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 05 - Straßenbahn-Forum 

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Am 17.09.2011 gab es ab 13:00 im Betriebshof des Potsdamer Verkehrsbetriebes (ViP Verkehrsbetrieb Potsdam GmbH) einen Tag der offenen Tür.
Anlaß war die Präsentation (Rollout) und Taufe der neuen Niederflurstraßenbahn (Variobahn 421 von Stadler).

Um 13:35 war es dann soweit: An der Waschstraße wurde ein großes Plakat mit Ansicht des damaligen Potsdamer Oberbürgermeisters bei seiner Eröffnungsrede 1907 geöffnet...
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...es fuhr die mit polnischem und deutschem Flaggenband geschmückte Variobahn 421 heraus.
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Anschließend gab es unter Anwesenheit des Potsdamer Oberbürgermeisters Jann Jakobs die Taufe auf den Namen Opole, die polnische Partnerstadt von Potsdam ist.
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Außerdem wurde der historische, liebevoll wieder aufgebaute Triebwagen 9 der damaligen städtischen Straßenbahn von Potsdam vorgestellt. Das Fahrzeug wurde 1907 von der Gottfried Lindner Aktiengesellschaft in Ammendorf bei Halle gebaut und kam ab 2.September 1907 in Potsdam zum Planeinsatz. Dieses Fahrzeug lud am 17.09.2011 zu Mitfahrten auf dem Betriebshof ein.
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An der großen Wagenhalle entlang...
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Die großen Stirnlampen reizen zu fotografischen Spielereien ein, indem sich der Fotograf spiegelt.
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Weiters gab es Sonderfahrten mit dem Büssing-Bus 698 der BVG zwischen dem Betriebshof und S-Bf. Babelsberg.
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Auch der KT4D-Prototyp 001 fuhr zwischen Betriebshof und Platz der Einheit.
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Auf dem Betriebshof konnten diverse Hilfsfahrzeuge (Reinigungsfahrzeuge für Weichen und Gleise, Fahrleitungsmontagewagen sowie Havariefahrzeuge) besichtigt werden.
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An Straßenbahnfahrzeugen waren u.a. die historischen Gotha-Wagen 109+214+218, 177, KT4D 162, KT4D 301 (Fahrschul- und Fahrleitungsinspektions-Triebwagen - letzter KT4D mit Rundlampen in Potsdam), Schienenpflegetriebagen 303, Combino 406 und Variobahn 422 ausgestellt.
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Lindner-Triebwagen 9 neben dem deutlich jüngeren Gotha-Zug 109+214+218.
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Gotha-Tw 109+177.
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Schienenpflegetreibwagen 303
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... von der anderen Seite
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KT4D 162
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KT4D 301 (Fahrschul- und Oberleitungsinspektionswagen)
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Die derzeit im Betrieb befindlichen Fahrzeuggenerationen, vertreten durch
KT4D 162, Combino406 und Variobahn 422
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aus anderer Perspektive
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Der Gothazug 177 war bis 1989 im Planeinsatz, rechts daneben die Nachfolgenerationen KT4D 162, Combino406 und Variobahn 422
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Die Variobahn 422 stand für die Besichtigung zur Verfügung.
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Gegenüber dem Combino gibt es bei der Variobahn nur noch 4 statt 6 Türen. Dafür sind die erste und letzte Tür als Doppeltür ausgeführt.
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Die unbequemen Sitzflächen im Vordergrund dienen zur Gepäckablage.
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Der Star unter den Fahrzeugen ist aber der Lindner-Tw 9 von 1907. Jetzt werden Spenden benötigt für die Herstellung der Stoffbezüge der Sitze.
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Die Variobahn 421 unternahm am späten Nachmittag etliche Rundfahrten auf dem Betriebshof. Rechts steht der BVG-Bus 698.
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Der Combino 402 pendelte auf dem Prüfgleis. Der Lindnder-Tw 9 und BVG-Bus laden zur nächsten Fahrt ein.
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In einigen Jahren sieht man nur noch diese Fahrzeugtypen: Combino 402 und Variobahn 421.
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Eine Solabahn pendelte auch.
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Abends wurde es ruhiger, sodaß die blaue Stunde genutzt werden konnte.
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Gotha-Tw177 und KT4D 162
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KT4D 162
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Fahrschulwagen KT4D 301
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Der Schienepflegewagen 303 wird wegrangiert.
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Gotha-"Schlenki"bahn Tw177 mit Innenbeleuchtung
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Die derzeit im Betrieb befindlichen Fahrzeuggenerationen während der blauen Stunde, vertreten durch
KT4D 162, Combino406 und Variobahn 422
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Eine unbekannte Variobahn (vermutlich 423) mußte am Abend noch umrangiert werden und verließ die Werkstatthalle.
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Der Lindner-Tw 9 wird im Schuppen abgestellt.
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Mit freundlichen Grüßen

Heiko Günther
Hallo und guten abend,
ich hätte eine Frage bitte: Der TW9, wo kommt er eigendlich auf einmal her? Ich hatte zwar mal etwas darüber gelesen, weiss aber nicht mehr darüber. Er wurde wo anders aufgearbeitet, aber.... Danke für Infos.

Danke für die schönen Bilder.

Gruß Wolfgang

Rote11,
http://s14.directupload.net/images/140201/l6qsxysi.jpg
Rote11;Die Straßenbahnlinie zwischen Hannover und Hildesheim
Guten Morgen!

Ist es nicht vielmehr so, dass es sich bei dem historischen Wagen um einen Neubau und nicht um ein Wiederherstellung handelt? Von dem Wagen hat doch nichts mehr existiert, nur ein Fahrgestell mit nicht ganz eindeutiger Herkunft war vorhanden. Da ist also, bei allem Verständnis für das hübsche Fahrzeug, eher Disneyworld als Denkmal vorhanden.
Nahverkehsrfreund schrieb:
-------------------------------------------------------
> Ist es nicht vielmehr so, dass es sich bei dem
> historischen Wagen um einen Neubau und nicht um
> ein Wiederherstellung handelt?

Wo ziehst Du die Grenze? Und wofür ist das wichtig?

> Von dem Wagen hat
> doch nichts mehr existiert, nur ein Fahrgestell
> mit nicht ganz eindeutiger Herkunft war vorhanden.
> Da ist also, bei allem Verständnis für das hübsche
> Fahrzeug, eher Disneyworld als Denkmal vorhanden.

Auch Technik ist vergänglich. Und irgendwann ist auch die letzte Schraube erneuert. Aber das ist doch unerheblich. Ob nun Nachbau oder Rekonstruktion ist am Ende wurscht. Der Wagen repräsentiert in seinem Erscheinungsbild die Anfangszeit der Potsdamer Straßenbahn. Ich find es toll, daß der Verein sein Ziel erreicht hat und letztlich nicht mit irgendwelchen Stenkereien dieser ausgebremst wurde.
Hallo,

Nahverkehsrfreund schrieb:
-------------------------------------------------------
> Guten Morgen!
>
> Ist es nicht vielmehr so, dass es sich bei dem
> historischen Wagen um einen Neubau und nicht um
> ein Wiederherstellung handelt? Von dem Wagen hat
> doch nichts mehr existiert, nur ein Fahrgestell
> mit nicht ganz eindeutiger Herkunft war vorhanden.
> Da ist also, bei allem Verständnis für das hübsche
> Fahrzeug, eher Disneyworld als Denkmal vorhanden.

auch ich kann mich dieser "Disneyworld"-Meinung nicht anschließen. Eine Rekonstruktion ist eine museal durchaus akzeptierte Methode, etwas verlorenes wiederherzustellen. Selbst wenn das nicht exakt ist, wird das museal akzeptiert. Oder kennst Du die Hautfarbe von Dinosauriern?

Oder um ein paar Beispiele aus der Museumsstraßenbahnszene anzuführen: Im Museum in Crich in England hat man mehrere Wagen aus zweckentfremdeten Wagenkästen rekonstruiert. Viele Teile sind ersetzt worden, stammen von anderen baugleichen oder ähnlichen Wagen oder sind anhand von Zeichungen oder Fotos neu gebaut worden. Ist das museal oder "Disneyworld"?

Viele Grüße

Christoph

Meine Homepages im Retro-Look (seit 2004 bzw. 2002 unverändert)

Die Straßenbahnwagen des VEB Waggonbau Gotha

Die Straßenbahnwagen des RAW Schöneweide
Heiko schrieb:
> Der Star unter den Fahrzeugen ist aber der
> Lindner-Tw 9 von 1907. Jetzt werden Spenden
> benötigt für die Herstellung der Stoffbezüge der
> Sitze.
> [250kb.de]
>
Der fährt aber rückwärts, oder? ;-)
... ist bei vielen anderen historischen Fahrzeugen auch nicht anders, mit dem kleinen Unterschied, daß man das verrottete Original noch zum Vermessen (wenn überhaupt noch möglich) neben den neuen Wagenkasten stellen kann. Im aktuellen Straßenbahn-Magazin gibt es dazu auch ein aktuelles, sehr passendes Beispiel aus Nürnberg - den Jugendstilbeiwagen 336 (der in Krakau von den dortigen Werkstätten wiederhergestellt wird - auch ein Quasi-Neubau). Und sofern wenisgtens noch ein Fahrgestell da ist, darf man glaube ich, ganz entspannt den Begriff "Rekonstruktion" statt Neubau verwenden.

Mein Videokanal bei Youtube: [www.youtube.com]
Was hat KT4D-M 162 denn vorn auf dem Dach? Ist das ein statischer Umformer? Warum hat der den dort?
Nico Kunze schrieb:
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> Was hat KT4D-M 162 denn vorn auf dem Dach? Ist das
> ein statischer Umformer? Warum hat der den dort?


Das ist die Klimaanlage für den Fahrer. Hat die Aerodynamik einer Wohnzimmerschrankwand. :D
Ja, der Triebwagen wurde bei Rangierfahrten von diesem Gleis auch rückwärts bewegt.
Wenn vorsichtig gefahren wird, hofft man ,daß sich der Stromabnehmer nicht verhakt.

Bis ungefahr 1920 bis 1930 gab es in Potsdam noch keine Wendeschleifen. Da mußte an den Endhaltestellen der Stromabnehmer um die vertikale Achse gedreht werden. Dann würde die Rückwärts-Fahrt wieder zur Vorwärtsfahrt werden.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2011:09:19:21:52:46.
Guten Morgen!

Christoph Heuer schrieb:
-------------------------------------------------------
> auch ich kann mich dieser "Disneyworld"-Meinung
> nicht anschließen. Eine Rekonstruktion ist eine
> museal durchaus akzeptierte Methode, etwas
> verlorenes wiederherzustellen. Selbst wenn das
> nicht exakt ist, wird das museal akzeptiert. Oder
> kennst Du die Hautfarbe von Dinosauriern?

Wenn das so kommuniziert würde, wäre das auch völlig in Ordnung. Was irritiert, ist, dass der Eindruck einer Restaurierung immer wieder erweckt wird. Das finde ich problematisch, darum wurde ja wohl auch schon prozessiert.

Dass man so ein Fahrzeug nachbaut, ist völlig OK. Aber es ist dann eben ein Neubau und kein historisches Stück. Passt in Potsdam ideal vor das Stadtschloss ;-)
Hallo,

Nahverkehsrfreund schrieb:
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> Wenn das so kommuniziert würde, wäre das auch
> völlig in Ordnung. Was irritiert, ist, dass der
> Eindruck einer Restaurierung immer wieder erweckt
> wird.

Jetzt wird mir Dein Eintrag klarer. Die Grenzen zwischen Restaurierung und Rekonstruktion sind nur leider recht fließend. Zur Erläuterung ein paar Beispiele aus England (Crich), ohne Gewähr für absolute Richtigkeit, da aus dem Kopf. Entscheide bitte, was Restaurierung und was Rekonstuktion ist:

Wagen Sheffield 74: Wagenkasten von 74, Oberdeck aus Teilen von 215 und 218 (baugleich), Fahrgestell aus Leeds, aber baugleich, Fahrschalter von irgendwoher, Treppen, Plattformen, viele Holzteile, Kabel, Sandstreuer neu.
Wagen London LT 1622: Wagenkasten von 1622 mit vielen Neuteilen, Drehgestelle von einem anderen Typ Londoner Wagen, Fahrschalter von irgendwoher, alles andere neu.
Wagen London LUT 159: Wagenkasten von 159 mit vielen Neuteilen, Fahrschalter aus unbekannter Quelle, Rest neu, inklusive Rahmen.

Viele Grüße

Christoph

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Die Straßenbahnwagen des VEB Waggonbau Gotha

Die Straßenbahnwagen des RAW Schöneweide
Hallo zusammen
Es ist ja schön das man sich Mühe gibt ein Fahrzeug aus dem Jahre 1907 nach zu bauen.
Trotzdem bleibt es ein Nachbau.
Das Fahrgestell müßte von der Lore 311 stammen oder auch nicht.
Das mit dem Stadtschloss ist so eine sache , immer hin kommt der neue Landtag rein.

mfg Jörg1965
Heiko schrieb:
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>
> Die unbequemen Sitzflächen im Vordergrund dienen
> zur Gepäckablage.
> [250kb.de]

Nach Beobachtungen werden sie jedoch von hartgesottenen Fahrgästen durchaus zum Sitzen genutzt. Wer hatte denn die Idee zu diesem Geistesblitz?

Im Übrigen sind in meinen Augen fast alle Sitze eine Katastrophe: entweder sie weisen einen schrägen Fußboden auf und am Fenster hat man fast die Knie an den Ohren

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oder man hat zwischen Sitz und davor liegender Wand zwar Platz für das Bein aber nicht für den Schuh, außerdem muss man zum Blick aus dem Fenster den Hals fast rechtwinklig verrenken.

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Die Längssitze sind leidlich bequem, aber man läuft Gefahr von durchgehenden Fahrgästen "bestiegen" zu werden und man hat den Nicht-Ausblick, den Längssitze eben so bieten.

Insgesamt können einem diese Sitzkonstruktionen, wie übrigens von vielen Niederflurwagen, z.B. auch die der Berliner Flexitys, das Straßenbahnfahren nachhaltig verleiden.

Gruß aus Berlin
Harald Tschirner




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2011:09:23:23:18:24.
@Harald: Du hast noch vergessen, dass die Sitze verdammt schmal sind. Wenn da zwei Leute nebeneinander sitzen, dann passt das geradeso. Während meiner Probefahrt saßen auf der hinteren Gepäckablage neben der letzten Tür sogar zwei Jugendliche. Wie der eine da in die Ecke gekommen ist, ist mir allerdings nicht klar. Anschließend war der eine davon aber auch zu doof den Türöffner zu finden und musste eine Station weiter fahren - Türöffner hätte es ruhig auch direkt an der Tür (wie beim Berliner GT6) geben können.