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 05 - Straßenbahn-Forum 

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Hallo zusammen,

letzten Donnerstag hatte ich endlich einmal die Gelegenheit dazu, mir den Baufortschritt der "Mainzelbahn" selbst anzusehen.

Ich habe die gesamte Strecke abgelaufen, was an dem Tag extrem schweißtreibend war - Schatten findet man kaum. Der Zeitpunkt war ansonsten offensichtlich günstig, denn der Baufortschritt ist schon sehr gut und aussagekräftig und mir ist nichts aufgefallen, was gegen eine pünktliche Inbetriebnahme noch in diesem Jahr sprechen könnte.

Und ich muss sagen, dass ich sehr beeindruckt bin - die Streckenlänge entspricht ja immerhin im Vergleich beispielsweise der Radialen Alexanderplatz - Falkenberg (M4) in Berlin. Das alles auf einen Rutsch, in recht kurzer Bauzeit und anscheinend ohne nennenswerte Probleme.


So ist ein nahezu lückenloser fotografischer Überblick über den Stand des gesamten Projekts herausgekommen. Da ich niemandem 80 Bilder innerhalb eines Forenbeitrags zumuten will, habe ich die Fotos auf eine eigene Seite auf dem Server meiner Agentur ausgelagert: Baustellenwanderung Mainzelbahn (80 Bilder mit ausführlichen Beschreibungen). Datenvolumen ca. 26MB.

Viel Vergnügen beim Ansehen! Sachliche Anmerkungen und Korrekturen sind sehr willkommen - Mainz ist für mich kein heimatliches Terrain. Ich hoffe aber, dass sich nicht viele Fehler eingeschlichen haben.

Viele Grüße
Manuel
Hochinteressant! Danke.

Täusche ich mich oder hat man den relativ großen Gleismittenabstand gewählt, um irgendwann mal auf Normalspur zu wechseln?
Hallo Dorander,

die Frage ob Normal- oder Schmalspur würde ja nichts an der Breite der Wagenkästen ändern. Ob man hier für zukünftig vielleicht breitere Wagenkästen Vorsorge getroffen hat, weiß ich nicht.

Klar ist aber, dass die Meterspur optisch einen größeren Gleismittenabstand vortäuscht. Verstärkt wird dies noch zusätzlich, wo Mittelmasten vorgesehen, aber noch nicht aufgestellt sind.

Viele Grüße
Manuel
Unglaublicher Bericht. Danke. Was mir immer wieder auffällt ist die noch optimierungsbedürftige Entwässerung im Bereich der Saarstraße kurz hinter dem Abzweig. Da steht immer das Wasser.

Re: [MZ] Mainzelbahn-Baustellenwanderung (m. Link zu 80 B.)

geschrieben von: UK

Datum: 26.07.16 20:17

Super klasse Beitrag.

Hat richtig Spaß gemacht parallel auf Googlemaps die Strecke zu verfolgen.

Eine Frage an die Experten: Warum legt man die zweite Wendeschleife vor und nicht hinter die Verknüpfung mit der "großen Bahn"? So nimmt man sich doch die Möglichkeit im Stadionverkehr auch diese Relation zu verstärken.
Hallo zusammen,

erstmal danke für das Lob!


medman schrieb:
Was mir immer wieder auffällt ist die noch optimierungsbedürftige Entwässerung im Bereich der Saarstraße kurz hinter dem Abzweig. Da steht immer das Wasser.


Das ist das Stichwort: Ich habe selbst auch noch eine Frage, nachdem ich mich nicht bis ins Detail in die Planungen eingelesen habe ;)

Das einasphaltierte stadteinwärtige Gleis in der Saarstraße - ist das auch als Sonderfahrstreifen für Linienbusse vorgesehen?

Auf Bild 4, auf dem auch die von medman erwähnte Wasseransammlung zu sehen ist, kann man auch ein etwas eigenartiges Ende dieses Fahrstreifens (steile Absenkung der Bordsteinkante und der Asphaltdecke daneben) vor der Einmündung erkennen. Da die Busse ja nahezu die gesamte Breite des Fahrstreifens einnehmen, sieht das für mich irgendwie "falsch" oder provisorisch aus.

Und zu Bild 5: Die Überfahrt zur Tankstelle - bleibt die oder ist das ein bauzeitliches Provisorium? Ansonsten wäre diese Stelle vermutlich auf Linksabbiegerunfälle geradezu abonniert. Auch dort die abrupten Bordsteinabsenkungen.

Danke und viele Grüße
Manuel
Hallo Manuel,

gerade im unteren Bereich der Saarstraße fällt auch der recht große Höhenunterschied zwischen Fahrbahn und Bahntrasse auf. Die Straßenfahrbahn stadtauswärts ist im Bereich der Senke deutlich höher als die Bahntrasse und stadteinwärtige Fahrbahn.

Stadteinwärts sollen die Linienbusse den Gleiskörper mitbenutzen. Daher die Asphaltierung. Stadtauswärts bleiben die Busse auf der bisherigen Fahrbahn. Das war laut Planung eigentlich bereits ab der Haltestelle Friedrich-von-Pfeiffer-Weg vorgesehen, das sieht im Bildzustand der Einschotterung im Moment aber nicht so richtig danach aus. Die Busse sollten vor der Haltestelle aus der Saarstraße auf die ÖPNV-Trasse ausfädeln.

Die "Überfahrt zur Tankstelle" ist für die Dauer der Baustelle die Ersatzmöglichkeit, um stadteinwärts die Kreuzung mit dem Dr.-Martin-Luther-King-Weg zu erreichen. Die Abfrahrrampe von der Saarstraße zu besagter Kreuzung entlang der zukünftigen Haltestelle Universität ist baulich noch nicht fertig, weshalb auch noch immer die stadteinwärtigen Buslinien entlang der Saarstraße keine Haltestelle Universität anfahren können. Mit Wiedereröffnung der Straßenabfahrt verschwindet dann die provisorische Überfahrt wieder.

MfG,
Ingbert Neumeister
Hallo,

zunächst auch von mir vielen Dank für die sehr gute Dokumentation.

Eine Anmerkung zum Thema Rasengleis : Die neue Strecke bekommt immerhin 3,3 km Rasengleis.

Link: [www.mvg-mainzelbahn.de]

Anbei ein zusätzlicher Link, in welchem das Rasengleis mit Schotter-Untergrund thematisiert wird.

Link: [www.mvg-mainzelbahn.de]

MfG - N8Express
Ich meine, dass die Wendeschleife vor dem Marienborner Bahnhof daher kommt, dass die Mainzelbahn nach ursprünglicher Planung in 3 Etappen eröffnet werden sollte und die Zwischenwendeschleifen jeweils das Ende der 1. und 2. Etappe darstellen.

Außerdem weiß ich nicht, wie sinnvoll die Nutzung der Marienborner Wendeschleife für den Fußball-Transport ist, da ja der Marienborner Bahnhof nur über einen Bahnsteig verfügt und somit nicht alle Züge dort halten können.
Hallo N8Express,

danke für den Link! Jetzt verstehe ich das erst. Ich war gedanklich beim Thema Rasengleis nur bei Fester Fahrbahn als Grundlage. Aber wie will man denn dort nachstopfen, ohne den Rasen wieder entfernen zu müssen?


Zu den Wendeschleifen: Bekommt die Marienborner Schleife einen Bahnsteig für Fahrgäste? Ich konnte mich dort nicht näher umsehen, da an dieser Stelle intensiv gearbeitet wurde.

Unabhängig von den ursprünglich vorgesehenen drei Bauabschnitten wäre eine Schleife hinter, also westlich der Eisenbahnüberführung auch aufgrund der Geländeverhältnisse (steiler Anstieg) nur sehr aufwendig umsetzbar gewesen.

Die erste Schleife vor Bretzenheim hat keinen Bahnsteig - dort wäre es aufgrund der Lage m.E. auch nicht sinnvoll.

Viele Grüße
Manuel
Hallo Manuel,

nach den offiziellen Plänen bekommt die Schleife Marienborn keinen Bahnsteig. Die Endhaltestelle wäre damit für hier endende Züge die neue Haltestelle "Wiesenstraße". Hier der passende Auszug aus den Bauplänen:

[www.mvg-mainzelbahn.de]

Aber Pläne kann man auch im Zuge der Ausführung ändern ...

Übrigens ist die Internetpräsentation der Mainzelbahn unter mvg-mainzelbahn.de besonders unter dem Menupunkt "Planung" sehr informativ.

MfG,
Ingbert Neumeister
Das stadteinwärts führende Gleis ab Friedrich-von-Pfeiffer-Weg ist mit Rollengleisen ausgeführt, das stadtauswärts führende nicht. Die Busspur wird also kommen, es ist auch kein Platz für eine separate Haltebucht vorhanden. Im Bild 20 erkennt man den Beginn des Rollengleisen, bzw. das kurze Stück Rollengleis stadtauswärts für die Einfädelung.

Zur Schleife in Marienborn. Diese wäre hinter dem Bahnhof sicherlich sinnvoller gewesen, mit etwas Aufwand hätte man die auch in den ansteigenden Hang bauen können. So wenden zukünftig zB Verstärkerfahrten vor dem Bahnhof und Umsteigemöglichkeiten für Pendler reduzieren sich.
Hallo,

Die Marienborner Schleife ist nur für Notfälle gedacht. Nach der Schleife gehts nur noch bergauf.
Die Schleife Bretzenheim wird bei Fußballspielen und für die Universtärker gebraucht. Bahnsteige gibt es keine.

Gruß
Alex
Hallo Ingbert,

danke! Das Informationsangebot ist wirklich riesig. Dafür muss man der MVG ein großes Lob aussprechen. Im Vergleich dazu ist die Kommunikation der BVG in Berlin zu solchen Themen kaum vorhanden. Zum Thema Straßenbahn zum Hauptbahnhof gab es mal einen knappen Flyer mit (unvermaßten) Lageplänen der Haltestellen.

Eine Schleife Marienborn ohne Bahnsteig wäre natürlich sehr schade, irgendwie dämlich.


Mit dem Plan lässt sich nun auch die zuerst gestellte Frage von Dorander nach dem Gleismittenabstand beantworten: Bei gerader Strecke und Mittelmasten 3,41 Meter. Das würde m.E. 2,40 Meter breite Fahrzeuge zulassen (wie beim RNV üblich), 2,50 Meter breite Fahrzeuge vielleicht auch noch, 2,65 Meter breite Fahrzeuge (wie den bombierten Vamos in Bielefeld) höchstwahrscheinlich nicht mehr. Das wäre wohl viel zu knapp. Damit ist der Gleisabstand nicht besonders groß. Das täuscht in der Tat.

Viele Grüße
Manuel


Edit: Sorry, hat sich zeitlich mit dem Beitrag von Alex überschnitten.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2016:07:27:20:39:46.
Nachfolgend ein Link zu einem Zeitungsartikel zum Thema Baumängel an der Mainzelbahn:

[www.allgemeine-zeitung.de]

Gruß
Hallo,

rückblickend auf andere Inbetriebnahmen müsste die "Mainzelbahn" eigentlich weiter sein - wenn in diesem Jahr noch eine Inbetriebnahme erfolgen soll.

Was mir Sorgen bereitet ist die noch komplett fehlende Oberleitung und die Haltestellenausrüstung. Die MVG spricht bezüglich der Inbetriebnahme von "Anfang 2017" das passt schon eher: [www.mvg-mainzelbahn.de]

Der anfängliche innenstadtnahe Bereich ist ja scheußlich - da gibt es deutlich schönere Streckenabschnitte in Mainz. Weiter zur Endstelle ergibt sich eine Streckenführung, die doch eher als "Überlandstraßenbahn" zu sehen ist. Wenn der Betrieb läuft, werde ich mal mit meinen Fotoapparat dort "gassi-gehen".

MfG - Asa

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Meine Windmühlenflügel sind:

Humorlosigkeit in Internetforen.

Ich weiß, es ist fast aussichts-
los, aber wer aufgibt, hat schon
verloren.

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[MZ] Steiler Baumangel

geschrieben von: Ulf Kutzner

Datum: 05.08.16 11:27

Zu Bild 60:

Und nein, ich habe die Kamera nicht schief gehalten. Die Rampe ist tatsächlich so steil, aber bei der Mainzer Straßenbahn schreckt man bekanntlich nicht vor starken Steigungen zurück.

Tja, die Maximalsteigungen gehen womöglich noch in Ordnung, nicht aber die ungenügenden Ausrundungen. Hier muß nachgebessert werden, denn, so die MVG, "aus Komfortgründen" wolle man das Aufsetzen von Straßenbahnfahrzeugen vermeiden.

Derweil wird etwa ab morgen oder doch Montag(?) der Mainzer Bahnhofsvorplatz weiter aufgegraben, mit vorübergehend gravierenden Folgen für das Liniennetz. Als Grund nennt man Kurvengleis- und Leitungserneuerungen.

Gruß, ULF



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2016:08:05:11:29:50.