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(F) 100 Straßenbahnbetriebe: Île de France, T6 am 13.12.2014 eröffnet

geschrieben von: ehemaliger Nutzer

Datum: 17.12.14 11:23

Am vergangenen Samstag, dem 13.12.2014 wurde das erste 12,4 km lange Teilstück der neuen "Straßenbahn"linie 6 in der Île de France im Südwesten von Paris in Betrieb genommen. Dieser erste Baubschnitt führt von Châtillon, wo Anschluß an die Metrolinie 13 besteht, vorläufig nach Vélizy zur Haltestelle Robert Wagner. Im kommenden Jahr soll die Strecke um 1,6 km, davon ein Teil unterirdisch, bis nach Viroflay - Rive Droite verlängert werden.
Berichte von den Bauarbeiten findet man hier: [www.drehscheibe-online.de] und hier: [www.drehscheibe-online.de]
Am Samstag Vormittag fuhr zunächst ein Zug für die Ehrengäste - darunter der Ersteller dieses Beitrags ;-) - von Vélizy zur Haltestelle Châtillon Montrouge, wo die Eröffnungsfeierlichkeiten stattfanden. Unterwegs stiegen jeweils Vertreter der bedienten Gemeinden zu (Châtillon, Clamart, Fontenay-aux-Roses, Meudon, Vélizy-Villacoublay,Viroflay). Leider war es an diesem Tag sehr regnerisch, die Veranstaltung also ziemlich feucht. Bedient wird die Linie mit 21 "tramways sur pneumatiques" von Translohr mit 46 m Länge.
Es besteht nirgends Anschluss an eine weiter Linie, es handelt sich also um kein Netz.

Einen Plan der Linie findet man hier [www.tramway-chatillon-viroflay.fr]

Tw 613 hat die Ehrengäste nach Châtillon Montrouge gebracht
http://www.wiesloch-kurpfalz.de/Strassenbahn/Bilder/normal/Paris/14x1401.jpg

http://www.wiesloch-kurpfalz.de/Strassenbahn/Bilder/normal/Paris/14x1403.jpg

Nach den Eröffnungsreden verlässt Tw 618 als erste Bahn im Publikumsverkehr die Station Châtillon Montrouge. Am Samstag und Sonntag galt Freifahrt auf der neuen Linie
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Tw 610 in der Wendeanlage Châtillon Montrouge
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Tw 610 fährt in die überbaute Haltestelle Châtillon Montrouge ein
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zunächst "zierte" sich die Weiche noch etwas und musste mit dem Weicheneisen gestellt werden, bei der nächsten Bahn klappte das elektrische Umstellen aber schon
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Tw 613 beim wenden
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Tw 613, man beachte die besonders "feste" Fahrleitung
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Tw 613 und Tw 607 in der Haltestelle Châtillon Montrouge. Die Nachfrage der Fahrgäste war sehr groß
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Tw 613 verlässt die Haltestelle Châtillon Montrouge
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Tw 613 und sein "Busvorgänger". Mit der Einführung der Straßenbahn wurde das Busliniennetz angepasst
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Tw 607 folgte als nächster und holte Tw 613 an der vorläufigen Endstelle Robert Wagner wieder ein
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Tw 613, Robert Wagner
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Tw 607, Robert Wagner
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Der Fahrkartenautomat "spricht" mehrere Sprachen, nimmt aber nur Münzen und Bankkarten - alle, auch die "normalen deutschen EC Karten"
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Tw 613 wendet an der vorläufigen Endstelle Robert Wagner, Vélizy
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Die Gelenkübergänge sind etwas eng, Tw 605 innen
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Tw 607, Division Leclerc
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Tw 607, Division Leclerc
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zum Vergleich während der Bauzeit 2013
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http://www.wiesloch-kurpfalz.de/Strassenbahn/Bilder/normal/Paris/14x1449.jpg

Tw 607, Division Leclerc
http://www.wiesloch-kurpfalz.de/Strassenbahn/Bilder/normal/Paris/14x1451.jpg

und ein noch "nummerloser Tw" in Châtillon Montrouge
http://www.wiesloch-kurpfalz.de/Strassenbahn/Bilder/normal/Paris/14x1454.jpg

Ich wundere mich immer wieder über die geringe Laufruhe dieser "Gummistraßenbahn". Kein Vergleich mit einem Stahl-Rad-Schiene-System. Und auch bei der T6 treten während der gesamten Fahrt heftige Querbeschleunigungen auf, man hat den Eindruck, das Führungsrad laufe abwechselnd links und rechts an und "werfe" das Fahrzeug wieder zurück.

Straßenbahnen in der Île-de-France
T8 Saint-Denis - Épinay-Orgemont [www.drehscheibe-online.de]
T7 Villejuif-Louis Aragon - Athis-Mons [www.drehscheibe-online.de]
T5 Saint-Denis - Garges Sarcelles [www.drehscheibe-online.de]

Alle bisher erschienenen Beiträge "100 Straßenbahnbetriebe" [www.wiesloch-kurpfalz.de]



7-mal bearbeitet. Zuletzt am 2015:12:23:12:16:58.
Danke für die Bilder.
Tja, die richtigen Vorteile dieses Konzeptes erschließen sich mir auch nicht so wirklich.
Dass das immer noch bei Neubauprojekten zum Einsatz kommt, wundert mich schon ein wenig.

Mit der Oberleitung und der Spurführung im Boden dürfte ich von den Bau- und Unterhaltskosten sowie dem Aufwand gar nicht soweit von einer "richtigen" Straßenbahn entfernt sein.
Zumal ich da nicht dauerhaft von einem einzelnen Hersteller abhängig wäre.

Ich sehe jetzt auch nichts, was dieses System besser als eine Straßenbahn könnte.
Spontan fällt mir als einziger Vorteil vielleicht die bessere Körperschalldämpfung zum Untergrund und eventuell auch eine geringere Luftschallemission durch Wegfall des Rad-Schiene-Kontaktes ein.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2014:12:17:13:21:01.
Gebirgsbahner schrieb:
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> Ich sehe jetzt auch nichts, was dieses System besser als eine Straßenbahn könnte.
> Spontan fällt mir als einziger Vorteil vielleicht die bessere Körperschalldämpfung zum Untergrund
> und eventuell auch eine geringere Luftschallemission durch Wegfall des
> Rad-Schiene-Kontaktes ein.

In der Theorie könnten mit Gummirädern größere Steigungen überwunden werden als mit Rad-Schiene, aber das wird wohl in keiner Stadt benötigt, die sich für den Translohr entschieden hat. In L'Aquila hätte es ein paar Steigungen gegeben, aber das System wurde ja nie fertiggestellt.

Für enorme Luftschallemissionen sorgen die Spurführungsräder, da diese sich mit ziemlichem Druck an die Spurführung klammern müssen, um ein entgleisen des Fahrzeuges zu verhindern.
KT4D-Freak schrieb:
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> In der Theorie könnten mit Gummirädern größere
> Steigungen überwunden werden als mit Rad-Schiene,
> aber das wird wohl in keiner Stadt benötigt, die
> sich für den Translohr entschieden hat.

Genau das war die Begründung bei der T6, m.W. vor allem wegen der Rampenstrecken im Verlauf des (noch nicht eröffneten) Tunnels nach Viroflay.
Gebirgsbahner schrieb:
-------------------------------------------------------
> Tja, die richtigen Vorteile dieses Konzeptes
> erschließen sich mir auch nicht so wirklich.
> Dass das immer noch bei Neubauprojekten zum
> Einsatz kommt, wundert mich schon ein wenig.

Gut möglich, dass das auch die letzte Translohr-Linie ist. Lohr hat die Fertigung der Translohren inzwischen an Alstom abgegeben, und ob die die Dinger nochmal ernsthaft vermarkten möchten, war bislang nicht wirklich zu erkennen. Vor allem aber...

> Mit der Oberleitung und der Spurführung im Boden
> dürfte ich von den Bau- und Unterhaltskosten sowie
> dem Aufwand gar nicht soweit von einer "richtigen"
> Straßenbahn entfernt sein.

...trifft genau das zu, zumindest bei den frz. Projekten (besser gesagt: man ist i.A. bei den Infrastrukturkosten gleichauf), schlimmer aber...

> Zumal ich da nicht dauerhaft von einem einzelnen
> Hersteller abhängig wäre.

...ist das. Für die Bahnen der Pariser T5 und T6 haben Lohr/Alstom echte Mondpreise kassiert, auf den Sitzplatz gerechnet um Welten von den Kosten einer konventionellen Stahlradstraßenbahn entfernt.
Linie 8 muss wieder her schrieb:
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> Mehrfach wurde bei der Eröffnung von der "längsten
> Straßenbahnlinie Europas" gesprochen, man meinte
> damit wohl "Einzellinie", denn es besteht nirgends
> Anschluss an eine weiter Linie, es handelt sich
> also um kein Netz.

Da liegen die Herrschaften aber sowas von daneben:

- Weltweit betrachtet ist die belgische Küstentram mit ihren ~60km wohl ein kleines bisschen länger als die T6 mit ihren 14 km
- Auch in Frankreich gibt es mehrere Linien über 20km, u.a. in Valenciennes und Lyon
- Sogar in Paris ist die T2 mit rund 18km länger
- Und es ist auch noch nichtmal die längste Translohr-Linie: Clermont-Ferrand misst über 15km (die Längen der anderen Anwender habe ich jetzt nicht parat)

Also: Marketinggeschwätz der blödesten Sorte...