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[EU 07] - Teil 40: SK - Von Polen nach Kosice und vom Kutschentrabi (m.15 B.)

geschrieben von: Nil

Datum: 20.08.08 00:48

Hallo Welt,

Allgemein Informationen findet ihr hier: [www.bahnpics.com]

Alle Berichte und die ganzen Galerien findet ihr auch auf [www.bahnpics.com]
Falls ihr also ältere Berichte noch anschauen wollt, geht am besten über diese Seite.

Hmmm, wir bewegen uns langsam dem Ende zu. Also es kommen noch 20 Tage hatten aber schon derer 83 .. ja, aber nach nun fast einem Jahr wäre es langsam auch Zeit. ;)

In diesem Teil treffen wir in de Slovakei ein und die ewige plätte des Baltikums hat endlich ein Ende, aber auch die richtige Eisenbahn verlassen wir, den die Spurweite wechselt nach über einem Monat wieder auf 1435mm …

Aber HAAAALT, bevor wir jetzt mit der schönen Slovakei beginnen noch ein Nachtrag aus Litauen - hab ich ganz vergessen beim letzten mal.
Wie wir eines Tages da so auf einer Nebenstrasse gefahren sind sehen wir von hinten ein Trabi, freuen uns darüber und gelangen dann aber ins grübeln. Wie läuft die Kiste, ist da doch nicht etwa? Ohh doch da ist! Ein Pferd vorgespannt. Wir konnten nicht anders und mussten ein Foto von der Kiste machen! Ist aber schon Toll, der Trabi ist richtig für seinen neuen Zweck umgebaut, Achse verschoben und alles mögliche. Wenn Blicke töten könnten würden wir jetzt zwar nicht mehr Leben, aber es ist halt Litauen ;)

http://www.bahnpics.com/nil/.privat/trabi.jpg




Tag 84: Dienstag, 13.08.2007, Sandomierz – Kosice, 374 km

[maps.google.de]

Nach dem gestrige Fasiko in Polen war für uns heute morgen klar, wohin der Weg heute führen sollte. Ab in die Slowakei. Um Polen nicht ganz kampflos aufzugeben, nahmen wir uns vor, noch einige Züge an der „Hauptstrecke“ Krakau – Ukraine zu schiessen, doch daraus wurde leider auch nichts. Wir fuhren in die Gegend von Rzeszow, doch das Wetter raubte uns jede Lust irgendwo an die Strecke zu hocken. So fuhren wir direkt in die Stadt hinein, unter anderem auch um etwas essbares zu suchen, und parkierten in Bahnhofsnähe. Kaum angehalten stand auch schon ein älterer Herr da und nahm uns wenige Zlotys fürs Parkieren ab und steckte uns eine Quittung an die Frontscheibe. Aha, so kann man sich gegen Parkschmarotzer abhelfen ;-). Kurz in den Bahnhof hineingelatscht, auf die Gleise gekuckt und uns an der vorbeifahrenden ET22 mit dem Kistenzug erfreut. Da wir noch genug Lettisches Geld bei uns hatten, welches wir nicht losgeworden sind, gings dann auch noch zum Kontor, eine der vielen privat betriebenen Wechselstuben in kleinen Häuschen, welche man überall in Polen findet. Neben dem Lettischen Papier hatte Nil auch noch Kroatisches Geld mit, welches er auch noch dazulegte. Die Dame hinter der Trese begutachtete das Geld, wies die Lettischen zurück und wechselte die Kroaten. Hää? Warum kein Lettisches Geld? Um noch einige Zlotys fürs essen zu bekommen, wechselte ich noch die wenigen Reste der „Harten Währung“, welche ich treu mitführte. Aus den 10 Schweizerfranken wurden rund 23 Zloty gemacht, was eigentlich für beide reichen sollte. Nun hatten wir wohl zuviel polnisches Geld. Egal. Nach einem Imbiss bei Mac’s reichte unser Kleingeld noch locker für einige Einkäufe im gleich nebenan liegenden Lidl. Mit gefüllten Bäuchen ging es nun weiter, immer in Richtung Süden. Bald schon erreichten wir den Zoll bei Barwinek. Ohne gross anzustehen und ohne jeglichen Problemen passierten wir die Grenze und waren nun in der Slowakei. Hmm.. wirkt irgendwie alles anders hier ;-). Entlang der Strasse waren noch diverse Kriegsdenkmäler in Form von Kanonen oder Panzer auf Betonfundamenten zu finden. Wohl aus tschechoslowakischen Zeiten. Kurz hinter der Grenze war bereits die erste slowakische Ortschaft zu finden. In der Hoffnung auf einen Geldautomaten oder einer Wechselstube steuerten wir den ersten grösseren Einkaufsladen an. Wir fanden ersteres und schon wieder ging die Rechnerei los. Für uns Schweizer praktisch war 1 Franken rund 20 Slowakische Kronen. Nett, fühlt man sich doch mit 200 Franken im Portemonai gleich reich, den umgerechnet waren dies rund 4000 Slowakische Kronen =). Mit dem dicken Portemonai durchkreuzten wir noch den Laden um die örtlichen Preise abzuchecken. Hmm.. alles noch billiger hier. Toll. Mit einer Flasche Flüssiges verliesen wir den Einkaufsladen wieder und fuhren gleich nach Presov. Da der Bahnhof wohl keine eigenen Parkplätze hatte, wurde beim anliegenden Baumarkt geparkt und alibimässig kurz reingeschaut um nach Heringen Ausschau zu halten. Da diese nicht auffindbar bzw. gar nicht im Sortiment waren gings mit einem Eis wieder hinaus zum Bahnhof. Kurzer Perrongück und anschliessendes anstehen in einer langen Schlange vor dem Schalter liess uns auf ein Kursbuch hoffen. 2x weitergeleitet und schlussendlich am Beschwerdeschalter angekommen, wurden wir slowakisch darauf hingewiesen, dass dieses nicht mehr erhältlich sei. Glücklicherweise übersetzte ein anwesender, jüngerer Herr auf Englisch und wir verliessen den Bahnhof ein wenig enttäuscht. Da in Kosice ein Campingplatz zu finden ist, wollten wir heute noch dorthin. So fuhren wir entlang der Hauptstrasse, die Autobahn war aufgrund der fehlenden Vignette tabu, immer südwärts. Um den Tag nicht ganz ohne ein Bild abzuschließen legten wir Kendice einen kleinen Stopp ein. Wir sahen von der Strasse aus einen wartenden Güterzug, welcher hier wahrscheinlich mit dem Regionalzug nach Kosice kreuzen würde. So lichteten wir als erste slowakische Lok eine ziemlich eingesaute 131er ab, eine typische Doppellok. Dies kreuzte hier mit 163 056 welche den Os8773 nach Kosice zog.

http://www.bahnpics.com/nil/Urlaub%2007/Slovakei/07.08.14%20Kosice/DSC_9922k%20copy.jpg

Erstes Bild in der Slovakei, eine Doppellok 131 in Kendice

http://www.bahnpics.com/nil/Urlaub%2007/Slovakei/07.08.14%20Kosice/DSC_9927k%20copy.jpg

163 056 kreuzt mit einem Regio nach Kosice eine 131 in Kendice

. Naja, der Bringer waren diese ersten beiden Fotos ja nicht, doch wenigstens etwas fotografiert ;-). Frohen Mutes fuhren wir nach Kosice, wo direkt der Bahnhof angesteuert wurde. Auch hier war vor jedem Schalter eine riesen Menschenkette zu finden. Mit etwas Geduld waren wir dann an der Reihe und fragten nach dem Kursbuch. Der Herr hinter der Glasscheibe war der Englischen oder gar der Deutschen Sprache nicht mächtig und wir verstanden mit Händen und Füssen, dass das Kursbuch nicht mehr erhältlich sei, da es bald ein neues geben werde. Hä?? Wir wollen aber jetzt eins und kein neues irgendwann. Ein Kursbuch muss doch auffindbar sein. So ging es zum nächsten Schalter, wo einfach keins Verkauft wurde. Aller guten Dinge sind 3.. doch auch der 3. Schalter hatte nichts für uns. Naja, ab zum Beschwerdeschalter. Hier händigte uns die Dame ein Kursbuch aus, wollte dieses jedoch nicht verkaufen. Gratis? Ne, auch nicht, denn Sie wollte es wieder zurück. Wahrscheinlich wollte Sie dieses uns für einige Minuten überlassen um im Bahnhofsinternen Copyshop einige Auszüge zu kopieren. Naja, war auch nicht unsere Idee. Wir bekamen zu verstehen, dass Kursbücher auch beim „International Ticket Office“ erhältlich sind, doch da waren wir ja. Oder nicht? Nein, ganz im Ecken des Bahnhofes Kosice war ein kleines Reisebüro zu finden, welches jedoch mittlerweile schon geschlossen hatte. *nerv*. Naja, morgen früh nochmals probieren!. Ein Blick auf die Abfahrsahnzeiger liess unsere Herzen gleich Höherschlagen. Reger Zugsverkehr! Toll, endlich mal wieder etwas los. Etwas genervt fuhren wir in Richtung Campingplatz, welchen wir nach längerem hin und her fanden. Nicht sehr gut angeschrieben, hatte dieser nur eine Ein- und Ausfahrt zur Autobahn, welche man auch nur in eine Richtung benutzen konnte. Da auch Miethäuschen angeboten wurden, fragten wir nach deren Preis uns waren ziemlich erstaunt wie billig diese waren. 600SKK, das waren ca. 30 Franken pro Nacht. Erfreut, endlich mal wieder in einem richtigen Bett zu schlafen, bezogen wir ein Häuschen und setzten uns mal ans Planen. Irgendwie war die Slowakei noch nichts richtig verplant und wir hatten nicht sehr viel Ahnung wo was nun läuft. Mithilfe des Internationalen Kursbuches und den vielen Notizen, welche ich von einem Kollegen gekriegt habe, entschieden wir uns, morgen etwas in östlicher Richtung mit Breitspureisenbahn und Strecke nach Humene zu unternehmen. Lange in die Nacht hinein gezeichnet und notiert schreit unser Magen jetzt nach Hunger. Also geht’s nun noch ab in Richtung Stadt und anschließend ins Bett. Ob aus unserer Behelfsmäßiger Planerei was wird werden wir morgen sehen.




Tag 85: Mittwoch, 14.08.2007, Kosice – Kosice, 418 km

[maps.google.de]

Noch wie geredert vom letzten Tag, warum eigentlich?, waren um 8:00 die ersten regungen in unserer super Hütte zu vernehmen. Laaangsam wachten wir auf und beäugten mal das Wetter welches draussen so vorherschte, die erwartungen waren gross. Sie wurden aber nur zum Teil erfüllt, gerade so richtung Osten war noch relativ viel Bewölkung in der Luft welche uns den Start in den Tag hätte versauen können. Aber da gab es noch jemand welcher uns mehr als den Tag hätte versauen können, die Tanten im Reisebüro - wenn die uns kein Kursbuch verkaufen wollen. So starteten wir nach dem Frischmachen auf gen Bahnhof bzw. dessen Reisebüro. Nach einer kleinen irrfahrt durch eine Baustelle hindurch (ob die gestern auch schon war? :)) fanden wir den Bahnhof rasch und parkten unser Auto davor, wie auch gestern. Und auch wie gestern "bemerkten" wir aus böswilligkeit den Parkscheinautomaten nicht, kontrolliert schon niemand und wenn schicken die das bestimmt nicht in die Schweiz. Aber gerade als wir den Parkplatz verliessen fuhr da ein Stadtpolizei Auto ran und parkte. Also probieren mit der Busse muss man es ja nicht, als kehrt gemacht und noch gerade vor dem Polizist noch den Automaten erreicht schluckte der 10 SKK und spuckte ein Ticket aus. *phuuu* ;) Nun waren wir befugt für 2h da zu Parken, obwohl wir das so auch nicht beabsichtig haben. Ohne schlange stehen brachten wir im Reisebüro dannn unseren Wunsch an, Kursbuch und davon zwei gerne. Wir wurden verstanden und zwei Kursbücher wurden vor uns auf die Tekte geknallt ... 20 SKK wollte der dann für die Kursbücher haben. Das ist etwa 1 CHF ! *phuu*, ein Vermögen! Was der gute dann aber nicht gemacht hat, uns die änderungsbänder geben welche wir noch gut haben ... leider haben wir die Gutscheine dafür erst zuspät gesehen, aber soo viel wird da nicht neu sein. Im Bahnhof kauften wir uns noch kurz etwas fürs Mittagessen zum mitnehmen und verschwanden dann endlich an die Strecke, die paar Restwolken waren mitlerweile komplett weg vom Himmel und die Sonne brannte schon wieder freundlich vom Himmel. Erstes Ziel war heute mal die Breitspur, den auch in diesem Land gibt es eine Strecke welche vom "Landesinnern" (etwas übertrieben) an die Ukrainische Grenze führt. Die Traktion übernimmt hier aber die Staatsbahn mit eigenen Doppelloks .. sehen schmuck aus. Als erste Stelle wählten wir den Bahnhof von " Vysna Mysla" welche uns von einem bekannten emfohlen wurde. Die Breitspur trifft da auf die Normalspurstrecke, vom Bahnhof aus hat man einen schönen Blick auf eine Kurve der Breitspur wie sie am reindrehen ist. Die Stelle wäre echt nett, nur wann fährt der nächste Zug? Der bedienstete am Bahnhof konnte uns diese Frage nicht beantworten, oder er hat sie nicht verstanden, und lust um einfach mal zu warten hatten wir nicht. Den die Normalspur hätte man im Bahnhof überhaupt nicht mitnehmen können .. da war uns das Risiko zu gross wie in Polen zu warten und nix kommt. Also wählten wir die alternative und fuhren mal zum nächsten Bahnhof wo die Breitspur mitten durch läuft, der FDL da muss doch bescheid wissen. Am Bahnhof von Ruskov (was für ein Name) konnte uns der FDL tatsächlich helfen, er meinte in 10min komme ein Zug auf der Breitspur. 10min *urks*, das reichte nicht um die 5km zur Kurve zurück zu fahren, also mussten wir den Zug da im Bahnhof notschlachten, besonders exlusiv ist das Foto daher nicht geworden.

http://www.bahnpics.com/nil/Urlaub%2007/Slovakei/07.08.15%20Kosice/DSC_9935k%20copy.jpg

125 817 mit einem Güterzug in die Ukraine bei Ruskov

Die Traktion war aber nett, eine altlack vor einer neulack Doppellok dazu im besten Licht. Der Zug kroch derart langsam an uns vorbei das wir uns gesagt haben, den kriegen wir nochmal irgendwo auf der Strecke, chic sollte es ja sein. Eingeholt hatten wir ihn auch schon nach wenigen Kilometern, aber Stellen gab es keine, überhaupt keine welche auf die schnelle hätte besucht werden können. Bis fast an die Ukrainische Grenze fuhren wir die Strecke ab in der Hoffnung noch auf eine Überstelle zu treffen. Dann aber kurz vor Cierna sahen wir neben der Strasse ein paar Loks rumstehen, ein paar Breitspurloks. Ein kleiner Rbf war da in de Landschaft und da drin standen zwei Züge und einer kam gerade an. Damit hatten wir nun nicht gerechnet, wir gingen davon aus, so kriegten wir es auch erzählt, dass da ein paar Züge von der Grenze bis in die Region Kosice rollen, wo die Breitspur endet. Das es da unterwegs noch Stationen gibt welche bedient werden wussten wir nicht. Die Station da liegt an einem grossen Kraftwerk, wohl Kohle .. so sahen die Wagen die da standen wenigstens aus.

http://www.bahnpics.com/nil/Urlaub%2007/Slovakei/07.08.15%20Kosice/DSC_9942k%20copy.jpg

Kurz vor Cierna befindet sich ein Breitspurabstellbahnhof

Nachdem wir noch kurz die Strecke bis zur Grenze erfolglos nach einer Stelle abgesucht hatten gingen wir mal zum Rbf zurück um da immerhin von den abgestellten Loks noch Fotos machen zu können. Wieder gingen wir da zum Weichenwärter, bzw. der Weichenwärterin um zu fragen ob denn der Zug schon durch sei und wann der nächste kommt. Hier war es nun das Verständigungsproblem, sie verstand einfach nicht was wir wollten ... egal was wir angestellt haben ihr das bildlich oder symbolisch zu erklären ;) Auch nach einigem Warten kam dann der Zug nicht, egal, also zogen wir wieder ab, weg von der Breitspur bzw. der Normalspur seit über einem Monat für uns, hin zur "Schmalspur" - diese popligen 1435mm *pha*. In diesem Land gibt es ja ein haufen Dieselstrecke, bedient werden die hauptsächlich von 14m auf 2 Achsen, in einem Wort - Brotbüchsen. Die Verkehren gerne alleine und ab und an sogar mit ein paar Beiwagen, was dann das ganze sehr "pompös" aussehen lässt *grussel*. Nebst den Triebwagen gibt es aber auch noch eine Handvoll Taucherbrillen die ihren dienst im Regiobereich tun, unser Interesse galt natürlich eher diesen Zügen. Als grosse Hilfe habe ich mir den Lokreport noch vor dem Urlaub geholt, da sind die Umläufe von den Brillen drin, was natürlich eine riesige Hilfe darstellt wenn es darum geht wann man wo stehen will. Eben dieser Lokreport sah dann vor das in einiger Zeit ein Brillenzug von Humenee abfahren soll in Richtung Kosice, was eh unsere Richtung war. Im Bahnhof von Strazse lauerten wir dem dann auf, auf der Strecke wo wir ihn eigentlich erlegen wollten fand sich nämlich auf die schnelle keine passende Stelle. Ein Sinobus welcher im Bahnhof stand diente dann kurzerhand noch als "beimotiv" ... es hätte also alles schön gepasst. Auch die Sonne schien, doch eine kleine Furzwolke zog pünktlich als der Zug am einfahren war vor die Sonne und verdeckte diese so lange bis der Zug wieder weg war. Das erste „brillante“ Foto war also fürn Ar***. Als nächstes wollten wir uns mal die paar Kilometer von Strazske nach Humenee geben, da laufen relativ viel Züge und davon auch einige brillante. Der Streckenabschnitt war aber auch nicht so wirklich das was wir uns vorgestellt haben, wir erwarteten Hügel und Berge, es gab aber nur eine Bahn auf einem Damm mit viel Bewuchs davor. Etwas enttäuscht fuhren wir dann gleich durch Humenee durch an die nächste Strecke welche wir uns anschauen wollten. Der KBS 196 nach Stakcin - im Lokreport als "beschauliche Nebenbahn" beschrieben. Und genau das ist die Strecke auch, obwohl auch die nicht in die Berge verläuft sondern sich immer schön im Talboden hält, ist sie relativ fotogen. Das liegt nicht zuletzt an dem eher maroden Unterbau was so richtiges Nebenbahnfeeling aufkommen lässt, dazu kommen hübsche kleine Stationen und natürlich für eine Nebenbahn unabdingbar, Telegrafenleitung. Zeitlich passte es und wir fuhren auf einen Zug nach Humenee zu und suchten uns für diesen eine Stelle welche wir in der nähe des HP Kamenica fanden. Der Zug, 28m auf 4 Achsen kam dann bald schon in rasanter Fahrt gen Humenee geflitzt und fuhr an unseren Objektiven vorbei, dass beste daran, der Beiwagen war chlörig - schön zugesprayt *bäh*.

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Nähe Kamenica rollt eine Büchse und ein Anhänger nach Humenee

Was aber gut ist hier in der Gegend, die Triebwagen kommen alle aus dem Einsatzbestand von Humenee und da gibt es nur 810, die Uhrsprungsform der Triebwagen und hier noch immer im "Orignallack" rot/baige. Nach diesem Zug blieb dann auch nicht wirklich viel Zeit, denn der nächste drängte bereits, er hatte Humenee bereits verlassen und raste bestimmt schon auf uns zu. Rasen ist etwas übertrieben, denn für die 27km Gesamtstrecke benötigt ein Zug eine gute 3/4tel Stunde ;), halt genau so gemächlich wie es sich für eine richtige Nebenbahn gehört. Und die Bahn wird angenommen, alle Züge die wir gesehen haben waren immer sehr gut besetzt .. das ist der Vorteil wohl, wenn man Kunden hat die keine alternative haben. Es näherte sich also der Zug aus Humenee für welchen wir an der "Dorfdurchfahrt" von Bela nachschiessen wollten. Wir waren gegen 13:25 da und der Triebwagen sollte in etwa 15min kommen. Da geschah etwas worüber wir kurz davor noch Witze gerissen hatten, in jedem Dorf hier, oder in den meisten, hängen Lautsprecher rum. Und Punkt genau um 13:30 begann Musik aus den Lautsprechern zu dröhnen, das ganze Dorf wurde beschallt mit Hawaii Urlaubsmusik .. und irgendwann nach einem Lied begann eine Stimme etwas zu plappern worauf dann nochmals zu einem munteren Lied angestimmt wurde, ehe die Lautsprecher wieder verstummten und ruhe war im Dorf. Was war das denn? Ist ja goil! :-D Der Triebwagen kam dann auch kurz danach, bzw. DIE Triebwagen, der Zug war aus zwei Triebwagen und zwei chlörigen Mittelwagen gebildet, ganz schön lange.

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810 065 und eine zweite Büchse mit zwei Beiwagen in der Mitte bei Bela

Wir erlegten den Zug an der Stelle und benutzten ihn als Taxi bis an die Endstation, bis dahin erwischten wir ihn noch zwei mal und dann im Endbahnhof noch mal. Als wir dann um den Triebwagen Rumgelaufen sind im Bahnhof schaut uns ein Lokführer an und fragt uns ob wir Schweizer seihen. Ganz stolz erzählte er dann das er in den Urlaub fährt mit dem FIP in die Schweiz und wohin und blablabla, er hatte freude und wir auch. Als wir dann wieder am Wagen waren um das Tal zu verlassen kam er, gerade auf dem Weg zum Dorfladen bei uns vorbei und fragte noch nach einer Günstigen Übernachtungsmöglichkeit in der Schweiz. Aber achselzuckend versuchten wir uns an etwas zu erinnern, Resultat - gibt es nicht.

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Der Büchsenzug nach Humenee kurz vor der Abfahrt in Stakcin

Wir hatten nun genug von der ewigen im Tal Fahrerei und wollten rauf auf die Hügel, auf BERGE! Dazu eignet sich ab Humenee nur eine einige KBS, die 193 nach Presov, die verläuft durch eine relativ hügelige Landschaft und erklimmt auch mal einen solchen. Ein Brillenzug verliess etwas Zeitgleich mit uns Humenee und fuhr in die Berge gen Presov, den wollten wir natürlich nicht verpassen und beeilten uns. An einem BÜ bei Brekov, kurz hinter Humenee, lauertem wir dem Zug ein erstes mal auf ... doch anstatt die im Lokreport ULP versprochene Brille kam ein 810er samt Beiwagen daher mit einem grinsenden ZUB im Führerstand. Aaaahja! Schöne kacke, aber stimmt .. im Lokreport stand auch noch das mit Triebwageneinbrüchen in den Brillenplänen jederzeit zu rechnen ist - schade!

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Aus Humenee kommend rollte 810 452 bei Brekov an uns vorbei.

Den das sollte der letzte Fotogene Zug auf der Bergstrecke sein für diesen Tag. Aber immer noch waren die Berge unsere Richtung und 28m auf 4 Achsen ist schließlich auch ein Zug. So fuhren wir in die Berge bis zu einem Dorf namens Hanusovce, da in der Gegend ist der spektakulärste Streckenabschnitt der 193 zu bewundern. Drei für eine Nebenbahn richtig grosse Stahlviadukte wurden extra für die Bahn erbaut und zieren die hügelige Landschaft rund um dieses Dorf. Wir erreichten das Dorf etwa 15min vor dem Regio, mussten aber noch von der Strasse zu einer Brücke kommen, was sich als relativ stressig und anstrengend erwies, da die Viadukte recht hoch sind. Am zweiten stellten wir uns dann und kurz danach kam auch schon der Zug, zu unserer Verwunderung war es aber nicht den Zug den wir schon kannten sondern ein Brillenzug mit zwei Wagen.

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Eine Brille mit einem Regio nach Presov bei Hanusovce

So hätten wir nun nicht gedacht, den laut Kursbuch war das ein und derselbe Zug, aber wir wollen uns nicht beschweren, im Gegenteil! Nächster Zug war ein Gegenzug von Presov ebenfalls mit einer Brille und dann noch ein Triebwagen nach Presov. Das ganze in etwa zwei Stunden, also blieb reichlich Zeit für die Züge stellen zu suchen. Als wir dann auf der suche waren fuhr uns noch ein Güterzug in den Rücken *grmbl*, welcher mit zwei 751 bespannt war .. aber der kam eh im Gegenlicht. Genau so wie der Brillenzug, was uns dann dazu veranlasst hat ihn auf dem mittleren Viadukt der drei quer zu schiessen. Wieder war es eine Brille mit nur zwei lumpigen grünen Wagen hinten dran, neigt unterzugehen.

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ZSSK Brille mit einem Os aus Presov bei Hanusovce

Wer jetzt aber glaubt eine Brille mit zwei Wagen gehen unter der hat das nächste Bild noch nicht gesehen ;) Der nächste Zug war dann ein Triebwagenzug, es waren 28m auf 4 Achsen welche wir auf dem Hauptviadukt mit der Stadt dahinter geschossen haben ... die Kisten sieht man nicht. Aber es waren ja nur Triebwagen, also nicht wert darüber eine Träne zu verlieren.

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Das bekannte Viadukt von Hanusovce, wer findet die Büchsen?

Auf der Strecke stand dann eine ganze weile nix mehr an und wir verdufteten dann in Richtung Presov bzw. Kosice. Bevor wir aber unsere Hütte noch erreichten suchten wir an der Tatrabahn im unteren bereich, also bis es in die Berge geht, nach Stellen ab. Fanden aber nix wirkliches und trafen dann beim eindunkeln wieder bei unserer Hütte ein. Erst musste der Hunger gestillt werden im nahen Einkaufscenter und dann zwängten wir uns nochmals in die Stadt. Wir wollten ja noch Nachtbildler machen von den Zügen hier. Gelang aber nicht wirklich, der Bahnhof ist eher minder Fotogen und los war auch nicht mehr der Bär. Es gab dann nur ein Bild von einer CD 151, von einer 363 und 163.

http://www.bahnpics.com/nil/Urlaub%2007/Slovakei/07.08.15%20Kosice/DSC_9998k%20copy.jpg

151 008 der CD mit einem Nachtzug nach Prag im Bahnhof Kosice

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163 124 mit einem Regio und eine Büchse im Bahnhof von Kosice

Fast schon zufrieden gingen wir dann zurück in die Hütte um den Abend noch mit schreiben und Kursbuchstudium zu verbringen. Endlich, das war der erste Tag seit etwa einer Woche der wieder mal gelohnt hat, zwar nicht so wie er hätte lohnen dürfen oder müssen, aber er war nicht schlecht. Gn8





Das war es aber nun schon wieder – ganz schön viel Text ist da zusammen gekommen.
Ich hoffe es hat gefallen, bei Fragen oder Anmerkungen, nur zu!

Jetzt folgt dann vor dem Wochenende wohl noch ein Bericht aus Kroatien (endlich kamen mal paar Züge) und dann bin ich 4 Wochen weg. Es sei mir auch mal etwas Urlaub gegönnt würde ich meinen ;)

Noch eine gute Nacht aus der Schweiz
Nil

Ps. Das Wort "brillant" bzw. "brillante Züge" habe ich nicht selber erfunden sondern (Gott wie ich mich dafür schäme) dem Slowakeiredakteur vom LR geklaut - dem an dieser Stelle das herzlichste Dankeschön vom heutigen Abend überreicht sei. Der Plan war Klasse.

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