DREHSCHEIBE-Online 

Anzeige

HIER KLICKEN!
angemeldet: -
Seiten:
Auswahl (3):   
 
Galerie: Suche » Fondazione FS, nach Einstelldatum sortiert » zur erweiterten Suche
 
Rocca di Cefalù
geschrieben von: Julian en voyage (356) am: 18.11.19, 00:04
Bis zu 270 Meter ragt der massige Felsklotz Rocca di Cefalù unmittelbar am Meer empor. Auf ihm lagen die prähistorischen und antiken Vorgänger-Siedlungen des heutigen Cefalù. Davon zeugen auf seinem Gipfelplateau unter anderem die Ruine eines Artemis-Tempels aus dem 9. Jahrhundert vor Christus, eine Zisterne aus arabischer Zeit und die normannische Festungsruine mit ihrer als weißes Band erkennbaren Umfassungsmauer.

Die wichtige Landmarke an der sizilianischen Nordküste lässt sich auch mit der Eisenbahn gemeinsam in Szene setzen. Die Hauptstrecke Messina - Palermo strahlt in diesem Abschnitt mit ihrer eingleisigen Trassierung und älteren Fahrleitungsmasten - anderswo stehen schon Gittermasten neueren Datums - noch klassisches FS-Flair aus.

Passend dazu schickte die Fondazione FS am 15. September 2019 eine ALn 668er-Garnitur im Gewand der Siebziger- und Achtzigerjahre auf die Reise entlang des Tyrrhenischen Meeres. Der umfangreiche historische Bestand, von dem ein Großteil der ALn 668er derzeit auf Sizilien zusammen gezogen ist, ermöglicht dabei problemlos auch Vierer-Einheiten. An der Spitze des Treno storico 96812 (Palermo - Tusa) war an diesem Tag ALn 668 1904, 1975 von Fiat Ferroviaria in Savigliano an die FS geliefert.

Dieser Streckenabschnitt (Ogliastrillo - Castelbuono) soll nach aktuellem Planungsstand 2023 durch eine weitestgehend im Berg liegende, zweigleisige Variante ersetzt werden, inklusive unterirdischem Bahnhof in Cefalù.

Datum: 15.09.2019 Ort: Sant'Ambrogio [info] Land: Europa: Italien
BR: IT-ALn668 Fahrzeugeinsteller: Fondazione FS
Kategorie: Bahn und Landschaft
Top 3 der Woche: 4 Punkte
Optionen:
 
Silhouette alla siciliana
geschrieben von: Julian en voyage (356) am: 16.11.19, 19:33 Top 3 der Woche vom 01.12.19
"Die Bäume! Schaut, die Bäume! Der Ruf aus der ersten Kutsche durchlief von vorn nach hinten die Reihe der in einer weißen Staubwolke fast unsichtbaren anderen vier, und an jedem Fenster spiegelte sich erschöpfte Erleichterung in schweißüberströhmten Gesichtern. Die Bäume, offen gestanden, waren bloß drei und es waren Eukalypten, die knorrigsten Söhne von Mutter Natur; doch es waren auch die ersten, die gesichtet wurden, seit die Familie um sechs Uhr morgens Bisacquino verlassen hatte. Jetzt war es elf, und in den fünf Stunden hatte man nichts als träge, in der Sonne gelb auflodernde Hügelkuppen gesehen."

Mit diesen Zeilen leitet Giuseppe Tomasi di Lampedusa den zweiten Teil seines "Gattopardo" ein, jenes 1958 erstmals erschienenen Romans, der gleichermaßen Familientragödie, Chronik des italienischen Risorgimento und Sittenbild des sizilianischen Lebens in der Mitte des 19. Jahrhunderts ist. Die Worte des Autoren erfassen den Landschaftseindruck von Zentral- und Südsizilien eigentlich sehr gut - Im Binnenland häufig karg, mitunter abweisend, mal aber auch überaus reizvoll...

Quer durch diese Landschaft führt die Bahnstrecke von Lentini Diramazione über Caltagirone nach Gela, wobei letzteres Teilstück nach Jahrzehnten der Nichtvollendung nur von 1979 bis 2011 in Betrieb war, ehe ein überraschender Brückeneinsturz (sic!) der Verbindung den Garaus machte... Projektiert ist ein Wiederaufbau für 2022. Vediamo un po' cosa succede! ;)

Fokussieren muss man sich fotografisch derzeit also auf den Abschnitt zwischen Lentini und Caltagirone, wobei sich entlang der großzügigen Trassierung durch die offene Landschaft durchaus ein paar Fotomotive finden lassen. Dank der spärlichen Vegetation findet sich nördlich von Vizzini - (auch) für Italien höchst untypisch - sogar ein vollkommen bewuchsfreier Bahndamm, der sich abends für Silhouetten-Aufnahmen geradezu anbietet. In passender Zeitlage rollte am 15. September 2019 die D 445 1006 der Fondazione FS mit einem vierachsigen Gepäck-, zwei Centoporte- und einem Corbellini-Wagen als Treno storico 96864 (Caltagirone - Siracusa) in den Sonnenuntergang und nahm eine kurze Zwischensteigung in Angriff, ehe es ab Militello in Val di Catania bis Lentini stetig bergab gehen wird. Der im Rahmen des Ausflugszug-Programms "Treni storici del Gusto" verkehrende Zug sorgte an diesem Sonntag prompt für eine Steigerung des Angebots um 50%.

PS: Ein nur fragmentarisch über dem letzten Wagen erkennbares Windrad habe ich nachträglich (= digital) entfernt, da es m. E. die Harmonie der Silhouette ein bisschen gestört hätte. Das linke habe ich als Gegenpol zum Gesträuch rechts stehen gelassen, auch wenn es bei streng dogmatischer Betrachtung natürlich nicht zum historischen Zug passt. Aber es bleibt eben eine Aufnahme aus dem Hier und Jetzt...! :)

Zuletzt bearbeitet am 16.11.19, 23:27

Datum: 15.09.2019 Ort: Vizzini [info] Land: Europa: Italien
BR: IT-D445 Fahrzeugeinsteller: Fondazione FS
Kategorie: Stimmungen mit Zug
Top 3 der Woche: 18 Punkte

9 Kommentare [»]
Optionen:
 
Sulle orme degli orsi marsicani
geschrieben von: Julian en voyage (356) am: 21.07.18, 22:58 Top 3 der Woche vom 05.08.18
Im Nationalpark Abruzzen, Latium und Molise (Parco nazionale d'Abruzzo, Lazio e Molise), der zwar geografisch im Herzen Italiens liegt, aber gefühlt doch irgendwie abseits von allem, hat sich bis heute eine verhältnismäßig vielfältige Flora und Fauna erhalten. Wenn man im Frühjahr auf einem der zahllosen kleinen Wanderwege, die das Gebiet durchqueren, unterwegs ist und die Natur in ihrer Schönheit auf sich wirken lässt, überrascht es einen kaum noch, dass neben Wildkatzen, Wölfen und Raubvögeln auch der Marsische Braunbär hier sein letztes Refugium gefunden hat. Wie groß die Population genau ist, dürfte schwer zu bestimmen sein, aber ein willkommenes touristisches Zugpferd für den Nationalpark ist der Karnivore (der sich de facto hauptsächlich von Pflanzen ernährt) allemal! Immer wieder neue Statusmeldungen bietet die Homepage des Parks, unter anderem auch zum ersten Nachwuchs des Jahres 2018 [www.parcoabruzzo.it] :)

Wer sich nicht (nur) zu Fuß in dieses Naturparadies bewegen möchte, kann auf das Ausflugszug-Angebot der Fondazione FS zurückgreifen, die mehrmals im Monat mit einer historischen Wagengarnitur aus Centoporte-Wagen und einer D 445 im Retro-Lack zu Fahrten auf der seit 2011 im Regelverkehr stillgelegten "Transiberiana d'Italia" Sulmona - Carpinone einlädt. Das Highlight der Reise ist (wenn man nicht - und das dürfte etwa so wahrscheinlich sein, wie ein Sechser im Lotto - aus dem Abteilfenster einen der Bären erspäht...) rund um Pettorano sul Gizio der spektakuläre Anstieg von Sulmona (348 Meter über dem Meer) auf die Hochplateaus der Abruzzen. Der Kulminationspunkt der Strecke liegt im Bahnhof Rivisondoli-Pescocostanzo auf 1268 Metern und stellt nach dem Brenner den zweithöchsten Punkt im Netz der RFI dar.

Für Fotografen erreichbar ist dieser mit zahlreichen Tunnels und Viadukten gespickte Abschnitt nur "auf Schusters Rappen". Genug Zeit sollte man also einplanen, aber Eile wäre angesichts des Panoramas, das sich während des Fußmarsches bietet, ohnehin nicht angebracht... Ich startete meine kleine Wanderung also morgens am Friedhof von Sulmona. Etwa eine Stunde später saß ich im Gras und konnte zufrieden den Auslöser betätigen, als D 445 1105 mit dem Treno storico 78211 (Sulmona - Roccaraso) bergwärts brummte. Die einzigen Tiere, die ich während der Wartezeit beobachten konnte, waren übrigens Eichhörnchen und unzählige Zitronenfalter... ;)

Datum: 02.06.2018 Ort: Pettorano sul Gizio [info] Land: Europa: Italien
BR: IT-D445 Fahrzeugeinsteller: Fondazione FS
Kategorie: Zug schräg von vorn
Top 3 der Woche: 14 Punkte

9 Kommentare [»]
Optionen:

Auswahl (3):   
 

Größere Ansicht und weitere Informationen durch Anklicken der Vorschaubilder, Filterung der Auswahl über die Suchfunktionen. Bei Fragen zu unserer Galerie hilft die » Galerie-Moderation

(c) 2020 - Arbeitsgemeinschaft DREHSCHEIBE e.V.