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OT- Bergbau Antworten

geschrieben von: Joachim Leitsch

Datum: 12.01.16 19:11

Flo1979 schrieb:
-------------------------------------------------------
> Hallo Joachim,
>
> du, Ingmar, Helmut... ist denn heute eine
> Umleitung vom HiFo ins Auslandsforum eingerichtet?
> Freut mich natürlich sehr!

Vertu Dich nicht, gerade HiForisti blicken oft und gerne (weit) über den Tellerrand.... ;)


> Ich versuche mich mal in einer laienhaften
> Erläuterung, ich würde das Material der
> "Abraumzüge" in drei Kategorien einteilen:
> - Asche aus dem Kohlekraftwerk (erkennbar am
> mitlaufenden Caboose, da die Asche noch heiß ist
> und das Rangierpersonal nicht auf den Waggons
> mitfahren kann)

Ok, klar, die Kesselasche wird oft und gerne in Wasserbecken granuliert, aber trotzdem noch danach sehr heiß. Gab es im Pott auch; vgl. hier:

[www.drehscheibe-online.de]

oder hier

[www.drehscheibe-online.de]

> - Grober Abraum, teilweise mit recht großen,
> teilweise auch verwachsenen Kohlestücken, dazu
> Metallreste (dicke Drähte und Gitter)

Das kommt definitiv vom Leseband! Eigentlich sollten die Metallteile auch ausgelesen werden - haben die Jungs am Band mal wieder schlampig gearbeitet... ;)

> - Feinerer Abraum, der aber meist in den Tagebau
> gekippt wurde. Dort wurde das Ganze mittels
> Radladern nochmals durch große Gitter gesiebt. Ein
> Teil wurde per LKW abtransportiert (da angeblich
> sehr kohlehaltig), den Rest hat man einfach in den
> Tagebau geschoben.

Das könnten die Waschberge sein, die in verschiedener Körnung anfallen. Du schreibst allerdings:

> Nass war das Kippgut keinesfalls, allerhöchstens
> etwas feucht. Die Wagen werden in der Zeche und im
> Kraftwerk mit Wasser besprüht, wohl um die
> Feinstaubbelastung etwas geringer zu halten.


Sicher läßt man die ausgewaschenen Berge noch was in Bunkern abtropfen, um nicht allzuviel vom (kostbaren) Waschwasser zu verlieren. Eine - im wahrsten Sinn des Wortes - Ferndiagnose (auch anhand der Bilder) ist hier schwer möglich. Wenn allerdings noch im Tagebau etwas abgesiebt wurde, scheint mir die Trennschärfe der ganzen Anlage sehr schlecht zu sein. Gute Wäschen stellen Produkte mit einer Reinheit > 99 % her, alles andere wären ja üble Verluste.

> Vielleicht kannst du
> mit fachmännischem Blick auf diese (bereits hier
> gezeigten) Fotos was zur Kohlequalität sagen (mir
> als Laien kommt die recht feinkörnig vor):

Ja, in dem Zug mit der gtoßen blauen Diesellok ist typische Feinkohle (0 - 6 mm Korngröße) verladen; interessanterweise hat man noch einen kleinen Kalkstreifen drüberrieseln lassen, um etwaigen Kohlenklau vorzubeugen.

Die Korngröße in dem Bild mit de relaxten Rangierer scheint mir ein wenig heterogen zu sein; ich tippe mal auf eine Körung zwischen Nuß II (55-35 mm)und Nuß III (35-22 mm)

>
> Ja, dem ist wohl so. Die schwarze Pampe war recht
> sauer, jedenfalls trieb es mir nach kürzester Zeit
> immer die Tränen in die Augen, wenn ich mich zum
> Fotografieren auf den Damm legte. Am Rand gab es
> weiße Salzausblühungen.

Ja, das ist normal. Das Begleitgestein (vulgo Berge) ist in der Regel sehr salzhaltig und diese Salze lösen sich dann im Wasser. Das ist - neben der Ansammlung von Kohlenschlamm - auch ein Grund, warum das irgendwann in ein Absetzbecken kommt.


> vermutlich sind im geförderten Gestein/Kohle recht
> viele Schwefelverbindungen (?) enthalten, die mit
> ausgewaschen werden.

Ja, auch lösliche Schwefelvebindungen sammeln sich ebenfalls darin an; allerdings bleibt (je nach Flözqualität) aber auch viel Schwefel in der Kohle - Stichwort: saurer Regen!

Soweit in Kürze ein Paar OT-Einwürfe

Viele Grüße zurück
J.

edit - OMG, diese Tippfühler :facepalm:

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