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InterCityExperimental
geschrieben von: Johannes Poets (750) am: 24.08.22, 09:00
Es gibt Fotostellen, die sucht man immer wieder auf. Sei es, daß sie einen optimalen Blick auf vorbeifahrende Züge gewährleisten, einen attraktiven Hintergrund bieten oder man ganz banal in der Nähe wohnt. Eine Fotostelle, die alle drei genannten Vorzüge auf sich vereinte, lag an der Nord-Süd-Strecke zwischen Salzderhelden und Northeim (Han) in Höhe der Ortschaft Hohnstedt. Deren Ortsansicht mit der Martinikirche, die sich sowohl für nordwärts wie für südwärts fahrende Züge anbot, bildete für mich einen so attraktiven Hintergrund für Eisenbahnaufnahmen, daß ich viele Nachmittage auf dem Deich des angrenzenden Naturschutzgebietes "Leineniederung Salzderhelden" verbrachte und den Bahnbetrieb auf der Nord-Süd-Strecke beobachtete.

Ja, ich spreche bewusst in der Vergangenheitsform, denn seit dem Bau einer (immerhin grün gestrichenen) Lärmschutzwand östlich des Gleiskörpers und einer hoch gewachsenen Gehölzvegetation westlich davon hat diese Fotostelle für mich erheblich an Reiz verloren.

Als Mitte Januar 1986 der erst ein Jahr alte ICE (die Abkürzung stand damals für InterCityExperimental) eine Woche lang zwischen Frankfurt (Main) Hbf und Hannover Hbf. pendelte (die Fahrten waren sogar für den öffentlichen Verkehr freigegeben), war es für mich klar, an welcher Fotostelle ich ihn erwarten würde. So fuhr am einzigen sonnigen Tag in jener Woche nachmittags der D 26179 Hannover Hbf – Frankfurt (Main) Hbf, bestehend aus den Fahrzeugen 410 001-2 + 810 001-8 + 810 002-6 + 810 003-4 + 410 002-0, bei Hohnstedt in den Sucherausschnitt meiner Mamiya 645. Die Vormittagsleistung in der Gegenrichtung [www.drehscheibe-online.de] konnte ich ebenfalls bei Sonnenschein bildlich festhalten.

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Scan vom Mittelformat-Dia (Ektachrome 64)

Datum: 17.01.1986 Ort: Hohnstedt [info] Land: Niedersachsen
BR: 410 Fahrzeugeinsteller: Deutsche Bundesbahn
Kategorie: Bahn und Landschaft
Top 3 der Woche: 22 Punkte

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Der „Experimental“ im Altmühltal
geschrieben von: Andreas Burow (346) am: 11.08.22, 19:48
Besonderes Glück brauchte man, um ein Streckenfoto des InterCityExperimental machen zu können. Als Versuchsfahrzeug war der Zug nie im Planbetrieb eingesetzt. Die besten Chancen hatte man bei besonderen Anlässen, wenn der „Experimental“ irgendwo ausgestellt war oder für Sonderfahrten genutzt wurde. Zufallsbegegnungen waren aber auch nicht ausgeschlossen.

Während ich es mir mit meiner „mitreisenden Person“ (diese schöne Umschreibung habe ich aus einem Bildtext von CC6507 übernommen) auf dem bekannten Fotofelsen in Dollnstein gemütlich gemacht hatte, um die Sonne zu genießen, kam mir der Ur-ICE eher nicht in den Sinn. Nachdem zwei seinerzeit relativ langweilige Züge mit ozeanblau-beigen Einheits-Elloks vorbeigefahren waren, signalisierte das Formsignal die nächste Zugleistung. Als der kurze, weiße „Experimental“ in der Ferne zu erkennen war, hatte der Müßiggang erst einmal ein Ende, denn dieser Zug war natürlich ein unerwartetes Highlight. Der ICE mit nur zwei Mittelwagen passte optimal in die Lücke und mit Konzentration und viel Glück konnte ich einen Mastschaden des führenden 410 002 verhindern.

Natürlich sind in der Galerie schon qualitativ hochwertige Bilder vom Fotofelsen in Dollnstein vertreten, auch mit viel schöneren Lichtstimmungen. Trotzdem wage ich es, das Motiv wegen des seltenen Fahrzeugs für die Galerie vorzuschlagen.


Scan vom KB-Dia, Fuji RD 100

Datum: 21.08.1991 Ort: Dollnstein [info] Land: Bayern
BR: 410 Fahrzeugeinsteller: Deutsche Bundesbahn
Kategorie: Bahn und Landschaft
Top 3 der Woche: 5 Punkte

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Neue Perspektiven
geschrieben von: Feinstaubzug (54) am: 24.03.22, 00:33
Die 22,5 ‰ steile Geislinger Steige ist seit über 170 Jahren der schnellste Weg für Züge von der Schwabenmetropole in die Münsterstadt.
Doch mit Fahplanwechsel im Dezember 2022 soll ein neues Kapitel für Züge zwischen Stuttgart und Ulm aufgeschlagen werden.
Mit maximal 250 km/h soll die NBS Wendlingen-Ulm Fahrgäste 15 Minuten schneller als bisher wortwörtlich "durch" die Schwäbische Alb befördern, wobei mehr als 30 Kilometer der circa 60 Kilometer langen Neubaustrecke im Tunnel verlaufen.
Nachdem schon seit Januar 2022 viele Messzüge die Neubaustrecke befuhren, war gegen Mitte/Ende März der 410 101/102 von DB Systemtechnik auf der Hochgeschwindigkeitstrecke unterwegs und tastete sich auf dem Streckengleis Richtung Ulm an die 275 km/h heran, die die 10% mehr der zukünftigen Höchstgeschwindigkeit von 250 km/h sind. Etliche Test-/Messfahrten wurden mit dem "ICE-S" unternommen, der mehrmals am Tag zwischen Wendlingen und dem Albabstiegstunnel pendelte.

Zwischen dem ca. 8800 Meter langem Boßlertunnel und dem 4800 Meter langem Steinbühltunnel überquert die Neubaustrecke das Filstal zwischen Wiesensteig und Mühlhausen mit dem erst recht jungen namensgebenden Fluss, der nur wenige Kilometer von hier entspringt.
Die Filstalbrücke ist (wie die gesamte Strecke) eine technische Meisterleitung. Ist sie mit ihren 85 Metern Höhe die dritthöchste Eisenbahnbrücke Deutschlands, misst sie zugleich um die 480 Meter Länge mit zwei separaten Spannbetonbrücken und hat eine Steigung von 23‰, was steiler als die Geislinger Steige ist!

Am 23.03.22 war einer der Tage, als der ICE-S die noch so ruhige Strecke im Herzen des Schwabenlandes belebte und zudem war das Wetter den ganzen Tag sonnenklar (keine Wolke verdeckte auch nur für eine Sekunde die Sonne!), also mochte der freie Nachmittag genutzt werden!
Auf gut Glück stellte ich mich nach meinem Erreichen nahe Merklingen auf die Alb und wartete auf die Durchfahrt des Zuges nach Wendlingen.
Unzählige neue Perspektiven bietet die Neubaustrecke, die erst einmal entdeckt werden wollen!
Eine der Ecken, die ich mir schon länger anschauen wollte war die Filstalbrücke. Einige Perspektiven und Umsetzungen sind dort möglich und durch ein wenig Wandern bekommt man einen ganz neuen Blick auf die Brücke.
Zum Glück gab es noch eine spätere Messfahrt, die es mir erlaubte für die Fahrt nach Wendlingen das südliche Tunnelportal des Boßlertunnels aufzusuchen.
Wenige Minuten nach dem langem Suchen für eine Umsetzung der Brücke ohne Schallschutzwand im Fahrwerk kam auch schon schnell der 410 über die Brücke gejagt und so pfeilschnell, wie er aufgetaucht war, war er auch wieder in der anderen Röhre des Gegengleises verschwunden.
Am Streckengleis Richtung Stuttgart wird noch ordentlich gearbeitet, was in dem Bild unschwer zu erkennen ist.

Zuletzt bearbeitet am 25.03.22, 08:10

Datum: 23.03.2022 Ort: Mühlhausen im Täle [info] Land: Baden-Württemberg
BR: 410 Fahrzeugeinsteller: DB
Kategorie: Bahn und Infrastruktur
Top 3 der Woche: 8 Punkte

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Ein moderner Pionier
geschrieben von: Toaster 480 (470) am: 04.12.19, 14:39
Mitte der 1980er Jahre begann das Kapitel des Hochgeschwindigkeits-Schienenverkehrs in Deutschland mit dem InterCityExperimental. Nach etlichen Versuchsfahrten mit einem bis heute anhaltenden deutschen Geschwindigkeitsrekord startete Anfang der 1990er Jahre mit der Baureihe 401 und der Schnellfahrstrecke Hannover-Würzburg die Geschichte des Intercity-Express. Im Deutschen Museum - Verkehrszentrum in München ist der Triebkopf 410 002-0 aus dem damaligen Versuchszug ausgestellt und erinnert an den Pioniergeist im HGV-Verkehr.

Datum: 28.11.2019 Ort: München [info] Land: Bayern
BR: 410 Fahrzeugeinsteller: Deutsches Museum
Kategorie: Stillleben
Top 3 der Woche: 1 Punkt
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IC-Experimental – der Star der Jugend
geschrieben von: 797 505 (417) am: 20.05.18, 19:44
In den Achtziger-Jahren, dem Zeitalter meiner jugendlichen Sozialisation, hinkte die DB dem französischen Hochgeschwindigkeitsverkehr der SNCF deutlich hinterher. Nachdem ich den orangen „TGV sud-est“ im Urlaub immer ehrfürchtig bestaunen durfte legte man in Deutschland 1985 mit dem ICE endlich nach. Spätestens mit der Weltrekordfahrt des Versuchszuges im Mai 1988 war die heimische Hochgeschwindigkeitsehre mit gut 406 km/h wieder hergestellt.
Am 4. Juni 1989 war der Stolz der Bundesbahn der Star beim Bahnhofsfest in Reutlingen. Aus heutiger Sicht kaum vorstellbar, was dort zum lapidaren Anlass „130 Jahre Eisenbahn in Reutlingen“ alles von der Bundesbahn aufgefahren wurde.
Auf der Rückfahrt nach München passiert der Zug im späten Junilicht das Filstal bei Reichenbach. Selbst der hintere Triebkopf 410 001 (Nachschuss) ist an diesem Sonntagabend gut besetzt.


Datum: 04.06.1989 Ort: Reichenbach [info] Land: Baden-Württemberg
BR: 410 Fahrzeugeinsteller: Deutsche Bundesbahn
Kategorie: Zug schräg von vorn
Top 3 der Woche: 2 Punkte
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planmäßige Experimente
geschrieben von: Johannes Poets (750) am: 10.01.15, 23:00
Im Januar 1986 begann für den ab Ende 1979 konzipierten und zwischen 1983 und 1985 gebauten InterCityExperimental ein umfangreiches Versuchsprogramm im Planeinsatz. Der Vorläufer des heutigen InterCityExpress war als Baureihe 410 / 810 in das Nummernschema der DB eingereiht und sollte seine Tauglichkeit für den Einsatz unter realen Bedingungen beweisen.
Die Aufnahme einer solchen Testfahrt gelang am 17. Januar 1986: 410 002-0 + 810 003-4 + 810 002-6 + 810 001-8 + 410 001-2 sind als D 26698 Frankfurt (Main) – Hannover unterwegs, als sie zwischen Eichenberg und Göttingen kurz vor Friedland (Han) dem Fotografen begegnen.

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Scan vom Mittelformatdia (Ektachrome 64)

Zuletzt bearbeitet am 01.07.19, 16:49

Datum: 17.01.1986 Ort: Friedland [info] Land: Niedersachsen
BR: 410 Fahrzeugeinsteller: Deutsche Bundesbahn
Kategorie: Zug schräg von vorn
Top 3 der Woche: 6 Punkte

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Karlspreis 1986
geschrieben von: railpixel (613) am: 23.07.12, 18:26
Der Intercity Experimental 410 002-0 ist am 8. Mai 1986 als Sonderzug Trier – Aachen anlässlich der Verleihung des Karlspreises an das Staatsvolk von Luxemburg im Einsatz. Soeben erreicht der Zug den Eilendorfer Tunnel.

zuletzt bearbeitet am 19.02.15, 20:21

Datum: 08.05.1986 Ort: Aachen [info] Land: Nordrhein-Westfalen
BR: 410 Fahrzeugeinsteller: Deutsche Bundesbahn
Kategorie: Zug schräg von vorn
Top 3 der Woche: 1 Punkt
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So fing es an ...
geschrieben von: Taunusbahner (325) am: 19.02.12, 16:56
Am 29.5.1988 begann auf der Schnellfahrstrecke Fulda-Würzburg als erstem großem Fernstreckenneubau nach dem 2. Weltkrieg der Planbetrieb. Noch mußte man sich mit der Baureihe 120 bespannten ICs begnügen, der ICE 1 bestand erst auf dem Zeichenbrett. Natürlich durfte am ersten Betriebstag der Erprobungsträger Intercity-Experimental nicht fehlen, der neben den Planzügen und einem 120-bespannten Sonderzug ebenfalls als Sonderzug zwischen Fulda und Würzburg pendelte und die Glücklichen, die eine der raren Fahrkarten für diese Fahrten ergattert hatten, auf die Hochgeschwindigkeitsära bei der (damals noch) Bundesbahn einstimmen sollte.

Datum: 29.05.1988 Ort: Würzburg [info] Land: Bayern
BR: 410 Fahrzeugeinsteller: Deutsche Bundesbahn
Kategorie: Zug schräg von vorn
Top 3 der Woche: 8 Punkte
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