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Re: [H] E-Wagen etc., Abstellungen in den 60er Jahren

geschrieben von: Tw336

Datum: 08.06.21 22:12

Hallo

Die Fahrgastzahlen erreichten 1956 ein Nachkriegs-Hoch und sanken dann kontinuierlich bis 1969.

Die Ausdünnung von 12 auf 15-Minuten-Takt auf den Stadtlinien Straßenbahn betraf nur die Zeiten außerhalb der Spitzen und die Wochenenden tagsüber.
Der Maximal-Wagenbedarf sank dadurch nicht.

In den 60er-Jahren gab es in Westdeutschland akuten Personalmangel, weshalb der Umbau auf Einmannbetrieb bei vielen VB absoluten Vorrang hatte.

Das Problem, dass mehrere Serien gleichzeitig umgebaut wurden, löste man ja gerade durch den Einsatz von 1302 - 1306 hinter Gelenkwagen.

Zur 17 u. 18: Bis 1969 gab es sogar zwei "Zuggruppen" E19.
Einer bis Berliner Platz, die in etwa der späteren 17 entsprach.
Und eine bis Vahrenwald, Btf. mit eingeschränkteren Betriebszeiten und evtl. nur in den Wintermonaten.

Der Mehrbedarf betrug also nur den Abschnitt Vahrenwald - Vahrenheide und natürlich mehr Personalstunden und Fahrzeug-Kilometer.

Im Fahrplan 1960 endete die 9 früh noch am Btf. List und hatte früh nur drei Fahrten nach Empelde.
1962 wurden die 5 und 16 nach Stöcken/VW verlängert.
Das brachte jeweils etwas Mehrbedarf.

Bis etwa 1966/67/68 gab es noch einige E-Wagen auf kürzeren Strecken, mir bekannt neben o. g. nach Vahrenwald sind Fahrten zur Schaumburgstraße, Chamissostraße und zur Engesohde. Überwiegend mit Solo-Zweiachsern.

Diese wurden m. W. dann ersatzlos eingestellt.


Abstellung Holzwagen.
Letzte Wagen aus den Serien bis Bj. 1921 im PV war Tw 144 im April 1960.
Letzter Tw aus der Reihe 11 - 70 im PV war Tw 58 im Jahr 1964.

Die Holz-Bw wurden m. W. bis 1963 sämtlich verschrottet (einer evtl. erst 1964).

Die Credé-Tw 228 - 231 u. Bw 1042, 44 - 46 wurden schon 1958/59 abgestellt, Bw 1043 erst 1961 als letzter.
Die standen danach noch jahrelang ohne Einsatz herum.

Das alles wurde somit direkt durch Breitraum- und Gelenkzüge ersetzt.


Bw 1047 - 1056 (Elze, "Berliner Bw") wurden 1964 - 1966 abgestellt.

Von den Holz-Tw fuhren 1964/65 und evtl. tlw 1966 nur noch Tw 105, 119, 120, 130, 132 u. 134, die sonst als Rangierwagen dienten und dann in 827 - 830, 825 u. 826 umnummeriert wurden. In der Regel solo als E-Wagen.
Ob es 1966 noch solche Einsätze gab, wüsste ich auch gerne.

Bw 1511 wurde bis 1963 eingesetzt, 1513 u. 1512 bis 1967 (Uerdingen, 4x ex Li. 11).

Die generell vorhandene Messe-Reserve wurde ja schon erwähnt.

Anscheinend wurde die tatsächlich über die Jahre langsam abgeschmolzen (v. a. Bw), denn 1971 mussten ja schon die ersten Elze-Bw den Dienst quittieren (1101, 1102, 1106, 1107, 1972: 1103, 1104, 1108 - 1110) und der Rest der Serie wurde ab 1970 oder 1971 überwiegend nur noch während der Messe eingesetzt. Zu anderen Zeiten nur noch vereinzelt welche mit höheren Nummern.

Offenbar wurde bei den Zweiachsern die Behängung reduziert.

Mir sind auch aus der Zeit ab etwa 1968/1970 nur wenig Bilder mit Dreiwagenzügen außerhalb des Messeverkehres bekannt.


Bei den Tw war hingegen der Bestand in der Zeit zw. 1962 u. 1975 recht stabil (von den o. e. sechs Holzwagen und den KSW 232 - 235, die infolge des Unfalles vom 5.5.1967 auschieden, mal abgesehen).
Und 1969 bis 1972 wurde ja in die Stahl- und die verbliebenen Credé-Tw ja auch noch recht viel investiert.

Interessant ist in dem Zusamnmenhang auch, wann nach dem U-Bahn-Beschluss der Stadt von 1965 durch die Stadt, der Entschluss fiel bis zu deren Fertigstellung (dann als Stadtbahn) keine neuen Straßenbahnwagen mehr zu kaufen.
Ich kann mir vorstellen, dass ohne dieses um 1970/72 ein paar zusätzliche Gelenkwagen gekommen wären und die aufwändige Neubeblechung an den Credé-Tw und zumindest für ein Teil der KSW-Bw eingespart worden wäre.
So musste ja auch die Verlängerung der 1 in Laatzen (1973) aus dem Bestand mit abgedeckt werden.

Die Stahlwagen waren so grundsolide, da waren nur die Einfassungen der Scheiben an einigen Wagen durch gegammelt, die hätte man wohl behalten.

Konnte man auch gut an den Verfalls-Erscheinungen während der langen Freiluft-Abstellung in Wehmingen erkennen.
Die Stahlwagen hielten sich wesentlich besser als alle anderen Bauarten incl. Großraumwagen.


Der Ersatz eines Breitraumzuges durch ein Zweiachs-Zweiwagenzug (oder umgekehrt) war übrigens bis 1974 recht einfach, da es so lange auch noch Breitraum-Bw mit Schaffner gab (zuletzt Li. 5 u. 14).

Gruß

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