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Galerie von Julian en voyage, nach Einstelldatum sortiert » zur erweiterten Suche
 
Tief im dunklen Tann
geschrieben von: Julian en voyage (356) am: 03.09.20, 18:12
Mitten in den weiten Wäldern der Vogesen liegt der gen Straßburg weisende Tunnelausgang des als Teil einer Kehrschleife angelegten Tunnel de Lubine an der Strecke von Straßburg über Molsheim, das Breusch/Bruche-Tal und den Col de Saales nach Saint-Dié. Weit oberhalb der Orte Colroy-la-Grande und Lubine gewinnt der Schienenstrang an Höhe und schmiegt sich in die ihn umgebenden Grünfacetten ein. Einfach ein schöner Ort, um an einem Freitagabend das Wochenende einzuläuten und den Duft von Fichtenzapfen, Moos und frisch geschlagenem Holz zu inhalieren.

Um kurz nach sieben mischt sich kurzzeitig noch ein geruchlicher Fremdkörper in diese Melange: Diesel-"Duft". Eigentlich nicht unbedingt positiv wahrgenommen, lässt er das Herz des Bahnfans dennoch höher schlagen! Denn der Verursacher ist eine BB 67400, die seit 2018 - auf ihre alten Tage also - einmal pro Woche (freitags eben) in passender Zeitlage den aus zwei RRR-Garnituren bestehenden TER 831879 von Saint-Dié nach Rothau bringt. An den übrigen Wochentagen verbleibt die Garnitur zur Übernachtung in Saint-Dié, um von dort am nächsten Morgen im Berufsverkehr in Richtung elsässische Metropole aufzubrechen.

Nachdem ich letztes Jahr leider keine Zeit hatte, mich an einem der raren Tage, an denen das Motiv mit diesem Zug funktioniert (schätzungsweise etwa vier Freitage rund um die Sommersonnenwende), ins Elsass zu begeben und ich vorerst nur die Hobby-Kollegen zu den entstandenen Fotos beglückwünschen konnte, war das Motiv für das Jahr 2020 recht weit oben auf der Wunschliste angesiedelt. Tja, und dann kam die Corona-Pandemie... Allerdings zeichnete sich im Juni ab, dass die deutsch-französische Grenze nach drei Monaten der Schließung doch wieder öffnen könnte, gerade rechtzeitig für mein Vorhaben also. Nur das Wetter spielte freitags irgendwie nie so ganz mit, nachdem man wirklich wieder einen Abstecher zu den Nachbarn machen durfte. Am 3. Juli 2020 wagte ich es einfach mal - Und wurde letztlich, zusammen mit zwei weiteren Foto-Kollegen aus dem "Ländle", mit Sonne belohnt. Der Wolkenhimmel lässt wohl erahnen, dass es keine sichere Kiste war... Die Freude dafür am Ende umso größer! :)

Zuletzt bearbeitet am 03.09.20, 18:39

Datum: 03.07.2020 Ort: Colroy-la-Grande [info] Land: Europa: Frankreich
BR: FR-BB 67400 Fahrzeugeinsteller: SNCF
Kategorie: Zug schräg von vorn
Top 3 der Woche: 10 Punkte

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Bleu d'Auvergne
geschrieben von: Julian en voyage (356) am: 27.08.20, 19:06
Jochens kürzlich in die Galerie eingestelltes Foto des Holzzugs aus Langeac mit CC 72000 (-> [www.drehscheibe-online.de] ) hat mich daran, erinnert, dass ich doch auch noch ein Motiv aus Beaumont auf der Festplatte schlummern habe...

Wenige Meter hinter Jochens Aufnahmeort schlägt die nördliche Cevennenbahn wiederum eine Linkskurve ein und nimmt Kurs auf den Abzweigbahnhof Arvant, wo sie sich mit der Strecke aus Neussargues und Aurillac vereinigt. Dabei rückt abends auch die Burganlage des Château de Lauriat ins Blickfeld, die ihrem äußeren Erscheinungsbild nach zahlreiche Um- und Ausbauten hat über sich ergehen lassen. Der Turm jedenfalls stammt noch aus dem 13. Jahrhundert und erste Siedlungen auf diesem kleinen Hügel sollen bis in gallo-römische Zeit zurück gehen, als am nahen Allier eine Römerstraße von Nord nach Süd führte.

Protagonist auf den Gleisen ist in diesem Fall ein weiterer französischer Diesel-Klassiker, von dem es bislang erstaunlich wenig Fotos in der Galerie gibt (muss ja nicht so bleiben - Öffnet eure Archive, liebe Frankreich-Freunde! ;)): Der X 2800!
Bekannt ist er vor allem für die markigen Klänge seines 825 PS-MGO-Motors auf steigungsreichen Nebenbahnen im Massif Central, dem Jura oder den Alpen. Aber auch optisch muss er sich nicht verstecken. Seit einer Modernisierung in den späten 70ern im Zuge des "Plan de désenclavement de la Région Auvergne" zeig(t)en sich die Fahrzeuge in blau/weißer Livrée, was ihnen zusammen mit ihrem Haupteinsatzgebiet schnell den Spitznamen "Bleu d'Auvergne" einbrachte, in Anlehnung an den renommierten Blauschimmelkäse der Gegend.

Am 16. Juli 2016 war der X 2900, der von der Amicale des Anciens et Amis de la Traction Vapeur (AAATV) in Montluçon betreut wird, gemeinsam mit einem Beiwagen und X 2230 unterwegs als Train spécial 804024 (Le Puy-en-Velay - Montluçon).

Zuletzt bearbeitet am 28.08.20, 19:50

Datum: 16.07.2016 Ort: Beaumont [info] Land: Europa: Frankreich
BR: FR-X 2800 Fahrzeugeinsteller: AAATV
Kategorie: Zug schräg von vorn
Top 3 der Woche: 9 Punkte

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Mhm, c'est délicieux...
geschrieben von: Julian en voyage (356) am: 31.07.20, 14:14
Was gibt es für eine Kuh wohl schöneres, als morgens nach dem Aufstehen über die Weide zu stapfen, die Morgensonne zu genießen und sich ein paar saftige Gräser zum Frühstück zu suchen? Offensichtlich auf Dauer doch eine etwas eintönige Kost, wenn auch ein verlockender Baum am Zaun steht. Das dachte sich zumindest Kuh Nr. 4820 - oder nennen wir sie einmal Jacqueline - und reckte sich mit bemerkenswerter Ausdauer nach den Blättern. Es scheint wohl geschmeckt zu haben. ;)

Ob das, was da auf den Schienen angerollt kommt, auch "délicieux" ist, da scheiden sich wohl die Geister. Seit diesem Jahr setzt VFLI jedenfalls den Prototyp der Stadler-Eurodual unter der Betriebsnummer CC 6001 vor den Mineralwasserzügen zwischen Vittel und Arles ein, wo die Bimode-Maschine ihre Vorzüge voll ausspielen kann. Zwischen Vittel und Merrey mit Dieseltraktion, ab dort im E-Modus unter Fahrdraht. So zumindest in der Theorie, denn Anfang Juli war der elektrische Teil leider schadhaft...

Abgepasst habe ich den Leerzug 61334 (Arles - Vittel) am 7. Juli 2020 bei Rozières-sur-Mouzon. Dort gibt es zwar nur ein verhältnismäßig kurzes Streckenstück, das weitgehend frei von Bewuchs ist, aber die Szene mit den Kühen und dem lokaltypischen, alten Bauernhaus war mir den Kompromiss wert.

PS: Ein paar in den Fahrwerksbereich des ersten Wagens ragende Zweige habe ich digital gestutzt.
PPS: Merci Olivier pour le soutien! :)

Datum: 07.07.2020 Ort: Rozières-sur-Mouzon [info] Land: Europa: Frankreich
BR: 159 (Stadler Eurodual) Fahrzeugeinsteller: Voies Ferrées Locales et Industrielles (VFLI)
Kategorie: Bahn und Landschaft
Top 3 der Woche: 10 Punkte

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Le Brionnais - Terre d'élevage
geschrieben von: Julian en voyage (356) am: 29.07.20, 17:11 Top 3 der Woche vom 09.08.20
Ende Juni 2020, die erste Frankreich-Tour nach acht Monaten - Winter und Corona-bedingte Grenzschließungen lassen grüßen: Da durfte es gerne auch mal an Strecken mit etwas mehr Verkehr gehen. Aber schon nach zwei Tagen (nicht unerfolgreicher) Hauptstreckenfotografie in der Maurienne und dem unter drückender Hitze leidenden Rhônetal wuchs die Sehnsucht nach dem ländlichen, grünen Frankreich doch wieder, sodass ich mich am Morgen des dritten Tages inmitten der urtümlichen Bocage-Landschaft des Brionnais wiederfand. ;)

Das Hügel- und Weideland im Süden des Burgund genießt überregionale Bekanntheit für die Aufzucht der weißen Charolais-Rinder! Die Fleischrasse ist seit Generationen prägend für viele Betriebe und ein kapitaler Bulle kann schon mal der Stolz nicht nur des Züchters, sondern des ganzen Ortes sein... Im Sommer haben die meisten Tiere auf den großräumigen Weiden Auslauf, sodass sie auch das optische Bild des Brionnais bestimmen.

Am frühen Morgen des 25. Juni 2020 waren die Temperaturen noch so angenehm, dass sich die Herde quer über den Hang unterhalb des Kirchturms von Mussy-sous-Dun verteilt hatte und ein fotografisch schönes Arrangement abgab. Wenige Stunden später wird die 30°-Marke überschritten sein und das Gros der Rinder sich im Kühle spendenden Schatten eines Baums versammelt haben.

Ach, und dann ist da ja auch ein nicht ganz unbedeutender Kunstbau: 18 Bögen à 25 Meter Stützweite führen die Bahnstrecke von Paray-le-Monial nach Lozanne, die "Ligne de l'Azergues", über das Tal. Insgesamt 561 Meter lang ist der 1895 fertiggestellte Viaduc de Mussy über den gleichnamigen Wasserlauf. Befahren wird er hier von einem BGC in vanille/fraise als TER 893903 (Nevers - Lyon Perrache).

Datum: 25.06.2020 Ort: Mussy-sous-Dun [info] Land: Europa: Frankreich
BR: FR-B 81500 Fahrzeugeinsteller: SNCF
Kategorie: Bahn und Landschaft
Top 3 der Woche: 22 Punkte

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Le pétrolier en plein village
geschrieben von: Julian en voyage (356) am: 15.06.20, 19:58 Top 3 der Woche vom 28.06.20
Mitten durch den Ort führt die Eisenbahn in Serrières-sur-Rhône (07). Über einen Steinbogenviadukt und in unmittelbarer Nachbarschaft zur Kirche, die vom Bahnbau 1878/79 teilweise in Mitleidenschaft gezogen wurde und in ihrer heutigen Form daher aus dem späten 19. Jahrhundert stammt, bahnt sie sich ihren Weg durch das Häusermeer. Wie sich ein Gottesdienst dort wohl gestaltet, wenn ein schwerer Güterzug in flotter Fahrt vorbei poltert...?

Aber offenbar haben sich die Einwohner im Laufe der Jahrzehnte mit dem Schienenstrang vor ihren Fenstern arrangiert. Von Lärmschutzwänden scheint man in Frankreich ohnehin nicht allzu viel zu halten. Den Bahnfotografen freut es natürlich!

Weniger erfreulich ist für den allerdings der extrem launige und im neuen Jahrtausend unter dem Strich stark rückläufige Verkehr auf der den Güterzügen vorbehaltenen rechten Rhônestrecke. Allgemeiner Rückgang des Bahnanteils im Transport und nach Eröffnung der LGV Rhône-Alpes/Méditerranée am linken Flussufer frei gewordene Kapazitäten tragen ihren Anteil bei.

Mit etwas Glück gibt es abends im passenden Zeitfenster ein paar (eher ein Paar...) Güterzüge nach Norden. Oder eben auch mal keinen. Am 28. Mai 2016 zwitscherte uns glücklicherweise ein Vögelchen, dass der Kesselwagenzug 489038 (Miramas - Perrigny) den Weg über das "Rive droite" eingeschlagen hatte. Um halb sieben schepperte dann auch tatsächlich die BB 27066 mit ihrer langen Wagenschlange vorbei. In Zeiten von "Fantôme" und Co. steigt doch auch die Freude über eine vermeintlich schnöde Prima in Fret-Livrée...:)

Datum: 28.05.2016 Ort: Serrières-sur-Rhône [info] Land: Europa: Frankreich
BR: FR-BB 27000 Fahrzeugeinsteller: SNCF
Kategorie: Bahn und Landschaft
Top 3 der Woche: 28 Punkte

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Aux confins du Gard
geschrieben von: Julian en voyage (356) am: 10.06.20, 13:02 Top 3 der Woche vom 21.06.20
Das Département Gard ist vielleicht eines der landschaftlich abwechslungsreichsten Frankreichs. Es reicht von den Sümpfen der Camargue, wo die Rhône ins Mittelmeer mündet über weite Ebenen bis hinein in die Cevennen, den südöstlichsten Teil des Massif Central.

Diese unterschiedlichen Naturräume spiegelt auch der Südabschnitt der "Ligne des Cévennes" wider. Während der Verlauf von Nîmes bis Alès auf weiten Strecken schnurgerade ist, beginnt dahinter rasch der Aufstieg bis zum Scheitelpunkt in La Bastide-Puylaurent. Dass das nicht ganz ohne Kunstbauten geht, liegt auf der Hand und jeder, der sich einmal ein bisschen mit Frankreichs Bahnen beschäftigt hat, ist sicher staunend auf die beachtliche Zahl an Tunnels und Brücken gestoßen.

Nicht unbedingt zu den spektakulärsten gehört dabei der 176 Meter lange Viaduc de la Malautière mit seinen acht Bögen à 14 Meter Spannweite. Er weist allerdings eine andere Besonderheit auf. Hier überquert die Strecke nicht nur das kleine Bächlein, das dem Viadukt seinen Namen gab, sondern auch die Grenze zwischen Gard und Lozère.

Am Abend des 17. Juli 2016 ist das bunte Baleine-Doppel als TER 873994 (Nîmes - Clermont-Ferrand) unterwegs und verlässt gerade das Dép. Gard, um in die Lozère einzutauchen, das mit nur etwa 75.000 Einwohnern (auf knapp 5200 Quadratkilometern) bevölkerungsärmste und zugleich am dünnsten besiedelte Département Festland-Frankreichs.

Datum: 17.07.2016 Ort: Concoules [info] Land: Europa: Frankreich
BR: FR-X 73500 Fahrzeugeinsteller: SNCF
Kategorie: Bahn und Landschaft
Top 3 der Woche: 12 Punkte

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KURVières
geschrieben von: Julian en voyage (356) am: 09.06.20, 19:15
KURVières? Na ja, nicht ganz, aber fast. Courvières heißt das kleine Örtchen auf dem Jura-Hochplateau in der Franche-Comté. Kurven gibt es dort aber dennoch recht zahlreich. Und so kurvt auch der TGV 9277 (Paris Lyon - Lausanne) auf seinem Weg in Richtung Eidgenossenschaft durch die üppigen Windungen der auf diesem Abschnitt zweigleisigen Jura-Querung.

Das Bild entstand als Tagesabschluss am ausgesprochen erfolgreichen 3. August 2018, von dem ich ein paar Fotos bereits hier gezeigt habe. Nachdem sich ein Großteil der Hobby-Runde bereits heimwärts abgesetzt hatte, konnte ich Urs noch begeistern, darauf zu spekulieren, dass die allerletzten Strahlen der untergehenden Sonne ausreichend Kraft hätten, um den abendlichen Zug effektvoll zu illuminieren. Das klappte dann, wenn auch haarscharf, tatsächlich sehr gut! Es geht eben nur wenig über einen gepflegten Glint-Schuss…;)

Danach beschlossen wir den tollen Trip mit einem Abendessen am Campingkocher (nicht ohne einen kurzen Besuch einer ausgesprochen neugierigen Kuhherde…), ehe wir mit der hereinbrechenden Nacht ebenfalls den Heimweg antraten. Französische Provinz kann so schön sein! :)

Die POS-Garnituren zwischen Paris und Lausanne bildeten übrigens nur ein Interim zwischen dem Ausscheiden der CH-tauglichen TGV Sud-Est 2012/13 und der Lieferung der neuen Euroduplex, die nun zum vergangenen Fahrplanwechsel im Dezember 2019 den gesamten Lyria-Verkehr übernommen haben.

PS: Beton-Pflock am Gleis digital entfernt.

Datum: 03.08.2018 Ort: Courvières [info] Land: Europa: Frankreich
BR: FR-TGV POS Fahrzeugeinsteller: SNCF
Kategorie: Stimmungen mit Zug
Top 3 der Woche: 12 Punkte

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’s Gromme Elsass
geschrieben von: Julian en voyage (356) am: 15.05.20, 21:57
L'Alsace - ’s Elsass. So steht es zweisprachig auf den Corail-Wagen der ostfranzösischen Region, neben französisch auch in der elsässischen Mundart. Ein untrügliches Zeichen für das starke Gefühl einer kulturellen Eigenständigkeit gegenüber dem Pariser Zentralstaat.

Noch einmal etwas Spezielles ist dabei ’s Gromme Elsass, also das "Krumme Elsass" (oder auf französisch l'Alsace bossue). So lautet die (semi-offizielle) Bezeichnung des Landstrichs am westlichen Rand der Vogesen, der eigentlich geografisch bereits Teil des Plateau lorrain ist. Obwohl auch traditionell eher Lothringen zugehörig, erbaten die Bewohner der ehemaligen Grafschaften Saarwerden und Lützelstein (= La Petite-Pierre) nach der Revolution 1794 mit Erfolg den Anschluss an das Elsass. Der Religion wegen! Die einstigen Fürsten von Nassau-Saarbrücken und die pfälzischen Wittelsbacher hatten nämlich im 16. Jahrhundert (wie auch weite Teile des Elsasses) den Protestantismus eingeführt. Da wollte man mit dem überwiegend katholischen Lothringen nicht in einen Topf geschmissen werden...

Aus der sich daraus ergebenden "krummen" oder "buckligen" Grenzziehung zu Lothringen in diesem Gebiet soll sich auch der ungewöhnliche Name ableiten. Oder ganz einfach aus dem hügeligen Charakter der Landschaft... Da ist man sich, wie so oft, mal wieder nicht ganz einig.

Durchfahren wird ’s Gromme Elsass seit 1895 von der Eisenbahnstrecke Mommenheim - Sarreguemines, in der alten Nomenklatur der SNCF-Region Est die «Ligne 9». Bis 2015 hatte diese in Fankreisen wegen der im Berufsverkehr eingesetzten Corail-Züge mit überwiegend blauen (ja, damals war der Lack auch wirklich noch blauer als ein Jahrzehnt später...;)) Straßburger 67400ern einen gewissen Kultstatus.

Blicken wir also zurück auf den Sommer 2011! Am Abend des 10. August 2011 hatte die BB 67571 mit TER 830936 (Krimmeri-Meinau - Sarreguemines) die Vogesen mittels des Tunnel de Puberg durchquert und war im Krummen Elsass angekommen, als in der Ortsdurchfahrt von Tieffenbach der Verschluss meiner Kamera klickte. Neben der klassischen S-Kurve von Frohmuhl eine meiner Lieblingsstellen an der «Ligne 9». Ach ja, die größere der beiden sichtbaren Kirchen ist übrigens katholisch... Aber in heutigen Zeiten kräht (zum Glück) kein Hahn mehr danach!

PS: Eine Straßenlaterne am Bahndamm, die bis in den Fahrwerksbereich der Lok reichte, habe ich digital entfernt.

Datum: 10.08.2011 Ort: Tieffenbach [info] Land: Europa: Frankreich
BR: FR-BB 67400 Fahrzeugeinsteller: SNCF
Kategorie: Zug schräg von vorn
Top 3 der Woche: 9 Punkte

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Auf schmaler Spur durch die Provence - II
geschrieben von: Julian en voyage (356) am: 02.05.20, 21:19
- Fortsetzung zu [www.drehscheibe-online.de] -

Hinter Entrevaux, genauer gesagt am Pont de Gueydan, wo der Fluss nach Norden in die Gorges de Daluis abknickt, verlässt die Meterspurstrecke der Chemins de fer de Provence den Var und folgt den kleinen Nebenflüssen Coulomp und Vaïre in Richtung des Scheitelpunkts am dreieinhalb Kilometer langen Tunnel de la Colle-Saint-Michel. Besonders jenseits von Annot geht es an der Bergflanke steil bergauf, unter anderem mittels der Kehrschleife von Le Fugeret.

Unsere Foto-Aktivitäten am 14. Juli 2017, dem französischen Nationalfeiertag, der in Erinnerung an den Sturm auf die Bastille am 14. Juli 1789 begangen wird, begannen wir in diesem Streckenabschnitt, vielleicht dem malerischsten der 150 Kilometer Schmalpur. Unweit des kleinen Bergdorfes Méailles liegt der 121 Meter lange Viaduc de la Guillaumasse, der sich im Hochsommer morgens schön umsetzen lässt. Jedenfalls, wenn man nicht davor zurück schreckt, hart am Abgrund auf einer Felsnase auszuharren... Ich weiß auf jeden Fall noch, dass wir uns gegenseitig Mut zusprachen und dabei abwechselnd am Stamm einer verhärmten Eiche festhielten, um das subjektive Sicherheitsgefühl etwas zu steigern. ;)

Erlösend war daher das weitgehend pünktliche Erscheinen des Zugs Nr. 1 (Nice CP - Digne-les-Bains), der aus zwei CFD-Triebwagen gebildet war. Mittlerweile sind diese Fahrzeuge die ältesten in Frankreich im Plandienst stehenden „Autorails“. X 306 ist Baujahr 1977, sein „ Kollege“ von 1972. Einzig der im Rahmen eines Refits neu aufgetragene Lack lässt sie etwas moderner erscheinen.

Nach dem Foto stürzten wir uns bald in die Fluten der Vaïre, die hier ein herrlich klarer Gebirgsbach ist, ehe wir im nahen Annot Zeugen des Feiertagsprogramms wurden, inklusive der von den alten Männern des Dorfes unter dem Dach der knorrigen Platanen inbrünstig geschmetterten Marseillaise. Urlaubsstimmung pur! Damals leider nur für ein verlängertes Wochenende und hoffentlich in nicht allzu ferner Zukunft wiederholbar…

Merci Pascal für den Tipp mit der Stelle! :)

Datum: 14.07.2017 Ort: Méailles [info] Land: Europa: Frankreich
BR: FR-SY Fahrzeugeinsteller: Chemins de Fer de Provence (CP)
Kategorie: Bahn und Landschaft
Top 3 der Woche: 3 Punkte

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Le défilé des combinés
geschrieben von: Julian en voyage (356) am: 29.04.20, 18:42
Während der Güterverkehr auf den beiden Rhônestrecken, die entlang des Stroms vom Mittelmeer in Richtung Lyon führen, tagsüber oft recht dürftig ist und Zuglücken von mehreren Stunden eher die Regel als die Ausnahme darstellen, erwachen gegen Abend die Warenströme auf der Schiene. Maßgeblich dazu bei trägt eine ganze Batterie von Zügen des kombinierten Ladungsverkehrs, die im Nachtsprung die Terminals im Großraum Marseille/Avignon mit Paris (Valenton) und Nordfrankreich verbinden.

Das Gros rollt dabei über die Strecke entlang des "Rive gauche", also des linken Rhôneufers, nach Norden. Nur an Hochsommerabenden bekommen sie aber im landschaftlich spannenden Abschnitt noch ein wenig Tageslicht ab. Dann sind natürlich die hoch aufragenden Felsformationen zwischen Donzère und Châteauneuf-du-Rhône ein beliebter Anlaufpunkt, der Défilé de Donzère.

Mit etwas Kraxelei und offenen Augen lassen sich abseits der Evergreens auch ein paar eher unbekannte Blickwinkel finden. So diese schöne S-Kurve, wo auf einem kurzen Abschnitt wundersamerweise die Oberleitungsmasten nur auf einer Seite der Strecke errichtet wurden - äußerst fotografengerecht natürlich! ;)

Ist man erst einmal über den schmalen Pfad auf den Hang gelangt, lässt sich dort die Parade der nordwärts strebenden Güterzüge gemütlich im Gras sitzend beobachten. Schon weit hinten zeichnen sich die Wagenschlangen oberhalb der sichtbaren Stützmauer ab, sodass man genügend Zeit hat, den Blick kurzzeitig vom majestätischen Strom abzuwenden, die Kamera auszurichten und ein bis zwei Minuten später entspannt abzudrücken.

Am 19. Juni 2017 mit von der Partie war der für Novatrans/GCA von der SNCF traktionierte KLV-Zug 50510 (Miramas ITE SMEA - Valenton). Nach einer Fahrt durch die Nacht mit bis zu 120 km/h wird er bereits am frühen Morgen um zwanzig nach vier vor den Toren der Capitale ankommen. Angesichts der konstant guten Auslastung offenbar ein sehr attraktives Angebot für diverse Kunden!

Datum: 19.06.2017 Ort: Donzère [info] Land: Europa: Frankreich
BR: FR-BB 27000 Fahrzeugeinsteller: SNCF
Kategorie: Bahn und Landschaft
Top 3 der Woche: 13 Punkte

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Il caimano moribondo
geschrieben von: Julian en voyage (356) am: 26.04.20, 19:00
Man darf auch mal Glück haben! Planmäßig sind die „Caimani“ der Reihe E 656 – zwischen 1975 und 1989 in insgesamt 461 Exemplaren geliefert und vermutlich DER italienische Ellok-Klassiker der letzten Jahrzehnte – auf dem Festland bereits aus dem Personenzugdienst ausgeschieden. Nur auf Sizilien, wohin beinahe traditionell die andernorts auf der Apennin-Halbinsel obsolet gewordenen Fahrzeuge „abgeschoben“ werden (E 636 und E 646 lassen grüßen…), sind die Gelenk-Lokomotiven mit ihrem unverwechselbaren Sound noch teilweise für die Traktion der IC- und ICN-Züge zuständig, wobei auch dort mit steter Inbetriebnahme eigens für diese Zwecke angepasster und umlackierter E464er ein Ende in naher Zukunft absehbar ist, vielleicht ungeahnt beschleunigt durch die Corona-Pandemie und die damit verbundenen massiven Einschränkungen im Bahnverkehr...

Allerdings werden einige wenige Exemplare auch abseits der größten Mittelmeerinsel noch für Überführungsfahrten oder als Reserveloks vorgehalten. In letzterer Eigenschaft übernahm E 656 289 am 10. Juni 2018 – für mich völlig unerwartet – ab Neapel den IC 707 (Roma Termini - Taranto) für seine finale Etappe durch die Bergwelt Kampaniens und der Basilikata.

Dank der freundlichen Hilfe eines örtlichen Bauern bei der Fotostellen-Suche konnte ich den besonderen Zug auf dem Hangviadukt bei Baragiano abpassen. Anfänglich war ich etwas enttäuscht, dass die Sonne sich bereits ein paar Minuten zuvor verkrochen hatte, aber mit etwas zeitlichem Abstand gefällt mir die eigentümliche Stimmung mit den von unten angestrahlten Wolken und dem klar hervortretenden Dreilicht-Spitzensignal mindestens genau so gut! Am effektvollsten ist natürlich ein Betrachten in möglichst dunkler Umgebung. :)

Am nächsten Morgen ging es für den „Caimano“ übrigens mit dem Gegenzug IC 700 wieder zurück nach Neapel, womit der Spuk ein schnelles Ende hatte und die planmäßigen E402B wieder das alleinige Regiment übernahmen. Die E 656 289 indes wurde im Herbst 2018 nach Sizilien weitergereicht, wo sie leider stante pede im Bahnhof von Fiumefreddo di Sicilia in Flammen aufging (-> [www.youtube.com] ), anschließend eine Zeit lang im DL Catania einer ungewissen Zukunft entgegen sah und mittlerweile zwecks Verschrottung zu Bilfinger nach Bari überführt wurde.

Datum: 10.06.2018 Ort: Baragiano [info] Land: Europa: Italien
BR: IT-E656 Fahrzeugeinsteller: Trenitalia
Kategorie: Stimmungen mit Zug
Top 3 der Woche: 6 Punkte

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Auf schmaler Spur durch die Provence - I
geschrieben von: Julian en voyage (356) am: 20.04.20, 18:48
Einstmals war Frankreich von einem schier unglaublich engmaschigen Netz an Neben-, Schmalspur- und Überlandstraßenbahnen durchzogen, wie einen der Blick auf alte Streckenkarten immer wieder aufs Neue lehrt. Bis in die letzte Ecke des Hexagons rollten die kleinen Züglein zu ihrer Blütezeit im ersten Drittel des zwanzigsten Jahrhunderts, teils von Anfang an mit einem äußerst bescheidenen Verkehrsaufkommen. Spätestens mit der zunehmenden Verbreitung von Bus, Lastwagen und später Pkw ab den Vierzigerjahren waren sie wirtschaftlich kaum mehr überlebensfähig und wurden eine um die andere Strecke eingestellt. Die heute noch existierenden Schmalspurbahnen mit einer echten Aufgabe im SPNV kann man dementsprechend an einer Hand abzählen.

Auch vor dem Netz der Chemins de fer de Provence machte diese Entwicklung nicht halt. Beinahe 500 Kilometer Streckenlänge maß es zum Zeitpunkt seiner größten Ausdehnung: Von Nizza ging es auf Meterspur über Grasse und Draguignan nach Meyrargues, entlang des Var über Puget-Théniers nach Digne (das den Zusatz "les Bains" erst seit 1988 trägt) inklusive Zweigstrecken in zwei Seitentäler, zudem von Saint-Raphaël entlang der Küste über Hyères nach Toulon und schließlich von Cogolin über eine Stichstrecke nach Saint-Tropez. Zwischen 1944 und 1950 kam für einen Großteil des Netzes dann das Ende. Während die Einstellung manch anderer Strecke "au bout du monde" mehr als verständlich ist, drängt sich hier der Verdacht auf, dass der Autobus damals einfach das chicere Image hatte... Die 150 Kilometer lange Strecke von Nizza nach Digne-les-Bains hat allerdings allen Stilllegungswellen getrotzt und blickt heute trotz gewisser Unzulänglichkeiten im Fahrzeugsektor einer insgesamt gesicherten Zukunft entgegen.

„Dank“ der zitierten Probleme (u. a. wurde ein Neubau-Triebwagen der Reihe AMP 800 im Februar 2014 durch einen Felssturz bei Annot, der zwei Menschenleben kostete, irreparabel beschädigt) kommen neben den AMP 800 in der Regel in mindestens zwei Umläufen auch noch ältere, in den Siebzigerjahren von CFD Montmirail gebaute Fahrzeuge zum Einsatz.

Ein solcher - X 306 (Baujahr 1977) - kam am 30. April 2017 als Zug 2 (Digne-les-Bains - Nice CP) in zügiger Fahrt aus der kurzen, nur 25 Meter messenden Galerie du Salvaret unterhalb des gleichnamigen Weilers geschaukelt. Die flotte Fahrweise an den Grenzen des auf dem Oberbau Machbaren (die das Personal natürlich längst im Blut hat...!) kann wohl mit Fug und Recht als typisch für die Chemins de Fer de Provence bezeichnet werden. Ein kleiner Rest französische Schmalspur-Idylle inmitten der Seealpen mit ihren beeindruckenden Landschaften. :)

Zuletzt bearbeitet am 02.05.20, 21:21

Datum: 30.04.2017 Ort: Salvaret [info] Land: Europa: Frankreich
BR: FR-SY Fahrzeugeinsteller: Chemins de Fer de Provence (CP)
Kategorie: Bahn und Landschaft
Top 3 der Woche: 7 Punkte

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Nel cuore della Sicilia
geschrieben von: Julian en voyage (356) am: 12.04.20, 10:59
Taormina, Palermo, Syrakus, die Tempel von Agrigento und Selinunte, alle jene klassischen Sehenswürdigkeiten reihen sich an Siziliens Küsten auf. Das Hinterland kann da im Touri-Programm schon mal auf der Strecke bleiben. Und Hand aufs Herz: Uns Bahnfotografen geht es doch oft, abgesehen von der Schmalspurbahn um den Ätna natürlich, nicht anders! Caimani mit tiefblauem Meer sind ja schließlich auch ein mehr als valides Argument (gewesen)...;)

Doch auch ein Blick in das Inselinnere, ins wahre Herzen des oft nach innen gewandten Siziliens lohnt sich. Eine passende Lektüre dabei ist zum Beispiel das lesenswerte, bebilderte Reisetagebuch "Mit dem Rücken zum Meer" von Andreas Rossmann. Aber schweifen wir nicht zu weit ab!

Durchzogen wird das Hügelland der Provinzen Enna und Caltanissetta von der eingleisigen Strecke Catania - Palermo, von der wiederum jene nach Canicattì und Agrigento abzweigen. An ersterem Abzweig liegt auch die Provinzhauptstadt Caltanissetta. Zwischen den Bahnhöfen Centrale und Xirbi überbrückt nördlich des Zentrums ein eleganter zwölfbögiger Viadukt das Busiti-Tal.

Als wir im Frühjahr 2014 die Gegend besuchten, war der Verkehr rund um Caltanissetta trotz weitgehender Elektrifizierung fest in Händen der ALn 668. So auch der morgendliche Regionale 8675 (Roccapalumba-Alia - Caltanissetta), der durch die saftig grünen Felder seinem Ziel entgegen brummte. Wenige Monate später wird sich das frische grün in fahles ocker verwandelt haben...

Nach dem Foto ging es für uns dann auf einen Caffè in eine kleine Bar, in einer gesichtslosen Geschäftsstraße irgendwo zwischen Autowerkstatt und Krämerladen gelegen. Der Barista dort lief zu Hochtouren auf und klärte die (vermeintlich?) unwissenden Auswärtigen über die Finessen des gepflegten Espresso-Genusses auf ("Il bicchierino d'acqua si beve prima il caffè!"). Das sind so die kleinen Geschichten, die in Erinnerung bleiben. :)

PS: Baustellenabsperrungen im Hintegrund entsättigt und eine weiße Baumaschine weggepixelt!

Datum: 07.04.2014 Ort: Caltanissetta [info] Land: Europa: Italien
BR: IT-ALn668 Fahrzeugeinsteller: Trenitalia
Kategorie: Bahn und Landschaft
Top 3 der Woche: 4 Punkte

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Rollstuhlgerecht...
geschrieben von: Julian en voyage (356) am: 09.04.20, 20:08
...soll er sein, der sonntagabendliche Regionale 12812 (Caltagirone - Catania). So steht es im Fahrplan, wie für alle (wenigen) Züge der einst bis Gela führenden und seit 2011 infolge eines Brückeneinsturzes unterbrochenen Strecke (Catania -) Lentini - Caltagirone. Doch Theorie und Praxis sind bekanntlich zwei paar Schuhe. Im mitunter etwas chaotischen Sizilien gilt das umso mehr. Nicht völlig überraschend ist also das Erscheinen eines betagten ALn 668 anstatt des planmäßigen, niederflurigen Minuetto.

Ob es jemanden stört, erscheint fraglich. Weniger, weil manch Dysfunktionalität im Bereich der Daseinsvorsorge in Süditalien mit einer Mischung aus stoischer Gelassenheit und Resignation hingenommen wird, sondern eher, weil die Bahn in weiten Teilen des sizilianischen Binnenlands ohnehin kaum eine Rolle für den ÖPNV spielt. Das lässt sich eindrücklich beobachten, wenn am Busbahnhof von Catania praktisch im Minutentakt die gut gefüllten, blauen Überlandbusse eintreffen.

Ich hingegen freute mich am 15. September 2019, dass mir bei Vizzini ein einzelner Fiat-Triebwagen vor die Linse knatterte. Denn der passte wunderbar in den noch sonnenbeschienenen Abschnitt der Strecke, den ich nach etwas Suche gefunden hatte.

Das vorangegangene Warten am Rand der schmalen Landstraße war an diesem milden Septemberabend unglaublich relaxend gewesen. Kaum Verkehr, ein leichter Wind, der durch die nach einem langen Sommer golden im Abendlicht leuchtenden Gräser strich und irgendwo in der Ferne das Glockengeläut einer Ziegenherde... :)

Datum: 15.09.2019 Ort: Vizzini [info] Land: Europa: Italien
BR: IT-ALn668 Fahrzeugeinsteller: Trenitalia
Kategorie: Bahn und Landschaft
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Verkehrswegebündelung
geschrieben von: Julian en voyage (356) am: 07.04.20, 13:12
Unter Verkehrswege- oder Trassenbündelung versteht man das Prinzip, die Trassen verschiedener Verkehrswege auf engem Raum nebeneinander zu führen, eben miteinander zu bündeln. Der Vorteil, dass so an nur möglichst wenigen Stellen empfindlich in die Landschaft eingegriffen wird, liegt auf der Hand, sodass die Verkehrswegebündelung heute primär bei großen Eisenbahn- oder Straßen-Infrastrukturprojekten im Rahmen ihrer Prüfung auf die Umweltverträglichkeit eine Rolle spielt.

Doch gibt es auch viele Bündelungen unterschiedlicher Verkehrsträger auf engem Raum, die geografisch bedingt und historisch gewachsen sind. Die Flusstäler der europäischen Ströme nehmen dabei eine besonders hervorgehobene Bedeutung ein. In Frankreich ein anschauliches Beispiel dafür ist das Rhônetal südlich von Lyon: Zwei Eisenbahnstrecken - an jedem Ufer eine - folgen dem Flusslauf aus dem Großraum Lyon bis nach Avignon, ebenso die klassische Route nationale 7 von Paris ans Mittelmeer, über die vor Eröffnung der parallelen Autobahn die Urlauber in den Süden rollten. Und auch die Rhône selbst erfüllt eine nicht unerhebliche verkehrliche Bedeutung, zählt sie doch zu den verhältnismäßig wenigen französischen Flüssen, die auch mit großen Binnenschiffen und Schubverbänden befahrbar sind.

Glück hatte ich dennoch, als es am frühlingshaften 15. April 2015 zur Begegnung des Gütertransports auf Wasser und Schiene kam. Während ein Tankschiff, vermutlich von der Raffinerie Feyzin kommend, flussabwärts unterwegs ist, strebt eine betongraue BB 7200 mit dem ganz überwiegend aus Kesselwagen bestehenden FRET 58830 (Miramas - Sibelin) auf der linken Rhônestrecke in nördliche Richtung. Der Standpunkt in den Weinbergen hoch oberhalb von Crozes-Hermitage ist dabei nur mit etwas Zeit und einem Mindestmaß an Kondition erreichbar, denn die Hänge, an denen AOC-Weine reifen, steigen vom Talniveau aus steil an.

Zuletzt bearbeitet am 07.04.20, 13:41

Datum: 15.04.2015 Ort: Crozes-Hermitage [info] Land: Europa: Frankreich
BR: FR-BB 7200 Fahrzeugeinsteller: SNCF
Kategorie: Bahn und Landschaft
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Alles im Lot
geschrieben von: Julian en voyage (356) am: 29.03.20, 19:52
Alles im Lot war im Sommer 2015 noch für den BB 7200er-Bestand des Dépôts Toulouse. Neben Leistungen vor den Intercités über die Transversale pyrénéenne in Richtung Bayonne gab es vor allem einen sechzehntägigen (!) TER-Laufplan, der die Loks mit klassischen Corail-Garnituren durch den ganzen Südwesten Frankreichs führte. Allein die exemplarische Nennung der Wendebahnhöfe Hendaye und Avignon, Portbou und Angoulême lässt erahnen, wie weit der damalige Aktionsradius war. Auch auf der POLT (= Akronym für Paris - Orléans - Limoges - Toulouse) standen unter der Woche zwei Zugpaare zwischen Brive-la-Gaillarde und Toulouse auf der Agenda, ausgerichtet auf Berufspendler in die Garonne-Metropole.

"Alles im Lot" (höhö, Achtung Wortwitz...! ;)) war am 8. September 2015 auch für den zweiten jener morgendlichen HVZ-Züge bzw. vielmehr für dessen Spiegelung. Kurz nach der Ausfahrt aus dem Bahnhof von Cahors spiegelt sich die BB 7289 mit TER 871641 (Brive-la-Gaillarde - Toulouse) nämlich im gleichnamigen Fluss. Der aus dem Massif Central kommende, bis zu seiner Mündung in die Garonne etwa 485 Kilometer lange Lot umfließt hier die Präfektur mit ihrer malerischen Altstadt in einer weit geschwungenen Schleife.

Architektonisch sehenswert ist dabei die aus der Anfangszeit der POLT stammende Eisenbahnbrücke. Sie wurde 1880 - 83 im Auftrag der Compagnie du chemin de fer de Paris à Orléans (PO) von Fives-Lille errichtet und besticht durch ihre fünf elegant geschwungenen Metallbögen mit jeweils 36 Metern Spannweite.

Datum: 08.09.2015 Ort: Cahors [info] Land: Europa: Frankreich
BR: FR-BB 7200 Fahrzeugeinsteller: SNCF
Kategorie: Bahn und Landschaft
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Quand on dansait encore...
geschrieben von: Julian en voyage (356) am: 28.03.20, 19:27
In Zeiten der Corona-Pandemie, in denen jeder aufgerufen ist, nach Möglichkeit zu Hause zu bleiben und zumindest das ungehinderte Passieren der europäischen Grenzen für den Tourismus wie eine - hoffentlich nur vorübergehend - verblasste Erinnerung an selige Tage scheint, bleibt einem zur Befriedigung des eigenen Fernwehs nur der Blick ins Archiv. Das habe auch ich dieser Tage mal wieder gemacht und bin dabei direkt ein ganzes Jahrzehnt in die Vergangenheit gereist. Ihr seid natürlich herzlich eingeladen, euch mit in die Zeitmaschine zu setzen! ;)

Wir schreiben den Sommer 2010, als ich meinen Sommerurlaub im südfranzösischen Théoule-sur-Mer verbrachte. Damals war die französische Bahnwelt vielerorts noch eine ganz andere und von Fahrzeugkreationen wie dem "Régiolis" oder dem "Regio 2N" (Omneo) konnte man nur träumen. Böse Zungen mögen diesen Traum vielleicht um ein "Alp-" ergänzen... Nicht anders war es entlang der Côte d'Azur, wo die Küstenstrecke von Marseille über Nizza nach Ventimiglia mit einer bunten Mischung klassischer SNCF-Fahrzeuge aufwarten konnte: "Nez cassés" mit Corail-Schnellzügen des Tages- und Nachtverkehrs, "Danseuses" mit RIO- und RRR-Garnituren, die zeitlos-eleganten TGV Sud-Est und ab und zu auch mal eine damals noch etwas ordinär scheinende Sybic in betongrau. Nur gelegentlich mischte sich ein moderner Doppelstock-Triebwagen darunter. Dass der Sommerurlaub auch für das ein oder andere Bahnfoto genutzt werden musste, war da natürlich klar!

Besonders angetan hatte es mir der Abschnitt rund um das Cap Roux bei Anthéor, wo sich die Bahn zwischen den geradezu surreal wirkenden roten Porphyrfelsen des Esterelmassivs und dem tief-, eben azurblauen Wasser des Mittelmeers ihren Weg bahnt. Gleich mehrfach steuerte ich ihn während der zwei Wochen an.

Am Morgen des 28. August 2010 ließ eine leichte Brandung den Schaum am Felsrelief empor kräuseln, während ich auf meinem Aussichtspunkt die Sonne genoss und der Züge harrte, die da kommen sollten. Der "Lunéa"-Nachtzug aus Hendaye war bereits durch, der "Auto-train" aus Paris Bercy ebenfalls, als um kurz nach neun eine der damals noch zahlreich dort eingesetzten "Danseuses" (= Tänzerinnen) der Reihe BB 25500 mit TER 881128 (Monaco-Monte-Carlo - Saint-Raphaël-Valescure) die Bühne betrat. Aus heutiger Sicht mindestens ebenso bemerkenswert ist die noch nicht modernisierte RIO-Garnitur, die sie dabei am Haken hatte. Ein noch weitgehend unverfälschtes Relikt aus der Inox-Ära früherer Jahrzehnte...

Datum: 28.08.2010 Ort: Anthéor [info] Land: Europa: Frankreich
BR: FR-BB 25500 Fahrzeugeinsteller: SNCF
Kategorie: Bahn und Landschaft
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1300 Kilometer
geschrieben von: Julian en voyage (356) am: 26.03.20, 10:45
Mit einem Laufweg von beinahe 1300 Kilometern zu den längsten TGV-Verbindungen (vielleicht ist es sogar DIE längste, ich habe andere Kandidaten auf diesen Titel nicht nachgemessen ;)) zählt ohne Zweifel die Relation von Brüssel nach Nizza, die Teil des "Intersecteurs"-Netzes ist, also jener TGV-Züge, die Provinz und Provinz unter Umgehung der Pariser Kopfbahnhöfe miteinander verbinden. Gehalten wird stattdessen am Flughafen Charles de Gaulle und/oder in Marne-la-Vallée-Chessy (dem Disneyland-Bahnhof). Bei der Verbindung zwischen belgischer Hauptstadt und Côte d'Azur-Metropole indes ist das mit der "Provinz" natürlich eher relativ und nur aus zentralistisch auf Paris ausgerichteter Sicht verständlich...

Am Abend des 8. März 2014 hat der TGV 9829 (Bruxelles-Midi - Nice Ville) bereits einen Großteil seiner Fahrtstrecke hinter sich, als er beim Überqueren des 416 Meter langen Viaduc de l'Arc seinen Schatten in die provenzalische Landschaft wirft. Hinter dem TGV-Bahnhof von Aix-en-Provence wird die Reise nur noch ein kurzes Stück bis Marseille über die LGV Méditerranée führen, ehe die letzte Etappe bis Nizza dann auf klassischer Infrastruktur entlang der Côte in Angriff genommen werden muss.

Seinerzeit, als Basti und ich nach dem Foto des samstäglichen Staubgut-Zuges auf der nur noch im Güterverkehr befahrenen Strecke Rognac - Aix, die auch (im Bild nicht sichtbar) unter dem Viaduc de l'Arc hindurch führt, den Tag an der Neubaustrecke ausklingen ließen, waren die aus Belgien kommenden "Intersecteurs" noch ein Garant für eine TGV-Garnitur in blau-silberner Livrée, da man bei den dreisystemfähigen Réseau-Einheiten noch nicht mit der Umgestaltung in das Carmillon-Farbschema begonnen hatte. Sechs Jahre später sieht das schon ganz anders aus und eine blau-silberne Doppeleinheit käme einem Sechser im Lotto gleich!

Datum: 08.03.2014 Ort: Roquefavour [info] Land: Europa: Frankreich
BR: FR-TGV Réseau Fahrzeugeinsteller: SNCF
Kategorie: Stimmungen mit Zug
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Triplette d'aspirateurs pour la cité phocéenne
geschrieben von: Julian en voyage (356) am: 21.03.20, 13:23
Bislang eher verhalten in der Galerie vertreten sind die "Aspirateurs" (= Staubsauger) genannten Triebwagen der Reihe X 72500, die ab 1997 in den Fahrgastbetrieb gelangten und damit den Anfang der Erneuerung der dieselbetriebenen TER-Flotte einleiteten. Mit dem verhältnismäßig kernigen Sound der insgesamt 1200 kW starken MAN-Motoren und dem markanten, pfeilförmigen Design heben sie sich doch ein bisschen von ihren Nachfolgern ab. Seit 2017 sind ihre Einsätze allerdings stark rückläufig und in vielen Regionen haben bereits Ausmusterungswellen bis hin zur Abstellung des gesamten Bestandes (so in der Picardie) eingesetzt. Grund genug, den Fokus einmal auf diese "Alten unter den Jungen" zu richten! :)

Bis heute ein Haupteinsatzgebiet sind die französischen Alpen, wo sich die Fahrzeuge auf den Strecken Marseille - Veynes - Briançon und (Valence -) Livron - Veynes den Regionalverkehr mit neueren AGC teilen. Auf ersterer sind auch Doppel- und Mehrfachtraktionen an der Tagesordnung. So beobachtet am 3. März 2013 bei La Freissinouse vor den Toren von Gap, Präfektur des Départements Hautes-Alpes, als ein Trio als TER 17416 (Briançon - Marseille-Saint-Charles) über den bekannten Hangviadukt rollte.

Die Reise führt dabei von einer der höchstgelegenen Städte Frankreichs (der Bahnhof von Briançon liegt auf 1203 Metern über dem Meer) über gut 300 Kilometer hinab in die zweitgrößte Stadt Frankreichs, die auf Meeresniveau am Golf du Lion liegt (der Bahnhof Saint-Charles auf 49m). Marseille trägt dabei den klangvollen Beinamen "la cité phocéenne", der auf die Gründungsgeschichte als Hafen durch griechische Siedler aus Phocaea (in der heutigen Türkei) um 600 v.Chr. zurückgeht.

Datum: 03.03.2013 Ort: La Freissinouse [info] Land: Europa: Frankreich
BR: FR-X 72500 Fahrzeugeinsteller: SNCF
Kategorie: Bahn und Landschaft
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Tôt le matin, on vient chercher le ballast!
geschrieben von: Julian en voyage (356) am: 17.03.20, 19:42
Recht spontan machten Urs und ich uns Anfang April 2017 auf zu einem Roadtrip in Richtung Westfrankreich. Bei der für dortige Verhältnisse ungewöhnlich stabilen Wetterlage mit über mehrere Tage praktisch makellos prognostiziertem Sonnenschein konnten wir nicht widerstehen, uns vor der anstehenden Ablösung der Rennaiser „Danseuses“ (davon handelte mein letztes Galeriebild) und der BB 67400 zwischen Bordeaux und Nantes noch einmal eine Auszeit zwischen Bretagne und Atlantikküste zu gönnen.

Erster Zwischenstopp war allerdings ein ganz anderes Thema: Der Schotterverkehr rund um Thouars. Bis heute sorgen die südlich der Eisenbahnerstadt - ehemals ein wichtiges Streckenkreuz an der alten Linie von Paris nach Bordeaux über Chartres, Courtalain, Château-du-Loir, Saumur, Niort und Saintes - gelegenen Steinbrüche des Thouarsais (Luché, Saint-Varent, etc.) für ein respektables Güterverkehrsaufkommen. Am 6. April 2017 standen für das Personal von Logistra/Ecorail, einer privatrechtlich organisierten Tochtergesellschaft von SNCF Géodis, allein vier Pendelfahrten von Thouars zum Steinbruch von Luché auf dem Programm, um neuen Bahnschotter abzuholen.

Bereits in aller Herrgottsfrühe startete dabei die erste Schicht: 4h55 Abfahrt mit dem ersten Leerschotter nach Luché! Entsprechend noch etwas verschlafen stolperten auch wir in die Fahrdienstleiterstube des Bahnhofs, wo wir trotz der unchristlichen Zeit freundlich empfangen wurden und die Details des geplanten Programms recht schnell in Erfahrung bringen konnten. So standen wir etwa anderthalb Stunden später passend für die zweite Fuhre am Ufer des Thouet bereit, um sie bei der Fahrt über den 1871 bis 1873 errichteten Eiffel-Viadukt ( [www.thouars.fr] ) abzupassen. Im Morgengrauen donnerten dann auch pünktlich die beiden Diesel-Primas mit dem Leerzug 83211 (Thouars - Luché) hoch über unseren Köpfen über den Fluss, an dessen Oberfläche nach der feuchten Nacht noch ein hauchzarter Nebelschleier erkennbar ist.

PS: Das Bild ist aus zwei unterschiedlich belichteten, im Übrigen aber inhaltsgleichen Fotos zusammengesetzt.

Datum: 06.04.2017 Ort: Thouars [info] Land: Europa: Frankreich
BR: FR-BB 75000 Fahrzeugeinsteller: SNCF
Kategorie: Stimmungen mit Zug
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L'Île-de-France conquiert la Bretagne
geschrieben von: Julian en voyage (356) am: 13.03.20, 18:37
Das Jahr 2017 war das letzte, in dem für die Rennaiser "Danseuses" der Reihe BB 25500 noch einmal durchgängig (mit Ausnahme der Sommerferien) ein Umlaufplan aufgestellt wurde, wenn auch nur mit bescheidenen zwei bis drei Plantagen. Die hatten es allerdings noch einmal in sich und bescherten den Loks von Rennes aus Leistungen nach Montreuil-sur-Ille, Vitré, Laval und Messac-Guipry (nur im Frühjahrsplan) bzw. La Brohinière (nur im Herbstplan), also in alle vier Himmelsrichtungen.

Mit von der Partie war die BB 25600 in Île-de-France-Livrée, die gemeinsam mit einigen ebenso lackierten Schwestermaschinen (den zum Aufnahmezeitpunkt bereits abgestellten BB 25597, 25599 und 25601) wenige Jahre zuvor für ihren Lebensabend aus der Hauptstadtregion rund um Paris in die bretonische Provinz versetzt wurde. Gewissermaßen also eine zweite (friedliche) Eroberung der Bretagne durch Frankreich nach dem Jahr 1532. Bleu, blanc, rouge - die Farben der Tricolore - lassen da jedenfalls keine Zweifel aufkommen! ;)

Nur an Samstagen tauchte dabei im Frühjahr Messac-Guipry an der Strecke Rennes – Redon als Wendebahnhof auf. Die in perfekter Zeitlage nordwärts fahrende Einzel-Leistung (hinzu als Leerreisezug) bescherte Urs und mir am 8. April 2017 die Möglichkeit, BB 25600 vor TER 856014 (Messac-Guipry - Rennes) bei Guichen-Bourg-des-Comptes im schönen Morgenlicht mit der alten Mühle von La Bouëxière aufzunehmen. Weil’s so schön ist, spiegelt sich die Szene gleich noch einmal in der am Morgen noch recht ruhig daliegenden Vilaine. :)

Datum: 08.04.2017 Ort: Guichen-Bourg-des-Comptes [info] Land: Europa: Frankreich
BR: FR-BB 25500 Fahrzeugeinsteller: SNCF
Kategorie: Bahn und Landschaft
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Ein paar Meter
geschrieben von: Julian en voyage (356) am: 11.03.20, 12:47
Jeder hier kennt folgende Situation wahrscheinlich bestens: Je öfter man eine Strecke besucht hat (incl. Abarbeitung der bekannten "Gassenhauer-Motive" ;)), desto exklusiver und präziser werden die Vorstellungen, an welcher Stelle man denn unbedingt noch ein ganz bestimmtes Bild machen müsste. Lichtstand und Jahreszeit sollen selbstredend auch passen. Oft fokussiert sich das Interesse dann nur auf ein paar Meter Bahnlinie, an denen man beim Warten während vorheriger Touren entlang gestromert ist und irgendwann auf eben jenen motivlichen Trichter kam. Bei mir ist ein solcher Flecken Erde das kleine Örtchen La Creuse in der Haute-Saône, wo ich mittlerweile gefühlt schon jede Kuh im Stall des örtlichen Bauern persönlich kenne...;)

Ebenfalls nur ein paar Meter maßen im Sommer 2019 der bewuchsfreie Abschnitt am westlichen Ortsrand und der kleine Bereich von vielleicht fünf bis zehn Mastabständen, auf dem die bereits im Abbau begriffene Telegrafenleitung noch vollständig erhalten war. Glücklicherweise genau an meinem Wunsch-Motiv für den morgendlichen Streiflicht-Schuss! (Ob sich die Drähte dort bis zum heutigen Tag retten konnten, weiß ich leider nicht...)

So legte ich am 29. August 2019 auf dem Weg vom Rhein-Neckar-Raum nach Norditalien einen kurzen Zwischenstopp in La Creuse ein, um an dieses kleine Projekt einen Haken setzen zu können. Entsprechend zufrieden war ich, als um zwanzig vor acht der "Baleine" X 73744 als TER 894406 (Belfort - Vesoul) durch den Glint des dunstigen Spätsommermorgens brummte.

Datum: 29.08.2019 Ort: La Creuse [info] Land: Europa: Frankreich
BR: FR-X 73500 Fahrzeugeinsteller: SNCF
Kategorie: Stimmungen mit Zug
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Circumetnea - VII
geschrieben von: Julian en voyage (356) am: 03.03.20, 19:08
- Fortsetzung zu [www.drehscheibe-online.de] -

Bislang fehlt in meiner losen Foto-Serie über die Ferrovia Circumetnea, jene 950mm-Schmalspurbahn, die den Ätna auf Sizilien einmal (fast) umrundet, noch ein Foto der modernen Doppel-Triebwagen, die auf den Namen "Vulcano" hören, wie er also kaum passender für die Strecke im Schatten des mächtigen Vulkans sein könnte. Grund genug, dies zu ändern, denn mittlerweile erbringen die vier 2015 und 2016 von Newag an die FCE gelieferten Fahrzeuge einen beträchtlichen Teil des Zugverkehrs zwischen Catania und Randazzo, während sie auf dem Streckenabschnitt von dort hinunter ans Meer nach Riposto bis dato nicht zum Einsatz kommen. Perspektivisch ist allerdings eine Beschaffung von bis zu vier weiteren Triebwagen des gleichen Typs geplant.

Am Abend des 18. September 2019 hatte ich mich unweit des Scheitelpunkts der Strecke auf knapp 1000 Metern (976, um genau zu sein) über dem Meer oberhalb von Bronte positioniert, um den von einem solchen "Vulcano" gefahrenen Zug 33 (Catania Borgo - Riposto) in den letzten Sonnenspots dieses schönen Spätsommertages festzuhalten.

Einzig der namensgebende Ätna verhielt sich mal wieder etwas divenhaft und hüllte seinen derzeit 3326 Meter hohen Kratergipfel in dichte Wolken. Ein Schauspiel, das den Berg praktisch täglich anders erscheinen lässt, es sei denn, man erwischt einen der raren Tage, an denen er sich auch abends noch vollkommen wolkenfrei zeigt...

Datum: 18.09.2019 Ort: Bronte [info] Land: Europa: Italien
BR: IT-DMU Vulcano Fahrzeugeinsteller: Ferrovia Circumetnea (FCE)
Kategorie: Bahn und Landschaft
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La città eterna
geschrieben von: Julian en voyage (356) am: 29.02.20, 19:37
La città eterna – Die ewige Stadt! Bereits in der Antike prägten Dichter und Geschichtsschreiber wie Vergil den Mythos, Rom werde solange bestehen, wie Menschen leben und niemals seiner unbändigen, eigentümlichen Kraft beraubt werden… Nun ja, auf eine gewisse Art sollten sie Recht behalten, denn in Italiens Hauptstadt prallen noch heute Epochen aufeinander wie an kaum einem anderen Ort der Welt.

Überall in der Stadt finden sich Relikte vergangener Jahrhunderte. So auch an der Porta Maggiore, einem altrömischen Stadttor aus dem Jahr 52 n. Chr., das im 3. Jahrhundert in die Aurelianische Mauer integriert wurde und heute inmitten eines vielspurigen Verkehrskreisels liegt, in dem die Vespas und Fiats eifrig hupend zirkulieren. Mitten hindurch führen auch die Gleise der Ferrovia Roma – Giardinetti, Reststück der einst über 137 Kilometer bis Fiuggi und Frosinone führenden 950mm-Schmalspurbahn, auf der bis heute Fahrzeuge unterwegs sind, die in ihrer Grundsubstanz bald den hundertsten Geburtstag feiern werden. Wenn nicht doch bis dahin einmal die schon so häufig in Aussicht gestellten Neufahrzeuge in ausreichender Zahl beschafft werden... Doch die Mühlen bei den städtischen Verkehrsbetrieben ATAC (Azienda Tranvie e Autobus del Comune), die die Strecke 2010 unter ihre Fittiche genommen haben, mahlen langsam, ganz gleich, ob der/die Bürgermeister/in nun gerade Gianni Alemanno oder Virginia Raggi heißt.

Am 31. Mai 2018 rollte Tw 422 - ein Oldie aus dem Jahre 1926 (!), dessen heutiger Wagenkasten allerdings „erst“ aus dem Jahr 1959 stammt - mit seinem unverkennbaren Sound auf der Fahrt von Centocelle nach Roma Laziali in die zentrale Umsteigehaltestelle. Noch getoppt werden wird das akustische Erlebnis durch das Beschleunigen bei der Abfahrt, wenn die antiken Elektromotoren von TIBB (Tecnomasio Italiano Brown Boveri) zu Hochformen auflaufen und die Fahrwerke über die Gleiskreuzung mit der Straßenbahn scheppern. Muss man einfach mal selbst erlebt haben! ;)

Zuletzt bearbeitet am 01.03.20, 13:29

Datum: 31.05.2018 Ort: Rom, Porta Maggiore [info] Land: Europa: Italien
BR: 4XAusl (sonstige ausländische Elektrotriebwagen) Fahrzeugeinsteller: ATAC
Kategorie: Zug schräg von vorn
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La bestia da soma che lotta in salita
geschrieben von: Julian en voyage (356) am: 28.02.20, 19:52
Ein kräftiges Lasttier braucht es, um die schweren, mit Stahlcoils beladenen Ganzzüge, die mehrmals am Tag vom Genueser Hafen zum ArcelorMittal-Stahlwerk in Novi Ligure verkehren, über den Giovi-Pass zu wuchten, jene natürliche Barriere, die sich allen Verkehrsströmen entgegen stellt, die vom je nach Betrachtungsweise größten (Fläche) oder zweitgrößten (Güterumschlag) Seehafen Italiens in Richtung Poebene unterwegs sind.

Man könnte es vielleicht mal mit einem Esel versuchen? Doch will man ihm das wirklich zumuten, wenn er da so friedlich grasend im Schatten eines Baumes auf der saftigen Weide steht...? ;) Wohl eher nicht, wir sind ja schließlich keine Unmenschen! Vielleicht doch lieber auf einen Kaiman zurückgreifen, denn zumindest wenn der im Bahnsektor zu Hause ist, hat er ganz nebenbei auch noch ein paar Esels- bzw. Pferdestärken mehr auf seinen vier Beinen...pardon, sechs Achsen!

Die Rede ist natürlich vom legendären italienischen "Caimano", der kultigen Bo'Bo'Bo'-E-Lok mit dem Gelenk in Lokmitte, die ab 1975 in insgesamt sechs Serien an die Ferrovie dello Stato geliefert wurde und im Zuge eines Ideenwettbewerbs den Namen des Reptils erhielt. Im Herbst 2014 griff die FS-Gütersparte, die damals noch unter dem Namen Trenitalia Cargo firmierte, gerne auf eine solche Lok der Reihe E 655 für die Bespannung der Coilzüge am Giovi zurück, inklusive einer Schwesterlok zur Schubunterstützung am anderen Zugende. Der Bestand war trotz diverser Ausmusterungen noch üppig, ganz anders als fünfeinhalb Jahre später, wo die "Caimani" in ihren mutmaßlich allerletzten Zügen liegen, was den Regelbetrieb angeht...

Besonders gefreut haben wir uns am 23. Oktober 2014 allerdings, dass ein so sauberes Exemplar an der Spitze hing! Um kurz nach zehn kämpfte sich die Maschine mit MRS 54326 (Genova Sestri Ponente - Novi San Bovo) auf der Linea succursale dei Giovi bergwärts, wobei die dabei assistierende Schublok nicht mehr ganz in den Bildausschnitt auf dem Steinbogenviadukt von Campomorone passte. 700 Meter höher grüßt indes das Santuario di Nostra Signora della Guardia vom Berg.

Datum: 23.10.2014 Ort: Campomorone [info] Land: Europa: Italien
BR: IT-E655 Fahrzeugeinsteller: Trenitalia
Kategorie: Bahn und Landschaft
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Wo viel Licht ist, ist starker Schatten
geschrieben von: Julian en voyage (356) am: 26.02.20, 12:52
“Wo viel Licht ist, ist starker Schatten.” - Das wusste schon Goethes Götz von Berlichingen im gleichnamigen Drama von 1773.

So richtig bewusst, wie stark sich Licht und Schatten gegenseitig bedingen, wird einem immer wieder, wenn in den Alpentälern am frühen Morgen Meter um Meter aus dem Schatten der umgebenden Berge ins gleißende Licht der höher steigenden Sonne wandert. So beobachtet von mir am 23. März 2018 im norditalienischen Valchiavenna.

Kaum hatten sich die Schatten von den Gleisen zurückgezogen, erschien ALe 582 019 als Regionale 4945 (Chiavenna - Colico) am Feldweg-Bahnübergang mit dem windschiefen Blinklicht bei Dubino auf der Bildfläche. Einer Mischung aus eher laxem Verfahren bei der Umgestaltung in Verbindung mit Neuzugängen aus anderen Regionen ist es zu verdanken, dass auch Anfang 2020 noch vereinzelt Fahrzeuge im XMPR-Farbschema der Trenitalia in den Trenord-Umläufen mitschwimmen. Bei den ALe 582 sorgen mitunter bunte Mischungen beider Farbschemata innerhalb einer Garnitur für zusätzliche Abwechslung...

PS: Signaltafel am Gleis auf Höhe des Steuerwagens weggestempelt.

Datum: 23.03.2018 Ort: Dubino [info] Land: Europa: Italien
BR: IT-ALe582 Fahrzeugeinsteller: Trenord
Kategorie: Stimmungen mit Zug
Top 3 der Woche: 7 Punkte

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Winter in Südtirol
geschrieben von: Julian en voyage (356) am: 22.02.20, 22:14
Winter in Südtirol sind außer in den ganz hohen Lagen mitnichten schneesicher. Soviel war mir aus Schilderungen meiner Großeltern in Erinnerung, die immer wieder von der hoffnungsvollen Anreise mit Käfer und später dem gelben 3er-BMW in den Winterurlaub (selbstredend in Zeiten vor Webcams und Online-Wetterdiensten!) ins Pustertal erzählten, die das ein oder andere Mal jenseits des Brenners großer Ernüchterung weichen musste...

Im extrem schneearmen Winter 2019/2020 gilt das natürlich erst recht. So zögerte ich nicht lange mit einem Besuch, als der Wetterbericht nach zwei Tagen Schneefall wenigstens etwas von der weißen Pracht versprach. Gleichwohl hatte auch ich mein persönliches Brenner-Erlebnis nach Passieren der Passhöhe auf knapp 1400 Metern und dem anschließenden Abstieg der Staatsstraße nach Gossensaß. ;)

An den sonnenbeschienenen Südhängen hatte sich zur Mittagszeit am 6. Februar 2020 auch im Pflerschtal auf etwa 1100 Metern Höhe der Schnee bereits beträchtlich zurückgezogen, war aber immer noch ausreichend, um die farblich ähnliche Lärmschutzwand einigermaßen gnädig zu kaschieren - Erklärtes Ziel dieser winterlichen Foto-Aktion!

Als Regionale 2261 (Brenner - Bologna) rollte E 464 056 mit einer noch stilrein in XMPR gehaltenen MDVC-Garnitur bergab gen Eisacktal. Die wenigen durchgehenden Züge vom Brenner nach Verona und Bologna sind heute die letzte Domäne der am Anfang ihrer Karriere am Brenner omnipräsenten "Monocabina"-Loks auf diesem Streckenabschnitt, während die Züge nach Bozen und Meran alternierend mit Flirts oder den Jazz-Derivaten der autonomen Region Trentino gefahren werden.

Aus dem Hintergrund grüßen - sie ihrerseits sind tief verschneit - die Gipfel der Stubaier Alpen.

Zuletzt bearbeitet am 22.02.20, 22:18

Datum: 06.02.2020 Ort: Gossensaß / Colle Isarco [info] Land: Europa: Italien
BR: IT-E464 Fahrzeugeinsteller: Trenitalia
Kategorie: Bahn und Landschaft
Top 3 der Woche: 6 Punkte

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U4: Le haut-fourneau éteint
geschrieben von: Julian en voyage (356) am: 16.02.20, 18:24
U4 - Das klingt für mich als alter Kurpfälzer spontan nach einer Adresse in den Mannheimer Quadraten. Oder vielleicht ein U-Boot?

Beides falsch! Zumindest im konkreten Fall... Hinter dieser Buchstaben-Zahlen-Kombination versteckt sich der letzte von sechs Hochöfen des ehemaligen Hüttenwerks Uckange in Lothringen, dessen Feuer 1991 nach fast hundertjähriger Nutzung endgültig erloschen ist. Bis zu 82 Metern ragt das markante Industriedenkmal, das seit 2001 als "monument historique" klassifiziert ist und in einen Landschaftspark integriert wurde, in den Himmel. Es ist der letzte Rest des einstmals gigantischen Hüttenwerks, das die Industriellenfamilie von Stumm-Halberg ab 1890 im damals deutschen Ückingen errichten ließ und zugleich einer der letzten Zeugen der prosperierenden Stahlindustrie im Fenschtal und seiner Umgebung, die heute von wenigen Ausnahmen abgesehen (u. a. das von British Steel betriebene Schienenwerk in Hayange) der Vergangenheit angehört.

Direkt an ihm vorbei verläuft der in diesem Abschnitt viergleisig ausgebaute „Sillon Lorrain“ Nancy – Metz – Thionville (- Luxembourg), der dicht mit Güter-, Regional- und Fernzügen belegt ist. Im TER-Einsatz dominieren neben vereinzelten Z2-Leistungen moderne Doppelstocktriebwagen, die im immer weiter zunehmenden Pendlerverkehr nach Luxemburg bitter benötigt werden und dennoch in der Hauptverkehrszeit aus allen Nähten platzen. Die CFL-Fahrzeuge werden dabei gemeinsam mit den baugleichen SNCF-Fahrzeugen der Reihe Z 24500 eingesetzt und bringen mit ihrer roten Farbgebung etwas Abwechslung nach Lothringen. Am 18. November 2018 rollt der CFL-Doppelstocktriebwagen 2223 als TER 888742 (Metz - Luxembourg) gen Großherzogtum.

PS: Einen Schatten, der bereits am unteren Rahmen des Triebwagen nagte, habe ich nachträglich (= digital) bis auf Höhe der Schienenoberkante zurückgezogen.

Datum: 18.11.2018 Ort: Uckange [info] Land: Europa: Frankreich
BR: LU-2200 Fahrzeugeinsteller: CFL
Kategorie: Stimmungen mit Zug
Top 3 der Woche: 4 Punkte

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Côte d'Azur-Classics
geschrieben von: Julian en voyage (356) am: 13.02.20, 09:51 Top 3 der Woche vom 23.02.20
"...-Classics", ein gerne gewähltes Motto für Oldtimer-Rallyes und sonstige Veranstaltungen, bei denen das H-Kennzeichen am Fahrzeug obligatorisch ist.

Doch auch auf den Bahnsektor lässt sich das Ganze natürlich übertragen. Und manchmal muss man dabei nicht einmal auf Sonderfahrten zurückgreifen, sondern nur für den Planbetrieb zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein. So war ich bei meinem ersten Aufenthalt an der Côte d'Azur vor nunmehr fast zehn Jahren regelrecht geflasht von dem, was dort teilweise im Minutentakt auf den Gleisen unterwegs war. "Nez cassés" mit Corail-Schnellzügen des Tages- und Nachtverkehrs, "Danseuses" mit nicht modernisierten RIO-Garnituren, die zeitlos-eleganten TGV Sud-Est und ab und zu auch mal eine damals noch etwas ordinär scheinende Sybic in betongrau. Nur gelegentlich mischte sich ein moderner Doppelstock-Triebwagen darunter. Dass der Sommerurlaub auch für das ein oder andere Bahnfoto genutzt werden musste, war da natürlich klar!

Vier Jahre später, als ich im September 2014 wieder an der Mittelmeerküste war, war ein Teil dieses Nimbus bereits verflogen, doch noch immer fanden sich genug fotogene Zugleistungen. Dazu zählte der abendliche INT 4659 (Bordeaux-St-Jean - Nice Ville), der in der Regel auch nach dem Ende des Brandings als "Téoz" noch mit einer bunten Garnitur hinter der BB 22200 aufwarten konnte.

Klassisch ist ohne Frage auch der Viaduc d'Anthéor im Esterel-Massiv als Fotomotiv, wobei ich am Abend des 3. September 2014 den etwas weniger populären Hang nördlich des Viadukts erklommen habe. Weniger populär sicher deshalb, weil dort hoch kein Weg führt und man sich bei der Sommerhitze den steilen Hang quer durch ein fast (aber eben nur fast!) undurchdringliches Macchia- und Garrigue-Gestrüpp hoch kämpfen muss. Der Ausblick von oben belohnt dafür aber umso mehr. :)

Und heute? Die Stelle als solche existiert natürlich noch, aber der Bahnverkehr ist deutlich eintöniger geworden. Ein paar mal am Tag kommt noch eine BB 22200R (in "En voyage"- oder "Fantôme"-Livrée...) mit einem Corail-Wendezug Marseille - Nizza vorbei, aber ansonsten zeigt sich der Betrieb mit Régio2N (Bombardier-Omneo), Duplex-TGV und Co. überwiegend sehr modern.

Datum: 03.09.2014 Ort: Anthéor [info] Land: Europa: Frankreich
BR: FR-BB 22200 Fahrzeugeinsteller: SNCF
Kategorie: Stimmungen mit Zug
Top 3 der Woche: 18 Punkte

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Sonntäglich grüßt das Murmeltier
geschrieben von: Julian en voyage (356) am: 12.02.20, 16:49
Bei einem Blick auf die RailView-Karte fällt schnell auf, dass die Gegend nördlich einer gedachten Linie Reims - Metz, wo das Hügelland der Argonnen ins Ardennenvorland übergeht und sich kleine Städtchen, die ihre großen Zeiten teilweise schon weit hinter sich haben, entlang der Maas aufreihen, bislang weitgehend bahnfotografische Terra incognita zu sein scheint. Ein Umstand, der ja nicht in Stein gemeißelt ist, und den ich hiermit zumindest ansatzweise ändern möchte! ;)

Quer durch diesen vergessenen, aber nicht reizlosen Landstrich, der in zwei Kriegen (1870/71 und im ersten Weltkrieg, allen voran die Schlacht um Verdun) kurzzeitig tragische Bedeutung erlangte, verläuft von Süd nach Nord die einstmals knapp 150 Kilometer lange Bahnstrecke von Lérouville über Verdun nach Pont-Maugis bei Sedan. Stets dem westlichen Ufer der Maas (frz. Meuse) folgend, wurde die Linie 1876 in voller Länge eröffnet und ab 1885 - wie viele Strecken in Ostfrankreich, von denen man sich das heute kaum mehr vorstellen kann - sogar zweigleisig ausgebaut. Bedeutung hatte sie Zeit ihrer Existenz primär für den Güter- und Militärverkehr, sodass der spärliche Personenzugbetrieb bereits 1959 eingestellt wurde. Bis 1998 noch als Strategische Bahn eingestuft, beschränkt sich der Betrieb heute auf zwei eher kurze Abschnitte als Voie unique à trafic restreint (VUTR; eingleisige Strecke mit schwachem Verkehr und einfachster Betriebsform, bspw. ohne Signalisierung) von Pont-Maugis nach Mouzon und von Verdun nach Dugny-sur-Meuse.

Auf ersterem sorgt, wie so oft in Frankreich, der Stahlhersteller ArcelorMittal als letzter Kunde mehrmals die Woche für Güterverkehr auf der Schiene. Dafür wurde im Bahnhof von Mouzon an der alten Ladestraße eine Umschlaghalle für Stahlcoils errichtet, die ab dort auf der "letzten Meile" zur Fertigungsstätte, die - bedingt durch ihre Lage auf einer Flussinsel - keinen eigenen Gleisanschluss besitzt, mit Lastwagen transportiert werden. Während die Bedienung überwiegend zu wenig fotofreundlichen Zeiten am späten Abend erfolgt, gibt es seit Jahren einmal pro Woche eine sehr zuverlässige und gut im Licht fahrende Leistung: Eher ungewöhnlich für solche Strecken am Sonntagvormittag! Also wunderbar für einen Wochenendausflug in die Gegend geeignet. :)

Während als Planlok eigentlich eine DE18 von CFL Cargo vorgesehen ist, sprang am frostigen Morgen des 18. November 2018 die MRCE-schwarze G1206 1276 015 in die Bresche. Vor der hellen Wand einer lokaltypischen Scheune hebt aber auch sie sich ganz gut ab, wie ich finde. Um kurz nach halb elf passierte das Gespann nach dem Richtungswechsel in Sedan als Zug 62567 (Hagondange - Mouzon) das winzige Villers-devant-Mouzon, dessen alte Pfarrkirche in puncto Bausubstanz in keinem Verhältnis zur Größe des Dorfes steht.

PS: Einen weißen Pfahl vor der Lok habe ich digital verschwinden lassen, inklusive seiner Spiegelung in der Maas, versteht sich...;)

Datum: 18.11.2018 Ort: Villers-devant-Mouzon [info] Land: Europa: Frankreich
BR: 271,277 (alle Vossloh-Mittelführerstandsloks) Fahrzeugeinsteller: MRCE
Kategorie: Bahn und Landschaft
Top 3 der Woche: 7 Punkte

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La ville rouge
geschrieben von: Julian en voyage (356) am: 11.02.20, 00:04 Top 3 der Woche vom 23.02.20
Im Jahr 2017 führte uns die traditionelle Fototour über Fronleichnam (in Frankreich ein regulärer Werktag) und das anschließende Wochenende sowohl ins Massif Central als auch in die Pyrenäen, wo bei Frühsommerwetter von seiner schönsten Seite einem bunten Mix aus Zelten, Natur-Genuss und Bahnfotografie nichts entgegenstand! Gestrickt war die Tour rund um einige Nachtzüge im Südwesten des Hexagons, die nur an den aller längsten Tagen des Jahres fotografierbar sind bzw. waren.

So gab es auch in Albi, das wegen seiner zahlreichen roten Backsteinbauten in der Altstadt den Beinamen "la ville rouge" trägt, am Abend des 18. Juni 2017 für die deutsch-niederländische Fotografen-Gruppe vor allem eine Frage: Würde der anvisierte Zug pünktlich sein und das Licht tatsächlich lang genug halten?

Letztlich klappte am klassischen Blick auf den Tarn-Viadukt und die trutzige Kathedrale Sainte-Cécile, eine der weltweit größten Backsteinkirchen und in ihrer heutigen Form aus dem 13. bis 15. Jahrhundert stammend, alles zur vollsten Zufriedenheit. Angesichts des beschwerlichen Wegs durch Unterholz und alte Bausubstanz, den wir auf uns genommen hatten, wäre alles andere doch auch irgendwie ungerecht gewesen...

Mit der blauen BB 67523, die an diesem Tag für die Bespannung des Intercités de nuit 3756 (Albi - Paris Austerlitz) eingeteilt war, hatte die Lokleitung in Bordeaux zudem ein besonderes Schmuckstück ausgegraben, das auch den „En voyage“-Allergikern unter uns nicht die Stimmung vermiesen konnte. ;)

Datum: 18.06.2017 Ort: Albi [info] Land: Europa: Frankreich
BR: FR-BB 67400 Fahrzeugeinsteller: SNCF
Kategorie: Bahn und Landschaft
Top 3 der Woche: 15 Punkte

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L'heure bleue
geschrieben von: Julian en voyage (356) am: 10.02.20, 15:23
Sonnenuntergang um 21:09 Uhr, Ankunft des Nachtzuges von Albi nach Paris etwa eine Stunde später. Das könnte sich mit einem Foto in der ausklingenden blauen Stunde unter der markanten Bahnhofshalle von Rodez ausgehen, soweit die Berechnungen von Urs, Lauritz und mir am Abend des 6. August 2017.

Und tatsächlich ging die Rechnung ziemlich gut auf. Pünktlich ehe der laue Sommerabend vollends ins Schwarz der Nacht übergehen sollte, kamen BB 67523 und BB 67542 mit Intercités de nuit 3756 (Albi - Paris Austerlitz) unter der "marquise" des Bahnhofs zum Stehen. Dass die bis Rodez führende Maschine, eine alte Bekannte vor diesem Zug (zwischenzeitlich leider nach einem letzten Gastspiel in der Picardie zum 31. Dezember 2019 ausgemustert), noch den blauen Ursprungslack trug, komplettierte die blaue Stunde natürlich in willkommener Weise. Nachdem unser Foto im Kasten ist, werden die Loks umsetzen und den Zug weiter in die Nacht bringen. In Brive-la-Gaillarde übernimmt eine E-Lok die Wagen zur Weiterfahrt in die Hauptstadt.

Diese Verbindung, die auch im Jahresfahrplan 2020 noch existiert, stellt ein allerletztes Überbleibsel der einst zahlreichen lokbespannten Corail-Züge und Kurswagengruppen von Paris ins Massif Central dar, seien es die Tageszüge nach Ussel, Aurillac und Le Mont-Dore oder aber die Nachtzüge über die legendären Ligne des Causses und Ligne des Cévennes nach Millau, Béziers oder Nîmes.

Datum: 06.08.2017 Ort: Rodez [info] Land: Europa: Frankreich
BR: FR-BB 67400 Fahrzeugeinsteller: SNCF
Kategorie: Stimmungen mit Zug
Top 3 der Woche: 8 Punkte

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Caimani a pranzo
geschrieben von: Julian en voyage (356) am: 02.02.20, 13:11
An sich wird der Gesamtverkehr auf der 26 Kilometer langen Stichstrecke Colico - Chiavenna durch Trenord (noch) von den Elektrotriebwagen der Reihe ALe 582 erbracht. Lokbespannte Züge sucht man dort also in der Regel vergeblich. Da stellte ein am 17. Oktober 2019 verkehrender, mit zwei "Caimani" bespannter Messzug eine willkommene Abwechslung dar. Auf der mittäglichen Rückfahrt ab Chiavenna erwartete ich das exklusive Gespann aus E 656 570, die erst Ende 2018 von Mercitalia Rail an den Infrastrukturbetreiber RFI abgegeben wurde, dem Messwagen "Aldebaran 2", einem Gran Confort-Wagen erster Klasse und E 656 565 am Zugschluss als NCL 97477 (Chiavenna – Bergamo) in Verceia (SO).

Hinter dem Ort mit der Chiesa di San Fedele (benannt nach einem zum Märtyrer stilisierten römischen Soldaten, der - so die Überlieferung - zum Christentum konvertierte, infolgedessen unter Kaiser Diokletian in Gefangenschaft geriet und im Jahre 298 n. Chr. schließlich auf der Flucht getötet wurde) und dem Lago di Mezzola, der vom aus dem Bergell kommenden Flüsschen Mera gespeist wird, ragen die steilen Hänge der zum See hin abfallenden Alpen empor. Man mag es angesichts des doch deutlich anderen Landschaftscharakters kaum glauben, aber der mondäne Schweizer Wintersport- und Kurort St. Moritz ist nur etwa 40 Kilometer Luftlinie entfernt, der Silsersee knapp 30.

Wie die auch zur Mittagszeit am unteren Bildrand knabbernden Schatten erahnen lassen, ist das Zeitfenster, in dem dieser Ausblick in den Herbst- und Wintermonaten in der Sonne liegt, recht kurz. Von daher hatte ich es mit den Fahrzeiten des Messzugs wirklich sehr glücklich getroffen! :)

PS: Eine durch die rechte obere Bildecke verlaufende Stromleitung habe ich nachträglich per Photoshop entfernt.

Datum: 17.10.2019 Ort: Verceia [info] Land: Europa: Italien
BR: IT-E656 Fahrzeugeinsteller: RFI
Kategorie: Bahn und Landschaft
Top 3 der Woche: 17 Punkte

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Circumetnea - VI
geschrieben von: Julian en voyage (356) am: 25.01.20, 17:58
- Fortsetzung zu [www.drehscheibe-online.de] -

Immer wieder beeindruckend im Verlaufe der Ferrovia Circumetnea sind die ausgedehnten Lavafelder, die der unberechenbare Ätna im Laufe der letzten Jahrzehnte und Jahrhunderte durch seine größeren Eruptionen ausgeformt hat. Besonders ober- und unterhalb der Kleinstadt und Pistazienhochburg Bronte säumen die erkalteten, mitunter bizarr geformten Lavaformationen die Strecke. Anders als im weiter nördlich gelegenen Randazzo, wo letztmalig im März 1981 die glühenden Ströme der Stadt bedrohlich nahe rückten, geht das Lavafeld unterhalb von Bronte auf ältere Ausbrüche in den Jahren 1651 und 1843 zurück.

Mittels zahlreicher Kurven windet sich das schmalspurige 950mm-Gleis (die "italienische Meterspur"), stetig an Höhe gewinnend, mitten hindurch. Am 12. September 2019 hat gegen viertel nach acht ADe 19 als erster Zug des Tages (im Fahrplan mit der prestigeträchtigen Nummer eins gekennzeichnet ;)) von Catania Borgo nach Randazzo einen nicht unerheblichen Teil des Anstiegs bereits geschafft. Auf rund 830 Höhenmetern knattert er zum Aufnahmezeitpunkt dahin. Gestartet ist er in Catania auf etwa 30 Metern über dem Meer, bis zum Scheitelpunkt fehlen nur noch knapp 150.

Im Hintergrund schweift der Blick südwärts bis weit ins sizilianische Binnenland. Hinter dem fruchtbaren, grünen Tal des Simeto, seines Zeichens mit 113 Kilometern der zweitlängste Fluss Siziliens (im Spätsommer vielerorts dennoch eher ein Rinnsal), erheben sich karge Hügelketten, die der Lavalandschaft rund um Bronte in Sachen Unwirtlichkeit in nichts nachstehen. In gerader Linie hinter dem Zug ist in dritter Reihe schwach das Städtchen Centuripe auszumachen. Und früher einmal verlief irgendwo zwischen diesen Hügelketten auch eine regelspurige Nebenstrecke von Motta S. Anastasia nach Regalbuto, deren hinteres Teilstück nur von 1952 bis 1973 in Betrieb war. Ursprünglich sollte sie mittels eines ambitionierten Tunnels durch die Berge der Madonie bis an die Nordküste geführt werden, doch das blieb letztlich kühne Träumerei und ist ein ganz anderes Kapitel...

Datum: 12.09.2019 Ort: Bronte [info] Land: Europa: Italien
BR: IT-ADe Fahrzeugeinsteller: Ferrovia Circumetnea (FCE)
Kategorie: Bahn und Landschaft
Top 3 der Woche: 13 Punkte

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Ein Tag, der entschädigt
geschrieben von: Julian en voyage (356) am: 22.01.20, 17:32
Wie ich bestimmt schon einmal unter einem anderen Bild geschrieben habe, startete unsere Italien-Tour im letzten September wettertechnisch erstaunlich wechselhaft, sodass auch die Foto-Erfolge in den ersten Tagen eher rar waren. So hatten Yannick und ich uns den Spätsommer in "Bella Italia" jetzt nicht vorgestellt... Entschädigt hat uns dann aber der 4. September 2019, der in den Marken zwischen Adria und Apennin mit Sonnenschein von früh bis spät aufwarten konnte, einem kleinen Zwischenhoch sei Dank! :)

Während wir seit dem Morgen an der stets parallel zum Meer führenden Nord-Süd-Hauptstrecke, der von Ancona nach Lecce führenden Ferrovia Adriatica, aktiv waren - Überbrückung der "Hochlicht-Phase" am endlosen Sandstrand inklusive -, wechselten wir für die letzten Bilder des Tages an die Nebenbahn von Civitanova Marche über Macerata nach Fabriano, die durch eine fruchtbare, landwirtschaftlich genutzte Bilderbuchlandschaft im Apennin-Vorland verläuft. Einige Täler werden dabei mittels aufwendiger Viadukte (insgesamt 20 Stück) überquert. Einer der markantesten von ihnen liegt östlich von Tolentino in den grünen Hügeln und wird derzeit Schritt für Schritt saniert und für die Zukunft ertüchtigt.

Die tief stehende Abendsonne sorgte für ein abwechslungsreiches Spiel aus Licht und Schatten und kaschierte auch die am gegenüberliegenden Brückenkopf versammelten Baufahrzeuge gnädig. Golden glänzend zeigte sich hingegen der als Regionale 7120 (Fabriano - Macerata) fahrende ATR 220. Die acht der Region Marche zugeteilten Pesa-Triebwagen haben ab Mitte 2015 sukzessive die älteren ALn 668 verdrängt und erbringen mittlerweile den Gesamtverkehr auf der Strecke. Wie es "früher" aussah, hat Gunar schon in der Galerie gezeigt: [www.drehscheibe-online.de]

Datum: 04.09.2019 Ort: Tolentino [info] Land: Europa: Italien
BR: IT-ATR220 Fahrzeugeinsteller: Trenitalia
Kategorie: Stimmungen mit Zug
Top 3 der Woche: 6 Punkte

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Tigre smagliante, casa fatiscente
geschrieben von: Julian en voyage (356) am: 21.01.20, 17:37
Gegensätzlicher könnte das Erscheinungsbild der beiden "Protagonisten" dieses Bildes kaum sein: Während der "Tigre" E 652 171 - ganz untypisch für Loks von Mercitalia Rail - aussieht wie ein junger Gott, ist das alte Bahnwärterhaus am Streckenkilometer 64 (gezählt von Trofarello bei Turin aus, wo die Strecke nach Cuneo und Savona jene nach Asti/Alessandria verlässt) seit geraumer Zeit dem Verfall preisgegeben und bietet eher einen traurigen Anblick.

Fotografisch gesehen reizte es mich allerdings durchaus, denn landschaftliche Höhepunkte sucht man in der landwirtschaftlich geprägten Ebene zwischen Fossano und Cuneo vergeblich, sodass die Ruine eine markante Landmarke am Schienenstrang darstellt. Nachdem sie den entgegenkommenden Klinker-Zug von Robilante nach Trino Vercellese hat passieren lassen, schleicht die E 652 171 mit TRA 50901 (Torino Orbassano - Cuneo) langsam aus der Kreuzung im Bahnhof Centallo und passiert das Bauwerk, ehe sie die letzte Etappe bis zum Zielbahnhof in Angriff nimmt.

Von Cuneo aus werden die Getreidewagen noch am selben Abend mit der D 445 1018 nach Busca gebracht und in den Anschluss des Stärke-, Futtermittel- und Rohalkoholherstellers Sedamyl zugestellt werden. Die Rückfahrt von ebendort war am nächsten Morgen mein Ziel: [www.drehscheibe-online.de]

Grazie Federico fürs Vormelden der Fuhre! :)

Zuletzt bearbeitet am 21.01.20, 17:54

Datum: 10.10.2019 Ort: Centallo [info] Land: Europa: Italien
BR: IT-E652 Fahrzeugeinsteller: Mercitalia Rail
Kategorie: Zug schräg von vorn
Top 3 der Woche: 6 Punkte
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Una coincidenza inaspettata
geschrieben von: Julian en voyage (356) am: 19.01.20, 19:14
Unerwartet klappte es im zweiten Anlauf dann doch noch mit einem passenden Zusammentreffen von Wolkenlücke (in meinem Rücken war der Himmel deutlich wechselhafter, als der Ausblick erwarten lässt...) und Zug, letzterer sehr zu meiner Freude sogar in Form eines ALn 663, namentlich ALn 663 1114 als Regionale 3672 (Reggio di Calabria - Catanzaro Lido).

Alles nur glücklicher Zufall? Gut möglich. Die frommen Fischer von Bova Marina würden den Erfolg freilich der heiligen Jungfrau zuschreiben, die vom hoch auf einem Felsen thronenden Santuario della Madonna del Mare stets einen wachsamen Blick auf den Ort und das Meer wirft, auch wenn es zum Aufnahmezeitpunkt bescheiden im Schatten einer Wolke in den Hintergrund trat. Die Madonna del Mare ist Schutzpatronin von Bova Marina, seitdem eine Gruppe Fischer eine antike Madonnenstatue auf dem Meeresboden hier vor dem äußersten Südzipfel des kalabrischen Festlands gefunden hat.

Neben der Sonne, die mit ihren letzten Strahlen die bizarren Felsformationen am Strand in ein goldenes Licht taucht, ist auch der Mond bereits am Firmament zu sehen, während rechts im Hintergrund schwach erkennbar ein Containerschiff Kurs auf Nordafrika nimmt. Auch ich werde mich an diesem Abend des 9. September 2019 noch "einschiffen", allerdings nur von Villa San Giovanni aus auf die Fähre nach Sizilien...

Datum: 09.09.2019 Ort: Bova Marina [info] Land: Europa: Italien
BR: IT-ALn663 Fahrzeugeinsteller: Trenitalia
Kategorie: Stimmungen mit Zug
Top 3 der Woche: 4 Punkte

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Das Knacken des Eises
geschrieben von: Julian en voyage (356) am: 22.12.19, 16:34
Darf's noch etwas mehr sein? Eine Frage, die sicher der ein oder andere beim Einkauf des weihnachtlichen Bratens in der Metzgerei des Vertrauens zu hören bekam...

Darf's noch etwas mehr sein? Auch ein Nachschlag vergangener Diesel-Herrlichkeit auf der "Ligne 4" kann ja eigentlich nicht schaden!

Reisen wir also zurück in den Januar 2017, als eine länger anhaltende Frostperiode Ostfrankreich fest in ihrem eisigen Griff hielt. Temperaturen deutlich im zweistelligen Minus-Bereich waren keine Seltenheit, jedenfalls nachts fast flächendeckend. Neben etwas Schnee äußerte sich dieses für die Gegend ungewöhnlich kalte Wetter vor allem darin, dass die meisten kleineren und mittelgroßen Gewässer zufroren.

Keine Ausnahme bildete da die Saône an bekannter Stelle bei Montureux-lès-Baulay. Eingeschlossen von der Eisschicht lag auch das kleine Ruderboot friedlich am Ufer. Es war augenscheinlich schon eine ganze Weile nicht mehr bewegt worden. Am Mittag des 21. Januar 2017 hatte die Temperatur allerdings doch mal wieder knapp den Gefrierpunkt überschritten. Das Knacken des Eises kündete davon, dass die geschlossene Decke sicher nicht mehr allzu lange halten würde. So blieb ich für das Foto auch lieber auf der sicheren Uferböschung. ;)

Übertönt wurde das Knacken für kurze Zeit, als CC 72138 mit dem samstäglichen Intercités 1641 (Paris Est - Vesoul) vorbei rauschte - Mit einer Schlange Corail-Wagen am Haken, die durch einen erstaunlich hohen und selbst in der Endphase dieser Züge eher seltenen Anteil an Wagen in Carmillon-Livrée auffiel, wenn auch sichtlich vom Winterbetrieb verschmutzt...

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Mit diesem winterlichen Foto wünsche ich allen am Projekt DSO-Galerie Mitwirkenden - sei es im Auswahlteam, als fleißiger Bildeinsteller, als Kommentareschreiber - und natürlich auch jedem stillen Betrachter der mittlerweile über 30.000 Bilder umfassenden Fotosammlung frohe und besinnliche Weihnachtstage! :)

Datum: 21.01.2017 Ort: Montureux-lès-Baulay [info] Land: Europa: Frankreich
BR: FR-CC 72100 Fahrzeugeinsteller: SNCF
Kategorie: Bahn und Landschaft
Top 3 der Woche: 6 Punkte
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On garde le meilleur pour la fin
geschrieben von: Julian en voyage (356) am: 15.12.19, 00:57
Nachdem aktuell die "Nez cassés" auf der Ligne 4, der legendären französischen Ostbahn, in der Galerie mit Beiträgen von Jens und Achim ein kleines Revival erleben, habe auch ich - das winterliche Schmuddelwetter motiviert da ungemein - mal wieder im Archiv gekramt und ein aus betrieblicher Sicht ganz besonderes Foto aus dem Frühjahr 2017 heraus gesucht.

Frühjahr 2017? Genau, da stand das Einsatzende der Diesel-Giganten der Reihe CC 72000/72100 auf dem spannendsten Streckenabschnitt zwischen Culmont-Chalindrey und Belfort gerade unmittelbar bevor. Und aus "gewohnt gut unterrichteten Kreisen" sickerte die Info durch, dass am 25. März anstelle einer remotorisierten CC 72100 noch einmal ein besonderes Schmankerl mit dem samstäglichen Intercités-Zugpaar Paris – Vesoul u. z. auf die Strecke geschickt werden sollte. Die original motorisierte CC 72084 im blauen Arzens-Lack, eigentlich schon längst aus Personenverkehrsdiensten ausgeschieden!

Auf der nachmittäglichen Rückfahrt gen Capitale war die illustre, international zusammengesetzte Fotografen-Truppe dementsprechend schwer begeistert, als die zeitlos schöne Maschine mit INT 1642 (Vesoul - Paris Est) bei makellosem (Vor-)Frühlingswetter über den Viadukt bei Haute-Amance röhrte. Auch das ein oder andere Video für die Nachwelt entstand, denn es war jedem klar, dass es das in dieser Form nicht wieder geben würde...

Datum: 25.03.2017 Ort: Haute-Amance [info] Land: Europa: Frankreich
BR: FR-CC 72000 Fahrzeugeinsteller: SNCF
Kategorie: Bahn und Landschaft
Top 3 der Woche: 9 Punkte

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Un voyage dans le temps
geschrieben von: Julian en voyage (356) am: 13.12.19, 23:18
Ruhig steht er, halb aus dem Rundschuppen heraus lugend, da, der X 2900. Bald aber werden die markigen Klänge des 825 PS starken V12-Motors von MGO das umgebende Dépôt Montluçon erzittern lassen und den französischen Kult-Triebwagen langsam auf die Drehscheibe rollen lassen. Eine Leistung als Train omnibus will erbracht werden, vielleicht nach Ussel über Auzances und Eygurande-Merlines...

Tja, so könnte es (fast) sein. In der Realität allerdings hat das Dépôt Montluçon seine Glanzzeit schon lange hinter sich gelassen. Von den Hunderten Cheminots, die dort bis in die 70er-Jahre Dienst taten, ist nicht mehr viel zu sehen. Die Rotonde (bzw. deren Reste - ein großer Teil des einst 38-ständigen Rundschuppens wurde Ende 1975 abgerissen) ist mittlerweile als monument historique klassifiziert und steht unter der Obhut der AAATV-Sektion Montluçon, der Amicale des Anciens et Amis de la Traction Vapeur.

Doch es ist kein Disneyland, sondern ein Ort, an dem - immer mittwochs - noch echte Fahrzeuginstandhaltung betrieben wird, was man dem Ensemble auch ansieht. Freilich "nur" an den vereinseigenen Fahrzeugen durch die rührigen bénévoles, aber immerhin! Wieder betriebsfähig ist unter anderem der gezeigte X 2900, am 30. September 1961 an die SNCF geliefert, später blau-weiß lackiert und am 8. Juli 2009 beim Dépôt Dijon Perrigny ausgemustert.

Für Interessierte hier ein geschichtlicher Abriss des Dépôts: [www.aaatvmontlucon.fr] Der Verein freut sich über einen Besuch bei einer der öffentlichen Veranstaltungen und/oder - diese Promotion erlaube ich mir mal - eine kleine Spende. :)

Zuletzt bearbeitet am 28.01.20, 13:30

Datum: 01.09.2018 Ort: Montluçon [info] Land: Europa: Frankreich
BR: FR-X 2800 Fahrzeugeinsteller: AAATV
Kategorie: Bahn und Infrastruktur
Top 3 der Woche: 3 Punkte

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Vive l'orange!
geschrieben von: Julian en voyage (356) am: 09.12.19, 14:27
Orange - Ton in Ton. So strahlten am 26. Oktober 2019 die Herbstfarben der noch an den Bäumen und Sträuchern verbliebenen Blätter mit der BB 26218, einer Sybic in der immer rarer werdenden Original-Lackierung, um die Wette. Ein Hobby-Kollege meinte kürzlich zu mir "Du hast die Beton-Sybics aber auch gebucht!" - Ja, ein gewisses Glück bei meinen letzten Besuchen im Jura hinsichtlich der Farbgebung lässt sich nicht leugnen... Hier war ich wegen der jahreszeitlichen Harmonie aber besonders froh darum. :)

Die Gorges du Fourperet, durch die der Oberlauf des Doubs südlich von Labergement-Sainte-Marie führt, sind einer jener Orte, die mich immer wieder in ihren Bann ziehen. Einfach zu schön ist es, dort abseits der großen Straßen auf den Bahnverkehr zu warten und die gute Luft des Jura-Waldes zu inhalieren. Das gilt selbstredend nicht nur für den Herbst - So bietet im Hochsommer etwa auch der Steilhang rechts der Bahn einen attraktiven Fotopunkt ( [www.drehscheibe-online.de] ), den ich nun um diese Perspektive von der anderen Gleisseite ergänzen möchte.

Protagonist ist abermals der - in einschlägigen Kreisen ;) - schon beinahe legendäre Jura-Getreidezug, der samstags unter der Zugnummer 47625 (Perrigny - Vallorbe) noch ein bisschen später unterwegs ist, als unter der Woche. Die zusätzlich leichte Verspätung an jenem Tag führte schließlich dazu, dass trotz Sommerzeit auch die Sonne für dieses Motiv weit genug rum gekommen war. Ein Problem, das man nach der Zeitumstellung nicht mehr zu bedenken hat.

Datum: 26.10.2019 Ort: Labergement-Sainte-Marie [info] Land: Europa: Frankreich
BR: FR-BB 26000 Fahrzeugeinsteller: SNCF
Kategorie: Bahn und Landschaft
Top 3 der Woche: 11 Punkte

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Roulette-Spiel im Jura
geschrieben von: Julian en voyage (356) am: 08.12.19, 19:08 Top 3 der Woche vom 22.12.19
- oder auch: Was treibt der Nebel denn heute so?

Dass herbstliche Fototouren häufig dem Risiko eines - mitunter erfolglosen - Stocherns im Nebel ausgesetzt sind, dürfte für fast jeden hier eine Binsenweisheit sein. Auf den Hochebenen des Jura gilt dies aber nur eingeschränkt, denn dort bewegt man sich stets jenseits der 800 Meter Höhe, was an den meisten Herbsttagen mit Hochdruckeinfluss ein Garant für Sonnenschein ist, während unten im Doubstal beispielsweise die Nebelsuppe wabert.

Wiederum eine Ausnahme von der Ausnahme ist allerdings die Gegend rund um Labergement-Sainte-Marie, das in einem weiten Talbecken am Oberlauf des Doubs liegt, der von Südosten aus einem klusartigen Tal, den Gorges du Fourperet, kommt und danach mit zahlreichen Mäandern zum Lac de Saint-Point fließt. Der flache Talboden ist weitgehend vermoort und reicht bis hin zum Lac de Remoray. Die Bilanz lautet also: Zwei Seen, ein Fluss, viel feuchtes Moor. Mehr als genug Nebel-Potential!

So schwante mir auch am Morgen des 26. Oktober 2019 Übles, als sich kurz vor dem Erreichen des Ziels eine Nebelschicht über mir ausbreitete. Klar, man könnte sich einen hinsichtlich Sonnenschein sichereren Standort irgendwo oben bei Frasne suchen, aber eigentlich war das für mich nicht so wirklich das Gelbe vom Ei... Und da sich auch leichte Auflösungstendenzen zeigten, beschloss ich, vor Ort mein Glück zu versuchen.

Der Nebel machte es dann zwar noch einmal spannend, aber letztlich ging das Roulette zu meinen Gunsten aus und im richtigen Moment lichtete sich der graue Schleier gerade genug, um ein wenig Sonne hindurch zu lassen!

Just for the record: TGV 9264 (Lausanne - Paris Lyon), an diesem Tag gebildet aus den POS-Triebzügen 4418 und 4405. Zum Fahrplanwechsel am kommenden Wochenende soll diese Linie vollständig auf Euroduplex-Garnituren umgestellt werden. Die POS-Einheiten werden dann in den innerfranzösischen Verkehr wechseln und auf der LGV Nord die letzten TGV Sud-Est ablösen. Auch einen TGV in der Zeitlage des heutigen 9264 wird es im Jura dann nicht mehr geben.

Datum: 26.10.2019 Ort: Labergement-Sainte-Marie [info] Land: Europa: Frankreich
BR: FR-TGV POS Fahrzeugeinsteller: SNCF
Kategorie: Stimmungen mit Zug
Top 3 der Woche: 24 Punkte

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Prima che arrivi l'ombra
geschrieben von: Julian en voyage (356) am: 05.12.19, 17:51
Zu den für mich spannendsten Streckenführungen auf Sizilien (eigentlich in ganz Italien...) zählt die Trassierung der Strecke Siracusa - Gela - Canicattì im Abschnitt rund um Ragusa. Auf nur wenigen Kilometern Länge schraubt sich die Bahnlinie vom unterhalb des Stadtteils Ibla auf 300 Metern über dem Meer gelegenen Vorortbahnhof gut 200 Meter empor, mehrere Tunnel und eine halboffene Kehrschleife inklusive. Der "Hauptbahnhof" (nein, das Prädikat "Centrale" maßt sich die bescheidene Station mit zwei Bahnsteiggleisen nicht an) der 70.000 Einwohner-Stadt im sizilianischen Süden liegt auf 514m.

Diese wenigen Kilometer bieten dementsprechend auch eine Unzahl an Fotomotiven, die allerdings nicht alle ganz einfach zu erreichen und umzusetzen sind. Für die nachmittägliche Ansicht mit der spätbarocken Altstadt Ragusa Ibla im Hintergrund, die seit 2002 gemeinsam mit weiteren Städten im Val di Noto zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt, mag das zumindest eingeschränkt auch gelten, obwohl bereits Aufnahmen aus der Dampflok-Zeit von dort existieren. Hat man den Weg über ein verwildertes Grundstück auf eine Felsterrasse allerdings erst einmal gefunden, steht - abgesehen von der Mückenplage, die im Sommer aus dem feuchten Talgrund hinauf kommt - einem entspannten Warten auf die Züge nichts mehr entgegen. Eigentlich zumindest...

Warum nur eigentlich? Nun ja, am 16. September 2019 gestaltete sich das Unterfangen der Aufnahme mental doch etwas strapaziös. Zuerst waren da einmal die entgegen aller Wetterprognosen just in diesem Zipfel der Insel vor sich hin wabernden Quellwolken, die sich kaum für eine erkennbare Zugrichtung entscheiden wollten. Darüber hinaus hatten beide in Ragusa am Nachmittag kreuzenden ALn 668er laut Trenitalia-App eine Verspätung im mittleren zweistelligen Minutenbereich aufgebaut (warum auch immer...), die mich zusehends zweifeln ließ, ob die Sonne noch lange genug ins Tal scheinen würde. Tja, und als dann schließlich der erste von beiden über den Viadukt knatterte und ich schon für Sekundenbruchteile erleichtert war, dass alles zu klappen schien, entpuppte sich dieser ALn 668 als besonders großflächig und unattraktiv mit Graffiti überzogenes Exemplar. Letztlich ging aber doch alles gut, denn der Gegenzug in Form des 15 - 20 Minuten verspäteten Regionale 12801 (Gela - Siracusa) zeigte sich nach einer augenscheinlich erst kurz zuvor durchlaufenen Rosskur mit aggressiven Reinigungsmitteln (ein Teil der nur aufgeklebten Zierstreifen war ihr ebenfalls zum Opfer gefallen, wohingegen sich die Trittstufen am Mitteleinstieg noch stylish in pink zeigten ;)) gerade noch rechtzeitig ehe der Schatten weit an der Brücke hinauf kriechen und Tal und Bahnstrecke in Dunkelheit tauchen konnte.

Datum: 16.09.2019 Ort: Ragusa [info] Land: Europa: Italien
BR: IT-ALn668 Fahrzeugeinsteller: Trenitalia
Kategorie: Bahn und Landschaft
Top 3 der Woche: 10 Punkte

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Abwechslung am Alpenrand
geschrieben von: Julian en voyage (356) am: 25.11.19, 14:25
An sich wird der Gesamtverkehr auf der 26 Kilometer langen Stichstrecke Colico - Chiavenna (noch) von den Elektrotriebwagen der Reihe ALe 582 erbracht. Lokbespannte Züge sucht man also in der Regel vergeblich. Am 16. und 17. Oktober 2019 allerdings war der Messwagen "Aldebaran 2" des italienischen Bahninfrastrukturbetreibers Rete Ferroviaria Italiana (RFI) im Veltlin, am Comer See und im Val Chiavenna zu Gast. Ergänzt durch einem Gran Confort-Wagen erster Klasse im XMPR-Lack und mit einem Sandwich aus E 656 570 und E 656 565 bespannt, gelangten so gleich zwei Bo'Bo'Bo'-Klassiker auf die Nebenbahn am Fuße der Lepontinischen und Rätischen Alpen.

Da die optisch in tadellosem Zustand befindliche E 656 570 am Südende des Zuges stand, bot sich für die Hinfahrt als NCL 97476 (Colico - Chiavenna) die lange, zumindest teilweise bewuchsfreie Gerade bei Dubino als Laufsteg an, um die Garnitur mit den vom Morgenlicht plastisch ausgeleuchteten Alpengipfeln als Hintergrund in Szene zu setzen. Leicht "angeherbstelt" war die Umgebung auch schon, wenngleich ich Mitte Oktober eigentlich mit etwas weiter fortgeschrittener Laubfärbung gerechnet hätte.

Den höchsten Gipfel des etwa mittig im Bild liegenden Bergstocks bildet der felsig-blanke Pizzo di Prata (2727m), während die nach rechts langsam im Blattwerk verschwindende Bergkette in Richtung Schweizer Grenze (ca. 45 Kilometer Luftlinie sind es bis St. Moritz) noch etwas höher ansteigt. Schon schneebedeckt grüßt von links aus dem Hintergrund der Pizzo Stella (3163m).

Zuletzt bearbeitet am 28.01.20, 13:31

Datum: 17.10.2019 Ort: Dubino [info] Land: Europa: Italien
BR: IT-E656 Fahrzeugeinsteller: RFI
Kategorie: Bahn und Landschaft
Top 3 der Woche: 4 Punkte

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Rocca di Cefalù
geschrieben von: Julian en voyage (356) am: 18.11.19, 00:04
Bis zu 270 Meter ragt der massige Felsklotz Rocca di Cefalù unmittelbar am Meer empor. Auf ihm lagen die prähistorischen und antiken Vorgänger-Siedlungen des heutigen Cefalù. Davon zeugen auf seinem Gipfelplateau unter anderem die Ruine eines Artemis-Tempels aus dem 9. Jahrhundert vor Christus, eine Zisterne aus arabischer Zeit und die normannische Festungsruine mit ihrer als weißes Band erkennbaren Umfassungsmauer.

Die wichtige Landmarke an der sizilianischen Nordküste lässt sich auch mit der Eisenbahn gemeinsam in Szene setzen. Die Hauptstrecke Messina - Palermo strahlt in diesem Abschnitt mit ihrer eingleisigen Trassierung und älteren Fahrleitungsmasten - anderswo stehen schon Gittermasten neueren Datums - noch klassisches FS-Flair aus.

Passend dazu schickte die Fondazione FS am 15. September 2019 eine ALn 668er-Garnitur im Gewand der Siebziger- und Achtzigerjahre auf die Reise entlang des Tyrrhenischen Meeres. Der umfangreiche historische Bestand, von dem ein Großteil der ALn 668er derzeit auf Sizilien zusammen gezogen ist, ermöglicht dabei problemlos auch Vierer-Einheiten. An der Spitze des Treno storico 96812 (Palermo - Tusa) war an diesem Tag ALn 668 1904, 1975 von Fiat Ferroviaria in Savigliano an die FS geliefert.

Dieser Streckenabschnitt (Ogliastrillo - Castelbuono) soll nach aktuellem Planungsstand 2023 durch eine weitestgehend im Berg liegende, zweigleisige Variante ersetzt werden, inklusive unterirdischem Bahnhof in Cefalù.

Datum: 15.09.2019 Ort: Sant'Ambrogio [info] Land: Europa: Italien
BR: IT-ALn668 Fahrzeugeinsteller: Fondazione FS
Kategorie: Bahn und Landschaft
Top 3 der Woche: 4 Punkte
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Avanti, Tigre, avanti!
geschrieben von: Julian en voyage (356) am: 17.11.19, 11:58
Am Morgen des 3. September 2019 fanden wir uns in einem Hotel in der Peripherie von Prato wieder. Eigentlich viel weiter nördlich, als wir gemäß grober Urlaubsplanung sein wollten. Aber ehe man im Mezzogiorno im Regen sitzt, rödelt man eben auch von Rom noch mal in die Toskana hoch...

Ziel am Vormittag sollte die alte Direttissima Bologna - Prato (- Florenz) sein, die ab 1934 DIE Querung des Apennin darstellte und erst mit Eröffnung der parallelen Hochgeschwindigkeitsstrecke 2009 wieder etwas an Bedeutung einbüßte.

Einen tollen Ausblick hatten wir oberhalb von Carmignanello in unmittelbarer Nachbarschaft der Burgruine auf dem Rocca di Cerbaia gefunden. Zusammen mit der kleinen Wanderung vom Talgrund hinauf und einer Burgbesichtigung (umfangreiche, zweisprachige Infotafeln informieren) ein schönes Ausflugsprogramm, aber irgendwie ganz ohne Zug bei Sonne dann doch nicht so schön, wie es sein könnte...;)

Als sich mal wieder ein größerer Sonnenspot vor Ort ausgebreitet hatte, aber planmäßig kein Zug anstand, hofften wir dementsprechend stark darauf, dass sich doch bitte irgendetwas außerplanmäßig auf den Gleisen tun sollte. Und tatsächlich tauchte dort hinten nach längerer Warterei ein Mercitalia-Containerzug mit einem "Tigre" in XMPR-Lack auf. Leider aber unerträglich langsam, sodass der nächste Wolkenschatten schon wieder bedrohlich schnell heran rückte... Es hallten also in purer Verzweiflung Anfeuerungsrufe durch das Tal - Avanti, Tigre, avanti!

Letztlich klappte es wirklich haarscharf mit der Sonne. Dank 86 Minuten Verfrühung passte auch das Seitenlicht noch wunderbar für den TME 52225 (Verona Quadrante Europa - La Spezia Migliarina).

PS: Das Bild ist aus zwei übereinander angeordneten Querformat-Aufnahmen entstanden, um noch ein bisschen mehr vom Wolkenhimmel zeigen zu können.

Datum: 03.09.2019 Ort: Carmignanello [info] Land: Europa: Italien
BR: IT-E652 Fahrzeugeinsteller: Mercitalia Rail
Kategorie: Bahn und Landschaft
Top 3 der Woche: 8 Punkte

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Silhouette alla siciliana
geschrieben von: Julian en voyage (356) am: 16.11.19, 19:33 Top 3 der Woche vom 01.12.19
"Die Bäume! Schaut, die Bäume! Der Ruf aus der ersten Kutsche durchlief von vorn nach hinten die Reihe der in einer weißen Staubwolke fast unsichtbaren anderen vier, und an jedem Fenster spiegelte sich erschöpfte Erleichterung in schweißüberströhmten Gesichtern. Die Bäume, offen gestanden, waren bloß drei und es waren Eukalypten, die knorrigsten Söhne von Mutter Natur; doch es waren auch die ersten, die gesichtet wurden, seit die Familie um sechs Uhr morgens Bisacquino verlassen hatte. Jetzt war es elf, und in den fünf Stunden hatte man nichts als träge, in der Sonne gelb auflodernde Hügelkuppen gesehen."

Mit diesen Zeilen leitet Giuseppe Tomasi di Lampedusa den zweiten Teil seines "Gattopardo" ein, jenes 1958 erstmals erschienenen Romans, der gleichermaßen Familientragödie, Chronik des italienischen Risorgimento und Sittenbild des sizilianischen Lebens in der Mitte des 19. Jahrhunderts ist. Die Worte des Autoren erfassen den Landschaftseindruck von Zentral- und Südsizilien eigentlich sehr gut - Im Binnenland häufig karg, mitunter abweisend, mal aber auch überaus reizvoll...

Quer durch diese Landschaft führt die Bahnstrecke von Lentini Diramazione über Caltagirone nach Gela, wobei letzteres Teilstück nach Jahrzehnten der Nichtvollendung nur von 1979 bis 2011 in Betrieb war, ehe ein überraschender Brückeneinsturz (sic!) der Verbindung den Garaus machte... Projektiert ist ein Wiederaufbau für 2022. Vediamo un po' cosa succede! ;)

Fokussieren muss man sich fotografisch derzeit also auf den Abschnitt zwischen Lentini und Caltagirone, wobei sich entlang der großzügigen Trassierung durch die offene Landschaft durchaus ein paar Fotomotive finden lassen. Dank der spärlichen Vegetation findet sich nördlich von Vizzini - (auch) für Italien höchst untypisch - sogar ein vollkommen bewuchsfreier Bahndamm, der sich abends für Silhouetten-Aufnahmen geradezu anbietet. In passender Zeitlage rollte am 15. September 2019 die D 445 1006 der Fondazione FS mit einem vierachsigen Gepäck-, zwei Centoporte- und einem Corbellini-Wagen als Treno storico 96864 (Caltagirone - Siracusa) in den Sonnenuntergang und nahm eine kurze Zwischensteigung in Angriff, ehe es ab Militello in Val di Catania bis Lentini stetig bergab gehen wird. Der im Rahmen des Ausflugszug-Programms "Treni storici del Gusto" verkehrende Zug sorgte an diesem Sonntag prompt für eine Steigerung des Angebots um 50%.

PS: Ein nur fragmentarisch über dem letzten Wagen erkennbares Windrad habe ich nachträglich (= digital) entfernt, da es m. E. die Harmonie der Silhouette ein bisschen gestört hätte. Das linke habe ich als Gegenpol zum Gesträuch rechts stehen gelassen, auch wenn es bei streng dogmatischer Betrachtung natürlich nicht zum historischen Zug passt. Aber es bleibt eben eine Aufnahme aus dem Hier und Jetzt...! :)

Zuletzt bearbeitet am 16.11.19, 23:27

Datum: 15.09.2019 Ort: Vizzini [info] Land: Europa: Italien
BR: IT-D445 Fahrzeugeinsteller: Fondazione FS
Kategorie: Stimmungen mit Zug
Top 3 der Woche: 18 Punkte

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Circumetnea - V
geschrieben von: Julian en voyage (356) am: 09.11.19, 18:34 Top 3 der Woche vom 24.11.19
- Fortsetzung zu [www.drehscheibe-online.de] -

Zwischen Lavafeldern und verlassenen Wein- und Obstgärten finden sich entlang der Circumetnea auch immer wieder die Ruinen alter Gutshöfe, Scheunen und Lagerschuppen, die - wenn nicht bereits wieder von der Vegetation zurückerobert oder als Müllkippe missbraucht - aus ihrem Inneren den ein oder anderen interessanten Blickwinkel auf die Bahn erlauben.

Nur wenige Meter vom letzten Foto meiner FCE-Serie entfernt bietet sich durch einen längst seiner Funktion beraubten Türrahmen diese Aussicht auf den nachmittäglichen Zug 26 (Riposto - Randazzo) und die Weinberge (Tipp für Freunde schwerer Rotweine: Der vorzügliche Nerello Mascalese "O’scuru o’scuru" der Kooperative Al Cantàra von 2016!) bis hin nach Castiglione di Sicilia.

Dessen sehenswerter Ortskern thront oberhalb der Alcantara-Schlucht auf einem Bergsporn und ist leider heute - anders als die Fraktion Solicchiata, deren Bahnhof der Triebwagen vor wenigen Minuten verlassen hat - nicht mehr per Bahn erreichbar. Der betreffende, aufwendig trassierte Abschnitt der Circumetnea wurde schon 1961 stillgelegt und ab Linguaglossa durch eine erheblich kürzere Variante ersetzt. 1994 folgte schließlich auch die Einstellung des regulären Personenverkehrs auf der Regelspurstrecke Alcantara - Randazzo, die Castiglione ebenfalls bediente. Letztere blickt möglicherweise aber einer Renaissance im Ausflugsverkehr entgegen, wobei derartige Pläne gerade in Süditalien mit einer gehörigen Portion Skepsis zu genießen sind, obgleich auf Basis eines entsprechenden Gesetzes zur Förderung und Wiederbelebung des touristischen Bahnverkehrs in den letzten Jahren doch teils beachtliche Leistungen erbracht wurden...

Datum: 13.09.2019 Ort: Solicchiata [info] Land: Europa: Italien
BR: IT-ADe Fahrzeugeinsteller: Ferrovia Circumetnea (FCE)
Kategorie: ungewöhnliche Perspektiven
Top 3 der Woche: 13 Punkte

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Mare blu profondo
geschrieben von: Julian en voyage (356) am: 10.11.19, 01:23
Die Italo-Charts mit ihren wenig tief schürfenden, aber eingängigen Sommerhits waren ständiger Begleiter während der Urlaubstage, die wir zum Ende einer wetterbedingt etwas arg kreuz und quer über den Stiefel verlaufenden Fototour an der Ionischen Küste in Kalabrien verbrachten. Besungen wurde unter anderem - wie sollte es bei gut 7500 Küstenkilometern auch anders sein - das tief blaue, die Sehnsucht weckende Meer.

Einen herrlichen Ausblick auf dessen schier unendliche Weite hat man abends in Bova Marina, nur wenige Kilometer vom südlichsten Punkt des italienischen Festlands am Capo Spartivento entfernt.

Und rein zufällig mogelt sich dort auch noch die Eisenbahn ins Bild, in Form der Ferrovia Jonica, die Reggio di Calabria stets der Küste folgend mit Taranto verbindet.

Während nördlich von Catanzaro die Elektrifizierungsarbeiten bereits auf Hochtouren laufen, ist hier unten ganz im Süden noch alles beim Alten und Dieselfahrzeuge werden noch ein paar Jahre in passendem Umfeld das Bild prägen, ehe auch hier die Bagger anrücken. Neben den beiden IC-Zugpaaren mit D445 und ein paar wenigen "Swing" aus dem Hause PESA sind das vor allem die ALn 663. Hier im Bild ALn 663 1193 als Regionale 22496 (Reggio di Calabria - Roccella Jonica).

Datum: 09.09.2019 Ort: Bova Marina [info] Land: Europa: Italien
BR: IT-ALn663 Fahrzeugeinsteller: Trenitalia
Kategorie: Bahn und Landschaft
Top 3 der Woche: 3 Punkte

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Circumetnea - IV
geschrieben von: Julian en voyage (356) am: 03.11.19, 00:32
- Fortsetzung zu [www.drehscheibe-online.de] -

Fünf Jahre waren seit meinem letzten Besuch bei der Ferrovia Circumetnea, jener Schmalspurbahn, die den Ätna auf Sizilien einmal (fast) umrundet, vergangen, als ich im September 2019 wieder für knapp zwei Wochen auf der größten Mittelmeerinsel weilte. Einiges hat sich seitdem verändert: Die Neubautriebwagen "Vulcano" von Newag sind längst ins Rollen gekommen, die letzten RALn 64 im Gegenzug jüngst aus dem Betriebsdienst ausgeschieden, ein beachtlicher Teil der ADe modernisiert und in die neuen weiß-grünen Unternehmensfarben getaucht sowie (leider) ein systematischer Bruch aller Zugläufe in Randazzo etabliert. Aber großen Spaß macht die kleine 950mm-Bahn nach wie vor - Sowohl aus Mitfahrer- als auch aus Fotografen-Perspektive! :)

In letzterer Eigenschaft übte ich mich am Abend des 13. September 2019, als ich bei Solicchiata den Zug 29 (Randazzo - Riposto), der die letzte Bahnverbindung des Tages runter an die Küste darstellt, erwartete. So nervenaufreibend wie faszinierend war das Wechselspiel aus Licht und Schatten, das die Wolken, die sich rund um den in meinem Rücken liegenden Ätna mal wieder gebildet hatten, auf die Landschaft projizierten. Schlussendlich klappte es haarscharf mit der Sonne, als der modernisierte ADe pfeifend und quietschend zwischen verlassenen Landgütern, Steinmäuerchen und Wolkenschatten auf die Bühne trat. Im Tal unterhalb der ebenfalls vom Licht- und Schattenspiel marmorierten Hänge, die die südlichsten Ausläufer der wild-schönen Monti Nèbrodi bilden, liegt - rechts im Bild - der Ort Mojo Alcantara, dahinter der Monte Mojo, ein erloschener Vulkankrater.

Nach dem geglückten Foto ging es zufrieden in eine urige Pizzeria in einer Nebenstraße von Francavilla di Sicilia, wo der Abend mit Pizza und einem "Messina", dem Getränk, das sie vor Ort als "Birra di Sicilia" bezeichnen und auf das man in Ermangelung eines Moretti oder - noch besser - einer birra artigianale zurückgreift, beschlossen wurde...;)

Datum: 13.09.2019 Ort: Solicchiata [info] Land: Europa: Italien
BR: IT-ADe Fahrzeugeinsteller: Ferrovia Circumetnea (FCE)
Kategorie: Bahn und Landschaft
Top 3 der Woche: 11 Punkte

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