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[BW] Schlechtleister-EVU unter Druck, u.U. Vertragsauflösung (Südkurier Singen)

geschrieben von: bollisee

Datum: 02.02.21 21:24

Über unerträgliche Zustände in Gottmadingen wurde schon mehrfach berichtet.

Was bisher geschah: Die Strecke Schaffhausen-Singen war nach Ausschreibung vom gemeinsamen Betrieb mit Thurbo und DB ganz an die DB übergegangen. Doch hatte die DB sich übernommen und konnte nicht die zugesagten Leistungen erbringen. Dies gipfelte im September 2020 in komplett überfüllten Schülerzügen ab Gottmadingen nach Singen. In Coronazeiten ein NoGo, aber die DB hatte wie immer überhaupt nicht reagiert. Es endete in einem Eklat, wobei Südkurier und der Bürgermeister von Gottmadingen eine erhebliche Rolle spielten. Dadurch kam Bewegung in die Sache. Es ging über das Verkehrsministerium und den Landtag. Die DB sah sich genötigt, auf eigene Kosten einen weiteren Triebwagen bereitzustellen, ein Anzeichen, dass die K... am Dampfen war? Ja, jetzt gibt es vier Monate später ein neues Kapitel.

Der Südkurier berichtet den neuesten Stand*: Dass die DB hier als Schlechtleister "die Geduld (in Stuttgart) überstrapziert hat", war bislang der Stand vom Gottmadinger Bürgermeister. Dem sprang jetzt der Landtagsabgeordnete der FDP (man höre und staune) bei und reichte Zahlen einer kleinen Anfrage an das Verkehrsministerium bei über die ausgefallenen Züge und geschwächten Doppeltraktionen. Über die Höhe Pönale streiten sich Land und Bahn noch. Aber richtig aufhorchen lässt die Aussage von Uwe Lahl: "Das Verkehrsministerium und die DB Regio AG suchen nach Wegen für eine alternative Erbringung der Verkehrsleistung durch ein anderes Eisenbahnverkehrsunternehmen und gegebenenfalls Neuausschreibung des Netzes, auch die Reduktion der Vertragslaufzeit steht hier zur Diskussion."


Meine unerhebliche Meinung dazu: Ein wesentlich schlechteres Zeugnis in verschwurbeltem Beamtendipolmatisch kann man wohl kaum ausstellen. Eigentlich sehr peinlich für die DB, die im Landkreis wegen Schlechtleistung genaugenommen schon seit Jahrzehnten Verkehrsleistungen abhanden kommen. 1994 wurde der Seehas mit Freuden begrüßt, weil man der Silberlinge mit Knallfröschen leid war, das heutige Seehäsle hatte die DB gleich selbst aufgegeben, Vor kurzem wurde die Gürtelbahn nach Friedrichshafen weitgehend verlustig für die DB, wo die ungepflegten 650er nur noch Ausfälle waren. Jetzt kracht es im Gebälk nach Schaffhausen, das wäre Folge 4. Hinzu kommt, die Schwarzwaldbahn befindet sich gerade auf einem hoffnungslosen Abstieg in der Qualität, zu allem Überfluss wird sie dieses Jahr ohnehin fast gar nicht mehr fahren. Am Hochrhein wird der IRE der flügellahmen DB angepasst, damit auch lahme und behinderte Züge den bislang ambitionierten Fahrplan künftig fahren können. Und die Gäubahn endet bald im Nirvana vor den Toren Stuttgarts. Ich habe den Eindruck, dieser Artikel wird nicht der letzte Prügel sein, den die DB am westlichen Bodensee einstecken muss. Da fragt man sich schon, hat dieses EVU ganz aufgegeben oder können wir irgendwann in dieser Dekade endlich wieder mit einer ambitionierten DB rechnen? Es wäre schon längstens 5 vor 12... Und hat man in Stuttgart so gar keinen Respekt vor einer bisweilen recht aufmüpfigen Region, nicht einmal im Wahljahr? Das wird dort noch ein spannendes Jahr in Sachen Bahn...

* Ein Artikel am Tag ohne Zugangsbeschränkung.

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