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Zielgruppe von Museumseisenbahnen

geschrieben von: Regio ZuB

Datum: 23.11.20 09:44

Moin zusammen,

im Jahr 2003 schrieb ich berufsbegleitend meine Diplomarbeit über Marketing bei Museumseisenbahnen und durfte im Rahmen meiner Beobachtungen 27 norddeutschen Museumseisenbahnen näher ansehen und bei Befragungen 205 von 2.533 Fahrgästen (8,1%), die sich an den Startbahnhöfen im jeweiligen Zug befanden, interviewen. In besonderen Oster- oder Nikolauszügen war ich nicht unterwegs. Von allen kontaktierten Vereinen bekam ich übrigens freundliche, zuvorkommende Unterstützung!!!

Zwei Punkte lassen mich etwas nachdenklich werden: Zwei Drittel der Fahrgäste legten zu "ihrer" Museumseisenbahn weniger als 25 km zurück, etwas mehr als 50 % bezeichneten sich nicht als Eisenbahnfreunde. Es sind nämlich oftmals Familien aus der näheren Umgebung unterwegs, die mitunter Stammäste sind. Mehrfach hörte ich von den ehrenamtlichen Zugbegleitern, daß Eisenbahnfreunde kommen, knipsen, meckern, ggf. im Antiquariat was kaufen und wieder nach Hause fahren; von Mitfahren war nicht die Rede. Zwar machen sie einen (kleinen) Anteil aus, aber nur die wenigsten Strecken bzw. Museumsbahnen haben eine überregionale oder gar nationale Anziehungskraft.
Ein unstimmiges Bild bezüglich Region und Fahrzeuge wurde nie bemängelt, stattdessen eine nostalgische Atmosphäre gelobt. Wenn noch ein Buffet- und Fahrradwagen dabei war, war für die meisten Fahrgäste die Welt in Ordnung.

Auf der anderen Seite stehen die Vereine, die unter Mitgliederschwund und sich verändernden Freizeitgewohnheiten leiden und einen teils vielfältigen Fahrzeugpark unterhalten müssen.

Kurz, es bestehen teils große Unterschiede zwischen den Wünschen der Fahrgäste und dem Angebot der Betreiber sowie den Zielkonflikte innerhalb des Vereinsmitglieder über die langfristige Ausrichtung ihrer Museumseisenbahn. Detlef und Sven, von Eurem Standpunkt habt Ihr daher nach meiner unwichtigen Meinung beide irgendwie recht. Zu viele Fahrzeuge in Reserve kosten Geld und Manpower (beides meist Mangelware), während eine nicht unbedingt zusammenpassende Mischung von Fahrzeugen unterschiedlichen Erhaltungszustand abschreckend wirkt.

Ich sehe Corona als Chance, sich seinen regionalen Verein zu suchen und sich vielleicht einzubringen, auch mit zwei linkten Händen gibt es was (es muß ja nicht grade Eisenbahn sein, z.B. auch Tierschutz usw.).

Viel Erfolg!
Holger

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