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Sag zum Abschied leise Glück auf! (1. Teil mit 11 Bildern)

geschrieben von: Meise

Datum: 26.12.18 15:51

Moin, oder besser Glück auf!

Wie schon vielerorts zu sehen und hören war, markiert das Ende des Jahres 2018 das Ende des Steinkohlenbergbaus in Deutschland. Mit dem Bergbau verschwanden die Werkbahnen, für die es im Umfeld der Bergwerke viel Arbeit gab. Das ist Grund genug, in die eigene Bildersammlung zu schauen und sich die Begegnungen mit diesen Bahnen in Erinnerung zu rufen. Hier im Forum gibt es zahllose Beiträge zu diesem Thema. Oft spielt dabei der Dampfbetrieb eine Rolle, eine Zeit die lange vor meiner Fotozeit lag. Trotzdem zeige ich mal das, was sich in meiner Sammlung befindet. Allerdings muss man bei den Fotos feststellen, dass Bergbau und Sonne scheinbar nicht so recht zueinander passten…

Der Zugang zum Thema war Ende der achtziger Jahre nicht ganz einfach und entsprechend sind Bilder rar. Die Informationslage, die etwas schwierige Zugänglichkeit und die räumliche Distanz ließen die Bergbaubahnen nicht zum Schwerpunkt meiner Aktivitäten werden. Es waren eher Stippvisiten, aber es ist eben auch so, dass es damals noch viele andere Bahnen zu entdecken gab, die heute ebenso vergangen sind.

Der Eindruck, der sich bei mir festgesetzt hat, insbesondere von den Bahnen der BAG Lippe und der sich sukzessive daraus entwickelnden RBH, war alles andere als der eines altertümlichen Betriebes. Vielmehr setzte sich das Bild eines modernen und innovativen Betriebes fest. Das äußerte sich natürlich im Lokpark mit hochmodernen E- und Dieselloks mit Drehstromantrieb, aber auch in Techniken wie Funkfernsteuerungen und den angewandten Betriebsverfahren. Hinter den Kulissen war man in vielen Arbeitsgruppen präsent, aber diese Einblicke hatte ich zu der Zeit noch nicht.

18.07.1990

Der erste Kontakt ergab sich beim Tramper-Ticket im Sommer 1990. Bis dahin kannte ich einen Artikel aus der Lokrundschau über die ZuH und im Eisenbahn-Magazin gab es etwas zu den damals neuen DE 1003. Wirklich einzuordnen war das für mich noch nicht, aber es hatte die Neugierde geweckt. Und Gladbeck Talstraße schien ein geeigneter Ort für einen ersten Blick zu sein, denn Werkstattstandorte waren immer irgendwie interessant und in deren Umfeld erschien es zumindest wahrscheinlich, dass es etwas zu sehen geben könnte. In diesem Sommer hatte ich die Möglichkeit, im Dunstkreis des Ruhrgebiets einige Übernachtungen einzulegen und so war ein Abstecher zur Talstraße Bestandteil des Programms.

http://www.g-meisner.de/dso/hifo/1990-rag/19900718_ne01361.jpg
Das erste vorzeigbare Bild am Bahnübergang Talstraße entstand von dem Schwerkleinwagen 734 mit dem Anhänger 47304.

http://www.g-meisner.de/dso/hifo/1990-rag/19900718_ne01362.jpg
Das Ergebnis war natürlich steigerungsfähig und die Steigerung kam schon bald in Form der E-Lok 263. Viel anfangen konnte ich mit dem eigenartigen Gefährt damals nicht. Im Nachhinein verkörpert auch sie den Reiz dieser Bahn, einerseits ein exotischer Typ, andererseits 1983 auf Drehstromantrieb und damit modernste Technik umgebaut. 1993 war es mit diesen Loks vorbei und alle fünf gingen in den Schrott.

http://www.g-meisner.de/dso/hifo/1990-rag/19900718_ne01364.jpg
Loks von LHB gehörten sicher nicht zum Alltag auf deutschen Gleisen und hier gab es gleich die nächste vor der Linse: Lok 463 kam ebenfalls von der Ewald-Kohle AG zur Ruhrkohle AG. Für sie war noch im gleichen Jahr Feierabend.

http://www.g-meisner.de/dso/hifo/1990-rag/19900718_ne01365.jpg
Fast enttäuschend klein war die Lok 326. Sie dürfte jeder kennen, der mal in Gladbeck war, verdiente sie sich doch ihren Diesel als Hofhund der Werkstatt.

http://www.g-meisner.de/dso/hifo/1990-rag/19900718_ne01367.jpg
Deutlich interessanter war dann wieder diese Maschine, die 015, eine der damals modernen E-Loks von Henschel und BBC. Im Hintergrund sind die bekannten Werkstätten zu sehen, die damals schon sehr verlockend schienen, aber unerreichbar fern lagen.

http://www.g-meisner.de/dso/hifo/1990-rag/19900718_ne01368.jpg
Zumindest ansatzweise erreichbar war die Denkmallok PÖRTINGSSIEPEN VI, die als Denkmal auf dem Hof der Werkstatt stand. Der Pförtner erlaubte damals diesen kurzen Einblick ins Gelände.

http://www.g-meisner.de/dso/hifo/1990-rag/19900718_ne01369.jpg
Und als letztes brauchbares Bild vom ersten Besuch gibt es dieses der damals zwei Jahre alten Lok 662, ein Exemplar des ebenso modernen wie speziellen Typs MaK DE 1003.

09.07.1991

So interessant die Loks waren, so schwierig erschien mir das Herankommen. So kam, es, dass der nächste wirkliche Kontakt diverse Jahre auf sich warten ließ, zumal es viele andere Dinge zu entdecken gab. Anders war das in Moers. Nach dem ersten Besuch im Sommer 1989 wurde die dortige Niederlassung von MaK zu einem über viele Jahre regelmäßig angesteuerten Ziel. Dort gab es immer interessante Loks zu entdecken und das Entdecken war dank der freundlichen Mitarbeiter auch immer möglich. Die Aktivitäten der Ruhrkohle AG waren damals noch in die verschiedenen BAG unterteilt, die jeweils für sich recht selbständig arbeiteten. Für die schwere Instandhaltung ihrer Loks nutzte die BAG Niederrhein nicht die Werkstatt der Kollegen auf der anderen Seite des Rheins, sondern war treuer Kunde in Moers.

http://www.g-meisner.de/dso/hifo/1990-rag/19910709_ne02114.jpg
Und so war es fast zwangsläufig, dass es in Moers auch Begegnungen mit Lokomotiven des Steinkohlebergbaus gab. Bei diesem Besuch stand in der Halle unter anderem die V 132 der BAG Niederrhein.

http://www.g-meisner.de/dso/hifo/1990-rag/19910709_ne02121.jpg
Das Umfeld der Werkstatt in Moers war immer auch Lagerplatz von Lokhändlern, insbesondere von OnRail. Sie sorgten für weitere interessante Loks, oft auch aus dem Bergbau. In diesem Fall war es der Exot 331, eine von drei Loks des Typs LHB 180 B, die ebenfalls über die Ewald-Kohle AG zur RAG gekommen waren.

28.10.1993

Bei einem Besuch im Oktober 1993 gab es zwei weitere vorzeigbare Bilder zum Thema, aber keine wirklichen Neuigkeiten.

http://www.g-meisner.de/dso/hifo/1990-rag/19931028_ne04502.jpg
Die beiden 1990 an OnRail verkauften kleinen LHB waren noch immer vorhanden, hier die 332.

http://www.g-meisner.de/dso/hifo/1990-rag/19931028_ne04505.jpg
Die 331 hat in der Zwischenzeit sogar Neulack bekommen. Viel genützt hat es ihr am Ende aber auch nicht…

Dies war der erste Teil mit den ersten zaghaften Blicken auf das Thema. Aber das Thema ist noch lange nicht vorbei und im nächsten Teil werden die Einblicke dann auch etwas intensiver.

Und zum Schluss noch die Links zu den Lebensläufen der gezeigten Loks in der Lok-Datenbank:

015 Henschel 32777 / 1984 / E 1200
V 132 Henschel 31187 / 1966 / DHG 500 C
263 LHB 3120 / 1964 / ES 500
326 Henschel 31088 / 1967 / DHG 160 B
331 LHB 3148 / 1967 / 180 B
332 LHB 3149 / 1967 / 180 B
463 LHB 3086 / 1964 / 375 C
662 MaK 1000844 / 1988 / DE 1003
PÖRTINGSSIEPEN VI Henschel 20142 / 1923 / Bismarck

Viele Grüße
Gunnar

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