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Sonntäglich grüßt das Murmeltier
geschrieben von: Julian en voyage (356) am: 12.02.20, 16:49
Bei einem Blick auf die RailView-Karte fällt schnell auf, dass die Gegend nördlich einer gedachten Linie Reims - Metz, wo das Hügelland der Argonnen ins Ardennenvorland übergeht und sich kleine Städtchen, die ihre großen Zeiten teilweise schon weit hinter sich haben, entlang der Maas aufreihen, bislang weitgehend bahnfotografische Terra incognita zu sein scheint. Ein Umstand, der ja nicht in Stein gemeißelt ist, und den ich hiermit zumindest ansatzweise ändern möchte! ;)

Quer durch diesen vergessenen, aber nicht reizlosen Landstrich, der in zwei Kriegen (1870/71 und im ersten Weltkrieg, allen voran die Schlacht um Verdun) kurzzeitig tragische Bedeutung erlangte, verläuft von Süd nach Nord die einstmals knapp 150 Kilometer lange Bahnstrecke von Lérouville über Verdun nach Pont-Maugis bei Sedan. Stets dem westlichen Ufer der Maas (frz. Meuse) folgend, wurde die Linie 1876 in voller Länge eröffnet und ab 1885 - wie viele Strecken in Ostfrankreich, von denen man sich das heute kaum mehr vorstellen kann - sogar zweigleisig ausgebaut. Bedeutung hatte sie Zeit ihrer Existenz primär für den Güter- und Militärverkehr, sodass der spärliche Personenzugbetrieb bereits 1959 eingestellt wurde. Bis 1998 noch als Strategische Bahn eingestuft, beschränkt sich der Betrieb heute auf zwei eher kurze Abschnitte als Voie unique à trafic restreint (VUTR; eingleisige Strecke mit schwachem Verkehr und einfachster Betriebsform, bspw. ohne Signalisierung) von Pont-Maugis nach Mouzon und von Verdun nach Dugny-sur-Meuse.

Auf ersterem sorgt, wie so oft in Frankreich, der Stahlhersteller ArcelorMittal als letzter Kunde mehrmals die Woche für Güterverkehr auf der Schiene. Dafür wurde im Bahnhof von Mouzon an der alten Ladestraße eine Umschlaghalle für Stahlcoils errichtet, die ab dort auf der "letzten Meile" zur Fertigungsstätte, die - bedingt durch ihre Lage auf einer Flussinsel - keinen eigenen Gleisanschluss besitzt, mit Lastwagen transportiert werden. Während die Bedienung überwiegend zu wenig fotofreundlichen Zeiten am späten Abend erfolgt, gibt es seit Jahren einmal pro Woche eine sehr zuverlässige und gut im Licht fahrende Leistung: Eher ungewöhnlich für solche Strecken am Sonntagvormittag! Also wunderbar für einen Wochenendausflug in die Gegend geeignet. :)

Während als Planlok eigentlich eine DE18 von CFL Cargo vorgesehen ist, sprang am frostigen Morgen des 18. November 2018 die MRCE-schwarze G1206 1276 015 in die Bresche. Vor der hellen Wand einer lokaltypischen Scheune hebt aber auch sie sich ganz gut ab, wie ich finde. Um kurz nach halb elf passierte das Gespann nach dem Richtungswechsel in Sedan als Zug 62567 (Hagondange - Mouzon) das winzige Villers-devant-Mouzon, dessen alte Pfarrkirche in puncto Bausubstanz in keinem Verhältnis zur Größe des Dorfes steht.

PS: Einen weißen Pfahl vor der Lok habe ich digital verschwinden lassen, inklusive seiner Spiegelung in der Maas, versteht sich...;)

Datum: 18.11.2018 Ort: Villers-devant-Mouzon [info] Land: Europa: Frankreich
BR: 271,277 (alle Vossloh-Mittelführerstandsloks) Fahrzeugeinsteller: MRCE
Kategorie: Bahn und Landschaft
Top 3 der Woche: 7 Punkte

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