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Re: "Ausgabe Ost" erschienen

geschrieben von: Trittbrettfahrer

Datum: 13.11.20 18:19

Zitat:
Es entspricht nicht nur dem damaligen Denken, sondern auch der damaligen Realität. Und der EK-Verlag wird das so lange weiterbetreiben, wie sie mit zwei Heften pro Jahr mehr verdienen als mit einem.
Das mag ja durchaus sein (und ist es ja leider oft genug noch bis heute, 30 Jahre später...), entspricht allerdings in keinster Weise den eisenbahnhistorischen bzw. chronologischen Fakten! Der eigentliche Einigungsprozess beider Staatsbahnen - wobei man an dieser Stelle anmerken muss, dass eine baldige "Privatisierung" der Bundesbahn völlig unabhänig von Mauerfall und Wiedervereinigung ja schon seit "Birnes" Amtsantritt 1982 immer konkreter wurde - setzte bereits unmittelbar nach der Einigung mit den nötigen rechtlichen und technischen Abstimmungsprozessen für eine reibungslose Zusammenführung beider Bahngesellschaften ein. Ab 1991 wuden die Fahrzeuge dann völlig frei austauschbar, was zu einer bislang in Deutschland letztmaligen "Explosion der Vielfalt" auf der Schiene führte, da nun viele DR-Fahrzeuge - oft schon direkt aus den nun einbrechenden Bestellungen von der DR herausgelöst und gleich an die seinerzeit fahrzeugseitig mangelhaft ausgestattete DB überstellt (auch wenn noch "DR" draufstand...) - im "Westen" und DB-Fahrzeuge im "Osten" auftauchten. Schon ab dem 1.1.1992 war die organisatorische Vereinigung beider deutscher Bahnen abgeschlossen, fortan trat man für die nächsten zwei Jahre auch stets gemeinsam als "DR - DB - Unternehmen Zukunft - die deutschen Bahnen" in der Öffentlichkeit auf. Spätestens die Gründung der DB AG ab dem 1.1.1994 und die in den folgenden Jahren endgültig eingetretenen Restrukturierungsprozessen in der allgemeinen Bahnorganisation (z.B. Auflösung aller Bundesbahn- und Reichsbahn-Dirketionen, Aufteilung dieser Strukturen in Geschäftsbereiche, Regionaliseriung des SPNV, usw.) betrafen die ehemalige DB genauso wie die ehemalige DR.....

Sicher blieben noch einige Besonderheiten fortbestehen, etwa die beiden Signalvorschriften. Das ist aber auch logisch, denn hier war eine baldige Vereinheitlichung der Signalbegriffe- und bauformen in absehbarer Zeit auch eher unwahrscheinlich. Bekanntlich ist dieser Prozess bis heute nicht abgeschlossen... Auch klar, dass einige im Westen bereits kontinuierlich geschehenen Negativ-Entwicklungen, etwa das Nebenstreckensterben oder die Abwanderung eines Großteils des Güterverkehrs auf die Straße, nun im "Beitrittsgebiet" leider in Rekordtempo "nachgeholt" wurden - aber auch hier halte ich die ganzheitliche Betrachtung dennoch für sinnvoller, als dies als reines "Ost-Phänomen" zu behandeln. Denn viele andere Prozesse jener Jahre, etwa die bei beiden Bahngesellschaften durchlagenden Strukturwandelprozesse hinsichtlich der Fahrzeugbeheimatung- und Instandhaltung, also die Schließung vieler AW's und Bw's, oder die Aufkündigung des "traditionellen" Wagenladungs-Güterverkehrs samt der benötigten Anschlussgleise, sind eher eine Folge der Bahnreform selbst und des technologisch-verkehrlichen Wandels und erschließen sich nicht über einen "Scheuklappenblick" nur auf einen Teilaspekt, so wie es die EK-Specials machen. Daher hätte spätestens mit der Ausgabe für das Jahr 1994 eine Vereinigung dieser Heftreihe erfolgen müssen, evtl. ja ein wenig "dicker" im Umfang. Nun nimmt man zwar den Umsatz beider Zielgruppen sorglos mit, leitet aber einen für die neutrale Betrachtung der deutschen Eisenbahngeschichte eher ungesunden "fortbestehenden Teilungsprozess" ein, der den historischen Tatsachen nicht gerecht werden kannn und somit unter Umständen gar einen Beitrag zur Geschichtsklitterung leistet!

Grüße, Trittbrettfahrer

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