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[DD][MEI] Meissner E-Lok wieder in Meissen

geschrieben von: Museumshecht*

Datum: 28.06.12 21:49

Die Auflösung der Nahverkehrsausstellung des Verkehrsmuseums Dresden setzt sich fort mit dem Abtransport der E-Lok 3 aus Meissen.
Diese Lok war 1899 für den Güterverkehr der Meissner Straßenbahn beschafft worden. Hersteller war die Firma Liebscher in Dresden.
1968 nach der Einstellung der Gütertransporte ist sie ins Verkehrsmuseum gekommen.

Verladung der Lok vor dem Johanneum in Dresden am Nachmittag des 27.6.:

20120627 DD MEI 3.jpg

Ankunft heute, 28.6.2012 auf dem Bauhof in Meissen, Jaspisstrasse, wo sie früher stationiert war.
Mit zwei Kranen wird die Lok vom Tieflader genommen und dann abgesetzt:

20120628 MEI 2.JPG

Anschliessend wurde sie in die Halle bugsiert und an die richtige Stelle geschoben:

20120628 MEI 3.JPG

Für die Öffentlichkeit wird sie dort allerdings wohl nur an Tagen der offenen Tür zu sehen sein.

Re: [DD][MEI] Meissner E-Lok wieder in Meissen

geschrieben von: hmtt1212

Datum: 29.06.12 07:46

Es ist lobenswert, dass die Verantwortlichen der Stadt Meißen die Lok am geschichtsträchtigen Ort trocken unterstellen. Trotzdem wird dieses Exponat für eine erneute Präsentation direkt im VMD kaum mehr zur Verfügung stehen. Wenn die Meissner schlau sind, holen sie sich noch den zweiten existierenden Wagenkasten eines ehemaligen Triebwagen der Meissner Straßenbahn.

Helge Mai

Was hat man jetzt davon?

geschrieben von: Thomas Mueller

Datum: 29.06.12 12:27

Was bringt es das die Lok in einem Bauhof steht (der mal ihr Schuppen war), vor sich hin gammelt und 1-2x im Jahr, wenn überhaupt, der Öffentlichkeit zugänglich ist?

Re: Was hat man jetzt davon?

geschrieben von: hdf 90

Datum: 29.06.12 13:49

Ist doch besser als verschrotten oder nicht??

Re: Was hat man jetzt davon?

geschrieben von: hmtt1212

Datum: 29.06.12 19:18

Gammeln wird sie dort hoffentlich und sicherlich nicht. Es kommt auf die dortigen Interessen und die dazu nötige fachliche und finanzielle Unterstützung an.Es gibt noch in einem Betriebsgelände eine Weiche und einige Meter Gleis. Da liese sich doch was machen.
Helge Mai

Re: [DD][MEI] Meissner E-Lok wieder in Meissen

geschrieben von: Museumshecht*

Datum: 01.07.12 21:39

In der Meissner Lokalausgabe der Sächsischen Zeitung erschien am 30.6.2012 folgender Artikel. Interessant ist vor allem der letzte Absatz.

Samstag, 30. Juni 2012
(Sächsische Zeitung)

TRIEBISCHTAL

Meißner Straßenbahn kehrt heim
Von Harald Daßler
Die Güterbahn Nummer 3 war von 1901 bis 1967 auf Meißner Schienen im Einsatz. Jetzt ist sie im Depot gelandet. Vorerst.


Mehr als 22 Tonnen wiegt das gute Stück. Zwei Autokrane mussten herangeholt werden, um die frühere Meißner Güterbahn-Lok Nummer 3 in ihren alten Platz im Depot an der Jaspisstraße einschweben zu lassen. Dafür hat der städtische Bauhof, der heute hier residiert, die Halle leergeräumt. Zur Lieferung gehörten auch vier Rillenschienenstücke, damit die Lok sicher steht.

Zunächst ein Jahr wird sie hierbleiben. So sieht es ein Leihvertrag mit dem Dresdner Verkehrsmuseum vor. „Das Museum hat sich an mich gewandt“, berichtet Rolf Baum von der Verkehrsgesellschaft Meißen. Weil dort Umbauarbeiten anstehen, sei man auf der Suche nach neuen Plätzen für die Schienenfahrzeuge. Nach einigen Telefongesprächen und Mails war klar: Die Lok soll nach Meißen heimkehren.

Das acht Meter lange und mit vier elektrischen Motoren ausgestattete Fahrzeug kündet von einer ganz besonderen Geschichte, auf die nicht viele Städte verweisen können. Denn die Meißner Straßenbahn, die ab 1899 zwischen Bahnhof und Buschbad pendelte, diente nicht nur der Personenbeförderung. Ab September des Jahres 1900 verteilte sie auch Güter an die Betriebe der Stadt. Ab 1901 verband die Meißner Straßenbahn Binnenschifffahrt am Elbkai, Bahnhof und Firmen im Triebischtal. „Wegen der durch die Tallage bedingten Enge im linkselbischen Stadtgebiet hatten die Firmen keine eigenen Gleisanschlüsse“, erklärt Steffen Förster vom Stadtmuseum. Die Güterwaggons wurden am Bahnhof auf Rollböcke gesetzt. Bis zu 140000 Tonnen im Jahr wurden auf diese Weise auf den Meißner Straßenbahngleisen umgeschlagen. Dafür gab es 15 Verladestellen – in den besten Zeiten dieser Art Güterwaggons zu verteilen, unmittelbar vor dem Ersten Weltkrieg. Wie Steffen Förster berichtet, mussten sich die Güterstraßenbahnen dem Linienverkehr der Personenstraßenbahn anpassen. Dazu gehörte auch das Warten auf die Personenbahn an Ausweichstellen.

Der Güterverkehr rollte über 30 Jahre länger als die Personenstraßenbahn durch Meißen. Die Personenstraßenbahn war 1936 eingestellt worden, weil der zunehmende Omnibusverkehr sich als wirtschaftlicher erwies.

Das Aus für den Güterverkehr auf dem Straßenbahngleis kam 1967. Die Deutsche Reichsbahn, wie das staatliche Eisenbahn-Unternehmen zu DDR-Zeiten hieß, hatte seinen Güterwagenpark auf vierachsige Waggons umgestellt. Die waren mit dem Rollbockverfahren nicht mehr auf den Meißner Straßenbahnschienen zu transportieren, auch weil der Kurvenradius bei einer Schienenbreite von 1000 Millimetern auf den engen Straßen das nicht ermöglicht hätte.

Im April 1968 startete die Güterbahn-Lok Nummer 3 zu ihrer letzten Fahrt – nach Dresden ins Verkehrsmuseum. Zuvor war die im Jahr 1901 gebaute Lok in Meißen restauriert worden. Dass sie nun wieder zurückkehrt, lässt Freunde der Meißner Straßenbahn hoffen. Nicht nur VGM-Chef Rolf Baum würde es gern sehen, wenn die Lok in Meißen bliebe, als Erinnerungsstück. Denn es gibt im Stadtgebiet kaum noch sichtbare Zeugnisse zur Meißner Straßenbahn-Geschichte. Lediglich ein paar Gleisreste an der Kerstingstraße oder einige der Anschlüsse sowie Wandrosetten zur Befestigung der Fahrleitung an Häusern erinnern an die Meißner Straßenbahn.

Besichtigungen sind möglich

Im städtischen Bauhof kann die Meißner Lok in Augenschein genommen werden. Unter der Telefonnummer 03521458084 sind Anmeldungen dafür möglich. Wer mehr über die Geschichte der Meißner Straßenbahn erfahren will, kann sich in einer kleinen Ausstellung bei der VGM informieren. Anmeldungen nimmt Frau Raden unter 03521741631 entgegen. Möglich sind auch Vorträge zur Geschichte der Straßenbahn, für die der frühere Mitarbeiter der Dresdner Verkehrsbetriebe Mario Schatz gewonnen werden konnte.