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Vergleich Nikon V ED – Epson V700

geschrieben von: sc

Datum: 31.03.13 08:43


Hallo aus HH,

durch mehrere Beiträge im Fotoforum Technik angeregt, habe ich mich dazu aufgerafft, die Qualität des Epson V700 im Vergleich mit einem Nikon V ED zu testen. Als Referenzdias dienen zwei Bilder von 043 381, beide vergleichsweise knapp belichtet – ein "ultimativer Härtetest für jeden Scanner". Dies ist zum einen eine Aufnahme aus dem Bw Rheine vom 6.4.1974 auf einem Ektachrome-Film und zum anderen ein Foto vom 27.4.1977, das die gleiche Lok nach der Reparatur der Indusi während des Anheizens beim Reparaturschuppen in Rheine zeigt.

Grundsätzlich gilt für optimale Ergebnisse beim Epson V700/750

1. Vorab einmal testen mit welcher Einstellung die Dia-/Negativhalter die besten Ergebnisse bringen (Füsschen > 0 oder + oder ganz ohne). Das kann von Scanner zu Scanner unterschiedlich ausfallen, erfahrungsgemäß ist aber i.d.R. die 0-Stellung passend.
2. Bei Kleinbild immer (!) mit 6.400 dpi scannen. Wenn der Scanner hier bereits ausgebremst wird, wird das Ergebnis u.U. deutlich schlechter, als es rechnerisch zu erwarten wäre.
3. Alle Scans grundsätzlich mit "unscharf maskieren" (mittlere Stärke).
4. Histogramm ggf. manuell aufziehen – bei automatischer Farbwiederherstellung werden Lichter und Tiefen gekappt.

Wenn man diese Punkte beachtet, bekommt zwar sehr große Dateien – Dias als 16-Bit-Tiff > 300 MB – aber auch ein für die weitere Bearbeitung hervorragend geeignetes Ausgangsmaterial.

Bei der Beurteilung der Bilder darf man übrigens zwei weitere Punkte nicht außer Acht lassen. Zum einen sind – nicht nur im Photoshop – nur Ansichten in 100%-Größe bzw. mit kleinen Abstrichen mit einem "geraden Teiler" – also 50% oder 25% – für die Beurteilung des Bildes geeignet. Alle Zwischenwerte (auch 33% und 67%) sind hierfür nicht geeignet, da hier die Grafikkarte nicht nur die Farben der Bildpunkte neu berechnen muss, sondern die Teilung der Bildpunkte des Fotos nicht mit den Bildpunkten des Monitors übereinstimmt.

Beginnen wir mit einem Ektachrome-Dia. Zuerst mit dem Nikon V ED gescannt sowie ein Ausschnitt aus dem Bild in voller Auflösung als Referenzgröße.

http://www.abload.de/img/011_043381_nikon_farb3gkkm.jpg

http://www.abload.de/img/012_043381_nikon_farbwuk6m.jpg

An dem Ausschnitt ist deutlich zu erkennen, dass die Auflösung der Kameraoptik und des Films eher die Grenzen setzen, als die Auflösung des Scanners.

Es folgt ein Ausschnitt des bereits farblich korrigierten Epson-Scans mit 6.400 dpi. Dies ist zwar mit Sicherheit nur ein theoretischer Wert, aber nur ein Scan mit diesem hohen Wert gewährleistet, dass der Scanner bestmögliche Ergebnisse liefert. Obwohl die Gradationskurve beim Scannen wie oben beschrieben erweitert wurde, neigt das Bild an den starken Kontrasten zum Überstrahlen. Dieser Effekt tritt insbesondere bei dunklen (dichten) Dias auf.

http://www.abload.de/img/013_043381_rohscan_epx1kfj.jpg

Im Photoshop gibt es hierfür Abhilfe – die allerdings auch nur bei Bildern mit sehr hoher Auflösung funktioniert. Nachfolgend der gleiche Ausschnitt mit dem Photshop-Filter "Dunkle Bereiche vergrößern" (unter "Sonstige Filter", Einstellung 1 Pixel).

http://www.abload.de/img/014_043381_hb_kl20ok6q.jpg

Nun die Ausgangsdatei auf 4.800 dpi, 4.000 dpi, 3.200 dpi und 2.400 dpi sowie das 3.200-dpi-Bild für die Darstellung auf dieser Seite verkleinert.

4.800 dpi
http://www.abload.de/img/016_043381_4800dpi_a0kk2o.jpg

4.000 dpi
http://www.abload.de/img/017_043381_4000dpi_ahtkj5.jpg

3.200 dpi
http://www.abload.de/img/018_043381_3200dpi_aztkmw.jpg

2.400 dpi
http://www.abload.de/img/019_043381_2400dpi_a5gkd5.jpg

... sowie das auf Basis des 3.200-dpi-Fotos heruntergerechnete Bild.

http://www.abload.de/img/020_043381_3200dpi_klxirfq.jpg

Auffällig ist, dass die Bilder mit 3.200 dpi und 2.400 dpi deutlich schärfer wirken, als die Bilder mit höherer Auflösung. Hier spielen zwei unterschiedliche Faktoren eine Rolle.

Zum einen ist das der Umrechnungsfaktor des Bildes. Bei der Umrechnung von 6.400 auf 3.200 dpi werden vereinfacht immer vier Pixel zu einem zusammen gefasst, bei krummen Faktoren müssen die Pixelanteile immer unterschiedlich berechnet werden.

Zum anderen darf aber auch die Auflösung des Films nicht außer Acht gelassen werden. Selbst 3.200 dpi überschreitet noch das Filmkorn und wo der Film keine Information beinhaltet, kann auch ein Scanner nicht mehr herausholen.

Um dies zu untermauern, nachfolgend ein Kodachrome-25-Dia, ebenfalls mit dem Nikon und dem Epson gescannt. Beginnen wir mit dem Epson-Rohscan (mit aufgezogenem Histogramm).

http://www.abload.de/img/000_043381_rohscan_epp8jmx.jpg

Wieder ein farblich bearbeiteter Ausschnitt in höchster Auflösung von 6.400 dpi.

http://www.abload.de/img/001_043381_6400dpi_ajtkuz.jpg

Das der Epson V 700 keine 6.400 dpi schafft ist unbestritten. Gemäß ScanDig – [www.filmscanner.info] – soll er ja gerade mal 2.300 dpi schaffen. Also auch hier nachfolgend wieder die Vergleiche der jeweils vom Ausgangsbild auf 4.800 dpi, 4.000 dpi, 3.200 dpi und 2.400 dpi herunter gerechneten Ausschnitte.

4.800 dpi
http://www.abload.de/img/002_043381_4800dpi_a7djua.jpg

4.000 dpi
http://www.abload.de/img/003_043381_4000dpi_axmkba.jpg

3.200 dpi
http://www.abload.de/img/004_043381_3200dpi_fiudjwq.jpg

2.400 dpi
http://www.abload.de/img/005_043381_2400dpi_af7k45.jpg

Also wenn der Scanner nur 2.300 dpi schafft (s.o.), finde ich keine Erklärung dafür, dass ich auf dem Bild mit 3.200 dpi die Tenderanschriften z.T. noch lesen kann, während bei 2.400 dpi nur noch Schriftbalken zu erkennen sind. Das Ergebnis des 3.200-dpi-Scans lässt sich mit vorsichtigem Nachschärfen sogar noch verbessern:

3.200 dpi nachgeschärft
http://www.abload.de/img/004_043381_3200dpi_fix0k3m.jpg

Beim Vergleich der Bildausschnitte wird erneut deutlich, dass die auf 3.200 dpi herunter gerechneten Bilder mit Abstand am schärfsten sind – wobei diesmal die Leistungsfähigkeit des Scanners auch nicht durch das Filmkorn ausgebremst wird.

Was bedeutet das nun in der Praxis? Wenn man die für den Druck übliche Auflösung von 300 bzw. 305 dpi zugrunde legt, erhält man (nachdem die Auflösung halbiert ist) Bilder von etwa 36x24 cm Größe – mit Berücksichtigung der Abzüge durch den Diarahmen ... und das diese für den Druck allemal geeignet sind, wird durch viele Bilder in meinen Büchern bewiesen, die überwiegend von Dias und Negativen gescannt sind. Und da die finalen Bilddaten auch nicht als 16-Bit-Tiff gespeichert zu werden brauchen, reduziert sich die Bildgröße (mit LZW-Komprimierung) auf etwas über 30 MB.

Nachfolgend der Epson-Scan in der Totalen.

http://www.abload.de/img/006_043381_3200dpi_fierjz0.jpg

Als Referenz zum Abschluss das gleiche Bild mit dem Nikon gescannt – als Ausschnitt und in der Gesamtansicht.

http://www.abload.de/img/008_043381_farbkorrek73jiq.jpg

http://www.abload.de/img/007_043381_farbkorrektzjub.jpg

Unbestritten lässt sich mit einem Nikon-Scanner aus einem KC-25-Dia noch mehr herausholen (und ich kämme nicht auf die Idee, eine großformatige Druckvorlage von einem KC 25 mit dem Epson zu scannen). Allerdings soll auch nicht verschwiegen werden, dass die Nikon-Scans deutlich mehr, z.T. selektive, Nacharbeit erfordern, um zu ansehnlichen Ergebnissen zu kommen.

Dies gilt insbesondere für die Tiefen, die beim Nikon dazu neigen rotstichig zu werden. Aber das Thema "authentische Farben" und "Farbmanagement" ist ein völlig anderes.

Grüße aus HH
Stefan
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