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Re: Bahn zum Luftwaffenfliegerhorst Malmsheim (m.14 B.)

geschrieben von: Jo Schmidt

Datum: 26.03.09 21:59

An die Eisenbahnfreunde,

erst jetzt habe ich den Beitrag und die Diskussion zur Stichbahn zum Malmsheimer Flugplatz gelesen.
Einige Anmerkungen dazu kann ich mir trotz der Verspätung nicht verkneifen. Ich bin Anwohner seit Kindesbeinen (Jg 61)und Flugzeugfreund, meine Hauptquellen sind das Buch über die Geschichte Renningens aus 1992 sowie die Ausstellung im Heimatmuseum Malmsheim 1997.
Der Flugplatz wurde 1937 gebaut. Die Bahn entstand sicher auch in diesem Jahr und wurde wohl auch für die Bauarbeiten genutzt. Auch die befestigte Piste entstand schon vor dem Krieg.
Die Gleise endeten nicht nördlich der heutigen Segelfliegerhalle, den Zaun und das Bundeswehrdepot gab es ja nicht, sondern liefen in einem Bogen vor der Horstkommandantur (große alte Gebäude innerhalb des heutigen Zauns) parallel zum "Flugplatzszräßle" nach Osten und dann wieder im Bogen am Waldrand entlang nach Südosten bis zur Ecke des Waldes, im Prinzip also zu drei Viertel um den ganzen Platz. Eine Rangierstelle mit drei Gleisen parallel und den entsprechenden Weichen ist auf der Südseite des Platzes eingezeichnet, etwa dort wo heute die Nord-Süd-Straße mit Kreisverkehr in die Nordrandstraße mündet. Kurze Nebengleise gab es ebenso im Bereich der Horstkommandantur und am Ende der Strecke.
Die Gleise müssen zumindest in einigen Bereichen so verlegt gewesen sein, dass Flugzeuge wie kippelige me 109 ohne Probleme darüber rollen konnten. Die Abstellbereiche der Maschinen lagen im angrenzenden Wald und sie mussten zum Start die Bahnlinie überqueren. Das geschah durchaus auch aus eigener Kraft.
Die paar wenigen Jäger waren von Oktober 1944 bis März 1945 immerhin eine Gruppe eines Jagdgeschwaders (II./JG53) mit drei bis vier Staffeln à 16 Me 109 G-14. Die haben allerdings niemals Kerosin gebraucht, sondern Flugbenzin, das eventuell direkt aus den Bahnkesselwagen getankt werden konnte.
Zutreffend wird darauf hingewiesen, dass nach dem Krieg das Gleis für die Ankunft Heimatvertriebener und entlassener Kriegsgefangener genutzt wurde. Diese Nutzung endete aber noch in den 40er Jahren. In den 60er Jahren oder gar noch später fuhr sicher kein Zug mehr. Einen Zeitpunkt, wann der Endteil der Strecke entfernt wurde, kann ich nicht nennen.

Jo

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