar dieser Baureihe an uns vorbei, am Haken der Dg 52041 - ein recht übersichtliches Züglein.
Der Fotostandpunkt wurde von uns in den Jahren nach der Elektrifizierung nochmals aufgesucht, aber hier musste man mit der Vegetation und den Masten schon zirkeln. Heute ist der Fotopunkt leider restlos zugewachsen.

Scan vom Fuji-100 Kleinbilddia

Datum: 11.04.1991 Ort: Bad Belzig [info] Land: Brandenburg
BR: 1120 (alle V200-ost Taigatrommeln) Fahrzeugeinsteller: Deutsche Reichsbahn
Kategorie: Bahn und Landschaft
Top 3 der Woche: 7 Punkte

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Der Franzosenzug am Kaiserbahnhof
geschrieben von: Leon (638) am: 15.12.20, 21:13
Im Zuge der Verlängerung der Eisenbahnlinie Berlin-Potsdam nach Magdeburg entstand 1868 in Potsdam an der Zufahrtsstraße vom Wildpark zum Neuen Palais ein Bahnhof, der in erster Linie für die Ankunft der königlichen Familie und ihrer Gäste gedacht war.
Anfang des 20. Jahrhunderts wurden die Gleisanlagen erweitert und auf einem Damm angelegt. Unter Kaiser Wilhelm II. wurde 1909 ein neues kaiserliches Bahnhofsgebäude im Stil eines englischen Cottages eröffnet. Es besteht aus einem repräsentativen Empfangsgebäude sowie der Bahnhofshalle.
Nach 1952 war das Gebäude im Besitz der Deutschen Reichsbahn und wurde unterschiedlich genutzt, zuletzt als Lagerraum. Nachdem die Bahnhofshalle 1977 wegen Einsturzgefahr gesperrt wurde, konnte der Bahnhof 2005 nach einer umfassenden Restaurierung wiedereröffnet werden. Heute nutzt eine Akademie der Deutschen Bahn das Gebäude; in der Halle finden Empfänge statt.
Der Bahnhof Wildpark erhielt im Zuge der Errichtung des kaiserlichen Bahnhofsgebäudes einen Außenbahnsteig neben der Halle sowie zwei Inselbahnsteige. Mitte der 90er Jahre wurde der Bahnhof grundlegend umgebaut und besteht heute nur noch aus dem Außenbahnsteig sowie einem Inselbahnsteig. Von diesem ist dieses Foto entstanden: [www.drehscheibe-online.de] Der Bahnhof Wildpark wurde nach seiner Modernisierung in „Potsdam Park Sanssouci“ umbenannt.
Kurz nach der Wende sah der Bahnhof noch anders aus: wir stehen auf den nördlichen der beiden Inselbahnsteige und erwarten den „Franzosenzug“ – einen Zug, der 3 x wöchentlich zwischen Berlin-Tegel und Strasburg verkehrte. Dieser Zug wurde zwischen Berlin-Tegel und Potsdam Stadt von der Baureihe 118 bespannt. In Potsdam Stadt fand der Lokwechsel auf die Baureihe 132 statt, die den Zug bis Helmstedt brachte.
Wir sehen am 04.08.90 die 132 527, wie sie mit ihrer sehenswerten Garnitur die noch brach liegende Halle des Kaiserbahnhofes passiert. Rechts ist der zweite Inselbahnsteig noch erkennbar.

Scan vom Fuji-100 Kleinbilddia, überarbeitet

Zuletzt bearbeitet am 15.12.20, 21:14

Datum: 04.08.1990 Ort: Potsdam Park Sanssouci [info] Land: Brandenburg
BR: 232,233,234,241 (alle Ludmilla-Baureihen) Fahrzeugeinsteller: Deutsche Reichsbahn
Kategorie: Bahn und Infrastruktur
Top 3 der Woche: 7 Punkte

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"Albert Einstein" - mit Latz vor altrot...
geschrieben von: Leon (638) am: 14.12.20, 17:23
Mit diesem Bild ergeht ein Gruß an all diejenigen, die zuletzt fleißig im Allgäu unterwegs waren und noch schnell ihre letzten persönlichen Abschiedsbilder der lokbespannten Reisezüge angefertigt haben. Da das besondere Augenmerk auf die Eurocitys mit ihren attraktiven schweizer Garnituren gelegt wurde, möchte ich ein bald 25 Jahre altes Bild vom Frühherbst 1996 beisteuern. Damals war der Verkehr auf der Allgäustrecke fest in der Hand der Baureihe 218. Nahezu jeder Regionalzug, gebildet aus mintfarbenen Bn-Wagen, hatte entweder ein ozeanblau-beiges oder belatztes Exemplar als Zuglok, bei den EC´s waren es deren zwei. Aufgelockert wurde der -man konnte fast schon sagen: eintönige- Verkehr (sorry..;-) ) durch einen nachmittags verkehrenden Containerzug mit 215 vor 212, der aber von Lindau den Berg hochkam und somit fast nur aus dem Licht fuhr. Blieb als Hoffnungsschimmer, wenigstens eine der wenigen (oder sogar DIE letzte) altrote Kemptener 218 zu erwischen. Am Nachmittag des 26.09.96 stand ich oberhalb der bekannten Wiese bei Meckatz und wartete auf den EC 166 "Albert Einstein", noch mit CD-Speisewagen im Zug. Es kam natürlich, wie es kommen musste: Latz vor altrot..:-(. Damals ein Grund zum Ausrasten - heute Geschichte. Und völlig zufrieden, wenigstens ein paar Züge auf der landschaftlich herrlichen Strecke eingefangen zu haben. Warum ich seitdem nie wieder da war..? Schwer zu sagen; wird mir immer wieder ein Rätsel bleiben.

Scan vom Fuji Velvia 6x6-Dia

Datum: 26.09.1996 Ort: Meckatz [info] Land: Bayern
BR: 218 Fahrzeugeinsteller: DB
Kategorie: Bahn und Landschaft
Top 3 der Woche: 3 Punkte

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Am Teich bei Rollhofen
geschrieben von: Leon (638) am: 11.12.20, 22:05
Erinnerungen an die Baureihe 614! Ob in orange-kieselgrau, ozeanblau-beige oder rot - bis auf das Sanitärdesign machten diese Triebwagen in ihrem typischen 70er-Jahre-Look in fast jeder Lackierung was her! Auch wenn sie leistungstechnisch etwas schwach auf der Brust waren, hat das Reisen in ihnen schon damals zu TMT-Zeiten Spaß gemacht, und ihren typischen schnurrenden Sound hat man heute noch im Ohr..:-) Etwas ins Nachdenken konnte man schon fallen, als sich ihr Einsatzgebiet nach der Wende auf die Rampe über den Thüringer Wald verlagert hat. Ausfahrten in Gräfenroda fielen entsprechend geräuschvoll aus, und die Steigung bei Gehlberg dürfte ihnen einiges abverlangt haben.
Wesentlich gemütlicher ging es hingegen auf der Strecke von Neukirchen am Sand nach Simmelsdorf-Hüttenbach zu. Wir stehen am Vormittag des 05.09.2005 an einem Teich bei Rollhofen und beobachten die Vorbeifahrt einer 614-Garnitur als RB 30738. Bis zum Endbahnhof ist es nicht mehr weit.

Scan vom Fuji Velvia 6x6-Dia

Datum: 05.09.2005 Ort: Rollhofen [info] Land: Bayern
BR: 614 Fahrzeugeinsteller: DB
Kategorie: Bahn und Landschaft
Top 3 der Woche: 0 Punkte
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Ein Eierkopp besucht die Hauptstadt
geschrieben von: Leon (638) am: 10.12.20, 21:07
Das 613. Bild erfordert natürlich einen VT 08.5, sprich 613. Diese Triebwagen waren ja nach ihrer Karriere im F-Zug-Dienst zuletzt im Nahverkehrseinsatz im Harzvorland und im Weserbergland unterwegs, bevor ihr Einsatz im Jahre 1985 zu Ende ging. Ein Zug wurde von der BSW-Gruppe Braunschweig betreut und kam als "Weltmeisterzug" mit dem Spielfilm "Das Wunder von Bern" zu Filmehren. Der Zug, bestehend aus den Triebköpfen 613 603 und 620 sowie aus den Mittelwagen 913 510 und 512, erhielt hierzu wieder sein ursprüngliches Outfit mit Flügelrad.
Mit dem VT 08.5 wurden diverse Sonderfahrten in ganz Deutschland durchgeführt. Eine Tour führte ihn Ende August 1991 in die Hauptstadt. Wir erwarten den Zug an einem der berühmtesten Fotomotive Berlins an der damals noch nicht elektrifizierten Stadtbahn: der Blick aus dem Treppenhaus des "Tattersalls des Westens", aus welchem früher unzählige Fotos von "Interzonenzügen" mit ihren heulenden Ludmillas entstanden sind, deren Sound sich in der engen Häuserschlucht zum wahren Spektakel entwickelt hat..;-).Der Name "Tattersall" geht auf einen britischen Stallmeister zurück; in derartigen Gebäuden wurden früher Pferde untergebracht und gepflegt. In der Nähe des Savignyplatzes in Berlin-Charlottenburg gibt es in dem Gebäude das traditionsreiche ehemalige Lokal des Schwergewichtsboxers Franz Diener aus den "Goldenen zwanziger Jahren". Während die früheren Stallungen nach dem Ende des 2. Weltkrieges abgerissen wurden, ist das Gebäude heute immer noch direkt an der Stadtbahn erhalten und trägt die Aufschrift "Tattersall des Westens". Heute ist in den Räumlichkeiten die Künstlerkneipe "Diener Tattersall" untergebracht. Die Elektrifizierung der Stadtbahn hat weitere Fotos aus dem Gebäude unmöglich gemacht.
Am 30.08.1991 war der Blick auf die Stadtbahn mit dem Künstlerhaus St. Lukas zur linken sowie der Gedächtniskirche und dem Europa-Center im Hintergrund noch ungehindert möglich. Der VT 08 hat soeben den Bahnhof Zoologischer Garten verlassen und rollt in Richtung des Bahnhofes Charlottenburg.

Scan vom Fuji -100 Kleinbilddia

Zuletzt bearbeitet am 10.12.20, 21:11

Datum: 30.08.1991 Ort: Berlin Charlottenburg [info] Land: Berlin
BR: 608 (alle histor. VT08, 612, 613) Fahrzeugeinsteller: Deutsche Bundesbahn
Kategorie: Zug schräg von vorn
Top 3 der Woche: 5 Punkte

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Flaches Herbstlicht bei Lehnstedt
geschrieben von: Leon (638) am: 06.12.20, 14:18
Eigentlich war vorgesehen, für das 612. Bild standesgemäß einen VT 12.5 als Galeriebild vorzuschlagen. Die ganz Erwachsenen unter uns können sich vielleicht noch an die Nahverkehrsvariante der formschönen "Eierköppe" erinnern, welche bis 1984 nach ihrer langen Karriere in Schleswig-Holstein im Harzvorland ihr Gnadenbrot verdienen durften. Da aber mein Bestand an Aufnahmen dieser Baureihe extrem überschaubar ist und selbst diese Aufnahmen der Galerie nicht gewachsen waren, muss halt die Neubesetzung der Ziffer 612 herhalten: der RegioSwinger von Bombardier.

Der 07.11.20 war ein Tag, wie er im Buche stand: anfangs eine extrem zähe Nebeldecke über dem Thüringer Becken, die sich auch den ganzen Tag über nur zögerlich auflöste und mich wenige Kilometer vor dem Zielort fast zum Wahnsinn trieb: man fährt bei wolkenlosem Himmel im Südharz los, Ziel war die Holzlandbahn mit ihrem Diesel-Intercityverkehr. Noch weit vor Nordhausen tauchte man in die Suppe ein, und selbst nach dem Tunnel an der Hohen Schrecke war noch alles dicht. Erst hinter Erfurt hörte der Nebel wie mit der Rasierklinge geschnitten jäh auf, und es sollte bis zum Sonnenuntergang ein wolkenloser Herbsttag werden. Wir trieben uns den ganzen Tag in einem Dreieck zwischen Weimar, Gera und Zeitz umher, und von dem Tag sind bereits mehrere Fotos in die Galerie gewandert. Ein fotografisch extrem ergiebiger Ort war Lehnstedt, gleich hinter Weimar gelegen. Die Holzlandbahn umkurvt hier eine Ortskulisse , und von einem sanften Hang südlich des Ortes gibt es von vormittags bis zum Sonnenuntergang zahllose Fotomöglichkeiten. Wir sehen hier am Nachmittag dieses 612-Gespann, wie es als RE 3910 von Altenburg nach Erfurt die herbstliche Landschaft bei Lehnstedt passiert. Der Tag endete mit weiteren 612-Aufnahmen, und zwischendurch war Zeit hierfür: [www.drehscheibe-online.de]

Datum: 07.11.2020 Ort: Lehnstedt [info] Land: Thüringen
BR: 612 Fahrzeugeinsteller: DB
Kategorie: Bahn und Landschaft
Top 3 der Woche: 0 Punkte
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Auf Augenhöhe mit der Ostbahn
geschrieben von: Leon (638) am: 30.11.20, 09:54 Top 3 der Woche vom 13.12.20
Viele von uns können sich noch an die Doppeltelegrafenmasten entlang der Ostbahn erinnern. Auch heute finden sich noch vereinzelt einige Streckenabschnitte, so z.B. zwischen Weißwasser und Görlitz, an denen solche Relikte früherer Eisenbahn-Infrastruktur noch zu bewundern sind.
So in etwa zwischen Ostbahn und Oberlausitz gab es jedoch bis zur Mitte der 90er Jahre eine völlig unbeachtete Strecke, an welcher ebenfalls noch Doppeltelegrafenmasten standen: die Strecke zwischen Frankfurt/ Oder über Grunow nach Cottbus. Während der nördliche Teil von Frankfurt über Grunow Richtung Beeskow längst modernisiert wurde und auch in Beeskow jüngst die letzten Formsignale gefallen sind, kann heutzutage nur noch mit Mühe die einstige Trasse der Strecke von Grunow über Weichensdorf nach Cottbus ausgemacht werden. Bis 1996 gab es noch durchgehenden Personenverkehr, kurz danach wurde für wenige Jahre nur noch das Reststück zwischen Peitz und Cottbus mit Ferkeltaxen bedient.
Der landschaftlich schönste Abschnitt dieser Strecke fand sich ein paar Kilometer südlich von Grunow, bei Groß Briesen. Hier standen die herrlichen Doppeltelegrafenmasten artig Spalier, als am Nachmittag des 05.03.1995 die 202 691 mit ihrem N 5511 nach Cottbus durch typisch märkische Landschaft fuhr. Allein die Gruppe der Waldkiefern mit ihren schon fast glockenhaft gewölbten Baumkronen verraten die Mark Brandenburg.

Scan vom Fuji Velvia 6x6-Dia

Zuletzt bearbeitet am 02.12.20, 09:39

Datum: 05.03.1995 Ort: Groß Briesen [info] Land: Brandenburg
BR: 202,204 (alle V100-Ost-Baureihen) Fahrzeugeinsteller: DB
Kategorie: Bahn und Landschaft
Top 3 der Woche: 26 Punkte

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Volles Rohr aus Quedlinburg
geschrieben von: Leon (638) am: 28.11.20, 19:32
Nach dem Ende der TMT-Ära hat sich mein Interessengebiet zusehends der Dampftraktion in der DDR zugewendet, und auch nach der Wende gab es nach dem eigentlichen Dampf-Ende immer noch einige Schmankerl zu erleben. Hierzu gehörte der Einsatz der wieder aufgearbeiteten 01 1519 Ende Februar 1991 vor einigen Planzügen in der Börde. Die Lok wurde nach ihrer Ausmusterung beim Bw Saalfeld im Oktober 1982 bis zum Herbst 1988 als Dampfspender im Bw Pasewalk verwendet, bevor an ihr in Meiningen eine aufwändige Hauptuntersuchung mit Abnahme im Januar 1991 durchgeführt wurde. Die Lok befand sich danach im Besitz des Touristikunternehmens Jelka, bevor sie in das Eigentum der EFZ überging.

Am 27.02.1991 durfte die Lok zeigen, was in ihr steckt. Hier legt sie bei ziemlicher Kälte eine völlig übertriebene Anfahrt in Quedlinburg hin. Ob währenddessen in der Nähe ein Haus eingestürzt ist, ist nicht überliefert...Allein der notgedrungen durchtrennte Rauchpilz fiel maßgeblich in die Entscheidung ein, vom Kleinbildformat auf 6x6 umzusteigen..;-)

In einem Fabrikgebäude hinter uns stand an dem Tag ein bekanntes Filmteam eines Verlages, nach dem ein Fluss in Nordamerika benannt wurde (oder umgekehrt..? :-) ). Ob die Präsenz des Filmteams maßgeblich die Dynamik der Anfahrt beeinflusst hat, kann heute nur mutgemaßt werden...

Scan vom Fuji Kleinbilddia

Ich habe das Bild absichtlich nicht zu sehr aufgehellt, um die Dynamik der Anfahrt zu unterstreichen.

Datum: 27.02.1991 Ort: Quedlinburg [info] Land: Sachsen-Anhalt
BR: 001-019 (Schnellzug-Dampflokomotiven) Fahrzeugeinsteller: DR / Jelka
Kategorie: Bahn und Infrastruktur
Top 3 der Woche: 1 Punkt

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Wo ein Traktorreifen als Blumenkübel dient
geschrieben von: Leon (638) am: 24.11.20, 18:11
Bleiben wir noch eine Weile auf der Niederlausitzer Eisenbahn. Bis 1995 fuhren hier noch Reisezüge, auch wenn zum Schluss das Reisendenaufkommen zwischen Beeskow und Lübben unter der Wahrnehmungsgrenze lag. Kurioser Weise sahen so gut wie sämtliche Empfangsgebäude zwischen Beeskow und Lübben gleich aus. Quasi spiegelverkehrt mit dem Gebäude von Briescht sehen wir hier den Haltepunkt von Kohlsdorf, nur wenige Kilometer von Beeskow entfernt. Wie üblich liegt auf der rechten Seite des Gebäudes der Güterschuppen. Wann hier wohl die letzte Ladetätigkeit vonstatten ging? Wann auf der Bank vor dem Empfangsgebäude der letzte Fahrgast gesessen hat? Als Hingucker fungiert wenigstens ein ehemaliger Traktorreifen, der in den Landesfarben von Brandenburg in rot/weiß gehalten wird und als Blumenkübel dient.
Die gut gepflegte 202 473 erreicht soeben mit ihrer Ein-Y-Wagen-Fuhre den Haltepunkt, an dem aber auch nichts an irgend eine corporate identity erinnert. Reichsbahnatmosphäre pur in einer Gegend, in die sich nur selten ein Eisenbahnfreund verirrt hat...und das völlig zu Unrecht!

Scan vom Fuji Velvia 6x6-Dia

Datum: 05.03.1995 Ort: Kohlsdorf [info] Land: Brandenburg
BR: 202,204 (alle V100-Ost-Baureihen) Fahrzeugeinsteller: DB
Kategorie: Bahn und Infrastruktur
Top 3 der Woche: 9 Punkte

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Im neuen Outfit durch den Grenzbahnhof
geschrieben von: Leon (638) am: 23.11.20, 19:41
Das 608. Galeriebild verlangt -natürlich- nach einem VT 08. Nun verfüge ich zwar über keine Bilder aus der Epoche III, aber es gab ja einen Triebzug, der tatsächlich die Baureihennummer 608 trug. Dieser Zug wurde vor gar nicht langer Zeit von Johannes in der Galerie gezeigt ( [www.drehscheibe-online.de] , und dieser hat das Fahrzeug sogar noch mit seiner älteren Stirnfront erwischt. Ich nehme daher Johannes´ Bild mal volley und verweise zum Hintergrund des Fahrzeuges auf seinen ausführlichen Bildtext.
Der Triebwagen war relativ häufig in Berlin-Lichterfelde West zu Gast. Die United States Army hat ja als eine der vier Besatzungsmächte bis zur Wende eine nicht unbedeutende Präsenz im Südwesten von Berlin gezeigt, und immer wieder waren in Lichterfelde die Triebwagen der Army zu sehen. Neben dem VT 08 kam auch häufig ein weiterer Triebwagen zum Einsatz. Dieser wird aber erst beim 633. Bild gezeigt...;-)
Genaue Fahrzeiten dieser Triebwagen waren nur sehr schwer zu beschaffen. Meist war "Kommissar Zufall" zur Stelle, wenn man in Berlin-Lichterfelde über die Brücke des Dahlemer Weg fuhr und unten eines dieser Fahrzeuge in Bewegung war. Am 15 09.90 haben wir jedoch rechtzeitig von einer derartigen Fahrt erfahren, und nach der Wende ergaben sich bis dato völlig neue, bislang unerreichbare Fotomöglichkeiten: der ehemalige Grenzbahnhof Griebnitzsee war nun problemlos begehbar, und wir lauerten dort dem seltenen Gefährt auf. Hinter dem Triebwagen erhebt sich der markante Wachturm, von dem man den gesamten Bahnhof überblicken konnte.
Der Triebwagen präsentiert sich hier im Gegensatz zu Johannes´ Bild mit seiner neuen Stirnfront, welche er Ende der 80er Jahre erhalten hat. Neben anderen Scheinwerfern hat man dem Zug auch ein neues Frontfenster verpasst, welches eher an die Baureihe 103 oder aber an ein Verkehrsflugzeug erinnert...



Zuletzt bearbeitet am 23.11.20, 19:54

Datum: 15.09.1990 Ort: Potsdam Griebnitzsee [info] Land: Brandenburg
BR: 608 (alle histor. VT08, 612, 613) Fahrzeugeinsteller: Deutsche Bundesbahn
Kategorie: Bahn und Infrastruktur
Top 3 der Woche: 10 Punkte

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Irgendwo in der Niederlausitz
geschrieben von: Leon (638) am: 20.11.20, 22:30
Die Niederlausitzer Eisenbahn. Eine Nebenbahn, welche bis Mitte der 90er Jahre des letzten Jahrhunderts noch Personenverkehr aufwies. Eine eingleisige Strecke von Beeskow über Lübben nach Falkenberg, auf der zwischen Beeskow und Lübben die Gebäude aller Haltepunkte den gleichen Baustil hatten. Es ging durch urige Dörfer, entlang von Feldern, durch endlose Wälder. Dörfer, in denen die Zeit stehen geblieben zu scheint. Wir stehen auf einem Fahrweg aus Kopfsteinpflaster, zur Linken ein altes Gehöft. Telegrafenmasten säumen den Streckenverlauf. Der nahe Haltepunkt wird durch die Haltepunkttafel Ne 6 angekündigt. In die Gegenrichtung sehen wir die Eckentafel Lf 5, welche auf eine Geschwindigkeitsbeschränkung wegen eines technisch nicht gesicherten Bahnübergangs hinweist. Welche Geschwindigkeitsbeschränkung hier wohl konkret gemeint ist, möchte man sich fragen...Nach kurzer Wartezeit erscheint ein Zug. Eine völlig ausgeblichene 202 zieht ihren grünen Halberstädter hinter sich her, kommt im langsamen Tempo angeschaukelt, wird in 150 Metern am Haltepunkt Wittmannsdorf anhalten. Niemand steigt aus. Niemand steigt ein an diesem Sonntagmorgen im März 1995. Zwei Monate später fährt hier der letzte Zug...

Die Trasse ist heute noch erkennbar. Auf ihr wachsen Laubbäume. Das Gehöft steht noch. Wenn man auf die Karte von Wittmannsdorf klickt, fällt als erstes die Seniorenresidenz auf. Honi soit quí mal y pense...;-)

Scan vom Fuji Velvia 6x6-Dia

Datum: 05.03.1995 Ort: Wittmannsdorf [info] Land: Brandenburg
BR: 202,204 (alle V100-Ost-Baureihen) Fahrzeugeinsteller: DB
Kategorie: Zug schräg von vorn
Top 3 der Woche: 9 Punkte

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In Schnellzugqualität durch die Niederlausitz
geschrieben von: Leon (638) am: 19.11.20, 10:51
Erinnerungen an die Niederlausitzer Eisenbahn! Diese führte einst von Falkenberg über Luckau und Lübben nach Beeskow. Inzwischen ist nur noch ein kleines Reststück der Strecke von Lübben nach Luckau befahrbar. Der Rest der Strecke wurde abgebaut. Bis 1995 wurde auf dem Abschnitt von Beeskow nach Lübben noch planmäßiger Personenverkehr durchgeführt. Zum Einsatz kam eine V 100, die dann meist nur einen Halberstädter oder sogar UIC-Y- Wagen hinter sich herzog und auf Grund des inzwischen desolaten Oberbaus mit einer endlos langen Reisezeit aufwarten konnte. Dafür kam man in den Genuss von völlig verträumten Bahnanlagen, und bei Briescht wurde sogar die Spree auf einer Beton-Bogenbrücke überquert. Kurz vor der Brücke fand sich der Bahnhof von Briescht. Gleisreste in die Natur lassen die frühere Bedeutung des Bahnhofes erahnen. Wir erleben am Mittag des 05.03.1995 die Ankunft des N 4151 in Schnellzugqualität, bestehend aus einem UIC-Y/B70- Wagens und der 202 787. Nach kurzem Halt wird dieser Mini-Schnellzug seine Reise gen Lübben fortsetzen und in wenigen Augenblicken die Spree überqueren.

Scan vom Fuji Velvia 6x6-Dia

P.S. wenn man die Positionsdaten bei DSRailview eingeben will, erscheint auf der Karte ein Hinweis auf die Bahnbrücke - vorübergehend geschlossen. "Vorübergehend"...Bei einer Stilllegung vor 25 Jahren anscheinend ein dehnbarer Begriff…;-)

Zuletzt bearbeitet am 19.11.20, 10:55

Datum: 05.03.1995 Ort: Briescht [info] Land: Brandenburg
BR: 202,204 (alle V100-Ost-Baureihen) Fahrzeugeinsteller: DB
Kategorie: Bahn und Infrastruktur
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Im Dschungel der autogerechten Stadt
geschrieben von: Leon (638) am: 16.11.20, 08:31
Hin und wieder gibt es Baureihen, die mit der Anzahl der eingestellten Bilder in der Galerie übereinstimmen. Zur Baureihe 605 kann ich zwar kein Bild aus den Planeinsätzen auf der Vogelfluglinie beisteuern, aber es gibt ja noch das "Advanced TrainLab", welches für Versuchs- und Messfahrten so gut wie überall unterwegs sein kann. Im Sommer 2019 hat sich dieses Gefährt in die Hauptstadt verirrt und unternahm eine Runde auf dem Berliner Innenring. Eigentlich war der Zug für die Gegenrichtung nach Neukölln angekündigt, aber Fahrpläne und Realität waren an dem Tag zwei verschiedene paar Schuhe. Und somit sehen wir diesen Zug hier am Mittag des 12.06.19 an einer sowohl lichttechnischen als auch motivlichen Zumutung in Berlin-Wilmersdorf. Rechts das Heizkraftwerk von Wilmersdorf, und links, rechts und über dem Zug die Auswirkungen der 60er Jahre, welche bestenfalls mit dem Begriff "autogerechte Stadt" umschrieben werden können. Aber auch so ein (An-) Blick gehört zur Großstadt hinzu: Autobahnab- und Auffahrten in alle Himmelsrichtungen. Dazwischen irgendwo die Gleise des südlichen Innenrings, auf dem sich das "TrainLab" fast lautlos Richtung Grunewald bewegt.

Mir ist bewusst, dass es deutlich harmonischere Blickwinkel auch in Großstädten geben kann. Den Verkehrstag sowie die Uhrzeit konnte ich mir leider nicht aussuchen. Aber vielleicht ist dieses wirklich fiese Motiv ja gerade deswegen so ansprechend, dass es dennoch seinen Weg in die Galerie findet.

Datum: 12.06.2019 Ort: Berlin Wilmersdorf [info] Land: Berlin
BR: 605 Fahrzeugeinsteller: DB
Kategorie: Bahn und Infrastruktur
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Es trommelt vor Zeitz
geschrieben von: Leon (638) am: 14.11.20, 08:57
Vor kurzem wurden ja in die Galerie einige Bilder von der Holzlandbahn aufgenommen. Bleiben wir noch ein wenig in der Gegend um Gera und Zeitz. Während der Bahnhof von Zeitz heute mit seiner Reichsbahnatmosphäre und den vielen Formsignalen das Ziel zahlloser Eisenbahnfreunde ist, waren Formsignale vor 25 -30 Jahren das Normalste auf der Welt. Schrauben wir die Zeit ins Jahr 1993 zurück: eine Fototour führte uns damals im Mai 1993 zur Strecke von Leipzig nach Zeitz. Ziel war des, den damals noch sehr umfangreichen Einsatz der "Wummen" zu erleben. Verschiedene Betriebswerke, u.a. Gera und Leipzig-Wahren, hatten noch eine recht stattliche Anzahl dieser Lokomotiven im Bestand, und auf der Strecke nach Zeitz waren zudem noch recht viele Güterzüge unterwegs. Auch die lange Kurve von Zeitz zu einem chemischen Betrieb nach Tröglitz wurde noch befahren; sie führte über eine sehr fotogene, jedoch schon damals marode Brückenkonstruktion über die Auen der Weißen Elster.
Die Landschaft zwischen Leipzig und Zeitz selbst ist extrem flach,aber der Verkehr lockte zu sehr, als dass man immer nur den Blick "vom Hang mit Kirche im Dorf" vor Augen hatte. Von verschiedenen Feldwegbrücken boten sich gute Fotomöglichkeiten an, insbesondere kurz vor Zeitz und in Reuden. Es trommelte daher lautstark, als am Nachmittag des 08.05.93 die 220 227 mit ihrer Fuhre aus Schüttgutwagen bei Reuden unter einer der Feldwegbrücken Richtung Zeitz hindurchfuhr.
Der Tag sollte noch viele weitere Wummen ins Netz gehen lassen, aber den Bahnhof von Zeitz selbst haben wir nie besucht...
Und vom "Tag der Befreiung" war 3 1/2 Jahre nach der Wende in dieser Gegend nix mehr zu spüren.

Scan vom Fuji-Provia 100 - 6x6-Dia, auf Klein(st)bildformat zurechtgeschnitten...;-)

Datum: 08.05.1993 Ort: Reuden [info] Land: Sachsen-Anhalt
BR: 1120 (alle V200-ost Taigatrommeln) Fahrzeugeinsteller: Deutsche Reichsbahn
Kategorie: Zug schräg von vorn
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Huiii....
geschrieben von: Leon (638) am: 13.11.20, 15:53
Vor kurzem wurde von Nils ein hervorragendes Bild von einem IC auf der Mitte-Deutschland-Verbindung bei Lehnstedt gezeigt. Der 07.11.20 war ein Foto-Tag, wie er im Buche steht: morgens zwar kurz Nebel, aber ab 08.30 Uhr bis zum Sonnenuntergang wolkenlos und extrem klar. Da lässt man doch so einen Tag gern an einer relativ dicht befahrenen Diesel-Hauptstrecke ausklingen, insbesondere, wenn hinter einem nur ein flacher Hang Bilder bis nach 16 Uhr ermöglicht - und das im November...:-)
Neben der mehrmals täglich verkehrenden IC-Züge von und nach Gera wird der Regionalverkehr auf der Strecke von Weimar über Jena und Gera weitgehend mit Neigetechnik-Triebwagen der Baureihe 612 betrieben, wobei sich zweistündlich Langläufe bis Göttingen ergeben und in der anderen Richtung eine Flügelung nach Greiz und Glauchau statt findet. Die Züge können auf der kurvenreichen Strecke ihre Neigetechnik voll zur Entfaltung bringen. Wir sehen hier am Nachmittag des 07.11.20 ein 612-Doppel, wie es bei Lehnstedt Richtung Weimar um die Kurve fegt. Der Winkel der Neigung ist hier gut sichtbar; die tiefstehende Sonne schafft es sogar auf die Innenseite der hinteren Räder.

Datum: 07.11.2020 Ort: Lehnstedt [info] Land: Thüringen
BR: 612 Fahrzeugeinsteller: DB
Kategorie: Bahn und Landschaft
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Am Datschenhang von Hermsdorf vor 25 Jahren
geschrieben von: Leon (638) am: 12.11.20, 20:49
Nils´ Bild vom Datschenhang bei Hernsdorf ließ mich in tiefes Nachdenken fallen, ob ich diese Stelle in etwas anderer Form nicht schon einmal gesehen habe. Und siehe da - mir fiel eine Plandampfaktion vom Herbst 1995 ein, die inzwischen fast völlig der Vergessenheit anheim gefallen ist. Damals wurde für zwei Tage ein Kesselzug von Altenburg über Zeitz nach Gera und von dort über die Holzlandbahn bis nach Weimar und zurück angeboten. Eingesetzt wurde die 58 3047, welche früher in dieser Region zu Hause war. Die Lok ist seit über 20 Jahren wegen abgelaufener Kesselfrist abgestellt, steht aber als rollfähiges Exponat der IG 58 3047 in Glauchau. Im September 1995 sehen wir sie hier jedoch noch in voller Aktion, wie sie ihre Kesselwagenfuhre in den nahen Bahnhof von Hermsdorf-Klosterlausnitz wuchtet. Die auf dem Bild von Nils präsentierte Datschensiedlung ist rechts im Bild erkennbar. Es war schon imposant, damals diese Lok mit ihrem typischen Dreizylindersound erleben zu dürfen...viel Krach auf wenigen Metern, aber irgendwie geil...;-)

Scan vom Fuji Velvia - natürlich im 6x6..:-) (sic!)

Datum: 10.09.1995 Ort: Hermsdorf-Klosterlausnitz [info] Land: Thüringen
BR: 040-059 (Güterzug-Dampflokomotiven) Fahrzeugeinsteller: DR/ IG 58 3047
Kategorie: Zug schräg von vorn
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Am Elefantentor
geschrieben von: Leon (638) am: 11.11.20, 16:47
In Anlehnung an einen netten Brauch, den ich hier schon desöfteren erlebt habe, wähle ich für mein 601. Galeriebild eine Aufnahme eines Triebzuges -natürlich- der Baureihe 601...;-)
Die Galerie ist nicht gerade üppig bestückt mit dieser wohl formschönsten und elegantesten deutschen Triebzug-Baureihe, und ich selbst habe diese Fahrzeuge im IC-Dienst nur als Stippi in Hannover oder Göttingen erlebt, mit einer "Ritsch-Ratsch-Klick" in der Hand, oder später im Rahmen der TMT-Touren, aber dort auch nur meist aus Zufall oder als Beifang. Grandios war daher der Einsatz einer aus Italien zurückgeholten 601-Einheit als IC "Max Liebermann" zwischen Berlin und Hamburg im Sommer 1990, von welcher bislang nur eine Handvoll Aufnahmen in der Galerie enthalten sind. Der Einsatz dieser Garnitur währte nur zwei Monate, und wie bereits den Bildtexten der weiteren Aufnahmen dieses Einsatzes zu vernehmen ist, bestand die Ambition darin, Nachschüsse anzufertigen, da der Zug weitgehend aus dem Licht fuhr. Anfang August 1990 bestand eine recht stabile Wetterlage, und dieser Zug gehörte zu unserem damaligen Morgenprogramm.
Nach der Wende waren zwar die Grenzanlagen weitgehend verwaist, aber sie standen noch. Direkt an der damaligen Stadtgrenze von Berlin ging es hinter Staaken durch eine Mauerschlucht. Ein riesiges Tor diente damals als Sicherung eines Bahnüberganges, "Elefantentor" genannt. Wir stehen in der Nähe dieses Bahnüberganges und erwarten die Vorbeifahrt der 601-Garnitur. Das Bild zeigt als Nachschuss diesen imposanten Triebwagen inmitten der damaligen Grenzanlagen.
In welche Kategorie passt so eine Aufnahme? "Bahn und Landschaft" wohl weniger. "Zug schräg von vorn" wäre mir zu trivial, "Zug von hinten" schon passender. Nun, das Bild ist ein Zeitzeugnis der Gegebenheiten der Geschichte, wie wir sie -auch vor der Wende- erlebt haben. Ich nenn´das Ganze daher mal so unpolitisch wie möglich "Bahn und Infrastruktur"...eigentlich müsste man es "Verfremdung" nennen...:-0

Scan vom Fuji-100 Kleinbilddia

Die Schlieren im Himmel sind Nebelreste, keine Bearbeitungsspuren.

Datum: 07.08.1990 Ort: Staaken [info] Land: Brandenburg
BR: 601 (histor. VT11.5) Fahrzeugeinsteller: Deutsche Reichsbahn
Kategorie: Bahn und Infrastruktur
Top 3 der Woche: 9 Punkte

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The wind that shakes the barley
geschrieben von: Leon (638) am: 09.11.20, 17:34 Top 3 der Woche vom 22.11.20
Stille. Nur das leise Rauschen des Windes im Kornfeld war zu verspüren. Ein schlonziger Sommermorgen auf Seeland, irgendwo auf der HTJ zwischen Holbaek und Hoeng. Gegen Sonnenaufgang erwarte ich den zwei Mal wöchentlich verkehrenden Güterzug nach Hoeng zu einem Futtermittel herstellenden Betrieb. Nach einer Weile des Wartens war ein leises Brummen zu vernehmen - das unverkennbare Geräusch einer Mx-Lokomotive. Deutlich dezenter als ihre große Schwester, der Reihe My, rollt sie hier langsam mit ihrer Güterwagenfuhre durch den noch frühen Junimorgen des Jahres 2000. Es zieht eine der vier Mx-Lokomotiven der OHJ/ HTJ. Das Ziel in Hoeng ist bald erreicht. Mit gemäßigtem Brummen zieht die Nohab mit ihrem Zug am Betrachter vorbei. Dann kehrt wieder Stille ein, nur unterbrochen durch das Rauschen des Windes, welcher in Verbindung mit der fast offenen Blende der Rollei für die mystische Unschärfe im Vordergrund sorgt.

Der Bildtitel ist einem gleichnamigen und düsteren Film über den irischen Unabhängigkeitskrieg entnommen.

Scan vom Fuji Velvia 6x6-Dia

Datum: 29.06.2000 Ort: Kirke Eskilstrup [info] Land: Europa: Dänemark
BR: DK-MX Fahrzeugeinsteller: OHJ/ HTJ
Kategorie: Stimmungen mit Zug
Top 3 der Woche: 16 Punkte

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Über die renovierte Havelbrücke
geschrieben von: Leon (638) am: 04.11.20, 17:53
Wir erinnern uns: im Sommer 2020 führten zahllose Fototouren zu den "Quenz-Umleitern" an die Strecke von Rathenow nach Brandenburg Altstadt. Bedingt durch eine umfangreiche Restaurierung der Havelbrücke wurde für mehrere Wochen der Güterverkehr von und zum Stahl- und Walzwerk auf dem Quenz über Rathenow umgeleitet. In der Galerie sind mehrere Bilder dieser Umleiterverkehre enthalten. Nach Beendigung der Renovierungsarbeiten läuft der Betrieb seit Mitte August wieder auf direktem Weg über Brandenburg Altstadt nach Brandenburg und weiter nach Seddin. Seitdem ist es etwas ruhiger geworden, was die fotografischen Ambitionen in dieser Gegend anbelangt.
Nachdem der Oktober sich so gar nicht von seiner goldenen Seite zeigen wollte, versucht wenigstens der November, hier noch etwas aufzuholen. Heute lohnte das Wetter für einen Abstecher an die Havelstadt, und somit stehen wir abermals an dem Bahnübergang unweit der renovierten Havelbrücke und harren die Dinge, die da kommen sollten. Nach einigen ODEG-646 gab sich dann die 232 128 mit dem mittäglichen Güterzug vom Stahlwerk nach Seddin die Ehre.
Das Motiv ist bereits zu einer anderen Jahreszeit in der Galerie enthalten. Die Herbststimmung mit der renovierten Brücke im Hintergrund lässt mich aber dennoch auch diese Aufnahme für die Galerie vorschlagen.

Datum: 04.11.2020 Ort: Brandenburg Altstadt [info] Land: Brandenburg
BR: 232,233,234,241 (alle Ludmilla-Baureihen) Fahrzeugeinsteller: DB
Kategorie: Zug schräg von vorn
Top 3 der Woche: 2 Punkte

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614-Herbst im Pegnitztal
geschrieben von: Leon (638) am: 03.11.20, 20:16
Das der diesjährige Herbst -wie schon desöfteren hier erwähnt- von der Anzahl der Sonnenstunden recht überschaubar war, möchte ich mit diesem Bild an den Herbst 2004 erinnern - in doppelter Hinsicht. Es gab zwar noch Tage, an denen im Herbst von früh bis spät die Sonne schien, aber der sprichwörtliche Herbst war damals bereits für die Baureihe 614 eingetreten, die seinerzeit noch fleißig mit Regionalbahnen im Pegnitztal unterwegs war, aber inzwischen in Deutschland von den Gleisen verschwunden ist. Wir stehen hier am Mittag des 24.10.2004 an bekannter Stelle und blicken auf eine 614-Garnitur, wie sie als RB 30160 zwischen Velden und Rupprechtstegen unterwegs war. Damals galt das Augenmerk hauptsächlich den ludmillenbespannten IC´s von Dresden. Der 614 galt somit als klassischer Beifang. Heute, 16 Jahre später, ist so gut wie jedes Fahrzeug wertvoll, was damals aus dem Tunnel kam...:-)

Scan vom Fuji Velvia 6x6-Dia

Datum: 24.10.2004 Ort: Lungsdorf [info] Land: Bayern
BR: 614 Fahrzeugeinsteller: DB
Kategorie: Bahn und Landschaft
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Morgendliche Nohab-Überraschung auf Lolland
geschrieben von: Leon (638) am: 02.11.20, 09:56
Von der Lollandsbanen sind ja in jüngster Zeit einige Bilder in die Galerie aufgenommen worden. Neben des Einsatzes der formschönen Lynetter bestach die Bahn durch die Güterverkehre zur Windkraftanlagenfabrik in Nakskov sowie zu einem weiteren Güterkunden in Nykoebing/ Falster. Von der Lollandsbanen wurden 1988 von der DSB die beiden Mx 1031 und 1033 erworben und als M 34 und M 35 in den Dienst gestellt. 1991 folgten die ex-DSB Mx 1043 als M 36 und 1004 als M 37. Da diese nicht mit dem dänischen Sicherungssystem ATC ausgestattet waren, gelang im Jahr 2001 die ex-DSB My 1153 zur Lollandsbanen und wurde hier als M 38 eingereiht. Mit dieser Lok war es möglich, den mehrmals pro Woche verkehrenden Güterzug bereits ab Naestved zu übernehmen.
Ein Sommerurlaub führte im Jahr 2003 nach Falster, und die Lollandsbanen war häufiges Ziel der Fotoexkursionen. Der Lollandsbanen-Güterzug bestand meist nur aus Flachwagen mit Blechen für die Windkraftanlagenfabrik sowie aus einigen Ha-Wagen für Nykoebing/ Falster. Nur im Sommer war es möglich, den morgendlichen Leerzug ab Nakskov fotografisch umzusetzen. Man steht somit am frühen Morgen gegen 6 Uhr unweit von Radstedt und erwartet den Zug von Nakskov. An diesem Morgen wurde der Zug zur Freude des Fotografen neben der üblichen M 38 auch mit einer der vier Mx-Lokomotiven bespannt. Die Mx verblieb anschließend in Nykoebing, und die weitere Reise nach Naestved wurde nach einem längeren Rangieraufenthalt in Nykoebing mit der M 38 angetreten.

Scan vom Fuji Velvia 6x6-Dia

Datum: 26.06.2003 Ort: Radstedt [info] Land: Europa: Dänemark
BR: DK-MY Fahrzeugeinsteller: Lollandsbanen
Kategorie: Zug schräg von vorn
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Alte Infrastruktur in Laußig
geschrieben von: Leon (638) am: 01.11.20, 17:58
Laußig. Ein verträumter Ort in Nordsachsen, südlich der Dübener Heide. Eine einsame Bahnstrecke zieht sich durch die Landschaft. Formsignale stehen im Hintergrund, und von den Telegrafenmasten hängen die Enden der gekappten Leitungen hinunter. Ein Ferkeltaxi nährt sich, rumpelt vorüber, mit Ziel in Wittenberg.
Wir schreiben den Reformationstag 2019. Der Förderverein Berlin-Anhaltinische Eisenbahn hat für diesen Tag Sonderfahrten mit einer Ferkeltaxengarnitur durch die Dübener Heide angeboten. Jüngst wurden als Erinnerung an diese Tour zwei Bilder in die Galerie aufgenommen, und mit dieser Aufnahme möchte ich ein weiteres Bild des Tages nachlegen - und gleichzeitig anregen, ein Auge auf die Veranstaltungen des Vereins zu werfen, welcher bereits schon früher diese ebenso verträumte wie sehenswerte Nebenbahn von Lutherstadt Wittenberg über Bad Schmiedeberg und Bad Düben nach Eilenburg bereist hat.
Hoffen wir, dass nach Beseitigung der Oberbaumängel auch in Zukunft hin und wieder das typische Tröten einer Ferkeltaxe in der Dübener Heide zu hören ist.

Datum: 31.10.2019 Ort: Laußig [info] Land: Sachsen
BR: 772 (alle Schienenbusse Bauart Reichsbahn) Fahrzeugeinsteller: Eisenbahnnostalgie Vogtland
Kategorie: Stimmungen mit Zug
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Zur Abfahrt in Nakskov bereit
geschrieben von: Leon (638) am: 31.10.20, 09:40
Bleiben wir noch einen Moment bei der Lollandsbanen in Dänemark. Vor kurzem wurde eine vierteilige Lynetter-Garnitur auf der Brücke kurz vor Nykoebing/ Falster gezeigt. Hier steht die gleiche Tour am frühen Morgen des 27.07.2004 zur Abfahrt im Endbahnhof der Lollandsbanen in Nakskov bereit. Zur rechten, im Bild nicht sichtbar, befinden sich die weiträumigen Depotanlagen der Bahn. Der Triebwagen wird alsbald seine Reise in das gut 50 km entfernte Nykoebing / Falster antreten.

Scan vom Fuji Velvia 6x6-Dia

Datum: 27.07.2004 Ort: Nakskov [info] Land: Europa: Dänemark
BR: DK-ML Fahrzeugeinsteller: Lollandsbanen
Kategorie: Bahn und Infrastruktur
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Historische Infrastruktur in Pretzsch
geschrieben von: Leon (638) am: 30.10.20, 18:31
Vor einem Jahr fanden bemerkenswerte Sonderfahrten mit einer Ferkeltaxen-Garnitur durch die Dübener Heide statt. Der Förderverein Berlin-Anhaltinische Eisenbahn hatte Fahrten von Lutherstadt Wittenberg nach Eilenburg angeboten; eingesetzt wurde der 772 312 und der 972 771 der Eisenbahnnostalgie Vogtland. Die Fahrten fanden überregional eine recht große Beachtung, zumal eine Strecke befahren wurde, welche den Charme vergangener Tage noch sehr in sich trägt. Verträumte Unterwegsbahnhöfe, teilweise noch mit mechanischer Sicherungstechnik, ließen Erinnerungen an vergangene Zeiten wieder aufleben. Selbst wenn nur ein Gleis befahrbar war und der Rest der Gleisanlagen völlig überwuchert war, war es ein Genuss, nach langer Zeit mal wieder ein Ferkeltaxi zu erleben, welches mit dem Sound seiner typischen Hupe über die Gleise wippte. Wir sehen hier die Garnitur, wie sie soeben den Bahnhof von Pretzsch erreicht. EZMG-Signale bestimmen das Bild, dazu ein Wasserkran und ein respektables Bahnhofsgebäude, welches für das passende Ambiente sorgt.
Leider konnten seitdem keine weiteren Sonderfahrten auf dieser verträumten, durch Wiesen und Wälder führenden Nebenbahn mehr angeboten werden, da dem Infrastrukturbetreiber der Strecke der Betrieb infolge von Oberbaumängeln untersagt wurde. Wie jedoch der Verein auf seiner Homepage erwähnt, ist man hier jedoch zugange und hofft, zur Adventszeit wieder Fahrten anbieten zu können.

Datum: 31.10.2019 Ort: Pretzsch [info] Land: Sachsen-Anhalt
BR: 772 (alle Schienenbusse Bauart Reichsbahn) Fahrzeugeinsteller: Eisenbahnnostalgie Vogtland
Kategorie: Bahn und Infrastruktur
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Ein Lynetter auf der HFHJ
geschrieben von: Leon (638) am: 28.10.20, 11:55
Eine Bahn, die bislang noch nicht in der Galerie vertreten ist, liegt im Norden der dänischen Insel Sjaelland: die Hilleroed-Frederiksvaerk-Hundested Jernbane, kurz HFHJ, auch Frederiksvaerkbanen genannt. Eigentlich kennt man diese Bahn nur wegen ihres Stahlzuges vom Stahlwerk im namengebenden "Frederiksvaerk", welcher früher mit zwei Nohab-Lokomotiven der Baureihe Mx bespannt wurde. Hauptsächlich für diese Verkehre hatte die HFHJ in den Jahren 1989/90 vier Lokomotiven dieser Baureihe von der DSB erworben.
Erste Lynetter erhielt die HFHJ zusammen mit der Lollandsbanen aus der ersten Lieferung von Uerdingen im Jahr 1965. Weitere Fahrzeuge kamen in den Jahren 1970 und 1984 hinzu. Die HFHJ hat bereits seit den 50er Jahren eng mit der Gribskovbanen (GDS) zusammengearbeitet, welche ebenfalls ihren Ausgangspunkt in Hilleroed hat. Insgesamt wurden somit 15 Trieb- und Steuerwagen sowie 9 Mittelwagen von Uerdingen bzw. Duewag/ Scandia an die HFHJ/ GDS ausgeliefert, wo sie bis zum Jahre 2007 im Norden von Sjaelland im Einsatz waren. Am 09.09.2002 sehen wir eine dreiteilige Lynetter-Garnitur vor typisch dänischer Kulisse mit Kirche und Windmühle bei Melby auf ihrem Weg von Hundested nach Hilleroed. Frederiksvaerk ist gleich erreicht.

Scan vom Fuji Velvia 6x6-Dia

Datum: 09.09.2002 Ort: Melby [info] Land: Europa: Dänemark
BR: DK-ML Fahrzeugeinsteller: HFHJ
Kategorie: Bahn und Landschaft
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Ankunft in Engelsdorf
geschrieben von: Leon (638) am: 29.10.20, 18:42
Die vormittägliche Ausfahrt der E 94 mit ihrem berühmten Güterzug nach Dresden von der Brücke am Rangierbahnhof Leipzig-Engelsdorf hat vor einiger Zeit ihren Einzug in die Galerie erhalten. Der 19.05.90 war damals so ein typischer Mai-Matschtag. Er begann recht diesig mit den ersten Aufnahmen vor der Halle des Leipziger Hauptbahnhofes, und bereits am frühen Vormittag tauchten in Engelsdorf die ersten Quellwolken auf. Weitere Motive dieses Zuges auf der Muldebrücke von Wurzen klappten noch ganz gut bzw. wurden in Oschatz schon zum Vabanque-Spiel, aber danach war Feierabend mit der Sonne. Meine Unterlagen geben leider nicht mehr her, womit wir uns zwischendurch die Zeit vertrieben haben, aber wir haben dann der Rückfahrt des Eisenschweins von Dresden erneut am Einschnitt in Niederau aufgelauert, welche grandios in den Wolken unterging. Spannend war es immer, was ab Dresden für eine Garnitur am Haken der E 94 hing. Am dem Tag sollte es ein Kesselzug sein. Nun, auch ein weiteres Motiv an der Muldebrücke von Wurzen ging klassisch in die Hose; die Hetztour über die Landstraßen entpuppte sich fast als reines Benzinverkutschen. Dann, kurz vor Engelsdorf gab es das sprichwörtliche Licht am Ende des "Wolkentunnels". Wir stehen erneut auf der Brücke in Engelsdorf, und die Sonne hatte -wenn auch recht milchig- ein Einsehen mit uns und der 254 052, wie sie ihre ellenlange Fuhre von der Hauptstrecke von Dresden in die weitläufigen Anlagen des Rangierbahnhofes zerrt.

Scan vom Fuji-100 Kleinbilddia

Datum: 19.05.1990 Ort: Leipzig Engelsdorf [info] Land: Sachsen
BR: 194 (histor. Krokodile Bauart E93, E94) Fahrzeugeinsteller: Deutsche Reichsbahn
Kategorie: Bahn und Infrastruktur
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Nasse Füße für eine E 44
geschrieben von: Leon (638) am: 27.10.20, 09:02
Das Thema "Altbauelloks bei der DR" ist noch nicht ganz durch; ein paar Bilder liegen noch im Skat..;-) Sehr fotogen war früher der P 3498 von Lutherstadt Wittenberg nach Dessau, den wir bereits aus einer höheren Position in Lutherstadt gesehen haben. Hier haben wir uns am Nachmittag des 19.03.1988 nasse Füße geholt, als wir uns über die überfluteten Wiesen an den Elbe- und Muldeauen zwischen Roßlau und Dessau einen Pfad zum Fotostandpunkt suchen mussten. Ergiebige Regenfälle sowie die Schneeschmelze haben hier für ein eher versumpftes Biotop gesorgt, was uns aber dennoch nicht davon abhielt, an einer der zahlreichen Brücken südlich von Roßlau der einzigen Nachmittagsleistung ins Licht aufzulauern. Extrem langsam kam die 244 108 mit ihrer kurzen Bghw-Fuhre über die Brücke gepoltert und hinterließ drei zufriedene Gesichter, denen die nassen Socken danach völlig egal waren. Der Zug wurde zudem noch von einem wummenbespannten Güterzug verfolgt, der bereits vor längerer Zeit seinen Weg in die Galerie gefunden hat.

Scan vom Fuji-100 Kleinbilddia

Datum: 19.03.1988 Ort: Roßlau [info] Land: Sachsen-Anhalt
BR: 144,145 (histor. E44) Fahrzeugeinsteller: Deutsche Reichsbahn
Kategorie: Bahn und Infrastruktur
Top 3 der Woche: 13 Punkte

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Herbst am BAR
geschrieben von: Leon (638) am: 26.10.20, 10:52
Beim BAR von "Landschaft" zu sprechen mag gewagt klingen, aber die lange Gerade zwischen dem "Schweineohr" und Diedersdorf eignet sich aus vielen Perspektiven für ein Foto, wie die Galerie zeigt. Inzwischen ist auch hier der Herbst eingekehrt, und die Laubfärbung sorgt für ein passendes Ambiente für einen der bekanntesten Güterzüge, die den südlichen BAR passieren: den KLV-Shuttle zwischen Rotterdam und Swardez bei Poznan. Dieser Zug ist schon mit diversen Bespannungen in die Galerie gewandert und besticht durch seine polnischen, britischen und niederländischen Sattelauflieger. Führendes EVU ist die LTE Logistic- and Transport GmbH, welche u.a. für diese Verbindung fünf Lokomotiven der Baureihe 186 mit verschiedenen Motiven und dem Schriftzug "attracktive forces" versehen hat. Wir sehen hier die 186 945, wie sie ihre farbenfrohe Fuhre entlang der Diedersdorfer Wiesen gen Osten befördert.

Datum: 24.10.2020 Ort: Diedersdorf [info] Land: Brandenburg
BR: 186 (Bombardier TRAXX F140 MS) Fahrzeugeinsteller: LTE
Kategorie: Bahn und Landschaft
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Vierteilig über den Guldborgsund
geschrieben von: Leon (638) am: 24.10.20, 22:06
Die Inseln Falster und Lolland trennt in Dänemark der Guldborgsund. Kurz vor Nykoebing/ Falster verbindet eine kombinierte Schienen- und Straßenbrücke die beiden Inseln, und die Strecken von Nakskov und Roedby F. werden hier gebündelt. Die Brücke trägt den Namen "Kong Frederik d. IX´s Bro" und besitzt ein Klappsegment, welches für die Passage größerer Schiffe geöffnet werden kann.
Die Strecke nach Nakskov wird von der Lollandsbanen betrieben. Im Jahr 2004 waren hier noch Lynetter-Triebwagen im Einsatz. Die Lollandsbanen erhielt 1965 aus der ersten Serie von 10 Lynettern als erste Privatbahn Dänemarks vier dieser formschönen Triebwagen sowie passende Bei- und Mittelwagen. Weitere Lynetter wurden erst ab 1983 an die Lollandsbanen geliefert. Typisch für die Bahn war der Einsatz von vierteiligen Zügen. Hierzu wurden Ende der 90er Jahre sogar zwei Steuerwagen in Mittelwagen umgebaut, um mindestens zwei vierteilige Einheiten einsetzen zu können. Wir sehen hier am Vormittag des 27.07.2004 ein Gespann, welches an beiden Enden die Triebköpfe Ym 60 und 61 aufweist. Somit sind hier die beiden ersten für dänische Privatbahnen ausgelieferten Lynetter abgebildet. Der Zug überquert soeben die Kong Frederik d IX´s Bro und wird in wenigen Augenblicken den Bahnhof von Nykoebing/ Falster erreichen. Nach einer Weile steht die Rückfahrt in das gut 50 km entfernte Nakskov an.
Für verkehrsschwachere Zeiten standen auch zwei zweiteilige Garnituren zur Verfügung. Der Einsatz der Lynetter auf der Lollandsbanen endete im Jahr 2007.

Scan vom Fuji Velvia 6x6-Dia

Datum: 27.07.2004 Ort: Nykoebing/ Falster [info] Land: Europa: Dänemark
BR: DK-ML Fahrzeugeinsteller: Lollandsbanen
Kategorie: Bahn und Infrastruktur
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