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Re: Kübler übernimmt DAHER

geschrieben von: Käfermicha

Datum: 16.11.20 12:24

MrEnglish schrieb:
TomyN schrieb:
Und diese Verkäufe mussten getätigt werden, dass waren politische Vorgaben.
Interessant, welche Vorgaben waren das denn genau, und warum gab es die?
Es ging um die Entflechtung. Historisch gewachsen waren die Energiekonzerne so aufgestellt dass sie auf der gesamten Wertschöpfungskette verdient haben. Als Beispiel RWE

1. Tagebau (Rheinbraun) - verkaufen die Kohle, überwiegend allerdings an RWE, aber auch an Dritte, ferner kohlenahe Produkte.
2. Kraftwerke: Verkaufen den Strom an der Strombörse. Früher ein Milliardengeschäft.
3. Übertragungsnetze (die verkauft werden mussten): Die Übertragungsnetzbetreiber steuern die Netzstabilität. Sie fordern kurzfristig schnell regelbare Kraftwerke an oder schalten diese ab, damit der Strom immer bei 50 Herz bleibt. Hiervon gibt es 4 in Deutschland (Amprion - ex RWE, Tennet ex E.ON, TransnetBW ex EnbH, 50 Hz ex Vattenfall). Diese wurden verkauft aufgrund regulatorischer Vorgaben.
4. Verteilnetze: Die transportieren den Strom vom Übergabepunkt des 380kV Höchstspannungsnetzes zu den Stadtwerken und Verbrauchern. Bespiel die Westnetz (früher RWE, dann innogy, jetzt E.ON).
Darunter dann meist noch die örtlichen Netze die bis ins Haus gehen.

Dann noch Stromhandel an der Börse, sowie das Endkundengeschäft.

Zum Endkundengeschäft:

Ein Stromanbieter wie z.B. RWE, der Dir Strom liefert, muss alle diese einzelnen Bestandteile bezahlen. Er kauft zum Beispiel in Norwegen Ökostrom ein, der in Norwegen eingespeist wird, und "virtuell" von seinen Kunden in gleicher Höhe verbraucht wird (das nennt man Bilanzkreis - man muss immer so viel einspeisen und einkaufen wie man verbraucht - für Privathaushalte wird das aber nicht individuell ermittelt, sondern statistisch angenommen mit dem sogenannten Standardlastprofil - das ist ein Durchschnittshaushaltskunde - wenn man davon dann 50.000 hat dann gleicht sich das wieder halbwegs aus). Der Stromanbieter bezahlt dann den Übertragungsnetzbetreiber und die Verteilnetzbetreiber sowie den Messstellenbetreiber (der den Stromzähler betreibt) dafür, dass sie den Strom zu Dir nach hause liefern.

Selbst wenn du Kunde bei Lichtblick oder der EWS bist, fließen von deinen 30 Cent also ein paar Cent an E.ON und die Übertragungsnetzbetreiber, denn die muss Lichtblick bezahlen um dir den Strom liefern zu können.

Der Gesetzgeber hatte jetzt die Sorge, dass die großen Energieversorger zu viel Macht haben, wenn sie die Übertragungsnetze behalten. Ob zu Recht oder nicht, sollen andere bewerten.

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