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Am Gerberhaus in Gustavsburg
geschrieben von: Volker Blees (112) am: 19.02.25, 21:05
Etliche Orte in Deutschland verdanken der Eisenbahn ihre Existenz oder zumindest das Heraustreten aus der Bedeutungslosigkeit eines ländlichen Dorfs. Altenbeken und Bebra, Lehrte und Altenhundem, Bingerbrück und Kirchweyhe sind Beispiele für Siedlungen, die in ihrer heutigen (zum Teil schon wieder geschrumpften) Größe und Bedeutung nicht denkbar wären, wenn sie nicht geographisch günstig am Schnittpunkt verschiedener Bahnlinien oder an betrieblich bedeutsamen Punkten im Bahnnetz lägen.

Zum Reigen dieser Eisenbahnorte zählt im weiteren Sinn auch das hessische Gustavsburg, wiewohl es hier nie einen Bahnknoten, ein Betriebswerk oder sonst bedeutsame Bahnanlagen gab (all das fand und findet sich wenige Kilometer weiter östlich in Bischofsheim). Und das kam so: die Hessische Ludwigsbahn nahm 1858 den Betrieb auf der Strecke Mainz – Darmstadt – Aschaffenburg auf, allerdings mussten die ersten Kilometer vorerst mittels einer Eisenbahnfährverbindung zwischen Mainz und Gustavsburg überwunden werden. Um diese betriebliche Erschwernis zu beseitigen, wurde die Eisengießerei Klett & Comp. 1859 mit dem Bau einer Eisenbahnbrücke beauftragt. Aufgrund der Größe der Aufgabe richtete das Unternehmen in Gustavsburg eine eigene Niederlassung ein. Und der Standort erwies sich als derart günstig, dass die Niederlassung nach Fertigstellung der Mainzer Südbrücke keineswegs wieder eingestampft sondern vielmehr ausgebaut wurde und späterhin als MAN-Werk Gustavsburg zeitweilige mehrere Tausend Arbeitskräfte beschäftigte.

Von der einstigen Stahlbauer-Herrlichkeit ist nur noch wenig übriggeblieben. Zu diesem wenigen zählt das „Gerberhaus“, 1861 als Verwaltungsgebäude erbaut, benannt nach Heinrich Gerber, leitender Ingenieur und Erfinder u.a. des „Gerberträgers“ und gelegen unmittelbar an der Rhein-Main-Bahn. Über Jahrzehnte hinweg war das denkmalgeschützte Gebäude eisenbahnfotografisch kaum umzusetzen, doch der Ersatz des unmittelbar angrenzenden Bahnübergangs durch Unterführungen hat vor einigen Jahren Raum geschaffen, um Fachwerkbau und Bahn gemeinsam in Szene zu setzen.

Am 17. Februar 2025 passiert eine Coradia Continental-Garnitur der Hessischen Landesbahn bei frostigem Sonnenschein das historische Gebäude.

Datum: 17.02.2025 Ort: Gustavsburg [info] Land: Hessen
BR: 440 (Alstom Coradia Continental) Fahrzeugeinsteller: HLB
Kategorie: Zug schräg von vorn
Top 3 der Woche: 3 Punkte
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Südbrücke, Ostufer
geschrieben von: Volker Blees (112) am: 29.08.24, 10:40
Der Westkopf der Mainzer Südbrücke zählt wohl zu den absoluten Motivklassikern der Eisenbahnfotografie in Deutschland. Schon Carl Bellingrodt hat in den 1920er Jahren die 1862 errichteten Tortürme - damals noch Bestandteil der Festung Mainz - als Bildhintergrund einer P8 genutzt, bei der Eisenbahnstiftung finden sich Dutzende von Aufnahmen aus verschiedenen Jahrzehnten und auch in der DSO-Galerie ist der westliche Brückenkopf mehrfach vertreten.

Doch wie (fast) jede Brücke hat auch die Mainzer Südbrücke zwei Seiten. Ihr östlicher Kopf findet allerdings bei Eisenbahnfotografen deutlich weniger Beachtung. Das mag daran liegen, dass das Motiv mangels Tortürmen (die östlichen sind im 2. Weltkrieg zerstört worden) nicht ganz so eindrucksvoll ist. Oder daran, dass man nicht, wie am Westkopf, gemütlich im Stadtpark sitzen kann, sondern sich mit joggenden und radfahrenden Mitmenschen auf dem schmalen Steg drängeln muss. Oder auch einfach daran, dass nur sommers in den frühen Morgenstunden das Licht richtig steht.

Ende August um kurz nach sieben Uhr ist die Sonne schon recht weit gewandert, taucht aber die Szenerie mit einem stinknormalen S8-Langzug in warmes Licht, und auch der einzige Jogger trägt ein zur Lichtstimmung passendes Shirt.

(Bildmanipulationen: ins Fahrwerk der S-Bahn ragendes Brückenbauteil elektronisch abgeflext)

Datum: 23.08.2024 Ort: Gustavsburg [info] Land: Hessen
BR: 430 (S-Bahn) Fahrzeugeinsteller: DB
Kategorie: Bahn und Infrastruktur
Top 3 der Woche: 3 Punkte
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Mainzer Südbrücke
geschrieben von: Kuhi (161) am: 26.05.24, 20:16
Die Mainzer Südbrücke ist eine Eisenbahnbrücke der Bahnstrecke Mainz–Frankfurt, die bei Stromkilometer 496,4 den Rhein überspannt und Mainz in Rheinland-Pfalz mit Gustavsburg in Hessen verbindet.
Nach der Sprengung der alten Südbrücke in den letzten Tagen des zweiten Weltkrieges im März 1945, erflogte zwischen 1948 und 1949 der Wiederaufbau der Südbrücke mit zwei nebeneinander liegenden parallelgurtigen K-Stahlfachwerkträgern, welche über 4 Stromfelder mit Stützweiten von jeweils über 100m führt.
Die aktuelle Bauweise als K-Stahlfachwerk stellt den Eisenbahnfotografen jedoch vor die Herausforderung, die Züge nie frei gestellt innerhalb des Brückenkastens aufnehmen zu können.
Wegen Personalmangels in Ludwigshafen führte der Weg von 412 219 als ICE 119 nach Innsbruck an diesem Tag außerplanmäßig bereits über die Südbrücke, Bischofsheim und die Riedbahn nach Mannheim. Unterhalb des ersten Stromfelds zeigt sich die characteristische Silhouette Mainz mit der katholischen Kirche St. Stephan, dem Dom St. Martin sowie der katholischen Kirche St,. Quintus.

Datum: 23.05.2024 Ort: Gustavsburg [info] Land: Hessen
BR: 412 (ICE4) Fahrzeugeinsteller: DB
Kategorie: Bahn und Infrastruktur
Top 3 der Woche: 1 Punkt
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Mainzer Südbrücke
geschrieben von: SeBB (211) am: 11.12.16, 11:25
Über dem Rhein hängt noch leichter Nebel, als am 10. Dezember 2016 ein IC nach Frankfurt am Main die Mainzer Südbrücke überquert und die Rampe in Richtung des Bahnhofs Gustavsburg hinabrauscht. Eine interessante Perspektive, wie ich finde, für die man aber leider ziemlich auf dem Präsentierteller stehen muss...
[Zwei Fußgänger wurden aus dem Bild entfernt. 85mm · f/8]

Datum: 10.12.2016 Ort: Gustavsburg [info] Land: Hessen
BR: 101 Fahrzeugeinsteller: DB
Kategorie: Zug schräg von vorn
Top 3 der Woche: 1 Punkt
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