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[DO] N8: Sie sind weg – dritter Akt oder: das Finale (16 Fotos)

geschrieben von: Frank St.

Datum: 30.12.11 22:16

Dieser Beitrag setzt schon weit im Osten ein, denn hier sind wir bereits auf dem Wambeler Hellweg an der Haltestelle Juchostraße, benannt nach einer weitbekannten alten Dortmunder Stahl- und Brückenbaufirma, die u.a. in zwei (!) Jahren die Rendsburger Hochbrücke erbaut hat.
Der stadtwärts fahrende 151 befindet sich noch auf der Trasse der Landkreisstrecke Unna Bf-Körne, mit der die Straßenbahngeschichte in den heutigen östlichen Vororten Dortmunds 1906 begann.

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Einige schöne Abschnitte der Ost-West-Strecke liegen im benachbarten Ortsteil Brackel, wo die Kombination aus 115 und 137 die Hst. Oberndorfstr. erreicht hat. Zu dieser Zeit an einem Vormittag im Mai 2008 ist es verhältnismäßig verkehrsruhig, im Zweifelsfall sichert eine Vorschaltampel ein autofernes Motiv.

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Diese Stelle gibt es direkt aus der Gegenrichtung auch in rot mit den Wagen 127 und 118. Hier hat man einen schönen Blick auf einige Häuser, die etwa aus der Eröffnungszeit der Straßenbahn stammen.

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Hier trifft alt auf neu, die Ablösung ist bereits teilweise im Einsatz und begegnet dem Zugverband aus den Wagen 137 und 115.

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Während einer der vielen Schneeperioden im Dezember 2010 nehmen hier 149 und 146 die letzten Meter von der Hst. Verwaltungsstelle Brackel bis zur Wendeschleife in Angriff.

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Sehenswert, auch heute noch nach einem Totalumbau des Gleiskörpers und eines Teils der Straßenführung, ist die Ortsdurchfahrt in Asseln. An der Haltestelle Am Hagedorn ist alles noch beim Alten, so wie es in dem zweiten der historischen Beiträge [www.drehscheibe-foren.de] zu sehen war. Der Gasthof, jetzt anders genutzt, und die gesamte Straßen- und Gleisführung sind noch wie auf dem ersten Foto von 1981 vorhanden, als der 146 Anfang Januar 2007 mit einem unbekannten Rewe-Wagen auf dem Weg nach Dorstfeld ist.

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Nun hat der Umbau auch an dieser Stelle begonnen: Im September 2007 tastet sich 117 mit 141 vorsichtig in den Baustellenbereich hinein. Von nun an muss mit unvermittelt querenden Radlagern, entladenden Lkw und auch manchmal ratlosen Fußgängern gerechnet werden, die nicht immer den rechten Weg durch die Absperrungen fanden.

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Der Gegenschuss sah einen Monat früher so aus: 119 hat gerade die im Hintergrund sichtbare Baustelle passiert. Das hier nur mit Mühe zwei Straßenfahrzeuge und die Straßenbahn aneinander vorbei kamen, ist gut erkennbar. Eine Vielzahl von Rempeleien mit Blechschäden haben sich in der Vergangenheit abgespielt.

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Hier sind wir wieder an die eingangs gesehenen, jetzt ehemaligen Ausweiche „Am Hagedorn“ zurück gekehrt. In einem schon recht späten Bauabschnitt fährt der 132 auf dem später Richtung Stadt führenden Gleis in Richtung Wickede. Wenige Meter weiter wird er die Straßenseite wechseln und dann parallel dem Straßenverkehr seinen Weg fort setzen, März 2008.

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Manchmal muss man die Straßenbahn etwas beiseite lassen, um auch andere unauffällige, aber sehenswerte Motive wie dem Backsteinhaus rechts ins rechte Bild zu rücken (von dem leicht angegammelten Golf II will ich mal nicht so laut reden, obwohl er fast das Alter des N8 haben könnte). Neben den Asselner Baumaßnahmen wurden im Osten auch die Fahrleitungsanlagen modernisiert, wie man hier sehen kann. Noch tragen die Betonmasten die Last, aber nicht mehr lange. Der Wagen 143 zieht in seinem Schlepp den Museumswagen 279 hinter sich her, der an diesem Tag noch einmal - und wohl auch zum letzten Mal - auf privater Initiative nach Wickede kam.

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Auch dieses Motiv galt eher dem schönen, teilweise gefliesten Gebäude an der Hst. Bockumweg als dem N8 Nr. 146. Ähnlich wie die Kampstraßen-Aufnahme von neulich ging dieses Motiv auch erst gegen Abend. Leider wurden zu jener Zeit, kurz vor dem N8-Abschied in Wickede im August 2009, langwierig Bauarbeiten an den Wasserleitungen durchgeführt, die für einige unschöne Bauzäune im Motiv sorgten. Neben der Bahn sieht man bereits die Podeste für den ebenerdigen Ein- und Ausstieg an der in Fahrtrichtung ersten Tür des Nachfolgers NGT8 Bombardier Flexity, eine intelligente Lösung, um einen hier nicht ausführbaren durchgehenden Bahnsteig zu vermeiden. Im eingleisigen Abschnitt sind sie natürlich doppelt aufgebaut worden.

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Hier sind noch zwei weitere Fotos von diesem Ort (der auch meine persönliche Haltestelle ist): 114 und 141 im April 2008, als von den kommenden Veränderungen nur die bereits umgebaute Fahrleitung zeugt. Wie man sieht, kommt es auch hier auf Straße auf jeden Zentimeter an, die Asselner Lösung stünde auch uns Wickedern gut an.

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Und zum Abschluss noch einmal ein braunes Pärchen, gebildet aus 119 und 115, soeben aus der im Hintergrund zu sehenden Zwischenendstelle „Post“, die hier seit 13 Jahren gar nicht mehr ansässig ist, ausgefahren. Dort hatte sich am vor-vergangenen Sonntag das Malheur mit dem 154 abgespielt.

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So, jetzt nähern wir uns wirklich dem Ende des N8-Einsatzes, denn mehr Gleis und damit Motive folgen seit der Stilllegung des Abschnitts nach Unna 1965 nicht mehr. Nicht alle Tage konnte man an der Endstelle „Wickede S-Bahn“ vier Schienenfahrzeuge gleichzeitig sehen. Die Eisenbahn mit der VRR-S4 kam natürlich regelmäßig mit ins Bild, allerdings ist der einzelne N8 Nr. 119 wegen eines Defekts einige Zeit vorher dort stehen geblieben. Bereits bei der Anfahrt hatte ich deswegen regen Funkverkehr mitgehört und war darum bis dorthin durchgefahren. Der Planverkehr, wie hier 147 und 123, musste solange einige Meter vor der Haltestelle in Richtung Stadtmitte wenden. Da der 119 inzwischen wieder flott war, fuhr er anschließend ohne Fahrgäste bis zum Betriebshof am anderen Ende der Stadt hinter der Doppeltraktion her. Vorgeführt wurde diese kleine Szene im Oktober 2008.
Das links stehende Gebäude mit dem FBL-Schild ist übrigens das Verwaltungsgebäude des 1974 aufgegebenen Betriebshofs Wickede, der direkt dahinter seine Einfahrt hatte. Die Halle und die Freiflächen werden bis heute von einem Lebensmittelmarkt genutzt.

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Und hier kommt im doppelten Sinne der Abschied: Im August 2009 wurde die Strecke nach Wickede auf NGT8 umgestellt. Verschiedene Umbauten an einigen Haltestellen wie die gerade beschriebenen Podeste ließen danach Doppeltraktionsfahrten mit N8 nicht mehr zu, so dass es in der Nacht auf den 15.08.2009 zur finalen N8-Fahrgastfahrt auf dem Streckenabschnitt von hier bis zur Schleife in Brackel kam. Gut besetzt mit Straßenbahnfreunden, darunter auch viele Personale der Stadtwerke, sogar von Autoverfolgern begleitet, verließ der 123 gegen 0:30 Uhr die Haltestelle, um anschließend im Betriebshof Dorstfeld die Schicht zu beenden.

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Viele von unseren N8 sind bereits in Danzig fest im Einsatz, möge es noch lange so bleiben. Noch nie haben Dortmunder Fahrzeuge in einer solchen Stückzahl eine längerfristige Zukunft gehabt, was auch für die gute DUEWAG-Wertarbeit spricht.
Sollten die Danziger eines Tages ihren Flexity-Bestand ausbauen wollen, wüsste ich 47 Fahrzeuge zu benennen, gegen die ich gern die N8 zurück tauschen würde. Nicht zuletzt durch ihre Nachfolger weiß ich zu schätzen, was wir an ihnen hatten.

„C'est fini“, sagt der Franzose,
von mir stattdessen ein westfälisches „Guad gohn“ in Richtung Danzig,

Grüße
Frank

Die beiden vorangegangenen Beiträge:
22.12.11 [DO] N8: Sie sind weg – eine Würdigung in drei Akten (8 Fotos) [www.drehscheibe-foren.de]
26.12.11 [DO] N8: Sie sind weg – der Würdigung zweiter Akt (9 Fotos) [www.drehscheibe-foren.de]

Und zwei Beiträge speziell zu dem erwähnten Malheur vom 18.12.11:
18.12.11: [DO] N8 Nr. 154: Die letzten 500 Meter mit eigener Kraft? (2 Fotos) [www.drehscheibe-foren.de]
20.12.11 [DO] N8 Nr. 154: Unkraut vergeht nicht - er fährt weiter (2 Fotos) [www.drehscheibe-foren.de]
Weitere Links zur früheren Einsatzgeschichte finden sich am Ende von Teil 1.

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