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Ungewohnte Bespannung im Stanzertal geschrieben von: Olli Sydow (1827) am: 24.08.26, 11:46 |
Wenn man am Arlberg keine Lust hat, für Motive in die Berge zu kraxeln, bleibt man unten im Stanzertal, macht Picknick auf einer Wiese bei Schnann und lässt sich einfach berieseln mit allem, was so vorbeikommt. So auch am frühen Nachmittag des 20.07.91. Allerhand Züge aus beiden Richtungen kommen vorbei, auch Güterzüge, meist mit Schub-1020 am Zugende. Diverse Varianten der 1044 gingen ins Netz, aber am interessantesten fand ich die Bespannung des IC 562: anstelle der üblichen 1044 hing die 1042.567 vor dem Zug. Noch in ursprünglicher Form, aber bereits in verkehrsrot mit nur einem Zierstreifen. Nun waren 1042 im IC-Dienst bereits 1991 eher die Ausnahme, und auch diesem Zug wurde eine 1020 als Schublok mitgegeben. Mittlerweile hat sich bei den Eurofima-Wagen das neue rot-anthrazitfarbene Outfit durchgesetzt, und sehr häufig fanden sich in den Garnituren Inlands-Reisezugwagen wieder, wie auch hier. Ein Intercity oder Express im reinen Jaffa-Outfit gehörte bereits in jenem Jahr schon der Vergangenheit an, als noch rein orangefarbene Garnituren aus Eurofima- oder UIC-X-Wagen gebildet wurden.
Blicken wir also auf einen typischen Fernzug der 90er Jahre, wie er umrahmt von den schroffen Bergen durchs Stanzertal gen St. Anton rauscht und soeben die Rosanna überquert hat. Noch säumen die alten Oberleitungsmasten die Strecke. Scan vom Fuji-100 Kleinbilddia Datum: 20.07.1991 Ort: Schnann [info] Land: Europa: Österreich BR: AT-1042 Fahrzeugeinsteller: ÖBB Kategorie: Bahn und Landschaft Top 3 der Woche: 1 Punkt |
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Neulich, am Rosannaufer geschrieben von: Olli Sydow (1827) am: 28.11.24, 22:05 |
Machen wir einen Abstecher zur Arlbergbahn - welche sich in den 90er Jahren noch in ganz anderer Form präsentierte, als dies heute der Fall ist. Allein der Streckenverlauf von St. Anton über Pettneu und Schnann bis Flirsch bot zu jeder Tageszeit eine Fülle von Motiven. Die seitdem durchgeführten Modernisierungen mit teilweise völlig neuen Trassenverläufen haben eine Vielzahl der damaligen Motive obsolet gemacht.
Wir stehen am 22.07.90 unterhalb von Schnann am Ufer der Rosanna und beobachten den Zugverkehr auf der damals noch eingleisigen Arlbergbahn. "Jaffa" bestimmte das Erscheinungsbild der Züge, und nicht nur Güterzüge fuhren oft mit Vorspann- oder Schiebelokomotiven, sondern auch schwere D- und Expresszüge kamen ohne Vorspann oder Schub nicht so ohne weiteres über die Arlbergrampen. Und wie so´n zünftiger Schnellzug der 90er Jahre am Arlberg aussieht, sehen wir hier: [www.drehscheibe-online.de]. Das Besondere am Vorspann- und Schubbetrieb war natürlich der Einsatz der Bludenzer 1020. Kaum ein Güterzug am Arlberg, dem nicht so eine Lokomotive als Vorspann- oder Schubunterstützung zwischen Landeck und Bludenz beigegeben wurde. Meist blieb die 1020 bis zum Zielort am Zug, um ab da sogleich den nächsten Zug zu unterstützen. Hier sehen wir die 1020 044, wie sie uns als Schublok des schweren D 248 überrascht. Man beachte auch den interessanten Packwagen. Die 1020 044 hat übrigens viele Gesichter. Kurze Zeit nach der Aufnahme erhielt sie einen verkehrsroten Anstrich im Valousek-Design. Nach dem Brand der grünen Innsbrucker 1020 027 versah man die Lok Mitte der 90er Jahre mit einem tannengrünen Anstrich, bevor sie im Frühjahr 2002 wieder in der Zustand der 70er Jahre mit drei Frontfenstern und erhabener Loknummer versetzt wurde. Die Lok wurde später privat veräußert und lief oder läuft immer noch bei der tschechischen Metrans. Zum Bild: der Mastschatten verrät das vielleicht nicht ganz optimale Seitenlicht. Aber u.U. lässt der Gesamteindruck der Aufnahme die Kollegen sich zu dem berühmten Satz "für mich noch im Rahmen" hinreißen...;-) Scan vom Fuji-100 Kleinbilddia Datum: 22.07.1990 Ort: Schnann [info] Land: Europa: Österreich BR: AT-1020 Fahrzeugeinsteller: ÖBB Kategorie: Bahn und Landschaft Top 3 der Woche: 9 Punkte |
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Hochspannungsmasten in den Landesfarben geschrieben von: Olli Sydow (1827) am: 27.08.22, 18:36 |
Es gab zwar bei den ÖBB kurzfristig die Reihe 1012, welche auch in der Galerie mit immerhin einem, wenn auch schon fast 20 Jahre altem Scan vertreten ist, aber mir persönlich ist diese Reihe leider nie begegnet. Also bleiben wir noch einen Moment bei der Reihe 1110. Mitte der 70er Jahre haben zehn Maschinen dieser Reihe Gleichstrom-Widerstandsbremsen erhalten und erhielten bei Beibehaltung der Ordnungsnummer die Bezeichnung 1110.5. Erkennbar sind diese Maschinen an den großen Bremswiderständen auf dem Dach sowie an den Einholmstromabnehmern. Gleich zwei Loks dieser Bauart haben am 22.07.91 die Beförderung eines eigentlich recht kurzen Güterzuges über die Arlbergstrecke übernommen. Wir stehen oberhalb der Strecke zwischen Schnann und Flirsch und blicken der verkehrsroten (und noch mit einer Schürze versehenen) 1110 505 hinterher, wie sie als Schiebe- oder Schlusslok einer weiteren 1110.5 Unterstützung leistet.
Das Tal der Rosanna wird hier sehr eng, und die Hochspannungsleitungen wechseln die Talseite. Warum hier diese sehr auffällige Lackierung der Masten vorgenommen wurde, entzieht sich meiner Kenntnis. Ob Flugverkehr dafür verantwortlich ist..?. Scan vom Fuji-100 Kleinbilddia Datum: 22.07.1991 Ort: Schnann [info] Land: Europa: Österreich BR: AT-1110 Fahrzeugeinsteller: ÖBB Kategorie: Bahn und Landschaft Top 3 der Woche: 4 Punkte |
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Der Arlberg-Express geschrieben von: Olli Sydow (1827) am: 25.08.22, 17:01 |
Bild 1010 – Baureihe 1010; passt..;-) Kommen wir zu einer Reihe, welche zusammen mit der Reihe 1110 jahrelang eine wichtige Rolle in der Zugförderung der ÖBB gespielt hat. Auf Basis der Reihe 1040/ 1041 zunächst als Schnellzuglokomotive entwickelt, wurde sie alsbald recht vielseitig eingesetzt und kam überwiegend in den mittleren und östlichen Landesteilen der Alpenrepublik zum Einsatz. Die Schwesterbaureihe 1110 unterscheidet sich äußerlich so gut wie gar nicht, weist aber ein anderes Übersetzungsverhältnis auf und verfügt über eine etwas größere Zugkraft zulasten der Höchstgeschwindigkeit.
Von der Baureihe 1010 wurden 20 Exemplare gebaut und waren bis zum Anfang dieses Jahrtausends im Planeinsatz. Diverse Lokomotiven sind erhalten geblieben. Kommen wir zur Galerie: bislang sind nur vier sehr ansprechende Aufnahmen dieser Reihe vorhanden, zeigen jedoch nicht den früheren Einsatz bei den ÖBB. Wenn man sich mit dieser Reihe näher beschäftigt, wird man feststellen, wie unterschiedlich die einzelnen Maschinen in ihrem Outfit waren: je nach Untersuchung und Lackierung gab es Versionen in blutorange oder verkehrsrot und entsprechend mit mehr oder weniger Zierstreifen. Es gab Maschinen mit grauem Rahmen, mit schwarzem, mit einer Lackierung, welche bis zum Rahmen verlief oder aber auch an den Stirnseiten etwas darunter endete. Maschinen mit geradem Frontrahmen oder „Bauch“. Die letztgebauten Maschinen verfügten über etwas breitere Lüfter an einem Lokende. Kurzum: 20 Loks, aber jede sah etwas anders aus. Auf der Arlberg- und Brennerbahn gehörten die Maschinen eher zur Ausnahme; hier sah man vermehrt die stärker motorisierte Variante der Reihe 1110. Aber am 22.07.90 war am Arlberg ein Vorspanndienst vor einer 1044 vor dem fotogenen „Arlberg-Express“ mit seinem Zuglauf von Paris nach Wien erforderlich. Wir sehen hier diesen Zug mit seiner illustren Garnitur aus französischen und österreichischen Wagen, wie er soeben die Rosannabrücke bei Schnann überquert. Eine damals noch eingleisige Streckenführung, zudem noch mit den alten Oberleitungsmasten aus dem Beginn der Elektrifizierung... Scan vom Fuji-100 Kleinbilddia Datum: 22.07.1990 Ort: Schnann [info] Land: Europa: Österreich BR: AT-1010 Fahrzeugeinsteller: ÖBB Kategorie: Bahn und Landschaft Top 3 der Woche: 4 Punkte 1 Kommentar [»] |
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