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[HH] Btf. Lokstedt - Wiederkehr alter Schönheit

geschrieben von: Peter Br.

Datum: 14.08.13 01:14

Von den ehemals zahlreichen Depots in Hamburg war das Straßenbahndepot Lokstedt das letzte in Betrieb befindliche, bis zur Einstellung der Linie 2 im Jahre 1978.

In den letzten Betriebstagen dürfte die Halle sicher auf zahlreichen Fotos verewigt worden sein, erkennbar an der stillosen blauen Trapezverblechung, die spät gegen Ende der 60’er / Anfang der 70’er Jahre an Stelle der historischen Sprossenverglasung im Giebel angebracht wurde.

Die Wagenhalle des ehemaligen Straßenbahndepots Lokstedt war im Jahre 1924 errichtet worden und hatte es geschafft, in der Substanz relativ wenig verändert bis heute zu überleben. Die Halle wurde als Eisenbetonkonstruktion mit Mittelstützenreihe erstellt, d.h. es handelt sich um eine relativ frühe derartige Konstruktion. Als Nachnutzung zog ab 1984 ein Baumarkt in die Halle ein, in der Ansicht verschwand die Hallenfront hinter einer weißen Verblechung, wie auch die übrigen Fassadenverglasungen verschlossen wurden.

Im Rahmen einer geplanten Erweiterung des Baumarktes wurde zunächst das Gebäude bis Ende Juni 2013 geräumt, so daß sich die Halle am 02.08.2013 ohne Regale wieder in ehemaliger Größe von innen präsentierte

http://s1.directupload.net/images/140127/3g3c67re.jpg

Nach dem Rückbau der weißen Verblechung der Giebelfront trat auch das von den Abschiedsbildern 1978 bekannte blaue Trapezblech wieder ans Tageslicht.

http://s1.directupload.net/images/140127/kud7dxpf.jpg

Und so könnte auch die folgende Seitenansicht im hinteren Gebäudeteil als erster Schritt zu einer denkmalgerechten Wiederherstellung interpretiert werden, nach Entfernen der Fensterverschalungen aus Baumarktzeiten.

http://s7.directupload.net/images/140127/s5jo9qn6.jpg

An diesem Standort waren während der Schließung des Straßenbahnbetriebes zahlreiche Wagen neben der Halle, ohne Drehgestelle zusammengeschoben worden, bis ihnen der Schneidbrenner den Garaus machte (Bilder waren auch schon einmal Thema im Forum). Die Zeit über war dann hier ein Autohandel ansässig.

Seit 01.05.2013 ist die Halle aufgrund der Konstruktion sowie als Zeugnis der Verkehrsgeschichte in die Denkmalliste eingetragen. Dementsprechend liebevoll wurde dann bis zum 13.08.2013 der historische Giebel wieder freigelegt. Auf alten Bildern aus den 1960’ern war der Giebel noch mit Stützen zwischen den acht Gleisen abgefangen, dann kam anscheinend der Einbau der Stahlträger als Auswechslung, welches dann wohl auch die blaue Verblechung zur Folge hatte

http://s7.directupload.net/images/140127/4fpe6zwt.jpg

Den runden Schatten in der Mitte hatte die alte Uhr hinterlassen.

Mit dem Denkmalschutz in Hamburg ist es ja bekanntermaßen so eine Sache, das war auch in der Geschichte der Stadt oft nie anders. Man kann es eigentlich nur mit (schwarzem) Humor nehmen:

Wie es sich für einen ordnungsgemäßen denkmalhistorischen Umgang gehört, ist eingangs eine umfassende Bestandsuntersuchung durchzuführen. Hier geschehen am massiven Tragwerk mittels einer Betonschere, die von ehemalig 22 Gebäudeachsen bis zum heutigen Abend immerhin noch 5 Achsen hat stehen lassen...

Grundsätzlich ist es geplant, zum Neubau des Baumarktes den historischen V6E 3642 in dem Kontext aufzustellen. Hinsichtlich des rapide voranschreitenden Substanzverlustes der Halle bleibt zu hoffen, daß die zukünftigen Überreste der Halle nicht sogar noch von dem Triebwagen verdeckt werden...


Es grüßt

Peter Br.



3-mal bearbeitet. Zuletzt am 2014:01:27:13:17:16.