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Vers l'escale geschrieben von: Julian en voyage (548) am: 17.05.26, 17:55 ![]() ![]() Top 3 der Woche vom 31.05.26 |
Unter dem Titel "Escale à Sète" treffen sich in der Hafenstadt am Mittelmeer alle zwei Jahre Traditionssegler aus aller Herren Länder. Seit der ersten Auflage 2010 hat sich das Event zur festen Größe für Schiffsbegeisterte entwickelt und zieht zahllose Schaulustige an. Neben den französischen Stars wie der Dreimastbark "Belem" von 1896, die 2024 die olympische Flamme von Athen ins Gastgeberland Frankreich brachte, sind regelmäßig weitere Schiffe aus ganz Europa und darüber hinaus zu Gast. Ein Blick auf die Teilnehmerliste 2026 zeigt dabei, dass auch an der "Escale" die Weltpolitik nicht spurlos vorübergeht: Während russische Großsegler wie die "Krusenstern" seit dem Angriff auf die Ukraine außen vor bleiben, war in diesem Jahr mit der "Sudarshini" erstmals ein Segelschulschiff der indischen Marine mit von der Partie...
So schön es auch sein mag, über den Quai zu flanieren und die maritime Atmosphäre zu genießen, hatte ich mir das Ereignis aus einem anderen Grund im Kalender markiert. Ebenso traditionell wie die "Escale" selbst, organisieren nämlich die (süd-)französischen Eisenbahnvereine Zubringerzüge zum Großereignis. 2026 war das neben dem "Train historique de Toulouse", der mit seiner frisch aufgearbeiteten BB 7338 aus der Ville Rose nach Sète kam, die Association des Passionnés de l’X2800, welche mit der immer wieder begeisternden X 2800er-Garnitur von Langogne aus anreiste. Die perfekte Gelegenheit, einen lang gehegten Plan in die Tat umzusetzen: Einen MGO auf dem Viaduc de Chamborigaud! Die Vegetation zeigte sich am 4. April erfreulicherweise noch kahl genug, um die Wunschperspektive auf das emblematische Bauwerk der Cevennen-Südrampe umzusetzen - Die Symbiose aus Eisenbahnviadukt und ebenso historischer Straßenbrücke über den Luech. Während zum Aufnahmezeitpunkt am Vormittag, als der Train spécial 801391 (Langogne - Sète) in Form des stilechten Gespanns aus X 2914, dem Beiwagen XR 6091 und X 2819 unter dem typischen Röhren des MGO-Motors in luftiger Höhe über das Tal brummte, noch ein kalter Wind aus den Bergen herabwehte, sollte sich der Karsamstag im weiteren Tagesverlauf so schön entwickeln, dass am Nachmittag bei über 25 Grad in den plätschernden "Fluten" des Flüsschens die Badesaison eingeläutet werden konnte. Datum: 04.04.2026 Ort: Chamborigaud [info] Land: Europa: Frankreich BR: FR-X 2800 Fahrzeugeinsteller: Association des passionnés de l'X2800 (AP2800) Kategorie: Bahn und Landschaft Top 3 der Woche: 25 Punkte 14 Kommentare [»] |
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Le ronronnement du MGO au-dessus du village geschrieben von: Julian en voyage (548) am: 22.09.24, 19:05 |
Am Sonntag, den 11. August 2024, wurde mit einer kleinen, aber liebenswerten Feierlichkeit das 140-jährige Jubiläum der Strecke Marvejols - Mende begangen. Für die Ehrenamtlichen der in Langogne ansässigen Association des passionnés de l'X2800 [www.ap2800.fr] war das eine willkommene Gelegenheit, der nach einer aufwändigen Motorinstandsetzung an einem der beiden Triebwagen in den vergangenen Jahren nun wieder komplettierten Garnitur aus X 2819, dem Beiwagen XR 6091 und X 2914 eine Ausfahrt zu gönnen und den "Translozérien" auf gesamter Länge zu bereisen, zuzüglich einer mittäglichen Pendelfahrt von Marvejols nach Mende und zurück.
Bei bestem Sommerwetter, das Fahrgäste und die zahlreich angereisten Fotografen gleichermaßen begeisterte, ging es mit dem typischen Sound der 825 PS starken MGO-Motoren über das "Dach Frankreichs". Eine perfekt inszenierte Reise zurück in die 80er und 90er Jahre, als die Triebwagen im blau-weißen « Massif Central »-Look das typische Fahrzeug schlechthin auf Frankreichs höchster nicht elektrifizierter Bahnstrecke waren. Als sich der Tag schon langsam dem Ende entgegen neigte, führte der Rückweg das Gespann als Train spécial 22459 (Marvejols - Langogne) nochmals über den größten Kunstbau der Strecke, den rund 230 Meter langen Steinbogenviadukt von Mirandol, der nicht nur den Chassezac - einen etwa 85 Kilometer langen Nebenfluss der Ardèche - überquert, sondern die Bahnlinie auch in luftiger Höhe über die Dächer des Ortes hinweg trägt. Er ist Teil der bemerkenswerten ingenieurtechnischen Leistung, die hier Ende des 19. Jahrunderts vollbracht wurde. Welche aufwändigen Planungen der Ausführung vorangegangen sind, belegt auch eine literarische Schilderung von Robert Louis Stevenson, der auf seiner "Reise mit dem Esel durch die Cevennen" (im Original "Travels with a Donkey in the Cévennes") im Herbst 1878 in einer einfachen Auberge im nahegelegenen Chasseradès auf Arbeiter des Vermessungstrupps der Bahngesellschaft stieß. Heute führt der "Chemin de Stevenson" (GR70) direkt am Viadukt vorbei... Zwar hat der Zug den Kulminationspunkt der Strecke hier bereits hinter sich gelassen, doch ein vorangegangenes Abbremsen auf annähernd Schrittgeschwindigkeit - sicher der schönen Aussicht wegen - und die bevorstehende kurze, aber intensive Zwischensteigung bis zum Bahnhof von Chasseradès ließen den Lokführer noch einmal hochschalten. Entsprechend kräftig heulten die Motoren auf und verbreiteten die kernigen MGO-Klänge im Tal. Erst ab Chasseradès wird es dann bis zum Streckenendpunkt in La Bastide, wo die Cevennenbahn erreicht wird, stetig bergab gehen. Datum: 11.08.2024 Ort: Mirandol [info] Land: Europa: Frankreich BR: FR-X 2800 Fahrzeugeinsteller: Association des passionnés de l'X2800 (AP2800) Kategorie: Bahn und Landschaft Top 3 der Woche: 17 Punkte 7 Kommentare [»] |
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Monté sur le toit geschrieben von: Julian en voyage (548) am: 24.05.21, 20:14 |
Wortwörtlich aufs Dach gestiegen bin ich für dieses Foto einer der Galerien, die vor nunmehr über hundert Jahren entlang des Translozérien errichtet wurden, um den Schienenstrang vor den Unbilden des Wetters zu schützen. Denn die Strecke von Le Monastier über Mende nach La Bastide verläuft zwischen der Präfektur des Départements Lozère und der Einmündung in die Cevennenbahn im übertragenen Sinne auch auf einem Dach, "sur le toit de la France" nämlich. Auf der Plaine de Montbel erreicht sie mit 1215 Metern über dem Meer den höchsten Punkt des nicht elektrifizierten, regelspurigen französischen Eisenbahnnetzes!
So suchten im Februar 1903, nur wenige Monate nach ihrer Eröffnung, erstmals heftige Schneeverwehungen die Strecke heim und ließen die zierliche Dampflok eines von La Bastide nach Mende fahrenden Personenzugs in unmittelbarer Nähe meines Fotostandpunkts in Larzalier stecken bleiben. Die gestrandeten Passagiere konnten die Nacht zwar im Schrankenwärterhaus, das hier hinter dem Baum in Bildmitte nur zu erahnen ist, verbringen, aber dennoch war der Horrornachricht ein Platz auf Seite eins der damaligen "Nouvelles illustrées" sicher (vgl. S. 80/81 im nur noch antiquarisch erhältlichen Buch "Les trains du toit de la France" von La Régordane). Eine Schmach für die Bahnverwaltung, die sich in den Wintern 1905 und 1906 in ähnlicher Form wiederholen sollte und schließlich darin gipfelte, dass man insgesamt rund sechs Kilometer der Nebenbahn kurzerhand unter steinernen Schneeverbauungen versteckte. Jene am ehemaligen Haltepunkt Larzalier wird von einem schmiedeeisernen Fußgängersteg zu einer Weide überquert (!), der heute zwar seine Daseinsberechtigung weitgehend verloren haben dürfte, mir aber meine Fotoposition auch ohne waghalsige Kletterei ermöglichte. Am Wochenende der "Journées de patrimoine" am 19./20. September 2020 befuhren die Ehrenamtlichen der in Langogne ansässigen Association des passionnés de l'X2800 [www.ap2800.fr] mit ihren beiden Schmuckstücken X 2819 und X 2914 den Translozérien. Schnee war zwar nicht in Aussicht, das Wetter aber dennoch extrem rau und ungemütlich mit viel Regen und dichten, sich überlagernden Wolkenschichten. Für die nachmittägliche Rückfahrt aus Mende am Sonntag ließ sich dann entgegen aller Wahrscheinlichkeit tatsächlich in einem passenden Zeitfenster die Sonne blicken. :) Schlagen wir aber noch einmal kurz den Bogen zurück zur wechselvollen Geschichte des kleinen Ortes: Im Bildhintergrund, kurz vor dem Bahnwärterhaus, das in jener Schneenacht 1903 als Retter fungierte, zweigte ab ca. 1925 für wenige Jahre eine Anschlussbahn zur damals im Bau befindlichen, rund 15 Kilometer entfernten Barrage de Charpal ab, die sogar noch einmal ein gutes Stück weiter anstieg als der Translozérien, auf 1388 Meter! Sie sollte auch militärischen Zwecken dienen (man plante hier im Niemandsland die Lagerung von Schießpulver), verschwand aber letztlich bereits in der zweiten Hälfte der 30er Jahre wieder von der Bildfläche, ohne jemals nennenswert genutzt worden zu sein. Heute dienen weite Teile der Trasse als Straße/Wirtschaftsweg... Zuletzt bearbeitet am 25.05.21, 13:31 Datum: 20.09.2020 Ort: Larzalier [info] Land: Europa: Frankreich BR: FR-X 2800 Fahrzeugeinsteller: Association des passionnés de l'X2800 (AP2800) Kategorie: Bahn und Infrastruktur Top 3 der Woche: 14 Punkte 9 Kommentare [»] |
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